Penkun

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Penkun
Penkun
Deutschlandkarte, Position der Stadt Penkun hervorgehoben
Koordinaten: 53° 18′ N, 14° 14′ O
Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Vorpommern-Greifswald
Amt: Löcknitz-Penkun
Höhe: 41 m ü. NHN
Fläche: 78,63 km²
Einwohner: 1895 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 24 Einwohner je km²
Postleitzahl: 17328
Vorwahl: 039751
Kfz-Kennzeichen: VG, ANK, GW, PW, SBG, UEM, WLG
Gemeindeschlüssel: 13 0 75 107
Stadtgliederung: 10 Ortsteile
Adresse der Amtsverwaltung: Chausseestraße 30
17321 Löcknitz
Webpräsenz: www.penkun.de
Bürgermeister: Bernd Netzel (FDP)
Lage der Stadt Penkun im Landkreis Vorpommern-Greifswald
Brandenburg Landkreis Mecklenburgische Seenplatte Landkreis Vorpommern-Rügen Landkreis Vorpommern-Rügen Landkreis Vorpommern-Rügen Landkreis Vorpommern-Rügen Buggenhagen Krummin Lassan Wolgast Wolgast Zemitz Ahlbeck (bei Ueckermünde) Altwarp Eggesin Grambin Hintersee (Vorpommern) Leopoldshagen Liepgarten Luckow Luckow Lübs (Vorpommern) Meiersberg Mönkebude Vogelsang-Warsin Bargischow Bargischow Blesewitz Boldekow Bugewitz Butzow Ducherow Iven Krien Krusenfelde Neetzow-Liepen Medow Neetzow-Liepen Neu Kosenow Neuenkirchen (bei Anklam) Postlow Rossin Sarnow Spantekow Stolpe an der Peene Alt Tellin Bentzin Daberkow Jarmen Kruckow Tutow Völschow Behrenhoff Dargelin Dersekow Diedrichshagen Hinrichshagen (Vorpommern) Levenhagen Mesekenhagen Neuenkirchen (bei Greifswald) Weitenhagen (bei Greifswald) Bergholz Blankensee (Vorpommern) Boock (Vorpommern) Glasow (Vorpommern) Grambow (Vorpommern) Löcknitz Nadrensee Krackow Penkun Plöwen Ramin Rossow Rothenklempenow Brünzow Hanshagen Katzow Kemnitz (bei Greifswald) Kröslin Kröslin Loissin Lubmin Neu Boltenhagen Rubenow Wusterhusen Görmin Loitz Sassen-Trantow Altwigshagen Ferdinandshof Hammer a. d. Uecker Heinrichswalde Rothemühl Torgelow Torgelow Torgelow Wilhelmsburg (Vorpommern) Jatznick Brietzig Damerow (Rollwitz) Fahrenwalde Groß Luckow Jatznick Jatznick Koblentz Krugsdorf Nieden Papendorf (Vorpommern) Polzow Rollwitz Schönwalde (Vorpommern) Viereck (Vorpommern) Zerrenthin Züsedom Karlshagen Mölschow Peenemünde Trassenheide Benz (Usedom) Dargen Garz (Usedom) Kamminke Korswandt Koserow Loddin Mellenthin Pudagla Rankwitz Stolpe auf Usedom Ückeritz Usedom (Stadt) Zempin Zirchow Bandelin Gribow Groß Kiesow Groß Polzin Gützkow Gützkow Karlsburg (Vorpommern) Klein Bünzow Lühmannsdorf Murchin Rubkow Schmatzin Wrangelsburg Ziethen (bei Anklam) Züssow Heringsdorf Pasewalk Strasburg (Uckermark) Ueckermünde Wackerow Greifswald Greifswald PolenKarte
Über dieses Bild

Penkun im Landkreis Vorpommern-Greifswald ist eine zum Amt Löcknitz-Penkun gehörende Landstadt in Mecklenburg-Vorpommern, gelegen im äußersten Südosten Vorpommerns nahe der Grenze zu Polen.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schlosssee Penkun

Penkun liegt etwa in der Mitte des Dreiecks PrenzlauStettin (Szczecin) – Schwedt/Oder. Die Stadt wird von mehreren Seen umgeben, die in einer Senke zwischen zwei Endmoränenzügen liegend zur Randow und zum Landgraben hin abfallen. Die größten Gewässer sind der Schlosssee, der sich als Seenkette aus sieben Seen bildet, und der aus vier Teilen bestehende Bürgersee. Das Hügelland setzt sich nach Norden bis vor Stettin fort. Das Gebiet um Penkun wird intensiv landwirtschaftlich genutzt.

Nachbargemeinden

Im Uhrzeigersinn (von Norden beginnend): Krackow, Tantow, Casekow, Randowtal und Brüssow.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsteile
  • Penkun (Stadt)
  • Büssow
  • Kirchenfeld
  • Grünz
  • Radewitz
Wohnplätze
  • Blockshof
Eingemeindungen
  • Grünz mit Radewitz, Sommersdorf mit Neuhof, Storkow und Wollin b. Penkun mit Friedefeld wurden am 1. Januar 1999 jeweils als Ortsteile nach Penkun eingemeindet. Sie waren bis zum 31. Dezember 1998 selbstständige Gemeinden.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Penkun[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ältere Geschichte

Pencun wurde 1240 erstmals als in vicus Pinkun – also als Dorf – bei einem Tauschgeschäft zwischen Herzog Barnim I. von Pommern und Bischof Conrad III. von Cammin urkundlich erwähnt. Vorher existierte dort eine slawische Siedlungsstätte, umgeben von Burgwällen. Nachdem dort 1186 zur Sicherung der Handelsstraße zwischen Stettin und der Mark Brandenburg eine pommersche Grenzfeste errichtet wurde, entwickelte sich Penkun als regelmäßig angelegte und ummauerte Stadt im Schutze dieser Burg. Die Stadtbefestigung bestand aus einer Stadtmauer, drei Stadttoren (Wolliner, Stettiner und Gartzer Tor), zwei Rundtürmen und einigen Wieckhäusern. 1261 ging das Patronat der Pfarrkirche Penkun auf das neugegründete Domcapitel St. Marien zu Stettin über. 1269 wurde Pinkun erstmals urkundlich als oppidum – also als Stadt – bezeichnet und 1284 als civitas Pencun erwähnt und gebrauchte das Magdeburgische Stadtrecht. Wann genau Penkun jedoch das Stadtrecht erhielt ist unbekannt.[3][4]

1285 wird dann erstmals ein Prefectus Rudolf (1296: Rodolfus de Penkun) als Schultheiß von Penkun erwähnt. 1295 war die Stadt an das Herzogtum Pommern-Stettin gefallen und erhielt 1320 die Zollfreiheit. Zum Schutz der Bürger wurde 1433 die Penkuner Schützengilde gegründet. 1468 konnten die Bürger Penkuns und die Schützengilde die Stadt erfolgreich über vier Monate gegen den brandenburgischen Kurfürsten Friedrich II. verteidigen. Von den Kriegseinwirkungen auf die Stadt blieben die Pfarrkirche, das Rathaus und das Schloss verschont. Herzog Bogislaw X. von Pommern belehnte 1478/80 seinen Rat und Hauptmann Werner von der Schulenburg mit dem Penkuner Schloss, der Stadt Penkun und zwei Dörfern. 1614 verkauften die Schulenburgs Schloss und Stadt Penkun sowie sechs Dörfer an Henning von der Osten. Die Burg wechselte in ihrer Geschichte oft den Besitzer und wurde u.a. um 1600 zu einem Herrenschloss ausgebaut.

Während des Dreißigjährigen Krieges wurde Penkun 1630 durch Kaiserliche Truppen niedergebrannt, wobei die Befestigungswerke jedoch erhalten blieben. Bis 1648 gehörte Penkun zum Herzogtum Pommern. Durch den Westfälischen Frieden kam Penkun zunächst zu Schwedisch-Vorpommern und ab 1720 zur preußischen Provinz Pommern.[3][4]

Neuere Geschichte
Schloss Penkun um 1860, von Nordosten, Sammlung Alexander Duncker

Durch einen Tausch kamen die Ländereien um Penkun 1756 an die Familie der Grafen von Hacke, wurden 1817 aber von der Familie von der Osten zurückerworben. In seiner Entwicklung wurde Penkun oft von Bränden heimgesucht, nach 1630 so auch in den Jahren 1701, 1733, 1800, 1826 und 1854, bei denen die Kirche im Laufe der Jahrhunderte siebenmal beschädigt, und schließlich bei dem Großbrand im Jahr 1854 zusammen mit etwa 62 % der Wohnhäuser komplett zerstört wurde. 144 von ursprünglich 189 Wohnhäusern und Gebäuden von Penkun lagen teilweise oder ganz in Trümmern, auch das Rathaus sowie die Pfarr- und Schulgebäude. Die Stadtmauer und die drei Stadttore wurde nach dem Brand endgültig abgebrochen. Dieser Großbrand ist auch der Grund dafür, dass zirka 70 % der Penkuner Gebäude aus dem 19. Jahrhundert stammen. Nach dem Großbrand von 1854 war die Stadt und die Bürgerschaft völlig verarmt. Aus der Zeit stammt auch das plattdeutsche Sprichwort In Penkun, in Penkun, da hängt de Hunger upp'n Tun ("In Penkun, in Penkun, da hängt der Hunger auf dem Zaun").

Auch zwei Brauereien und eine Baumwoll- und Leinenmanufaktur die 1862 von 14 Meistern und sechs Gesellen betrieben wurden, änderten an der wirtschaftlich schlechten Situation der Stadt nur wenig. Davon zeugt auch, das sich die meisten Bürger und Einwohner von der Landwirtschaft ernäherten und 1865 lediglich vier von damals ca. 2000 Einwohnern der Stadt einkommenssteuerpflichtig waren. Im 19. Jahrhundert hatte Penkun eine jüdische Gemeinde und einen Jüdischen Friedhof. Letzterer wurde um 1940 verwüstet, es waren aber bis nach 1952 noch Reste vorhanden. Diese wurden dann auch abgeräumt und der Friedhof mit einem Sportplatz überbaut.[4]

Schloss Penkun um 2011, von Osten

Der zentrale Markt spielte bis 1906 als Pferdemarkt eine regionale Rolle. Danach wurden die noch stehenden Linden gepflanzt. 1993 wurde der Markt nach historischem Vorbild umgestaltet. 1945, zum Ende des Zweiten Weltkrieges, wurden das Rathaus und das Schützenhaus durch ein Feuer zerstört. Nach dem Zweiten Weltkrieg waren in Penkun größtenteils landwirtschaftliche Betriebe ansässig.

Penkun gehörte zwischen 1818 und 1939 zum Landkreis Randow im Regierungsbezirk Stettin der preußischen Provinz Pommern. 1939, bei Auflösung des Landkreises Randow, wurde Penkun dem Landkreis Greifenhagen zugeordnet, der bis 1945 bestand. 1945 kam die Stadt zum wiedererrichteten Landkreis Randow und am 1. Juli 1950 zum neuerrichteten Kreis Pasewalk im Bezirk Neubrandenburg. 1994 wurde Penkun Teil des neugebildeten Landkreis Uecker-Randow, welcher 2011 dann im Landkreis Vorpommern-Greifswald aufging.

Ab 1991 wurde der historische Stadtkern im Rahmen der Städtebauförderung saniert. Das Straßennetz wurde ausgebaut, eine Kanalisation geschaffen und ein Klärwerk gebaut sowie eine neue Grundschule und das zentral gelegene neue Amtsgebäude und Rathaus. Zwischen 1992 und 2004 war die Stadt Penkun Sitz des Amtes Penkun. Seit dem 1. Juli 2004 gehört Penkun zum Amt Löcknitz-Penkun.

Geschichte der Ortsteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grünz wurde erstmals 1289 als Grönitz in einer Urkunde genannt. Die Grünzer Kirche entstand ab 1229.

Radewitz wurde erstmals 1289 genannt. Seit 1836 war das Gut im Besitz der Familie von Ziethen. Die älteren Gebäude des Gutshauses entstanden nach 1836, das um 1900 zu einem Herrenhaus erweitert wurde.

Sommersdorf wurde 1276 erstmals erwähnt mit dem Baubeginn der Kirche. Die Feldsteinkirche wurde 1287 an das Kloster Gobelenhagen verkauft. 1423 wurde nach einem Mord an einen Adligen ein Sühnekreuz errichtet.

Storkow wurde 1240 als Stochhausen erwähnt. Die Feldsteinkirche mit dem Fachwerkturm stammt aus dem 14. Jahrhundert. Die Bockwindmühle wurde vor 1718 erbaut und nach einem Brand 1902 wieder aufgebaut sowie von 1999 bis 2006 saniert.

Wollin wurde erstmals 1240 erwähnt. Die Kirche entstand 1261.
Friedefeld wurde 1714 als Vorwerk Penkuns von Heinrich von der Osten angelegt. Beide Orte hatten 271 Einwohner (Stand 2005).

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Penkun gehört zu den nach Einwohnerzahl sowohl kleinsten Städten Vorpommerns als auch kleinsten Städten Deutschlands.

Jahr Stadt Penkun Büssow Kirchenfeld Grünz Radewitz Sommersdorf Neuhof Storkow Wollin Friedefeld Quelle[5]
1740 830 [6]
1782 896 [6]
1794 970 [6]
1812 1037 [6]
1816 1062 [6]
1831 1483 [6]
1843 1654 [6]
1852 1828 [6]
1861 2076 [6]
1875 2014 [7]
1880 2060 [7]
1900 1913 257 151 296 55 334 286 114 [8]
1925 1925 232 295 303 239 [9][10]
1933 1692 400 367 292 450 [7][10]
1939 1892 372 373 268 478 [7][10]
1944 1844 [11]
1990 1371 296 264 216 313
1995 1252 296 246 216 290
1998 1254 282 221 207 299
2000 2253 --- --- --- --- --- --- --- --- ---
2005 2104 --- --- --- --- --- --- --- --- ---
2010 1953 --- --- --- --- --- --- --- --- ---
2014 1895 --- --- --- --- --- --- --- --- ---

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vom 13. Jahrhundert bis 1808 sind die genauen Amtszeiten der Bürgermeister nicht bekannt. Die Jahreszahlen hinter den Namen aus dieser Zeit geben deshalb lediglich die Erwähnung des Namens und der Person als Bürgermeister der Stadt Penkun in einer Urkunde aus dem angegeben Jahr an oder bei einem Kreuz vor der Jahreszahl das Sterbejahr.[12]

  • Prefectus (Schultheiß) Rudolf, 1285
  • Rodolfus de Penkun, 1296
  • Jasper Pinno, urkundlich erwähnt 1506
  • Hermann Pinno, 1506
  • Henninck Pinno, 1506
  • Christoff Brünningk, 1698, 1699
  • Michel Krumbek, 1710
  • Daniel Ludwig Mahlendorff, 1740
  •  ? Lesemeister (Legemeister), 1752, † 1754
  • Johann Friedrich Bohs (Boß), 1767, 1775
  • Heinrich Millard, 1767, 1775
  • 1809 ? Suckow
  • 1809-1814 Otto Joachim Friedrich Höpner († 1814)
  • 1814-1815 Joachim Ulrich Holce
  • 1815-1821 Carl Wilhelm Henning
  • 1823-1824 G. Geschwind
  • 1827-1831 H. L. Lenius
  • 1831-1859 M. Fr. Radant
  • 1859-1864 August Sebastian Ferdinand Schulß
  • 1864- ? Franz Ludwig Warmburg
  • 1924- ? Kurt Bauer
  • seit 1990 Bernd-Rudolf Netzel (FDP)

Stadtvertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Penkuner Stadtvertretung hat zwölf Mitglieder und setzt sich seit den Kommunalwahlen vom 25. Mai 2014 wie folgt zusammen:[13]

Partei erhaltene Stimmen  % Sitze
CDU 1.094 47,92 6
Wählergruppen 573 25,10 3
Die Linke 419 18,35 2
SPD 197 8,63 1

Wahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den Kommunalwahlen vom 25. Mai 2014 stellte sich die Wahlbeteiligung wie folgt dar:[14]

Wahlberechtigte Wähler Wahlbeteiligung in % gültige Stimmen ungültige Stimmen
1.642 803 48,90 2.262 87

Nach dem Landes- und Kommunalwahlgesetz für das Land Mecklenburg-Vorpommern (LKWG M-V) wird nach dem System einer Kombination von Verhältniswahl mit Persönlichkeitselementen gewählt. Jeder Wahlberechtigte hat drei Stimmen, die er nur einer oder auf bis zu drei Parteien/Personen verteilen kann (§60 Abs. 1 LKWG M-V). Er kann seine Stimmen auf einen einzigen Bewerber „häufen“ (kumulieren) oder beliebig auf mehrere Bewerber desselben Wahlvorschlages oder verschiedener Wahlvorschläge verteilen (panaschieren). Aus diesem Grund gibt es auch immer wesentlich mehr abgegebene Stimmen als Wähler.[15]

Wappen von Penkun

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „In Silber auf einer goldenen Krone stehend, ein aufgerichteter gold bewehrter roter Greif.“

Ältere Siegel zeigen den gold bewehrten roten Greif anstatt auf einer goldenen Krone auf einem betürmten Mauerstück stehend. Das heutige Wappen wurde 1995 neu gezeichnet und unter der Nr. 65 der Wappenrolle von Mecklenburg-Vorpommern registriert.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es findet ein regelmäßiger Kulturaustausch zwischen den Partnerstädten in Form von gegenseitigen Treffen statt.

Sehenswürdigkeiten, Bildung und Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Schloss Penkun (früher Burg), eine unregelmäßige Dreiflügelanlage auf dem alten Burghügel. Unter der Verwendung mittelalterlicher Reste wurde um 1600 die Burg zu einem Schloss im Stil der Spätrenaissance umgebaut. Die Portale im Westen und Osten stammen aus dem 17. Jahrhundert. Die Tordurchfahrt ziert ein Wappenschmuck mit Datum 1614. Nach 1945 wurde das Schloss als Landwirtschaftsschule mit Internat genutzt, dann als Kantine der LPG und bis 1990 der Grundschule. Heute hat das Schloss 44 Räume und 190 Fenster auf einer Gesamtfläche von etwa 1720 Quadratmetern. Die Sanierung der Gebäude wurde 1991 begonnen, die für wechselnde Ausstellungen benutzt werden. Im Verwalterhaus wurde ein Museum untergebracht. Sehenswert ist auch der Schlosspark.
  • neogotische Stadtkirche von 1858 bis 1862; Vorgängerbau von 1854 abgebrannt. Die Orgel von 1863 stammt von dem Stettiner Orgelbaumeister Barnim Grüneberg[16]
  • Grünz: Feldsteinkirche von 1229; 1888 ausgebrannt und dann Wiederaufbau mit neogotischem Turm mit spitzem Helm, Altarraum in der Apsis, östlicher Stufengiebel, Taufbecken von 1685.
  • Sommersdorf: Nahe der Kirchhofsmauer steht der Mordstein von 1423. Es ist ein hoher, rechteckiger Stein mit griechischem Kreuz und gotischen Minuskeln. Mittelalterlicher Sühnestein. Mordwange aus gotländischem Muschelkalk, Die Minuskelinschrift lautet in der Übersetzung: „Im Jahre 1423 wurde Hinrik von Ramin von den Bauern in Wartin erschlagen.“ Die Sage berichtet, dass Hinrik von Ramin durch Bauersfrauen, denen er Gewalt angetan, mit Spindeln zu Tode gebracht wurde.
  • Storkow: Größte Bockwindmühle Deutschlands.
  • Wollin: Rechteckige Feldstein-Dorfkirche aus dem späten 13. Jahrhundert.

Bildung und Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bildung
  • Grundschule Penkun
  • Regionale Schule Penkun
  • Kindertagesstätte Pusteblume mit Hort
Sport und Vereine
  • Penkuner Schützengilde 1433
  • Penkuner SV Rot-Weiß (PSV) mit den Sektionen: Fußball, Tischtennis, Badminton, Volleyball, Radball, Billiard und Gymnastik
  • Penkuner Karnevals-Club (PKC)
  • Club der Deutsch-Französischen Freundschaft
  • Club der Deutsch-Polnischen Freundschaft
  • Verein Feuerwehr Penkun 1890
  • Kultur- & Tourismusverein Penkun
  • Museumsverein der Stadt Penkun
  • Verein Bockwindmühle Storkow
Musik
Veranstaltungen

Zu den regelmäßigen Veranstaltungen zählen die Penkuner Geflügelschau, das Sommer- und Herbstfest, die Karnevalsveranstaltungen und der Weihnachtsmarkt. Außerdem findet alljährlich eine Oldtimer-Rundfahrt statt.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schuhstraße in Penkun
Wirtschaft

In Penkun soll sich nach Angaben des Betreibers „einer der größten Biogasparks der Welt“ befinden.[17] Die für 20 Megawatt ausgelegte Anlage gehört zu einem im Bau befindlichen Düngemittelwerk. In der Anlage wird Strom aus Mais, Gülle und Getreide erzeugt.[18]

Verkehrsanbindung

In unmittelbarer Nähe von Penkun befindet sich die letzte Autobahnanschlussstelle der Bundesautobahn 11 vor der polnischen Grenze. Durch Storkow führt die Bundesstraße 113. Im benachbarten Tantow besteht Anschluss an die Bahnlinie Berlin-Stettin. Von 1899 bis 1945 besaß Penkun nordwestlich der Altstadt einen Bahnhof an der Kleinbahn Casekow–Penkun–Oder (CPO).

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gustav Kratz: Die Städte der Provinz Pommern – Abriß ihrer Geschichte, zumeist nach Urkunden. Berlin 1865, S. 293–295 (Volltext)
  • Günter Walter (Herausgeber): Festschrift zur 750-Jahrfeier der Stadt Penkun. Verlagsbüro Schwedesky, Grevenbroich/Nrh. 1990
  • H. Lemke: Die Bau- und Kunstdenkmäler des Regierungsbezirkes Stettin (Stettin 1900) Teil 2, Band 2, Heft 5, S. 133f., Fig. 103.;
  • K.-D. Gralow, Die mittelalterlichen Steinmale des Bezirkes Neubrandenburg

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt M-V – Bevölkerungsentwicklung der Kreise und Gemeinden 2014 (XLS-Datei) (Einwohnerzahlen in Fortschreibung des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1999
  3. a b Gustav Kratz: Die Städte der Provinz Pommern. Abriss ihrer Geschichte, zumeist nach Urkunden, Verlag A. Bath, Berlin 1865, S. 293-294.
  4. a b c Herbert Ewe: Das Bild der vorpommerschen Städte, Verlag Hermanns Böhlau Nachfolger, Weimar 1996, S. 92-94.
  5. Der Bevölkerungsstand nach Gemeinden und Kreisen in Mecklenburg-Vorpommern, zum 31. Dezember des jeweiligen Jahres, in: SIS-Datenbank des Statistischen Amtes Mecklenburg-Vorpommerns.
  6. a b c d e f g h i Gustav Kratz: Die Städte der Provinz Pommern. Abriss ihrer Geschichte, zumeist nach Urkunden, Verlag A. Bath, Berlin 1865, S. 294.
  7. a b c d Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichsgründung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Kreis Randow.
  8. Gemeindeverzeichnis Deutschland 1900. Kreis Randow.
  9. Die Stadt Penkun im Kreis Randow
  10. a b c Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichsgründung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Kreis Greifenhagen.
  11. Territoriale Veränderungen in Deutschland und deutsch verwalteten Gebieten 1874–1945. Penkun.
  12. Gustav Kratz: Die Städte der Provinz Pommern. Abriss ihrer Geschichte, zumeist nach Urkunden, Verlag A. Bath, Berlin 1865, S. 293, 295.
  13. Kommunalwahlen - Gemeindevertretungen in den kreisangehörigen Gemeinden. Excel-Datei: B731GV 2014 01
  14. Kommunalwahlen - Kreistage der Landkreise und Gemeindevertretungen der kreisfreien Städte. Endgültiges Ergebnis nach Wahlbezirken, Gemeinden und Kreisen. Excel-Datei: B731 2014 01.
  15. Die Landeswahlleiterin Mecklenburg-Vorpommern. Rechtsgrundlagen/Hinweise zu den Kommunalwahlen in Mecklenburg-Vorpommern.
  16. http://www.kirchenkreis-pasewalk.de/286.html
  17. [1] EnviTec Biogas AG hat einen der größten Biogasparks der Welt errichtet Homepage des Betreibers, abgerufen am 30. Juni 2009
  18. Weltgrößte Biogasanlage ist komplett - Lübecker Nachrichten, 11. Dezember 2007

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Penkun – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien