Aiterhofen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Aiterhofen
Aiterhofen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Aiterhofen hervorgehoben

Koordinaten: 48° 51′ N, 12° 37′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Niederbayern
Landkreis: Straubing-Bogen
Verwaltungs­gemeinschaft: Aiterhofen
Höhe: 339 m ü. NHN
Fläche: 43,09 km2
Einwohner: 3378 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 78 Einwohner je km2
Postleitzahl: 94330
Vorwahl: 09421
Kfz-Kennzeichen: SR, BOG, MAL
Gemeindeschlüssel: 09 2 78 113
Gemeindegliederung: 16 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Straubinger Str. 4
94330 Aiterhofen
Website: www.aiterhofen.de
Erster Bürgermeister: Adalbert Hösl[2] (CSU[3])
Lage der Gemeinde Aiterhofen im Landkreis Straubing-Bogen
Bogen (Stadt)WindbergWiesenfeldenStraßkirchenSteinach (Niederbayern)StallwangSchwarzach (Niederbayern)Sankt EnglmarSalchingRattiszellRattenberg (Niederbayern)Rain (Niederbayern)PerkamPerasdorfParkstettenOberschneidingNiederwinklingNeukirchen (Niederbayern)MitterfelsMariaposchingMallersdorf-PfaffenbergLoitzendorfLeiblfingLaberweintingKonzellKirchrothIrlbachHunderdorfHaselbach (Niederbayern)Haibach (Niederbayern)GeiselhöringFeldkirchen (Niederbayern)FalkenfelsAttingAschaAiterhofenAholfingStraubingLandkreis KelheimRegensburgLandkreis LandshutLandkreis RegenLandkreis Dingolfing-LandauLandkreis DeggendorfLandkreis ChamLandkreis ChamLandkreis RegensburgKarte
Über dieses Bild

Aiterhofen ist eine Gemeinde, eine Gemarkung und ein Pfarrdorf im niederbayerischen Landkreis Straubing-Bogen und der Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Aiterhofen.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aiterhofen liegt im Gäuboden und wird von der Aiterach durchflossen.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde hat 16 Ortsteile (Gemeindeteile)[4][5]:

Gemarkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt die Gemarkungen Aiterhofen, Amselfing, Geltolfing und Niederharthausen.[6]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Linearbandkeramisches Grab aus Aiterhofen/Ödmühle, Gäubodenmuseum Straubing

Bis zur Gemeindegründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aiterhofen ist schon seit der Jungsteinzeit besiedelt, wie der Fund des größten linearbandkeramischen Gräberfeldes in Deutschland mit etwa 260 Gräbern im Ortsteil Ödmühle zeigt.

Im Jahre 773 n. Chr. wurde Aiterhofen als Villa Eitraha zum ersten Mal als agilolfingischer Herzogshof urkundlich erwähnt. Etwa aus dem Jahr 973 stammt eine weitere Erwähnung als Eitarahoue, also Hof an der Eiterach. Ein Chronist des 11. Jahrhunderts interpretierte den Namen fälschlich als Hof des Giftes (= Eiter). Doch die tatsächliche Bedeutung leitet sich aus dem indogermanischen oid für anschwellen und den althochdeutschen Begriffen aha für Wasser sowie hof für Anwesen ab. Der Ortsname bedeutet also so viel wie „Anwesen am anschwellenden Wasserlauf“, womit der Bezug zum Fluss Aiterach hergestellt ist.

Vermutlich im ersten Viertel des 13. Jahrhunderts wurde die romanische Pfarrkirche St. Margaretha erbaut. In ihr befindet sich die älteste Glocke Niederbayerns (1325). Von den ursprünglich zwei geplanten Türmen wurde nur der Nordturm ausgeführt. Die Rokokoeinrichtung aus dem 18. Jahrhundert wurde 1883 beseitigt. Die benachbarte Friedhofskapelle stammt vermutlich aus dem 17. Jahrhundert.

1846 gründete Angela Fraundorfer das Kloster der Franziskanerinnen von Aiterhofen, das heute einen Kindergarten und eine Realschule sowie andere Einrichtungen betreibt.

Aiterhofen gehörte zum Rentamt und Landgericht Straubing des Kurfürstentums Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Mai 1978 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Geltolfing und Niederharthausen sowie der Großteil der aufgelösten Gemeinde Amselfing (Amselfing, Ainbrach, Asham, Fruhstorf, Hermannsdorf, Hunderdorf, Moosdorf und Sand) eingegliedert.[7] Von der kreisfreien Stadt Straubing wechselte der Stadtteil Rohrhof 1978 in den Landkreis Straubing-Bogen zur Gemeinde Aiterhofen.[8][9]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zeitraum 1988 bis 2018 wuchs die Gemeinde von 2815 auf 3339 um 524 Einwohner bzw. um 18,6 %.

Ortsplatz, im Hintergrund Kirche St. Margaretha
  • 1961: 2296 Einwohner
  • 1970: 2424 Einwohner
  • 1987: 2749 Einwohner
  • 1991: 2896 Einwohner
  • 1995: 3082 Einwohner
  • 2000: 3178 Einwohner
  • 2005: 3466 Einwohner
  • 2010: 3386 Einwohner
  • 2015: 3312 Einwohner

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erster Bürgermeister ist Adalbert Hösl (CSU).[10][2]

Partnergemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aiterhofen unterhält Partnerschaften mit der Osttiroler Gemeinde Iselsberg-Stronach sowie mit der italienischen Gemeinde Montefino in den Abruzzen.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Aiterhofen.svg
Blasonierung: „In Rot über gesenktem silbernem Wellenbalken zwischen zwei goldenen Ähren drei, zwei zu eins gestellte, goldene heraldische Rosen mit roten Butzen.“[11]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

St. Margaretha

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gab 1998 im Bereich der Land- und Forstwirtschaft 31, im produzierenden Gewerbe 133 und im Bereich Handel und Verkehr 62 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 132 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 1022. Im verarbeitenden Gewerbe (sowie Bergbau und Gewinnung von Steinen und Erden) gab es keine, im Bauhauptgewerbe vier Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 96 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 3517 ha. Davon waren 3431 ha Ackerfläche und 82 ha Dauergrünfläche.

Etwa in zwei Kilometer Entfernung vom Ort, beim Ortsteil Niederharthausen an der Kreisstraße SR9, liegt eine Betriebsstätte der Firma Bayern-Ei.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt folgende Einrichtungen:

  • Kindergarten „Maria Schutz“ der Franziskanerinnen Aiterhofen mit vier Gruppen und angeschlossener Kinderkrippe[12]
  • Herzog-Tassilo-Grundschule Aiterhofen: 107 Schüler und sechs hauptamtliche Lehrkräfte (Stand: 2018/2019)[13]
  • Angela-Fraundorfer-Realschule der Franziskanerinnen Aiterhofen: 314 Schüler und 24 hauptamtliche Lehrkräfte mit Schülerinnenheim für Mädchen (Stand: 2018/2019)[14]
  • Berufsfachschule für Altenpflege[15] und Berufsfachschule für Altenpflegehilfe[16] der Franziskanerinnen Aiterhofen: 69 Schüler und sieben hauptamtliche Lehrkräfte (gesamt, Stand: 2018/2019)

Söhne und Töchter des Ortes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Joseph Zach (1829–1898), katholischer Geistlicher, Mitglied des Deutschen Reichstags

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Norbert Niszery: Linearbandkeramische Gräberfelder in Bayern (Aiterhofen-Ödmühle, Senkhofen, Mangolding und Dillingen-Steinheim). Leidorf Verlag, Espelkamp 1995.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Aiterhofen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Tabellenblatt "Daten 2", Statistischer Bericht A1200C 202041 Einwohnerzahlen der Gemeinden, Kreise und Regierungsbezirke 1. Vierteljahr 2020 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. a b Kommunalwahlen im Landkreis-Straubing-Bogen. Landkreis Sraubing-Bogen, abgerufen am 30. Mai 2020.
  3. CSU Aiterhofen
  4. Gemeinde Aiterhofen in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 3. Juli 2017.
  5. Gemeinde Aiterhofen, Liste der amtlichen Gemeindeteile/Ortsteile im BayernPortal des Bayerischen Staatsministerium für Digitales, abgerufen am 16. März 2021.
  6. Gemarkungs- und Gemeindeverzeichnis. Landesamt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung, 14. Juli 2020, abgerufen am 29. Januar 2021.
  7. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 632.
  8. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Die Gemeinden Bayerns nach dem Gebietsstand 25. Mai 1987. Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns und die Änderungen im Besitzstand und Gebiet von 1840 bis 1987 (= Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 451). München 1991, S. 70, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00070717-7 (Digitalisat – Fußnote 2).
  9. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Die Gemeinden Bayerns nach dem Gebietsstand 25. Mai 1987. Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns und die Änderungen im Besitzstand und Gebiet von 1840 bis 1987 (= Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 451). München 1991, S. 58, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00070717-7 (Digitalisat – Fußnote 3).
  10. Unser Gemeinderat − Legislaturperiode 01. Mai 2020 bis 30. April 2026. Gemeinde Aiterhofen, abgerufen am 25. Dezember 2020.
  11. Eintrag zum Wappen von Aiterhofen in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
  12. Kindergarten Maria Schutz Aiterhofen. (Nicht mehr online verfügbar.) Archiviert vom Original am 20. Dezember 2016; abgerufen am 30. April 2015.
  13. Herzog-Tassilo-Grundschule Aiterhofen in der Schuldatenbank des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus, abgerufen am 27. August 2019.
  14. Angela-Fraundorfer-Realschule der Franziskanerinnen Aiterhofen in der Schuldatenbank des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus, abgerufen am 27. August 2019.
  15. Berufsfachschule für Altenpflege in der Schuldatenbank des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus, abgerufen am 27. August 2019.
  16. Berufsfachschule für Altenpflegehilfe in der Schuldatenbank des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus, abgerufen am 27. August 2019.