Romans-sur-Isère

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Romans-sur-Isère
Wappen von Romans-sur-Isère
Romans-sur-Isère (Frankreich)
Romans-sur-Isère
Region Auvergne-Rhône-Alpes
Département Drôme
Arrondissement Valence
Kanton Bourg-de-Péage und
Romans-sur-Isère
(Hauptort)
Gemeindeverband Valence Romans Agglo
Koordinaten 45° 3′ N, 5° 3′ OKoordinaten: 45° 3′ N, 5° 3′ O
Höhe 122–291 m
Fläche 33,08 km²
Einwohner 33.366 (1. Januar 2014)
Bevölkerungsdichte 1.009 Einw./km²
Postleitzahl 26100
INSEE-Code
Website www.ville-romans.com

Romans-sur-Isère

Romans-sur-Isère (kurz auch: Romans) ist eine französische Gemeinde mit 33.366 Einwohnern (Stand 1. Januar 2014) im Département Drôme in der Region Auvergne-Rhône-Alpes im Südosten Frankreichs. In diesem Landstrich begegnen sich provençalische und Lyoner Einflüsse.

International bekannt wurde Romans durch die einem Stadtaufstand gewidmete Studie des Historikers Emmanuel Le Roy Ladurie Karneval in Romans. Eine Revolte und ihr blutiges Ende 1579–80 aus dem Jahr 1979.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt liegt an der Isère, einem Nebenfluss der Rhone, zirka 20 Kilometer nordöstlich von Valence. Gemeinsam mit ihrer jenseits der Isère gelegenen Schwesterstadt Bourg-de-Péage bildet Romans einen Ballungsraum mit 50.000 Menschen, deren Einwohner als Romanais und Péageois bezeichnet werden. Beide Gemeinden sind Zentrum einer kleinen Region, die im Süden und Westen an die Region um Valence grenzt, sich im Norden bis auf die Hügel von Bas-Dauphine erstreckt und im Osten den Rand des Regionalen Naturparks Vercors umfasst.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

La collégiale Saint-Barnard

Romans wurde im Jahr 838 gegründet. Die Gründung der Stadt wird datiert auf das Jahr der Gründung einer Benediktiner-Abtei, die Barnard de Romans (um 780-841), Erzbischof von Vienne, in der Nähe einer Furt durch die Isère errichten ließ. An dieser Stelle steht die heutige Kirche Collégiale Saint-Barnard.

Der Name der Stadt verweist – anders als viele andere Orte entlang des Rhone-Tals – nicht auf eine frühere römische Vergangenheit. Die Bezeichnung Romans bezieht sich vielmehr auf eine im 11. Jahrhundert entstandene Kapelle und eine bis in die Zeit der Französischen Revolution bestehende Kirchengemeinde, Saint-Romain.[1] An die Namensgeber erinnert heute nur noch eine kleine Straße, die Rue Saint-Romain, die rund 300 Meter flussabwärts des Pont Vieux liegt.

Ab Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich in Romans die Herstellung von Schuhen zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor.

Am 1. Januar 2017 hatte Romans 34.243 Einwohner.[2]

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bahnhofsgebäude von Romans (2013)

Romans besitzt einen Bahnhof an der Bahnstrecke Valence–Moirans. Zirka acht Kilometer südwestlich von Romans befindet sich der Anschluss an das TGV-Netz, der Bahnhof Valence-TGV.

Mit dem Auto erreicht man Romans über die Autobahn A49 (Anschlussstelle „Chatuzange-le-Goubet“), über die Autobahn A7 (Anschlussstelle „Valence-Nord“) oder – ohne Maut – über die parallel zur A7 verlaufende Nationalstraße N7.

Bis in die 1990er-Jahre war Romans das Zentrum der Schuhproduktion Frankreichs, bevor das Sterben der einheimischen Schuhindustrie einsetzte. Einen interessanten Einblick in diese Vergangenheit bietet das Schuhmuseum im Zentrum Romans. An gleicher Stelle ist in einem Seitenflügel auch Le Musée de la Résistance en Drôme et de la Déportation angesiedelt.

Auf dem Gebiet der Stadt existiert heute eine Produktionsanlage für Kernbrennstoffe der Firma FBFC sowie u.a. Firmen aus dem Sektor der Lebensmittelproduktion wie zum Beispiel Les Ravioles de Saint-Jean, Les Douceurs de Jacquemart und Appetit de France.

Lebensmittelproduktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lunettes de Romans
Verpackte Ravioles de Romans
Pogne de Romans

Romans ist in Frankreich bekannt als Herkunftsort der Lunettes de Romans, eines ovalen Keks-Gebäcks. Es besteht aus zwei übereinander gebackenen Hälften aus Mürbeteig mit zwei nebeneinander liegenden, runden Gelee-Füllungen (zum Beispiel Himbeere, Aprikose, Erdbeere oder Heidelbeere). Die Bezeichnung verweist auf die Form des Gebäcks (französ.: lunettes = Brille).

Eine zweite Besonderheit Romans' sind die Ravioles de Romans, die seit 1989 als Ravioles du Dauphiné eine geschützte regionale Herkunftsbezeichnung (Appellation d'origine) sind. Ravioli werden von zahlreichen größeren und kleinen Betrieben in der Region hergestellt und sind im Stadtbild von Romans aufgrund vieler Werbetafeln vor den Lebensmittelgeschäften auffällig präsent.

Beide Spezialitäten werden zurückgeführt auf Zuwanderer aus der italienischen Region Piemont, die sich bereits im frühen Hochmittelalter in der Dauphiné niederließen.

Dritte Spezialität ist ein aus Hefeteig gefertigter Kuchen, genannt Pogne de Romans, dessen besonderer Geschmack durch die Zugabe von Orangenblütenwasser bewirkt wird. Ursprünglich war die Pogne ein nur zum Osterfest gebackener Hefekranz.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Romans-sur-Isère ist durch Städtepartnerschaften verbunden mit[3]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Romans-sur-Isère – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. La rue Saint-Romain. Auf: romanshistorique.fr, eingesehen am 27. Juli 2017
  2. Population. Auf: ville-romans.fr, eingesehen am 27. Juli 2017
  3. Website der Stadt
  4. Wolfgang Wegner: Humbert von Romans, lat. Humbertus de Romanis. In: Werner E. Gerabek, Bernhard D. Haage, Gundolf Keil, Wolfgang Wegner (Hrsg.): Enzyklopädie Medizingeschichte. De Gruyter, Berlin/ New York 2005, ISBN 3-11-015714-4, S. 641.