Hochborn

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Hochborn
Hochborn
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Hochborn hervorgehoben
Koordinaten: 49° 43′ N, 8° 12′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Alzey-Worms
Verbandsgemeinde: Wonnegau
Höhe: 270 m ü. NHN
Fläche: 3,56 km2
Einwohner: 420 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 118 Einwohner je km2
Postleitzahl: 55234
Vorwahl: 06735
Kfz-Kennzeichen: AZ
Gemeindeschlüssel: 07 3 31 011
Adresse der Verbandsverwaltung: Am Schneller 3
67574 Osthofen
Webpräsenz: www.hochborn.de
Ortsbürgermeister: Herwarth Mankel
Lage der Ortsgemeinde Hochborn im Landkreis Alzey-Worms
Gimbsheim Hamm am Rhein Eich (Rheinhessen) Alsheim Mettenheim Osthofen Bechtheim Dittelsheim-Heßloch Frettenheim Westhofen Monzernheim Gundheim Bermersheim Gundersheim Hangen-Weisheim Hochborn Offstein Hohen-Sülzen Monsheim Wachenheim (Pfrimm) Mölsheim Flörsheim-Dalsheim Mörstadt Wendelsheim Stein-Bockenheim Wonsheim Wonsheim Siefersheim Wöllstein Gau-Bickelheim Gumbsheim Eckelsheim Gau-Weinheim Vendersheim Wallertheim Partenheim Saulheim Udenheim Schornsheim Gabsheim Wörrstadt Sulzheim (Rheinhessen) Spiesheim Ensheim Armsheim Flonheim Erbes-Büdesheim Nack Nieder-Wiesen Bechenheim Offenheim Bornheim (Rheinhessen) Lonsheim Bermersheim vor der Höhe Albig Biebelnheim Bechtolsheim Gau-Odernheim Framersheim Gau-Heppenheim Alzey Ober-Flörsheim Flomborn Eppelsheim Dintesheim Esselborn Mauchenheim Freimersheim (Rheinhessen) Wahlheim Kettenheim Hessen Mainz Landkreis Mainz-Bingen Worms Rhein-Pfalz-Kreis Landkreis Bad Dürkheim Landkreis Bad Kreuznach DonnersbergkreisKarte
Über dieses Bild

Hochborn (bis 1971: Blödesheim) ist eine Ortsgemeinde in Rheinhessen im Landkreis Alzey-Worms in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Wonnegau an.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hochborn liegt im Alzeyer Hügelland, einem Teil des Rheinhessischen Tafel- und Hügellandes. Es befindet sich etwa 6,5 km südöstlich von Alzey und 15 km (jeweils Luftlinie) nordwestlich von Worms. Gelegen auf etwa 263 bis 278 m ü. NHN[2] mit Ortskernlage im Bereich der Dorfkirche auf 270 m[2] Höhe gehört es zu den höchstgelegenen Ortschaften im Rheinhessischen Tafel- und Hügelland. Knapp 1,5 km (Luftlinie) nördlich der Kirche liegt der Kloppberg (293,4 m). Am südlichen Dorfrand entspringt der Blödesheimer Bach.

Klima und Hydrologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Jahresniederschlag beträgt 541 mm. Die Niederschläge sind sehr niedrig. Sie liegen im unteren Zehntel der in Deutschland erfassten Werte. An 9 % der Messstationen des Deutschen Wetterdienstes werden niedrigere Werte registriert. Der trockenste Monat ist der Februar. Die meisten Niederschläge fallen im Juli, 1,9mal mehr als im Februar. Die Niederschläge variieren mäßig. An 34 % der Messstationen werden niedrigere jahreszeitliche Schwankungen registriert. Trotz seiner Höhenlage ist die Dorfgegend wasserreich, was bei der Umbenennung in Hochborn (BornBrunnen) berücksichtigt wurde.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste urkundliche Erwähnung war am 23. April 782, im Urkundenbuch des Klosters Lorsch heißt es »Theodo und Authilde von Blatmarsheim« haben dem Kloster »15 Morgen Ackerland und eine Wiese zum Geschenk gemacht«.[3] In späteren Urkunden wurde der Ortsname Blatmarisheim (788), Blittersheim 789, Blettenesheim 1071, Bleidinsheim 1261, Blendinsheim 1348 und seit 1613, nach anderen Informationen seit 1631, führte das Dorf den Namen Blödesheim.[4][5]

Vom 15. bis zum Ende des 18. Jahrhunderts gehörte der Ort landesherrlich zur Kurpfalz und unterstand der Verwaltung und der Gerichtsbarkeit des Oberamtes Alzey.

Nach der Einnahme des Linken Rheinufers durch französische Revolutionstruppen wurde die Region im Jahr 1797 von Frankreich annektiert. Von 1798 bis 1814 gehörte Blödesheim zum Kanton Bechtheim im Departement Donnersberg. Blödesheim war der Mairie Monzernheim zugeordnet.

Aufgrund der 1815 auf dem Wiener Kongress getroffenen Vereinbarungen und einem 1816 zwischen Hessen, Österreich und Preußen geschlossenen Staatsvertrag kam die Region, damit auch die Gemeinde Blödesheim, zum Großherzogtum Hessen und wurde von diesem der Provinz Rheinhessen zugeordnet.

Nach Auflösung der rheinhessischen Kantone kam der Ort 1835 zum neu errichteten Kreis Worms, dem er bis zum 1. November 1938 angehörte. Im Zuge der damaligen Gebietsreform stieß er zum Kreis Alzey, der kurz darauf in Landkreis Alzey umbenannt wurde.[6]

1945 besetzten amerikanische Truppen den Ort, der jedoch im Sommer 1945 der französischen Besatzungszone zugeschlagen wurde und 1946 zum neuen Land Rheinland-Pfalz kam. Der Landkreis Alzey bestand darin bis zur Verwaltungsreform vom 7. Juni 1969 fort, im Zuge derer dessen überwiegender Teil im Landkreis Alzey-Worms aufging, dem Blödesheim seitdem angehört.[7]

Am 1. März 1971 wurde der Ort von Blödesheim in Hochborn umbenannt,[8][7] nachdem eine Umfrage unter den Bürgern stattgefunden hatte. Neben Hochborn und dem ursprünglichen Blödesheim hatten die Einwohner auch noch die Möglichkeit für „Bergborn“ zu stimmen, oder einen eigenen Namensvorschlag zu machen.[4]

Von 1972 bis 2014 gehörte Hochborn zur Verbandsgemeinde Westhofen, seither zur Verbandsgemeinde Wonnegau.

Deutschlandweite Medienpräsenz erhielt die Ortsgemeinde einmal direkt bei der Umbenennung 1970 im Magazin Der Spiegel und in der Fernsehberichterstattung von SWF und ZDF,[4] sowie ab dem 13. Februar 2001, als ein Fernsehbeitrag aus den 1970er Jahren des damaligen Südwestfunks von Stefan Raab in seiner Sendung TV total über den Ort Blödesheim aufgegriffen wurde. Stefan Raab besuchte daraufhin in der Fastnachtszeit den Ort und warb einige Wochen in seiner Fernsehsendung und in der Ortsgemeinde um die Rückbenennung in Blödesheim.[9]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat in Hochborn besteht aus acht Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzenden.[10]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister bzw. Ortsbürgermeister waren:[5]

1832–1837 Georg Ochs
1837–1853 Christian Jene
1843–1853 Jacob Claß
1853–1882 Georg Ochs, Sohn des 1. Bürgermeisters Georg Ochs
1883–1899 Philipp Schaffner
1899–1914 Peter Schaffner, Sohn von Philipp Schaffner
1914–1930 Jacob Jene II
1930–1945 Friedrich Class
Jacob Flörsch, Peter Blum (kommissarisch nach Kriegsende)
1946–1974 Johann Georg Dürkes (CDU)
1974–1999 Ludwig Abel
1999–2004 Kurt Knell
seit 2004 Herwarth Mankel

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen ist geteilt. Im oberen Teil auf schwarzem Grund der goldene rot bewehrte und bezungte Pfälzer Löwe. Im unteren Teil fünf grüne nebeneinander angeordnete Eichenblätter auf silbernem Grund.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die evangelische Laurentiuskirche wurde 1070 als „Kapelle von Blettenesheim“ erbaut bzw. erstmals erwähnt.
  • An der Langgasse/ Ecke Stielgasse steht das Kriegerdenkmal für die Gefallenen der Einigungskriege. An der Vorderseite ist ein Reliefmedaillon Kaiser Wilhelms I. zu sehen, auf dem Sockel steht eine Nachbildung der Germania des Niederwalddenkmals. Das Denkmal, eine Stiftung des „Kriegerverein Blödesheim“ und finanziert durch die Sammlung freiwilliger Spenden, wurde von dem Steinmetz J. Sipp aus Gundersheim in gelben Sandstein ausgeführt und 1892 feierlich enthüllt.[11] Später wurde das Kriegerdenkmal durch Hinzufügung weiterer Inschriften für die Gefallenen der Weltkriege nachgewidmet.

Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Hochborn

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hochborn gehört zu den drei Ortschaften in Rheinhessen, in denen kein Weinbau auf der eigenen Gemarkung stattfindet.[12]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bundesautobahn 61 ist über Alzey erreichbar.

Energie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Windpark Hochborn

In Hochborn existiert ein Windpark mit 10 Nordex N43 Windkraftanlagen auf 77,5 m hohen Stahlfachwerktürmen. Jede dieser Anlagen, die 2000 in Betrieb gingen, leistet 600 kW.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Anzahl der Einwohner in den Kommunen am 31. Dezember 2015 (Hilfe dazu).
  2. a b Kartendienst des Landschaftsinformationssystems der Naturschutzverwaltung Rheinland-Pfalz (LANIS-Karte) (Hinweise)
  3. Gemeinden / Blödesheim: Schimpf und Spott. In: Der Spiegel. Nr. 34, 1970, S. 71 (online).
  4. a b c Herwarth Mankel: Blödesheim – ein Ort ändert seinen Namen; Heimatjahrbuch 2012, 47. Jahrgang, Herausgeber: Landkreis Alzey-Worms; S. 200–201
  5. a b Internetauftritt der Ortsgemeinde Hochborn
  6. Territoriale Veränderungen in Deutschland und deutsch verwalteten Gebieten 1874 – 1945: Worms
  7. a b Amtliches Gemeindeverzeichnis 2006 des Statistischen Landesamtes Rheinland-Pfalz (PDF; 2,1 MB), S. 158
  8. Gemeinden / Blödesheim: Schimpf und Spott. In: Der Spiegel. Nr. 34, 1970, S. 70–71 (online).
  9. Hysterie um Raabs „totalen TV-Blödsinn“ gut verkraftet – Gemeindeporträt der Rhein Main Presse vom Freitag, 11. März 2005, S. 14
  10. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  11. Dr. Otto Kuntzemüller, Die Denkmäler Kaiser Wilhelms des Großen, Bremen o.J. (1903), S. 399
  12. Frischer Wind auf Feldern und in Köpfen – Hochborn setzt auf Lebensqualität und Dorfgemeinschaft/Berühmtheit als „Blödesheim“ in der Rhein Main Presse vom 29. Juli 2008