Sanremo-Festival 1961

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Sanremo-Festival 1961
Ausgabe 11
Datum 26.–28. Januar und 6. Februar
Austragungsort Casinò Municipale in Sanremo
Ausstrahlung Programma Nazionale (TV), Secondo Programma (Radio)
Moderation Lilly Lembo, Giuliana Calandra
Teilnehmer 42 (mit 24 Liedern)
Sieger Betty Curtis / Luciano Tajoli – Al di là
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Die elfte Ausgabe des Festival della Canzone Italiana di Sanremo fand 1961 vom 26. bis 28. Januar und am 6. Februar im städtischen Kasino in Sanremo statt und wurde von Lilly Lembo und Giuliana Calandra moderiert.

Ablauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das städtische Kasino, Veranstaltungsort des Sanremo-Festivals

Während die Organisation des Festivals bei Ezio Radaelli verblieb, wurden sowohl das Moderatorenduo (erstmals kamen zwei Frauen zum Zug) als auch die Dirigenten ausgewechselt: Gianfranco Intra und Bruno Canfora leiteten die Orchester an den ersten drei Abenden, Enzo Ceragioli und Piero Soffici am letzten Abend. Die Anzahl der zugelassenen Beiträge wurde auf 24 erhöht, diese wurden von 42 Sängern interpretiert – darunter wieder Mina und Tony Dallara, neu hingegen etwa Adriano Celentano, Gino Paoli, Giorgio Gaber, Pino Donaggio, Milva, Tony Renis, Umberto Bindi, Edoardo Vianello und Luciano Tajoli. Als Vertreter der Tradition kehrten Gino Latilla, Tonina Torrielli, Teddy Reno, Carla Boni, Aurelio Fierro und Achille Togliani zum Festival zurück.

Die größte Popularität bei Publikum und Presse genossen zu Festivalbeginn Mina und Gino Paoli, die beide bereits mehrere erfolgreiche Hits in Italien gelandet hatten. Große Aufmerksamkeit konnten im weiteren Verlauf Adriano Celentano, der für die temporäre Freistellung vom Wehrdienst eine Sondergenehmigung von Verteidigungsminister Giulio Andreotti hatte einholen müssen, und Milva auf sich ziehen.

In diesem Jahr wurde ein neues Abstimmungssystem eingeführt, mit der Absicht, den Wettbewerb transparenter zu gestalten: Nachdem die Jurys wie gehabt an den ersten beiden Abenden von den in immer zwei Versionen vorgestellten Beiträgen jeweils die Hälfte für das Finale zuließen, begann nach dem Finalabend, der noch keine Entscheidung brachte, das VotoFestival, eine einwöchige Abstimmungsperiode, während derer jedermann über die 100 Lire teuren Enalotto-Scheine (ein dem Toto ähnliches Gewinnspiel) bis zu sechs Stimmen für die zwölf Finalisten des Festivals abgegeben werden konnte. Erst nach der Auszählung der Stimmen wurde an einem zusätzlichen Abend die Endwertung bekannt gegeben. Dort konnte sich Al di là in der Interpretation von Betty Curtis und Luciano Tajoli gegen favorisierte Konkurrenten durchsetzen.

Während sich Mina nach diversen Kritiken und dem relativ schlechten Abschneiden ihrer Lieder wieder aus dem Festival zurückzog, konnten insbesondere Milva und Celentano es als Karrieresprungbrett nutzen.

Kandidaten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platzierung Interpret Lied Autoren
1 Betty Curtis / Luciano Tajoli Al di là Mogol, Carlo Donida
2 Little Tony / Adriano Celentano 24.000 baci Piero Vivarelli, Lucio Fulci, Adriano Celentano
3 Gino Latilla / Milva Il mare nel cassetto Piero Carlo Rolla, Eligio La Valle, Fernando Lattuada
4 Mina / Nelly Fioramonti Io amo tu ami Gino Redi, Enzo Bonagura
5 Jenny Luna / Mina Le mille bolle blu Vito Pallavicini, Carlo Alberto Rossi
6 Pino Donaggio / Teddy Reno Come sinfonia Pino Donaggio
7 Arturo Testa / Tonina Torrielli Febbre di musica Biri, Vittorio Mascheroni
8 Sergio Bruni / Teddy Reno Mandolino… mandolino Vian, Pugliese
9 Rocco Granata / Sergio Bruni Carolina, dai! Daniele Pace, Mario Panzeri
10 Gino Paoli / Tony Dallara Un uomo vivo Gino Paoli
11 Miranda Martino / Umberto Bindi Non mi dire chi sei Giorgio Calabrese, Umberto Bindi
12 Fausto Cigliano / Joe Sentieri Lei Riccardo Pazzaglia, Joe Sentieri
Bruno Martino / Jula de Palma A.A.A. Adorabile cercasi Bruno Martino, Brighetti, Vito Pallavicini
Giorgio Gaber / Maria Monti Benzina e cerini Giorgio Gaber
Edoardo Vianello / Luciana Rondinella Che freddo! Carlo Rossi, Edoardo Vianello
Jolanda Rossin / Nadia Liani Una goccia di cielo Gino Negri
Jimmy Fontana / Miranda Martino Lady Luna Dino Verde, Armando Trovajoli
Betty Curtis / Joe Sentieri Libellule Alberto Testa, Guido Viezzoli
Claudio Villa / Sergio Renda Mare di dicembre Luciano Beretta, Giulio Libano
Aura D’Angelo / Silvia Guidi Notturno senza luna Giovanni D’Anzi
Gianni Meccia / Wilma De Angelis Patatina Gianni Meccia, Franco Migliacci
Niki Davis / Tony Renis Pozzanghere Orfellius, Lamberto Pellini, Tony Renis, Matteo Treppiedi
Achille Togliani / Cocky Mazzetti Qualcuno mi ama Piero Soffici, Manlio Darena
Aurelio Fierro / Carla Boni Tu con me Antonio Amurri, Ettore Ballotta

Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits in der Abstimmungswoche verkaufte sich Celentanos 24.000 baci von allen Beiträgen am stärksten und auch im Anschluss an das Festival konnte er nur (überraschend) von Donaggios Come sinfonia eingeholt werden. Mehrere Lieder wurden in den Charts in beiden Versionen notiert, darunter auch der Siegertitel. Die Top 20 der Charts verfehlten nur zwei der Finalbeiträge, nämlich Febbre di musica (Testa/Torrielli) und Lei (Cigliano/Sentieri).

Betty Curtis präsentierte Al di là auch beim Eurovision Song Contest 1961 und konnte dort den fünften Platz (von 15) erzielen.

Jahr Titel Charts[1] Anmerkungen
ItalienItalien IT
1961 24.000 baci
1
(12 Wo.)
Version von Adriano Celentano
Platz 2
Come sinfonia
1
(22 Wo.)
Version von Pino Donaggio
Platz 6
Al di là
2
(6 Wo.)
Version von Luciano Tajoli
Platz 1
Il mare nel cassetto
3
(9 Wo.)
Version von Milva
Platz 3
Un uomo vivo
4
(13 Wo.)
Version von Gino Paoli
Platz 10
Le mille bolle blu
5
(8 Wo.)
Version von Mina
Platz 5
Carolina, dai!
5
(5 Wo.)
Version von Sergio Bruni
Platz 9
Al di là
7
(6 Wo.)
Version von Betty Curtis
Platz 1
Carolina, dai!
9
(4 Wo.)
Version von Rocco Granata
Platz 9
Non mi dire chi sei
9
(8 Wo.)
Version von Umberto Bindi
Platz 11
Io amo tu ami
11
(2 Wo.)
Version von Mina
Platz 4
24.000 baci
13
(3 Wo.)
Version von Little Tony
Platz 2
Mandolino… mandolino
13
(5 Wo.)
Version von Sergio Bruni
Platz 8

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Belege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. M&D-Chartarchiv. Musica e dischi, abgerufen am 27. Juni 2016 (italienisch, kostenpflichtiger Abonnement-Zugang).