Olympische Sommerspiele 1908/Fechten

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Fechten bei den
IV. Olympischen Spielen
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Information
Austragungsort Vereinigtes Konigreich 1801Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland London
Wettkampfstätte Franco-British Exhibition
Nationen 14
Athleten 131 (131 Blue Mars symbol.svg)
Datum 17.–24. Juli 1908
Entscheidungen 4
St. Louis 1904

Bei den IV. Olympischen Spielen 1908 in London fanden vier Wettbewerbe im Fechten statt. Austragungsort war ein Zelt auf dem Gelände der Franco-British Exhibition in der Nähe des White City Stadium, das zum Schutz vor schlechtem Wetter aufgestellt worden war.

Im Gegensatz zu den früheren Austragungen gab es lediglich Wettkämpfe mit Degen und Säbel, jedoch nicht mit dem Florett. Nach Meinung der Organisatoren hatte sich das Regelwerk dieser Disziplin in den einzelnen Ländern derart unterschiedlich entwickelt, dass internationale Wettkämpfe nicht möglich waren. Eine Entscheidung, die lediglich auf der Anzahl Treffer basiert hätte, wäre einer Herabwürdigung dieses Sports gleichgekommen. Stattdessen fand in den Prince's Galleries am Piccadilly ein Demonstrationswettkampf ohne Wertung statt.

Bilanz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Medaillenspiegel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Land Gold Silber Bronze Gesamt
1 FrankreichFrankreich Frankreich 2 1 1 4
2 Ungarn 1867Ungarn Ungarn 2 1 3
3 Italien 1861Königreich Italien (1861–1946) Italien 1 1
Vereinigtes Konigreich 1801Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland Großbritannien 1 1
5 BöhmenBöhmen Böhmen 2 2
6 BelgienBelgien Belgien 1 1

Medaillengewinner[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Konkurrenz Gold Silber Bronze
Degen Einzel FrankreichFrankreich Gaston Alibert FrankreichFrankreich Alexandre Lippmann FrankreichFrankreich Eugène Olivier
Degen Mannschaft FrankreichFrankreich Gaston Alibert, Herman Georges Berger,
Charles Collignon, Bernard Gravier,
Alexandre Lippmann, Eugène Olivier,
Jean Stern
Vereinigtes Konigreich 1801Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland Edgar Amphlett, Leaf Daniell,
Cecil Haig, Martin Holt,
Robert Montgomerie, Edgar Seligman
BelgienBelgien Paul Anspach, Désiré Beaurain,
Fernand Bosmans, Fernand de Montigny,
Ferdinand Feyerick, François Rom,
Victor Willems
Säbel Einzel Ungarn 1867Ungarn Jenő Fuchs Ungarn 1867Ungarn Béla Zulawszky BöhmenBöhmen Vilém Goppold von Lobsdorf
Säbel Mannschaft Ungarn 1867Ungarn Dezső Földes, Jenő Fuchs,
Oszkár Gerde, Péter Tóth,
Lajos Werkner
Italien 1861Königreich Italien (1861–1946) Marcello Bertinetti, Sante Ceccherini,
Riccardo Nowak, Abelardo Olivier,
Alessandro Pirzio Biroli
BöhmenBöhmen Otakar Lada, Vlastimil Lada-Sázavský,
Vilém Goppold von Lobsdorf,
Jaroslav Tuček, Bedřich Schejbal

Ergebnisse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Degen Einzel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Land Sportler Siege
1 FrankreichFrankreich FRA Gaston Alibert 5
2 FrankreichFrankreich FRA Alexandre Lippmann 4 (+2)
3 FrankreichFrankreich FRA Eugène Olivier 4 (+1)
4 Vereinigtes Konigreich 1801Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland GBR Robert Montgomerie 4
5 NiederlandeNiederlande NED Alfred Labouchere 2
Vereinigtes Konigreich 1801Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland GBR Cecil Haig
BelgienBelgien BEL Paul Anspach
8 Vereinigtes Konigreich 1801Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland GBR Martin Holt 1

Datum: 17. bis 24. Juli
85 Teilnehmer aus 13 Ländern.

In der ersten Runde am 17. und 18. Juli trafen in 13 Gruppen jeweils fünf bis sieben Teilnehmer aufeinander. Die daraufhin verbliebenen 40 Fechter bildeten in der zweiten Runde acht Gruppen mit je fünf Teilnehmern und fochten am 20. Juli gegeneinander. Die ersten zwei einer Gruppe qualifizierten sich für das Halbfinale. Das Halbfinale am 23. Juli wurde in zwei Gruppen mit je acht Teilnehmern ausgetragen. Jeweils die ersten vier stießen ins Finale vor, das am 24. Juli stattfand. Die acht Finalteilnehmer kämpften alle einmal gegeneinander. Für die Platzierung entscheidend war die Anzahl Siege; wegen Gleichstand musste um Platz 2 bis 4 ein Stechen entscheiden.

Degen Mannschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Land Sportler
1 FrankreichFrankreich FRA Gaston Alibert, Herman Georges Berger, Charles Collignon,
Bernard Gravier, Alexandre Lippmann, Eugène Olivier,
Jean Stern
2 Vereinigtes Konigreich 1801Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland GBR Edgar Amphlett, Leaf Daniell, Cecil Haig,
Martin Holt, Robert Montgomerie, Edgar Seligman
3 BelgienBelgien BEL Paul Anspach, Désiré Beaurain, Fernand Bosmans,
Fernand de Montigny, Ferdinand Feyerick, François Rom,
Victor Willems
4 Italien 1861Königreich Italien (1861–1946) ITA Marcello Bertinetti, Giuseppe Mangiarotti, Abelardo Olivier,
Riccardo Nowak
5 DanemarkDänemark DEN Otto Becker, Ejnar Levison, Ivan Osiier,
Lauritz Østrup, Herbert Sander
6 BöhmenBöhmen BOH Vilém Goppold von Lobsdorf, Otakar Lada,
Vlastimil Lada-Sázavský, Vilém Tvrzský
Deutsches ReichDeutsches Kaiserreich GER Jakob Erckrath de Bary, Julius Lichtenfels, August Petri,
Georg Stöhr
SchwedenSchweden SWE Eric Carlberg, Gustaf Lindblom, Henry Peyron,
Pontus von Rosen
9 NiederlandeNiederlande NED Arie de Jong, Jetze Doorman, Alfred Labouchere,
George van Rossem

Datum: 20. bis 24. Juli
45 Teilnehmer aus 9 Ländern

Eine Mannschaft konnte aus bis zu acht Fechtern bestehen, pro Länderkampf durften aber nur vier eingesetzt werden. Im Finale am 23. Juli setzte sich Frankreich gegen Belgien mit 9:7 durch. Allerdings gewannen nicht die Belgier die Silbermedaille, sondern die Briten. Der zweite und der dritte Platz wurden nämlich erst am 24. Juli ermittelt; dabei siegten die Gastgeber.

Säbel Einzel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Land Sportler Siege
1 Ungarn 1867Ungarn HUN Jenő Fuchs 6 (+1)
2 Ungarn 1867Ungarn HUN Béla Zulawszky 6
3 BöhmenBöhmen BOH Vilém Goppold von Lobsdorf 4
4 Ungarn 1867Ungarn HUN Jenő Szántay 3
5 Ungarn 1867Ungarn HUN Péter Tóth 3
6 Ungarn 1867Ungarn HUN Lajos Werkner 2
7 NiederlandeNiederlande NED Jetze Doorman 1
FrankreichFrankreich FRA Georges de la Falaise 1

Datum: 17. bis 24. Juli
76 Teilnehmer aus 11 Ländern

In der ersten Runde am 17. und 18. Juli trafen in 13 Gruppen jeweils vier bis sieben Teilnehmer aufeinander. Die daraufhin verbleibenden 38 Fechter bildeten in der zweiten Runde am 20. Juli acht Gruppen mit vier oder fünf Teilnehmern. Die ersten zwei einer Gruppe qualifizierten sich für das Halbfinale am 23. Juli. Dieses wurde in zwei Gruppen mit je acht Teilnehmern ausgetragen. Jeweils die ersten vier stießen ins Finale vor. Die acht Finalteilnehmer kämpften am 24. Juli alle einmal gegeneinander. Für die Platzierung entscheidend war die Anzahl Siege; um den Olympiasieg musste wegen Gleichstand ein Stechen entscheiden. Die Säbelfechter aus Ungarn erwiesen sich als überlegen: Fünf der zehn ungarischen Teilnehmer erreichten das Finale und klassierten sich unter den ersten Sechs. Nur der Böhme von Lobsdorf konnte als Dritter den totalen Triumph verhindern.

Säbel Mannschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Land Sportler
1 Ungarn 1867Ungarn HUN Dezső Földes, Jenő Fuchs, Oszkár Gerde,
Péter Tóth, Lajos Werkner
2 Italien 1861Königreich Italien (1861–1946) ITA Marcello Bertinetti, Sante Ceccherini, Riccardo Nowak,
Alessandro Pirzio Biroli, Abelardo Olivier
3 BöhmenBöhmen BOH Otakar Lada, Vlastimil Lada-Sázavský,
Vilém Goppold von Lobsdorf, Jaroslav Tuček,
Bedřich Schejbal
4 FrankreichFrankreich FRA Georges de la Falaise, Bernard de Lesseps,
Marc Perrodon, Jean-Joseph Renaud
5 Deutsches ReichDeutsches Kaiserreich GER Jakob Erckrath de Bary, Fritz Jack, Robert Krünert,
August Petri
6 BelgienBelgien BEL André du Bosch, Étienne Grade, Joseph Van der Voodt,
Antoine Van Tomme
Vereinigtes Konigreich 1801Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland GBR H. Evan James, William Marsh, Arthur Murray,
Charles Wilson
NiederlandeNiederlande NED Jetze Doorman, Arie de Jong, Maurits van Löben Sels,
George van Rossem

Datum: 21. bis 24. Juli
35 Teilnehmer aus 8 Ländern

Eine Mannschaft konnte aus fünf Fechtern bestehen, pro Länderkampf durften aber nur vier eingesetzt werden. Im Finale am 23. Juli setzte sich Ungarn gegen Böhmen mit 9:7 durch. Auch hier fiel die Entscheidung um Platz 2 erst am 24. Juli: Die im Finale unterlegenen Böhmen weigerten sich aber, erneut anzutreten, weshalb die Silbermedaille an Italien ging.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]