Once Upon a Time in Hollywood

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Filmdaten
Deutscher TitelOnce Upon a Time in Hollywood
OriginaltitelOnce Upon a Time in Hollywood
Once Upon A Time in Hollywood Logo.png
ProduktionslandVereinigte Staaten
Vereinigtes Königreich
OriginalspracheEnglisch
Erscheinungsjahr2019
Länge161 Minuten
AltersfreigabeFSK 16[1]
Stab
RegieQuentin Tarantino
DrehbuchQuentin Tarantino
ProduktionQuentin Tarantino
David Heyman
Shannon McIntosh
KameraRobert Richardson
SchnittFred Raskin
Besetzung
Synchronisation

Once Upon a Time in Hollywood (engl. für „Es war einmal in Hollywood“) ist ein Drama-Crime-Film von Quentin Tarantino aus dem Jahr 2019. Tarantino schrieb das Drehbuch und führte Regie. Die Hauptrollen übernahmen Leonardo DiCaprio und Brad Pitt sowie Margot Robbie als Sharon Tate.

Der Film wurde am 21. Mai 2019 beim 72. Filmfestival von Cannes uraufgeführt, bei dem er im Wettbewerb um die Goldene Palme vertreten war. Tarantinos Regiearbeit sollte ursprünglich am 9. August 2019 in den US-amerikanischen Kinos anlaufen, dem 50. Todestag der Schauspielerin Sharon Tate, startete aber bereits zwei Wochen früher am 26. Juli 2019.[2] In Deutschland wurde der Film am 15. August 2019 veröffentlicht.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Los Angeles, im Februar 1969: Schauspieler Rick Dalton, der in den 1950ern mit der Westernserie Bounty Law zum Fernsehstar wurde, äußert gegenüber seinem besten Freund und Stuntdouble Cliff Booth, dass er Angst um seine Karriere habe. Booth, ein Kriegsveteran, der mit seinem Pitbull Brandy in einem Trailer lebt, fährt Dalton durch die Stadt und assistiert ihm bei allen möglichen Arbeiten, da er angeblich seine Frau umgebracht haben soll und deswegen keine anderen Jobs mehr findet. Zur selben Zeit ziehen die Schauspielerin Sharon Tate und ihr Ehemann Roman Polański in Daltons Nachbarhaus ein. Dalton stellt sich vor, wie er sich mit dem Paar anfreundet und seine Karriere dadurch auffrischen könnte. Am selben Abend besuchen Tate und Polański gemeinsam mit Jay Sebring eine Party auf der Playboy Mansion, an der zahlreiche andere Prominente wie Steve McQueen teilnehmen.

Am nächsten Morgen repariert Booth eine Antenne auf Daltons Dach und erinnert sich dabei an einen Freundschaftskampf, den er mit Bruce Lee am Set von The Green Hornet hatte. Währenddessen sieht er, wie ein unbekannter Mann, Charles Manson, bei den Nachbarn klingelt und nach dem Musikproduzenten Terry Melcher fragt. Sebring erklärt ihm, dass Melcher vor längerer Zeit ausgezogen ist und das Haus nun von Polański und Tate bewohnt wird.

Später am Tag fährt Cliff Booth in Daltons Auto durch Los Angeles und nimmt dabei die Anhalterin „Pussycat“ auf, die sich von ihm zur Spahn-Ranch fahren lässt. Booth kennt die Spahn-Ranch noch von früher. Diese diente als Westernkulisse für Bounty Law und wird nun von Pussycat und ihren Freunden bewohnt. Pussycat versucht, Booth zum Bleiben zu überzeugen, dieser findet es aber auffällig, dass die Ranch von so vielen jungen Leuten bewohnt wird. Er will daraufhin den Besitzer George Spahn sprechen, um sicherzugehen, dass dieser nicht von der Gruppe ausgenutzt oder hintergangen wird. Die Situation spitzt sich zu, da „Squeaky“ ihn zunächst nicht zu Spahn lassen möchte. Nachdem Booth sich durchgesetzt und Spahn gesprochen hat, geht er wieder zu seinem Auto. Der Vorderreifen wurde inzwischen von einem Mitglied der Gruppe zerstochen. Cliff schlägt ihn und zwingt ihn, den Reifen zu wechseln. Tex, einer der Anführer, wird alarmiert und versucht, Booth aufzuhalten, kommt jedoch zu spät.

Tate besucht in der Zwischenzeit eine Vorstellung von Rollkommando, einem Film, in dem sie selbst mitspielt. Dabei beobachtet sie die Reaktionen der Zuschauer im Kinosaal. Dalton ist derweil am Set von Lancer, einer Westernserie, in der er eine Nebenrolle als Bösewicht bekommen hat. In einer Szene vergisst Dalton mehrmals den Text, erleidet daraufhin einen Zusammenbruch in seinem Trailer, kehrt dann aber emotional aufgeladen für die nächste Szene zurück und liefert eine beeindruckende Leistung ab, für die er sehr gelobt wird.

Der Produzent Marvin Schwarz sieht sich eine Folge der Serie FBI an, in der Dalton eine Gastrolle hat. Er bietet Rick daraufhin die Hauptrolle in einem Italowestern an. Dalton, der von der Qualität solcher Filme abgeschreckt ist, willigt nur zögernd ein und nimmt Cliff daraufhin für sechs Monate mit nach Italien. Dort dreht er insgesamt vier Filme, darunter Nebraska Jim von Sergio Corbucci und heiratet eine Italienerin.

Nach der gemeinsamen Rückkehr nach Los Angeles im August teilt Dalton Booth mit, dass er ihn nicht länger bezahlen kann. Beide betrinken sich zum Abschied und kehren in Ricks Haus zurück. Während sich Dalton einen Cocktail mixt, geht Booth mit seinem Hund Gassi. In der Zwischenzeit haben sich vier Mitglieder der Manson Family vor dem Nachbargrundstück positioniert und wollen alle Anwesenden umbringen. Dalton kommt wütend, gestört durch das laute Motorengeräusch, aus seinem Haus und fordert die Gruppe in aggressivem Ton auf, die Privatstraße zu verlassen. Daraufhin zieht sich die Gruppe zur Hauptstraße zurück, berät sich und entscheidet, lieber in Daltons Haus alle Anwesenden umzubringen.

Booth ist inzwischen wieder im Haus und bereitet, berauscht von einer LSD-Zigarette, seinem Hund ein Essen zu. Dalton liegt gleichzeitig mit Kopfhörern in seinem Pool und hört Musik, während sich seine Frau im Schlafzimmer vom Jetlag erholt. Die Manson-Gruppe bewegt sich nun bewaffnet auf Daltons Haus zu. Sie lässt sich von der Flucht eines Mitglieds nicht beeindrucken und bricht in Daltons Haus ein, wo sie auf Booth treffen. Dieser erkennt die Gruppe von seinem Besuch auf der Spahn-Ranch. Der Anführer bedroht ihn mit einem Revolver, was der im Rausch befindliche Booth nicht ernst nimmt. Jedoch der Pitbull springt den Anführer an und beißt ihn. Booth und der Hund töten mit Hilfe von Daltons Frau, die vom Lärm geweckt wurde, zwei der Gruppenmitglieder und verletzten ein weibliches Gruppenmitglied schwer. Er selbst wird dabei mit einem Messer verletzt. Die Frau torkelt schwer verletzt mit dem Revolver auf Daltons Terrasse, der von dem ganzen Gewaltgeschehen gar nichts mitbekommen hat. Als sie wild um sich schießend auf ihn zustürmt, holt er einen Flammenwerfer aus dem Schuppen, ein Requisit aus einem seiner Filme, und tötet die Angreiferin damit.

Nachdem die Polizei eingetroffen ist, wird Booth ins Krankenhaus gebracht. Sebring kommt aus dem Haus und fragt Dalton nach den Vorkommnissen des Abends. Daraufhin wird Rick von ihm und Sharon Tate ins Haus eingeladen, wo er außerdem noch Wojciech Frykowski und Abigail Folger kennenlernt.

Produktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entstehungsgeschichte und Stab[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 11. Juli 2017 wurde bekanntgegeben, dass Quentin Tarantino das Drehbuch für einen Film über die Morde der Manson-Familie geschrieben habe und dieses als sein nächstes Filmprojekt inszenieren werde. Als erste Darsteller, auf die Tarantino zugegangen sei, wurden Brad Pitt und Jennifer Lawrence bekannt. Zudem wurden Samuel L. Jackson und Margot Robbie als Namen für größere Rollen gehandelt. Im April 2018 erklärte Tarantino in Las Vegas bei einem Treffen von US-Kinobesitzern, dass dieser Film sich von all seinen Filmen am ehesten seinem Kultfilm Pulp Fiction annähern werde.[3]

Zudem prophezeite er, seine beiden Hauptdarsteller würden „das aufregendste dynamische Star-Duo seit Paul Newman und Robert Redford“ sein. Er erklärte weiter, dass die Handlung im Jahr 1969 in Los Angeles spielen werde, „zur Zeit der Hippie-Revolution und auf dem Höhepunkt des ‚Neuen Hollywoods‘“. Nach früheren Berichten sollen in dem Film auch die damals von Charles Manson angestiftete Mordserie, der unter anderem die Schauspielerin Sharon Tate zum Opfer fiel, vorkommen.[4] Tate war in ihrem Haus am Cielo Drive in Beverly Hills ermordet worden.

Wegen des Missbrauchsskandals um Harvey Weinstein wandte Tarantino sich von der Weinstein Company ab, die seine vorigen Filme produziert hatte, und suchte nach einer neuen Produktionsfirma. Kurz darauf wurde bekannt, dass DiCaprio im fertigen Film eine Hauptrolle übernehmen soll, ebenso wie Brad Pitt.[5] DiCaprio und Pitt waren schon in vorherigen Filmen des Regisseurs zu sehen: DiCaprio arbeitete in Django Unchained mit Tarantino zusammen, Pitt spielte in Inglourious Basterds. Neben Tarantino traten David Heyman und Shannon McIntosh, die mit ihm bereits zuvor zusammenarbeitete, dem Projekt als Produzenten bei. Am 11. November 2017 wurde Sony als Vertriebsstudio bekanntgegeben.[6] Als Teil des Deals sollen Tarantino 10 bis 20 Jahre nach der Veröffentlichung alle Rechte übertragen werden.[7]

Einspielergebnis und Budget

Das weltweite Einspielergebnis liegt derzeit bei rund 87 Mio. US-Dollar.[8]

Das Produktionsbudget für diesen Film betrug rund 90 Mio. US-Dollar.[9]

Besetzung und Vorbereitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Januar 2018 unterschrieb DiCaprio endgültig für die Hauptrolle des Westerndarstellers Rick Dalton, für die er auf Teile seiner üblichen Gagen verzichtet.[10][11] Aufgrund von Terminschwierigkeiten wurde letztendlich doch Brad Pitt für die Rolle von Daltons Stuntdouble Cliff Booth verpflichtet, für die eigentlich Tom Cruise vorgesehen war. Zudem wurde bekannt, dass Tarantino die Rolle von Daltons Agent Marvin Schwarz exklusiv für Al Pacino geschrieben hatte,[12] der bereits im Monat zuvor verpflichtet worden war. Es ist Pacinos erste Zusammenarbeit mit Tarantino.[13] Am 28. Februar 2018 wurde der offizielle Titel des Films mit Once Upon a Time in Hollywood bekanntgegeben, im März wurde Margot Robbie als Sharon Tate verpflichtet, während Zoë Bell ihre Beteiligung am Film bestätigte.[14][15][16] Im Mai 2018 stießen Burt Reynolds, Tim Roth, Kurt Russell und Michael Madsen zur Besetzung.[17] Für die drei letzteren, die nur kleine Rollen übernehmen, ist es wie auch für Bell abermals eine Zusammenarbeit mit Tarantino. Es folgte Timothy Olyphant,[18] bevor im Juni mit den Darstellern Damian Lewis, Emile Hirsch, Luke Perry, Nicholas Hammond, Keith Jefferson, Dakota Fanning, Clifton Collins junior, James Marsden, Scoot McNairy und Julia Butters ein Großteil der Besetzung vervollständigt wurde.[19][20][21] Dakota Fanning ist in der Rolle von Lynette „Squeaky“ Fromme, einem Mitglied der Manson-Familie zu sehen und Nicholas Hammond als Regisseur Sam Wanamaker.[22] Am 15. August 2018 wurde bekannt, dass der Martial-Arts-Darsteller Mike Moh für die Rolle der Kampfkunst-Ikone Bruce Lee besetzt wurde.[23]

Ende August 2018 wurden weitere Darsteller in verschiedenen Rollen bekannt. So wird der Australier Damon Herriman die Rolle des Massenmörders und Kultanführers Charles Manson verkörpern, während der Pole Rafał Zawierucha den Regisseur und Ehemann der verstorbenen Sharon Tate, Roman Polański, darstellen wird.[24][25]

Für die Rolle des George Spahn war Burt Reynolds vorgesehen, der jedoch am 6. September 2018 vor Beginn der Dreharbeiten verstarb.[26][27][28] Die Rolle übernahm Ende September 2018 Bruce Dern, der bereits in den vorherigen beiden Filmen von Tarantino mitspielte.[29]

Dreharbeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Dreharbeiten begannen am 18. Juni 2018 in Los Angeles, wo der Film in den 1960er- bzw. 1970er-Jahren angesiedelt ist. Erstes Bildmaterial wurde bereits Ende Juni 2018 vorgestellt.[30] Im Juli 2018 entstanden Aufnahmen in Los Angeles.[31] Anfang August 2018 postete Robbie via Instagram erste Setfotos von sich in ihrer Rolle von Tate.[32] Die Dreharbeiten sollen im November 2018 beendet worden sein.[33]

Als Kameramann fungiert der dreifach mit dem Oscar ausgezeichnete Robert Richardson, dessen Dienste Tarantino seit Kill Bill – Volume 1 regelmäßig in Anspruch nimmt und im Rahmen dieser Zusammenarbeit dreimal für den Oscar nominiert wurde (Inglourious Basterds, Django Unchained, The Hateful Eight).

Veröffentlichung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der erste Trailer wurde am 20. März 2019 veröffentlicht, ein weiterer am 21. Mai 2019. Die Premiere von Once Upon a Time in Hollywood fand am 21. Mai 2019[34] bei den 72. Internationalen Filmfestspielen von Cannes statt, wo er im Wettbewerb um die Goldene Palme vertreten war. Der Film wurde nachgereicht, nachdem bei Vorstellung des offiziellen Festivalprogramms im April 2019 die Postproduktion noch nicht abgeschlossen war. Laut dem Filmfestival habe Tarantino vier Monate im Schnittraum verbracht, um Once Upon a Time in Hollywood rechtzeitig fertigzustellen. 2019 jährt sich gleichzeitig der Sieg von Tarantinos Regiearbeit Pulp Fiction beim Festival 1994 zum 25. Mal.[35]

Ursprünglich plante Sony Pictures, den Film anlässlich des 50. Jahrestags der Tate-Morde am 9. August 2019 in die US-Kinos bringen,[4] Was in den USA jedoch für heftige Kritik sorgte. Der US-Kinostart wurde deshalb auf den 26. Juli 2019 vorverlegt.[36] Ein erstes Filmposter wurde am 18. März 2019 vorgestellt.[37] In Deutschland lief der Film am 15. August 2019 in den Kinos an.[38]

Da Tarantino enorm viel Material für Once Upon a Time in Hollywood gedreht hatte, sind in der 161 Minuten langen Kinofassung viele Szenen und gar ganze Gastauftritte (u. a. von Tim Roth) dem Schnitt zum Opfer gefallen. Daher soll es laut Nicholas Hammond, der im Film den Regisseur Sam Wanamaker spielt, Gespräche darüber geben, eine vier Stunden lange Schnittfassung von Once Upon a Time in Hollywood als Miniserie beim Streaming-Anbieter Netflix zu veröffentlichen. So ist bereits mit Tarantinos Vorgänger-Film The Hateful 8 verfahren worden. Im US-Katalog von Netflix gibt es eine Miniserien-Fassung des Werks.[39]

Synchronisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die deutsche Synchronisation entstand im Auftrag der Berliner Synchron GmbH, unter der Dialogregie von Christoph Cierpka, der zusammen mit Tobias Neumann auch das Dialogbuch schrieb.

Rolle Schauspieler Deutscher Sprecher[40]
Rick Dalton Leonardo DiCaprio Gerrit Schmidt-Foß
Cliff Booth Brad Pitt Tobias Meister
Sharon Tate Margot Robbie Anne Helm
Jay Sebring Emile Hirsch Constantin von Jascheroff
Kathryn „Kitty“ Lutesinger Margaret Qualley Sarah Alles
James Stacy Timothy Olyphant Till Endemann
Wayne Maunder Luke Perry Marcus Off
Lynette Fromme Dakota Fanning Lisa May-Mitsching
George Spahn Bruce Dern Christian Brückner
Marvin Schwarz Al Pacino Frank Glaubrecht
Randy/„Erzähler“ Kurt Russell Manfred Lehmann
Charles Manson Damon Herriman Sven Fechner
Roman Polański Rafał Zawierucha Alexander Gaida
Bruce Lee Mike Moh Kaze Uzumaki
Susan Atkins Mikey Madison Ana Purwa
Charles „Tex“ Watson Austin Butler Patrick Roche
Patricia „Katie“ Krenwinkel Madisen Beaty Elinor Eidt
Voyteck Frykowski Costa Ronin Mark Schmal
Abigail Folger Samantha Robinson Kathrin Hanak
Linda Kasabian Maya Hawke Lena Schmidtke
Catherine Share Lena Dunham Marieke Oeffinger
Leslie Van Houten Victoria Pedretti Sophie Lechtenbrink
Steve McQueen Damian Lewis Torben Liebrecht
Sheriff Hacket Michael Madsen Ekkehardt Belle

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Englischsprachige Kritiken Der Film konnte bislang 84 Prozent der Kritiker bei Rotten Tomatoes überzeugen und erhielt hierbei eine durchschnittliche Bewertung von 7,7 der möglichen 10 Punkte.[41]

Deutschsprachige Kritiken

Pascal Blum meint in seiner Kritik in der Süddeutschen Zeitung, für Tarantino könne das „Gewicht der Realität fast zu schwer werden“, jedoch spiele er das Thema von Nähe und Distanz hübsch durch. „So wie Daltons Rollen ambitionierter werden, so variiert Quentin Tarantino souverän die Genres und Kamerabewegungen und behält dabei einen entspannten Rhythmus bei, als wolle sich der Film am liebsten selbst zuschauen.“ Blum erkennt in dem Film auch eine Nähe zu Inglourious Basterds, da es Tarantino „auf die explosive Vermischung von Fernsehcowboy und echten Outlaws abgesehen“ habe. Er antworte mit den Waffen der Unterhaltung, in der Gewaltszene Schluss überschreibe er, „ähnlich wie in Inglourious Basterds, die Geschichte des echten Grauens mit einem Popkultur-Skript“, in dem sich „die Darsteller ihre Figuren wieder zu eigen machen.“[42]

In ihrer Kritik bei Spiegel Online sieht Hannah Pilarczyk in dem Film einen „großen, sinnentleerten Spaß“, da sie meint, dass der Film so pointenarm sei, merke man aber die längste Zeit nicht, weil er so pointenreich daherkäme. In der Zielgeraden schwinge sich der Film zu einer Heldentat auf, die ganz und gar anmaßend sei – fast so anmaßend wie sein Umschreiben des Holocausts in Inglourious Basterds oder die Geschichte der Sklavenbefreiung in Django Unchained. Tarantino wolle sie einfach alle retten – Juden, Schwarze, Frauen.[43]

Thomas Assheuer bezeichnet den Film in der Zeit als „Meisterwerk“: Er halte dem aktuellen Amerika den Spiegel vor und zeige die Spaltung zwischen der Kulturindustrie und ihren sinnlosen Gewaltbildern und der Realität, die das Kino verleugne. Diese Spaltung spiegele sich in den beiden Protagonisten: dem Schauspieler, der auf dem Bildschirm und der Leinwand sichtbar sei und Unsinnstexte spreche, und dem unsichtbaren Stuntman, der ruhmlos seinen Körper dafür hinhalte. Warum Tarantino in der Klimax des Films „die rächende Gewalt in einem spektakulären Exzess sadistisch überschießen lässt“, bleibe aber unverständlich. Der Schluss des Films sei aber zutiefst menschlich und übe „eine Gerechtigkeit, die nicht von dieser Welt ist […] reine Kino-Metaphysik und eine großartige Anmaßung dazu“.[44]

In der taz lobt Fabian Tietke den Film als „Abgesang auf die goldene Zeit des Hollywood-Western“, den Tarantino ausgerechnet mit den Mitteln des New Hollywood anstimme. Der Film habe zwar Längen, da die Handlung recht spärlich sei, insgesamt sei er aber immer dann am besten, wenn er sich gar nicht um sie schere. Der Film schwanke zwischen dieser „schönen Freiheit“ und dem Bombast seiner Ausstattung. Als Autorenfilm wirke Once Upon a Time in Hollywood im „Superheldeneinheitsbrei der aktuellen Produktionslandschaft […] gerade in seiner Unausgewogenheit befreiend“.[45]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Golden Trailer Awards 2019

  • Auszeichnung für den Besten Teaser
  • Nominierung für das Beste Filmposter eines Sommerblockbusters
  • Nominierung für die Beste virale Kampagne[46]

Internationale Filmfestspiele von Cannes 2019

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Once Upon a Time in Hollywood – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Freigabebescheinigung für Once Upon a Time in Hollywood. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (PDF; Prüf­nummer: 191759/K).Vorlage:FSK/Wartung/typ nicht gesetzt und Par. 1 länger als 4 Zeichen
  2. Eric Pedersen: Sony Moves Tarantino’s Manson Pic, Dates ‘Zombieland 2’ & ‘Little Women’. In: Deadline Hollywood. 18. Juli 2018. Abgerufen am 19. Juli 2018.
  3. Tarantino Calls ‘Once Upon A Time In Hollywood’ The “Closest To ‘Pulp Fiction'” He’s Ever Done. 24. April 2018, abgerufen am 10. Juli 2018 (englisch).
  4. a b „Once Upon a Time in Hollywood“ Quentin Tarantino vergleicht neuen Film mit „Pulp Fiction“. In: Stuttgarter Nachrichten, 24. April 2018.
  5. Mike Fleming Jr: Quentin Tarantino Seeking New Movie Home: Studios Reading #9 This Week. In: Deadline Hollywood. 1. November 2017. Abgerufen am 10. Juli2018.
  6. Mike Fleming Jr: Sony Pictures Confirms Quentin Tarantino Deal; Margot Robbie, Tom Cruise, Brad Pitt, Leonardo DiCaprio Circling. In: Deadline Hollywood. 17. November 2017. Abgerufen am 10. Juli 2018.
  7. Borys Kit: How Sony Nabbed Quentin Tarantino’s Manson Movie. In: The Hollywood Reporter. 18. November 2017. Abgerufen am 10. Juli 2018.
  8. Once Upon a Time in Hollywood (2019) - Box Office Mojo. Abgerufen am 5. August 2019.
  9. Once Upon a Time in Hollywood (2019) - Box Office Mojo. Abgerufen am 3. August 2019.
  10. Mike Fleming Jr: Leonardo DiCaprio To Star In Quentin Tarantino’s New Movie. In: Deadline Hollywood. 12. Januar 2018. Abgerufen am 10. Juli 2018.
  11. Brent Lang, Justin Kroll: Leonardo DiCaprio, Jennifer Lawrence and Other Star Salaries Revealed. In: Variety. 8. Mai 2018. Abgerufen am 18. Juni 2018.
  12. Justin Kroll: Leonardo DiCaprio to Star in Quentin Tarantino’s Manson Movie. In: Variety. 12. Januar 2018. Abgerufen am 10. Juli 2018.
  13. Anthony D'Alessandro: Quentin Tarantino’s ‘Once Upon A Time In Hollywood’ Adds Al Pacino. In: deadline.com, 7. Juni 2018.
  14. Mike Fleming Jr: Margot Robbie Now In Negotiations To Play Sharon Tate In Quentin Tarantino Film. In: Deadline Hollywood. 13. März 2018. Abgerufen am 10. Juli 2018.
  15. Zack Sharf: Zoë Bell on Quentin Tarantino’s New Movie: The World Is Going to Implode ‘With So Much Genius in One Space’. In: IndieWire. 8. März 2018. Abgerufen am 10. Juli 2018.
  16. Jeremy Fuster: Zoe Bell to Work on Quentin Tarantino’s ‘Once Upon a Time in Hollywood’. In: The Wrap. 7. März 2018. Abgerufen am 10. Juli 2018.
  17. Mike Fleming Jr: Quentin Tarantino Cast Thickens: Burt Reynolds To Star, Roth, Russell, Madsen Play Small Roles; Margot Robbie Confirmed As Sharon Tate. In: Deadline Hollywood. 8. Mai 2018. Abgerufen am 10. Juli 2018.
  18. Mike Fleming Jr: Timothy Olyphant Negotiating Lead Role In Quentin Tarantino’s ‘Once Upon A Time In Hollywood’. In: Deadline Hollywood. 11. Mai 2018. Abgerufen am 10. Juli 2018.
  19. Mike Fleming Jr: Quentin Tarantino’s ‘Once Upon A Time In Hollywood’ Adds Luke Perry, Damian Lewis, Dakota Fanning, More. In: Deadline Hollywood. 6. Juni 2018. Abgerufen am 10. Juli 2018.
  20. Justin Kroll: Al Pacino Joins Quentin Tarantino’s Manson Movie (Exclusive). In: Variety. 7. Juni 2018. Abgerufen am 10. Juli 2018.
  21. Scoot McNairy Joins Quentin Tarantino’s ‘Once Upon A Time In Hollywood’
  22. Valentina Aschenbrenner: Tarantino rekrutiert acht neue Schauspieler für 'Once Upon A Time In Hollywood'. In: ign.com, 8. Juni 2018.
  23. Here's who Quentin Tarantino has cast to play Bruce Lee in Once Upon a Time in Hollywood. 15. August 2018, abgerufen am 15. August 2018 (englisch).
  24. Tarantino hat Charles Manson gefunden. Gala. 29. August 2018. Abgerufen am 29. August 2018.
  25. Polish actor Rafal Zawierucha has been cast as Roman Polanski. Hollywood Reporter. 27. August 2018. Abgerufen am 29. August 2018.
  26. Mia Galuppo: Burt Reynolds Did Not Shoot Role in Quentin Tarantino's New Movie auf hollywoodreporter.com, abgerufen am 7. September 2018 (englisch)
  27. Haleigh Foutch: Burt Reynolds Did Not Shoot His Role in Tarantino’s ‘Once Upon a Time in Hollywood’ auf collider.com, abgerufen am 7. September 2018 (englisch)
  28. Danielle Garrand: Burt Reynolds' final projects: "Defining Moments," planned role in Quentin Tarantino film auf cbsnews.com, abgerufen am 7. September 2018 (englisch)
  29. Aaron Couch: Bruce Dern to Replace Burt Reynolds in ‘Once Upon a Time in Hollywood’ auf hollywoodreporter.com (abgerufen am 28. September 2018)
  30. https://variety.com/2018/film/news/leonardo-dicaprio-brad-pitt-once-upon-a-time-in-hollywood-first-look-1202859123/
  31. Olivia Ovenden: See How Tarantino Time-Warped Los Angeles Back To The 1960s For 'Once Upon A Time In Hollywood'. In: Esquire, 24. Juli 2018.
  32. DPA-Starline: Film: Margot Robbie zeigt sich als 60er-Jahre-Ikone Sharon Tate. In: Focus Online. 7. August 2018, abgerufen am 14. Oktober 2018.
  33. Christopher Marc: Tarantino’s 'Once Upon A Time In Hollywood’ Begins Filming On June 18th In LA. Omega Underground. 24. Mai 2018. Archiviert vom Original am 18. Juni 2018. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/omegaunderground.com Abgerufen am 10. Juli 2018.
  34. Screening Guide 2019. In: festival-cannes.com (PDF-Datei, 222 KiB; abgerufen am 9. Mai 2019).
  35. The 2019 Selection: New announcements!. In: festival-cannes.com, 2. Mai 2019 (abgerufen am 2. Mai 2019).
  36. Carsten Baumgardt: Nach Protesten: Sony verschiebt Quentin Tarantinos Manson-Mörder-Film „Once Upon A Time… In Hollywood“. In: filmstarts.de, 20. Juli 2018.
  37. Go, Quentin! Erstes Poster zu "Once Upon a Time ... in Hollywood". 18. März 2019, abgerufen am 18. März 2019.
  38. Starttermine Deutschland. In: insidekino.com. Abgerufen am 25. April 2018.
  39. 4-Stunden-Fassung bei Netflix: Once Upon a Time in Hollywood soll Miniserie werden. In: Moviepilot.de. Abgerufen am 5. August 2019.
  40. Once Upon a Time in Hollywood. In: synchronkartei.de. Deutsche Synchronkartei, abgerufen am 14. August 2019.
  41. Once Upon a Time in Hollywood. In: Rotten Tomatoes. Abgerufen am 3. August 2019.
  42. Pascal Blum: Kritik zu Once Upon a Time in Hollywood. sueddeutsche.de, 22. Mai 2019, abgerufen am 3. August 2019.
  43. Hannah Pilarczyk: Er rettet sie alle. spiegel.de, 21. Mai 2019, abgerufen am 3. August 2019.
  44. Thomas Assheuer: Der Seele einen Whisky Sour. In: Die Zeit vom 8. August 2019, S. 33.
  45. Fabian Tietke: Mit Sharon Tate im Kino. In: taz vom 14. August 2019, S. 16.
  46. The 20th Annual Golden Trailer Award Winners, abgerufen am 2. Juni 2019.