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28.04.
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Wikimedia:Woche 16/2017 (20.04.) | Wikimedia:Archiv
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Spontanes Wikipedia-Treffen in Moers mit geringem Kostenaufwand!

Geplant ist eine offene Plattform, um diverse Themen zu diskutieren. Beginnen kann es am Mittwoch, dem 10. Mai, um 19.00 mit einer Kulturveranstaltung zugunsten der in der Türkei und in aller Welt inhaftierten Journalisten und Journalistinnen. Als Ende des Ganzen ist Sonntag, der 14. Mai, gegen 14.00 Uhr vorgesehen. Jeder Teilnehmer/in kann entscheiden, wann und wie lange er/sie dabei sein möchte. Der Programmrahmen sieht feste Zeiten für das Zusammentreffen am Vormittag, Nachmittag und am Abend vor. Die Teilnehmer legen selbst ihre Agenda fest.

Mögliche Themen:

• Atmosphäre, Umgang der Wikipedianer/innen untereinander • Ideenwerkstatt (für wichtige Arbeitsschwerpunkte) • Frauenquote (warum bisher nur ca. 10%?) • Anonymität (Offenlegung von „Sockenpuppen“) • Unhöfliches Löschen (Abschreckung für Neulinge vermeiden) • Relevanzkriterien (z.B. Artikel: Newstral; Unternehmen ab 100 Mitarbeitern) • Überlange Artikeldiskussionen (Moderation erforderlich?) • Teamwork bei der Artikelarbeit • Umstrittene Artikel (Wie kann man die Regeln verbessern?) • Vandalismusmeldungen („Geh Sterben“; „ich geh jetzt und zieh mir einen fetten Porno rein“) • Zusammenarbeit mit Wikimedia (Projekte, Redaktionen etc.)

Niemand soll sich festlegen. Bei Lust und Laune kann man sich aus einzelnen Elementen ausklinken, Moers und den Niederrhein erkunden, einfach relaxen oder sich in Kleingruppen mit alternativen Fragen befassen. Wenn gewünscht, kann es eine kleine Stadtführung geben. Für die Verpflegung ist an ein gemeinsames Kochen mit Kostenbeteiligung gedacht. Vielleicht beschließen wir auch, bestimmte Mahlzeiten in einem Restaurant einzunehmen. Moers verfügt da über allerlei Möglichkeiten. Unterbringung kann für fünf Betten und diverse Isomatten sichergestellt werden. Sollte die Teilnehmerzahl zu groß werden, müssen wir auf ein preiswertes Hotel ausweichen. Leute, die von weiter anreisen, können am Bahnhof abgeholt und auch wieder dahin gebracht werden. (Taxipreis: 12 Euro). Reisegeldzuschüsse kann man bei Wikimedia beantragen. Wir bitten um unverbindliche Anmeldung. LH, A. 25. 04.
PS: Anmelden kann man sich hier unter " Folgende Mitarbeiter/innen kommen nach Moers:" (MN, 26.4.)

Ideenworkshop für Wikimedia-Freiwillige in der Schweiz

Einige der Teilnehmer am Ideenworkshop 2016

Am 6. Mai führt der Schweizer Verein Wikimedia CH von 10 bis 16.30 Uhr einen Ideenworkshop durch. Veranstaltungsort ist wie bei der ersten Austragung im vergangenen Jahr die Fachhochschule Nordwestschweiz in Olten. Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus drei Sprachregionen sollen an diesem Eisenbahnknotenpunkt zusammenkommen, um sich über Community-Projekte auszutauschen.

Besonders eine zahlreiche Beteiligung aus der Deutschschweiz ist hierbei wichtig. Dies nicht zuletzt aufgrund eines unerfreulichen Ereignisses: Zu Beginn des Monats März haben sich konkrete Pläne für einen Community-Space in Zürich aufgrund eines Entscheids der Vereinsführung in Luft aufgelöst. Aus Frust haben zwei bisherige Vorstandsmitglieder seither dem Verein den Rücken gekehrt. Meiner Meinung nach sollten Gespräche über solche Wünsche und Vorstellungen der Community nun dennoch fortgesetzt werden. In der aktuellen Strategie von WMCH, die seit dem Amtsantritt der Geschäftsführerin Jenny Ebermann im Frühling 2016 vorangetrieben wird, bildet Community einen von drei Pfeilern neben GLAM und Bildung. Da sollte die grösste Schweizer Sprachregion mit einer nennenswerten Wikipedia-Community nicht abseits stehen und zu kurz kommen. Mehr noch als beim letztjährigen Ideenworkshop wird es darauf ankommen, dass die Community an der Umsetzung der Strategie über das Jahr 2020 hinaus beteiligt wird. Dazu gehört aber auch eine Beteiligung an solchen Veranstaltungen. Eine Anmeldung ist bis zum 5. Mai über die Veranstaltungsseite im Meta-Wiki möglich. Pkh (25.4.)

Diskussion: Abmahnungen bei Nutzung von Commons-Inhalten

In den letzten Jahren haben einige Nutzerinnen und Nutzer freier Inhalte Abmahnungen erhalten, in denen es um die Verletzung von Creative-Commons-Lizenzbedingungen ging. Durchaus häufig stammten die verwendeten Inhalte von Wikimedia Commons oder anderen Wikimedia-Projekten. Im ohnehin aufgeheizten Klima der Copyright-Debatten hat dies zunehmend negative Folgen: In einer Vielzahl von Institutionen, von öffentlichen Stellen wie Ministerien und Rundfunkanstalten über Stiftungen und Einzelprojekte bis hin zu Unternehmen und Vereinen, herrscht wachsende Unsicherheit bei der Verwendung freier Inhalte. In einzelnen Bereichen wurden bereits offene Warnungen vor deren Nutzung ausgesprochen.

Nicht alle derartigen Abmahnungen erfolgen berechtigterweise, das heißt, es liegen nicht in allen Fällen wirklich auch Rechtsverletzungen vor. Das ist zwar ein Problem, wäre aber juristisch zumindest theoretisch klärbar. Weitaus schwieriger ist die Frage zu beantworten, wie mit Fällen umgegangen werden sollte, in denen eindeutige – wenn auch nur versehentliche oder minimale – Verletzungen von CC-Bedingungen vorliegen und Abmahnungen daher formell berechtigterweise ausgesprochen werden können. Wie sollten Rechteinhaberinnen, Communitys und Wikimedia-Institutionen damit umgehen? Wie können die Rechte der Kreativen gewahrt und die Autorität freier Lizenzen hochgehalten werden, ohne zugleich unnötigen Schaden am Vertrauen auf die Nutzbarkeit freigegebener Inhalte zu erzeugen?

Auf einer neuen Diskussionsseite auf Meta in unserem dortigen Portal zu Politik und Recht möchte Wikimedia Deutschland einen Rahmen zur Diskussion möglichst vieler verschiedener Lösungsvorschläge bieten. Die bisher geführten Debatten zeigen, dass es großen Klärungsbedarf gibt. Das Ziel ist daher eine gemeinsame Meinungsbildung von Communitys und Wikimedia-Chaptern. Welche Lösungsansätze sind sinnvoll, welche nicht? Welche Fragen und Anliegen haben Priorität? Größerer Schaden am Image von Open Content gefährdet letztlich den Zugang zu Freiem Wissen. Deshalb hoffen wir, dass möglichst viele mitdiskutieren, kommentieren und neue Ideen einbringen. Die Diskussion onwiki ist zunächst bis zum 15. Mai 2017 vorgesehen, wobei dies keine harte Deadline darstellt. JW(WMDE), 25.4.

PS: Unsicher bei der lizenzkonformen Nachnutzung? Hilfestellung gibt’s beim Lizenzhinweisgenerator.

Benutzer:Rolf H. gestorben

Rolf Heinrich war mehr als 11 Jahre aktiver Wikipedianer in Köln. Angefangen hat er unter dem Namen „Schweinepeterle“, später war er unter seinem Klarnamen aktiv. Rolf war von Beginn an engagiert vor allem in Kölner Themen - sein zweiter Edit war konsequenterweise direkt im Artikel Kölner Karneval, und auch im WikiProjekt Köln konnte man ihn häufig antreffen. Als ich einmal eine Kabbelei zwischen ihm und einem anderen Kölner Benutzer schlichten wollte, drohte ich den beiden, die Stadt klassisch aufzuteilen: Die Schäl Sick für Rolf. So hat es sich dann beinahe auch ergeben: Rolf war für die rechtsrheinischen Stadtteile Kölns zuständig, wo er persönlich auch verwurzelt war. In den letzten Jahren konnte man sich jedoch drauf verlassen, Rolf ganz salomonisch genau in der Mitte zwischen den beiden Rheinseiten zu treffen: Er schrieb und fotografierte fast alle Artikel rund um die Köln-Düsseldorfer Rheinschiffe, darunter einige exzellente und lesenwerte Stücke. Fast unnötig zu sagen, dass er bei all dem auch engagiert als „Hausmeister“ mit Adminknöppen unterwegs war und tausende Fotos zu Commons beitrug. Leider haben wir es in all der Zeit nur einmal geschafft, uns live in einer kleinen Stammtischdelegation zu treffen.

Letzte Woche haben wir erfahren, dass Rolf im Alter von nur 53 Jahren gestorben ist. Unser Beileid gilt seiner Frau und seiner Familie und all seinen Freunden. Ruhe sanft Rolf, da drüben auf der Schäl Sick … ely (24.4.)
PS: Da wir es leider nicht geschafft haben, seine Familie direkt zu erreichen, haben wir mangels Zustimmung auf die Anlage einer Kondolenzliste vorerst verzichtet

Asien-Marathon Mai 2017

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Zweite Runde des Asien-Marathons, dem kleinen deutschsprachigen Bruder des globalen Asian Months. Beim Wettbewerb im Februar mit dem Themenland Südkorea nahmen elf Autoren teil, schufen 96 neue Artikel und erweiterten weitere 19 Artikel. Ein kleiner Quantensprung. Im Mai werden gleich drei südostasiatische Kleinstaaten Thema des Wettbewerbs: Der Stadtstaat Singapur, das Sultanat Brunei und Asiens jüngstes Land, Osttimor. Brunei ist bisher nur mit 123 Artikeln in der deutschen Wikipedia vertreten und bietet sicher die größte Fundgrube. Singapur verfügt über 740 Artikel und ist von der Quellenlage bestimmt am einfachsten zugänglich. Osttimor hat mit derzeitigen Stand bereits 1906 Artikel. Auf ersten Blick schon relativ ausgebaut. Doch gibt es noch zahlreiche Rotlinks bei der Fauna Timors, Flüsse und Berge finden sich auch und Themenartikel (zum Beispiel zu Frauen, Geologie, Literatur,...) könnten reizvolle und spannende Herausforderungen für Wikipedianer sein. Das Wikiprojekt Osttimor hat bereits Unterstützung bei der Themen- und Quellensuche signalisiert. Also, an die Tastatur und die Büchereien und Datenbanken gestürmt! Lasst uns Spaß haben und Wikipedias schönste Seite genießen, wenn wir neue, überraschende Artikel zu vielen Leuten unbekannten Orten schaffen. Hier geht es zum Wettbewerb. JPF (20.4.)

Ausstellung „Terra incognita – Bilder einer Expedition in den Wedding“ in der WMDE-Geschäftsstelle

Erste Impressionen vor Ort

Mit Vordringen der Wikipedia in die letzten Winkel des Erdballs wagte sich eine Expedition wagemutiger Forscher in die raue Umgebung des bis dato noch weitgehend unbekannten Gebiets des Berliner Weddings (der Kurier berichtete). Die spektakulären Expeditionsergebnisse sind nun in Farbe in der Geschäftsstelle von Wikimedia Deutschland (WMDE) am Tempelhofer Ufer in Berlin während der normalen Bürozeiten zu besichtigen. Die offizielle Ausstellungseröffnung soll am 27. April 2017 im Rahmen des offenen Editierens um 19 Uhr erfolgen. Vor Ort werden einige Expeditionsteilnehmer Rede und Antwort stehen.

Einige der Expeditionsteilnehmer mit Gästen der Vernissage

Aufgrund der großen Nachfrage an den gezeigten Exponaten handelt es sich bei der Ausstellung um eine Wanderausstellung, die bereits am 25. Januar 2017 unter großem Interesse der Öffentlichkeit feierlich eröffnet wurde (der Wikimedia-Blog berichtete). In den Räumen des Nachbarschaftsladen der Initiative Buttmannstraße konnten in den darauffolgenden Wochen erstmalig 25 Bilder besichtigt werden, die aus dem Expeditionsfundus von über 200 Bildern ausgewählt wurden. Den etwa 50 Gästen wurde ein buntes Rahmenprogramm mit einheimischen Klängen und exotischen Speisen inklusive der landestypischen „Wurst mit Schrippe“ geboten. Diana Schaal, ihres Zeichens Historikerin, unterhielt mit ersten Forschungsergebnissen zur Terra incognita.

Im Anschluss an die Darbietung der Schaustücke in der WMDE-Geschäftsstelle wird die Ausstellung vom 15. Juni bis 12. August 2017 in der Schiller-Bibliothek, inmitten des zu erforschenden Gebiets, zu sehen sein. Es wird gehofft, dass so auch einige der Einheimischen an den Impressionen teilhaben können. Q. (19.4.)

Anmerkung: der Fotowettbewerb galt für den ganzen Bezirk Wedding sgth

Dead or Alive?

„Nichts ist so gut wie eine gute Theorie.“

Dieses Bonmot wird dem Psychologen Kurt Lewin zugesprochen, der in der Organisationsforschung als einer der Gurus des Change Managements gilt. Nun befasst sich Change Management mit Veränderungen, die gezielt durchgeführt werden sollen. Ein etwas anderes Problem hat die Wikipedia befallen. Etwas verändert sich. Außer ein paar mehr oder weniger guten Ideen, kann niemand so richtig sagen, was es ist:

Weniger und weniger unserer Mitmenschen fühlen sich berufen, zum Autoren der Wikipedia zu werden.

Statt nun wahllos einige Theorien zu entwickeln, bevorzuge ich als Herangehensweise, die Organisation zu analysieren. Verschiedene Modelle der modernen Betriebswirtschaftslehre befassen sich mit der „idealen Organisation“, also mit der perfekten Form, für ein bestimmtes Vorhaben. Das Vorhaben der Wikipedia ist es, mit überwiegend freiwilliger Arbeit das Wissen der Menschheit für jeden zugänglich zu machen. Es ist einsichtig, dass für diese Aufgabe eine große Anzahl von Leuten aus vielen verschiedenen Fachbereichen benötigt werden. Dabei werden nur wenige dem Fachmann der einen Disziplin, sagen wir einmal einem Juristen, den Fachmann einer anderen Disziplin (Mediziner, Mathematiker, …) als Mitarbeiter an der Enzyklopädie vorziehen. Wir wissen, dass wir alle benötigen, obwohl es nur manchmal Überschneidungen gibt.

Eine ähnliche Situation finden wir beispielsweise an Universitäten, mit juristischen und medizinischen Fakultäten, Philosophen, Altphilologen, Geschichtswissenschaftlern, Physikern, Mathematikern, und, und, und … Wie in der Wikipedia kann dort ein Manager der Universität den Fachbereichen nicht wirklich irgend etwas sagen, nicht einmal das Personal oberhalb einer bestimmten Stufe können sie auswählen.

Hier mag man einwenden, dass es in der Wikipedia gar keine Manager gibt.

Manager kann man auf verschiedene Art und Weise identifizieren. Der kanadische Strategie-Guru Henry Mintzberg führt zehn Rollen auf, die Manager einnehmen müssen. Dabei handelt es sich um

  1. Figurehead – Galionsfigur
  2. Leader – Führer
  3. Liaison – Verbindungsmann
  4. Monitor – Überwacher/Aufsicht
  5. Disseminator – Informationsverteiler
  6. Spokesperson – Sprecher
  7. Entrepreneur – Unternehmer
  8. Disturbance Handler – Behandler von Störungen
  9. Resource Allocator – Ressourcen-Zuweiser
  10. Negotiator – Verhandler

Sähen wir ein Tier, das sehr groß ist, Grünfutter und sogar Wasser mit einem Rüssel aufnimmt, in Herden lebt und über mehr oder weniger große Ohren verfügte, mit deren Stellung die Männchen Aggression signalisierten, dann hätte kaum einer von uns ein Problem, dieses Tier als Elefanten zu bezeichnen. Wenn wir also in der Wikipedia Leute finden, die überwiegend mehrere der zehn oben aufgeführten Aktivitäten ausführen, dann könnten wir diese Leute mit Fug und Recht als „Management“ der Wikipedia bezeichnen. Tatsächlich gibt es Leute, die gleich mehrere der oben genannten Aufgaben auf sich vereinigen: Unsere Administratoren. Möglicherweise fehlt es den Administratoren an einigen der prominenteren Merkmale eines Managers, beispielsweise der Weisungsbefugnis, aber das soll uns vorerst nicht weiter stören.

Der Unterschied zwischen einem Autoren und einem Administrator kommt erfahrenen Anwendern kaum erwähnenswert vor. So wie ein Franziskanermönch seinen Tätigkeiten nachgeht, geht sein Abt ähnlichen Tätigkeiten nach. Der Unterschied zwischen den beiden ist bis auf einige Aufgaben eher klein. Beide stehen mitten in der Nacht auf, um lange Zeit im Gebet und beim Dienst an den Armen zu verbringen.

Tatsächlich beschreibt der oben erwähnte Henry Mintzberg in der Konfiguration von Mintzberg eine Form, die Mission, die sich genau durch ein solches Verhalten auszeichnet: Kleine Unterschiede zwischen den Geführten und den Führern, zusammengehalten durch ein gemeinsames Weltbild – den Glauben.

In der Wikipedia handelt es sich eben nicht um den Glauben, sondern um eine Vision: „Das Wissen der Menschheit …“ Der ein oder andere wird nun aufatmen und sagen: „Klasse, die Form ist beschrieben und wir sehen genauso aus.“ Wäre da nicht …

Trotz des durch die Franziskaner gesetzten Beispiels behauptet unser kanadischer Strategie-Guru, dass es kaum alte Organisationen dieser Form gibt. Das liegt daran, dass eine Mission auf sehr stabile Umwelten angewiesen ist. Von stabil kann im Umfeld der Wikipedia aber kaum gesprochen werden. Die Technologie verdoppelt noch immer ihre Fähigkeiten alle 2 bis 4 Jahre, Politik, Leser, das Internet – alles verändert sich in rasantem Tempo und erzeugt ständig neue Probleme, die die Wikipedia bewältigen muss. Die Mittel hierfür sind immer kleinteiligere Meinungsbilder, die die Probleme häufig nicht wirklich bewältigen, sondern höchstens eindämmen. Manche der sogenannten Lösungen führen auch zu noch mehr von den Problemen, die sie eigentlich beseitigen sollten.

Kommen wir also kurz zurück zu der Frage, was denn die ideale Organisation wäre. Organisationen, die eine ähnliche Expertenstruktur haben, also Universitäten oder große Krankenhäuser, werden üblicherweise nach einer völlig anderen Konfiguration von Mintzberg organisiert: der professionellen Bürokratie. In der professionellen Bürokratie gibt es einen sehr starken Technocore für Verwaltungstätigkeiten. Dazu gehört beispielsweise die Organisation der Personalbeschaffung, wenn auch die Auswahl durch die einzelnen Fachbereiche erfolgt. Es entsteht also die Frage, ob die Wikipedia sich von der Missionsform in eine professionelle Bürokratie verändern könnte.

Bürokratien zeichnen sich durch festgelegte Abläufe aus. Nach Forschungen der Aston-Gruppe nimmt die Anzahl von Vorschriften in Organisationen zu, je älter sie werden, je größer sie sind und je stabiler ihre Umwelt ist. Zwei dieser Faktoren treffen auf die Wikipedia zu: Sie wird älter, ist groß und sammelt Vorschriften. Und da haben wir endlich unser Problem.

Professionelle Bürokratien können sich nicht auf Macht verlassen. Kein Machthaber könnte je so viel Wissen haben, dass er den unzähligen Sparten in der Wikipedia Anweisungen geben könnte. Professionelle Bürokratien lösen dieses Problem, indem in den Auswahlkriterien sehr hohe Anforderungen an die Ausbildung gestellt werden. Wissenschaftliche Mitarbeiter einer Universität haben ein Studium absolviert, in welchem sie über mehrere Jahre mit den Sitten und Gebräuchen ihres Fachs vertraut gemacht wurden. Ärzte haben ein Studium durchlaufen und werden durch ein Klinikum gequält. Erst, wenn sie schon viele Jahre im System verbracht haben und die komplexen Regeln dieser Gesellschaft verinnerlicht haben, werden sie eine Chance erhalten, verantwortungsvollere Positionen einzunehmen.

Während Missionen die gemeinsame Glaubensvorstellung als Bindemittel verwenden, verwenden professionelle Bürokratien also eine Sozialisierung durch ähnliche Ausbildung als koordinierendes Element. Und damit kommen wir zu unserem eingangs erwähnten Problem.

Neue Autoren sind mit einer Gesellschaft konfrontiert, die recht hohe Erwartungen an die Autoren hat. Aber ein System zur Sozialisierung bieten wir nicht an. So verlassen wir uns weiterhin darauf, dass ein Autor mit „Trial and Error“ schon irgendwie erlernen wird, wie er sich in der Wikipedia behauptet. Wie er Freude an der Arbeit entwickelt. Wie er Freunde gewinnt und Einfluss erhält.

Die Wirklichkeit spricht eine andere Sprache. Trotz Mentorenprogramm und Gutmenschen in der LD überstehen immer weniger Autoren die Frühphase der Autorenschaft. Wir haben längst den Punkt erreicht, wo die Aquise von Neuautoren den Verlust an Abgängen nicht mehr ausgleicht. Trotzdem verlassen wir uns weiter auf die (nicht mehr so) „bewährten“ Methoden.

Und vielleicht sollten wir anfangen darüber nachzudenken, ob wir eine Mission bleiben wollen. Vielleicht hilft ja die Erkenntnis, dass es heute deutlich mehr Klosterruinen gibt, als lebende Klostergemeinschaften.Y (13. April)

„Kein Wiki Loves Monuments 2017 in Deutschland“

So könnte die Überschrift in den nächsten Tagen lauten. Die deutsche Ausgabe des weltweit größten Fotowettbewerbes hat mit ähnlichen Problemen zu kämpfen wie das Gesamtprojekt: An vielen Stellen fehlen noch Engagierte.

Auch wenn die Jury von Wiki Loves Monuments traditionell gut aufgestellt ist, gehört zum Projekt doch noch viel mehr dazu: Projektseiten und Banner müssen aktualisiert und die Anfragen von Interessierten beantworten werden, Tools für das Hochladen wie Bewerten sind einzurichten und Preise wie Preisverleihung sowie vielleicht ein paar Informationsflyer zu organisieren. Neue Mitmachende wollen langfristig in die Projekte integriert und die guten Partnerschaften, vorhandene wie geplante, angegangen werden. Auch sind noch einige Listen nicht veröffentlicht und im internationalen Kontext Teil des weltweiten Wettbewerbes geworden.

Definitiv zu viel Arbeit, um sie auf wenigen Schultern zu verteilen. Deshalb sind seit letztem Jahr verschiedene Aufgabenbereiche identifiziert worden, in denen man sich je nach eigenen Interessen und Fähigkeiten zielgerichtet auch partiell engagieren kann: Wikipedia:Wiki Loves Monuments 2017/Deutschland/Organisation. Damit die Erfahrungen gut von Jahr zu Jahr weitergetragen werden können und der Wettbewerb noch erfolgreicher werden kann, ist dazu erneut ein Workshop angedacht (Lokal K, 28.–30.4.). Da es bisher nur fünf feste Zusagen (vor allem von an der Jury Interessierten) gibt, droht nun die Absage. Dabei steht mit dem Europäischen Kulturerbejahr 2018 eine große Chance für den Wettbewerb und das Engagement in den Wikimedia-Projekten allgemein vor uns.

Solltet ihr Interesse daran haben, euch bei Wiki Loves Monuments organisatorisch zu engagieren und den Wettbewerb mit Leben zu füllen, tragt euch bitte in die Tabelle ein und kommt, wenn möglich, zum Workshop. Anfallende Kosten werden im üblichen Rahmen von Wikimedia Deutschland erstattet. DCB, MJK, MR(WMDE); 10.04.

Update: Der für Ende April größer geplante WLM-Kick-off zur Koordination der einzelnen Teams, zu Diskussionen über aktuelle und kommende Partnerschaften und eine bessere Nachhaltigkeit des Wettbewerbes insgesamt musste aus Mangel an Interesse leider abgesagt werden. In Planung ist jedoch ein Treffen ungefähr Anfang Juni von denjenigen, die an einer gemeinsamen Arbeit in einem Koordinierungskreis ähnlich dem 2016er interessiert sind. Dazu bitte auf der entsprechenden Seite eintragen.MR(WMDE); 18.04.

Die Namenskonventionen: nur Deko?

Die deutschsprachige Wikipedia enthält viele Tausend Artikel zu Personen aus der ehemaligen Sowjetunion. Ein vergleichsweise kleiner Teil davon hat das falsche Lemma, denn es entspricht nicht den Namenskonventionen Kyrillisch, die die Transkription kyrillischer Lemmata nach des Dudens Regeln vorschreiben. Also habe ich im Januar begonnen, alle diese Lemmata aus den entsprechenden Biografiekategorien herauszufiltern und fein säuberlich hier aufzuschreiben. Ich habe mir dann gesagt, dass ich ab dem 1. April jeden Tag einen Anfangsbuchstaben verschiebe, linkkorrigiere und abhake. Das hat bis zum 2. April auch gut geklappt, bevor ich dann nachmittags auf eine Vandalismusmeldung aufmerksam gemacht wurde. Am Ende waren es dann sogar fünf, nämlich die Nummern 18, 21, 22, 26 und 27 im Archiv. Hier wurde der Artikel zum bulgarischen Dirigenten Rossen Milanov auf Rossen Milanow verschoben, wie die Namenskonventionen es vorschreiben. Daraufhin entwickelte sich ein Edit- und Verschiebewar, der damit begründet wurde, dass diese Schreibweise weniger Ergebnisse bei Google liefert. In derselben wurde dann noch die Verschiebung des Aserbaidschaners Fuad Abdurachmanow auf Fuad Əbdürəhmanov kritisiert und schließlich rückgängig gemacht, obwohl die Namenskonventionen Aserbaidschanisch diese Schreibweise alternativlos vorschreiben. Das ganze wurde dann administrativ unterstützt und schließlich mit Sperren wegen Editwars beendet.

Um mal ein paar Dinge zu widerlegen: Einige Argumente waren ja, dass die Namenskonventionen reinste Theoriefindung sind, doch sie stammen vom Duden und sind damit so offiziell wie die Rechtschreibreform, … dass weniger Ergebnisse für diese Lemmata bei Google zu finden sind, als für die englische Transkription, aber das ist im englischsprachigen Internet in dieser englischsprachigen Welt auch wirklich kein Wunder, dennoch ist die deutschsprachige Wikipedia deutsch, … dass Zeichen wie ə für Deutsche nicht zu schreiben sind, aber das gilt doch für Zeichen wie ã, ă, ą, å, ć, ç, č, ğ, ħ, ı, ķ, ł, ñ, õ, ő, ř, ș, ț, ÿ, æ, ø, œ, ð und þ auch. Ich sehe hier keinerlei Diskussionsgrundlage. Im Übrigen benutzt wirklich jede Wikipedia ihre spracheigenen Transkriptionsregeln, man schaue sich mal ein paar Interwikilinks an, zum Beispiel bei Julija Tymoschenko. Transkription dient übrigens vor allem dazu, dass jeder weiß, wie ein Name ausgesprochen wird. Also nicht Mikitárijan, sondern Mchitarjan.

Aber die Diskussion wird ja gar nicht gesucht, denn die Namenskonventionen werden einfach missachtet und das wird administrativ gebilligt, da sich häufig auf die Regel Wenn für eine Person unterschiedliche Namen bzw. verschiedene Namensvarianten kursieren, sollte im Artikeltitel in der Regel ein amtlich registrierter Name verwendet werden. Ein alternativer Name kann verwendet werden, wenn die Person überwiegend unter diesem Namen bekannt ist oder dieser Name überwiegend in Gebrauch ist oder ein amtlicher Name nicht verfügbar ist. bezogen wird, die genau das Gegenteil der Namenskonventionen Kyrillisch aussagt. Schließlich ist der amtliche Name deutsch transkribiert, der überwiegend bekannte aber englisch.

Was soll man da noch tun? Sollen wir jetzt die deutsche Transkription abschaffen und uns nur noch von Google vorschreiben lassen, wie wir unsere Lemmata zu schreiben haben? Oder sollen einfach die letzten paar Hundert Lemmata korrigiert werden und wir haben das Problem aus der Welt? Weiterleitungen gibt es ja eh immer. Ich habe hierzu eine Umfrage gestartet. Frohes Abstimmen und Diskutieren! (Kenny, 6.4.)

Mein erster Löschantrag auf einen selbstverfassten Artikel

Am 17. Dezember 2016 stellte ich einen Löschantrag auf den Artikel Wilhelm Kotz von Dobrz, den ich im Sommer 2013 bei Wikipedia veröffentlicht hatte. Dieser Mini-Artikel behandelte einen österreichischen Juristen, der als Student zwei wissenschaftliche Artikel verfasst hatte und dann im Ersten Weltkrieg gefallen war. Ein Thema von grenzwertiger Relevanz, das dann auch prompt am 15. Juli 2013 einen Löschantrag erhielt; nach einigem Hin und Her wurde der Artikel jedoch soweit aufgeblasen verbessert, dass er die Hürde übersprang und behalten wurde. Seitdem stand der österreichische Jurist Wilhelm Kotz von Dobrz öffentlich sichtbar in der Wikipedia und gelangte durch die GND-Fehlermeldungen auch in eine nationale Normdatei.

Wilhelm Kotz von Dobrz hatte mich vor allem als Autor in Pauly-Wissowas Realenzyklopädie (RE) interessiert. Bei Wikisource läuft seit 2008 ein Projekt mit dem Ziel, alle Artikelverfasserinnen und -verfasser dieses Standardwerks zu erfassen, zu identifizieren und mit biografischen Artikeln zu versehen (Wikisource:Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft/Autoren) – die gemeinfreien zusätzlich mit Wikisource-Autorenseiten. Wilhelm Kotz von Dobrz war ein weiteres Blatt an diesem Baum.

So dachte ich jedenfalls; aber man lernt nie aus. Einige Jahre später, im Dezember 2016, wollte ich meine verfeinerten Recherche-Fertigkeiten anwenden und dem Internet zusätzliche Informationen zu Wilhelm entlocken. Dabei stieß ich auf seinen älteren Bruder Wolfgang, ebenfalls Jurist und im Gegensatz zu Wilhelm sogar mit Doktortitel. „Nachtigall, ick hör dir trapsen“, dachte ich mir. Also googelte ich verschiedene Kombinationen aus „Kotz“ und seinen Artikeln „Institutiones“ und „Callistratus“ – stieß auf ein Buch von Moriz Wlassak, Professor für Römisches Recht an der Universität Wien, der den Artikel Institutiones 1919 mit dem Autorennamen „Wolfgang von Kotz“ zitierte. Wolfgang, nicht Wilhelm.

Für mich war der Fall klar: Ich hatte mich 2013 geirrt, als ich Wilhelm zum RE-Autor erklärt hatte. Ich hatte einen Fehler aus dem RE-Autorenverzeichnis (im Generalregister, 1980) übernommen, das der Gymnasiallehrer Gerhard Winkler einmal in den Sommerferien erstellt hatte. Ein sehr nützliches Hilfsmittel, das aber im Einzelnen immer wieder zu überprüfen ist. Ich zog die Konsequenzen, legte einen Artikel über Wolfgang Kotz von Dobrz an und stellte einen Löschantrag auf den über seinen Bruder Wilhelm.

Aber so einfach war es dann doch nicht. Auf der Löschantragsseite und auf der Diskussionsseite des Artikels meldeten sich nun Stimmen, die Zweifel an der Richtigkeit meiner Darlegungen hatten. Woher wollte ich wissen, ob Wlassak sich nicht geirrt hatte? Was, wenn Winkler doch Recht hatte? Ob ich nur Wahrscheinlichkeitsargumente oder auch schlagende Beweise vorbringen könnte? Es dauerte dann noch über einen Monat, bis sich Admin:Leithian ein Herz fasste und den Artikel über Wilhelm löschte.

Man könnte an dieser Geschichte verschiedene Gesichtspunkte diskutieren. Mir ist besonders aufgefallen, wie anfällig Wikipedia für false positives ist – wie gerade in Randbereichen Falschinformationen ungeprüft stehenbleiben können – und wie schwer es dann sein kann, diese Falschinformationen zu beheben. Arrivierte Autorinnen und Autoren können schreiben, was sie wollen – je weniger Interesse für das Thema aufkommt, je weniger Augen einen Artikel kontrollieren, um so höher ist die Gefahr, dass Irrtümer verbreitet werden. Ich werde in Zukunft keine rasch zusammengegoogelten Artikel mehr veröffentlichen – mein Vorsatz fürs neue Jahr. (JG, 5.4.)

Persönliches zur Wikimedia Conference

Auf Einladung der Wikimedia Foundation habe ich vergangenes Wochenende an der Wikimedia Conference im Teil „Strategie“ teilgenommen. Davon möchte ich im Folgenden gerne berichten, aus meiner ganz persönlichen Sicht :-)

Als ich eingeladen wurde, war ich erst unsicher, ob ich zusagen soll. Strategie und Raymond, das passte bisher eigentlich nicht so ganz zusammen. Ich bin eigentlich mehr ein „Macher“, der sich für Inhalte und GLAM-Partnerschaften interessiert. Um es kurz zu machen: Ich bin sehr froh, dass ich doch teilgenommen habe.

Auch wenn ich Strategie oft als Abgehobenes wahrgenommen habe, das zu wolkigen Ergebnissen führt, so ist es doch sinnvoll, sich von Zeit zu Zeit zusammenzusetzen und über die Zukunft nachzudenken: Wo steht man, wo will man hin, zumal man ja nicht in einer Blase agiert, sondern in einer Welt, die – so zumindest mein Eindruck – in letzter Zeit nicht friedlicher/freundlicher wird.

Apropos Zusammensetzen: Mir persönlich fällt es sehr viel leichter, mich mit Menschen im persönlichen Gespräch auf Englisch zu unterhalten, als auf Meta in schriftlichem Englisch zu diskutieren.

Im Gegensatz zu den Wikimanias, an denen ich teilgenommen hatte, auf denen es immer viele Präsentationen aber nur wenige Arbeitsphasen gab, war es jetzt umgekehrt. Die drei Konferenztage waren sehr gut vorbereitet. Der Diskussionsprozess „zwang“ dazu, sich in jedem neuem Arbeitsschritt mit anderen Wikimedianern aus der ganzen Welt zusammen- und auseinanderzusetzen. So war sichergestellt, dass wirklich viele Sichtweisen in die Diskussion einfließen konnten und ich auch immer wieder meinen eigenen Standpunkt überdenken konnte.

Was mich mit am meisten freute, war zu Beginn der von den Teilnehmern eingebrachte Fokus auf die Inhalte der Wikimedia-Projekte. Auch wenn mir das manche nicht glauben werden, so sind auch die Board-/Vereinsehrenamtlichen und deren bezahlte Mitarbeiter sehr gut über die Projekte informiert und arbeiten – in welcher Position auch immer – mit Herz und Seele für das Freie Wissen.

Im Laufe der 3 Tage wurde es zugegebenermaßen abstrakter, bis am Schluss das vorläufige Ergebnis feststand. Auch hier gebe ich gerne zu, dass es für Nichtteilnehmer vielleicht etwas wolkig bis selbstverständlich klingt. Link zur Ergebnisseite folgt

Was hat mir die Teilnahme gebracht? Eine Unmenge Gespräche in Kleingruppen, viele neue Kontakte mit Menschen aus der ganzen Welt, die dieselben Ideale teilen wie ich: das freie Wissen. Und als wichtigster Punkt: Motivation, mich auch weiterhin für die Wikimedia-Projekte zu engagieren. (ray, 3.4.)

Bitteres aus Bitterfeld

WikiCon 2017

Eine WikiCon in Bitterfeld-Wolfen? Zugegeben, eine nette Vorstellung, aber daraus wird – zumindest im Jahr 2017 – nichts. Allen, die es geglaubt haben: Herzlichen Glückwunsch, Ihr seid unserem Aprilscherz auf den Leim gegangen. zwinker  Hier nun ganz offiziell und ganz ehrlich die Bekanntmachung:

Nach der WikiCon-Locationbesichtigungstour galt es für das Organisationsteam zusammen mit den Verantwortlichen von Wikimedia Deutschland die Vor- und Nachteile der einzelnen Veranstaltungsorte abzuwägen und eine Entscheidung zu treffen. Das Bauhaus Dessau mit dem zu kleinen Saal, der Salle de Pologne mit seinem äußerst begrenzten Platzangebot und das kitschige DORMERO Hotel Rotes Ross schafften es nicht in die engere Wahl. Und auch dem Kulturhaus Wolfen gelang dies (leider) nicht. Obwohl die Location uns viele Möglichkeiten geboten hätte, die Hotelsituation in der näheren Umgebung zwang uns zu diesem Schritt. Leider gibt es aktuell weder im Stadtteil Wolfen, noch im Stadtteil Bitterfeld ausreichend Hotel- und/oder Pensionszimmer um die Unterbringung der Teilnehmenden zu bewerkstelligen. Wäre das BIG-Hotel nicht „bis auf Weiteres geschlossen“, sähe die Situation anders aus, so aber musste die Entscheidung zwischen dem Kubus in Leipzig und der Georg-Friedrich-Händel-Halle in Halle (Saale) fallen.

Beide Veranstaltungsorte haben ihre – bereits im Kurierartikel zur Besichtigungstour zu Teilen beschriebenen – Vor- und Nachteile. Während die Platzverhältnisse im Kubus etwas begrenzter sind, ist der Mietpreis für die Georg-Friedrich-Händel-Halle mehr als dreimal so teuer. Dafür hätten wir mit der Händel-Halle eine Location in direkter Nachbarschaft zum MDR-Hörfunkzentrum, wohingegen uns der Kubus die Möglichkeit bietet Synergieeffekte mit den Wissenschaftlern des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung wirken zu lassen.

Kubus – Veranstaltungsort der WikiCon 2017

Genug der Vorrede: Das Organisationsteam der WikiCon 2017 freut sich nun endlich den Veranstaltungsort sowie Termin für die Convention bekanntgeben zu können. Die WikiCon 2017 wird vom 8.–10. September 2017 im Kubus in Leipzig stattfinden. Alle an der Teilnahme interessierten sind hiermit herzlich eingeladen, sich hier einzutragen. Weiterhin werden auch noch helfende Hände für die Veranstaltung gesucht, Freiwillige werden gebeten, sich auf der Projektseite einzutragen.

Natürlich will die Community-Veranstaltung auch mit Inhalten gefüllt werden: Der Call for Papers wird voraussichtlich Anfang Mai starten; ein gesonderter Hinweis im Kurier folgt. (DCB für das WikiCon-Orga-Team, 2.4.)

Projekt Offline-Adminwahl

Fertig zur Stimmabgabe: Wahlcomputer im Lokal K

Das herkömmliche Verfahren zur Wahl von Administratoren in der deutschsprachigen Wikipedia gilt seit langem als Sorgenkind: Anonyme Stimmabgaben mit Kommentarfunktion und unbegrenztem Platz auf der Diskussionsseite führen zu ausufernden Debatten, gespickt mit persönlichen Angriffen gegen die Kandidaten und andere Wähler. Nicht wenigen fähigen Benutzern fehlt die Bereitschaft, sich dieser Tortur auszusetzen. Sowohl Erstkandidaturen als auch Wiederwahlen finden seltener statt, das System stagniert. Grund genug für das Kernteam des Lokal K, dem Kölner Communitystützpunkt der Wikipedia, ein alternatives Wahlmodell zu entwickeln, das ab sofort im Einsatz ist: Die Offline-Adminwahl.

Finanziert durch das FFW-Förderprogramm ließ das Projektteam ein Wahlgerät beschaffen und umbauen. Das Bundesverfassungsgericht hatte 2009 den Einsatz deratiger Geräte für die Bundestagswahl untersagt, da die Öffentlicheit die proprietär angelegte Datenverarbeitung des Geräts gemäß Art. 20 Abs. 1 und Abs. 2 des Grundgesetzes nicht nachvollziehen konnte. Durch Verwendung einer Open-Source-Firmware, die eigens für das Projekt programmiert wurde, konnten die Kölner diese Klippe umschiffen.

Die Bedienung für die Wähler ist denkbar einfach: Nach Prüfung der Stimmberechtigung an einem Laptop gibt der Wahlleiter das Wahlgerät für die Stimmabgabe frei. Über ein berührungsempfindliches Wahlfeld trifft der Wähler in der sichtgeschützten Kabine seine Entscheidung zwischen „Pro“, „Contra“ und „Enthaltung“. Optional kann auf einem weiteren Feld „persönlicher Angriff“ gewählt werden, was die aufwändige Formulierung einer persönlichen Kritik am Kandidaten auf das Wesentliche reduziert. Wer aus alter Gewohnheit einen sanktionierbaren Verstoß gegen die Richtlinie „keine persönlichen Angriffe“ hinterlassen möchte, drückt dieses Feld zweimal und wird vom Wahlleiter anschließend gesperrt. Das Gerät bestätigt die Auswahl mit einem Piepton, die sich mit dem Knopf „Stimme abgeben“ abschließend quittieren lässt. Doppelte Stimmabgaben und andere Manipulationen sind damit ausgeschlossen. Das Ergebnis wird nach der Wahl mittels eines kleinen Druckers ausgegeben und vom Wahlleiter abfotografiert, so dass es danach online zur Verfügung steht – transparenter geht es gar nicht. Einwände, nur wenige Nutzer könnten aus Gründen der Erreichbarkeit an solch einer Wahl teilnehmen, kontert das Projektteam mit der wachsenden Zahl von Community-Stützpunkten – so könnten Wahlen künftig zeitgleich in Köln, Hamburg, München (nur ausgewählte Wähler) und Berlin stattfinden, so dass zumindest in der Bundesrepublik jeder ein Wahlgerät in der Nähe vorfindet.

Zum ersten Einsatz haben die Kölner eine langjährige Benutzerin, deren Adminwahlen zuletzt besonders kontrovers abliefen, gefragt, ob sie es mit dem neuen Verfahren nochmals versuchen möchte. Das Wahlgerät ist entsprechend vorbereitet (Foto), so dass die Wahl pünktlich zum heutigen 1.4. starten kann. Das Wahllokal K ist jeweils am Donnerstag ab 16:00 Uhr (Open Edit) geöffnet. SB, 1.4.

Einführung von Social Bots in der Wikipedia zum 1. Juli

Dieses Bild benötigt keine Unterschrift.
So sieht ein Social Bot sicher nicht aus!

In der Sitzung am gestrigen Freitag, den 31. März, hat das Kuratorium der Wikimedia Foundation in San Francisco die Einführung von Social Bots zum 1. Juli 2017 beschlossen. Die erforderliche Zweidrittelmehrheit unter den zehn Kuratoriumsmitgliedern wurde durch acht Zustimmungen, eine Enthaltung und eine Ablehnung des Vorschlags erreicht. Die Idee zu dieser Maßnahme kam direkt aus der englischsprachigen Wikipedia, wo Benutzer ihre Erfahrungen in sozialen Netzwerken wie Facebook oder Twitter teilten.

Der Vorsitzende des Kuratoriums, Christophe Henner, meinte hierzu: „Wir sind erfreut, dass der Vorschlag hier angenommen wurde, nachdem zuvor die Forderungen aus der Community immer größer geworden waren.“

Für die Entwicklung des dahinterstehenden Programms konnte die Foundation übrigens den ehemaligen stellvertrenden Technikchef von Facebook, John April Gagman gewinnen.

Bereits im November waren erste Stimmen aufgekommen, die den Einsatz der Social Bots, also computergesteuerter Diskussionsteilnehmer, befürworteten. Dadurch erhoffe man sich geordnetere Diskussionsverläufe und schnellere Antworten auf Fragen. In anderssprachigen Wikipedias steht man dem ganzen noch eher kritisch gegenüber. Während laut Mitgliedern des Beobachtungsteams kleiner Wikis der Einsatz der Social Bots positiv gesehen wird, da so auch in Wikis mit wenig aktiven Benutzern Diskussionen schneller vonstatten gehen, so wird das ganze hierzuwiki doch noch eher mit fadem Beigeschmack gesehen. Eine erste Befragung meinerseits hat ergeben, dass vermutet wird, dass so gezielt Werbung in die Wikipedia gelangen kann und die Bots nicht den Zweck ihrer Einführung erfüllen werden. Andere sehen darin den ersten Schritt zu einer globalen „Verbottung“, wie sie bereits vor allem in der schwedisch- und der cebuanosprachigen Wikipedia geschehen ist, wo ein Großteil der Artikel automatisch geschrieben wird. Immerhin scheint man sich einig zu sein, dass wenigstens das Diskussionsklima nicht noch weiter sinken kann.

Henner ergänzte später noch, dass durch die Social Bots vermutlich auch Administratoren überflüssig würden, da diese als Menschen Fehler machen. So sollen Sperren und ähnliches nach dem ersten Modellversuch ab Juli dann ab dem 1. April 2018 automatisch durch die Bots erfolgen, die dafür auf eine Datenbank zurückgreifen können, die beispielsweise mit Schlagwörtern für die Schwereermittlung bei persönlichen Angriffen und einer automatischen Sperrlogbuchanalyse für Wiederholungstäter ausgestattet sein wird.

Seine Erklärung beendete Henner übrigens wörtlich mit: „And you know... of course neither Mr. Trump nor Mr. Putin had influenced this election in any kind. These are fake-news!“ Kenny, 1.4.

Wikipedia for Peace Kick-Off Seminar: Projekte in Europa und Russland – Neue Teilnehmer willkommen

Wikipedia for Peace
Wikipedia for Peace, Gruppenfoto
Նարինե Մուրադյան [Narine Muradyan] und GeoO geben eine Präsentation über Wikicamps in Armenien

Vom 17. bis 21. März trafen sich WikipedianerInnen und MitarbeiterInnen von Freiwilligenaustausch-Organisationen in Wien, um gegenseitig Wissen weiterzugeben und neue Projekte für Wikipedia for Peace gemeinsam zu entwerfen und zu implementieren.

Wikipedia for Peace ist eine Bewegung, die 2015 durch den Service Civil International in Österreich entstanden ist. Die Idee ist, dass Freiwillige aus der ganzen Welt zusammen kommen, um in einem Zeitraum von zwei Wochen Artikel in der Wikipedia zu einem Friedensthema zu schreiben. Eine Zusammenfassung der Projekte und nähere Erläuterungen sind auf meta zu finden: Meta:WfP. Es fanden bereits zwei Camps in Österreich zu Wikipedia for Peace statt, 2015 und 2016. Für weitere Camps, die dieses Jahr in Österreich und Berlin stattfinden werden, werden noch Interessierte Teilnehmer aus dem deutschen Sprachraum gesucht: Näheres weiter unten.

Bei dem Seminar wurde den TeilnehmerInnen ein Einblick in Wikipedia und die Wikimedia Foundation gegeben. Außerdem wurde über Frieden und Kommunikation diskutiert und verschiedene Methoden für Workshops vorgestellt. Die Teilnehmenden kamen aus Russland, Deutschland, Österreich, Frankreich, Spanien, Italien, Schweden, Polen, der Slowakei, Bulgarien, der Schweiz, Großbritannien und Armenien. Wikimedia Armenia präsentierte unter anderem die armenischen Wiki-Camps, die für Kinder und Jugendliche in Armenien organisiert werden. Über die Bedeutung, die Wikiprojekte für die Verbreitung von freiem Wissen haben, wurde hier noch darüber hinaus deren Signifikanz für die Erhaltung und den Austausch von Kulturen und Sprachen, deutlich.

Earlyspatz spricht über die Finanzierung von Wikipedia for Peace Projekten.

Im Seminar wurden ebenfalls die Aspekte des Projektmanagements, welche für Wikipedia-for-Peace-Camps wichtig ist, vorgestellt.

Es wurden unterschiedliche Projektideen entwickelt, unter anderem:

  • Im Jahr 2018, in Gedenken an den hundertsten Jahrestag des Endes des ersten Weltkrieges, Kriegsdenkmäler fotografieren und damit eine Karte gestalten, die die Zahlen der Gefallenen in unterschiedlichen Orten zu unterschiedlichen Zeitpunkten visualisiert, ähnlich dem Zeitraffer nuklearer Explosionen auf YouTube.
  • ein Wikipedia for Peace Camp in der Schweiz
  • Wikipedia for Peace in Österreich 2017 – „Women for Peace“ vom 22. Juli – 1. August 2017. Ein Projekt, in dem Artikel über Friedensaktivistinnen geschrieben werden sollen. Bewerbung
  • Wikipedia for Peace in Berlin 2017 „Persecution and Refuge“ vom 04.–18. Juli 2017. Freiwillige aus der ganzen Welt sollen zusammen kommen, um ihre persönliche Geschichte zu Verfolgung und Zuflucht zu teilen, die derzeitige Lage in ihrem Land zu klären und über verschiedene Geflüchtete und die Ursachen ihrer Flucht Artikel zu verfassen und sich tiefgreifend mit dem Thema auseinanderzusetzen. Es sollen auch verschiedene Projekte zum Thema Verfolgung, Flucht und Zuflucht in Berlin besucht werden. Bewerbung. Earlyspatz & Ptolusque, 30.3.

Kleine Freuden #17: Wie die Flechte des Jahres 2017 zu ihrem Bild kam

Zur Mitmach-Reihe Kleine Freuden siehe den Kurzartikel in Ausgabe 11/2015. Auch Dein Beitrag ist willkommen!
Ein kleines Ding mit vielen Namen: Caloplaca flavenscens, auch Variospora flavescens genannt oder Hepps Schönfleck oder Caloplaca aurantia var. heppiana

Eigentlich ist es nicht meine Baustelle. Ich treibe mich eher in Artikeln meines Hobbys herum: Burgen und Schlösser insbesondere in meiner „neuen Heimat“ Hessen, mit Abstechern in alle Richtungen… Einige meiner neu geschriebenen Artikel habe ich bei „Schon gewusst“ untergebracht, neben dem Schreiben reizt mich vor allem aber das Lesen! Ich lese gern neue Artikelchen, ich finde das eine unwahrscheinliche Horizonterweiterung und genieße das „über den Tellerrand blicken“.

Ende Januar kam mir gerade zur Kaffeepause ein kleines neues Artikelchen zum Schmökern recht… Interessant, eine Flechte, aber oh Graus, ohne Bild! Also suchte ich in den Weiten des Weltalls Internets nach Bildchen zum Artikel, die gemeinfrei und für den Upload auf Commons geeignet sind. Leider keine Bilder gefunden, aber eine schöne Webseite, die sich mit Flechten beschäftigt: Ja doch, und der Anbieter hat sogar schon einen Wikipedia-Eintrag, die Bryologisch-lichenologische Arbeitsgemeinschaft für Mitteleuropa. Sie stellten die Flechte des Jahres 2017, eben jene Variospora flavescens, in einem Artikel vor – mit Bild! Langes Geschwafel, kurzer Sinn: Ich habe den Autor und Fotografen angeschrieben und siehe da, nach kürzester Zeit, hatten wir ein Bild von Hepps Schönfleck auf Commons; die hochgeladene Datei wiederfinden, in den Artikel einbinden, das Foto kategorisieren und voilà: wieder hat ein Artikel ein Bild!
Viele dieser kleinen Aktionen hatte ich schon gestartet, die wenigsten klappten so schnell und so gut. Manche wollen nicht helfen, manche stellen ihre Bilder nur unter nicht-kommerzielle Lizenzen, andere schicken Bilder sofort zu, aber ohne Angaben und ohne je eine Genehmigung an das Support-Team nachzuschieben (obwohl ich meist sofort eine Vorlage anbiete). Hier aber hat es sofort geklappt: eine Kleine Freude für mich und einen Riesendank an die Arbeitsgemeinschaft und vor allem an den Einsteller W.v.B.. Für alle die jetzt auf Flechten neugierig sind: viel Spaß beim Schmökern. commander-pirx, 30.3.

Das Wiki-Projekt E-Sport mit Hearthstone Weltstars

Hearthstone

Am 8. und 9. April 2017 wird das kommende Event in Wien in die österreichische E-Sport-Geschichte eingehen. Noch nie trugen derart international bekannte Hearthstone-Spieler ein Turnier mit dermaßen hohem Preispool auf österreichischem Boden aus. Da dachten wir uns, dass Wikipedia natürlich auch nicht fehlen sollte.

Der Begriff E-Sport beschreibt Wettkämpfe zwischen menschlichen Spielern, die mittels der Plattform von Multiplayer-Computerspielen ausgetragen werden. Es können zwei bzw. mehrere Spieler um Ruhm und Ehre oder Preisgeld im legendären Arcaden-Klassiker Street Fighter oder eben in moderneren Spielen wie DOTA 2 gegeneinander antreten. Hearthstone gehört derzeit auch zu den populärsten E-Sportarten mit über 30 Millionen Spielern weltweit.

Im Bereich elektronischer Sport wird weniger auf Wikipedia gearbeitet, als es in diesem weitläufigen Feld wünschenswert wäre. Aus diesem Grund haben wir uns dieses simple, aber effiziente Vorhaben überlegt.

Blizzard stellt uns für das Event zahlreiche Goodies (Fanartikel verschiedenster Art) zur Verfügung, die wir an die tausenden Zuschauer ausgeben können. Da die prominenten Profis ohnehin vor Ort sind, können sie auch gleich die ganzen Fanartikel signieren. Verteilen wollen wir die Goodies dann über Postweg an alle, die neue Wikipedia-Artikel im Bereich E-Sport in dieser Zeit (von jetzt bis der Vorrat reicht) erstellen. Dazu müssen die Autoren dann nur eine E-Mail an die angegebene Adresse auf der Projekt-Seite auf dem Portal: E-Sport senden.

Das Projekt steht und alles in Sachen Fanartikel sowie Signaturen ist geklärt. Jetzt muss nur noch die Promotion anlaufen. Deshalb hier diese kurze Vorstellung und vielleicht kennt jemand einen interessierten Schreiberling, um ihm über das Projekt zu unterrichten bzw. hat noch konstruktives Feedback :-) Yung, 29.3.

Link zum Projekt

Die Technische Wunschliste geht in die nächste Runde – und sucht interessierte Städte für eine Veranstaltungsreihe!

Tech on Tour steht in den Startlöchern
Was müsste technisch verbessert werden, damit das „Leben in der Wikipedia“ einfacher wird? Darüber möchte das Team der Softwareentwicklung bei WMDE mit Aktiven der Wikipedia im Rahmen von „Tech on Tour“ ins Gespräch kommen und sucht Städte, die Lust darauf haben.

Die 2013 von Benutzer:Raymond ins Leben gerufene Umfrage „Technische Wünsche“ geht in die dritte Runde: Ab dem 29. Mai können wieder Wünsche gesammelt und Favoriten gewählt werden. Die Topwünsche werden dann vom „Technische Wünsche“-Team bei WMDE umgesetzt. Mehr zur Umfrage 2017 gibt es in Kürze.

Und auch Tech on Tour findet eine Fortsetzung. Mit der Veranstaltungsreihe gibt es in diesem Jahr zum zweiten Mal die Möglichkeit, sich vor Ort in der eigenen Stadt über neue und zu verbessernde Werkzeuge auszutauschen. Dazu werden vier Städte gesucht, die Lust darauf haben!

Neben Diskussionen rund um technische Verbesserungsmöglichkeiten soll es in den Veranstaltungen vor allem um konkrete Hilfestellungen beim Herausfinden und Formulieren von Wünschen gehen. Zum einen, weil die Tour in diesem Jahr in den Zeitraum fällt, in dem Wünsche für die Umfrage eingereicht werden können. Zum anderen, um die vielen Autorinnen und Autoren, die sich selbst nicht als Technik-Experten bezeichnen, zu ermutigen, ihre Wünsche zu formulieren – ein Anliegen, das bei der letzten Tech on Tour mehrfach genannt wurde. Auch technisch nicht Erfahrene sind also ausdrücklich eingeladen, ihre Erfahrungen im Umgang mit den Wiki-Werkzeugen zu diskutieren und gemeinsam herauszufinden, was verbessert werden könnte.

Welche Städte haben Interesse an einer solchen, ca. dreistündigen Veranstaltung? Es stehen vier Termine zur Verfügung: Mo 29.5., Di 30.5., Mi 31.5. und Do 1.6. Bei Interesse bitte die Stadt und mögliche Termine auf der Diskussionsseite „Tech on Tour“ notieren.

Interessierte aus Wien sind herzlich eingeladen, das Projekt Technische Wünsche und Menschen aus der Softwareentwicklung bereits „am Vorabend“ der Umfrage kennenzulernen und miteinander ins Gespräch zu kommen: Am Dienstag, den 23. Mai 2017 ist Tech on Tour zu Besuch in der Geschäftsstelle von Wikimedia Österreich.

Es freut sich das Team Technische Wünsche -- js (wmde), 29.3.

Was ist Chișinău?

Was bin ich?

Mitteleuropa, 28. März 2017: Die deutschsprachige Wikipedia besteht aus 2 Millionen und noch was Artikeln und erweckt damit trotz mittlerweile 3,5 Millionen mittels Rotlinks gewünschten Artikeln den Eindruck einer gewissen Vollständigkeit. Insbesondere auf Basis der Artikel, die es im erweiterten Sinn in allen Wikipedias geben sollte, ließe sich argumentieren, dass die wichtigen Dinge schon fast alle längst erledigt wurden.

Doch Farben sind relativ. Das ist nicht nur den Fotografen bewusst, die am Weißabgleich herumdrehen, und den Astronomen, die sich mit der Rotverschiebung beschäftigen. Auch der eine oder andere Wikipedianer hat erkannt, dass ein blauer Link nicht immer zu einem Artikel führt, der in jeder Hinsicht zufriedenstellend ist. Dies gilt auch für doppelblaue Artikel, also solche mit blauem Lesenswert-Bapperl, kann man bei ihnen doch davon ausgehen, dass sie qualitativ nicht mit der grünen Riege der exzellenten Artikel mithalten.

Was ist Chișinău? wäre natürlich bei Jeopardy! eine korrekte Frage zur Antwort „In dieser europäischen Hauptstadt steht ein Triumphbogen.“ Der Triumphbogen hat seinen blauen Link, das mit der Hauptstadt steht im Artikel 14 der Verfassung desjenigen Landes, über dessen Lemma seit Jahren diskutiert wird. Und dennoch plagt mich die Frage, was dieses Chișinău, bzw. was die Stadt Chișinău eigentlich wirklich ist.

Der Weinkeller von Cricova, gelegen im Munizip Chișinău, auch gelegen in der Stadt Chișinău?

Chișinău, also der Artikel und nicht die Stadt selber, hat über 450 Autoren und Autorinnen in vermutlich dieser Sortierung nach Menge, knapp hundert Beobachter, sowie ein blaues Bapperl seit 2005 und das Privileg in der oben verlinkten Liste ziemlich essentieller Artikel zu stehen. Dennoch habe ich den Eindruck gewonnen, als würde man auf dessen Rückseite vor allem ziemlich gut jahrelang Selbstgespräche führen können – bei einem der qualitativ besten und prioritärsten Artikel einer der qualitativ wie quantitativ besten Wikipedia-Sprachversionen. Dies ist einerseits schon ein bisschen traurig, andererseits wohl auch ein bisschen verständlich. Moldawien ist ebenso wie die Republik Moldau keins der besonders hippen oder in den Medien präsenten Länder, auch wenn es ein östlicher Partner der Europäischen Union ist. In unserer aus Freiwilligen zusammengesetzten Community ist niemand für dieses Land oder dessen Hauptstadt zuständig, und zuständig fühlen tut sich offenbar auch niemand so richtig. Wobei: Vielleicht möchte ja eine gute Seele im Zuge des CEE Spring dieses alles andere als uninteressante Land adoptieren.

Die grundlegende Frage möchte ich nur kurz darstellen: Die Verfassung des Landes erwähnt Chișinău in Artikel 14 als Stadt, und sieht in Artikel 110 vor, dass Städte zu Munizipien erklärt werden können, einer Art von Gebietskörperschaften, die auf derselben Ebene stehen wie die 32 Rajone. Das Statut des Munizips Chișinău erwähnt die weitere Untergliederung in Sektoren sowie die Zusammensetzung ebenjener, spricht jedoch an keiner Stelle von einer „Stadt Chișinău“. Und dann findet man Dokumente auf der Homepage des Munizips, wo zwischen Munizip und Stadt unterschieden wird. Mich interessiert in dem Zusammenhang die vielleicht etwas akademische Frage, wie dies offiziell geregelt ist bzw. was der offizielle, hoffentlich irgendwo definierte oder zumindest beschriebene Unterschied zwischen d:Q21197 und d:Q17176229 ist, also letztlich die Frage: „Was ist die Stadt Chișinău?“

Dieser Kurierartikel ist einerseits ein hoffnungsvoller Versuch, der Lösung dieser Frage näherzukommen, sowie ein Beitrag zur Bewusstseinsbildung hinsichtlich der „Zustände“ in weniger optimal betreuten Bereichen dieses Enzyklopädieprojekts. Andererseits begegne ich auch der Frage mit Interesse, wie man generell mit derartigen Wehwehchen umgehen soll: Sind Anfragen bzw. Bitten um Stellungnahmen ans moldauische Statistikamt oder an die Verwaltung des Munizips Chișinău original research und damit tabu? Soll eine Instanz in den Wikimedia-Vereinen geschaffen werden, die derartige Sachfragen anstelle der Freiwilligen an die offiziellen Stellen heranträgt? Muss man es einfach hinnehmen, dass man auf Fragen manchmal keine Antworten findet? m77, 28.3.

Nichtexistentes Automobil

Als regelmäßiger Besucher des Portals Auto und Motorrad wird man sicher den Kasten mit den neuesten Artikeln dieses Themenbereiches schon einmal gesehen haben. Darin tauchen meist neue Artikel zu verschiedenen Fahrzeugmodellen auf. Am Freitag fiel mir dort als nicht fachfremde Person ein ungewöhnlicher Artikel zu einem auf den ersten Blick gewöhnlichen Kleinwagen auf. Doch dem geschulten Auge passte ein Buchstabe nicht so recht. Was machte dieses F dort? Die Buchstaben kennzeichnen in alphabetischer Reihenfolge die Fahrzeuggenerationen, die neueste Fahrzeuggeneration E konnte unmöglich schon einen Nachfolger haben. Neugierig schaute ich den Artikel an. Und musste mit Erstaunen feststellen, dass es den beschriebenen Artikelgegenstand gar nicht gibt und der Artikel zu 100 % aus Glaskugelei besteht. Also stellte ich einen Löschantrag in dem Glauben, dass es ohnehin keine Gründe wider einer Löschung geben und sich das Ganze schnell erledigen würde. Weit gefehlt. Es entbrannte eine knapp 64 kB große Diskussion darüber, ob es einen Kleinwagen gibt, den es eigentlich gar nicht gibt. Selbst ausgesprochene Inklusionisten sprachen sich mit immer denselben Argumenten für eine Löschung aus, was wohl nur zur Diskussionsaufblähung beigetragen hat. Nach unzähligen repetitiven Verweisen auf das, was Wikipedia nicht ist, was der Unterschied zwischen Fakten und Theoriefindung ist, scheine ich wohl sogar eine Grundsatzfrage über Automobilmodellartikel losgetreten zu haben. Da die Löschung ohnehin kommen wird, sollten wir mal langsam wieder anfangen Artikel zu schreiben. JJ, 27.3

Jenseits der Grenze zur Fiktion

Um Gruppen am Rand des politischen Spektrums entstehen alternative Fakten

Studentenverbindungen haben in der öffentlichen Wahrnehmung dieselbe Signifikanz wie LARP-Gruppen. Für die im Folgenden angesprochenen Probleme ist dies mitursächlich. Während bei Ganser oder KenFM genügend Personalressourcen vorhanden sind, entstehen zu Studentenverbindungen prosaische Huldigungstexte, die von Sympathisanten dieser Gruppen als enzyklopädische Texte ausgegeben, zu potemkinischen Artikeln ausgebaut und gegen die Qualitätssicherung verteidigt werden. Silke Möller bezeichnet in einem der wenigen wissenschaftlichen Texte zum Verbindungsunwesen das dortige Selbstbild als „erfundene Traditionen, d.h. sie waren zwar aus dem ‚Vorrat alter Materialien‘ geschöpft, dienten aber der Etablierung völlig neuer Konstruktionen. Mit der Betonung historischer Kontinuität sollten sie zum einen zu der Legitimierung der Formen sowie der rituellen und symbolischen Praktiken beitragen und zum anderen den Zusammenhalt der Gruppe stärken.“ (Zwischen Wissenschaft und „Burschenherrlichkeit“, Stuttgart 2001). In diesem Sinne sind auch die „Artikel“ zu Studentenverbindungen zu betrachten. Zumeist beruhen diese auf internem Schrifttum oder gar einer 1:1-Kopie der Vereinswebsite, eine andere als die Binnenperspektive darzustellen ist nicht beabsichtigt. Dementsprechend wird die Realität verschleiert und mit alternativen Belegen versehen. Selbst wenn die Mythenbildung als solche erkannt wird, ist die Anpassung betroffener Lemmata an die Realität nur unter Widerständen möglich.

Ein Beispiel ist der Artikel Akademisches Leichenbegängnis. Dieser bestand ursprünglich aus einem langen Zitat aus vereinsinternem Schrifttum eines Vereins in Göttingen. Mit diesem Zitat sollte, so offenbar die Intention des Seitenerstellers, belegt werden, dass es ein eigenes Begräbnisritual im Umfeld der Verbindungen gegeben hätte. Der Inhalt des Rituals sei mit dem Großteil der anderen Rituale dieser Gruppen ident: Es wird in Uniform herummarschiert. Als Reaktion auf einen Löschantrag, der die Substanz- und Beleglosigkeit des Artikels kritisierte, wurden weitere Inhalte hinzugefügt, dem angeblichen Ritual wurde der außerhalb der Wikipedia nur dreimal auftauchende Begriff „Akademisches Leichenbegängnis“ gegeben. Der angebliche Ritus wird ohne Belege gar zum Kristillisationspunkt einer „Sonderstellung der Studenten innerhalb der Gesellschaft“ erkoren. Die vorgetäuschte Substanz reichte für das Behalten des Artikels aus, die Hinzufügungen wurden nicht hinreichend geprüft. Dass die verwendete Belege den Lemmabegriff nicht verwenden und sich kein Hinweis auf das angebliche eigene Begräbnisritual in der Literatur findet, fiel erst später auf. Einige Abschnitte stellten sich als nicht durch die angegebenen Belege gestützt heraus. Eine Entfernung wurde derselben wurde trotz WP:BLG („Die Pflicht, Informationen zu belegen, liegt bei dem, der sie im Artikel haben möchte, nicht bei dem, der sie in Frage stellt. In strittigen Fällen können unbelegte Inhalte von jedem Bearbeiter unter Hinweis auf diese Belegpflicht entfernt werden.“) mehrmals revertiert, im Artikel verbleibt die Geschichte einer Tradition, die es außerhalb der WP nie gab.

Einen ähnlichen Verlauf nahmen die Dinge im Fall von KDStV Carolus Magnus Saarbrücken. Zu diesem Verein gibt es recht wenig zu sagen, wesshalb sich der Artikel auch großteils mit der Saarbrückener Universität und dem Saarland befasst. Damit man aber so tun könnte, als ob der Verein eine Geschichte, die über Versammlungen seiner Mitglieder hinaus ginge, hätte, wird suggeriert, dass die Vereinsgründung von der französischen Besatzungsmacht durch Auflagen schikaniert worden wäre – das Problem: Der angegebene Beleg befasst sich mit Gewerkschaften im Bergbau, der Verein wird dort nicht erwähnt. Folgt man der Darstellung des Artikels, so musste die Besatzungsmacht den Verein doch „erdulden“ – was mit einem Artikel aus einer Lokalzeitung belegt wird, in dem von der angeblichen Erduldung nicht die Rede ist. Der Vermerk auf der Diskussionsseite wird ignoriert, der Artikel in der TF-Version gehalten. Zu diesem Verein liegt keine Außenwahrnehmung vor – doch in der WP wird eine Vereinsgeschichte aus zusammenhanglosen Motiven gewoben.

Auch im folgenden Fall ist die Entfernung unsinniger und falscher Angaben trotz Befassung zahlreicher Admins nicht möglich: Nachdem hier und hier festgestellt wurde, dass wahllos Literaturangaben in Artikel zu Vereinen kopiert werden, die z.T. erst nach Erscheinen der angegebenen Literatur gegründet wurde, wurde die Entfernung dieser „Literaturangaben“ angestrebt. In z.B. dieser und jener Diskussion wurde die Entfernung angekündigt. Doch auch hier geriet die Potemkinsche-Artikelfassen-Konstruktionscompagnie in Schwung und revertiert die in mehreren Diskussionen als unbrauchbar befundene Literatur wieder in die Artikel hinein: Bsp. 1, Bsp. 2, Bsp. 3, Bsp. 4.

Diesen drei Beispielen liegt ein gemeinsamer Verlauf zugrunde: Erkannte Missstände werden auf Funktions- und Diskussionsseite vermerkt, eine Korrektur wird von Benutzern mit erkennbaren Interessen blockiert. Die Administratoren verweisen in solchen Fällen korrekterweise darauf, dass sie keine inhaltliche Prüfkompetenz haben – doch dadurch entsteht eine Lücke im Verwaltungsapparat, die in diesem Fall ausgenutzt wird. Wer genügend Accounts zusammensammelt von der Faktenbeschreibung zur Schaffung und Weiterverbreitung von Selbstbildern übergehen. Dass der Themenbereich von Vertretern und Sympathisanten als Fläche, in der die Form der Darstellung nicht durch die Projektregeln, sondern durch das Selbstbild der Verbindungsvertreter bestimmt wird, zeigt sich daran, dass selbst die Entfernung von NS-Propagandaliteratur aus einer Literaturliste revertiert wird, da sie nicht über den internen Weg der Besatzer erfolgte. IP, 21.3

„Rechtsquelle Wikipedia?“ – Bericht vom Symposium an der Uni Hagen

Blick ins Publikum während des Symposiums.

Unter dem etwas provokativen Titel „Rechtsquelle Wikipedia? Praxis – Fiktion – Standards“ fand am 3. und 4. März die erste deutschsprachige Tagung statt, die sich mit Wikipedia aus rechtswissenschaftlicher Sicht beschäftigte. Eingeladen hatte Professor Katharina Gräfin von Schlieffen, die Inhaberin des Lehrstuhls für Öffentliches Recht, juristische Rhetorik und Rechtsphilosophie an der Fernuniversität Hagen.

Denn wie es in den bisher erschienenen Tagungsberichten heißt, ist Wikipedia „in der Rechtspraxis angekommen“: Gerichte setzen Tatsachen aus Wikipedia als gerichtsbekannt voraus und entnehmen von dort Definitionen und sogar Rechtsauffassungen. Gleichzeitig „fremdeln“ Juristen noch sehr mit dem Thema Wikipedia – das war die ganze Veranstaltung über zu spüren.

Das anderthalbtägige Symposium war durchaus hochkarätig besetzt: Unter anderem sprachen Barbara Dauner-Lieb, Sprecherin des Kompetenzzentrum für juristisches Lernen und Lehren an der Universität zu Köln, die 2012 schon einmal ein Wikipedia-Seminar durchgeführt hatte, über „Qualitätssicherung in Wikipedia“ und der ehemalige Präsident des Thüringer Oberverwaltungsgerichts Hans-Joachim Strauch über „Internetrecherche in der Gerichtsbarkeit“.

Die Folien unseres Einführungsvortrags.

Auch waren einige der Community bekannte Gesichter vertreten: Eröffnet wurde das Symposium von Tobias Lutzi und mir mit einem Bericht über die Arbeit der Redaktion Recht mit dem Titel „Rechtsvergleichende Systematik auf Wikipedia“, Eric W. Steinhauer sprach fesselnd und informativ über „Wikipedia als Quelle juristischer Fachinformation“ und Debora Weber-Wulff und Roland Schimmel warfen in „Wikipedia als Wissensquelle in der Wissenschaft“ einen Blick ins Vroniplag-Gruselkabinett. Im Publikum saßen außerdem Malabon und DerHexer.

Auch ein paar Kassandrarufe gab es, bei denen es sich freilich um alten Wein in ebensolchen Schläuchen handelte: Der Soziologe Christian Stegbauer wärmte in „Soziologische Aspekte von Wikipedia“ seine seit 2009 bekannte These von der „Admin-Diktatur“ auf und die Technikphilosophin Miriam Ommeln las einen verwirrenden Aufsatz aus dem Jahr 2008 mit dem Titel „Vox populi und kollektive Selbsttäuschung“ vor.

Aus wikipedianischer Sicht gehaltvoll war neben den bereits genannten auch der Vortrag von Erik Hahn über „Wikipedia als richterliche Erkenntnisquelle“. Auch außerhalb der Vorträge war ein spannender Austausch möglich: Mit Eric Hilgendorf war ein Autor des Fachlexikons „dtv-Atlas Recht“ anwesend und im Publikum saßen Vertreter der beiden Plattformen Beck-Online und Juris.

Ausführlichere Berichte sind bereits in der Legal Tribune Online („Die Affäre für jeder­mann“ vom 6. März) und in Eric W. Steinhauers Blog „Kapselschriften“ erschienen. Im Sommer wird ein Tagungsband mit allen Beiträgen unter einer freien Lizenz erscheinen – sowohl gedruckt als auch online. Insgesamt wurde klar: Die deutschsprachige Rechtswissenschaft beginnt allmählich, das Thema „Wikipedia“ für sich entdecken – und es gibt noch viel zu tun. Gnom, 20.3.

Wiki 2030: Deine Meinung ist gefragt

Die Wikimedia-Projekte gibt es jetzt schon seit 16 Jahren. Aber wie soll es weitergehen? Wie stellen wir uns die Zukunft unserer Projekte und Communities vor? Zurzeit läuft eine große Diskussion dazu. Es geht hier um unsere strategische Ausrichtung. Wie sollen unsere Projekte aussehen, welchen Beitrag können wir zur Verbesserung der Gesellschaft leisten? Sollten wir überhaupt einen Auftrag haben? Worauf sollten sich Foundation, die Chapter und Usergroups konzentrieren, worin sollten sie ihre Energie stecken in den nächsten Jahren?

Beispielthemen, über die wir diskutieren können:

  • Was wird uns als Movement vereinigen und inspirieren in den nächsten 15 Jahren?
  • Wofür werden wir in den nächsten 15 Jahren bekannt sein?
  • Was ist das allerwichtigste, was wir in den nächsten 15 Jahren zusammen tun sollten?
  • Was wollen wir über die nächsten 15 Jahre zusammen aufbauen oder erreichen?
  • Welche Wirkung wollen wir in den nächsten 15 Jahren auf die Welt haben; welchen Wandel wollen wir erreichen?
  • Was wird unseren Prozess in den nächsten 15 Jahren beschleunigen?

Bis zum 15. April 2017 haben wir die Möglichkeit, unsere Vorschläge, Meinungen und Projektionen zu teilen und diskutieren. Die zeitliche Begrenzung wurde deshalb eingeführt, um in die nächste Phase gehen zu können, in der die Meinungen aller Projekte und Sprachversionen gesammelt und vorausgewertet werden. Jede Meinung ist willkommen. Eine Seite, auf der die Diskussionen zum Beispiel stattfinden können, ist die Diskussionsseite von Wiki 2030, die ihr auf Wikipedia Diskussion:Wiki 2030 findet. G. K. 18.3.

Location-Marathon: Auf der Suche nach einem Veranstaltungsort für die WikiCon

WikiCon

Eine WikiCon zu organisieren ist viel Arbeit. Dazu gehört auch, dass zuerst eine Location gefunden werden muss. Aus diesem Grund machte sich das Organisationsteam gemeinsam mit Merle, Wenke und Mona von Wikimedia Deutschland auf die Suche und besichtigte Mitte Februar sechs Locations in vier Städten innerhalb von drei Tagen. Auf dem Programm standen Dessau, Bitterfeld-Wolfen, Leipzig und Halle (Saale).

Den Anfang machten wir im Bauhaus Dessau. Der denkmalgeschützte Gebäudekomplex würde uns die Möglichkeit bieten, die WikiCon mit Wiki Loves Monuments zu kombinieren und die Veranstaltung in einem äußerst praktischen (viele Steckdosen sowie großzügige Räumlichkeiten, was der WikiCon nur dienlich sein kann) UNESCO-Welterbe auszurichten. Eine historische und besondere Stätte mit vielfältigen Kulturkooperationsmöglichkeiten für die WikiCon. Diesen spannenden Aspekten stehen die schlechte Verkehrsanbindung von Dessau (nur Regionalzüge), ein verwinkeltes Gelände, welches durchgehend für die Öffentlichkeit betretbar ist und die maximale Personenkapazität von 165 Menschen im größten Saal gegenüber.

Die zweite zu besichtigende Location war das Kulturhaus Wolfen. Wolfen – ein Stadtteil von Bitterfeld-Wolfen, der Stadt, die vielen sicher aus dem Film Bitteres aus Bitterfeld bekannt ist, und sogar über einen InterCityExpress-Halt verfügt – könnte uns einen großzügigen und interessanten Veranstaltungsort bieten. Eine tolle Raumaufteilung mit vielen Freiflächen und Rückzugsecken begeisterte uns für den doch eher “unscheinbaren” Ort. Kooperationsmöglichkeiten mit dem benachbarten Industrie- und Filmmuseum und die Gelegenheit zu Fototouren u. a. zum Großen Goitzschesee zu organisieren, würden ein hervorragendes Rahmenprogramm zur Konferenz ermöglichen. Ein Wermutstropfen überkam uns aber beim Blick auf die Hotelsituation, doch trotz allem voll überzeugt machten wir uns auf den Weg nach Leipzig.

Leipzig, Tag 2 und die nächsten Besichtigungen stehen an. Wir machten uns auf den Weg zum Kubus in die Leipziger Neustadt. Das Veranstaltungszentrum des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung verfügt über Vortragssäle mit Platz für bis zu 450 Personen. Das Konferenzzentrum ist noch relativ neuen Datums. Neben viel Glas und daher einem sehr hellen Aufbau verfügt es über modern(st)e Veranstaltungstechnik, was ein wirklich nicht zu unterschätzender Punkt ist. Ein geräumiges Foyer bietet Platz für Ausstellungen, Präsentationen und Raum für Gespräche aller Art und die Anbindung an den ÖPNV ist sehr gut, der Mietpreis und keine Bindung an einen Hauscaterer ebenso. Auch genügend Raum für Wiki Loves Cocktails ist vorhanden, so dass dieses Projekt auch auf der WikiCon 2017 weitergeführt werden könnte. Ein paar kleinere Nachteile ließen sich aber auch bei dieser Location finden: Der Publikumsverkehr am direkt an der Bundesstraße gelegenen Veranstaltungszentrum dürfte sich in Grenzen halten und zu den nächstgelegenen Hotels wäre ein kleiner Weg mit dem ÖPNV zurückzulegen.

Ein weiterer möglicher Veranstaltungsort, diesmal direkt im Leipziger Zentrum gelegen, war der Salle de Pologne. Wir waren gespannt auf die Räume, die teilweise barocken Ballsäle und auch eine Dachterrasse, die einen wundervollen Blick über die Leipziger Innenstadt bietet. Nicht zu unterschätzen ist auch die fantastische Hotelsituation in der direkten Umgebung. Zu unserem Bedauern stellten sich die Räumlichkeiten bei der Besichtigung als deutlich zu klein heraus, würden nicht durchgehend bespielbar sein und befinden sich einigermaßen versteckt in den obersten Etagen des Gebäudes. Für die WikiCon aus diesen Gründen leider nicht geeignet, aber vielleicht eine Option für anderweitige Veranstaltungen in Zukunft.

Mit der Georg-Friedrich-Händel-Halle in Halle (Saale) besichtigten wir am dritten Tag unserer Besichtigungstour die größte und gleichzeitig auch teuerste Location. Ein riesiges Foyer mit mehr als 900 m² Fläche bietet viel Platz für einen öffentlich zugänglichen Bereich der Veranstaltung und der große Saal im Herzen des Veranstaltungszentrums würde eine würdigen Rahmen für Abendveranstaltungen jeglicher Art bilden. Auch die Erreichbarkeit und Bekanntheit innerhalb der Stadt sowie die Nähe zur MDR-Hörfunkzentrale erschienen uns als positive Aspekte. Einzig der Mietpreis und die etwas unvorteilhafte Hotelsituation ließen uns ins Grübeln kommen.

Viel Zeit zum Grübeln blieb jedoch nicht, denn schon stand unsere letzte Besichtigung an. In den Veranstaltungsräumlichkeiten des DORMERO Hotel Rotes Ross Halle war schon alles vorbereitet für die anstehende Karnevalsveranstaltung, sodass wir uns ein Bild von der guten Ausstattung der Location machen konnten. Geziert von blau-güldenen Räumlichkeiten und hölzernen Saloon-Türen präsentierte sich die – in einer ehemaligen Einkaufspassage gelegene – Location. Eine WikiCon mit einer leicht kitschigen Note? Vorteile hat die Location auf jeden Fall einige: Sie liegt in direkter Nachbarschaft zum ICE-Bahnhof der Stadt Halle (Saale), bietet einen großen Saal – der fast allen Ansprüchen der Veranstaltung gerecht würde – und auch hier ließ sich eine kleine, hübsche Dachterrasse finden, die einen schönen Blick auf die Innenstadt ermöglicht. Doch auch hier gibt es, wie bei jeder Location, ein paar Nachteile: Leider sind nicht alle Veranstaltungsräumlichkeiten barrierefrei zugänglich, es fehlt definitiv an Publikumsverkehr und der Kitsch ist eindeutig auch nicht jedermanns Geschmack.

Nach sechs Besichtigungen in vier Städten innerhalb von drei Tagen beendeten wir unsere Tour quer durch Sachsen-Anhalt und Sachsen. Es gilt, die Vor- und Nachteile der einzelnen Locations abzuwägen und den Veranstaltungsort für die WikiCon 2017 zu bestimmen: Dessau, Halle (Saale), Leipzig oder doch Bitterfeld-Wolfen? Seid gespannt … (DCB für das WikiCon-Orga-Team, 17.03.)

Deutscher Bundesgerichtshof bestätigt Panoramafreiheit und auch die gewerbliche Verwendung

Das betroffene Kunstwerk »Hommage an die Junge Generation« auf der East Side Gallery von Thierry Noir.
Foto von André Huppertz / GFDL

Kunstwerke auf Wikipedia zu verwenden, die nicht frei lizenziert sind, geht nur, wenn sie gemeinfrei sind – ihr urheberrechtlicher Schutz also abgelaufen ist – oder wenn sie dauerhaft öffentlich zugänglich sind und die Panoramafreiheit greift. Zu gemeinfreien Bildern gab es im letzten Jahr zwei Urteile (der Kurier berichtete), die sich gegen die Wikimedia Foundation und einen Wikipedianer richteten.
Der Bundesgerichtshof (BGH) hat nun am 19. Januar 2017 ein Urteil (Az. I ZR 242/15 – East Side Gallery) zur Panoramafreiheit gesprochen, das die hier geübte Praxis und unsere Nachnutzer schützt. Die Richter schreiben: „Die Bestimmung des § 59 Abs. 1 Satz 1 UrhG gestattet nicht nur das Fotografieren eines Werkes, das sich bleibend an öffentlichen Wegen, Straßen oder Plätzen befindet, sondern darüber hinaus die – auch gewerbliche – Vervielfältigung, Verbreitung und öffentliche Wiedergabe der Fotografie.“ Soweit nicht überraschend. Bisher ungeklärt war die Frage, ob durch Aufbringen einer Fotografie eines solchen Werkes auf einem dreidimensionalen Träger (hier war es ein Architekturmodell der Berliner Mauer) aus einer nach § 59 Abs. 1 Satz 1 UrhG zulässigen zweidimensionalen Vervielfältigung eine unzulässige dreidimensionale Vervielfältigung des Werkes wird. Das Urteil sagt, dass dies nur dann der Fall ist, „wenn dadurch zwischen der Fotografie und dem dreidimensionalen Träger nicht nur eine rein äußerliche, physische Verbindung geschaffen wird, sondern darüber hinaus eine innere, künstlerische Verbindung entsteht, so dass die Fotografie nicht lediglich von einem dreidimensionalen Objekt getragen wird, sondern mit diesem zu einem einheitlichen Werk verschmilzt.“. Schließlich sagen die Richter, dass man auch Einzelteile eines Kunstwerkes verwenden darf: „Die Vervielfältigung von Teilen eines Werkes nach § 59 Abs. 1 Satz 1 UrhG verstößt nicht gegen das Änderungsverbot des § 62 Abs. 1 Satz 1 UrhG.“ Dies betrifft zum Beispiel Inhalte von Tafeln im Außenbereich, wie zum Beispiel Pläne oder Grafiken.
Kurz zusammen gefasst: Die Panoramafreiheit erlaubt auch gewerbliche Vervielfältigung, Verbreitung und öffentliche Wiedergabe von Fotografien.

Kläger war der französische Künstler Thierry Noir, der sich gegen die Verwendung seiner Kopfbilder zur Bewerbung eines Immobilienprojektes gewehrt hatte. Seine Revision gegen das Berufungsurteil wurde vom BGH zurückgewiesen. mh, 16.3. [ Weitere Diskussion bei den Urheberrechtsfragen. G., 16.3. ]

Einladungen zu Community-Workshops

Das Team Ideenförderung von Wikimedia Deutschland möchte an dieser Stelle ganz herzlich zu zwei Veranstaltungen einladen: dem Community-Workshop vom 7. bis 9. April 2017 in Berlin sowie alle an Wiki Loves Monuments Interessierten zum WLM-Auftakt-Workshop vom 28. bis 30. April im Lokal K.

Auch in diesem Jahr sind die deutschsprachigen Communitys zu einem Förderworkshop eingeladen – als ein Thema waren im Kurier ja schon Dokumentation und Evaluation von Projekten kurz angekündigt. Aufgrund der Tatsache, dass die von der Wikimedia Foundation angestoßenen Diskussionen zur langfristigen Strategie der Wikimedia-Projekte mit dem Finden der jeweiligen Ansprechpersonen für verschiedene Sprachversionen nun an Fahrt aufnimmt, möchten wir gern den Workshop dafür nutzen, auch dort dem Thema Entwicklung der Wikimedia-Projekte im Rahmen bis 2030 Raum zu geben. Gereon K., der Koordinator für die deutschsprachigen Communitys, wird während des Wochenendes Fragen und Diskussionen zu diesem Thema sammeln und an die Wikimedia Foundation weitertragen. Außerdem wird es Raum dafür geben, den Stellenwert von Digitalem Engagement in unserer Gesellschaft zu diskutieren, damit dieses besser wahrgenommen und anerkannt wird. Erste Überlegungen von Wikimedia Deutschland dazu werden vor dem Workshop im Förderportal veröffentlicht und können dann gern gemeinsam diskutiert werden. Alle weiteren Informationen finden sich auf der Workshop-Seite.

Internationales Gewinnerbild 2016: das Landgericht Berlin.
Foto: Ansgar Koreng / CC BY 3.0 (DE)

Nach den hervorragenden Ergebnissen im vergangenen Jahr soll Wiki Loves Monuments auch 2017 in Deutschland wieder so erfolgreich werden. Dafür sind ganz herzlich neben bisher Involvierten aus Orga-Team und Jury besonders auch neue Interessierte zum Auftakt-Workshop in Köln eingeladen, die darüber nachdenken, sich ebenfalls für diesen Wettbewerb zu engagieren. Neben der Weitergabe von Wissen und Abstimmungen untereinander steht erneut das Thema Nachhaltigkeit im Zentrum – wie können die Teilnehmenden auch nach dem Wettbewerb dazu motiviert werden, in den Wikimedia-Projekten weiter mitzumachen? Thema werden dabei auch die seit vergangenem Jahr angestoßenen Partnerschaften und das Europäische Kulturerbejahr 2018 sein. Wer seine Erfahrungen teilen möchte, kann sich gern auf der Veranstaltungsseite eintragen. Kosten für die Teilnahme werden wie üblich von den Wikimedia-Vereinen übernommen.VK/MR(WMDE), 15.3.

Erweiterte Suche: Einladung zum Testen

Diese Ente konnte mithilfe der neuen Suchmaske gefunden werden

Die Suche in der Wikipedia bietet viele Möglichkeiten, wenn man sie denn findet!

Das Technische Wünsche Team von WMDE beschäftigt sich seit einiger Zeit mit dem Thema „spezialisierte Suche“ und hat nun einen ersten Prototypen für eine erweiterte Suchmaske entwickelt, die Autorinnen und Autoren bei der spezialisierten Suche unterstützen soll.

Im Herbst 2016 wurde mit Auftakt bei der Wikicon und weiteren Treffen in Köln und München eine kleine Workshopreihe zum Thema: Suchanfragen leicht gemacht – eine spezialisierte Suchmaske für die Wikipedia? veranstaltet. In den Workshops wurden existierende Möglichkeiten in der Suche vorgestellt und diese mit gewünschten Suchanfragen kombiniert: Z.B.: Zeige mir alle Entenbilder des Dateiformats jpeg, die breiter als 2000 pixel sind. Hinter dieser Suchanfrage stecken sogenannte „Suchparameter“ oder „Schlüsselwörter“, die im Suchfeld eingegeben werden können und mit deren Hilfe z.B. innerhalb von (Unter-)Kategorien („incategory“, „deepcat“), Dateiformaten („filetype“) oder im Titel („intitle“) gesucht werden kann.

Diese Möglichkeiten der spezialisierten Suche sind derzeit nur auf Hilfe:Suche/Cirrus und Hilfe:Suche/Dateien gelistet. Geplant ist, solche Möglichkeiten künftig über die erweiterte Suche leichter findbar und damit für alle nutzbar zu machen.

Bei den Treffen in Köln und München wurden Entwürfe skizziert, wie die Schlüsselwörter über die erweiterte Suche für alle zugänglich gemacht werden könnten. Auf Basis der Ideen wurde ein erster einfacher Prototyp gebaut, um einen Eindruck von der möglichen Funktionalität zu bekommen und eine Diskussionsgrundlage zu erhalten.

Das Projekt wurde bislang beim Wikimedia Developer Summit 2017 vorgestellt und mit dem Suche-Team der Wikimedia Foundation sowie weiteren Entwicklern und Nutzern der Suche besprochen. Mithilfe des Feedbacks wurde der (immer noch einfache) Prototyp nachgebessert und kann nun von Wikipedianerinen und Wikipedianern ausprobiert werden. Das Team der Software-Entwicklung von WMDE freut sich über Tests, Anmerkungen und Ideen, um das Projekt weiter entwickeln zu können. Vielen Dank! -- bm (wmde), 15.3.

Hochschullehrer, Deutscher, Frau

Ich habe kürzlich den Artikel von Christa Rohde-Dachser vollständig überarbeitet. Dabei bin ich mal wieder über die Kategorien gestolpert.

Ich liebe unsere so schöne deutsche Sprache und mag es nicht, wenn sie verhunzt wird. Wortungetüme gefallen mir nicht. Das Binnen-I lehne ich ab, weil damit Frauen zum Anhängsel des Mannes werden. Das in der WP vehement verteidigte generische Maskulinum aber, das im RL zunehmend und aus gutem Grund einer gendergerechten Sprache weichen muss, lässt uns Frauen optisch verschwinden. Aus den Augen, aus dem Sinn!

In der Wikipedia scheinen wir Frauen fast verschwunden. Nicht nur sind wir hier ziemlich wenige. Nicht nur, dass es weniger Artikel über Vertreterinnen unseres Geschlechtes gibt. Das könnte man ja noch verstehen, weil wir Frauen, wie ein Herr aus Polen am von Clara Zetkin ins Leben gerufenen Internationalen Frauentag anno 2017 sagte, „klein, schwach und weniger intelligent“ sind. In WP-Sprech würden wir vermutlich sagen: irrelevant.

Wir Frauen sind mit den Begriffen, die das generische Maskulinum vorsieht, ebenso gemeint. O.K. Doch Gerechtigkeit liegt mir mindestens so sehr am Herzen, wie eine flüssig les- und sprechbare Sprache. Deshalb schlage ich vor, dass wir die Kategorien für die nächsten 15 Jahre der WP umstellen: Hochschullehrerin, Deutsche, Mann. Keine Bange: die Männer wären damit auch gemeint! ad, 9.3.

Ist eine Regulierung nötig?

Interview mit Lorraine Daston in der Süddeutschen Zeitung (Print-Ausgabe vom 7. März 2017 auf S. 14, Interview online)

Lorraine Daston

Die Direktorin des MPI für Wissenschaftsgeschichte in Berlin antwortet auf die Fragen von David Hesse u.a. folgendes:

Autoritäten werden rar, Wikipedia ist kein Brockhaus.

Die Frage ist: Wie bilden sich neue Autoritäten heraus? In Europa dauerte das nach der Verbreitung des Buches im 16. Jahrhundert recht lange. Und gewisse Mechanismen der Qualitätskontrolle sahen aus wie Zensur. In Leipzig haben Forscher der Gruppe „Geschichte des Buches“ untersucht, wie die Jesuiten im Süden Deutschlands einst Texte kontrollierten. Dabei klangen sie häufig wie heute Wissenschaftler im Gutachter-Verfahren für Fachzeitschriften: Kann die These etwas klarer herausgeschafft werden? Ist das Latein hier korrekt? Die Jesuiten übten öfter hilfreiche Kritik, als dass sie nach Verletzungen der Glaubensdoktrin suchten.

Autoritäten müssen Zensur üben können?

Ein Problem heute ist die gut gemeinte Doktrin des freien Internets. Ich habe viel Verständnis für Parolen wie „Information will frei sein“. Doch damit einher geht oft Widerstand gegen jegliche Form von Regulierung. Das ist bedenklich. Es war noch nie der Fall, dass etwas so mächtig, omnipräsent und zunehmend unverzichtbar ist wie das Internet, aber nicht reguliert. Das Internet wird zur Spielwiese derer, die das meiste Geld haben. Sehen Sie sich Einträge umstrittener Personen auf Wikipedia an. Da schreibt jemand einen Text – und dann wird er umgeschrieben und abgeändert von jenen Kräften, die ein starkes ideologisches Interesse sowie Zeit und Geld haben. Am Schluss gewinnt die Kraft mit dem meisten Geld oder der meisten Sturheit. Das ist weder im Interesse der Öffentlichkeit noch der Wahrheit. Es braucht eine Form der Regulierung.

Meine Frage an die Community ist nun:

Sind wir Wikipedianer die sturen Sieger oder die Leute mit dem meisten Geld? didi 7.3.

Das WikiAlpenforum (WAF)

Wie alles begann: Es geschah am 29. Jänner 2016 am Wikipedia-Stammtisch im Salzburger Gablerbräu. Zu dritt waren wir aus München angereist, unterhielten uns über die schöne Gegend rund um Salzburg, guckten zwischendurch auf unseren Smartphones in entsprechende Wikipedia-Artikel, und plötzlich war eine Idee geboren, wir sagten uns: Lasst uns doch die Alpen vornehmen, als Band, das uns Alpenanrainer verbindet, als Lebensraum mit all seinen Facetten und als Schwerpunktthema in unserer Wikipedia-Agenda. Das Band hatten wir schon, es waren die Stammtische, an denen wir uns gegenseitig nun verstärkt besuchten, u.a. in Salzburg, Innsbruck, München, Ulm, Wien, Stuttgart, Kempten. Der eigentliche Start des WikiAlpenforums erfolgte dann am 18. September 2016 auf der WikiCon in Kornwestheim. Zu zwölft saßen wir da, im Foyer mitten im WikiCon-Trubel, Alpenenthusiasten aus Österreich, aus der Schweiz, aus Deutschland, aus Italien, und beschlossen, mit einem Initialworkshop in München das Projekt zu starten. Ein paar von uns, u.a. Cristian, BotBln, Braveheart, Didi, Flo Sorg, Geolina, Markus, Queryzo, Xanonymus und ich, trafen sich zwischendurch in Wien, München, Innsbruck, Frankfurt, und legten erste Themenschwerpunkte fest, zum einen die Überquerung der Alpen, zum anderen die Alpenflora. Am Tag vor dem Workshop bastelten Geolina, Xanonymus und ich eine Art Themenlaufplan für die künftige Struktur das WikiAlpenforums. Wen’s interessiert, hier der Link zur WAF-Präsentation.

Zurück zu Hannibal: Gleich zu Beginn des Workshops, noch am Freitagnachmittag, packten wir den Schwerpunkt Alpenüberquerung an. Zu dem Thema hatte es in der Bayerischen Staatsbibliothek (BSB) vor längerem eine Ausstellung mitsamt Katalog gegeben, zufälligerweise mit Exponaten aus den vier Ländern, die im WikiAlpenforum vertreten sind. Markus Lutz von der BSB präsentierte uns zu Beginn der Führung durch die Staatsbibliothek historische Bücher und Karten, um die Geolina im Vorfeld zum Einspeisen in geplante Wikipedia-Artikel gebeten hatte. Und noch was stellte sich bei der Gelegenheit heraus: Einer von uns, der Kollege Queryzo, kennt den Fußweg über die Alpen aus eigener Anschauung, er hat die Alpen schon dreimal zu Fuß überquert.

Alpine Pflanzenwelt: Der zweite Praxisschwerpunkt unseres WAF-Workshops war eine Exkursion zur Alpinpflanzensammlung im Botanischen Garten München-Nymphenburg. Der Kollege BotBln hat sich dazu auf unserer WikiMUC-Disk ausführlich geäußert. Besonders erfreulich: Die zwei Alpinpflanzenexperten des Botanischen Gartens konnten wir als Neu-Autoren für Wikipedia gewinnen. Beide haben erste Konvolute aus ihrem Bilderbestand zu floristischen Themen übermittelt, gebraucht wird noch Hilfe zum Hochladen. Die Chefin des Gartens, Prof. Susanne Renner, seit langem engagierte Wikipedianerin sowie Direktorin der Botanischen Staatssammlung München, begrüßte den WP-Neuzugang aus ihren Reihen. Im Gespräch mit uns machte sie praktische Vorschläge für eine Kooperation der Uni München mit Wikipedia, die sich nach dem Universitätsprojekt des Kollegen Frank Schulenburg in San Francisco anhörte.

Ergebnis des Workshops: Mit dem WikiAlpenforum (WAF) haben wir nun in Wikipedia eine Plattform für Themen rund um die Alpen. Ausgehend von der Geografie, der Geologie und dem Klima der Alpen, über Bergsteigen und bekannte Alpinisten, über Dialekte und Sprachinseln in den Gebirgsregionen, über alpenländische Kultur, Kulturschaffende und Brauchtum, bis hin zur Vegetation, zum Naturschutz und der Flora in den Alpen. Wesentliches Ziel des Projekts ist die Erstellung von Artikeln, Bildern, Audios, Videos und Grafiken. Angestrebt ist, die verschiedenen schon etablierten Projektformate wie Wiki Loves Earth, Wiki Loves Monuments, die Wikipedianischen KulTouren, GLAM, die Landstreicher sowie die Wikipedianischen Landpartien, die in den Alpen stattfinden, in die Arbeit des Alpenforums einzubeziehen. Ein wesentlicher Pfeiler des WAF-Projekts ist die Vernetzung mit den Stammtischen und sonstigen Treffen von Wikipedianern in den Alpenländern. Wie unsere Workshop-Exkursionen in die Bayerische Staatsbibliothek und in den Botanischen Garten München gezeigt haben, ist es uns darüber hinaus wichtig, Leute, die in den Alpenthemen drinstecken, Wissenschaftler, Historiker, Pflanzenliebhaber, Fachleute aus universitären Einrichtungen und aus den Alpenvereinen mit in das Projekt einzubeziehen, als Wikipedia-Autoren, als Teilnehmer unserer Exkursionen, und fachbegleitend beim Erstellen und Verbessern von Wikipedia-Artikeln. Noch während des Workshops erstellten die Kollegen Xanonymus, Austriantraveler und Queryzo eine Seite für die momentanen und künftigen Arbeiten im Rahmen des WikiAlpenforums. Erstellt sind inzwischen 10 neue Artikel, einer davon ist der Alpengarten auf dem Schachen.

Nächste Schritte: Die erste Exkursion des WikiAlpenforums geht auf Vorschlag des Kollegen Jaqen nach Nord-Italien, zum Giardino botanico alpino Viote. Angepeilt ist Mai/Juni 2017. Einmal pro Jahr wollen wir einen Workshop machen. Der nächste findet auf Vorschlag unseres italienischen Kollegen Christian im April/Mai 2018 am Comer-See statt. Ein Team von vier Wikipedianern aus je einem Land koordiniert das Projekt und kümmert sich in Absprache mit dem WAF-Orgateam um weitere Exkursionen und Treffen. Nächster Termin, zu dem das WikiAlpenforum alle herzlich einlädt, ist der WP-Stammtisch in Innsbruck am 17. März 2017. Wer was macht sowie Details über die Themen sind nachzulesen im Etherpad zum Alpenforum. PI, 5.3.

13. Markt für Dresdner Geschichte und Geschichten

Wandzeitungen, die das Postkartenprojekt Commons:Brück & Sohn vorstellten, wurden von den Besucherinnen und Besuchern sehr interessiert gelesen.

Am ersten Märzwochenende 2017 fand die bereits 13. Auflage des Markts für Dresdner Geschichte und Geschichten im Andreas-Pfitzmann-Bau (Fakultät Informatik der TU Dresden) statt. Der Geschichtsmarkt ist eine Veranstaltung, bei der ehrenamtliche HistorikerInnen und Geschichtsinteressierte den Besuchern die Ergebnisse ihrer Erforschung bezüglich der Heimatgeschichte vorstellen und ins Gespräch kommen können. Dresdner Wikipedianer waren bereits zum 6. Mal mit einem Stand vertreten und wir präsentierten unsere Arbeit rund um die Dresdner Geschichte. Thematisch war in diesem Jahr „die Geschichte von Kunst und Kultur in Dresden“ Schwerpunkt des Treffens der ehrenamtlichen Historiker und Geschichtsinteressierten aus Dresden und dem Umland. Als Schwerpunkt unserer Präsentation hatten wir uns das Postkartenprojekt Commons:Brück & Sohn, welches sk und derbrauni in den Jahren 2015 und 2016 mit dem Meißner Verlag Brück & Sohn durchgeführt hatten, herausgesucht. Die Wandzeitungen dazu wurden von den Besuchern interessiert gelesen und bewundert. Oftmals entstanden aus der Bewunderung über dieses Projekt heraus Gespräche, die sich thematisch rund um alte Postkarten, Bilder und die Entwicklung der historischen Dresdner Innenstadt drehten. Es gab sogar einige Angebote von Dresdnerinnen und Dresdnern, die gerne alte Fotos und einige mehr als 100 Jahre alte Postkarten aus dem Familennachlass zur Verfügung stellen möchten.

Entgegen der Vorjahre, bei denen das Interesse an unserem Vortrag stets sehr gering war, verzichteten wir in diesem Jahr auf diesen. Trotzdem kamen sehr konstruktive Gespräche zustande, aus welchen herauszuhören ware, dass das Interesse an der Nutzung der Wikipedia sehr groß ist. Das Mitmachen wird aber oft als Hürde angesehen („Zu kompliziert.“, „Das verstehe ich doch gar nicht.“, …). Leider fehlt es (so die Erkenntnis des Sonntags) dem – größteils älteren – Besuchern an Vertrauen in die eigenen Fertigkeiten bezüglich des Beitragens. Trotz dessen wurden wir nicht müde die Menschen an unserem Stand zu motivieren und Kontaktdaten auszutauschen, um den Einstieg in die Wikipedia so einfach wie möglich gestalten zu können.

Ein großes Dankeschön geht an dieser Stelle an Wikimedia Deutschland, die auch in diesem Jahr Druck- und Standkosten übernahmen und Informationsmaterialen sowie Give-aways zur Verfügung stellten. Maria aus dem Team Ideenförderung gilt ein besonderer Dank, da sie noch einigermaßen kurzfristig ein Paket mit Informationsmaterialen sowie Give-aways auf die Reise schickte und somit eine gute Ausstattung des Standes sicherte. Ein weiterer Dank gilt allen Mitwirkenden unseres Standes: DynaMoToR, derbrauni, Kolossos (die am Sonnabend vor Ort waren) und Bybbisch94 (der gemeinsam mit dem Autor dieses Artikels am Sonntag die Stellung hielt). (DCB, 05.03.)

Wikipedia an der Uni

Hauptgebäude der University of Manchester

Was die Verwendung der Wikipedia an Universitäten betrifft und die Einstellungen von Hochschullehrern zur Wikipedia, wird man wohl keine einhellige Meinung finden. Die einen finden die Wikipedia vielleicht hilfreich, andere finden sie interessant, noch andere verdammen sie. Ein sehr schönes Beispiel dafür, wie die Einstellung zur Wikipedia an Hochschulen aussehen könnte, habe ich an der University of Manchester gefunden. Giles Johnson ist dort Botaniker und hat am 22. Januar 2017 zur Studienbegleitung der Erstsemester der Studienfächer Biologie und Genetik ein internes Informationssystem aufgesetzt. Darin schreibt er unter anderem (die Erlaubnis der Veröffentlichung hier hat er mir gegeben):

„You will notice that I have included a number of links in this site to pages on Wikipedia. Wikipedia is often said to be unreliable. However, I think it is wonderful. It provides accurate information across an imense range of topics. It is not however perfect. Like textbooks, it does contain errors. If you find errors you should correct them. However, you should never rely on a single source of information. Always try to find alternative sources to back up information you include in essays. Be critical and don't assume that just because someone wrote something down, including me, it is correct. In the end you will be learning to read the original sources of information and understand the studies that allow us to conclude the things we think we know.…“

Übersetzung: Ihr werdet bemerkt haben, dass diese Seite ein paar Links auf die Wikipedia enthält. Wikipedia wird häufig als unzuverlässig angesehen. Ich denke jedoch, dass sie etwas Wundervolles ist. Sie stellt exakte Informationen für eine enorme Bandbreite an Themen zur Verfügung. Sie ist aber nicht perfekt: So wie in Lehrbüchern finden sich dort auch Fehler. Wenn ihr Fehler findet, solltet ihr sie korrigieren. Ihr solltet euch auch nie auf Informationen verlassen, die nur aus einer einzigen Quelle kommen. Versucht immer, für eure Texte alternative Quellen zu finden, um eure Aussagen zu unterstützen. Seid kritisch und geht nicht davon aus, dass etwas wahr ist, nur weil es jemand niedergeschrieben hat – und das betrifft auch meine Texte. Letztendlich werdet ihr lernen, die Originalquellen zu lesen und die Studien verstehen, die uns erlauben, diejenigen Sachen zu schlussfolgern, die wir glauben zu wissen. …“

G. K., 2.3.

Husch, husch, Auf zum Mitmachen...

Durfte nicht bewertet werden: WLE 2016
WLE Austria Logo (transparent).svg

Seit einiger Zeit steht rechts ein Hinweis auf eine Jurorensuche für Wikipedia Loves Earth (WLE) 2017 in Deutschland. Der ist leider durch viele Einträge schon etwas nach unten gerutscht und wird nicht so richtig beachtet. Also macht mit und bewerbt euch! Ich zähl jetzt nicht, aber vermutlich acht mal war ich schon dabei. Es ist Arbeitsstress, wenn man von acht Uhr morgens bis fast Mitternacht rumwerkelt. Aber es gibt wirklich kaum eine bessere Möglichkeit, um Zusammenarbeit kennenzulernen. Die Diskussionen über die eingereichten Bilder sind für jeden von Nutzen. Wenn man die letzten Bewerbungen ansieht, fallen immer die gleichen Namen auf. Deren Bilder können zwar eingereicht werden, nehmen aber am Wettbewerb nicht teil. Aber manchmal gibt es auch Neugierige, die sich das antun: Medea7. Und das war toll, ich traf sie sogar auf der Preisverleihung in Berlin wieder.

Die Kollegen aus Österreich und der Schweiz nehmen in diesem Jahr am Wettbewerb nicht teil. Muss Deutschland aufgrund fehlender Juroren auch verzichten?

Um es den Bewerbern etwas einfacher zu machen, hat die Orga in diesem Jahr Ort und Datum im Voraus gebucht. Liegt es daran? Oder ist das Interesse an Naturbildern mittlerweile gesunken? Immerhin gab es 2016 115153 neue Fotos. Und ich bin sicher, dass schon viele Uploader den Termin erwarten …

Also kommt in die Puschen und bewerbt euch! Mehr als eine Nicht-Wahl kann doch nicht passieren. Nf., 27.2.

Eine Zeit zum Schreiben …

Wikipedia lebt von ihren Autoren und Artikeln, und, auch wenn es häufig anders scheint, sind Diskussionen und Streitereien eher Beiwerk und Hintergrundrauschen dieses Projekts. Zahlreiche Autoren schaffen hier täglich neue Artikel und mehr oder weniger umfangreiche Ergänzungen an bestehenden Artikeln, etliche weitere Benutzer pflegen den Bestand, korrigieren inhaltliche Fehler und Tippfehler und wieder andere Benutzer illustrieren die Artikel mit Fotos, Karten und Grafiken. Das ist Wikipedia und so funktioniert sie seit ihrer Gründung.

Ran an die Tasten …

Bereits vor mittlerweile 13 Jahren haben einige Autoren der Wikipedia einen Rahmen für eine Zeit zum Schreiben geschaffen, in der die Autoren in einen freundlichen Wettstreit gegeneinander treten und mit dem antreten, was sie am besten beitragen können: ihren Texten. Der nunmehr zum 26. Mal stattfindende Schreibwettbewerb hat sich seitdem nicht nur zu einer regelmäßig festen Größe im Wikipedia-Kalender entwickelt, seit Jahren kann er allen Unkenrufen und Todesanzeigen zum Trotz als einer der erfolgreichsten Autor(inn)eninitiativen der Wikipedia bezeichnet werden und, auch wenn die Anzahl der Beiträge und Beitragenden immer mal nachlässt, stammen bis heute zahlreiche unserer qualitativ hochwertigsten Beiträge aus dieser Zeit zum Schreiben.

Am 1. März ist es wieder soweit – der Beginn des Schreibwettbewerbs und damit der Beginn eines Monats, der dem Schreiben gewidmet sein sollte. Parallel zu diesem Schwergewicht findet dabei auch in diesem Jahr wieder ein Miniaturenwettbewerb mit eigenen Regeln statt, um auch Autoren zu motivieren, die sich eher auf kleinere Perlen konzentrieren möchten. Der Schreibwettbewerb und der Miniaturenwettbewerb dienen in erster Linie der Befriedigung des Spaßfaktors, der bei vielen Streitereien, Edit-Wars und anderen alltäglichen Widrigkeiten in der Wikipedia leider ab und zu verloren geht. Artikel können sowohl in je einem als auch parallel in beiden Wettbewerben nominiert werden. Die Organisatoren freuen sich, wenn sich möglich viele Leute die Zeit zum Schreiben nehmen, ihre Texte beim Schreibwettbewerb und beim Miniaturenwettbewerb präsentieren und sich damit im friedlichen Wettstreit mit anderen Autoren messen.AR, 25.2.

PS: Wer noch mit einer Teilnahme liebäugelt, sich aber nicht so ganz entschließen kann, könnte in der Liste der zu vergebenden Preise vielleicht ein ausschlaggebendes Argument entdecken. Im Namen des Schreibwettbewerbs möchte ich mich hiermit bei allen bisherigen und zukünftigen Spenderinnen und Spendern bedanken. (TAM, 1.3.)

Erinnerung: Miniaturenwettbewerb

Beim Miniaturenwettberb können noch bis zum 30. April Stimmen abgegeben werden. Es wäre schön, wenn die letzten Tage genutzt und über das Wochenende weitere Benutzer abstimmen würden. Ni. 26.4.

Immer weniger

Erik Zachte hat die Wikipedia-Statistiken für März 2017 veröffentlicht. Zeit für eine statistische Nachlese des I. Quartals. Es sieht nicht so wirklich gut aus. Die Benutzerzahlen in der deutschsprachigen Wikipedia sind weiter stark rückläufig. Nachfolgende Tabelle zeigt die Entwicklung von drei Kennzahlen im Ein-Jahres-Vergleich und im Drei-Jahres-Vergleich.

Kennzahl 1 Jahr 3 Jahre
sehr aktive - 6,1 % - 5,1 %
aktive - 9,1 % - 13,5 %
neue - 22,1 % - 30,0 %

Der Rückgang der Autorenzahlen ist aber kein Naturgesetz. In anderen Wikipedias läuft es nicht gar so schlimm oder besser. Die nächste Tabelle zeigt die gleichen Kennzahlen im Ein-Jahres-Vergleich für sechs größere Sprachversionen.

Kennzahl en fr es ru pl nl
sehr aktive + 2,7 % - 1,1 % + 0 % - 4,2 % + 9,2 % - 3,2 %
aktive + 3,9 % + 0,3 % + 2,2 % - 0,6 % + 2,5 % - 6,3 %
neue - 0,2 % - 15,5 % - 1,4 % - 11,3 % + 3,0 % - 19,0 %

Fazit: Alle Sprachversionen der Wikipedia müssen um ihre Autoren kämpfen, besonders um neue. Aber in keiner der großen Sprachversionen gehen die Benutzerzahlen so drastisch zurück wie in der deutschsprachigen. An was liegt das? Das häufig genannte Argument, es sei im Gegensatz zu den ersten Jahren für neue Autoren schwer, noch unbesetzte Stichwörter zu finden, greift nicht mit Blick auf die mehr als doppelt so große englischsprachige Wikipedia, wo sich die Zahl der Aktiven im letzten Jahr erholte. -- Dschungelfan, 25.4.

Position zum digitalen Engagement – zweite Feedback-Phase

Vom 29. März bis zum 6. April sowie auf dem Community-Workshop im April konnten bereits Anmerkungen, Ergänzungen, Hinweise zu Studien, Ideen und Fakten zur Entwicklung einer WMDE-Position zum digitalen Engagement eingebracht werden. Die WMDE-Position zum digitalen Engagement wurde daraufhin nochmal überarbeitet und bis zum 6. Mai 2017 freuen wir uns über Feedback dazu. JF(WMDE), 25.4.

UNESCO Challenge

Ja, es ist wohl gerade die Zeit der Wettbewerbe zwinker 

Noch bis zum 18. Mai läuft die (erste) UNESCO Challenge (am 18. April war der Internationale Welterbetag).

Dieser Wettbewerb wird von der UNESCO (Schweden) zusammen mit Wikimedia Sverige organisiert, um Artikel über das UNESCO-Welterbe zu verbessern. Die UNESCO hat dazu einige tausend Bilder nach Commons hochgeladen und soll auch einige Open-Access-Texte veröffentlicht haben (die ich jetzt auf die Schnelle nicht gefunden habe – kann hier jemand helfen?), die während dieses Wettbewerbs genutzt werden können/genutzt werden sollen.

Ihr könnt nach eurem Gusto in jeder Sprache über Monumente in jedem Land schreiben. Sonderpreise gibt es für Artikel über Welterbestätten in Schweden und Spanien. Eine Übersicht mit allen weiteren Informationen zur Challenge findet ihr auf Meta: meta:UNESCO Challenge

Zu den Bildern auf Commons geht es hier entlang:

Ran an die Tasten! Anika 25.04.

Tippspiel WWE Payback

Nach einem ganz gut geglückten Tippspiel für WWE WrestleMania 33 geht es mit WWE Payback in die zweite Runde. Dabei sind unter anderem die WWE‑Stars Roman Reigns, Randy Orton, Bray Wyatt, Samoa Joe und Seth Rollins. Stimmt hier noch bis Sonntag, 30. April 2017, 23:00 Uhr ab, wer eurer Meinung nach die einzelnen Matches gewinnen wird! Mupa 24.04.

Totes Inhaltsübersetzungstool

Seit dem 19. April ist das Inhaltsübersetzungstool abgeschaltet. Es verursachte eine Unterbrechung auf dem Datenbankserver. Solange die Ursache nicht gefunden ist, muss das Tool leider abgeschaltet bleiben. sw 24.04.

Tote Weblinks in eigenen Artikeln

Wer wissen möchte, ob in selbst angelegten Artikeln defekte Weblinks per Botmeldung erkannt worden sind, kann sich diese jetzt mit einem Klick anzeigen lassen. (Die Abfrage kann bei höherer Beitragszahl etwas Zeit in Anspruch nehmen.) hgzh 23.04.

Der russische Wikipreis 2017

Wiki-award prize 2015.jpg

Ähnlich unserem Zedler-Preis und unseren WikiEulen vergibt auch die russische Wikipedia jährlich eine Auszeichnung. Zum ersten Mal im Jahr 2011 vergeben, findet am Sonntag, den 23. April 2017 die siebte Verleihung statt. Ort ist das Moskauer Kongresszentrum Extropolis des Suchmaschinenbetreibers Yandex, der auch als Hauptsponsor auftritt. Das Kongresszentrum befindet sich direkt an der Metro-Station Park Kultury. Ausgezeichnet werden Teilnehmer an Wikimedia-Projekten, welche den größten Beitrag zur Weiterentwicklung der Projekte gemacht haben. Durch den Abend führen wird der Blogger und Fernseh- und Radiojournalist Alexander Pljuschtschew (ru). Die Projektseite für die Veranstaltung findet sich auf wmru:Вики-премия 2017. G. K. (20.4.)

Calling For Votes: Publikumspreis von Schreibwettbewerb XXVI

Etwas weniger als zwei Wochen werden voraussichtlich noch vergehen, bis die Jury die Sieger des 26. Schreibwettbewerbs kürt. Bis dahin dürfen noch fleißig Stimmen für den diesjährigen Publikumspreis vergeben werden. Auch dieses Mal bietet sich dem geneigten Leser in vier Kategorien ein breites Spektrum an hervorragenden Artikeln, so darf man beispielsweise etwas über Frühjahrsblüher oder ein Musikgenre erfahren, das sich als depressiv, schwarz und metallisch beschreiben lässt. Ebenso werden Freunde der historischen Obstetrik oder des Bootsingenieurwesens auf ihre Kosten kommen. Jeder Abstimmende darf drei (nicht kumulierte) Stimmen vergeben; die Wahlurne ist rund um die Uhr geöffnet. ɦeph, 18.4.

Bild des Jahres 2016: noch zwei Tage bis zum Finale

POTY

Am 20. April endet um 23:59 Uhr die Abstimmung im Wettbewerb um das „Bild des Jahres“. Bis dahin kann man im Finale die drei besten aus 57 Bildern auswählen. Diese sind Gewinner der ersten Runde, als über die 1475 exzellenten Bilder des letzten Jahres abgestimmt wurde. Die Abstimmung läuft auf den Commons, dem zentralen Medienspeicher, den alle Wikimedia-Projekte nutzen. Teilnehmen kann jede/r, der vor dem 1. Januar 2017 mehr als 75 Bearbeitungen in irgendeinem Wikimedia-Projekt hatte. Der jährliche Wettbewerb findet zum elften Mal statt, zur Abstimmung geht es hier lang. mh, 18.4.

Tour de France: „Grand départ“ in Düsseldorf

„Grand Départ”-Banner am Düsseldorfer Rathaus

Vom 29. Juni bis 2. Juli findet in Düsseldorf der „Grand depart“, also der Start der diesjährigen Tour de France, statt: [1]. Das eigentliche sportliche Programm, also die ersten beiden Etappen, finden Samstag (Einzelzeitfahren) und Sonntag (zweite Etappe) statt. Hier genauere Informationen zur Strecke: [2]. Ich habe mich um eine Akkreditierung für „zwei Wikipedianer“ bemüht, aber bisher noch keine definitive Antwort erhalten (werde allerdings mit Pressemitteilungen bombardiert). Ob die Wikipedia eine Akkreditierung bekommt und wer diese wahrnehmen kann, darf oder sollte, ist also noch offen. Abgesehen von dem offiziellen Start etc. in Düsseldorf gibt es sicherlich auch entlang der Strecke weitere gute Möglichkeiten, Fotos zu machen. Ich habe jetzt mal eine Seite Wikipedia:Fotoprojekt Grand Départ 2017 (nur ein Anfang) angelegt, auf der Ideen etc. gesammelt und koordiniert werden können. Ni. 17.4.

Good evening Kyiv, Wikipedia calling!

Bald ist es wieder soweit, der 62. Eurovision Song Contest wird vom 9. bis zum 13. Mai in Kiew stattfinden! Wie jedes Jahr kann auch 2017 wieder gewettet werden; wer schafft es, die Top fünf des Finales am genauesten vorauszusagen? Teilnahme ist noch bis 8. Mai möglich! (Xa, 17.04.)

Hauptstädte der EU-Gründungsländer komplett

Heute ist es nach 16 Jahren deutschsprachige Wikipedia soweit: Jede Hauptstadt eines EU-Gründungslandes hat einen eigenen Artikel. Dies erfolgte durch den für seine irrelevante Artikelarbeit berüchtigten Benutzer:Sarcelles. Er hat den Artikel Amsterdam in den gleichnamigen Artikel und den Artikel Amsterdam (Gemeinde) zerstückelt. Mit dem Ergebnis, dass der Artikel Amsterdam keine Einwohnerzahl der Stadt mehr beinhaltet und unter 13 KB gerutscht ist. Zusätzlich hat Sarcelles durch die Falschschreibung des Lemmas des neuen Artikels bei dem Edit, der das Meiste der Redundanz zum heute erstellten Artikel Amsterdam (Gemeinde) entfernte und an diesen Artikel anpasste, eine Verringerung der Bytezahl des Artikels Amsterdam um 35.000 Byte um ein Byte verfehlt. (Sarcelles, 16.4.) i Info: Der Artikel wurde gelöscht, weil er völlig ohne Belege auskam. --87.153.116.16 11:30, 26. Apr. 2017 (CEST)

Ungesichtet

Aktuell ist der Rückstand der ungesichteten Artikel bei 51 Tagen also bald 2 Monate! Angesichts der aktuellen Aktion für Neulinge "Fehler korrigieren" ist das nicht sehr schön. (IP 16.4.)

WikiConvention francophone 2017

Was lange währt, wird endlich gut: die WikiConvention 2017 kommt nach Straßburg! Von Donnerstag, 19. Oktober bis Samstag, 21. Oktober findet im Maison de la Région in Straßburg die WikiConvention francophone statt. Es gibt bereits eine Teilnahmeliste, auf der man sich unverbindlich eintragen kann, die offizielle Anmeldung wird später gestartet. Die Unterkunft muss man wohl selbst organisieren, die Kostenübernahme kann man aber beim jeweiligen Chapter beantragen. Aktuell wird über ein neues Logo abgestimmt. (H., 11.4.)

Wechsel bei Wikimedia CH

Am Samstag war die Generalversammlung von Wikimedia CH in Luzern. Es gab einen grösseren Wechsel im Vorstand, da drei Deutschschweizer Mitglieder (Hadi, MEW und Micha) aus unterschiedlichen Gründen das Handtuch geworfen haben. Diese wurden nun mit zwei neuen Mitgliedern ersetzt und zwar Muriel Staub (ehemalige Community-Liaison) und Michael Gasser (ETH-Bibliothek). Ich wünsche ihnen einen guten Start und viel Erfolg. Die Arbeit geht da sicher nicht aus und es ist vermutlich schwieriger geworden, da immer weniger aktive Deutschschweizer Wikipedianer in diesem Verein mitwirken und so der Bezug zur Basis abhanden kommt. Die Baustellen werden sicher nicht weniger und der Vorstand hat keine leichte Aufgabe. Hier der Link zum Jahresbericht von 2016. (MLR, 10.4.)

Eine sehr kurze, aber zutreffende Meldung. Aus meiner Sicht als Versammlungsteilnehmer ist wichtig, dass bei der Governance Stabilität herrscht, um strategisch in die Zukunft zu blicken. Pkh, 10.4.

Externe Firma bestimmt die Wikimedia movement strategy

Die US-amerikanische Firma Williamsworks und ihre Gründerin Whitney Williams dominieren das Kernteam der Wikimedia-Bewegung Strategieplanung 2017. Die Wikimedia-Bewegung selbst hat dazu noch ein paar Fragen. SI, 8.4.

Bald steppt der WikiBär

WikiBaerLogo02 (cropped).png

Zuerst ging es ganz langsam, nun ist Fahrt aufgekommen und als sechster regionaler Wikipedia-Standort öffnet der WikiBär vor dem Flughafen BER jetzt im April 2017 seine Pfoten! Obwohl noch eine Baustelle, lädt er alle Interessierten sowohl zur baldigen Eröffnung als auch zur Teilnahme an den Veranstaltungen ein. Kommt zahlreich und informiert euch unter Wikipedia:WikiBär. sgth 8.4.

„Gebrauchsanleitung für Wikipedia“

Daß jeder mitmachen kann, gehört zu den Gründungsmythen der Wikipedia, in Wirklichkeit ist aber enzyklopädisches Schreiben nicht jedermanns Sache. Anforderungskataloge für neue Autoren haben wir aber nicht, schon um niemanden zu verschrecken. Außerhalb kann man sich da weniger zurückhaltend äußern. Auf academia.edu, einer Plattform, auf der Wissenschaftler und solche, die es werden wollen, ihre Arbeiten der Öffentlichkeit zugänglich machen oder wenigstens vorstellen, gibt es als Research Interest Wikipedia Studies (das entspricht in etwa unseren Kategorien, ist aber auch nicht durchschaubarer) mit rund 750 Beiträgen. Aufgefallen ist mir da der kürzlich hochgeladene Beitrag von Manuel Rodriguez, wohl einem Informatiker. Seine im Januar 2016 abgeschlossene Gebrauchsanleitung sollte ursprünglich den Titel „Vom Uni-Professor zum Wikipedia-Autor“ führen. Da bin ich ihm wohl mit meinem „Vom Universitäts-Professor zum Wikipedia-Administrator“ zuvorgekommen. Quintessenz von Rodriguez ist, um als Autor in Wikipedia erfolgreich zu sein, müsse man eine Dissertation geschrieben haben oder wenigstens dazu in der Lage sein. Obwohl ich diese Voraussetzung erfülle, teile ich seine Ansicht nicht. Es gibt jedoch zahlreiche zutreffende Beobachtungen, die Erfahrung im Umgang mit Wikipedia verraten, auch wenn man nichts über eine eventuelle Mitarbeit des Verfassers erfährt. Ich zitiere aus seiner Zusammenfassung: „Wikipedia funktioniert konfrontativ, Edit-Wars und lautes Schreien sind der Normalfall, eine Community gibt es nicht. Warum das System dennoch funktioniert und wie man daran teilnimmt wird in diesem Handbuch erläutert.“ (ich hätte da noch ein Komma gesetzt, Korrekturleser kämen durchaus auf ihre Kosten) Manche werden hier doch in dieser Beschreibung unseren Alltag wiedererkennen. Enz 8. April 2017

8. Redaktionstreffen Medizin 2017 vom 1. bis 2. April in Rötz

Am 1. und 2. April 2017 fand das 8. Treffen der Redaktion Medizin im Oberpfälzischen Rötz statt. Leider konnten in diesem Jahr nur 5 Redaktionsmitglieder der Einladung von Redlinux folgen, bei einem Medizin-Artikelbestand > 55500 leider nur noch eine Handvoll Enthusiasten. Aber es war dennoch ein konstruktives Arbeitsgespräch, bei dem wir wenigstens einige drängende Problempunkte erfolgreich angehen konnten.Uwe G., 6. April 2017

De Gruyter öffnet Literaturdatenbank bis 23. April

Wer im Bereich deutschsprachige Literatur unterwegs ist, für den könnte der Link auf das Deutsche Literatur-Lexikon Online interessant sein. Der Verlag De Gruyter stellt seine neue Datenbank bis 23. April 2017 der Allgemeinheit kostenfrei zur Verfügung. Online verfügbar gemacht werden die renommierten Nachschlagewerke Deutsches Literatur-Lexikon und die flankierenden Reihen (Deutsches Literatur-Lexikon. Das 20. Jahrhundert, Deutsches Literatur Lexikon. Das Mittelalter). Über 70.000 Lexikonartikel zu Autoren der deutschen Literatur sind somit kurzfristig frei abrufbar. Laut Anbieter enthalten die Artikel neben Informationen zu Leben und Werk der Autoren (neben BRD, frühere DDR, Schweiz, Österreich auch zahlreiche auf Deutsch schreibende Autoren aus anderen europäischen Ländern) ausführliche Hinweise auf Forschungsbeiträge zu einzelnen Werken. Die Bände zum Mittelalter verzeichnen das deutschsprachige Schrifttum vom 8. bis zum ausgehenden 15. Jahrhundert und bilden die Literatur des Mittelalters systematisch aufgefächert in Gattungen und Themenkreisen ab. (Csr, 4.4.)

NACHTRAG: Für Interessierte der anorganische Chemie bietet De Gruyter bis 23. April Zugriff auf eine weitere Datenbank – Anorganik Online. Die Datenbank enthält umfassende Lehrbuchinhalte zu allen Aspekten der anorganischen Chemie, angefangen bei den Grundlagen wie Säure-Base Chemie oder Stöchiometrie, bis hin zu aktuellen Forschungsthemen aus der bioanorganischen Chemie, den Materialwissenschaften oder der Organometallchemie. Enthalten sind insgesamt 22.000 Stichwörter, auf die u. a. durch einen speziell entworfenen Thesaurus zugegriffen werden kann. Ein interaktives Periodensystem der Elemente ermöglicht einen schnellen Zugriff auf spezifische Informationen zu jedem Element. Die Datenbank richtet sich an Studenten der anorganischen Chemie im Haupt- oder Nebenfach. (Csr, 5.4.)

NACHTRAG 2: Über das Projekt "The Wikipedia Library" bietet De Gruyter ebenfalls einen freien Zugang zu Online-Ressourcen des Verlags an. -- Oliver aus Hambergen Sprich! 10:03, 5. Apr. 2017 (CEST)

WikiCon 2017 in Bitterfeld-Wolfen

WikiCon 2017 in Bitterfeld-Wolfen

Nach den Besichtigungen der möglichen Veranstaltungsorte für die WikiCon 2017 sowie ausführlichen Beratungen und Abwägungen ist es jetzt soweit. Das Orga-Team der WikiCon 2017 freut sich nun endlich den Veranstaltungsort der diesjährigen Community-Veranstaltung bekannt geben zu können: Es ist die schöne Stadt Bitterfeld-Wolfen in Sachsen-Anhalt. Weitere Informationen zum Termin folgen in der nächsten Woche, wenn ein paar kleinere Details geklärt wurden. Die Location wurde bereits im Kurier-Artikel zu den Locationbesichtigungen erwähnt und beschrieben, auch dazu wird es weitere Informationen nach dem Wochenende geben. (Stp für das WikiCon-Orga-Team, 1.4.)

Kurzbericht von der Wikimedia Conference

An diesem Freitag begann die Wikimedia Conference 2017. Sie findet zum vierten Mal in Folge in Berlin statt und ähnelt ein bisschen der Wikimania, nur wesentlich dichter und intensiver. Wie bei den Community-Konferenzen, werden die Organisatoren (hier: WMDE), durch freiwillige Helfer aus der lokalen Community unterstützt, welche den überwiegend internationalen Teilnehmern z. B. helfen, sich in der Stadt zurechtzufinden. Der Autor ist hier als Documentation Volunteer dabei, d. h. er besucht einzelne Sequenzen der Veranstaltung, um die dort geführten Diskussionen zumindest sinngemäß schriftlich festzuhalten. Es gilt die Chatham House Rule, unter der die Inhalte der dokumentierten Diskussionen nach der Konferenz von den Organisatoren für Teilnehmer, wie auch interessierte Communitymitglieder, veröffentlicht werden. MB 31.3.

Im Anschluss wird – wie auch in den Vorjahren (2015, 2016) – die Dokumentation aller Sessions, inklusive eines ausführlichen Berichts (2015/1, 2015/2, 2016), auf Meta veröffentlicht. CK (WMDE), 31.3.

Vorschau auf die nächste Aktion zur Gewinnung neuer Freiwilliger

Auf der Projektseite wird jetzt die April-Aktion zur Gewinnung von neuen Autorinnen und Autoren vorgestellt. Die Botschaft ist "Wikipedia kann man bearbeiten, z. B. indem man Fehler korrigiert." Sie basiert auf den Erfahrungen aus der vorherigen Aktion und qualitativen Interviews. Diesmal bekommen neue Benutzende zusätzlich eine geführte Tour, um den Einstieg zu erleichtern.vl (WMDE) 31.3.

WTF ist Rockport, Massachusetts?

Rockport lebt vor allem von Lobster, wie die Zuseher der jüngst ausgestrahlten Herzkino-Folge Katie Fforde: Herzenswunsch wissen. Von ihnen wollten am Tag der Ausstrahlung 704 Benutzer, am Tag danach noch 109 Benutzer mehr wissen. Üblicherweise kann man die täglichen Abrufe dieses Artikels an den Fingern einer Hand zählen. Ob diese Leser mit dem, was zur Lektüre angeboten wird, zufrieden waren, darf man bezweifeln. Technisch ist der Artikel zwar über den Stub-Status raus, aber da geht mehr. Schon der Film verrät mehr über den Ort, als im Artikel steht, etwa warum der Ort so heißt wie er heißt. Abgesehen davon, daß im 19. Jahrhundert Gott hier wohnte, gibt es hier etwa ein knappes Dutzend Kulturdenkmale und eine denkmalgeschützte Altstadt, die zu nennen wären. Der Ort ist quasi-trocken, es darf kein Schnaps verkauft werden.

Ein Problem der kommenden Jahre wird sein, die Qualität der Artikel unterhalb der exzellenten und lesenswerten einzuschätzen und solche Artikel, sofern notwendig, gezielt und geordnet zu verbessern. Das Problem wird sein, solche Artikel auf eine Weise zu finden, die jenseits von Spezial:Zufällige Seite liegt. Auch die deutschsprachige Wikipedia braucht ein Assessment-System, eigentlich seit Jahren schon. MaB 30.3.

Wikimedia Conference

Dieser Tage fliegen oder fahren eine Reihe meiner Facebook-FreundInnen nach Berlin. Das wunderte mich: Wollen sie mich besuchen? Nein, sie fahren spendenfinanziert zur Wikimedia Conference 2017. Keine Ahnung, was die da alles so besprechen, und ob das für die Wikipedia wichtig ist, schaut Euch halt selbst mal im Programm um. Für WMDE nehmen neben dem Vorstand user:Gnom und user:Bücherwürmlein teil, die die Themen wohl nicht so wichtig fanden, um sie hier im Kurier mal kurz vorzustellen oder einen Link dorthin zu legen. Ein Treffen mit normalsterblichen Wikipedianern ist selbstverfreilich nicht geplant, soviel Populismus muss dann doch nicht sein. Die TeilnehmerInnen sind von den jeweiligen Apparaten zu bestimmen (es gibt auch ein paar user groups, die zugelassen sind), und sollen danach ausgesucht werden, dass sie wieder mal die ominöse «Bewegung» formen. Eigentlich soll aus «Diversitätsgründen» pro Org mindestens eine Frau teilnehmen, aber WMDE hat diese überschaubare Quote nicht erfüllt, wobei user:Nicole Ebber (WMDE) dafür mitsorgen soll, dass alles ganz friedlich abläuft und user:Lyzzy, die als Boardmitglied dabei ist, sich ja auch in der Community auskennt. Gemeinsam ist den drei namentlich letztgenannten übrigens, dass sie sich schon lange nicht mehr bzw. noch nie in der deutschsprachigen Wikipedia-Community virtuell groß engagiert haben, aber als Mann oder Frau des Apparates ist das ja auch überflüssig. Hauptsache, man macht Strategie. Warum Österreich und die Schweiz nun drei Abgesandte schicken dürfen, Russland aber nur zwei, hat sich mir nicht erschlossen, schließlich ist Russland dann doch etwas größer als Österreich. DC und New York sind irgendwie eigenständig, sodass die USA vier Apparatleute schicken durften, Indien hat irgendwie nicht ordentlich Rapport gegeben, deshalb kommt aus Indien nur eine Person. Kentucky darf dieses Jahr noch nicht kommen, aber vielleicht nächstes. Hier gibt es noch ein paar Leute, die die Strategie der Bewegung mitbestimmen sollen, aus dem deutschensprachigen Raum die üblichen Verdächtigen. Kostenpunkt Etwa eine viertel Million Ocken, etwa €1000 pro TeilnehmerIn, wobei mir unklar ist, wessen Fahrtkosten darin enthalten sind; WMAT und WMCH zum Beispiel müssen selbst zahlen. kt

Korrektur: „Normalsterbliche Wikipedianer“ sind im Rahmen der Conference-Party eingeladen, siehe Wikipedia:BerlinDH, 29.3.

Position zum digitalen Engagement

Leider wissen immer noch zu wenige Menschen, dass die Inhalte der Wikimedia-Projekte von Freiwilligen geschaffen werden. Daher ist es an der Zeit, das zu ändern und endlich in Politik und Gesellschaft das Bewusstsein für die hohe Bedeutung des digitalen Engagements zu schaffen. Du kannst dich bis zum 6. April 2017 auf dieser WP:FÖ-Seite mit Anmerkungen, Ergänzungen, Hinweisen zu Studien, Ideen und Fakten zur Entwicklung einer WMDE-Position zum digitalen Engagement einbringen. Zudem ist ein Austausch dazu auf dem nächsten Community-Workshop (7.–9. April 2017) eingeplant. Danach wird eine es zweite Phase mit Feedbackmöglichkeiten geben. JF(WMDE), 29.3.

Wikipedia hilft: auch beim Entschuldigen

miniatur

Der Einsatz von Bots, also von Programmen, die bestimmte Tätigkeiten unter bestimmten Bedingungen selbstständig ausführen, wird sehr unterschiedlich beurteilt. Sowohl außerhalb der Wikipedia (Stichwort Donald Trumps Präsidentschaftswahlkampf 2015/16) als auch innerhalb der Online-Ezyklopädie (der KURIER berichtete u.a. 2008: 1/2, 2013, 2014: 1/2/3) überwiegt meist die Kritik. Unbestritten gibt es jedoch auch sehr praktische Anwendungsmöglichkeiten, wie zum Beispiel die auf Twitter aktiven Bots @WhitehallEdits (der Kurier berichtete) und @ParliamentEdits (beide UK), das US-Geschwister @congressedits und die deutschen Pendants @reichstagedits (der seit 2014 schweigt) und @bundesedit.

Der Entwickler und Künstler Gregor Weichbrodt hat die Bot-Thematik im Januar in seinem lesenswerten Artikel „Bots unter Generalverdacht“ aufgearbeitet und im Februar ein Beispiel für eine weitere Anwendung vorgestellt: Der ebenfalls auf Twitter aktive @suendenbot. Er sendet seitdem unter dem Motto „einer muss ja schuld sein“ dreimal täglich eine Entschuldigung für große und kleine Unglücke zwischen 735 v.Chr. und 2016. Die Daten dazu holt er sich aus unserer Liste von Katastrophen, die Sätze baut er jedoch automatisch selbst (Details). Und er entscheidet auch, wenn er sich nicht entschulidgen kann, denn „von einem Strömungsabriss durch Vereisung wusste ich nichts“. Seinen Namen gab dem Bot die Bachmannpreisträgerin Kathrin Passig. mh, erg: O2, 27.3.

Kann man Mentoren abwählen?

Ich könnte jetzt einen Schlenker machen und eine wunderschöne Theorie der sich selbst rekrutierenden „Elite“ aus dem Hut zaubern, aber machen wir es knapp und am konkreten Fall. AfD-Funktionär MAGISTER ist ja nicht nur noch aktives Mitglied des derzeit inaktiven Schiedsgerichtes, sondern auch noch Mentor. In dieser Eigenschaft pamperte er den militärnostalgischen und faschismusunkritischen PimboliDD. Nicht nur in der WP-internen Kritik, sondern auch in der WP-externen Kritik am Fall MAGISTER spielt diese Tatsache eine erhebliche Rolle. Eben wollte ich eine Kontrastimme bei der Neuwahl eines Mentoren abgeben. Man beschied mir, ich sei nicht stimmberechtigt, stimmberechtigt seinen nur Mentoren. Ich sah in der aktuellen Mentorenliste nach, MAGISTER steht da nicht. Gut, ich habe die Stimme von MAGISTER mit dem gleichen Argument gestrichen. Meine Änderung wurde mit der Begründung „Umseitig stehen ja auch nicht alle, sondern nur jene, die derzeit nicht auf pause stehen“[3] revertiert. Dem entnehme ich zweierlei: MAGISTER ist nach wie vor Mentor und der Community ist es nicht möglich, ihn abzuwählen. Beides ist untragbar. EF, 26.3.

Tippspiel WWE WrestleMania 33

Am Sonntag, den 2. April 2017 findet in Orlando, Florida die 33. Ausgabe von WWE WrestleMania statt. Mit dabei sind dieses Jahr unter anderem die WWE-Topstars John Cena, Randy Orton, Mike „The Miz“ Mizanin, Big Show, Roman Reigns oder auch der Undertaker. Daher habe ich bereits zum 20. März ein Tippspiel initiiert, das ihr hier finden könnt. Ich freue mich über eine rege Beteiligung eurerseits! Mupa, 24.3.

Wikipedia-Telefonberatung: Ideen zu Zielen gesucht!

Die Telefonberatung möchte einen neuen Förderplan formulieren. Bitte übermittelt eure Ziele und Vorstellungen bis Sonntag, damit wir im Rahmen der Vorstellungen der Community ein Paket schnüren können, um die Telefonberatung für alle Interessenten erfolgreich weiterzuführen/entwickeln zu können. Danke, fürs Koordinationsteam, con, 23.3..

CEE Spring läutet den Frühling ein

Zum bereits dritten Mal findet heuer wieder der Artikelwettbewerb Wikimedia Central and Eastern Europe (CEE) Spring zu Themen aus den Ländern, Regionen und Sprachen in Mittel- und Osteuropa statt. Zusätzlich zu den Artikellisten, die die lokalen Organisatoren der 26 Länder/Regionen/Sprachen erstellt haben, zählen dieses Jahr auch frei gewählte Artikel in den jeweiligen Themenbereichen. Der Wettbewerb stellt also eine gute Gelegenheit dar, um sich bis zum 31. Mai und darüber hinaus näher mit unseren östlichen Nachbarn zu beschäftigen :-) Neben viel Ehr' gibt's auch dieses Jahr wieder Preise zu gewinnen! B, 21.3.

Bild des Jahres 2016: eins aus 1475

POTY

Auf den Commons, dem zentralen Medienspeicher, den alle Wikimedia-Projekte nutzen, gibt es derzeit 9.859 Exzellente Bilder. 1475 hat die Gemeinschaft im letzten Jahr neu ausgezeichnet. Sie bilden die Auswahl für die erste Runde im Wettbewerb „Bild des Jahres“, in der jede/r abstimmen kann, der vor dem 1. Januar 2017 mehr als 75 Bearbeitungen in irgendeinem Wikimedia-Projekt hatte. Damit man sich nicht durch die komplette Galerie klicken muss, gibt es sowohl nach Themen (zum Beispiel Tiere, Kunst, Landschaften, Personen, Fahrzeuge) als auch nach Monaten sortierte Übersichten. 2016 sind zehn Videos ausgezeichnet worden, die ebenfalls Bild des Jahres werden können. Und: mit 499 Bildern dominiert die Architektur erneut klar über Landschaften (224), es folgen Lebewesen (220, auffällig: 98 Gliederfüßer), Menschen (125) sowie Pflanzen und Pilze (61). Der jährliche Wettbewerb findet zum elften Mal statt, die erste Runde läuft vom 16. März bis zum 30. März 2017 und man kann für so viele Bilder stimmen, wie man möchte. Zur Abstimmung geht es hier lang. mh, 20.3.

Mehrspaltige Einzelnachweise softwareseitig verfügbar

Mit der gestrigen Softwareaktualisierung wurde eine Möglichkeit geschaffen, die Einzelnachweise am Ende eines Artikels je nach verfügbarer Fensterbreite mehrspaltig anzeigen zu lassen. Mit der Syntax <references responsive /> wird die Funktion aktiviert. Fortan werden die zugehörigen Einzelnachweise in bis zu drei Spalten gegliedert, vorausgesetzt, es wurden mehr als zehn verschiedene Einzelnachweise im Artikel definiert (Beispiel). Die Funktion nahm ihren Beginn übrigens in einer Umfrage von 2011.

Zu klären bleibt, ob die mehrspaltige Darstellung in Zukunft Standard werden sollte (die französischsprachige Wikipedia beantragt dies derzeit) oder ob die Entscheidung für mehrere Spalten dem einzelnen Artikelautoren überlassen bleiben sollte. hgzh 17.03.

Translate-a-thon für afrikanische Frauen – ein Rückblick

Der Translate-a-thon für 16 afrikanische Frauen ist inzwischen abgeschlossen. An dieser Stelle hatte ich am 22. Februar 2017 um Beteiligung gebeten für dieses internationale Projekt, das sich zum Ziel gesetzt hatte, afrikanische Frauen bekannter zu machen. Es wurden nicht alle Ziele erreicht, aber das Ergebnis kann sich sehen lassen. Weltweit wurden 116 Artikel von 54 Teilnehmern übersetzt – insgesamt wurde in 44 verschiedene Sprachen übersetzt. Die aktivsten Sprachen dabei waren Französisch, Spanisch, Katalanisch und Hebräisch. Besonders hervorzuheben sind auch die Beiträge in Niederländisch, Portugiesisch, Panjabi und Haitianisch, dazu die afrikanischen Sprachen Swahili, Igbo und Yorùbá. In der deutschsprachigen Wikipedia gab es vorher schon sechs Artikel von den sechzehn gewünschten. An deutschen Teilnehmern fand sich nur Happolati, der hier den schönen Artikel Flora Nwapa erstellte. Warum interessierte sich hier fast niemand für diese Aktion? Vielleicht ist das Übersetzen von fremdsprachigen Artikeln nicht das, was deutschsprachigen Wikipedianern Spaß macht? Oder es interessiert sich kaum jemand für Frauenbiographien oder Afrika oder afrikanische Frauen? Oder es war zu kurzfristig angekündigt? Oder man sucht sich lieber selbst ein Artikelthema aus, als dass man es vorgegeben bekommt? G. K., 17.3.

Dr.cueppers

Heute Nacht ist Dr. Peter Cüppers, vielen hier als Benutzer:Dr.cueppers bekannt, im Alter von 90 Jahren verstorben. In der Wikipedia war er seit 2006 aktiv und seit den ersten Tagen Mitglied der Redaktion Chemie. Eine Kondolenzliste wurde angelegt.

Tief betroffen und traurig MabS, 17.3.

Aus „speichern“ wird „veröffentlichen“

Die Speichern-Schaltflächen in der deutschsprachigen Wikipedia sollen in Kürze umbenannt werden: „Seite speichern“ wird zu „Seite veröffentlichen“ und „Änderungen speichern“ zu „Änderungen veröffentlichen“. Die Änderung ist Schritt für Schritt für alle Wikis geplant und wird von einem Team der Wikimedia Foundation koordiniert. Als Gründe werden u. a. die sprachliche Vereinheitlichung zwischen den Wiki-Projekten sowie die Erkenntnis aus Nutzergesprächen genannt, dass neue Autoren bei „Speichern“ oft etwas anderes erwarten. Weitere Informationen zu der Änderung gibt es auf Meta und Meta Diskussion. In der deutschsprachigen und anderen Wikipedien soll die Umstellung voraussichtlich am 22.3.2017 erfolgen, in anderen Wiki-Projekten erfolgte sie bereits am 15.3.2017. js (wmde), 17.3.

Wikipedia und die Listen

Über alles, nagut, fast alles, gibt es in der Wikipedia Listen. Da sind einige Schmankerln zu finden, wie die Kategorie:Liste (Militärperson), aber auch die Meisterwerke aus der Kategorie:Liste (Listen), alles sehr unterhaltsam. Wunderschön ist auch die Liste der Heimtiere im Weißen Haus, das braucht der geneigte Leser unbedingt. Nun hat am 4. März gegen halb acht abends der Kollege Draffi sich getraut, dieser opulenten Sammlung eine weitere Liste hinzuzufügen, die durchaus einen aktuellen Bezug hat, immerhin eine unerreichte Spezialität der Wikipedia, die ja immer gern "wiki" also "schnell" sein will. Es ist die Liste von inhaftierten Journalisten in der Türkei. Wir erinnern uns, der deutsch-türkische Journalist Deniz Yücel sitzt in der Türkei zurzeit in Untersuchungshaft, weil man ihm Unterstützung von Terrorismus und Spionage vorwirft. Irgendwie kennt man das aus alten Sowjet- und DDR-Zeiten. Aber Yücel ist nicht allein, etwa 50 Kollegen teilen, laut dieser Liste, sein Schicksal. In der Türkei kann eine Untersuchungshaft schon mal satte fünf Jahre dauern, bevor der Prozess überhaupt beginnt. Aber dort eingeknastete Journalisten scheinen offenbar eine gewisse Unbehaglichkeit bei den in absolut bequemen und sicheren Verhältnissen einer Demokratie lebenden deutschen Wikipedianern zu erzeugen, denn die Liste erhielt einen Schnelllöschantrag mit interessanter Begründung: Sie sei "offensichtliche Werbung für eine NGO. Die Sammlung hier ist mitnichten enzyklopädisch verwertbar." Soso, "mitnichten" verwertbar, das scheinen also nur die zuständigen staatstreuen Stellen zu sein. Was nun folgte, war klar. Dem Schnelllöschantrag wurde widersprochen und eine normale, Moment mal normale? Löschdiskussion begann. Sie ist nicht wirklich normal, denn sie spiegelt die tiefen politische Gräben innerhalb dieser verfetteten nicht unbedingt demokratischen und besonders intellektuellen Community wider. Wer sich das antun will, lese die Löschdiskussion. Ein Kommentar von Sc, 14. März 2017

Tippspiel Paris–Roubaix

mini

In weniger als vier Wochen, am Sonntag, den 9. April 2017, findet die 115. Austragung des rustikalen Radrennens Paris–Roubaix statt (das für mich grandioseste aller Rennen - und es endet in und auf einer Radrennbahn ...). Wer Lust hat, kann auf dieser Seite Tippspiel Paris–Roubaix einen Tipp auf den Sieger abgeben, die Startliste ist hier einsehbar. Für die Gewinner des Tippspiels stehen drei Preise bereit. Über eine rege Beteiligung (und vielleicht auch Diskussion dort) würde ich mich freuen! Ni., 13.3.

Wikipedia weiß fast alles

Diesen Eindruck haben viele Nurleser, und wirklich ist es selten, daß ein Thema, das gerade in den Nachrichten ist, in Wikipedia nicht abgedeckt ist. Nun wäre es sicher ungewöhnlich, wenn die etwa 38.000 18.000 möglichen Paarungen der bilateralen Beziehungen aller Staaaten schon alle ausgearbeitet wären, und doch dürfte anbetracht der Entwicklungen, die die Beziehungen zwischen Den Haag und Ankara im Verlaufe des Wochenendes nahmen, der eine oder andere nach Material zu den niederländisch-türkischen Beziehungen gesucht haben, allerdings ist das bislang ein rotes Blatt, im Gegensatz zu den 60 bestehenden Paarungen der bilateralen Beziehungen der Türkei. MaB, 12.3.

Kurz nach diesem Aufruf entstand ein Artikel zu den niederländisch-türkischen Beziehungen. Manchmal geschehen Dinge wirklich sehr schnell… Vo, 12.3.

Wikipedia weiß es besser

Auf einmal erscheinen eine Menge kleiner Edits auf meiner Beobachtungsliste, wobei eigentlich nicht wirklich etwas geschieht. Aus Herzog Anton Ulrich-Museum wird mal eben Herzog-Anton-Ulrich-Museum. Denn in der Wikipedia wird mittlerweile zurück gekoppelt, Pardon wird nicht gegeben! Es kann nicht sein, was nicht sein darf. Beispiele Völlig egal, ob die eigene Schreibweise eben nicht durch gekoppelt ist. Das mag sprachlich falsch sein - ändert aber nichts am Fakt. Wieso glauben eigentlich ein paar Wikipedianer nun entscheiden zu können, dass zusammen gekoppelt wird, was vermeintlich zusammen gehört? Auch wenn es an der Realität vorbei geht? Wenn die Selbstdarstellung und die Fachliteratur es anders darstellt? Eigentlich galt in diesem Projekt mal: wir bilden das ab, was „da draußen“ passiert – und nicht das, was wir gerne hätten. Und das betrifft eben auch Rechtschreibung und Grammatik. MC, 12.3.

Service: Namenskonventionen. MN, 12.3.
Service: Wikipedia:Keine Theoriefindung. Eine Grundregel dieses Projektes, die durch keine Hinterzimmerklüngelei außer Kraft gesetzt werden kann. MC, 12.3.
Service: MB #1 & MB #2. MN, 13.3.

Nach neun Jahren vollständig

Vor rund neun Jahren entstanden die ersten Listen der Abgeordneten zum Österreichischen Nationalrat. Gab es zum damaligen Zeitpunkt erst rund 450 biographische Artikel der Nationalratsabgeordneten, so wuchs die Zahl seitdem sukzessive auf 19361939 Artikel an. Mit dem Artikel über den Abgeordneten Franz Kummer wurde heute der vorerst letzte fehlende Artikel im Rahmen des WikiProjekt:Politiker/Nationalrat angelegt. Auch einen weiteren Meilenstein wird es bald zu feiern geben. Von den mehr als 900 Bundesräten haben weniger als 30 noch keinen Artikel. Dennoch sind die beteiligten Autoren noch weit von der Vollständigkeit relevanter österreichischer Politiker entfernt. So fehlen alleine noch rund 1800 der mehr als 2400 Abgeordneten des Abgeordnetenhauses sowie zahllose Artikel zu den Landtagsabgeordneten der österreichischen Bundesländer.G77, 8.3.
Und weil Blaulink ≠ Blaulink haben sich Dank der Hilfe von Andim noch eine Hand voll letzte fehlende Nationalräte gefunden, die nun ebenfalls ergänzt wurden. G77, 9.3.

Fehlende Gemeinden in der Wikipedia

Noch ist die deutschsprachige Wikipedia weit davon entfernt, allen administrativen Einheiten auf Gemeindeebene in Europa einen Artikel zu widmen, auch wenn dankenswerterweise tagtäglich durch unermüdliche Wikipedianer Artikel über italienische oder französische Kleinstgemeinden erstellt werden. Alldestotrotz hat sich der anonym bleibende Autor dieser Zeilen an einer Statistik der noch fehlenden Gemeindeartikeln in West-, Mittel- und Südeuropa gewagt.
So fehlen (Stand 6. März 2017, alle Angaben ohne Gewähr):

Damit fehlen europaweit problemlos 30.000 Artikel allein über Gemeinden. Wer also denkt, dass Wikipedia vollständig sei, der irrt.

Zugleich kann der Autor dieser Zeilen auch über Erfreuliches berichten. So sind in Europa viele Regionen und Staaten vollständig mit Artikeln über Gemeinden versorgt. So ist Wikipedia bereits vollständig (alle Angaben ohne Gewähr):

  • im deutschsprachigen Raum (Deutschland, Österreich, Schweiz, Liechtenstein)
  • in BeNeLux
  • in Skandinavien (Dänemark, Finnland, Island, Schweden, Norwegen)
  • in den meisten Zwergstaaten (San Marino, Andorra, Malta)
  • in den meisten baltischen Staaten (Estland, Litauen)
  • sowie im Vereinigten Königreich, Albanien, dem Kosovo und Slowenien.

IP, 6.3.

Wikipedia im Netz …

… zwischen amerikanisch-israelisch gesteuerten antideutschen Linksradikalen und Skeptikern, das ist wohl die Essenz des Films „ZENSUR“ von Markus Fiedler. Glaubt man dem Oldenburger Biologielehrer, der seine Thesen auch im Interview mit Ken Jebsen auf dessen Plattform KenFM sowie in der deutschsprachigen Plattform der RT (ehemals Russia Today) vertritt, wird die gesamte Wikipedia gesteuert von zwei miteinander agierenden und verzahnten geopolitischen Lagern, die sie für jeden Nutzer unbrauchbar machen. Auf der einen Seite stehen nach seinen Recherchen die Skeptiker, organisiert von psiram und der Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften (GWUP) mit Hilfe der Ruhrbarone und dem Humanistischen Pressedienst der Giordano-Bruno-Stiftung (gbs). Eng vernetzt sind diese mit imperialistisch-amerikanisch-israelisch gesteuerten antideutschen Linksradikalen, organisiert in der von ihnen querfrontartig unterwanderten Antifa (über deren interne Kämpfe Fiedler im Interview direkt noch ein paar „Interna“ ausplaudert) und vor allem getrieben durch die Amadeu Antonio Stiftung mit Anetta Kahane und Julia Schramm als zentrale Figuren.

Auf dieser Basis konnte Fiedler ein eng vernetztes Geflecht von Wikipedia-Aktiven identifizieren und als Beweis liefert er die persönlichen Bekanntschaften mit besonders zentralen Figuren, die aus dieser Machtposition die Wikipedia im Sinne der genannten Institutionen lenken. Als Motivation für die besondere Aktivität mutmaßen Jebsen und Fiedler neben politischen und monetären Interessen auch „zu wenig Sex“ der Beteiligten. Für beide ist Wikipedia unrettbar verloren und als Alternative schlagen sie eine neue freie Enzyklopädie auf der Basis von pluspedia vor. Marvin Oppong, der im Interview im Zusammenhang mit einem seiner Artikel als „normaler Wikipedia-Autor, der als Journalist auch über Wikipedia schreibt“ (<sic!>) genannt wird, muss also falsch liegen, wenn er konträr zu diesen fundierten Ergebnissen von einer Einflussnahme und Unterwanderung durch rechtsgerichtete Kräfte und die Alternative für Deutschland (AfD) schreibt – oder sollten in der Weltverschwörung vielleicht auch noch die Rechten und die Reichsbürgerbewegung eine Rolle spielen? Wir dürfen gespannt sein auf „ZENSUR II“, in dem dann sicher auch noch die Verwicklungen zur Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) aufgedeckt werden …AR, 6.3.

Neues vom Schiedsgericht

Wikipedia Arbitration Committee Logo de.svg

Soeben erreichte den Kurier die Nachricht, dass das Wikipedia-Schiedsgericht (wir erinnern uns: Die höchste Instanz bei Streitigkeiten innerhalb des Projekts) das Protokoll seiner Besprechung vom 27. Februar 2017 im Zuge der vereinbarten erforderlichen Transparenz veröffentlicht hat. Nachzulesen ist dieses ausführliche Protokoll, wie auch alle vorhergehenden Berichte auf der Seite Wikipedia:Schiedsgericht/Protokolle. Sc, 5.3.

"Wikipedia Spielt..." in Berlin

Nachdem es schon erfolgreiche "Wikipedia Spielt..."-Treffen im Lokal K gab, gibt es am 6. März erstmals einen Termin in Berlin. Das erste Treffen findet in der Spielwiese in Friedrichshain statt, einer Ludothek, um möglichst gleich Kontakt mit der hiesigen Spiele-Community zu knüpfen. Diese Treffen werden weiter regelmäßig ein Mal im Monat stattfinden. Ob bis zum Einzug im berliner lokalen Raum das Treffen weiter in der Ludothek oder in der Geschäftsstelle von Wikimedia Deutschland stattfindet, wird sich beim ersten Treffen klären. Weiteres über das Projekt findet ihr auf der Portalseite. MitspielerInnen sind herzlich willkommen! I., 4.3.

Das Förderbarometer kommt

Förderbarometer

Das Team Ideenförderung von Wikimedia Deutschland startet mit dem Förderbarometer eine kontinuierliche Befragung zur Förderung. Damit ist es ab sofort allen von WMDE geförderten Menschen möglich, standardmäßig ein Feedback zu hinterlassen, damit die verschiedenen Förderprogramme im Sinne der Communitys weiter verbessert werden können. Dies geschieht über ein Online-Formular, dessen Link einige Zeit nach der geförderten Aktivität versendet wird. Die Teilnahme ist natürlich freiwillig. Weitere Informationen dazu gibt es hier. Sollte es in der Anfangsphase noch zu Problemen kommen, oder Verbesserungsvorschläge geben, freut sich das Team Ideenförderung auch über Feedback zum Prozess an community@wikimedia.de. Nico (WMDE), 1.3.

Pressefreiheit in der Türkei

Vor ein paar Tagen ist der Journalist Deniz Yücel mit fadenscheinigen Gründen in der Türkei verhaftet worden und sitzt im Gefängnis. Die Medien berichten ausführlich über den Fall. Aber Yücel ist nicht allein, denn etwa 150 weitere seiner Kollegen teilen dieses Schicksal. In der sich in Richtung Autokratie entwickelnden Türkei wird systematisch die Pressefreiheit eingeschränkt und dürfte bald ganz abgeschafft sein. Das wollen einige Wikipedianer nicht hinnehmen und setzen als Zeichen des Protests ein schwarzes Banner, das der Kollege Berichtbestatter entworfen hat, auf ihre Benutzerseiten. Da die meisten deutschsprachigen Wikipedianer einen globalen Account haben, kann man dieses Banner auch mit türkischem Text auf seine dortige Benutzerseite einfügen. Das sollten möglichst viele von uns machen, denn für die Wikipedia sind unabhängige Medien absolut wichtig. Also, liebe Kollegen und Kolleginnen, kopiert das Banner und zeigt euch mit den in der Türkei inhaftierten Journalisten solidarisch.

Aktualisierung: Die Benutzerseiten mit den Bannern in der türkischen Wikipedia sind nach Schnelllöschanträgen heute auch nach Stunden gelöscht worden, aber das half den dortigen, offenbar staatstreuen, Admins nicht weiter, denn gegen diejenigen, die das Banner auch auf ihre Metawiki-Benutzerseite gesetzt hatten, können sie nichts tun, weil globale Benutzerseiten im Falle einer lokalen Löschung automatisch als Platzhalter wieder neu generiert werden. So bleibt das Banner erst einmal weiterhin sichtbar. Sc 1.3.