Aiterhofen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Aiterhofen
Aiterhofen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Aiterhofen hervorgehoben
Koordinaten: 48° 51′ N, 12° 37′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Niederbayern
Landkreis: Straubing-Bogen
Verwaltungs­gemeinschaft: Aiterhofen
Höhe: 339 m ü. NHN
Fläche: 43,09 km2
Einwohner: 3291 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 76 Einwohner je km2
Postleitzahl: 94330
Vorwahl: 09421
Kfz-Kennzeichen: SR, BOG, MAL
Gemeindeschlüssel: 09 2 78 113
Gemeindegliederung: 16 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Straubinger Str. 4
94330 Aiterhofen
Webpräsenz: www.aiterhofen.de
Bürgermeister: Manfred Krä (CSU)
Lage der Gemeinde Aiterhofen im Landkreis Straubing-Bogen
Bogen (Stadt)WindbergWiesenfeldenStraßkirchenSteinach (Niederbayern)StallwangSchwarzach (Niederbayern)Sankt EnglmarSalchingRattiszellRattenberg (Niederbayern)Rain (Niederbayern)PerkamPerasdorfParkstettenOberschneidingNiederwinklingNeukirchen (Niederbayern)MitterfelsMariaposchingMallersdorf-PfaffenbergLoitzendorfLeiblfingLaberweintingKonzellKirchrothIrlbachHunderdorfHaselbach (Niederbayern)Haibach (Niederbayern)GeiselhöringFeldkirchen (Niederbayern)FalkenfelsAttingAschaAiterhofenAholfingStraubingLandkreis KelheimRegensburgLandkreis LandshutLandkreis RegenLandkreis Dingolfing-LandauLandkreis DeggendorfLandkreis ChamLandkreis ChamLandkreis RegensburgKarte
Über dieses Bild

Aiterhofen ist eine Gemeinde im niederbayerischen Landkreis Straubing-Bogen und der Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Aiterhofen.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aiterhofen liegt im Gäuboden und wird von der Aiterach durchflossen.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aiterhofen hat 16 Ortsteile[2]:

Es gibt die Gemarkungen Aiterhofen, Amselfing, Geltolfing und Niederharthausen.[3][4]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Linearbandkeramisches Grab aus Aiterhofen/Ödmühle, Gäubodenmuseum Straubing

Bis zur Gemeindegründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aiterhofen ist schon seit der Jungsteinzeit besiedelt, wie der Fund des größten linearbandkeramischen Gräberfeldes in Deutschland mit etwa 260 Gräbern im Ortsteil Ödmühle zeigt.

Im Jahre 773 n. Chr. wurde Aiterhofen als Villa Eitraha zum ersten Mal als agilolfingischer Herzogshof urkundlich erwähnt. Etwa aus dem Jahr 973 stammt eine weitere Erwähnung als Eitarahoue, also Hof an der Eiterach. Ein Chronist des 11. Jahrhunderts interpretierte den Namen fälschlich als Hof des Giftes (= Eiter). Doch die tatsächliche Bedeutung leitet sich aus dem indogermanischen oid für anschwellen und den althochdeutschen Begriffen aha für Wasser sowie hof für Anwesen ab. Der Ortsname bedeutet also so viel wie „Anwesen am anschwellenden Wasserlauf“, womit der Bezug zum Fluss Aiterach hergestellt ist.

Vermutlich im ersten Viertel des 13. Jahrhunderts wurde die romanische Pfarrkirche St. Margaretha erbaut. In ihr befindet sich die älteste Glocke Niederbayerns (1325). Von den ursprünglich zwei geplanten Türmen wurde nur der Nordturm ausgeführt. Die Rokokoeinrichtung aus dem 18. Jahrhundert wurde 1883 beseitigt. Die benachbarte Friedhofskapelle stammt vermutlich aus dem 17. Jahrhundert.

1846 gründete Angela Fraundorfer das Kloster der Franziskanerinnen von Aiterhofen, das heute einen Kindergarten und eine Realschule sowie andere Einrichtungen betreibt.

Aiterhofen gehörte zum Rentamt und Landgericht Straubing des Kurfürstentums Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Mai 1978 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Geltolfing und Niederharthausen sowie der Großteil der aufgelösten Gemeinde Amselfing (Amselfing, Ainbrach, Asham, Fruhstorf, Hermannsdorf, Hunderdorf, Moosdorf und Sand) eingegliedert.[5] Von der kreisfreien Stadt Straubing wechselte der Stadtteil Rohrhof 1978 in den Landkreis Straubing-Bogen zur Gemeinde Aiterhofen.[6][7]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsplatz, im Hintergrund Kirche St. Margaretha
  • 1961: 2.296 Einwohner
  • 1970: 2.424 Einwohner
  • 1987: 2.749 Einwohner
  • 1991: 2.896 Einwohner
  • 1995: 3.082 Einwohner
  • 2000: 3.178 Einwohner
  • 2005: 3.466 Einwohner
  • 2010: 3.386 Einwohner
  • 2015: 3.312 Einwohner

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister ist Manfred Krä (CSU).

Partnergemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aiterhofen unterhält Partnerschaften mit der Osttiroler Gemeinde Iselsberg-Stronach sowie mit der italienischen Gemeinde Montefino in den Abruzzen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

St. Margaretha

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gab 1998 im Bereich der Land- und Forstwirtschaft 31, im produzierenden Gewerbe 133 und im Bereich Handel und Verkehr 62 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 132 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 1022. Im verarbeitenden Gewerbe (sowie Bergbau und Gewinnung von Steinen und Erden) gab es keine, im Bauhauptgewerbe vier Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 96 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 3517 ha. Davon waren 3431 ha Ackerfläche und 82 ha Dauergrünfläche.

Etwa in zwei Kilometer Entfernung vom Ort, beim Ortsteil Niederharthausen an der Kreisstraße SR9, liegt eine Betriebsstätte der Firma Bayern-Ei.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt folgende Einrichtungen:

  • Kindergarten „Maria Schutz“ der Franziskanerinnen Aiterhofen mit vier Gruppen und angeschlossener Kinderkrippe[8]
  • Herzog-Tassilo-Grundschule Aiterhofen: 103 Schüler und fünf Lehrkräfte (Stand: 2015/2016)[9]
  • Angela-Fraundorfer-Realschule der Franziskanerinnen Aiterhofen: 230 Schüler und 23 Lehrkräfte mit Schülerinnenheim für Mädchen (Stand: 2015/2016)[10]
  • Berufsfachschule für Altenpflege[11] und Berufsfachschule für Altenpflegehilfe[12] der Franziskanerinnen Aiterhofen: 87 Schüler und sieben Lehrkräfte (gesamt, Stand: 2015/2016)

Söhne und Töchter des Ortes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Joseph Zach (1829–1898), katholischer Geistlicher, Mitglied des Deutschen Reichstags

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Norbert Niszery: Linearbandkeramische Gräberfelder in Bayern (Aiterhofen-Ödmühle, Senkhofen, Mangolding und Dillingen-Steinheim). Leidorf Verlag, Espelkamp 1995.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Aiterhofen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 13. September 2018 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinde Aiterhofen in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 3. Juli 2017
  3. Amtsbezirk. Gemeinden und Gemarkungen. Bayerische Vermessungsverwaltung, archiviert vom Original am 11. April 2013; abgerufen am 31. März 2015.
  4. Amtsbezirk im PDF. Bayerische Vermessungsverwaltung, archiviert vom Original am 2. April 2015; abgerufen am 31. März 2015 (PDF; 1,9 MB).
  5. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 632.
  6. Die Gemeinden Bayerns nach dem Gebietsstand 25. Mai 1987. Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns und die Änderungen im Besitzstand und Gebiet von 1840 bis 1987. In: Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 451. München 1991, S. 70, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00070717-7 (Digitalisat – Fußnote 2).
  7. Die Gemeinden Bayerns nach dem Gebietsstand 25. Mai 1987. Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns und die Änderungen im Besitzstand und Gebiet von 1840 bis 1987. In: Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 451. München 1991, S. 58, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00070717-7 (Digitalisat – Fußnote 3).
  8. Kindergarten Maria Schutz Aiterhofen. Archiviert vom Original am 20. Dezember 2016; abgerufen am 30. April 2015.
  9. Herzog-Tassilo-Grundschule Aiterhofen  in der Schuldatenbank des Bayerischen Staatsministeriums für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst, abgerufen am 5. August 2017.
  10. Angela-Fraundorfer-Realschule der Franziskanerinnen Aiterhofen  in der Schuldatenbank des Bayerischen Staatsministeriums für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst, abgerufen am 5. August 2017.
  11. Berufsfachschule für Altenpflege  in der Schuldatenbank des Bayerischen Staatsministeriums für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst, abgerufen am 5. August 2017.
  12. Berufsfachschule für Altenpflegehilfe  in der Schuldatenbank des Bayerischen Staatsministeriums für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst, abgerufen am 5. August 2017.