Schwanfeld

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Schwanfeld
Schwanfeld
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Schwanfeld hervorgehoben
Koordinaten: 49° 55′ N, 10° 8′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Landkreis: Schweinfurt
Verwaltungs­gemeinschaft: Schwanfeld
Höhe: 242 m ü. NHN
Fläche: 12 km²
Einwohner: 1809 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 151 Einwohner je km²
Postleitzahl: 97523
Vorwahl: 09384
Kfz-Kennzeichen: SW, GEO
Gemeindeschlüssel: 09 6 78 175
Gemeindegliederung: 3 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Rathausplatz 6
97523 Schwanfeld
Webpräsenz: www.schwanfeld.de
Bürgermeister: Richard Köth (CSU/Bürgerliste)
Lage der Gemeinde Schwanfeld im Landkreis Schweinfurt
Schweinfurt Würzburg Landkreis Main-Spessart Landkreis Bad Kissingen Landkreis Rhön-Grabfeld Landkreis Haßberge Landkreis Kitzingen Landkreis Würzburg Landkreis Bamberg Nonnenkloster (Unterfranken) Stollbergerforst Bürgerwald Vollburg Wustvieler Forst Hundelshausen (Bayern) Geiersberg (Gemeindefreies Gebiet) Bergrheinfeld Dingolshausen Dittelbrunn Donnersdorf Euerbach Frankenwinheim Geldersheim Gerolzhofen Gochsheim Grafenrheinfeld Grettstadt Kolitzheim Lülsfeld Michelau im Steigerwald Niederwerrn Oberschwarzach Poppenhausen (Unterfranken) Röthlein Schonungen Schwanfeld Schwebheim Sennfeld Stadtlauringen Sulzheim (Unterfranken) Üchtelhausen Waigolshausen Wasserlosen Werneck WipfeldKarte
Über dieses Bild

Schwanfeld ist eine Gemeinde im unterfränkischen Landkreis Schweinfurt und Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Schwanfeld.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schwanfeld liegt in der Region Main-Rhön.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schwanfeld gliedert sich in drei Ortsteile[2]:

Es gibt nur die Gemarkung Schwanfeld.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachbargemeinden sind (von Norden beginnend im Uhrzeigersinn): Waigolshausen, Wipfeld, Eisenheim, Bergtheim und Werneck.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schwanfeld gilt als das älteste Dorf Deutschlands, auch wenn eine durchgängige Besiedlung nicht erwiesen ist. Gesichert ist, dass dort vor rund 7500 Jahren Bandkeramiker sesshaft wurden, Ackerbau betrieben und in Häusern lebten. Die Funde aus dieser Epoche sind im Bandkeramik-Museum ausgestellt.

Schwanfeld wurde 772 erstmals urkundlich erwähnt. 1234 wurde das Kloster Heiligenthal gegründet. Mitte des 16. Jahrhunderts wurde die jüdische Gemeinschaft von Schwanfeld gegründet; 1579 entstand der jüdische Friedhof des Ortes.

Als Amt des Hochstiftes Würzburg lag Schwanfeld ab 1500 im Fränkischen Reichskreis. Es fiel 1803 an Bayern, das es 1805 (Friede von Preßburg) mit dem Großherzogtum Würzburg des Erzherzogs Ferdinand von Toskana tauschte. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 2014 waren es 1807 Einwohner.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister ist Richard Köth (CSU/BLS).

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 1999 umgerechnet 780.000 Euro, davon waren umgerechnet 88.000 Euro Gewerbesteuereinnahmen (netto).

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im produzierenden Gewerbe 112 und im Bereich Handel und Verkehr keine sozialversicherungspflichtig Beschäftigten am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 80 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 672. Im verarbeitenden Gewerbe gab es einen Betrieb, im Bauhauptgewerbe zwei Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 33 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 657 Hektar, davon waren 621 Hektar Ackerfläche und 34 Hektar Dauergrünfläche.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Staatsstraße St 2270 führt durch Schwanfeld.

Bildung und Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt folgende Einrichtungen (Stand: 1999):

  • Kindergärten: 100 Kindergartenplätze mit 86 Kindern
  • zwei Volksschulen mit 31 Lehrern und 544 Schülern

Bandkeramik-Museum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Schwanfeld wurde am 16. Oktober 2010 das Bandkeramik-Museum Schwanfeld eröffnet.[3] Es setzt sich mit seinen Exponaten mit der bandkeramischen Kultur auseinander und stellt das Leben der ältesten mitteleuropäischen bäuerlichen Kultur der Jungsteinzeit (Neolithikum) vor 7500 Jahren dar. Auf Spuren davon ließen zunächst Grubenverfärbungen schließen. Bei Grabungen kamen immer mehr Scherben sowie Gräber, Hausfundamente und zahlreiche andere Relikte in sehr guter Erhaltung aus der ältesten Zeit der Bandkeramiker zu Tage. Maßgebend waren dabei die Arbeiten des Frankfurter Archäologen und Frühgeschichtlers Jens Lüning, die 1979 begannen und durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert wurden. Zu diesem Themenbereich erschienen zahlreiche Dissertationen und Magisterarbeiten. Aufschlussreich waren auch die Belege für das zuvor unbekannte Hofplatzmodell als Prinzip für die 500 Jahre der bandkeramischen Kultur. Das Museum dokumentiert insgesamt die Themen Holzbautechnik, Getreidebau, Keramik, Kunst, Kleider-, Hut- und Frisurenmode.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jacob Elkan (1742–1805), Hoffaktor in Weimar

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Schwanfeld – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111114/223439&attr=OBJ&val=1770
  3. Offizielle Web-Seite des Bandkeramik-Museums