Kirchroth

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Kirchroth
Kirchroth
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Kirchroth hervorgehoben
Koordinaten: 48° 57′ N, 12° 33′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Niederbayern
Landkreis: Straubing-Bogen
Höhe: 325 m ü. NHN
Fläche: 43,05 km²
Einwohner: 3660 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 85 Einwohner je km²
Postleitzahl: 94356
Vorwahl: 09428
Kfz-Kennzeichen: SR
Gemeindeschlüssel: 09 2 78 141
Gemeindegliederung: 25 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Gemeinde Kirchroth
Regensburger Str. 22
94356 Kirchroth
Webpräsenz: www.kirchroth.de,
Bürgermeister: Josef Wallner (CSU)
Lage der Gemeinde Kirchroth im Landkreis Straubing-Bogen
Bogen (Stadt) Windberg Wiesenfelden Straßkirchen Steinach (Niederbayern) Stallwang Schwarzach (Niederbayern) Sankt Englmar Salching Rattiszell Rattenberg (Niederbayern) Rain (Niederbayern) Perkam Perasdorf Parkstetten Oberschneiding Niederwinkling Neukirchen (Niederbayern) Mitterfels Mariaposching Mallersdorf-Pfaffenberg Loitzendorf Leiblfing Laberweinting Konzell Kirchroth Irlbach Hunderdorf Haselbach (Niederbayern) Haibach (Niederbayern) Geiselhöring Feldkirchen (Niederbayern) Falkenfels Atting Ascha Aiterhofen Aholfing Straubing Landkreis Kelheim Regensburg Landkreis Landshut Landkreis Regen Landkreis Dingolfing-Landau Landkreis Deggendorf Landkreis Cham Landkreis Cham Landkreis RegensburgKarte
Über dieses Bild
Die Pfarrkirche St. Vitus
Die Wallfahrtskirche St. Gangolf in Kößnach
Kath. Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt in Pondorf
Kath. Wallfahrtskirche Hl. Blut in Niederachdorf

Kirchroth ist eine Gemeinde im niederbayerischen Landkreis Straubing-Bogen.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Kirchroth liegt in der Region Donau-Wald, zwischen Regensburg und Deggendorf, im Naturpark Bayerischer Wald. Ausläufer des Bayerischen Waldes befinden sich im Gemeindegebiet. Kirchroth liegt an der Tour de Barock, einem sehr beliebten Radwanderweg entlang der Donau.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt 25 Ortsteile[2]

Es gibt die Gemarkungen Kirchroth, Kößnach, Niederachdorf, Obermiethnach, Oberzeitldorn, Pillnach, Pittrich, Pondorf und Stadldorf.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadt Wörth a.d.Donau, Wiesenfelden, Steinach, Parkstetten, Stadt Straubing, Aholfing

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirchroth war eine Hofmark des Domkapitels des Hochstiftes Regensburg und Bestandteil der zum Hochstift Regensburg zählenden Reichsherrschaft Wörth. 1803 fiel diese mit dem Hochstift als Fürstentum Regensburg an den Reichserzkanzler von Dalberg und kam 1810 zu Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

Die Ortsteile Kößnach, Pittrich, Bachhof, Neudau, Pichsee, Thalstetten, Aufroth, Neuroth und Neumühl gehörten jedoch zum kurbayerischen Landgericht Mitterfels.

Ortschaft Kiefelmauth[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gut Kiefelmauth gehörte einst zum Mittergebiet Wörth an der Donau und lag etwa eineinhalb Kilometer flussaufwärts der Donau bei Niederachdorf. Seine Entstehung geht auf einen Streit zwischen den Bischöfen Konrad von Regensburg und Wolfker von Passau zurück. Etwa um 1200 legte Bischof Konrad eine Salzzollstelle an, um alle donauaufwärts fahrenden Schiffe und vor allem die seines Mitbruders mit Zoll zu belegen. Nachdem der Passauer Bischof alle Häute, die donauabwärts transportiert wurden ebenfalls mit Zoll belegte, einigte man sich am 29. Mai 1201 und beendete diesen Streit. Die Fahrfreiheit war wieder gegeben. Die Regensburger legten allerdings an wahrscheinlich gleicher Stelle wieder eine Zollstelle etwas später an.

Das Landwirtschaftliche Gut wurde im Zuge des Donauausbaus 1982 an den Flurbereinigungsverband verkauft und 1985 bis auf die ehemalige Hofkapelle und das Fährhäuschen abgebrochen. Sie sind Zeitzeugen einer über 800-jährigen Geschichte.[3] [4]

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Rahmen der Gemeindegebietsreform entstand am 1. Mai 1978[5] die Einheitsgemeinde Kirchroth aus folgenden Gemeinden:

  • Kirchroth (635 Einwohner)
  • Kößnach (462 Einwohner)
  • Oberzeitldorn (bis zum 26. April 1951 Zeitldorn[6]) (430 Einwohner)
  • Obermiethnach (mit den im Jahr 1945 oder 1946 eingegliederten Gebietsteilen der ehemaligen Gemeinde Waxenberg[7], 322 Einwohner)
  • Pillnach (270 Einwohner)
  • Pondorf (131 Einwohner)
  • Niederachdorf (194 Einwohner)

sowie aus der Gemeinde Saulburg

  • Aufroth mit Neuroth (220 Einwohner)

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1961: 2.420 Einwohner
  • 1970: 2.608 Einwohner
  • 1987: 3.104 Einwohner [8]
  • 2000: 3.582 Einwohner
  • 2009: 3.725 Einwohner
  • 2012: 3.673 Einwohner

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat Kirchroth besteht aus 16 Gemeinderatsmitgliedern und dem Ersten Bürgermeister. Auf die CSU fallen seit der Kommunalwahl 2014 9 Sitze, die Freien Wähler Kirchroth 4 Sitze, die Obermiethnacher Listen 2 Sitze und die Wähler-Gemeinschaft Aufroth 1 Sitz.

1. Bürgermeister Josef Wallner (CSU), 2. Bürgermeister Manfred Sieber (CSU), 3. Bürgermeister Stephan Tumat (CSU)

Politische Parteien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • CSU Kirchroth
  • CSU Oberzeitldorn
  • CSU Pondorf
  • CSU Kößnach
  • Freie Wähler Kirchroth
  • Wähler-Gemeinschaft Aufroth
  • Obermiethnacher List’n

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geschichtlich ist das Gemeindegebiet Kirchroth vor allem durch das Hochstift und das Domkapitel von Regensburg geprägt worden. Die Hofmark Kirchroth hatte innerhalb der hochstiftischen Reichsherrschaft eine Sonderstellung, da sie von 1530 bis 1810 im Besitz des Regensburger Domkapitels war. Die Ortsteile Kößnach, Pittrich, Bachhof, Neudau, Pichsee, Thalstetten, Aufroth, Neuroth und Neumühl gehörten jedoch zum kurbayerischen Landgericht Mitterfels. Um diese historischen Beziehungen zu verdeutlichen, wurde das Wappen des Hochstifts Regensburg (in Rot ein silberner Schrägbalken), sowie die Farben des Herzogtums Bayern (Silber-Blau) in das Gemeindewappen übernommen. Die Farben Silber-Blau oder Weiß-Blau kann man auch noch anders sehen und zwar als die der Schutzpatronin unseres Bayernlandes, der lieben Muttergottes vom Bogenberg.

Die Hauptfigur, das rote Tatzenkreuz, soll einerseits als "redendes" Symbol für den Ortsnamen Kirchroth stehen, andererseits auf die zwei Wallfahrten in Kößnach (St. Gangolf) und Niederachdorf (Wallfahrt zum "Heiligblut") hinweisen, von denen die letzte noch heute regionale Bedeutung hat.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Liste der Baudenkmäler in Kirchroth

In der näheren Umgebung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirchen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Katholische Pfarrei Kirchroth[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Pfarrkirche St. Vitus in Kirchroth
  • Wallfahrtskirche St. Gangolf in der Expositur Kößnach

Katholische Pfarrei Pondorf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt in Pondorf an der Donau.
  • Wallfahrtskirche Hl. Blut in Niederachdorf
  • In den Orten Pillnach, Obermiethnach, Krumbach, Oberzeitldorn und Weiher befinden sich noch weitere Nebenkirchen.
  • Die Pfarrei Pondorf geht über die Grenzen des Gemeindebereichs von Kirchroth hinaus und beheimatet in den angrenzenden Gemeinden Wörth/Donau und Wiesenfelden auch Filialkirchen. Mariä Schnee in Saulburg und St. Michael in Hofdorf sind davon die Expositurkirchen.
  • Die Pfarrei gehört zum Dekanat Bogenberg-Pondorf und zum Bistum Regensburg.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft sowie Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im produzierenden Gewerbe 195 und im Bereich Handel und Verkehr keine sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 119 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 1.248. Im verarbeitenden Gewerbe gab es keine, im Bauhauptgewerbe fünf Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 122 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 2.173 ha, davon waren 1.806 ha Ackerfläche und 364 ha Dauergrünfläche.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An der Bundesautobahn A3 (Kirchroth hat eine Autobahnausfahrt; Entfernung nach Regensburg: 35 km, Entfernung nach Deggendorf: 38 km). An den Staatsstraßen 2148/2125 (= Autobahnzubringer von Straubing Zentrum/Westtangente Straubing zur Anschlussstelle Kirchroth, Entfernung nach Straubing: 9 km). An der Staatsstraße 2125 Richtung Wörth a.d. Donau (Entfernung nach Wörth: 13 km).

Ehemalige Donaufähren

Flussabwärts, linksseits der Donau zwischen Wörth und Straubing, gab es früher drei Fähren auf dem heutigen Gemeindegebiet.[9]

  • Donaufähre zwischen Pittrich und Niedermotzing

Die Fähre bestand bis 1924; erste schriftliche Nachweise finden sich aus dem Jahr 1382.

  • Fähre zwischen Niederachdorf und Aholfing

Etwa um das Jahr 1860 errichtet, 1979 eingestellt.

  • Donaufähre zwischen dem Gut Kiefelmauth und Irling – Gmünd

Älteste ehemalige Fährstelle „Küfelmauth“. Entstanden aus einer Salzzollstelle um 1200, durch einen Streit zwischen den Bischöfen Konrad von Regensburg (1186 – 1204) und Wolfker von Passau. Die Fähre ist bereits 1399 als Urfahr mit einem Farm bezeugt. Das Fährrecht lag auf dem Gut, 1966 wurde sie stillgelegt; das Fährhäuschen besteht heute noch.

Medien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die im Gemeindebereich verbreiteten Zeitungen sind das Straubinger Tagblatt sowie das Straubinger Wochenblatt. Vierteljährlich erscheint zudem das Kirchrother Gemeindeblatt.

Bankenwesen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Raiffeisenbank Straubing eG, Filialen in Kirchroth und Pondorf
  • Sparkasse Niederbayern Mitte, Filiale in Kirchroth

Bildung und Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2 Kindertagesstätten in Kirchroth und Pondorf
  • Kinderkrippe in Pondorf
  • Alois-Reichenberger-Grund- und Mittelschule Kirchroth
  • Volkshochschule Straubing-Bogen, Außenstelle Kirchroth

Der Grundschulstandort Pondorf wurde zwecks zurückgehender Schülerzahlen 2010 aufgehoben und in Kirchroth integriert.

Feuerwehrwesen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt neun Freiwillige Feuerwehren in den Ortschaften Niederachdorf, Pondorf, Pillnach, Oberzeitldorn, Obermiethnach, Aufroth, Kößnach, Pittrich und Kirchroth.

Freizeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der 18-Loch-Meisterschaftsplatz des Golfclubs Straubing Stadt und Land, das Naherholungsgebiet Parkstetten-Kirchroth mit verschiedenen Badeseen, eine Asphaltstockbahn in Krumbach, sowie Sportplätze in Kirchroth, Oberzeitldorn und Obermiethnach befinden sich im Gemeindebereich.

Jugend[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der katholische Burschenverein Niederachdorf-Hofdorf, die KLJB Kirchroth, die Junge Union Kirchroth, das Jugendrotkreuz Kirchroth, sowie einige Jugendfeuerwehren bilden die Jugendorganisationen in der Gemeinde Kirchroth.

Ehrenbürger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Matthias Marquart († 1982), Wallfahrtsdirektor[10]
  • Anton Keck (1905–1983), Bischöflich-Geistlicher Rat
  • Alfred Dick (1927–2005), Staatsminister a.D.
  • Nikolaus Paulus, Bischöflich-Geistlicher Rat
  • Konrad Dobmeier (* 1935), Bischöflich-Geistlicher Rat
  • Heinrich Sußbauer (1944–2013), Pfarrer
  • Karl Wanninger (* 1945), Altbürgermeister

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111225/032703&attr=OBJ&val=836
  3. Gut Kiefelmauth: 800-jährige Geschichte, abgerufen am 27. Mai 2016.
  4. Ehemalige Donaufähren zwischen Straubing und Wörth an der Donau: Fritz Jörgl, Ortsheimatpfleger; Gastbeitrag von Johann Gold: Kleine Wörther Volkskunde. Ab Seite 25 „hereant und dreant“. Herausgeber Stadt Wörth a. d. Donau. Oberpfalzverlag Laßleben, Kallmünz 2013, ISBN 978-3-7847-1226-0. .
  5. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 632 und 633.
  6. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 577.
  7. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 555.
  8. Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987
  9. Ehemalige Donaufähren zwischen Straubing und Wörth an der Donau: Fritz Jörgl, Ortsheimatpfleger; Gastbeitrag von Johann Gold: Kleine Wörther Volkskunde. Ab Seite 25 „hereant und dreant“. Herausgeber Stadt Wörth a. d. Donau. Oberpfalzverlag Laßleben, Kallmünz 2013, ISBN 978-3-7847-1226-0. .
  10. Ehrenbürger-Seite der Gemeinde-Homepage

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kirchroth – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien