Haibach (Niederbayern)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Haibach
Haibach (Niederbayern)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Haibach hervorgehoben

Koordinaten: 49° 1′ N, 12° 43′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Niederbayern
Landkreis: Straubing-Bogen
Höhe: 449 m ü. NHN
Fläche: 32,37 km2
Einwohner: 2058 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 64 Einwohner je km2
Postleitzahl: 94353
Vorwahlen: 09961, 09963, 09964, 09965
Kfz-Kennzeichen: SR, BOG, MAL
Gemeindeschlüssel: 09 2 78 129
Gemeindegliederung: 78 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Schulstraße 1
94353 Haibach
Website: www.haibach-elisabethszell.de
Erster Bürgermeister: Fritz Schötz (CSU)
Lage der Gemeinde Haibach im Landkreis Straubing-Bogen
Bogen (Stadt)WindbergWiesenfeldenStraßkirchenSteinach (Niederbayern)StallwangSchwarzach (Niederbayern)Sankt EnglmarSalchingRattiszellRattenberg (Niederbayern)Rain (Niederbayern)PerkamPerasdorfParkstettenOberschneidingNiederwinklingNeukirchen (Niederbayern)MitterfelsMariaposchingMallersdorf-PfaffenbergLoitzendorfLeiblfingLaberweintingKonzellKirchrothIrlbachHunderdorfHaselbach (Niederbayern)Haibach (Niederbayern)GeiselhöringFeldkirchen (Niederbayern)FalkenfelsAttingAschaAiterhofenAholfingStraubingLandkreis KelheimRegensburgLandkreis LandshutLandkreis RegenLandkreis Dingolfing-LandauLandkreis DeggendorfLandkreis ChamLandkreis ChamLandkreis RegensburgKarte
Über dieses Bild
Die Pfarrkirche St. Laurentius
Blick zur Burgruine Haibach

Haibach ist eine Gemeinde und ein gleichnamiges Pfarrdorf im niederbayerischen Landkreis Straubing-Bogen.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt in der Planungsregion Donau-Wald, 45 km östlich von Regensburg und 20 km nordöstlich von Straubing. Der Ort Haibach befindet sich in einem Talkessel und wird im Osten vom Lanzlberg, Winterberg und Sommerberg umschlossen. Im Süden erhebt sich der Hofberg mit der Ruine Haibach. Haibach wird vom Schreinerbach durchflossen.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt 76 amtliche Gemeindeteile:[2]

Historische Ortsteile waren Brell und Steinfurt.

Gemarkungen sind Elisabethszell, Haibach, Irschenbach, Landasberg und Prünstfehlburg.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Gemeindegründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Haibach, erstmals 1106 genannt, hat seinen Namen von dem Rittergeschlecht der Haybecken, später Haibeck. Diese waren Ministerialen der Grafen von Bogen. Im Gedenkbuch des Klosters Oberalteich um 1100 ist ein Wirnto von Haybach erwähnt, 1320 wird Dietrich Haibeck mit dem Abt von Oberalteich beim Dombau zu Regensburg in einer Urkunde genannt. Im Jahre 1494 erlosch das Rittergeschlecht der Haybecken zu Haybach und Wiesenfelden. Ihre Nachfolger waren 1515 die Notthaft, später die Ossinger und die Leoprechtinger. Der Ort war Teil des Kurfürstentums Bayern und bildete eine geschlossene Hofmark, deren Sitz Haibach war. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die Gemeinde.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Januar 1971 wurden Landasberg, Prünstfehlburg und Teile der ehemaligen Gemeinde Irschenbach eingemeindet.[4] Am 1. Januar 1978 kam der überwiegende Teil der aufgelösten Gemeinde Elisabethszell hinzu.[5]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zeitraum 1988 bis 2018 stagnierte bzw. sank die Einwohnerzahl minimal von 2061 auf 2052 Einwohner bzw. um 0,4 %.

  • 1840: 0228 Einwohner[6]
  • 1867: 0469 Einwohner[7]
  • 1961: 2090 Einwohner
  • 1970: 2120 Einwohner
  • 1987: 2084 Einwohner
  • 1991: 2093 Einwohner
  • 1995: 2137 Einwohner
  • 2000: 2162 Einwohner
  • 2005: 2178 Einwohner
  • 2010: 2137 Einwohner
  • 2015: 2121 Einwohner

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erster Bürgermeister ist Fritz Schötz (CSU).[8]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat besteht aus dem ersten Bürgermeister und 14 Mitgliedern, davon 7 von der CSU, 4 der Freien Wählergemeinschaft und 3 von der Überparteilichen Christlichen Wählervereinigung (ÜCW).[9]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Haibach
Blasonierung: „In Silber ein roter Pferdekopf mit goldenem Zaumzeug“[10]

Wappengeschichte: Das Gemeindewappen entspricht dem Wappen des Ortsadelsgeschlechts der Haibeck, die als Hofmarksherren ab etwa 1320 bis Anfang des 15. Jahrhunderts Grundherrschaft und Niedergericht in Haibach ausübten. Die Haibeck, die 1494 ausgestorben sind, nannten sich erst Haibeck von Haibach, später nach ihrem Hauptbesitz Wiesenfelden.[11] Dieses Wappen wird seit 1963 geführt.[12]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Burgruine Haibach war der Stammsitz der Haibecken und später Herrensitz, der im 19. Jahrhundert in bäuerlichen Besitz kam und seither verfiel. Die Reste der Ruine wurden 1986 durch den neu gegründeten Förderverein gesichert. In der Mitte des Hofes haben sich Teile des Schlosswohnbaus aus dem frühen 18. Jahrhundert erhalten. Das Stallgebäude wird seit 2005 als Museum genutzt.
  • Die katholische Pfarrkirche St. Laurentius hat einen gotischen Turm und Chorunterbau, das Langhaus wurde 1871 errichtet. Im Inneren befindet sich eine spätgotische Maria mit Kind aus der Zeit um 1480.

Bodendenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe: Liste der Bodendenkmäler in Haibach (Niederbayern)

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch das Gemeindegebiet verläuft die Staatsstraße 2140 und diverse Kreisstraßen. Die stillgelegte und abgebaute ehemalige Bahnstrecke Straubing–Miltach führte durch die Gemeinde.

Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1998 gab es nach der amtlichen Statistik im produzierenden Gewerbe 66 und im Bereich Handel und Verkehr keine sozialversicherungspflichtig Beschäftigten am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren es 73 Personen. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es 691. Im verarbeitenden Gewerbe gab es einen, im Bauhauptgewerbe fünf Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 113 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 1211 ha, davon waren 304 ha Ackerfläche und 905 ha Dauergrünfläche.

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet ist als Erholungsort staatlich anerkannt.[13]

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt folgende Einrichtungen:

  • Kita „Hofbergzwergerl“: 50 Kindergartenplätze und zwölf Krippenplätze (Stand: 2014)[14]
  • Dietrich-von-Haibeck-Grundschule: 71 Schüler mit vier hauptamtlichen Lehrkräften (Stand: 2018/2019)[15]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die frühere Bundesministerin und Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages Gerda Hasselfeldt wuchs in Haibach im elterlichen Bauernhof mit Metzgerei und Gasthaus auf. Bereits ihr Vater Alois Rainer war Mitglied des Bundestags. Ihr jüngerer Bruder Alois Georg Josef Rainer, langjähriger Bürgermeister von Haibach, wurde bei der Bundestagswahl 2013 als Direktkandidat für den Wahlkreis Straubing-Regen in den Deutschen Bundestag gewählt. Er ist der Nachfolger von Ernst Hinsken, ebenfalls Haibacher.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Haibach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Tabellenblatt "Daten 2", Statistischer Bericht A1200C 202041 Einwohnerzahlen der Gemeinden, Kreise und Regierungsbezirke 1. Vierteljahr 2020 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinde Haibach, Liste der amtlichen Gemeindeteile/Ortsteile im BayernPortal des Bayerischen Staatsministerium für Digitales, abgerufen am 5. August 2020.
  3. Gemarkungs- und Gemeindeverzeichnis. Landesamt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung, 14. Juli 2020, abgerufen am 29. Januar 2021.
  4. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 437.
  5. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 632.
  6. Das Königreich Bayern topographisch-statistisch in lexicographischer und tabellarischer Form dargestellt, Band 1, Seite 119
  7. Verzeichniß der Gemeinden des Königreichs Bayern nach dem Stande der Bevölkerung im Dezember 1867 : mit ... In: Bayerische Landesbibliothek Online. 1869, S. 52–53, abgerufen am 2. Januar 2015.
  8. Bürgermeister. Gemeinde Haibach, abgerufen am 12. August 2020.
  9. Gemeinderat. Abgerufen am 22. November 2020 (deutsch).
  10. Eintrag zum Wappen von Haibach (Niederbayern) in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
  11. Zitat Eintrag zum Wappen von Haibach (Niederbayern) in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
  12. Eintrag zum Wappen von Haibach (Niederbayern) in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte m.w.N.
  13. Bayerisches Staatsministerium des Innern, für Sport und Integration (Hrsg.): Amtliches Verzeichnis der anerkannten Kurorte, Luftkurorte und Erholungsorte in Bayern. 26. Januar 2021, S. 25 (PDF).
  14. Kinderkrippe&Kindergarten. Gemeinde Haibach, abgerufen am 13. September 2014.
  15. Dietrich-von-Haibeck-Grundschule Haibach in der Schuldatenbank des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus, abgerufen am 27. August 2019.