Mitterfels

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Mitterfels
Mitterfels
Deutschlandkarte, Position des Marktes Mitterfels hervorgehoben
Koordinaten: 48° 59′ N, 12° 41′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Niederbayern
Landkreis: Straubing-Bogen
Verwaltungs­gemeinschaft: Mitterfels
Höhe: 407 m ü. NHN
Fläche: 14,23 km2
Einwohner: 2609 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 183 Einwohner je km2
Postleitzahl: 94360
Vorwahl: 09961
Kfz-Kennzeichen: SR
Gemeindeschlüssel: 09 2 78 151
Marktgliederung: 36 Ortsteile
Adresse der
Marktverwaltung:
Burgstr. 1
94360 Mitterfels
Webpräsenz: www.mitterfels.de
Bürgermeister: Heinrich Stenzel (Freie Wählergemeinschaft)
Lage des Marktes Mitterfels im Landkreis Straubing-Bogen
Bogen (Stadt) Windberg Wiesenfelden Straßkirchen Steinach (Niederbayern) Stallwang Schwarzach (Niederbayern) Sankt Englmar Salching Rattiszell Rattenberg (Niederbayern) Rain (Niederbayern) Perkam Perasdorf Parkstetten Oberschneiding Niederwinkling Neukirchen (Niederbayern) Mitterfels Mariaposching Mallersdorf-Pfaffenberg Loitzendorf Leiblfing Laberweinting Konzell Kirchroth Irlbach Hunderdorf Haselbach (Niederbayern) Haibach (Niederbayern) Geiselhöring Feldkirchen (Niederbayern) Falkenfels Atting Ascha Aiterhofen Aholfing Straubing Landkreis Kelheim Regensburg Landkreis Landshut Landkreis Regen Landkreis Dingolfing-Landau Landkreis Deggendorf Landkreis Cham Landkreis Cham Landkreis RegensburgKarte
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt

Mitterfels ist ein Markt im niederbayerischen Landkreis Straubing-Bogen und der Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Mitterfels. Mitterfels ist staatlich anerkannter Luftkurort.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mitterfels liegt in der Region Donau-Wald auf einem Felsplateau über der Menach. Die exponierte Lage brachte dem Ort schon früh die Bezeichnung „Bayerisches Jerusalem“ ein.

Der höchste Punkt der Gemeinde liegt auf 496 m ü. NHN im Ortsteil Kögl, der tiefste auf 324 m ü. NHN im Ortsteil Aichmühl.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Mitterfels hat 36 Gemeindeteile:[2]

Es gibt nur die Gemarkung Mitterfels.

Einige frühere Ortsteile: Hochfeld,[3] Leimgruben,[4] Reinbach,[3] Reitschul,[4] Unterholzen,[3] Weiherfeld, Ziegelhütte.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mitterfels ist staatlich anerkannter Luftkurort. Die Jahresmitteltemperatur liegt bei 7 °C–8 °C, die Jahresniederschlagssumme liegt zwischen 750 mm bis 850 mm.[5]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Gemeindegründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 1104 gründeten die Grafen von Bogen das nahe Kloster Oberalteich. Die Burg Mitterfels wird erstmals 1194 genannt. Diese fiel mit dem Aussterben der Grafen von Bogen im Jahr 1242 an die Wittelsbacher. Mitterfels war von 1280 bis 1799 Sitz eines Pflegamts und von 1799 bis 1879 eines Landgerichts des Kurfürstentums und Königreiches Bayern. Im Dreißigjährigen Krieg fiel die Festung Mitterfels 1633/34 an die Schweden. Im 18. Jahrhundert wurden Angriffe der Panduren erfolgreich abgewehrt. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde. Sie wurde aus den Orten des Steuerdistrikts Mitterfels, sowie einzelnen Orten aus den Steuerdistrikten Gaishausen (Vorder- und Hinterbuchberg), Haselbach (Einfürst) und Ascha (Auhof, Englberg, Hörmannsberg) gebildet.

19. bis 21. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Landgericht wurde 1861 aufgelöst, ein Amtsgericht bestand im Schloss Mitterfels bis zum Jahr 1973. Trotz seiner zentralörtlichen Funktion als Verwaltungsmittelpunkt besaß Mitterfels kein Markt- oder Stadtrecht. Erst 1968 wurde es zum Markt erhoben. Die Burganlage, die heute im Eigentum der Gemeinde und Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Mitterfels ist, gehört zu den landschaftsprägenden Baudenkmalen der Region. Die historische Hien-Sölde, ein 1436 errichtetes Kleinbauernhaus in Blockbauweise, besitzt überregionale Bedeutung.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1876 wurde die Gemeinde Scheibelsgrub eingemeindet.[6] Am 1. Mai 1978 wurden die Ortsteile Hagnberg, Kögl und Wiespoint der aufgelösten Gemeinde Gaishausen nach Mitterfels eingegliedert.[7]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1840 1871 1900 1925 1939 1950 1961 1970 1987 1991 1995 2000 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015
Einwohner 949 1.017 1.047 1.098 1.136 1.630 1.583 1.659 2.047 2.125 2.221 2.372 2.459 2.504 2.478 2.483 2.468 2.445 2.421 2.441 2.467 2.514 2.609


Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mitterfels hat einen vierzehnköpfigen Gemeinderat. Nach der Kommunalwahl 2014 verteilen sich die Sitze seit 1. Mai 2014 folgendermaßen:[8]

Liste / Partei Sitze
Christlich-Soziale Union in Bayern (CSU)/Unabhängige Bürger 5
Freie Wählergemeinschaft (FWG) 4
Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD)/Freie Bürger 3
Christliche Wähler Mitterfels 2

Zusätzlich gehört dem Gemeinderat der Bürgermeister an.

Bürgermeister ist Heinrich Stenzel (Freie Wählergemeinschaft). Er wurde im Jahr 2002 Nachfolger von Werner Lang (CSU/Unabhängige Bürger). 2014 konnte Stenzel sich in der Stichwahl am 30. März bei einer Wahlbeteiligung von 66 Prozent mit 56,18 Prozent der gültigen Stimmen gegen seinen Herausforderer Stefan Hafner (43,52 Prozent) durchsetzen und wurde damit im Amt bestätigt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Schloss Mitterfels ging aus der Burganlage der Grafen von Bogen hervor. Die Reste der mittelalterlichen Burganlage sind von der Ortschaft durch einen 20 Meter tiefen Burggraben getrennt, der von einer 1791 errichteten Steinbrücke überspannt wird. Der Hauptturm stürzte 1812 ein. Erhalten blieben Reste der Ringmauern, der Gefängnistrakt des 18. Jahrhunderts und das Pflegerhaus. Das 1780 anstelle eines älteren Gebäudes erbaute Schloss, ehemals Pfleg-, Land- und Amtsgericht, dient seit 1973 als Rathaus und ist seit 1977 Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Mitterfels.
  • Das ehemalige Gefängnis wurde im 18. Jahrhundert in den Turmzwinger eingefügt. Es war bis 1879 Gefängnis des Landgerichts und bis 1949 des Amtsgerichts Mitterfels. Hier befindet sich seit 1982 das Heimatmuseum mit originalen Gefängniszellen.
  • Die Nebenkirche St. Georg entstand aus einer Burg- und Schlosskapelle. Sie wurde 1734 neu errichtet und war bis 1805 Filialkirche der Klosterpfarrei Kreuzkirchen. Von 1805 bis 1970 diente sie als Pfarrkirche der neuen Pfarrei Mitterfels, bis sie durch den Neubau Hl. Geist abgelöst wurde. Das zweijochige Kirchenschiff weist eine toskanische Pilastergliederung und ein Stichkappengewölbe auf.
  • Seit 2001 werden im Burggarten vom Burgtheaterverein Mitterfels Singspiele und Musicals aufgeführt.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im Bereich der Land- und Forstwirtschaft 35, im produzierenden Gewerbe 126 und im Bereich Handel und Verkehr 111 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 194 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 699. Im verarbeitenden Gewerbe gab es acht Betriebe, im Bauhauptgewerbe vier Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 46 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 728 ha, davon waren 355 ha Ackerfläche und 371 ha Dauergrünfläche.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Staatsstraße 2140 und die Staatsstraße 2147 kreuzen in Mitterfels. Die Entfernung zur Autobahn A 3 beträgt sechs Kilometer. Die Bundesstraße 20 kann in fünf Kilometern erreicht werden. Durch die Bahnstrecke Straubing–Miltach war der Ort in der Zeit von 1896 bis 1984 an das Bahnnetz angebunden.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt eine Kindertagesstätte, zwei allgemeinbildende Schulen und zwei öffentliche Berufsfachschulen.

In der Kindertagesstätte mit 92 genehmigten Plätzen (75 Kindergarten, 17 Krippe)[9] wurden 2015 insgesamt 79 Kinder betreut. In der Grund- und Mittelschule Mitterfels-Haselbach wurden 2015/2016 insgesamt 368 Schüler von 29 Lehrkräften unterrichtet, davon in der Grundschule 148 Schüler durch neun Lehrer. An der Staatl. Berufsfachschule für Ernährung und Versorgung Mitterfels unterrichteten 2015/2016 neun Lehrkräfte 38 Schüler, an der Staatl. Berufsfachschule für Kinderpflege Mitterfels wurden 82 Schüler durch fünf hauptamtliche Lehrkräfte ausgebildet.[10]. Die Kreismusikschule des Landkreises Straubing-Bogen hat ihren Sitz in Mitterfels.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Mitterfels verbunden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Mitterfels geboren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bildergalerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Markt Mitterfels, Eine Auswahl wichtiger statistischer Daten. In: Bayerisches Landesamt für Statistik (Hrsg.): Statistik kommunal 2015. August 2016 (online [PDF]).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Mitterfels – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Markt Mitterfels in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek , abgerufen am 13. Juli 2017
  3. a b c kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Koenigreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarr-, Schul- u. Postzugehörigkeit. ... mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. München 1877, 2. Abschnitt, Sp. 402, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
  4. a b Bistum Regensburg (Hrsg.): Matrikel des Bisthums Regensburg. bearbeitet von Josepf Lipf. Pustet, Regensburg 1838, S. 232–233 (Digitalisat).
  5. Bayerisches Landesamt für Umwelt, GeoFachdatenAtlas
  6. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 437.
  7. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 633.
  8. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung – Kommunalwahlen
  9. Kindertagesstätte der Pfarrei Mitterfels. Pfarreiengemeinschaft Mitterfels-Haselbach, abgerufen am 19. April 2014.
  10. Alle Schulen in Bayern suchen und finden. Bayerisches Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst, abgerufen am 4. Juli 2015.