Bahnstrecke Giubiasco–Locarno

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Giubiasco–Locarno
Haltestelle S. Antonino
Haltestelle S. Antonino
Strecke der Bahnstrecke Giubiasco–Locarno
Fahrplanfeld:632
Streckenlänge:17.90 km
Spurweite:1435 mm (Normalspur)
Stromsystem:15 kV 16,7 Hz ~
Maximale Neigung: 13 
Streckenverlauf
Strecke – geradeaus
SBB-Strecke von Bellinzona S 10 S 20 S 30 S 50
Bahnhof, Station
154.04 Giubiasco 230 m ü. M.
   
SBB/Gotthardbahn-Strecke nach Lugano S 10 S 50
Brücke (mittel)
A2 Giubiasco 60 m
   
Bellinzona-Lugano via Ceneri-Basistunnel (ab 2019)
   
Locarno-Lugano via Ceneri-Basistunnel (ab 2019)
Bahnhof, Station
156.80 S. Antonino Welt-Icon 212 m ü. M.
Bahnhof, Station
159.48 Cadenazzo 208 m ü. M.
Bahnhof ohne Personenverkehr
161.04 Cadenazzo Ovest 203 m ü. M.
   
SBB-Strecke nach Luino S 30
Brücke über Wasserlauf (groß)
Ticino Riazzino 256 m
Bahnhof ohne Personenverkehr
163.94 Riazzino-Cugnasco 201 m ü. M.
Haltepunkt, Haltestelle
164.84 Riazzino 202 m ü. M.
Haltepunkt, Haltestelle
166.57 Gordola 203 m ü. M.
Brücke über Wasserlauf (groß)
Verzasca 101 m
Bahnhof, Station
167.83 Tenero 203 m ü. M.
Brücke (mittel)
Mappo 67 m
Tunnel
Rocca Bella 764 m
Kopfbahnhof – Streckenende
171.94 Locarno Endstation S 20 205 m ü. M.
Kopfbahnhof – Streckenanfang
Anschluss FART nach Domodossola
Zugdurchfahrt in S. Antonino
Grafischer Fahrplan der Gotthardbahn im Jahr 1899 mit Teilstrecke Bellinzona–Locarno
Bahnstrecke Locarno-Giubiasco (2018)

Die Bahnstrecke Giubiasco–Locarno wurde von der Gotthardbahn-Gesellschaft (GB) erbaut und am 20. Dezember 1874 als Teil der «Tessiner Talbahnen» eröffnet. Mit Verstaatlichung der Gotthardbahn wechselte die Strecke per 1. Mai 1909 ins Eigentum der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Gründung der Gotthardbahn-Gesellschaft im Dezember 1871 konnte 1872 mit dem Bau der Gotthardbahnstrecken begonnen werden. Im Gegensatz zur aufwändigen Hauptstrecke im Alpenraum kam man in den Talböden im Kanton Tessin mit dem Bau deutlich schneller voran. Im Sopraceneri umfasste die Konzession der Gotthardbahn unter anderem eine Stichstrecke durch die Magadinoebene nach Locarno, die nach kurzer Bauzeit bereits Ende 1874 fertiggestellt war.

Am 6. Dezember 1874 wurde der Abschnitt Biasca–Bellinzona eröffnet, wenige Tage später, am 20. Dezember folgte der Abschnitt Bellinzona–Giubiasco–Cadenazzo–Locarno in der Magadinoebene. Diese Strecke blieb über sieben Jahre lang ein Inselbetrieb ohne Anschluss zu einer anderen Normalspurstrecke. Der Anschluss zur Talbahn im Sottoceneri (Lugano–Chiasso), über den Monte Ceneri, wurde erst am 10. April 1882 eröffnet, als Teil der Hauptstrecke Immensee–Chiasso der Gotthardbahn, auf der am 1. Juni 1882 der Vollbetrieb aufgenommen wurde.

Der Talbahnabschnitt Biasca–Bellinzona–Giubiasco wird seither der GB-Hauptstrecke zugerechnet, während der Abschnitt Giubiasco–Locarno als GB-Nebenstrecke aufgefasst wird. Letzterer setzt die Kilometrierung ab Immensee fort – dem «Kilometer Null» der Gotthardbahn. Eine zweite grenzüberschreitende Strecke zwischen dem Gotthard und Italien wurde am 4. Dezember 1882 eröffnet; sie zweigt bei Cadenazzo von der Strecke Giubiasco–Locarno ab und führt von dort ins knapp 30 Kilometer entfernte Luino.

Die Gotthardbahn-Gesellschaft wurde per 1. Mai 1909 verstaatlicht, womit auch das gesamte GB-Streckennetz ins Eigentum der Bundesbahnen wechselte. Unter den SBB erfolgte die Elektrifikation der Strecke mit Einphasen-Wechselstrom (15 Kilovolt, 16⅔ Hertz); der elektrische Betrieb wurde am 15. Mai 1936 aufgenommen. Der Abschnitt Giubiasco–Cadenazzo, der sowohl von Zügen nach Locarno, wie auch von jenen nach Luino befahren wird, wurde auf Doppelspur ausgebaut, das zweite Gleis wurde am 17. Mai 1953 in Betrieb genommen.

Am 23. März 1980 wurde die Streckenverlegung zwischen den Stationen Tenero-Gordola und Locarno in Betrieb genommen. Die ursprüngliche Streckenführung wurde dabei bergwärts verlegt, wodurch die Strecke um rund 600 Meter verlängert wurde. Mit dem Streckenneubau für die Verlegung entstanden auch die beiden zugehörigen Kunstbauten, die Mappobrücke und der Rocca-Bella-Tunnel.

2009 wurde der bisherige Bahnhof Riazzino-Cugnasco durch einen Haltepunkt Riazzino rund 900 Meter westlich ersetzt[1].

Betrieb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bahnstrecke nach Locarno wird traditionell auch von Gotthardschnellzügen bedient. Während die schnellen InterCity-Verbindungen (IC/ICN) respektive die grenzüberschreitenden EuroCity-Züge (EC/CIS) – der sogenannte «hochwertige» Personenverkehr – der Hauptstrecke nach Lugano–Chiasso vorbehalten sind, verkehren nach Locarno stündlich InterRegio (IR) mit Zwischenhalt in Cadenazzo. Dabei handelt es sich um die beiden zweistündlich verkehrende IR-Zugslinien Basel–Luzern–Locarno und Zürich–Zug–Locarno, die sich auf dem Gotthardbahn-Abschnitt Arth-Goldau–Bellinzona–Locarno überlagern und dort einen Stundentakt ergeben.

Der Regionalverkehr wird seit 2004 als Teil der S-Bahn Tessin vermarktet und wird vom SBB-Tochterunternehmen TILO geführt. Die halbstündlich verkehrende S20 (Bellinzona–Locarno) bedient dabei die gesamte Strecke mit allen regulären Haltepunkten. Die grenzüberschreitende S30 (Cadenazzo–Luino) befährt den Abschnitt Giubiasco–Cadenazzo bei gewissen Zugsverlängerungen von/nach Bellinzona.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hans G. Wägli: Schienennetz Schweiz. AS Verlag, Zürich 1998, ISBN 3-905111-21-7.
  • Hans G. Wägli: Bahnprofil Schweiz 2005. Diplory Verlag, Grafenried 2004.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://mct.sbb.ch/mct/it/konzern_dienstleistungen/konzern_medien/konzern_medienmitteilungen.htm?cmd=E2B9CC475D6FBB377666813BB2326CFF&book=1&page=9@1@2Vorlage:Toter Link/mct.sbb.ch (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bellinzona–Locarno railway line – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien