Ustersbach

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Ustersbach
Ustersbach
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Ustersbach hervorgehoben
Koordinaten: 48° 19′ N, 10° 39′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Schwaben
Landkreis: Augsburg
Verwaltungs­gemeinschaft: Gessertshausen
Höhe: 490 m ü. NHN
Fläche: 11,14 km2
Einwohner: 1102 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 99 Einwohner je km2
Postleitzahl: 86514
Vorwahl: 08236
Kfz-Kennzeichen: A, SMÜ, WER
Gemeindeschlüssel: 09 7 72 211
Gemeindegliederung: 3 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Hauptstr. 31
86459 Gessertshausen
Webpräsenz: www.ustersbach.de
Bürgermeister: Dr. Maximilian Stumböck (CSU/BL)
Lage der Gemeinde Ustersbach im Landkreis Augsburg
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Über dieses Bild

Ustersbach ist eine Gemeinde im schwäbischen Landkreis Augsburg und ein Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Gessertshausen.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ustersbach liegt inmitten des Naturparks Augsburg Westliche Wälder, ca. 25 km westlich von Augsburg. Die geographische Lage Ustersbachs wird durch die Hügelkette geprägt, die den Südrand der Reischenau definiert. Die Reischenau ist ein weiter Talkessel, durch den das Flüsschen Zusam fließt. Anders als der Name vermuten lassen könnte, befindet sich auf dem Gemeindegebiet kein Bach; die einzigen Fließgewässer sind Entwässerungsgräben, die Wasser aus den feuchteren Teilen der Gemeindeflur in die Zusam ableiten. Der höchste der Hügel, an deren Abhang sich die Gemeinde schmiegt, trägt den Namen „Totenköpfle“.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachbargemeinden sind Kutzenhausen, Fischach und Dinkelscherben.

Ortsgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben dem Hauptort Ustersbach umfasst die Gemeinde folgende drei Ortsteile:

  • Mödishofen
  • Osterkühbach
  • Baschenegg

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort ist wohl im 11. Jahrhundert entstanden und wurde erstmals in einer Urkunde von 1277 als Usterspach erwähnt. Mit dem Domstift Augsburg teilten sich ein Ortsadelsgeschlecht und später die Augsburger Klöster Hl. Kreuz, St. Moritz und St. Katharina die Güter des Dorfes. Später ging der Ort an das Domstift Augsburg über, das Grund-, Gerichts- und Patronatsherr war. Um 1780 wurden Mauerreste des Burgstalls Hattenberg für den Bau des Brauhauses in Ustersbach verwendet. Infolge des Reichsdeputationshauptschlusses von 1803 kam der Ort zu Bayern. 1862 bis 1929 gehörte Ustersbach zum Bezirksamt Zusmarshausen und ab 1929 zum Bezirksamt Augsburg, das ab 1939 dann als Landkreis Augsburg bezeichnet wurde.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat hat 12 Mitglieder:

(Stand: Kommunalwahl am 16. März 2014)

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dr. Maximilian Stumböck (CSU/BL) ist seit 2002 Bürgermeister von Ustersbach. Er wurde bei der Kommunalwahl 2014 mit 86,2 % der Stimmen im Amt bestätigt. Gleichzeitig wurde er wieder in den Kreistag des Landkreises Augsburg gewählt.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde führt seit 1960 ein Wappen. Es wird folgendermaßen beschrieben: Das Wappen ist geteilt in oben blau und unten silber. Vor diesem Hintergrund befindet sich oben ein aufspringender goldener Hirsch, unten ein wachsender roter Abtstab.

Der aufspringende goldene Hirsch nimmt auf das Familienwappen der Augsburger Patrizierfamilie Stolzhirsch Bezug, die im 13. Jahrhundert neben verschiedenen anderen Lehen auch die Grundherrschaft in Ustersbach besaß. Das Familienwappen der Stolzhirsch enthielt im blauen Schild drei goldene aufspringende Hirsche. Der Abtstab ist ein Hinweis auf den hl. Fridolin, den Patron der Pfarrkirche von Ustersbach, dessen Attribut der Abtstab ist. Die Farben in der unteren Schildhälfte (Rot und Silber) verweisen auf die Grundherrschaft des Hochstifts Augsburg.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Ausnahme des Weilers Osterkühbach gehört das Gemeindegebiet zur Pfarrei St. Fridolin. Dieses Kirchenpatronat ist im Bistum Augsburg einzigartig, die Ustersbacher Pfarrkirche gilt als die östlichste Fridolinskirche.

Neben der dem heiligen Fridolin geweihten Hauptkirche befindet sich im Ortsteil Mödishofen die Filialkirche St. Vitus, die sich in der Innengestaltung an die Kirche von Kloster Oberschönenfeld anlehnt. Außerdem befindet sich unweit der Kirche St. Fridolin in einem Hain ein außerordentlich schönes Beispiel einer Lourdes-Grotte, die über die Ortsgrenzen hinaus verehrt wird. Westlich der Gemeinde befindet sich auf freiem Felde eine Kapelle, die der Heiligen Anna geweiht ist. Im Ortsteil Osterkühbach befindet sich eine den heiligen Vierzehn Nothelfern geweihte Kapelle.

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die älteste Sehenswürdigkeit der Gemeinde ist das sogenannte Sühnedenkmal von 1408, ein spätmittelalterlicher Sühnestein aus rotem Marmor, der an die Ermordung des Ritters Burkhart von Schellenberg erinnert.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der örtliche Sportverein trägt den Namen TSV Ustersbach. Er wurde 1973 gegründet. Die Vereinsfarben sind blau und gelb.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch das Gemeindegebiet verlaufen die Bundesstraße 300 und die Bahnstrecke Augsburg–Ulm Augsburg nach Ulm. Die nächstgelegenen Autobahnsanschlussstellen sind in Zusmarshausen und Adelsried an der Bundesautobahn 8. In der Gemeinde Ustersbach gibt es mehrere Bushaltestellen der Linie 600 des Augsburger Verkehrsverbundes, die von Augsburg Hauptbahnhof über Gessertshausen und Ustersbach nach Krumbach führt.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Privatbrauerei Ustersbach braut regionales Bier, das sie unter der Marke Ustersbacher verkauft. Im Ort befindet sich eine Filiale der Raiffeisenbank Augsburger Land West e. G.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ustersbach verfügt über eine Gemeindebücherei in kommunaler Trägerschaft.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Allgemeinbildende Schulen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Ustersbach ist zusammen mit der Nachbargemeinde Dinkelscherben Trägerin des Schulverbandes Dinkelscherben, der in Ustersbach die Grundschule Ustersbach unterhält. Dort werden die Kinder der Jahrgangsstufen eins bis vier aus dem Gemeindegebiet von Ustersbach sowie den Ortsteilen Ried und Breitenbronn der Gemeinde Dinkelscherben unterrichtet. Daneben sind im Gebäude der Grundschule Ustersbach mehrere Außenklassen der Helen-Keller-Schule Dinkelscherben, einer Förderschule, untergebracht.

Sonstige Bildungseinrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Pfarrgemeinde St. Fridolin betreibt in Kooperation mit der politischen Gemeinde einen Kindergarten. Im Ortsteil Baschenegg unterhielten die Dillinger Franziskanerinnen ein Kinderheim.

Im Bereich der Erwachsenenbildung bietet die Volkshochschule Ustersbach als Teil der Volkshochschule Augsburger Land e. V. Kurse an.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenbürger der Gemeinde Ustersbach sind der frühere langjährige Bürgermeister Alfons Kastner und der frühere Schulleiter der Grundschule Ustersbach und langjährige Organist der Pfarrei St. Fridolin Matthias Wank.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Martin Zott (1841–1929), Reichstags- und Landtagsabgeordneter (Zentrum)

Weitere Persönlichkeiten, die mit der Gemeinde in Verbindung stehen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem Friedhof von Ustersbach liegt der Schriftsteller, Kulturkritiker und Übersetzer Theodor Haecker begraben, der hier im 66. Lebensjahr am 9. April 1945 kurz vor Kriegsende starb. Theodor Haecker war einer der sprachmächtigsten Vertreter des katholischen Existentialismus, gehörte zu den radikalsten Kulturkritikern im Dritten Reich und war ein Mentor von Hans und Sophie Scholl vom Widerstandskreis der Weißen Rose. Nachdem seine Wohnung in München bei einem Bombenangriff zerstört worden war, verbrachte er seine letzten Lebensmonate in Ustersbach.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ustersbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).