Frankenwinheim

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Wappen Deutschlandkarte
Frankenwinheim
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Frankenwinheim hervorgehoben

Koordinaten: 49° 53′ N, 10° 19′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Landkreis: Schweinfurt
Verwaltungs­gemeinschaft: Gerolzhofen
Höhe: 237 m ü. NHN
Fläche: 14,73 km2
Einwohner: 969 (31. Dez. 2021)[1]
Bevölkerungsdichte: 66 Einwohner je km2
Postleitzahl: 97447
Vorwahl: 09382
Kfz-Kennzeichen: SW, GEO
Gemeindeschlüssel: 09 6 78 130
Gemeindegliederung: 3 Gemeindeteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Brunnengasse 5
97447 Gerolzhofen
Website: frankenwinheim.de
Erster Bürgermeister: Herbert Fröhlich (CSU / Freie Wähler)
Lage der Gemeinde Frankenwinheim im Landkreis Schweinfurt
SchweinfurtLandkreis Main-SpessartLandkreis Bad KissingenLandkreis Rhön-GrabfeldLandkreis HaßbergeLandkreis KitzingenLandkreis WürzburgLandkreis BambergNonnenkloster (Unterfranken)StollbergerforstBürgerwaldVollburgWustvieler ForstHundelshausen (gemeindefreies Gebiet)Geiersberg (gemeindefreies Gebiet)BergrheinfeldDingolshausenDittelbrunnDonnersdorfEuerbachFrankenwinheimGeldersheimGerolzhofenGochsheimGrafenrheinfeldGrettstadtKolitzheimLülsfeldMichelau im SteigerwaldNiederwerrnOberschwarzachPoppenhausen (Unterfranken)RöthleinSchonungenSchwanfeldSchwebheimSennfeldStadtlauringenSulzheim (Unterfranken)ÜchtelhausenWaigolshausenWasserlosenWerneckWipfeldKarte
Über dieses Bild

Frankenwinheim ist eine Gemeinde im unterfränkischen Landkreis Schweinfurt.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort liegt in der Region Main-Rhön, circa 20 Kilometer südlich von Schweinfurt. Naturräumlich sind Frankenwinheim und seine Gemarkung Teil des sogenannten Steigerwaldvorlandes von Neuses. Charakteristisch für diesen Teil des Iphofen-Gerolzhofener Steigerwaldvorlandes ist das hügelige Erscheinungsbild mit den schmalen Tälern kleiner Bäche. So ist insbesondere das im Südwesten der Gemarkung befindliche Frankenwinheimer Holz als Teil des EU-Vogelschutzgebietes Südliches Steigerwaldvorland unter Schutz gestellt. In Frankenwinheim mündet der Lülsbach in den Weidachbach, der in Frankenwinheim häufig Amtlingsbach genannt wird.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde besteht aus drei Gemeindeteilen (in Klammern jeweils der Siedlungstyp):[2][3]

Es gibt die Gemarkungen Brünnstadt und Frankenwinheim.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachbargemeinden sind (von Norden beginnend im Uhrzeigersinn): Sulzheim, Gerolzhofen, Lülsfeld, Volkach und Kolitzheim.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Gemeindegründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frankenwinheim wurde erstmals im Jahr 779 urkundlich erwähnt. Das ehemals zur Herrschaft Wiesentheid der Grafen Schönborn zählende Dorf lag ab 1500 im Fränkischen Reichskreis. Es wurde 1806 durch Bayern mediatisiert und im Zuge von Grenzbereinigungen 1810 dem Großherzogtum Würzburg des Erzherzogs Ferdinand von Toskana überlassen, mit dem es 1814 endgültig an Bayern zurückfiel. Im Jahr 1818 entstand die politische Gemeinde.

Panoramablick von Westen auf Frankenwinheim im Juli 2007, links der Altort, rechts die Siedlung

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Juli 1977 wurde im Zuge der Gebietsreform in Bayern die Gemeinde Brünnstadt eingegliedert.[4]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1970: 0973 Einwohner
  • 1987: 0890 Einwohner
  • 1991: 0914 Einwohner
  • 1995: 0960 Einwohner
  • 2005: 1016 Einwohner
  • 2010: 1006 Einwohner
  • 2015: 0975 Einwohner
  • 2018: 0960 Einwohner[5]

Im Zeitraum 1988 bis 2018 stieg die Einwohnerzahl von 869 auf 960 um 91 Einwohner bzw. um 10,5 %. 2011 hatte die Gemeinde 1009 Einwohner. Quelle: BayLfStat

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde ist Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Gerolzhofen.

Kommunalwahl 2020
 %
40
30
20
10
0
38,6 %
36,7 %
24,7 %
Freie Wähler
Bürgerblock
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2014
 %p
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
+2,6 %p
−5,7 %p
+3,1 %p
Freie Wähler
Bürgerblock

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister ist seit 1. Mai 2014 Herbert Fröhlich (CSU/Freie Wähler); er wurde am 15. März 2020 mit 93,3 % der Stimmen wieder gewählt. Vorgänger war Robert Finster (CSU).

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahlen seit 2002 führten zu den folgenden Sitzverteilungen:

Partei/Liste 2002 2008[6] 2014[7] 2020[8]
CSU 2 3 3 3
Freie Wähler 4 4 3 3
Christlicher Bürgerblock Brünnstadt 2 1 2 2
Gesamt 8 8 8 8

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen Frankenwinheim.svg
Blasonierung:Gespalten von Rot und Gold; vorne drei gekürzte silberne Spitzen, hinten eine rote Schere.“[9]
Wappenbegründung: Die Gemeinde wünschte für ihr Wappen den Fränkischen Rechen, die drei gekürzten silbernen Spitzen in Rot, der seit dem 19. Jahrhundert als das Sinnbild Frankens verstanden wird. Er steht redend für das Ortsnamenbestimmungswort Franken-. Die hintere Schildhälfte stellt das Wappen der Herren von Scherenberg dar, die um 1400 im Besitz des Schlossgutes Frankenwinheim waren. Hier wurde der Würzburger Fürstbischof Rudolf von Scherenberg (1458 bis 1466) geboren. Die Familie ist 1495 ausgestorben.

Dieses Wappen wird seit 1971 geführt.

Steuern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2017 betrugen die Gemeindesteuereinnahmen 967.000 Euro, davon waren 284.000 Euro (netto) Gewerbesteuereinnahmen und 564.000 Euro Gemeindeanteil an der Einkommensteuer.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bau- und Bodendenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Weinfest (meist letztes Juliwochenende)
  • Backofenfest rund um das historische Backofengebäude und Ochs am Spieß in Brünnstadt

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt einen Kindergarten.

Die Pfarrei Frankenwinheim gehört zur Pfarreiengemeinschaft St. Franziskus am Steigerwald.

Weinbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frankenwinheim ist heute ein bedeutender Weinbauort im Anbaugebiet Franken. Eine Weinlage existiert um das Dorf, der Wein wird seit den 1970er Jahren unter dem Namen Frankenwinheimer Rosenberg vermarktet. Frankenwinheim ist Teil des Bereichs Volkacher Mainschleife, bis 2017 waren die Winzer im Bereich Maindreieck zusammengefasst. Die lehmigen Tonböden um das Dorf eignen sich ebenso für den Anbau von Wein wie die Lage in der Maingauklimazone, die zu den wärmsten Deutschlands gehört.

Bereits seit dem Frühmittelalter betreiben die Menschen um Frankenwinheim Weinbau, zumeist für den Eigenbedarf. Die fränkischen Siedler brachten wohl im 7. Jahrhundert die Rebe mit an den Main. Im Mittelalter gehörte die Region zum größten zusammenhängenden Weinbaugebiet im Heiligen Römischen Reich. Die Menschen betrieben zumeist Nebenerwerbsweinbau zur Selbstversorgung, gleichzeitig bildeten sich bereits Exportzentren insbesondere entlang des Mains heraus.

Der Weinbau hatte nach der Säkularisation zu Beginn des 19. Jahrhunderts einen umfassenden Niedergang. Vor allem klimatisch weniger begünstige Lagen gab man vollständig auf. Zusätzlich erschwerte das Aufkommen von Schädlingen wie der Reblaus den Anbau. Konsolidieren konnte sich die Weinbauregion Franken erst wieder in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Der Einsatz von Dünger und verbesserte Anbaumethoden hatten dazu ebenso beigetragen wie die Organisation in Genossenschaften und die Flurbereinigung der 1970er Jahre.[10]

Die Weinberge in Frankenwinheim gehören heute zumeist zu den großen Winzergenossenschaften des Anbaugebietes mit Sitz in Nordheim am Main (DIVINO) bzw. Repperndorf (Winzergemeinschaft Franken). Dennoch hat sich im Ort eine eigene Weinkultur entwickelt, die ihren sinnfälligsten Ausdruck in der Ausrichtung eines der größeren Weinfeste der Umgebung Ende Juli hat. Ebenso wird im Ort eine eigene Weinprinzessin gewählt, die den Frankenwinheimer Wein repräsentieren soll.[11]

Weinlage[12] Größe 1993[13] Größe 2017 Himmelsrichtung Hangneigung Hauptrebsorten Großlage
Rosenberg 30 ha 29 ha Süden 15–20 % Müller-Thurgau, Silvaner Volkacher Kirchberg

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit dem ausgehenden 19. Jahrhundert erhielt Frankenwinheim einen Anschluss an das bayernweite Eisenbahnnetz. 1893 wurde der Abschnitt Kitzingen-Gerolzhofen der sogenannten Steigerwaldbahn (auch Untere Steigerwaldbahn) fertiggestellt, Frankenwinheim wurde mit einem Haltepunkt ausgestattet. Die Nebenbahn verband ab 1903 Kitzingen mit dem Schweinfurter Hauptbahnhof und war damit eine der längeren Nebenstrecken in Deutschland.

Seit den 1980er Jahren begann man den Verkehr auf der Strecke zu reduzieren. 1981 fuhren zwischen Gerolzhofen und Kitzingen nur noch Personenbusse, der Güterverkehr wurde Mitte 2006 aufgegeben. Seit längerer Zeit gibt es Initiativen zur Reaktivierung des Personenverkehrs auf der stillgelegten Strecke. Anfang 2019 entbrannte ein heftiger, bis heute andauernder Streit über die Ausgestaltung der Wiederinbetriebnahme, der zum Politikum wurde.[14][15]

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Sportverein SV-Frankenwinheim
  • Tennisverein
  • Gartenbauverein Frankenwinheim
  • Freiwillige Feuerwehr Frankenwinheim
  • Angler-Club
  • Gesangverein
  • Karnevalsverein

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hans Ambrosi, Bernhard Breuer: Deutsche Vinothek: Franken. Begleiter zu den Weinberg-Lagen, Winzern und ihren Küchen. Herford2 1993.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Frankenwinheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Genesis Online-Datenbank des Bayerischen Landesamtes für Statistik Tabelle 12411-003r Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Gemeinden, Stichtag (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinde Eschau in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 3. Juli 2020.
  3. Gemeinde Frankenwinheim, Liste der amtlichen Gemeindeteile/Ortsteile im BayernPortal des Bayerischen Staatsministerium für Digitales, abgerufen am 5. Dezember 2021.
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 753.
  5. Einwohnerzahlen am 31. Dezember 2018. Bayerisches Landesamt für Statistik, abgerufen am 24. Mai 2020.
  6. http://www.wahlen.bayern.de/biz/kowa_g2008.php?g=h&schluessel=678&suchbegriff=6
  7. http://www.wahlen.bayern.de/kw2014/gderaete-ufr-678.htm
  8. Gemeinderatswahl 2020, abgerufen am 3. Juli 2020
  9. Eintrag zum Wappen von Frankenwinheim in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
  10. Ambrosi, Hans (u. a.): Deutsche Vinothek: Franken. S. 50–52.
  11. Frankenwinheim: Weinfest, abgerufen am 21. Mai 2019.
  12. Regierung von Unterfranken: Weinbergslagen in Bayern gegliedert nach Bereichen (Memento des Originals vom 28. Juli 2018 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.regierung.unterfranken.bayern.de, PDF-Datei, abgerufen am 16. Mai 2019.
  13. Ambrosi, Hans (u. a.): Deutsche Vinothek: Franken. S. 237.
  14. mainpost.de: Mit der Bahn durch die Schweinfurter Innenstadt, 2. August 2019. Abgerufen am 19. Januar 2020.
  15. mainpost.de: IHK: Steigerwaldbahn würde Region stärken, 20. Juli 2018. Abgerufen am 20. Januar 2020.