Frankenwinheim

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Frankenwinheim
Frankenwinheim
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Frankenwinheim hervorgehoben
Koordinaten: 49° 53′ N, 10° 19′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Landkreis: Schweinfurt
Verwaltungs­gemeinschaft: Gerolzhofen
Höhe: 237 m ü. NHN
Fläche: 14,73 km2
Einwohner: 960 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 65 Einwohner je km2
Postleitzahl: 97447
Vorwahl: 09382
Kfz-Kennzeichen: SW, GEO
Gemeindeschlüssel: 09 6 78 130
Gemeindegliederung: 3 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Brunnengasse 5
97447 Gerolzhofen
Website: frankenwinheim.de
Bürgermeister: Herbert Fröhlich (CSU / Freie Wähler)
Lage der Gemeinde Frankenwinheim im Landkreis Schweinfurt
SchweinfurtLandkreis Main-SpessartLandkreis Bad KissingenLandkreis Rhön-GrabfeldLandkreis HaßbergeLandkreis KitzingenLandkreis WürzburgLandkreis BambergNonnenkloster (Unterfranken)StollbergerforstBürgerwaldVollburgWustvieler ForstHundelshausen (gemeindefreies Gebiet)Geiersberg (gemeindefreies Gebiet)BergrheinfeldDingolshausenDittelbrunnDonnersdorfEuerbachFrankenwinheimGeldersheimGerolzhofenGochsheimGrafenrheinfeldGrettstadtKolitzheimLülsfeldMichelau im SteigerwaldNiederwerrnOberschwarzachPoppenhausen (Unterfranken)RöthleinSchonungenSchwanfeldSchwebheimSennfeldStadtlauringenSulzheim (Unterfranken)ÜchtelhausenWaigolshausenWasserlosenWerneckWipfeldKarte
Über dieses Bild

Frankenwinheim ist eine Gemeinde im unterfränkischen Landkreis Schweinfurt und ein Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Gerolzhofen.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frankenwinheim liegt in der Region Main-Rhön, circa 20 Kilometer südlich von Schweinfurt. Naturräumlich sind Frankenwinheim und seine Gemarkung Teil des sogenannten Steigerwaldvorlandes von Neuses. Charakteristisch für diesen Teil des Iphofen-Gerolzhofener Steigerwaldvorlandes ist das hügelige Erscheinungsbild mit den schmalen Tälern kleiner Bäche.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde besteht aus drei Ortsteilen:[2]

Es gibt die Gemarkungen Brünnstadt und Frankenwinheim.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachbargemeinden sind (von Norden beginnend im Uhrzeigersinn): Sulzheim, Gerolzhofen, Lülsfeld, Volkach und Kolitzheim.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Gemeindegründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frankenwinheim wurde erstmals im Jahr 779 urkundlich erwähnt. Das ehemals zur Herrschaft Wiesentheid der Grafen Schönborn zählende Dorf lag ab 1500 im Fränkischen Reichskreis. Es wurde 1806 durch Bayern mediatisiert und im Zuge von Grenzpurifikationen 1810 dem Großherzogtum Würzburg des Erzherzogs Ferdinand von Toskana überlassen, mit dem es 1814 endgültig an Bayern zurückfiel. Im Jahr 1818 entstand die politische Gemeinde.

Panoramablick von Westen auf Frankenwinheim im Juli 2007
Links der Altort, rechts die Siedlung

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ehemalige Gemeinde Brünnstadt wurde am 1. Juli 1977 eingemeindet.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1970: 0973 Einwohner
  • 1987: 0890 Einwohner
  • 1991: 0914 Einwohner
  • 1995: 0960 Einwohner
  • 2005: 1016 Einwohner
  • 2010: 1006 Einwohner
  • 2015: 0975 Einwohner

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kommunalwahl 2014[3][4]
 %
50
40
30
20
10
0
36,0 %
42,4 %
21,6 %
Freie Wähler
Bürgerblock
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2008
 %p
   4
   2
   0
  -2
  -4
+1,5 %p
-3,7 %p
+2,2 %p
Freie Wähler
Bürgerblock

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister ist seit 1. Mai 2014 Herbert Fröhlich (CSU).

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahlen 2002, 2008 und 2014 führten zu den folgenden Sitzverteilungen:

2002 2008 2014
CSU 2 3 3
Freie Wähler 4 4 3
Christlicher Bürgerblock 2 1 2
Gesamt 8 8 8

Steuern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 1999 umgerechnet 350.000 Euro, davon waren umgerechnet 57.000 Euro (netto) Gewerbesteuereinnahmen. Im Jahr 2014 betrugen die Gemeindesteuereinnahmen 863.000 Euro, wovon 285.000 Euro (netto) auf die Gewerbesteuer entfielen[5].

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirche von Frankenwinheim

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Weinfest (meist letztes Juliwochenende)
  • Backofenfest rund um das historische Backofengebäude und Ochs am Spieß in Brünnstadt

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt einen Kindergarten.

Die Pfarrei Frankenwinheim gehört zur Pfarreiengemeinschaft St. Franziskus am Steigerwald.

Weinbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frankenwinheim ist heute ein bedeutender Weinbauort im Anbaugebiet Franken. Eine Weinlage existiert um das Dorf, der Wein wird seit den 1970er Jahren unter dem Namen Frankenwinheimer Rosenberg vermarktet. Frankenwinheim ist Teil des Bereichs Volkacher Mainschleife, bis 2017 waren die Winzer im Bereich Maindreieck zusammengefasst. Die lehmigen Tonböden um das Dorf eignen sich ebenso für den Anbau von Wein wie die Lage in der Maingauklimazone, die zu den wärmsten Deutschlands gehört.

Bereits seit dem Frühmittelalter betreiben die Menschen um Frankenwinheim Weinbau, zumeist für den Eigenbedarf. Die fränkischen Siedler brachten wohl im 7. Jahrhundert die Rebe mit an den Main. Im Mittelalter gehörte die Region zum größten zusammenhängenden Weinbaugebiet im Heiligen Römischen Reich. Die Menschen betrieben zumeist Nebenerwerbsweinbau zur Selbstversorgung, gleichzeitig bildeten sich bereits Exportzentren insbesondere entlang des Mains heraus.

Der Weinbau hatte nach der Säkularisation zu Beginn des 19. Jahrhunderts einen umfassenden Niedergang. Vor allem klimatisch weniger begünstige Lagen gab man vollständig auf. Zusätzlich erschwerte das Aufkommen von Schädlingen wie der Reblaus den Anbau. Konsolidieren konnte sich die Weinbauregion Franken erst wieder in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Der Einsatz von Dünger und verbesserte Anbaumethoden hatten dazu ebenso beigetragen wie die Organisation in Genossenschaften und die Flurbereinigung der 1970er Jahre.[6]

Die Weinberge in Frankenwinheim gehören heute zumeist zu den großen Winzergenossenschaften des Anbaugebietes mit Sitz in Nordheim am Main (DIVINO) bzw. Repperndorf (Winzergemeinschaft Franken). Dennoch hat sich im Ort eine eigene Weinkultur entwickelt, die ihren sinnfälligsten Ausdruck in der Ausrichtung eines der größeren Weinfeste der Umgebung Ende Juli hat. Ebenso wird im Ort eine eigene Weinprinzessin gewählt, die den Frankenwinheimer Wein repräsentieren soll.[7]

Weinlage[8] Größe 1993[9] Größe 2017 Himmelsrichtung Hangneigung Hauptrebsorten Großlage
Rosenberg 30 ha 29 ha Süden 15–20 % Müller-Thurgau, Silvaner Volkacher Kirchberg

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frankenwinheim liegt an der sehr selten befahrenen Bahnstrecke Kitzingen–Schweinfurt.

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Sportverein SV-Frankenwinheim
  • Tennisverein
  • Gartenbauverein Frankenwinheim
  • Freiwillige Feuerwehr Frankenwinheim
  • Angler-Club
  • Gesangverein
  • Karnevalsverein

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hans Ambrosi, Bernhard Breuer: Deutsche Vinothek: Franken. Begleiter zu den Weinberg-Lagen, Winzern und ihren Küchen. Herford2 1993.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Frankenwinheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 10. Juli 2019 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111114/204840&attr=OBJ&val=1756
  3. http://www.wahlen.bayern.de/kw2014/gderaete-ufr-678.htm
  4. http://www.wahlen.bayern.de/biz/kowa_g2008.php?g=h&schluessel=678&suchbegriff=6
  5. Statistik kommunal – Gemeinde Frankenwinheim. (PDF) Bayerisches Landesamt für Statistik, S. 28, abgerufen am 16. Mai 2017.
  6. Ambrosi, Hans (u. a.): Deutsche Vinothek: Franken. S. 50–52.
  7. Frankenwinheim: Weinfest, abgerufen am 21. Mai 2019.
  8. Regierung von Unterfranken: Weinbergslagen in Bayern gegliedert nach Bereichen, PDF-Datei, abgerufen am 16. Mai 2019.
  9. Ambrosi, Hans (u. a.): Deutsche Vinothek: Franken. S. 237.