Bad Mitterndorf

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Bad Mitterndorf
Wappen von Bad Mitterndorf
Bad Mitterndorf (Österreich)
Bad Mitterndorf
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Steiermark
Politischer Bezirk: Liezen
Kfz-Kennzeichen: LI
Fläche: 196,27 km²
Koordinaten: 47° 33′ N, 13° 56′ O47.555249313.9330878809Koordinaten: 47° 33′ 19″ N, 13° 55′ 59″ O
Höhe: 809 m ü. A.
Einwohner: 4.911 (1. Jän. 2015)
Postleitzahlen: 8982, 8983, 8984
Vorwahl: 03623
Gemeindekennziffer: 6 12 55
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Bad Mitterndorf 59
8982, 8983, 8984 Bad Mitterndorf
Website: www.bad-mitterndorf.at
Politik
Bürgermeister: Manfred Ritzinger (Liste Ritzinger)
Gemeinderat: (2015)
(21 Mitglieder)
7
5
4
3
2
Von 21 Sitzen entfallen auf:
Lage der Marktgemeinde Bad Mitterndorf im Bezirk Liezen
Aich (Expositur Gröbming) Gröbming (Expositur Gröbming) Haus (Expositur Gröbming) Michaelerberg-Pruggern (Expositur Gröbming) Mitterberg-Sankt Martin (Expositur Gröbming) Öblarn (Expositur Gröbming) Ramsau am Dachstein (Expositur Gröbming) Schladming (Expositur Gröbming) Sölk (Expositur Gröbming) Admont Aigen im Ennstal Altaussee Altenmarkt bei Sankt Gallen Ardning Bad Aussee Bad Mitterndorf Gaishorn am See Grundlsee Irdning-Donnersbachtal Landl Lassing Liezen Rottenmann Sankt Gallen (Steiermark) Selzthal Stainach-Pürgg Trieben Wildalpen Wörschach SteiermarkÜbersichtskarte der Gemeinden im gesamten Bezirk Liezen
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Bad Mitterndorf ist eine Marktgemeinde mit 4911 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2015) im steirischen Salzkammergut in Österreich. Im Rahmen der Gemeindestrukturreform in der Steiermark wurde sie 2015 mit den beiden Gemeinden Pichl-Kainisch und Tauplitz zusammengeschlossen.[1] Das Gemeindegebiet umfasst seitdem das gesamte Hinterberger Tal.

Geografie[Bearbeiten]

Hauptartikel: Hinterberg (Ausseerland)

Bad Mitterndorf umfasst das Hinterberger Tal im steirischen Salzkammergut im Bezirk Liezen und Gerichtsbezirk Liezen. An der östlichen Grenze der Gemeinde liegt die größte Naturschanze der Welt, der Kulm. Über Bad Mitterndorf ist das Skigebiet Tauplitzalm über eine Straße erreichbar.

Vom Nordwesten her kommend fließt der Salzabach durch das Bad Mitterndorfer Ortszentrum. An der südöstlichen Gemeindegrenze wird der Bach seit 1949 zum 5,5 km langen Salza-Stausee aufgestaut.

2,5 km südlich des Bad Mitterndorfer Ortskerns, an der Einmündung des Krunglbachs in den Salzabach befinden sich die Heilbrunner Thermalquellen, die bereits den Römern bekannt waren („Römerstein von Heilbrunn“). Es handelt sich um 25–28 °C warme akratische Calcium-Magnesium-Sulfat-Hydrogencarbonatwässer mit einem bestimmten Gehalt an Quell-Gasen.[2]

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Grundlsee
Bad Aussee Nachbargemeinden Stainach-Pürgg
Gröbming Mitterberg-Sankt Martin

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Im Zuge der steirischen Gemeindestrukturreform wurde die Gemeinde Bad Mitterndorf am 1. Jänner 2015 mit den beiden anderen Gemeinden des Hinterberger Tals, Tauplitz und Pichl-Kainisch, fusioniert.[3]

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Klachau, Krungl, Mitterndorf, Pichl und Tauplitz.

Das Gemeindegebiet umfasst folgende 16 Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 31. Oktober 2011):[4]

  • Äußere Kainisch (274)
  • Bad Mitterndorf (1015)
  • Furt (161)
  • Klachau (213)
  • Knoppen (199)
  • Krungl (184)
  • Mühlreith (82)
  • Neuhofen (483)
  • Pichl (191)
  • Obersdorf (290)
  • Rödschitz (253)

Geschichte[Bearbeiten]

Das früheste archäologische Zeugnis menschlicher Siedlungstätigkeit im Gemeindegebiet Bad Mitterndorfs stammt von den Slawen. Es handelt sich um einen frühmittelalterlichen Friedhof im Ortsteil Krungl, welcher vom 8. bis ins 10. Jahrhundert genutzt wurde.[5] Ebenfalls im 8. Jahrhundert begann eine verstärkte Zuwanderung bajuwarischer Siedler.

Im Jahr 1147 wurde Mitterndorf erstmals urkundlich erwähnt, um 1335 errichteten die Herzöge Albrecht I. und Otto hier eine Pfarre, diese gehörte zur Herrschaft Hinterberg. Die Aufhebung der Grundherrschaften erfolgte 1848.

Die Ortsgemeinde als autonome Körperschaft entstand 1850. Im Jahr 1877 wurde die Salzkammergutbahn eröffnet.

Nach der Annexion Österreichs 1938 kam die Gemeinde zum Reichsgau Oberdonau, 1945 bis 1955 war sie Teil der amerikanischen Besatzungszone in Österreich.

Nach Ende des Zweiten Weltkriegs setzte vor allem im Bereich des Winterfremdenverkehrs ein Aufschwung ein. Seit 1972 ist Mitterndorf Kurort (drei natürliche und ortsgebundene Heilfaktoren: Heiltherme, Heilmoor und Heilklima; zwei Thermen: Moor- und Thermalbad) und trägt den Titel Bad.[6]

Im Rahmen der Gemeindestrukturreform in der Steiermark wurde Bad Mitterndorf 2015 mit den beiden Gemeinden Pichl-Kainisch und Tauplitz zusammengeschlossen.[7] Die de jure neu geschaffene Gemeinde führt den Namen Marktgemeinde Bad Mitterndorf weiter. Grundlage dafür war das Steiermärkische Gemeindestrukturreformgesetz – StGsrG.[8] Eine Beschwerde, die von den Gemeinden Pichl-Kainisch und Tauplitz gegen die Zusammenlegung beim Verfassungsgerichtshof eingebracht wurde, war nicht erfolgreich.[9]


Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Der markante Anstieg der Bevölkerung von 2014 auf 2015 erklärt sich durch die Gemeindefusionierung mit Pichl-Kainisch und Tauplitz im Jahr 2015.


Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Gemeinderatswahl in Bad Mitterndorf 2015
Endergebnis
 %
40
30
20
10
0
32,97
(n. k.)
24,34
(n. k.)
18,06
(n. k.)
15,56
(n. k.)
9,25
(n. k.)
2010

2015


Der Gemeinderat als oberstes Gremium der Gemeinde umfasst 21 Sitze und wird alle fünf Jahre im Zuge steiermarkweiter Gemeinderatswahlen gewählt. Die letzte Gemeinderatswahl fand 2010 statt, allerdings lag diese Wahl vor der Zusammenlegung der Gemeinde Bad Mitterndorf mit Tauplitz und Pichl-Kainisch. Die Gemeinderatswahl 2015 war also die erste dieser de jure neu geschaffenen, größeren kommunalpolitischen Entität. Bei einer Wahlbeteiligung von 76,3 % lag die Zahl der ungültigen Stimmen bei unter 1 %. Bei der Wahl traten fünf Parteien an. Es ergab sich folgende Mandatsaufteilung:

  • Liste Ritzinger (Ritz): 7 Sitze
  • Grimmingdialog (JA): 5 Sitze
  • FPÖ: 4 Sitze
  • ÖVP: 3 Sitze
  • SPÖ: 2 Sitze

Bürgermeister ist seither Manfred Ritzinger.

Partnerschaften[Bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Bad Mitterndorf
Die Amphore am Ortseingang

Schloss Schwanegg[Bearbeiten]

Ehemals in Besitz der Familie Neuper gehört es seit Mitte des 19. Jahrhunderts der Familie der Freiherren von Braun. Von ihnen wurde es auch im Stil der Zeit im typischen Sommerfrischestil des Ausseerlandes ausgebaut. Heute ist es in Besitz der Nachfahren der Freiherren von Braun, der Familie Rundhammer.

Museen[Bearbeiten]

  • Heimatmuseum Strick[10]

Traditionelles Nikolospiel[Bearbeiten]

Seit über 100 Jahren findet alljährlich am 5. Dezember in Bad Mitterndorf das Nikolospiel statt. Über 80 Männer und Jungen gehen von der Ortschaft Krungl etwa fünf Kilometer nach Bad Mitterndorf und führen fünfmal dieses althergebrachte bäuerliche Jedermannsspiel auf.[11]

Kunst und Kulturinitiativen[Bearbeiten]

Der Woferlstall in Bad Mitterndorf

Bildhauer Ferdinand Böhme hat dem Ort 2013 einen Raum geboten: „Der Woferlstall wird zu neuem Leben erweckt“[12] Das wurde eine Kulturinitiative im Sinn der Eigenständigen Regionalentwicklung: „Der Woferlstall wird nicht nur vom Verein ‚E.I.K.E.-Forum‘ bespielt, sondern kann von allen interessierten Privatpersonen, Gruppen und Vereinen für unterschiedliche Veranstaltungen genutzt werden.“[13]

Das E.I.K.E.-Forum versteht sich als „eine Plattform zur Förderung von Kunst, Bildung und Kultur in Bad Mitterndorf.“[14]

Eine der Kulturinitiativen, die sich an diesem Ort laufend engagiert, ist das „Netzwerk Salzkammergut“.[15]

Ein Hauptanliegen dieses Netzwerkes lautet: „Der Verein Netzwerk Salzkammergut stellt die Förderung von Wissenstransfer und von innovativen Impulsen für Regionalentwicklung in den Mittelpunkt seiner Tätigkeit. Er organisiert vielfältige Bildungs‐, Kultur–, Wissenschafts– und Medienprojekte.“[16]

In diesem Sinn hat Wissenschafter Günther Marchner, der Obmann des Netzwerkes, im Dezember 2014 einen Teil der Kulturspange in Bad Mitterndorf verankert. So besteht eine Kooperation mit der oststeirischen Kulturinitiative Kunst Ost und dem Belgrader Kollektiv Heterotopia PerpetuumMobile. [17]

Tourismus[Bearbeiten]

Die Grimming-Therme

GrimmingTherme[Bearbeiten]

Mit der Eröffnung der Grimmingtherme und des 350 Betten-Hotels Aldiana Salzkammergut im Herbst 2009 wurde im Salzkammergut eine weitere Verbesserung des touristischen Angebots erreicht. Rund 25 Millionen Euro wurden jeweils in Therme und Hotel investiert. Neben Förderungen der öffentlichen Hand finanzieren Porr, Mandlbauer und ein Bankenkonsortium das Projekt, als Betreiber fungiert die deutsche Aldiana-Gruppe. Dadurch erhofft man sich in der Region zusätzlich 60.000 Nächtigungen, auch 130 neue Arbeitsplätze wurden geschaffen.[18]

Sonnenalm[Bearbeiten]

Hauptartikel: Sonnenalm (Bad Mitterndorf)

Die in den 1970er-Jahren entstandene Feriensiedlung Sonnenalm mit ihren acht sechsstöckigen Appartementhäusern und zahlreichen kleinen Ferienhäusern und Bungalows bildet den Hauptanteil der touristischen Unterkünfte in Bad Mitterndorf.

Tourismusverband[Bearbeiten]

Die Gemeinde bildet gemeinsam mit Altaussee, Bad Aussee und Grundlsee den Tourismusverband „Ausseerland-Salzkammergut“. Dessen Sitz ist Bad Aussee.[19]

Bildung[Bearbeiten]

Bad Mitterndorf verfügt über eine Volksschule und eine Neue Mittelschule.[20]

Sport[Bearbeiten]

Vereine[Bearbeiten]

In Bad Mitterndorf gibt es folgende Sportvereine:

Die Landschaft um Bad Mitterndorf eignet sich auch für Sportarten wie beispielsweise Skilanglauf, Bergsteigen sowie Laufsport.[21]

Skifliegen am Kulm[Bearbeiten]

In Bad Mitterndorf befindet sich mit einer Hillsize von 225 m eine der größten Skiflugschanzen der Welt, der Kulm. In unregelmäßigen Abständen finden dort im Januar Springen des Skiflug-Weltcups statt und ziehen jedes Mal ca. 50.000–75.000 Fans aus aller Welt in die Gemeinde.

Töchter und Söhne der Gemeinde[Bearbeiten]

Ehrenbürger

Hubert Neuper, zweifacher Vierschanzentournee-Sieger und Skisprung-Weltmeister von 1980
Gilbert O'Sullivan, Sänger, Einwohner von Bad Mitterndorf
Wolfgang Loitzl, Vierschanzentournee-Sieger und Skisprung-Weltmeister von 2009
Tom Neuwirth, alias Conchita Wurst, Sieger des Eurovision Song Contest von 2014

Literatur[Bearbeiten]

  • Matthias Neitsch: Geschichtlicher Hintergrund der Sagenüberlieferung im Hinterbergertal. 3.6 In: Sagenhaftes Hinterbergertal. Sagen und Legenden aus Bad Mitterndorf, Pichl-Kainisch und Tauplitz vom Ende der Eiszeit bis zum Eisenbahnbau. Erarbeitet im Rahmen des Leader+ Projektes „KultiNat“ 2005–2007, SAGEN.at (Abriss zur Kulturgeschichte der Region)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bad Mitterndorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Bad Mitterndorf – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Steiermärkische Gemeindestrukturreform.
  2.  Christian Schmid, Gerhard W. Mandl, Godfried Wessely: Thermalwasserbohrung Bad Mitterndorf TH 1. Ein kalkalpiner Tiefenaufschluss im steirischen Salzkammergut. In: J. T. Weidinger, H. Lobitzer, I. Spitzbart (Hg.): Beiträge zur Geologie des Salzkammerguts (= Gmundner Geo-Studien 2). Gmunden 2003, ISBN 3950019332. S. 255–256. Artikel online. Abgerufen am 9. August 2013 (PDF; 567 kB).
  3. Das Land Steiermark: Die neue Gemeindestruktur der Steiermark. Abgerufen am 22. Oktober 2013 (PDF; 685 kB).
  4. Statistik Austria, Registerzählung vom 31. Oktober 2011 (pdf).
  5.  Wolfgang Breibert: The Cemetery of Krungl (Styria, Austria) – Reflections on Early Medieval Chronology and Economy in the Eastern Alps. In: J. Macháček, Š. Ungerman (Hrsg.), Frühgeschichtliche Zentralorte in Mitteleuropa (= Studien zur Archäologie Europas 14, Bonn 2011) 561-574.. Artikel online. Abgerufen am 9. August 2013.
  6. Verordnung der Steiermärkischen Landesregierung vom 23. September 2002 über die Festsetzung des Kurbezirkes Bad Mitterndorf Vorlage:§§/Wartung/RIS-Suche Stammfassung: LGBl. Nr. 102/2002
  7. Steiermärkische Gemeindestrukturreform.
  8. § 3 Abs. 6 Z 1 des Gesetzes vom 17. Dezember 2013 über die Neugliederung der Gemeinden des Landes Steiermark (Steiermärkisches Gemeindestrukturreformgesetz – StGsrG). Landesgesetzblatt für die Steiermark vom 2. April 2014. Nr. 31, Jahrgang 2014. ZDB-ID 705127-x. S. 3.
  9. Erkenntnis des VfGH vom 23. September 2014, G 42/2014, G 80/2014.
  10. Heimatmuseum Strick
  11. Nikolospiel Bad Mitterndorf
  12. Der Woferlstall wird zu neuem Leben erweckt Abgefragt am 8. Dezember 2014
  13. http://www.bergfex.at/sommer/bad-mitterndorf/highlights/12398-woferlstall-eike-forum/ Abgefragt am 8. Dezember 2014
  14. http://www.eike-forum.at Abgefragt am 8. Dezember 2014
  15. http://www.netzwerk-salzkammergut.net Abgefragt am 8. Dezember 2014
  16. http://www.netzwerk-salzkammergut.net/ueber-uns/ Abgefragt am 8. Dezember 2014
  17. Heterotopia PerpetuumMobile Abgefragt am 8. Dezember 2014
  18. Grimmingtherme soll Ende 2008 fertig sein, steiermark.orf.at, 11. Dezember 2006
  19. Grazer Zeitung, Amtsblatt für die Steiermark. 30. Dezember 2014, 210. Jahrgang, 52. Stück. Nr. 299. ZDB-ID 1291268-2 S. 624.
  20. http://www.neuemittelschule.at/hintergrundinformationen/nms_standorte.html
  21. WinterSportClub Bad Mitterndorf