Kolitzheim

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Kolitzheim
Kolitzheim
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Kolitzheim hervorgehoben
Koordinaten: 49° 55′ N, 10° 14′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Landkreis: Schweinfurt
Höhe: 229 m ü. NHN
Fläche: 59,02 km²
Einwohner: 5463 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 93 Einwohner je km²
Postleitzahl: 97509
Vorwahlen: 09385, 09381, 09723
Kfz-Kennzeichen: SW, GEO
Gemeindeschlüssel: 09 6 78 150
Gemeindegliederung: 11 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Rathausstr. 1
97509 Kolitzheim
Webpräsenz: www.kolitzheim.de
Bürgermeister: Horst Herbert (CSU)
Lage der Gemeinde Kolitzheim im Landkreis Schweinfurt
Schweinfurt Würzburg Landkreis Main-Spessart Landkreis Bad Kissingen Landkreis Rhön-Grabfeld Landkreis Haßberge Landkreis Kitzingen Landkreis Würzburg Landkreis Bamberg Nonnenkloster (Unterfranken) Stollbergerforst Bürgerwald Vollburg Wustvieler Forst Hundelshausen (Bayern) Geiersberg (Gemeindefreies Gebiet) Bergrheinfeld Dingolshausen Dittelbrunn Donnersdorf Euerbach Frankenwinheim Geldersheim Gerolzhofen Gochsheim Grafenrheinfeld Grettstadt Kolitzheim Lülsfeld Michelau im Steigerwald Niederwerrn Oberschwarzach Poppenhausen (Unterfranken) Röthlein Schonungen Schwanfeld Schwebheim Sennfeld Stadtlauringen Sulzheim (Unterfranken) Üchtelhausen Waigolshausen Wasserlosen Werneck WipfeldKarte
Über dieses Bild

Kolitzheim ist eine Gemeinde im unterfränkischen Landkreis Schweinfurt.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kolitzheim liegt in der Region Main-Rhön, zwischen Volkach und Schweinfurt.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kolitzheim gliedert sich in elf Ortsteile[2]:

Es gibt die Gemarkungen Gernach, Herlheim, Kolitzheim, Lindach, Oberspiesheim, Stammheim, Unterspiesheim und Zeilitzheim.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachbargemeinden sind (von Norden beginnend im Uhrzeigersinn): Schwebheim, Grettstadt, Sulzheim, Frankenwinheim, Volkach, Eisenheim, Wipfeld und Röthlein.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsname tauchte schon 791 als „Coldleibesheim“ auf, als der Grundherr Hiltrich und seine Gemahlin Hruandun dem Kloster Fulda Güter schenkten.[3] Der Autor Friedrich Abel nimmt an, dass der Ort als fränkische Siedlung um 600 von einem Merowinger namens Coldleib gegründet wurde. Aus Coldleibesheim wurde „Coldosheim“ und „Collosheim“, später „Coldsheim“ und „Collshem“. Als die deutsche Sprache im 14. Jahrhundert in den Urkunden vorherrschend wurde, wurde es „Kolotsheim“, „Koleczheim“ und „Koliczheim“ genannt.[4]

Im Jahre 1796 besetzte die französische Revolutionsarmee das Frankenland. In der Nacht des 24. Juli wurde Kolitzheim von Dragonern überfallen und gebrandschatzt. Tagelang dauerte der Durchmarsch französischer Bataillone. Die Bevölkerung lebte in furchtbarer Angst. In dieser Not legten die Kolitzheimer ein Gelübde ab: Um weitere Kriegsnot abzuwenden, versprachen sie, alljährlich ein 33-stündiges Gebet vom Karfreitagmorgen bis zum Karsamstagabend abzuhalten. Dieses Gelübde wird bis heute eingehalten.[5]

Als Teil des Hochstiftes Würzburg wurde Kolitzheim 1803 zugunsten Bayerns säkularisiert, dann im Frieden von Pressburg 1805 Erzherzog Ferdinand von Toskana zur Bildung des Großherzogtums Würzburg überlassen, mit welchem es 1814 endgültig an Bayern fiel. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die Gemeinde Kolitzheim. Sie wurde Teil des ehemaligen Landkreises Gerolzhofen.

Der Landkreis Gerolzhofen wurde 1972 aufgelöst und die Gemeinde Kolitzheim wurde Teil des Landkreises Schweinfurt.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Mai 1978 wurde der Ort Kolitzheim Sitz der im Zuge der bayerischen Gemeindereform neu konstituierten Gemeinde Kolitzheim mit den ehemals acht eigenständigen Gemeinden Kolitzheim, Gernach, Unterspiesheim, Oberspiesheim, Lindach, Stammheim, Herlheim und Zeilitzheim.[6]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einwohnerentwicklung seit 1840[7]:

Jahr Einwohner
1840 3.415
1871 3.583
1900 3.587
1925 3.914
1939 4.205
1950 5.433
1961 4.779
1970 4.987
1987 4.990
Jahr Einwohner
2003 5.662
2004 5.615
2005 5.519
2006 5.495
2007 5.509
2008 5.484
2009 5.449
2010 5.379
2011 5.427
2012 5.393

Die Einwohner der Gemeinde Kolitzheim verteilen sich auf die Ortsteile wie folgt (Stand: 30. Juni 2014)[8]:

Gemeindeteil Hauptwohnung Nebenwohnung Insgesamt
Gernach 521 36 557
Herlheim 488 29 517
Kolitzheim 725 36 761
Lindach 505 29 534
Oberspiesheim 570 29 599
Stammheim 847 45 892
Unterspiesheim 1.147 61 1.208
Zeilitzheim 654 49 703
Insgesamt 5.457 314 5.771

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister ist Horst Herbert (CSU).

Wappen und Flagge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen wurde am 18. Januar 1982 durch die Regierung von Unterfranken genehmigt.

Blasonierung: „Unter rotem Schildhaupt, darin drei gesenkte silberne Spitzen, in Blau schräg gekreuzt ein goldener Kreuzstab und ein goldener Abtstab, darüber eine goldene Weintraube.“

Die Gemeinde Kolitzheim besteht seit 1978 aus den früher selbständigen Gemeinden Gernach, Herlheim, Kolitzheim, Lindach, Oberspiesheim, Stammheim und Zeilitzheim. In allen genannten Gemeindeteilen hatte das Hochstift Würzburg grundherrschaftliche Rechte; so war Herlheim eine der 742 von Karlmann zur Fundation des Bistums Würzburg gestifteten königlichen Eigenkirchen. Neben den großen Würzburger Klöstern, wie St. Stephan, hatten die Klöster Maidbronn und Ebrach, außerdem die Stifte Haug und Heidenfeld Besitz im heutigen Gemeindegebiet. Als Hinweis auf die kirchlichen Grundherrn zeigt das Gemeindewappen Kreuzstab und Abtstab. Das Hochstift Würzburg ist durch sein Wappenbild, den fränkischen Rechen vertreten. Die Weintraube wurde als zusätzliches Wappenbild wegen des besonders im Gemeindeteil Stammheim betriebenen Weinbaus gewählt.

Flagge: Rot-Gelb-Blau.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Katholische Kirche St. Stephanus
  • In Stammheim, dem größten Weinbauort des Landkreises Schweinfurt, findet jedes Jahr am letzten Juli-Wocheneende das Straßenweinfest statt.
  • Einmal jährlich finden im Ortsteil Lindach die Weinbergswanderung (1. Mai) und das Straßenweinfest (1. Wochenende im August) statt. Dabei werden der Frankenwein aus Lindach und nach althergebrachten Rezepten hergestellte Lebensmittel präsentiert und verkauft.
  • Museum für Militär- und Zeitgeschichte in Stammheim am Main
  • Das Kulturzentrum Schloss Zeilitzheim mit jährlichem Kulturprogramm. Der Betreiber, die Familie von Halem, erhielt im Jahre 2004 den Deutschen Preis für Denkmalschutz für die Wiederherstellung und Nutzung des Schlosses.
  • Ein Weinfest findet am dritten Augustwochenende am Zeilitzheimer Marktplatz statt.
  • Am zweiten Wochenende im Juli finden die Blasmusiktage in Gernach mit dem Benfiz-Dorflauf am Sonntag (400, 1.000, 4.000, 6.000 und 10.000 Meter) statt.
  • Das jährliche Unterspiesheimer Bierfest
  • Die Fendt-Feldtage auf Gut Wadenbrunn mit jeweils mehr als 50.000 Besuchern aus ganz Europa.

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft sowie Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im Bereich der Land- und Forstwirtschaft 82, im produzierenden Gewerbe 203 und im Bereich Handel und Verkehr 47 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 114 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 1920. Im verarbeitenden Gewerbe gab es zwei Betriebe, im Bauhauptgewerbe vier Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 306 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 5460 Hektar, davon waren 4958 Hektar Ackerfläche und 235 Hektar Dauergrünfläche.

Das Solarenergieunternehmen Belectric hat seinen Sitz in Kolitzheim.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt folgende Einrichtungen (2004):

  • 6 Kindergärten
  • 3 Grundschulen
  • International School Mainfranken (ehemals Hauptschule Unterspiesheim)

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kolitzheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111114/213158&attr=OBJ&val=1762
  3. Karl Treutwein: Von Abtswind bis Zeilitzheim
  4. Friedrich Abel: Aus Leben und Geschichte des würzburgischen Dorfes Kolitzheim bis zum Jahre 1803
  5. Karl Treutwein: Von Abtswind bis Zeilitzheim
  6. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 753.
  7. Statistik kommunal 2013 - Eine Auswahl wichtiger statistischer Daten für die Gemeinde Kolitzheim. Website der Gemeinde Kolitzheim. Abgerufen am 11. September 2014.
  8. Gemeinde Kolitzheim