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Niedergang der fachspezifischen Qualitätssicherung?

Alles begann damit, dass mir ein Artikel über ein isländisches Musikfestival aufgefallen war, das möglicherweise nicht relevant im Sinne unserer Kriterien ist. Das hätte ich gerne (lieber als per Löschantrag) im Rahmen einer Fach-Qualitätssicherung klären lassen. Eine allgemeine QS für den Musikbereich gibt es jedoch nicht, wie ich bei einem Blick auf Wikipedia:Fachspezifische Qualitätssicherung feststellen konnte. Ich habe mir in diesem Zusammenhang angesehen, was es denn an QS-Initiativen im Musikbereich überhaupt gibt, und auf der genannten Übersichtsseite war Wikipedia:WikiProjekt Country-Musik/Baustellen-Artikel als „aktiv“ gekennzeichnet. Bei einem Besuch dort ist zu lesen: „Die Qualitätssicherung des Projekts Country-Musik wird nicht mehr betrieben.“ Ja nun – ich aktualisierte den Eintrag in der Liste.

Dabei wurde ich aber nachdenklich und fragte mich, wie viele auf der Übersichtsseite mit einem beruhigend grünen Lämpchen gekennzeichnete QS-Seiten eigentlich noch wirklich aktiv sind. Ich habe sie mir also alle angesehen – viele erwiesen sich als nur noch wenig aktiv oder gänzlich inaktiv. So wiesen auch die laut Übersicht angeblich aktiven QS-Seiten Diskriminierung, Einsatzorganisationen, Nordische Länder, Phantastik und Radartechnik seit Jahren keine Aktivität mehr auf – und viele weitere werden nur noch sehr sporadisch genutzt (die Seite ist jetzt auf aktuellem Aktivitäts-Stand). Neue QS-Initiativen sind dabei selten. Neben der Musik müssen viele weitere zentrale Bereiche ohne eigene QS auskommen – es gibt weder eine allgemeine QS Literatur noch eine QS Sport, beispielsweise. Was sagt uns das? Ist der Ansatz „fachspezifische QS“ bis auf wenige Bereiche, in denen er sich etabliert hat (Biologie, Medizin, Film und Fernsehen) gescheitert? Könnte man ihn wiederbeleben? Oder verlassen wir uns lieber verstärkt auf Bots, die automatisch Seiten wie Portal:Island/Überarbeitungswürdige Artikel generieren? Diese bieten wenigstens einen Überblick über aktuelle Probleme in einem bestimmten Bereich. Gestumblindi, 13.2.

Die «Schönfärberei» der Schweizer Bundesverwaltung in der Wikipedia

In der az Nordwestschweiz kam gestern ein Bericht darüber, dass die Schweizer Bundesangestellten Wikipedia-Artikel schönfärben [1]. Insgesamt seien 5500 Artikel betroffen, die verändert wurden, weil den «Beamten» die «Darstellung nicht gefiel».[2] Das wurde schließlich auch von weiteren Medien aufgegriffen und so beispielsweise im Tages-Anzeiger und in watson.ch verbreitet.

Nun, was ist da dran? Der Auszubildende (Stagiaire) Sven Altermatt, der die Recherche durchführte und den Artikel samt Kommentar schrieb, stützte sich vor allem auf die Sammel-IP der Bundesverwaltung (Spezial:Beiträge/193.5.216.100) und das dazugehörige Sperrlog. Die schweizerische Bundesverwaltung hat insgesamt rund 37'000 Angestellte und ihre Computer befinden sich alle hinter einem gemeinsamen Proxy. Die Bundesverwaltung ist sehr heterogen, was sich alles dahinter befindet, kann man in diesem Artikel erahnen: Bundesverwaltung (Schweiz). Beispielsweise (zufällig herausgegriffen) solche Ämter wie das Integrationsbüro, Swissmedic, Staatssekretariat für Migration, etc. wie auch solche zu denen Wikipedia seit längerem eine GLAM-Partnerschaft eingegangen ist wie die Schweizerische Nationalbibliothek und das Schweizerische Bundesarchiv. Wenn also einer dieser 37'000 Angestellten, sei es Direktor eines Amtes oder Lehrling, Langzeitangestellter oder befristet angestellte studentische Hilfskraft, hier unangemeldet editiert, sieht man das in der Beiträgen dieser IP. Es ist ja nur plausibel, dass bei dieser Anzahl von Personen hinter dieser IP auch manchmal Blödsinn eingefügt wird. So wurde die IP in Vergangenheit schon häufiger wegen Vandalismus gesperrt. Beispielsweise wegen sowas: [3]. Das hatte eine zweistündige Sperre durch Ra'ike zu Folge mit der Begründung «Unsinnige Bearbeitungen». Sieht man die Edits durch, so sind die meisten aber Verbesserungen. So werden Links korrigiert, Daten aktualisiert, Kategorien gesetzt, etc. Die IP brachte es deshalb seit 2005 auf insgesamt 4900 Edits im Artikelnamensraum und 5800 Edits insgesamt. Wenn man da ein wenig tiefer gräbt, findet man auch ab und zu Edits, die nicht unproblematisch sind. Es ist aber im Verhältnis zu der bloßen Zahl Angestellter nicht von einer systematischen Einflussnahme auf die Wikipedia auszugehen. Die Beispiele die medial aufgeführt werden [4], zeigen ein paar Einzelfälle im Verlauf der Jahre, wo sich Angestellte tatsächlich inhaltlich eingemischt haben.

Was macht der Auszubildende nun in seinem Beitrag? Er macht aus den 5800 Edits dieser Sammel-IP (wobei nur 4900 auf den Artikelnamensraum fallen) 5500 Artikel, die da hätten von den Bundesangestellten schöngefärbt worden sein. Die blosse Motivation dahinter sei gemäss Zeitungsheadline ja, dass ihnen «die Darstellung nicht gefiel». Man unterstellt ihnen also schon mal grundlegend eine schlechte Absicht. Die orthografischen Verbesserungen oder Updates in Artikel lassen sich offenbar ebenfalls mit der Motivation Schönfärberei begründen. Um das zu bekräftigen wird auf das Logbuch zurückgegriffen. Der Bericht suggeriert, dass die Sperrungen hier nicht wegen blossem Vandalismus, sondern vor allem wegen inhaltlicher Manipulation durchgeführt werden mussten. So wird das dann medial weiter verbreitet. So schreibt der Tages-Anzeiger [5] in seinem Bericht, der sich eigentlich nur auf den Bericht der az Nordwestschweiz stützt, dass «Die Manipulationen (...) nicht unbemerkt (blieben): Sie führten dazu, dass Wikipedia mehrfach gegen die Bundesverwaltung vorging – und alle Staats-Computer sperrte. Laut Wikipedia wurde der IP-Adressblock der Bundesverwaltung in den vergangenen beiden Jahren gleich mehrfach gesperrt». Ich versuchte da gestern mit einer Gegendarstellung aufgrund meiner Kenntnisse auf beiden Seiten (selbst Bundesangestellter und Wikipedianer) das Ganze ein wenig zu objektivieren: [6]. Natürlich sind einzelne Edits von unangemeldeten Personen problematisch, aber das ist kein besonderes Phänomen von Bundesangestellten. Die Beiträge dieser IP zeigen eher, dass auch Bundesangestellte hier editieren, wie sonstige Personen auch und das ist weder besonders verdächtig noch grundsätzlich problematisch.

Als ich Medienkunde hatte, wurde mal gesagt, dass man Boulevardjournalismus am besten daran erkennt, dass Meldungen erfunden werden. Wenn beispielsweise aus einem Börsencrash auf einmal Reportagen über hungerleidende Millionäre erfunden werden. Diese Berichte nun, in der nun heute sogar Politiker zu Wort kommen, ob man Bundesangestellte in Hinblick ihrer Wikipedia-Arbeit wohl besser überwachen müsste, damit ihre «Schönfärbereien» nicht weitergehen, geht für mich nun sehr ins Boulevardeske. Denn wen man bei dieser Geschichte nie wirklich gefragt hat, das sind die Betroffenen. Also wie das die Community hier denn selbst einschätzt und wie tiefgreifend sie die Probleme mit dieser IP denn tatsächlich sieht. Die ganze journalistische «Wahrheit» wird aus der Durchsicht der Sammel-IP generiert, die ja zum guten Glück und eigentlich auch vorbildlich transparent offenlegt, was alles von Seiten Schweizer Bundesverwaltung unangemeldet editiert wird. Wenn nun die blosse (Binsen-)Quintessenz lautet, dass man die Wikipedia «Nicht für bare Münze nehmen» soll [7], sollte man doch dringend auch anführen, dass man auch nicht jedem Zeitungsbericht einfach so unkritisch Glauben schenken darf. MLR, 10.2.

Stellenausschreibung: Gesucht werden …

Jury gesucht …

… acht Wikipedianer, die sich zutrauen, die Arbeit anderer sachlich zu beurteilen und fair gegeneinander abzuwägen - sie sollten etwas Erfahrung als Autor und Reviewer mitbringen, zwingend notwendig ist die allerdings nicht, und sie sollten sich mindestens in einem Fachgebiet sicher fühlen, Korrektheit und Vollständigkeit eingereichter Artikel zu bewerten. Falls du dich angesprochen fühlst: Prima - dann kandidiere doch um das Amt eines Schreibwettbewerbsjurors.

Zugegeben, natürlich hat das Ganze auch einen Haken − du wirst wahrscheinlich beschimpft, wenn irgendetwas nicht ganz glatt läuft oder sich jemand ungerecht behandelt fühlt; es braucht also schon ein wenig Gefühl dafür, welche Kritiken gerechtfertigt sind und Reaktion bedürfen, und welche man lieber an sich abperlen lassen sollte. Und es ist ein Haufen Arbeit, denn alle Artikel deiner Sektion und die besten Beiträge aller anderen Sektionen müssen innerhalb eines Monats gelesen, analysiert und bewertet werden. Aufgewogen wird dies jedoch durch eine sehr freundliche und vor allem sehr konzentrierte Zusammenarbeit mit den anderen Juroren, die zum Abschluss der Bewertungsphase in der Regel in einem persönlichen Treffen mit einem intensiven Meinungsaustausch gipfelt. Kaum ein Moment der Wikipedia-Welt kann dir solch einen Schub an Motivation und Befriedigung bringen, wie es die Fertigstellung der Top Ten und der Sektions-Ranglisten am Ende einer 8-stündigen Fachdiskussion mit sich bringt. Die nachfolgende Freude derjenigen, deren Arbeit ihr durch eure Wertschätzung honoriert, ist euch sicher (meistens zumindest).

Du fühlst dich nicht gut und erfahren genug für die Jury? Du würdest gern, aber …? Hey, es ist ein Spiel, ein spielerischer Wettbewerb unter Wikipedia-Autoren - und auch wenn es manchmal etwas verkrampft rüber kommt: Im Mittelpunkt steht der Spaß, den auch die Schiedsrichter und Juroren haben sollten. Es gibt immer ein paar alte Hasen in der Jury, die Neulingen erklären, wie das Prozedere am besten verläuft, ohne euch in eurer Entscheidung zu beeinflussen. Wir freuen uns auf deine Bewerbung − und natürlich auch später auf alle Beiträge zum Schreibwettbewerb. AR, 9.2.

Aktuelles vom WikiCup 2016

Der WikiCup-Pokal

Der diesjährige WikiCup 2016 läuft nun seit einem Monat und insgesamt 33 Teilnehmer befinden sich im Athletenfeld – drei Kandidaten stehen allerdings noch an der Startlinie und scheinen Probleme mit ihren Schnürsenkeln zu haben. Da am Ende der ersten Runde Ende März immerhin 32 der Teilnehmer nach Rangfolge in die zweite Runde kommen, ist damit jetzt noch ein lockerer Start möglich – bereits mit einem einzigen neu angelegten oder ausgebauten Artikel oder einem als „Quality Image“ ausgezeichneten Bild haben Neulinge die Chance, in die Auswahlgruppe einzusteigen. Falls ihr also genug davon habt, euch in endlosen Diskussion zu zermürben, und mal wieder mit Power in die Artikelarbeit einsteigen wollt – hier ist eure Chance.

Die Spitze bildet derzeit die Benutzerin BS Thurner Hof (283,5 Punkte), die das Feld mit den 100 bedeutendsten britischen Romanen aufmischt und Artikel zu Romantiteln anlegt und sich im Ausbau um Themen wie Eischnee, Kochgeschirr und Kindermädchen kümmert. Der Autor dieser Zeilen – Benutzer Achim Raschka – versucht, ihr vor allem mit Artikeln zu Nagetieren auf den Fersen zu bleiben, ist jedoch bereits um etwa 40 Punkte abgeschlagen. Auf Rang drei kämpft sich Benutzer Squasher durch diverse Squash- und Tennisturniere und den Rang 4 bildet derzeit Benutzer Frank Schulenburg, der sich auf die Fotografie verlegt hat und mit ausgezeichneten Bildern von Möwen und Pelikanen seiner kalifornischen Heimat überzeugt.

Die erste Runde dauert noch fast zwei Monate und bis zur Abrechnung am 28. März können noch alle Interessenten einsteigen. Nach dem Ende der Runde werden die Top 32 auf vier Gruppen verteilt und beginnen alle bei Null – es ist also vollkommen egal, ob man die zweite Runde mit 200 oder mit 20 Punkten erreicht. 2015 waren allerdings bei insgesamt 50 Teilnehmern der ersten Runde mehr als 138 Punkte nötig, um die zweite Runde zu erreichen. AR, 2.2.

Der Wille zur enzyklopädischen Mitarbeit ... was genau erwarten wir unter diesem Schlagwort von neuen Usern?

Beim gewohnheitsmäßigen Durchklicken durch die Liste der neuen Artikel stieß ich vor einigen Tagen auf den Artikel Volker Engelberth, in dem ich einen Begriffsklärungslink auflöste. Es war weder ein auffallend schlechter, noch ein auffallend guter Artikel aus dem Feld der noch nicht gesichteten Neuanlagen. Ich hätte den Artikel sicher schnell wieder vergessen, wenn sich in den folgenden Tagen nicht ein für mich ziemlich absurder Löschversuch ergeben hätte, der mich sehr nachdenklich gestimmt hat in Hinblick auf unseren Umgang mit Neuautoren und unseren Erwartungen an bzw. Vorurteilen gegenüber Neulingen. Zunächst stellte ein User einen SLA mit der Begründung „Selbstdarstellung, keine Quellen“. Auf den Gott sei Dank schnell erfolgenden Einspruch hin wandelte ein Admin diesen in einen normalen Löschantrag um. Ich wurde erst später darauf aufmerksam und fragte mich verwundert, wie bitte jemand erkennen will, dass es sich hier um einen Selbstdarsteller handelt. In der Löschdiskussion äußerte sich der Artikelersteller sehr schnell und widersprach dem Vorwurf Selbstdarstellung. Der Vorwurf wurde daraufhin erneut von einem anderen User erhoben und zwar mit der Begründung „denn der Artikelersteller und Hauptbearbeiter ‹Erstelleraccount› hat nur diesen Artikel bearbeitet, es ist also kein Wille zu einer generellen enzyklopädischen Mitarbeit da, sondern der Artikel ist entweder eine Auftragsarbeit oder ‹Erstelleraccount› ist Volker Engelberth selbst“ (zu diesem Zeitpunkt hatte der Account etwa 10 oder 15 Bearbeitungen vorzuweisen). Auch nach einer erneuten Distanzierung von diesen Vorwürfen durch den Artikelersteller meinte dieser User weiter, seine Argumentation sei aufgrund der Metadaten plausibel.

Ich habe im obigen Abschnitt bewusst Accountnamen entfernt und keine Difflinks angegeben, da es mir nicht darum geht, beteiligte Accounts bloß zu stellen oder hier in Metadebatten zu verwickeln.

Mir wurde an diesem Vorfall klar, dass hier ein eher erfahrener Account ganz eklatant andere Vorstellungen von "Willen zur enzyklopädischen Mitarbeit" hat als ich. Für mich, als ja selbst noch recht neuer Userin, ist es selbstverständlich, dass man zur Wikipedia stößt und erstmal die Vorstellung hat, dass man gezielt bestimmte Inhalte ergänzen will. Mein Gegenüber hatte aber wohl die Vorstellung, man müsse sich über einzelne Inhalte hinaus von Anfang an für die Wikipedia als solches einsetzen. Ergänzend dazu höre ich in anderen Diskussionen von erfahrenen Usern immer wieder, der Neuling solle halt langsam mit Rechtschreibkorrekturen beginnen, bevor er eigene Artikel erstellt. Im IRC-Chat wurde mir selbst in meinen Anfangstagen auch einmal geraten, ich solle doch Artikel über Baudenkmäler schreiben, da gäbe es keine Probleme mit der Relevanz und keine Interessenskonflikte. Ich konnte meinem Gegenüber nicht vermitteln, dass es mir nicht um Artikel an sich ging, sondern darum, mehr Wissen über Lyrik beizutragen.

Ich denke, dass sich grundsätzlich etwas verändert hat in der Grundmotivation zur Mitarbeit und dass sich das auch noch weiter in die gleiche Richtung verändern wird. Es werden immer weniger Neulinge kommen, die "die Wikipedia" an sich verbessern wollen und von Anfang an den Gedanken haben, längerfristig enzyklopädisch arbeiten zu wollen. Bei schon so lange (hey, 15 Jahre!!!) bestehenden Dingen mit einem so hohen Bekanntheitsgrad kommt man nicht einfach so auf diese Idee, das große Ganze verändern und verbessern zu können. Mit dieser Motivation geht man tendenziell eher zu neuen Projekten, zu noch unbekannten Initiativen, wo man als einer von wenigen viel bewirken kann. Der typische Neuuser kommt deshalb immer öfter mit einem Partikularanliegen, das näher an seinen eigenen Interessen ist. Das kann Selbstdarstellung oder Werbung sein. Das ärgert mich auch oft, dazu gibt es aber auch klare Regeln. Das kann aber eben einfach die Begeisterung für ein Thema sein, das tatsächlich in der Wikipedia noch ausbaufähig ist. Ich habe selbst bei RL Treffen häufig scherzhaft über mich gesagt, dass ich ‚a woman on a mission‘ bin, weil ich mehr Wissen über Lyrikerinnen in die de.WP tragen möchte. Auf dem Weg habe ich vieles andere gefunden, was ich auch beitragen kann und damit ja auch das Vertrauen eines Teiles der aktiven Userschaft gewonnen. Aber mein Anfang war genau so: ich wollte fünf oder sechs Artikel über mir bekannte relevante Persönlichkeiten schreiben, deren Lyrik ich sehr schätze. Ob ich noch dabei wäre, wenn mein erster Artikel so behandelt worden wäre, wie der Artikel Volker Engelberth? Ich weiß es nicht. Ich hatte Glück. Ich fände es schön, wenn noch mehr Neuautoren genau dieses Glück hätten. Kri, 31. 1. 2016

Wenn Automaten Artikel beschießen

Haben in Wikipedia die Automaten das Kommando übernommen? Der „Kollege Bot“ kommt mental nicht bei allen an

Dass das Neuanlegen von Artikeln in der deutschsprachigen Wikipedia kein Zuckerschlecken ist, hat sich zwischenzeitlich herumgesprochen. Mit zwei eckigen Klammern auf und zu ist es bekanntlich längst nicht mehr getan. Zu den Vorgaben für diverse Boxen und Tabellen gesellen sich als abschließende Beamtenprüfung die Anforderungen im Bereich Quellen. Alles nichts für Einsteiger. Andererseits – werden viele sicher einwenden – aber durchaus Zeug, dass man sich mit etwas gutem Willen draufschaufeln kann. Doch wie geht es einem neuen Artikel? Paradebeispiel an der Stelle soll eine Neuanlage zu einem bekannten – und in der Enzyklopädie bis dahin noch fehlenden – schottischen Volkslied sein. Was geschieht mit dem Artikel? Zunächst einmal: Er hat Glück. Kein Schnelllöschantrag und – zumindest bislang – auch kein regulärer Löschantrag.

Allet tutti, wie der Berliner zu sagen pflegt? Für den glücklichen und auf sein Werk durchaus (etwas) stolzen Artikelanleger sieht es anfänglich tatsächlich so aus. Ein kleiner Unwissenheitsfehler – eine in einer Quelle mit angegebene ASIN-Nummer, die der Artikeleinsteller irrtümlicherweise für die britische Variante der deutschen ISBN gehalten hatte – wird zwei Stunden nach Artikeleinstellung auf unspektakuläre Weise korrigiert. Am Tag danach gehen die Scherereien los. Nach dem Motto Der frühe Vogel fängt den Wurm markiert ein Bot den Artikel als qualitativ defizitiär und listet ihn auf der dafür vorgesehenen Projektseite. Die aufgeführten Mängel erweisen sich eher als kleinkarriert denn substanziell. Eigentlich ist es auch nur ein „Mangel“, also Einzahl – ein auf eine Begriffserklärungsseite (anstatt einen Begriff) gesetzter Wikilink. Zusätzlich hat das Progrämmchen zwei „Vorschläge“ angebracht zur Artikelverbesserung – das ist doch mal was. Damit der Aufritt sich lohnt, listet das Bot zusätzlich einen URV-Verdacht. Gemäß seiner binären Logik zwar in ziemlich unverständlicher Automatensprache und verweisend auf eine Internetplattform, die weder im Artikeltext noch sonstwo vorkommt. Allerdings: Wer Wikipedia von innen kennt weiß, dass URV auch in der Verdachtsform keine Bagatelle ist – und im schlimmeren Fall sogar zu kurierseitiger RL-Prangerstellung sowie kamerabewehrtem Besuch vor der eigenen Haustür führen kann.

Soll man das Schlimmste befürchten? Sicher besteht dazu kein Anlass. Der Weiterleitungslink wird also korrigiert, der Baustein entfernt. Die Laune – beziehungsweise die Motivation zum Anlegen neuer Artikel (oder, in Wikipedia-Sprache: zur Bereicherung des Wissens der Menschheit) – ist vorerst jedoch stark eingetrübt. Die Fackel zur Eskalation ist somit gelegt, und die Eskalation selbst bleibt nicht aus. Der Artikelautor – von dem sinnbefreiten Bot-Aktivismus gegen einen seiner Meinung nach beanstandungslosen Wikipedia-Artikel mittlerweile entnervt – setzt eine VM ab gegen den Bot-Betreiber. Zehn Minuten später wird er (der Artikelautor) von einem Amigo besagten Bot-Betreibers – naja, was wohl? Ihr werdet es ahnen.

Wie diese Wiki-Auseinandersetzung weitergeht, soll an dieser Stelle nicht weiter interessieren. Interessant hingegen ist die Frage, ob es a) „nur“ um Kante-Zeigen ging zu Lasten eines Artikelerstellers, b) um einen Vorfall, der sich einfach unglücklich hochgeschaukelt hat oder c) um ein systemisches Dilemma. („Systemisch“ würde in dem Fall heißen: unter Sperrfeuer stehen weniger bestimmte User (oder auch Neueinsteiger) als vielmehr deren Artikelarbeit). d) könnte es sich allerdings auch um Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen handeln für Leute, die mit dem Verfassen von Texten auf Kriegsfuß stehen und die sich auf diese Weise das Feeling von Projektwertigkeit verschaffen. Da ich mir selbst unsicher bin, möchte ich die gestellte Frage nicht abschließend beantworten. Ein zusätzliches Detail in dem beschriebenen Beispielfall gibt allerdings sehr zu denken. Die – ohne schlimme Absicht eingefügte und mittlerweile aus dem Artikel herausgelöschte – Amazon-Bestellnummer wurde zwischenzeitlich auch auf der Userdisk des Artikelerstellers als Verstoß angemahnt. An- oder User-Abmahner übrigens: das Bot eines weiteren Botbetreibers – der, wie Botbetreiber eins sowie der Verfüger der Sperre, zufällig ebenfalls Admin ist und in dieser Funktion über Wohl und Wehe des Projekts mitentscheidet.

Mit Links zu Vorfällen geht diese beispielhafte Anekdote gewußt sparsam um. Klar allerdings ist: a) fein gestaffelte Maßnahmensets wie die Beschriebenen zwingen die Motivation von Artikelschreibern aus sehr effiziente Weise in die Knie, b) diese Praxis ist kein Einzelfall, sondern vielmehr gängige Wikipedia-Praxis. Über die Motivation derjenigen zu spekulieren, die diese (teils subtilen) Formen des Ausbremsens in Szene setzen, ist an der Stelle ebenfalls müßig. Meine persönliche Folgerung daraus mag zwar etwas pauschalisierend sein – einen wahren Kern hat sie mit Sicherheit.

Die Folgerung: In Wirklichkeit sind neue Artikel bzw. Artikelerweiterungen in Wikipedia überhaupt nicht gern gesehen. rz, 30. Januar 2016, Mini-Korrekturen: seth 00:51, 1. Feb. 2016 (CET)

Hintergrund und zum Verständnis: eine VM, eine SP -jkb-

Kaum habe ich mich von der letzten Spenden-Kampagne mit ihren grellen, penetranten, Artikel unlesbar machenden Bannern erholt, werde ich schon wieder mit neuen höchstwichtigen Verlautbarungen beglückt, wann immer ich mir als gemeiner user die Wikipedia antun will: aktuell eine "site notice" (oder so ähnlich, ich kenn mich da nicht aus) zu einer Umfrage "2016 Strategy/Community consultation" (1) und, immerhin etwas weniger aufdringlich, Werbung für Stipendien für die nächste Wikimania (2).

Zu (1): Die "Umfrage" ist offenbar nicht an die deutschsprachige Wikipedianergemeinde gerichtet. Sie schreckt nicht-englischsprachige Interessenten ab. Sie ist somit nicht neutral und daher eher wertlos. Auf jeden Fall: Was hat sie in de:wp verloren?

Zu (2): Wer zur Wikimania will, von dem sollte man erwarten können, dass er sich aus eigenem Antrieb auf den einschlägigen Seiten über Möglichkeiten zur finanziellen Unterstützung informiert. Wozu die penetrante Werbung?

Deshalb: Liebe Banner-Spammer, lasst mich bitte in Frieden. Beschränkt Euch in Eurem Mitteilungsdrang auf wirklich Wichtiges (sonst nimmt Euch bald keiner mehr ernst und nimmt Euch keiner mehr wahr). Gruß --Juesch (Diskussion) 00:19, 30. Jan. 2016 (CET)

Bildersammlung Max van Berchem

Schloss Chillon
Murten

Max van Berchem, 1863 in Genf geboren, war Orientalist, Spezialist der islamischen Archäologie und Fotograf. Er unternahm Forschungsreisen nach Ägypten, Palästina, Syrien und in die Türkei. Parallel zu seinen Arbeiten im Orient fotografierte er zwischen dem Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts auch viele kunsthistorisch bedeutende Gebäude in der Schweiz.

Die Fotografien, Notizen, Beschreibungen und Korrespondenzen von van Berchems Reisen und Arbeiten im Orient bilden das Archiv Max van Berchem, welches in der Fondation Max van Berchem und in der Bibliothek von Genf beherbergt ist. Die Fotoserie von Schweizer Gebäuden ging bereits 1921 nach dem Tod van Berchems an das Eidgenössische Archiv für Denkmalpflege.

Diese Fotoserie wurden nun von der Schweizerischen Nationalbibliothek auf Commons hochgeladen. Nach der Sammlung Gugelmann ist es bereits die zweite Sammlung der Nationalbibliothek, die auf Commons zur Verfügung steht.

NB, 28.1.2016

„Freies Wissen“ 2016 im Allgäu: Viele Aktivitäten geplant

Wikipedia 15 icon Allgäu.png
Kempten lädt zum Süddeutschlandtreffen ein
Ab ins 17. Jahrhundert in Memmingen...
Ausgangspunkt der Landstreicher 3.0: Ehemaliges Amtshaus, heute Gasthaus

Allgäu - Wer sich heuer die hier etwas näher erklärten Planungen im Allgäu ansieht, wird viele Veranstaltungen finden. Im Februar fängt's mit Wikipedia:15 an, dann kommt das Süddeutschlandtreffen und daraufhin auch schon die Wallensteinfestspiele und (davor oder danach) das Projekt Landstreicher.

Gegenwärtig ist es der Trend „lokale Stützpunkte“ einzurichten. Das Paradebeispiel Lokal K in Köln hat es vorgemacht und viele weitere sind gefolgt. Weitere Stützpunkte (beispielsweise in der bayerischen Landeshauptstadt München) sind mehr oder weniger in Vorbereitung. Doch was passiert in einer eher ländlichen Gegend? Da lässt sich durch regelmäßige Aktivitäten einiges kompensieren, denn egal wie man es dreht und wendet: Ein lokaler Stützpunkt lohnt sich nicht, München und Stuttgart sind dann doch noch weit entfernt. Doch der Reihe nach...

Wikipedia ist/wird 15!

Es war in aller Munde... es gab kein Medium, dass den 15. Geburtstag des Projekts nicht thematisierte und aktuelle, vor allem interne Probleme ansprach. So hat auch die südlichste Urlaubsregion Deutschlands mit einem Rückgang an aktiven Beitragenden zu kämpfen. Zumindest in Teilen liegt dieses Problem bei privaten Gründen (Umzug, Familie, Studium, weniger Zeit etc.). Neue Benutzer kommen kaum nach und vor Jahren aktive Accounts reagieren auch nicht mehr. Man muss hier auch anmerken, dass viele Themen schon einen eigenen Artikel haben und sich Lücken nur schwer finden lassen.

Back on topic: 2015 gewann bei Wiki Loves Earth ein Bild aus dem Eistobel den 2. Platz. Dadurch veranlasst werden alle interessierten Teilnehmer sich in die eingefrorene Schlucht wagen und bei hoffentlich gutem Wetter wertvolle Aufnahmen machen. Gefeiert wird erst danach!

Süddeutschlandtreffen

Mitte Mai findet in Kempten (Allgäu) dann das Süddeutschlandtreffen statt. Nachdem die üblicherweise zwei Termine im vergangenen Jahr nicht stattfanden, ist der Anlauf unerwartet groß. Ein wenig Öffentlichkeitsarbeit mit der lokalen, verhältnismäßig kleinen Medienlandschaft ermöglicht mit Sicherheit der Leserschaft einen Blick hinter die Kulissen der Wikipedia und dadurch vielleicht neue Autoren?

Wallensteinfestspiele in Memmingen (liegt ausnahmsweise nicht im Allgäu, aber nahe dran...)

Im Juli nimmt die Stadt Memmingen den Fluxkompensator wieder für etwas mehr als eine Woche in Betrieb und landet im 17. Jahrhundert als Wallenstein und seine Horde Soldaten dort mehrere Tage nächtigte. Die Wallensteinfestspiele sind mit rund 4500 verkleideten Teilnehmern und über 150.000 Besuchern das größte Historienspiel in Europa. Memmingen selber hat rund 42.000 Einwohner. Eine weitere Besonderheit der Festspiele ist, dass sie nur alle vier Jahre stattfinden. Hier sollen insbesondere neue Inhalte (Foto und Video) entstehen.

Landstreicher 3.0

„last but not least“: Auch 2016 soll dieses Projekt stattfinden. 2015 war es im südlichsten Zipfel Deutschlands. 2016 findet es ein paar Kilometer weiter nördlich in Weitnau statt. Angegangen werden Geotope, Naturdenkmäler, Baudenkmäler... reichlich Bildmaterial für Wikimedia Commons soll auch entstehen.

2017?

Schon lange angedacht sind Fotoflüge im Allgäu. Zeitlich wird es dieses Jahr nichts mehr. Inspirationen gibt es genug: Kempten (Allgäu), Füssen, Sonthofen, Lindau

HM, 28.1.2016

Arnnon Geshuri spricht − und sagt nichts

Das kontroverse Neumitglied des Boards of Trustees der WMF hat eine an die Community gerichtete Stellungnahme veröffentlicht. Darin schreibt er, wie er „staunend“ die „lebhafte Diskussionskultur“ und den „ehrlichen Dialog“ in der Gemeinschaft wahrgenommen habe. Dieser Dialog hatte sich in den vergangenen Wochen hauptsächlich in Rücktrittsforderungen, die im Umfang von seiner Person bis zum ganzen Board reichen, geäußert. Zuletzt wurde ein Misstrauensvotum gegen ihn gestartet, das bereits 241 Unterstützer bei 19 Gegnern hat. Das Board stellt sich in einer eigenen Stellungnahme hinter Arnnon.

Inhaltlich geht Arnnon nicht auf die gegen ihn geäußerten Vorwürfe ein. Kurz nach seiner Ernennung durch das Board wurde Kritik an seiner aktiven und zentralen Rolle bei illegalen Absprachen zwischen Firmen des Silicon Valley laut. Diese zogen einen Rechtsstreit nach sich, der erst gegen eine Zahlung von 415 Millionen Dollar durch Google beigelegt wurde (der Kurier berichtete). Auf Bitten von Eric Schmidt hatte Arnnon in seiner Funktion als Google-Personalchef mindestens eine Angestellte hochkant rausgeworfen, nachdem diese Apple-Mitarbeiter abwerben wollte.

Ob seine nun recht lange, aber weitgehend inhaltsleere Stellungnahme dem taumelnden Board (vgl. Kurier) zu mehr Ruhe verhelfen mag, bleibt abzuwarten. Die Antworten auf der Mailingliste bestehen zur Zeit jedenfalls hauptsächlich aus erneuten Rücktrittsforderungen. (Tobias, 26.1.)

Nachtrag: Arnnon tritt zurück

Arnnon Geshuri ist, wie Patricio und Alice gerade bekannt gemacht haben[8], von seinem Posten zurückgetreten. S♫, 27.1.

CatWatch auf der deutschsprachigen Wikipedia verfügbar

beobachtende Katze

Seit gestern ist CatWatch als neues Feature auf der deutschsprachigen Wikipedia verfügbar. Damit besteht die Möglichkeit, über die Beobachtungsliste eine Kategorie auf neue Artikel hin zu beobachten.

Dies gilt nur für neue Einträge einer Kategorie, nicht rückwirkend. Die Daten stehen im Rahmen der normalen Beobachtungsliste für 30 Tage zur Verfügung. Darüber hinaus können die Kategorie-Änderungen auch in den letzten Änderungen gesehen werden. Das Feature ist als „opt-in“ konfiguriert. Das heißt, es ist standardmäßig deaktiviert und Nutzer können selbst entscheiden, ob sie die Änderungen in ihrer Beobachtungsliste und in den letzten Änderungen angezeigt bekommen möchten. Dazu muss das Feature in den jeweiligen Benutzer-Einstellungen aktiviert werden. CatWatch ist ein „Top-Wunsch“ aus der Technischen Wunschliste der Wikipedianer, der von der Software-Entwicklung von Wikimedia Deutschland umgesetzt wurde.

Zu CatWatch gibt es eine deutschsprachige Anleitung (ebenso wie eine Anleitung auf Englisch).

Das Feature wurde ursprünglich schon im August 2015 im Rahmen eines Software-Updates aktiviert und nach kurzer Zeit revertiert. Im Live-Betrieb wurde deutlich, dass bei der Verwendung bestimmter spezieller Vorlagen die IP-Adressen an Stelle der Benutzernamen in den „letzten Änderungen“ angezeigt wurden, was aus datenschutzrechtlichen Gründen inakzeptabel ist. Das Feature wurde sofort zurückgeholt und überarbeitet. Nach einer äußerst gründlichen Überarbeitung und einer Pause beim Software-Update durch die WMF konnte die fehlerfreie Version von CatWatch jetzt endlich eingespielt werden.

Die Beobachtung von Kategorien als Verbesserung an der Software steht unter dem Motto „Benutzerwünsche werden endlich wahr“: Bereits im Jahr 2004 findet sich ein archivierter Wunsch nach diesem Feature in der deutschsprachigen Wikipedia. JO, 22. 1. 2016

Alles Fumatati?

Zum Jahreswechsel schlugen Manipulationen und Beiträge der Autoren aus dem Umfeld Psychologie aktuell, dem Goldenberg Institut und der ULC umseitig und auf anderen Seiten [9] unseres Projekts [10] [11] – das immer noch dem Aufbau und Schutz™ einer Enzyklopädie dient – recht hohe Wellen. Ein unglaublicher Fall, der gerade dabei ist ein neues Kapitel im Bereich Medienmanipulation zu schreiben. Die Story ist schon einzigartig, aber leider auch recht komplex. Hoffentlich schreibt das mal jemand gut lesbar zusammen. Ich werde dies hier nicht tun. Ich wollte mal an einer der vielen Stellen des Falles tief graben. Ja, je tiefer man gräbt, um so flacher wird es.

Die Redaktion von Psychologie aktuell, die im Wesentlichen nur auf ihrer Facebook-Seite und der deutschsprachigen Ausgabe der Online-Zeitung Huffington Post veröffentlicht, hat nach eigenen Angaben einen Stab von über 20 Reportern, Gastautoren und Experten. Einige davon gibt es sehr wahrscheinlich gar nicht [12]. Einen Autoren und seine Beiträge in der Huffington Post habe ich mir mal genauer angeschaut und zwar den Hair & Fashion Autor [sic.] Pietro Stuppiello. Der war bis mindestens 21. Dezember 2015[13] „Reporter und Kommentator“ in der Redaktion von Psychologie aktuell. Den Job hat er wohl verloren, da er aktuell dort nicht mehr geführt wird [14]. Ob es an seiner Performance oder der geringen Anzahl an Beiträgen lag, dass er nicht mehr zum PA-Team gehört? Schauen wir uns seinen Beitrag mal genauer an. Im Blog von Helge Huffstodt Elleser, dessen Existenzwahrscheinlichkeit sich irgendwo zwischen der des Yeti und dem Osterhasen bewegt, schreibt Stuppiello am 15. Oktober 2015 darüber, dass der Natur- und Tierschutz mittlerweile beim Friseur angekommen sei [15]. Früher sei ein „ganze[r] Chemiebaukasten“ ins Haar gekommen, wobei „dessen harmloseste Substanz noch das Erdöl war“. Dann führt er eine Liste von Inhaltsstoffen auf, deren Zusammenstellung nicht nur in der Redaktion Chemie Kopfschütteln verursachen dürfte. Am besten gefällt mir immer noch „Fumatati“, was auch immer das sein soll. Später kommt die Auflösung, wo der Hair & Fashion Autor das Fumatati und den Rest her hat. Gut, der Mann ist Frisörmeister und kein Chemiker, aber auch die restlichen Ausführungen sind recht banal. Am Ende des Beitrags die Frage „Interesse an Psychologie?“ – was auch immer der Beitrag mit Psychologie zu tun haben soll – und ein Link auf das derzeit einzige Publikationsmedium von Psychologie aktuell: Facebook. Bei Huffington erscheinen seit Jahreswechsel keine Beiträge mehr aus der Redaktion Psychologie aktuell.

Pietro Stuppiello ist auch mal interviewt worden und zwar im August 2015 von Katrin Fix, einer (nebenberuflichen) Redakteurin von Psychologie aktuell. Im Blog von Roswitha Müller-Schenkenbrink spricht Stuppiello von der „seelische[n] Bedeutung von Frisuren und Friseurbesuchen“ [16]. Das Interview endet mit einem Buchtipp zu einem „Standardwerk der Kommunikationspsychologie“, so der Untertitel des Buches Frisuren der Macht von Christiane Kostarellos. Frau Kostarellos war bis vor kurzem noch Chefredakteurin von Psychologie aktuell und ist Herausgeberin einer Vielzahl von Books-on-Demand. Drei Rezensionen hat das 24,95 € teure Taschenbuch bei Amazon vom Oktober 2015 und – welch Überraschung – alle mit fünf Sternen und alle verdächtig ähnlich. 176 Seiten umfasst dieses „Standardwerk“, für das es bei Google Books leider keine Vorschau gibt. Roswitha Müller-Schenkenbrinks Blog wurde zum Jahreswechsel in der Wikipedia-Community durch die Veröffentlichung des vorgeblichen Todes von Benutzer:Andreas Parker bekannt. Der Beitrag wurde zwar kurz danach entfernt, aber das Web vergisst so etwas nicht [17].

Gibt es Pietro Stuppiello wirklich (diese Frage ist im Umfeld von Psychologie aktuell keinesfalls abwegig)? Ja, er ist wie in der Huffington Post beschrieben Friseurmeister in Darmstadt. Im Web gibt es ihn schon seit über zehn Jahren. Natürlich auch in den einschlägigen sozialen Netzwerken. Sein ca. 60 m² großer Frisörsalon steht in Darmstadt unter der im Web angegebenen Adresse zwischen techem-Niederlassung und Druckertankstelle. Auch das Bild, das die Google-Bildersuche von seinem Laden ausspuckt ist echt, im Gegensatz zu den Montagen seiner Porträts. Die Adresse des Ladens ist interessanterweise identisch mit der des Gründers und Ehrenpräsidenten des ominösen Goldenberg Instituts [18]. Aktuelle Direktorin des Instituts ist übrigens Christiane Kostarellos, die oben genannte Autorin des „Standardwerks der Kommunikationspsychologie“. Den vorgeblichen Namen des Ehrenpräsidentens bzw. seinen realen Namen sucht man allerdings vergeblich unter den vielen Briefkästen und Klingelschildern, die zu dieser Adresse gehören. Die 2-Zimmerwohnungen oberhalb der Geschäfte sind im Wesentlichen an Studenten vermietet. Die Lösung des Fumatati-Rätsels gibt es im Friseursalon. Auf einem Poster, das sich an der Innenseite einer Glasscheibe befindet und das so auch im Internet publiziert ist [19], steht ein Teil des Textes, den Pietro Stuppiello in seinem Beitrag nutzte – inklusive „Fumatati“, was auch immer es sein mag. RWA, 20.1.2016

Tanz auf dem Guglhupf, Automatenmaden und die „brutalism appreciation society“

KNORKIsten auf Wintertour
Weddinger Automatenmaden
Krematorium Wedding
Der Tanz auf dem Guglhupf

Berlin ist groß; deutlich größer als alle anderen deutschen Städte. Berlin bietet seinen Bewohnerinnen und Bewohnern immer wieder neue Straßen, Stadtviertel und ganze Bezirke von denen sie noch nie gehört haben. So fand sich dann vor 10 Jahren eine Gruppe Wikipedistas zusammen, die im Rahmen der KNORKE-Touren Berlin erkundete. (der Kurier berichtete)

Im Januar 2016 traf sich die erste KNORKE-Runde seit Ende 2014 zur Tour entlang der Müllerstraße, dem Ku’damm des Weddings“. Vom Angelgeschäft Koss, beziehungsweise dessen Madenautomaten, ging es weiter zu Gänsen, Enten und Schweinen in der Kinderfarm Wedding. Leider überlebten die Maden im Sägemehl nicht den Gang bis zu den Enten und konnten so nicht mehr als Futterspende dienen. Ob in der Kinderfarm die kleinen Kinder herangezogen werden, konnten wir ebenfalls nicht ergründen.

Es folgte die Innenbesichtigung des Ernst-Reuter-Hauses mit kurzem Blick auf den Biergarten Eschenbräu, bevor es nach Süden Richtung Bayer Health Care (ehemals : Schering) ging. Am Beispiel des Schering-Parkhauses erörterten wir die brutalism appreciation society, beschlossen aber dass die bad jokes appreciation society die bessere Auswahl für den heutigen Tag war. An der Dankeskirche am Weddingplatz lebten die wilden Zeiten des Roten Weddings wieder auf, während es an der Panke entlang zu einem der Höhepunkte ging: dem Tanz auf dem Guglhupf. Das Kunstwerk mit dem offiziellen Namen „Tanz auf dem Vulkan“, das offensichtlich von einer engagierten Kunststudentin im ersten Semester geschaffen wurde, regte auf jeden Fall zur intensiven Diskussion an.

Nachdem das Stadtbad Wedding wegen des Brandschutzes geschlossen werden musste, überlegten wir wann es dem Krematorium Wedding wohl genauso geht. Beide Sightseeingpunkte wurden noch mit Geschichten der jetzigen und ehemaligen Bewohner des Weddings abgerundet. Schnee und Kälte zwangen uns dann zu einem Kaffeestop in einem der zahlreichen inhabergeführten migrantischen Geschäfte der Müllerstraße.

Dann noch schnell ein Schinkel-Bau, am Himmelbeet die Überlegung ob es ein nicht nur eines Lokals B in Berlin bedarf, sondern auch eines Lokalen Beets B, noch eine Kirche, das Rathaus Wedding und Onkel Pelles Rummelplatz, die Pharus-Säle und die Schiller-Bibliothek. Abschluss für die frierende Gruppe dann schließlich beim exzellenten Bio-Burger mit Coleslaw Pommes-Twister im stilechten denkmalgeschützten 50er-Jahre-Kiosk. KNORKE kommt wieder. Im Jahr 2016 bestimmt. sp, 17.1.2016

Drohnenfotografie im Lokal K

Photodrohne DJI Phantom III Advanced

Seit Januar 2016 und damit pünktlich zum 15-jährigen Geburtstag steht dem Lokal K eine Fotodrohne vom Typ DJI Phantom III Advanced aus dem Technikpool von Wikimedia Deutschland zur Verfügung. WMDE genehmigte das Gerät bereits zum Ende des Jahre 2015, nachdem das Team vom Lokal K einen entsprechenden Förderantrag gestellt hatte. Die mit einer Kamera für Foto und Filmaufnahmen bestückte Drohne soll zur Luftbildfotografie erstmal vor allem im Kölner Umland und der Voreifel/Eifel eingesetzt werden, darüber hinaus sind natürlich weitere Einsatzgebiete nach Absprache möglich. Eine Projektseite befindet sich unter Wikipedia:Lokal K/Drohnenfotografie, die dortige Diskussionsseite steht für Ideen und Diskussionen zur Verfügung.

Leuchtturm in Westerheversand, Gewinnerbild bei Wiki Loves Monuments 2015
Festung Ehrenbreitstein; Aufnahme im Rahmen des Projekts „Burgen am Mittelrhein“

Privat nutzbare Drohnen sind seit einiger Zeit vor allem für die Luftbildfotografie auf dem Markt verfügbar und bieten – eine entsprechende Qualität vorausgesetzt – für die Bebilderung von Artikeln der Wikipedia wie auch für andere Zwecke große Potenziale. Vor allem in der Fotografie von Bauwerken können sie durch die erhöhte Perspektive viele Vorteile mitbringen, wie auch das Gewinnerbild des diesjährigen Wettbewerbs „Wiki Loves Monuments“ beweist. In der Wikimedia-Community gab es bereits verschiedene Ansätze, Luftbilder zu produzieren – von Fotoflügen bis zu Ballonfahrten; insbesondere für Fotografien von Gebäuden und anderen Einzelobjekten in geringerer Höhe sind Drohnen jedoch eine preisgünstigere und meist bessere Alternative. Die Einsatzmöglichkeiten umfassen vor allem die Gebäudefotografie, die durch den anderen Blickwinkel neue Einblicke z.B. in Gesamtkomplexe bei bsp. Kirchen, Schlössern, Burgen, Hofanlagen etc. ermöglicht, und die Landschaftsfotografie von Landschaftsbereichen, geograpischen Objekten wie Seen oder Flussabschnitte / Zusammenflüsse u.ä., Panoramen etc. In diesem Kontext ist die Drohnenfotografie perfekt nutzbar für die Bebilderung von Baudenkmälern, Naturschutzgebieten etc. und kann entsprechend auch für die Teilnahme an Wettbewerben wie Wiki Loves Monuments oder Wiki Loves Earth verwendet werden.

Regional ist eine Aufnahme in den Bestand des Technikpools des Lokal K von Vorteil, da sie hier in einer vielfältigen Landschaft eingesetzt werden kann. Das Spektrum umfasst Stauseen, Schlösser und Burgen im Rheinland, in der Voreifel und Eifel sowie anderen angrenzenden Regionen. Dabei sind ländliche Bereiche mit Kirchen, Dorfansichten, Flussläufen und Naturschutzgebieten ebenso spannend wie städtische Bereiche im gesamten Rheinland von Bonn bis in das Ruhrgebiet. Zur Nutzung könnten zudem organisierte Fototouren zu lohnenswerten Zielen in der Region veranstaltet und einer breiteren Community angeboten werden. Da das Projekt dazu dient, Bilder für die freie Nutzung auch im kommerziellen Bereich zu schaffen, gilt es allerdings, zu Beginn vor allem offene Rechtsfragen und Fragen zur Versicherung bei der Nutzung der Drohne zu klären, bevor wir richtig starten können. (AR, 17.1.2016)

Neues aus Phabricator #2

Die WMF plant mal wieder was Großes, nicht nur Echo wird komplett überarbeitet, sondern auch das Login, es wurde auch bereits mit der Umsetzung begonnen. Gut, da fragt man sich erstmal, was soll denn beim Login nun so groß anders werden? Da gibt es einige hohe Ziele. Wie hier auf der Rückseite bereits auch schon diskutiert wurde, ist die Zwei-Faktor-Authentifikation (optional, nicht Pflicht) eins der großen Ziele, die gesteckt wurden, in diesem Fall, um für Benutzer, die Interesse haben, das Login sicherer zu machen. Allerdings ist dies auch nur der Anfang von einer ordentlichen Reihe an Änderungen, die sich nicht nur um Sicherheit, sondern auch um neue Funktionen für den Benutzer selber drehen. So ist es demnächst z. B. möglich, „andere“ OAuth-Anwendungen zu benutzen. Inwiefern anders? Bisher musste ja jede neue Anwendung überprüft und genehmigt werden, und sie war für alle sichtbar und benutzbar. Nun ist es möglich, sich eine "private" Anwendung zu leisten, sie gilt also nur für den User selber (ist bereits verfügbar). Die Anwendung ist dann natürlich nur selbst nutzbar, dafür kann man sie sofort einsetzen, was sicherlich auch für Tests praktisch sein könnte. (Hier kann man eine neue Anwendung jetzt schon mit dieser Option einstellen). Der gesamte Task befindet sich hier, wie man sieht sind noch eine Subtasks etc. geplant, es wird also in nächster Zeit noch einiges kommen. Die, die das ggf. besonders betrifft, sind die Botbetreiber, denn die login-API ändert sich etwas, jenachdem wie man sich einloggt, kann es zu Problemen kommen, Details findet ihr hier auf Bots/Notizen, schaut bitte vorbei. Eine schöne Zusammenfassung des Ganzen findet sich jedenfalls auf der Mailinglist wikitech-I, dort findet ihr auch das was in unmittelbarer Zeit geplant ist. Wenn ihr dagegen wissen möchtet, was euch in fernerer Zukunft erwartet, könnt ihr einen Blick auf das Workboard des Bereiches werfen, dort findet ihr noch einige Tasks. Einer davon handelt z. B. davon, dass man sich demnächst auch mit gewissen Diensten anmelden kann (auch hier wieder optional), so soll es wohl möglich sein, sich z. B. auch mit dem Google-Konto anzumelden, oder ggf. auch mit anderen Providern. Luke 16.01

Der Festivalsommer 2015 – eine Auswertung

Der Festivalsommer 2015 begann mit spektakulären Bildern von der Kreuzfahrt 70000 Tons of Metal, hier Apocalyptica.

Das von ehrenamtlichen Fotografen der Wikipedia durchgeführte Projekt Festivalsommer geht 2016 in seine vierte Runde. Das 2012 aus einer Idee des Autoren dieser Zeilen begonnene und im Folgejahr mit Unterstützung von Wikimedia Deutschland (WMDE) gestartete Projekt gehört seitdem zu einer festen Größe im Wikiversum und kann auch für das gerade zu Ende gegangene Jahr 2015 mit einem quantitativ wie qualitativ hochwertigen Ergebnis aufwarten. Hier ein paar Ergebnisse, Einblicke und Ausblicke in das Projekt, das auch für 2016 bereits wieder aktiv ist und den Sommer damit mittlerweile zu einer ganzjährigen Jahreszeit werden lässt.

25.000 Bilder, 1.200 Auftritte, 100 Events, 40 Fotografen

Die 2015 besuchten Auftritte waren divers, etwa mit den Blindfischen beim Wilwarin Festival, …
Moop Mama beim Rocken am Brocken, …
Maïa Barouh beim Waves Vienna …
oder Ragnaröek beim Rock Harz.

Wirft man einen Blick auf die reinen Zahlen, kann es einen schon schwindelig werden lassen: Im Jahr 2015 wurden in diesem Projekt insgesamt mehr als 24.000 Bilder hochgeladen und einige Fotografen arbeiten auch in den kommenden Wochen noch an der Bilderflut, die sich auf ihren Rechnern und Festplatten befindet, sodass die 25.000 auf jeden Fall noch überschritten werden (2014 waren es etwa 24.000 Bilder). Die Aufnahmen stammen dabei von mehr als 1.200 Auftritten bei fast 100 Events, vor allem Musik-Festivals. Einen eindrucksvollen Überblick kann man sich dabei durch die Bildergalerie des Projektes verschaffen: Bildergebnisse 2015. Als Fotografen waren dabei 2015 etwa 40 Personen dabei, wobei einige nur ein oder wenige Events besucht haben. Spitzenreiter unter den Fotografen ist ohne Zweifel der Benutzer Huhu Uet, der insgesamt 36 mal im Fotograben stand und dabei Künstler auf kleinen und großen Festivals im norddeutschen Raum ablichtete; mit einigem Abstand folgt auf Rang 2 der MarkusFelix mit 20 Einsätzen. Ein großer Teil der Fotografen der letzten Jahre kam dabei explizit über den Festivalsommer zur Wikipedia und ist schwerpunktmässig hier aktiv.

Während einige Fotografen, allen voran Huhu Uet und der in Österreich sehr aktive Tsui, sich in Teilen selbst um Akkreditierungen kümmern, läuft der Großteil der Anfragen und Abwicklungen über ein Orga-Team, das 2015 vor allem aus Krd, Svema und Pistenwolf bestand und nur anfänglich noch von dem Autoren dieser Zeilen begleitet wurde; für 2016 werden sie zusätzlich von MarkusFelix unterstützt werden. Gerade in der Hochsaison im Sommer leisten diese Personen einen Wahnsinnsjob, für den man ihnen kaum genug danken kann. Die technische Ausstattung bringen die meisten Fotografen selbst mit, für alle Interessenten stehen jedoch bei WMDE mehrere Kamerasets zur Verfügung, die gerade im Sommer auch weitestgehend ausgebucht sind.

Ein paar Ausblicke

Ein „Problem“ stellt die Einbindung der Bilder dar. So werden von den 2015 im Projekt hochgeladenen Bildern nur etwa 6 % bislang in Artikeln der internationalen Wikipedien genutzt, bei den Bildern der vergangenen Jahren liegt der Anteil mittlerweile bei etwa 10 %. Der Hintergrund hierzu: Bei jedem Auftritt entstehen deutlich mehr Bilder als genutzt werden können und etliche Bands wurden mittlerweile mehrere Male bei unterschiedlichen Events fotografiert, ein normaler Band- oder Künstlerartikel kann jedoch in der Regel nur mit wenigen Bildern bestückt werden, sodass der Großteil der Bilder im Medienarchiv auf Commons schlummert. Gerade in dem Bereich Einbindung und Autorenarbeit sollte jedoch 2016 ein Fokus gesetzt werden, um das Projekt weiter voranzutreiben.

Im Mittelpunkt steht aber weiterhin die Arbeit im Fotograben und bereits jetzt läuft die Akkreditierung auf Hochtouren. Für 2016 wurde das Orga-Team um MarkusFelix verstärkt, während Achim Raschka sich weitestgehend zurückzieht. Verstärkt wurde auch der Technikpool dank einiger Neuanschaffung durch Wikimedia Deutschland: Den Fotografen stehen nun vier Vollformat-Sets sowie entsprechend lichtstarke Optik zur Nutzung zur Verfügung, optimiert für den Einsatz im Fotograben. Im März findet zudem ein Workshop im Kölner Lokal K zum Austausch der Fotografen und Interessenten statt, bei dem auch noch einige Plätze frei sind. Vor diesem Hintergrund können wir auch für 2016 versprechen: Es geht weiter, ungebremst! (AR, 15.1.2016)

Kleine Freuden #6:Trost von Wikipedia, Lob von Krumeich

Gerd Krumeich (rechts) mit Christopher Clark (und dem Moderator Johannes Paulmann, Mitte) auf dem Göttinger Historikertag 2014
Zur Mitmach-Reihe Kleine Freuden siehe den Kurzartikel in Ausgabe 11/2015.

15 Jahre Wikipedia und nichts Aufmunterndes hier? Gestern habe ich einen angelegentlichen Artikel für eine pädagogische Zeitschrift verfasst, zunächst wollte ich den hier auch einsetzen. Aber der Artikel ist zielgruppenorientiert, passt hier nicht und würde vermutlich kontroverse Diskussionen erzeugen. Will ich zu diesem Anlass nicht – also besser eine kleine Freude.

Vor etwas mehr als zehn Jahren sollte ich in kürzester Zeit eine Ausstellung zur Geschichte des Humanismus machen und einen entsprechenden Reader schreiben. Wie sollte ich das innerhalb weniger Wochen schaffen, noch dazu, da es nicht mein Spezialgebiet ist? Da gibt es doch so ein Laienprojekt im Internet, dachte ich mir ... Nun, die Ausstellung wurde rechtzeitig fertig, der Designer machte die Quellenverweise der Wikimedia Bilder auf den Austellungstafeln so klein, dass zum Lesen ein Mikroskop notwendig gewesen wäre, aber das war nun wieder nicht meine Verantwortung. Ich hatte es geschafft, aber nur mit der Vorarbeit ehrenamtlicher Autoren im „Laienprojekt“ Wikipedia. Grund genug, dafür etwas zurückzugeben.

Natürlich holt man sich als nicht ganz unprätentiöser Akademiker auch seine Blessuren. Als ein Streit über meinen Namenszusatz entstand, wählte ich als Pseudonym eine Bildaufnahmeröhre, an deren Verbesserung mein Vater um 1950 gearbeitet hatte. Als es ihm sehr schlecht ging, setzte ich einen Artikel über den in Fachkreisen bekannten Rundfunkpionier online, drei Tage später verstarb er, was ich im Artikel ordnungsgemäß vermerkte. Manche Zeitungen berichteten über den Tod meines Vaters. Die Kollegen von Wikipedia setzten ihn ohne mein Dazutun unter der Rubrik „Kürzlich Verstorbene“ auf die Startseite, entsprechend groß waren die Zugriffszahlen. Ich weiß nicht warum, aber das war ein großer Trost in jener Zeit.

Da ich nicht täglich drei Stunden Zeit für Wikipedia habe wie z.B. unser Hexer, musste ich mich beim Zurückgeben spezialisieren. Neben vereinzelten Artikeln und gelegentlicher Artikelarbeit habe ich mich seit fast einem Jahrzehnt in erster Linie einem Thema zugewandt, das mich – aus welchen Gründen auch immer – als Déjà-vu seit der Kindheit verfolgt: der Erste Weltkrieg. Ein undankbares Monsterthema: Fasst man es eher pädagogisch-didaktisch an, um mit allseitigem Beifall rechnen zu können, oder wirklich enzyklopädisch? Ich bleibe bei Letzterem, auch wenn ich mir auf Wikipedia-internen Veranstaltungen erwartungsgemäß anhören musste, dass ausgerechnet der inhaltlich schlechteste, noch nicht überarbeitete Abschnitt des Hauptartikels der beste sei – inhaltlich ist er mehr als fraglich, aber eingängig geschrieben.

Im letzten Jahr veröffentlichte der vielleicht profilierteste Kenner der Materie, Gerd Krumeich, ein Buch mit dem Titel „Der Erste Weltkrieg. Die 101 wichtigsten Fragen“. Auf Seite 149 findet der geneigte Leser die letzte, die 101. Frage und Krumeichs Antwort darauf: „Wie kann man sich am schnellsten über den [Ersten] Weltkrieg informieren? - Auch dem Fachmann kommt heutzutage bei dieser Frage als erstes Wikipedia in den Sinn. Aber nur diesem erschließt sich leicht, welche Artikel unzureichend und welche sogar sehr gut und weiterführend sind. Man erkennt dies u.a. an der Art und Menge der angeführten Literatur, auch die Links zu den Quellen können sehr nützlich sein.“ – Man muss es nicht als Lob sehen. Aber man kann. Und es ist nicht das Lob für einen Autor, sondern für ein System. SI, 15.1.

Ein fiktives Interview: Wo warst du, lieber Autor und sehr geehrter Admin, als die Rechte der Frauen mit Füßen getreten wurden?

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Hast du fleißig mitgetreten und victim blaming*[20] betrieben oder das getan, was angebracht wäre um eine freie Gesellschaft und eine freie Enzyklopädie zu schützen?

Jetzt aber mal halblang, wirst du sagen und dir einen bestenfalls jovialen Scherz über meinen Namen nicht verkneifen können – ein bisschen Spaß muss schließlich sein: Wie kommst du nur zu dieser Frage, völlig unverständlich. Schließlich haben wir doch jederzeit das Recht auf freie Meinungsäußerung geschützt und die Hürden für Artikel auf ein deutlich tieferes Maß abgesenkt, denn wir wissen, dass ihr Frauen kleiner seid. Das vergessen wir auch nicht, seid unbesorgt. Wir haben außerdem jedem Menschen das Recht auf Profilierung und Propagierung seiner Paraphilie gelassen, insbesondere den Frauen ihr Recht auf Demütigung.[21] Damit waren wir unglaublich fortschrittlich, denn ihr Frauen heute wollt doch nicht zum verachtenswerten Opfergeschlecht gehören[22]. Wir haben in Löschdiskussionen dafür gesorgt, dass wertvolle Artikel[23] stehenbleiben, damit die Ästhetik eines knackigen Pos wiederhergestellt werden kann. Sind das nicht Frauenrechte? Auch haben wir ehemals stigmatisierte Tätigkeiten (Pornodarstellerinnen, Prostituierte, lebendige Möbel) als respektable weibliche Berufe aus ihrer marginalisierten Existenz befreit, mit Vorurteilen über vermeintliche Zwangslagen und Gefährdungen aufgeräumt[24] und sogar Karrierehinweise geboten. Wenn das nichts ist. Umgekehrt haben wir gleichzeitig sorgfältigst darauf geachtet, dass das bedauerliche Schicksal von ein paar Dutzend feiernden Kölnerinnen nicht von Rechten ausgeschlachtet wird. Wir wollen sie ja nicht vor politisch inkorrekt gelenkte Karren spannen und in Wahrung unsere Verantwortung von unser gut etablierten Sperrpflicht Gebrauch gemacht. Bielefeld? Verschwörungstheorie![25] Gibt’s doch gar nicht! Wir nehmen unsere Verantwortung durchaus ernst, und im Übrigen gibt es ja auch weibliche Administratoren.und ein revolutionäres Frauen-Projekt.[26] Also bitte. Du vertrittst hier eine Einzelmeinung, keiner denkt wie du, deine Betrachtungen gehören hier nicht hin, sie sind geschmacklos und ich werde sie gleich administrativ entfernen, mach dich erst einmal mit unserem Regelwerk vertraut und lerne zu (beliebigen Infinitiv aus der Computersprache oder dem Wikisprech einsetzen) Vor allen Dingen aber bedenke: Du bist noch neu hier. Beachte unsere Machtstrukturen und Netzwerke. Sonst sehe ich mich gezwungen, ein Paket Mehl zu verschicken oder mir einen schönen, fetten Porno reinzuziehen[27] oder beides, du POV-Warrier der viktorianischen Prüderie unter dem Deckmäntelchen des Feminismus, du Kravallaccout on a mission! Störe unser Projekt nicht, du betreibst Vandalismus, wenn du die Bilder löscht und die wertvollen Quellen entfernst. Das ist die letzte Warnung mit dem Zaunpfahl, betrachte dies als Gelbe Karte, denn wir haben die Lizenzen. Für die Bilder und die zum Löschen. Lösch als Zeichen deines guten Willens diesen Beitrag sofort, denn dies ist eine administrative Ansprache. Und es gibt deutlich gewichtigere Themen als das. Reine Newstickeritis, Sensationsjournalismus. Damit aber genug. EoD!! Messi ist schon wieder zum Weltfußballer des Jahres gewählt worden, die Oscarnominierungen stehen und St. Louis Rams sind nach L.A. umgezogen. Höchste Zeit, dass dieses POV-Lemma von der Hauptseite verschwindet. Kein Wille zur enzyklopädischen Mitarbeit. EoD

Aber Wikimedia.de, du müsstest dich doch kümmern, du bist doch gemeinnützig.

Das ist korrekt, wir haben den Anspruch auf Gender-Mainstreaming bislang stringent aufrecht erhalten, setzen auf Diversität, selbstverständlich auch auf Geschlechterdiversität und stellen die Grundsatzfrage, ob die unzureichende Verkürzung auf zwei Geschlechter ihrerseits nicht als Gewalt aufgefasst werden kann. Wir zeigen unsere Verpflichtung, am genderneutralen Umbau der Wikipedia beizutragen, indem wir verschiedene Projekte gelauncht haben und in Berlin Frauen regelmäßig Zugang zu unseren projekteigenen Laptops gewähren und die Räumlichkeiten kostenfrei zur Verfügung stellen.[28] Dazu reichen wir auch kostenfrei Schokolade aus unserem neu eingerichteten Shop und es gibt hochwertige Give-aways als Zeichen unserer Anerkennung und Autorinnen-Bindung. Dazu nutzen wir auch einen gewissen Teil unseres Spendenaufkommens von vielen Millionen Euro und pflegen einen Facebook-Account. Wenn wir nicht immer dazu kommen, Anfragen von Autoren oder Autorinnen zu beantworten, liegt es sicherlich an der Fluktuation in den unterschiedlichen Ressorts und dass wir gerade Zuständigkeiten in einem konstruktiven, demokratischen und transparenten Prozess neu definieren. Im Übrigen sind wir mit unserem Jubiläum zum 15. Geburtstag der Wikipedia am 15. Januar beschäftigt. In unserem Fall allerdings im März. Gut Ding will schließlich Weile haben.[29]

Schon 15 Jahre? Was ist denn geplant?

Es gibt diverse Aktionen in zentralen europäischen Städten, auch in Mittelhessen.[30] Ideen von der Basis werden seit Monaten hier[31] gesammelt und dürfen von den lokalen Ehrenamtlichen gerne aufgegriffen und realisiert werden. Geburtstagskuchen kann bei uns angefordert werden:[32]

Und Wikipedia selbst?

Zunächst bleibt festzuhalten, dass Wikipedia ein von uns unabhängiges Projekt ist. Allerdings lief in den letzten Tagen ein blaues Banner mit dem Hinweis auf den Geburtstag. Wie die community ansonsten diesen großartigen Erfolg unseres Projekts würdigt, liegt in ihrer Hand. Wir sind zuversichtlich, dass die Klugheit und Kreativität der Autoren und deren Selbstverständnis die Wikipedia angemessen präsentiert – auch auf der Hauptseite am morgigen Tag.

Hier ist sie – nach dem jetzigen Stand der Dinge. Ich hoffe, es ist ein Fake :-) [33]

Herzlichen Glückwunsch, Wikipedia! Mögest du den Flegeljahren schnell entwachsen und praktizieren, was du predigst. BlaueWunder, 15.01.

  • "Victim blaming ist auch im Zusammenhang mit dem Verhalten von Narzissten beschrieben worden, die nahestehenden Personen Schuldgefühle suggerieren, um sie davon abzuhalten, ihre Vormachtstellung in Frage zu stellen" Quelle: Wikipedia Oliver S.Y.

GLAM-on-Tour: WikiTech-Tage 2016 Anfang März in Dresden

Technische Sammlungen Dresden
Verkehrsmuseum im Johanneum am Neumarkt
Atelierkamera 1915
Im Radio-Depot
Dampfwagen (1895)
Nachbau (1989) der Lokomotive Saxonia (1838)
Blick auf Johanneum und Schloss von der Frauenkirche

Mit ihren mehr als 50 Museen verfügt Dresden über eine vielfältige und reiche Museumslandschaft, die jährlich viele Tausende Touristen in die Landeshauptstadt Sachsens zieht. (Siehe: Liste der Museen in Dresden) An vorderster Stelle stehen die Museen der Kunstgalerien. Zu der weiteren wichtigen Gruppe der Technik- und Verkehrsmuseen zählen die Technischen Sammlungen Dresden sowie das Verkehrsmuseum Dresden.

Wikipedianer mit Technikbegeisterung sind vom 4.-7. März 2016 herzlich in diesen Dresdner Museen willkommen. Ausgehend von der GLAM-on-Tour-Philosophie sind im Rahmen der "WikiTech Tage in Dresden 2016" Fotografen und Autoren in den Technischen Sammlungen Dresden und im Verkehrsmuseum Dresden zum Dokumentieren der vielfältigen Technik-Schätze herzlich eingeladen.

Beide Veranstaltungen finden parallel - mit einem Tag versetzt - statt, so dass es den Teilnehmern auch möglich ist, von einem Museum zum anderen "zu springen" und beide Museen aktiv zu besuchen.

Die Technischen Sammlungen Dresden befinden sich im historischen Ernemannbau, einem Ursprung der Europäischen Foto- und Kameraindustrie. Sie umfassen schätzungsweise 25-30 Tausend Exponate, von den nur maximal 5 % in den öffentlichen Ausstellungen besichtigt werden können. Zu den Profillinien gehören:

  • die Foto-, Film- und Kinotechnik;
  • die Schreib-, Büro- und Computertechnik;
  • die Medien-, Kommunikations-, Radio- und Fernsehtechnik sowie
  • die Energietechnik im digitalen Zeitalter.

Die Computersammlung reicht von Leibniz über Zuse und Lehmann bis zur Robotron- und ESER-Rechentechnik. Auch ein Erlebnisland Mathematik/Physik sowie eine Optik-Sonderausstellung laden mit vielfältigen Experimenten ein.

Das Verkehrsmuseum Dresden befindet sich im Gebäude des Johanneums unmittelbar am Neumarkt, zwischen dem Dresdner Schloss und der Frauenkirche gelegen.

Ständige Ausstellungen gibt es zu folgenden Bereichen:

  • Schiene,
  • Straßenverkehr,
  • Luftfahrt und
  • Schifffahrt.

Im Juli 2015 wurde die neue Dauerausstellung zum Straßenverkehr eröffnet, die 700 Exponate umfasst. Insgesamt verfügt das Museum über 2000-3000 Exponate.

Zu den besonderen Highlights des Museums zählen mit dem Dampfwagen (1895) das erste Automobil in Sachsen, der im Wendejahr der DDR (1989) fertigstellte Nachbau der 140 Jahre zuvor verschrotteten, ersten funktionsfähigen Lokomotive Deutschlands, Saxonia (1838), oder das Luxusautomobil Röhr aus dem Jahre 1933.

Beide Museen verdeutlichen mit ihren einzigartigen Sammlungen die Rolle Dresdens in der historischen Entwicklung der Informations- und Verkehrstechnik Europas.

Herzlich willkommen sind zu dieser Tour besonders auch Wikipedia-Neulinge, darunter Schüler. Für diese Teilnehmer wird am Freitag-Nachmittag ein Einführungsworkshop zur Wikipedia angeboten. Gleiches ist für Museumsmitarbeiter und Mitglieder des Fördervereins der TSD am Sonnabend vorgesehen.

Wem das Technik-Angebot der beiden Museen nicht reicht, dem sei optional am Anreisetag der Mathematisch-Physikalische Salon im Dresdner Zwinger mit seiner kostbaren Sammlung historischer Instrumente, Uhren, Messgeräte und Spielwerke empfohlen. Er ist vom gebuchten B&B-Hotel am Bahnhof Dresden-Mitte zu Fuß zu erreichen, ebenso wie die Yenidze oder die am Neumarkt gelegene Frauenkirche, von denen man einen herrlichen Blick auf die Dresdner Altstadt hat.

So, auf eine rege Teilnahme freuen sich nun das GLAM-Team babfisch und Lilli sowie die Brücke. (Brücke, 14.1.2016) Versachlichung durch RM, 20.01.

Großer Frust #1: Winter's not coming anymore

Ich weiß, dass es viele sehr ungern sehen, wenn Mitarbeiter ihre persönlichen Befindlichkeiten in den Kurier bringen. Ich mache es ungeachtet dessen dennoch, analog zur von mir sehr geschätzten Rubrik Kleine Freuden, die ich damit aber nicht abwerten möchte, bestenfalls zeigt mein Beitrag, wie nötig es ist, auch immer wieder klar zu machen, dass am Ende Vieles hier Spaß macht und einigermaßen gut läuft.

Heute ist es 10 Monate her. 10 Monate ist es her, als ich meine Mitarbeit im (Winter)Sportbereich beendete. Seit 2006 hatte ich gut neun Jahre sehr intensiv gearbeitet. Über 3670 Artikel sind entstanden, davon fast 3400 im Bereich des Wintersports. Schwerpunkt meiner Arbeit war der Biathlon und hier die Biografien von Biathleten, die am Ende mit 2222 Artikeln zu Buche standen. Auch wenn Biathlon in den Jahren zur populärsten Wintersportart in Deutschland geworden ist, sicher kein Gebiet, wo man sich große Meriten erarbeiten kann und wo die Artikel monatlich oder gar täglich Tausende an Lesern erreicht. Aber die Leserschaft war stetig und das auch bei Athleten, die nicht der ersten Reihe angehört haben. In längeren konzertierten Aktionen hatte ich irgendwann einen Status erreicht, wo für die gerade aktive Zeit eigentlich alle relevanten Sportler einen Artikel in der deutschsprachigen Wikipedia hatten. Alle Gewinner von Weltcup-Punkten, alle Teilnehmer der Olympischen Spiele, der Welt- und Europameisterschaften. Damit war die deutschsprachige Wikipedia allen anderen Sprachversionen voraus. Sicher waren das nicht immer Glanzlichter der Wikipedia, aber im Schnitt sicher brauchbare Artikel, die die Karriere der Sportler nachvollziehbar machten, in der Struktur immer einem Grundschema von der Jugend bis in den Leistungsbereich folgend. Wenn möglich habe ich auch die Sommer-Welt- und Europameisterschaften berücksichtigt, nationale Meisterschaften und kontinentale Meisterschaften außerhalb Europas. Im Projekt Vollständigkeit war das Projekt Biathlon zeitweise unter den 10 umfänglichsten Projekten. Die Teilnehmer von acht Olympischen Spielen sowie alle Medaillengewinner Olympischer Spiele waren vollständig vertreten, zudem alle weiblichen Olympioniken, alle Gewinner von Weltcup-Punkten seit der Saison 1997/98, alle Teilnehmer von Weltmeisterschaften seit 2002, der Europameisterschaften seit 2008 sowie weiterer Kriterien. Alles folgte streng den Kriterien des entsprechenden Portals. Zudem habe ich im Vorlauf olympischer Spiele versucht, die Athleten aus dem DACH-Raum mit Hilfe anderer Autoren vor oder zumindest während der Spiele zu schreiben, auf dass der aktuelle Infobedarf erfüllt werden konnte.

Es war immer wieder klar und wurde mehrfach durch Angriffe auf den Artikelbestand deutlich, daß das nicht allen gefiel. Und letztes Jahr hatte dann ein Angreifer endlich einen Schwachpunkt gefunden. Ohne dass die nordamerikanischen Verbände das auf ihren Seiten vermerkten, wurden die Nordamerika-Meisterschaften 2012 aus Witterungsgründen zum North American Invitational 2012 „herab gestuft“. Sie wurden durchgeführt, mit denselben Personen unter denselben Bedingungen. Aber das reichte. Letztes Jahr sieben, dieses Jahr noch einmal drei Löschanträge, die auch alle durch gingen. Flankiert wurden die Löschdiskussionen einmal mehr mit die Sportler und deren Leistungen herabwürdigenden Kommentaren. Nein, es war nicht im Rahmen diese zehn Artikel als Teil eines weitaus größeren Gebildes zu behalten. Sie mussten weg. Unsere Regeln hätten zwar etwas anderes zugelassen, sind sie doch Ein- statt Ausschlussregeln. Aber wie so oft - die Löscher konnten sich durchsetzen. Alles rein und sauber. Für mich brach eine Welt zusammen. Ich hatte bis dahin schon viel in den 10 Jahren der Mitarbeit im Projekt erlebt - so eine Freude an der Zerstörung der Arbeit Anderer noch nicht. Aber eines war klar. Unter diesen Bedingungen konnte ich nicht weiter im Sportbereich arbeiten. Man braucht Verlässlichkeit. Wenn die weg ist, geht es nicht weiter. Das bedeutet, dass weiterhin 188 der 1137 Olympiateilnehmer fehlen. Möglicherweise hätte ich diese Lücke bis jetzt schon geschlossen und der gesamte Bereich wäre komplett. Meine To-do-Liste in dem Bereich hatte noch gut 300 Artikel umfasst, davon hätte ich wohl 150 bis 200 vor diesem Winter abgebaut. Ohne mich ist nicht einer der fehlenden Artikel in den letzten 10 Monaten entstanden. Keiner. Und wird wohl auch keiner (es sei denn aufgrund dieser Aussage). Im Weltcup gibt es nun erste Lücken. Vielleicht entstehen irgendwann einzelne der Artikel, aber bislang ist Niemand da, der an meiner statt sofort die entsprechenden Artikel schreibt (obwohl sich weiterhin sehr gute Leute um den Bereich kümmern, deren Fokus liegt aber anderswo). Schon letztes Jahr gab es Niemanden mehr, der die fehlenden Teilnehmer der Biathlon-Weltmeisterschaften 2015 schrieb. Die Europameisterschaften konnte ich gerade noch abschließen. 2016 wird das nicht mehr passieren. Bald wird auch der Biathlon-Bereich wieder nur ein großer Flickenteppich sein, statt ein geschlossenes Gebilde, ein geschlossenes Bild. Aber es ist eben nur Biathlon. Nur Wintersport. Nur Sport. Eskapismus. Zählt nicht. Nichts Wichtiges.

Zudem wussten auch viele, na der hat ja nicht nur ein Standbein, sondern mit den Altertumswissenschaften noch ein zweites. Und statt 50% Sport und 50% Altertum war nun der Weg offen zu 100% Altertum. Zwar auch nichts Wichtiges, aber für Viele sicher noch etwas mehr wert als unwichtige Biathleten. Nun aber der Irrtum: das Ergebnis war nämlich nicht 100% Mitarbeit im Bereich Altertum, sondern nur noch 10, 20%. Das Ergebnis war Frustration. Zum Pech Einiger war ich nicht weg, aber die Mitarbeit beschränkte sich ewig auf kleinere Korrekturen oder Schwesterprojekte. Und hier die eine oder andere Diskussion. Ich brauchte wirklich mehr als ein halbes Jahr, um das Tal der Frustration zu durchschreiten. Dann kam langsam wieder etwas Lust. Der Sportbereich bleibt aber Tabu. Die Idee, vielleicht doch ein wenig bei den Rodlern zu machen war sofort wieder beerdigt, nachdem ich mir nach ein paar Linkfixen im Artikel zum diesjährigen Biathlon-Weltcup anhören durfte, dass ich doch gar nicht mehr mitarbeiten wollte. Das war dann wirklich der letzte Versuch noch etwas dort zu machen. Schade. Ich liebe Wintersport und verstehe auch etwas davon. Aber ich habe gelernt, dass das Projekt als solches kein Interesse mehr an meiner Mitarbeit in dem Bereich hat. Und nachdem in den letzten Tagen erneut drei Biathleten.Artikel gelöscht wurden, bin ich wieder im Tal angelangt, mit der Überlegung, warum überhaupt noch etwas schreiben. Warum? Damit ein paar Wenige nach ihren Maßstäben entscheiden, was für den Rest der Menschheit „relevant“ zu sein hat? Zumal es eindeutig nicht um irgendwelche Werbung oder so etwas ging, sondern nachweislich um Teile eines großen Puzzles. Nun frage ich mich auch - warum soll ich das etwa bei antiken Vasenmalern machen? Warum sollte ich diese großflächig abarbeiten, vielleicht passt das auch in ein paar Monaten Jemandem nicht. Und einen Admin zum löschen findet man offensichtlich immer. Vielleicht sollte ich ja auch zum Diskussionsaccount werden. Die zählen hier ja ohnehin schon lange viel mehr als die, die noch Wissen beisteuern.

Das Fazit muss jeder selbst ziehen. 10 Artikel weniger im Projekt. Die waren sicher nicht die Krönung des Projektes. Aber geschadet haben sie nicht. Sie waren Teil eines großen Puzzles. Hinterlassen haben sie winzige Lücken, aus denen aber neue, weitaus größere Lücken erwachsen und einen langjährigen Autor, der seit Monaten nur noch Frust schiebt. War es das wert? Die Kultur der Dankbarkeit in diesem Projekt ist so unglaublich gering und die Kultur der Zerstörung so gewaltig. Man meckert immer darüber, dass das Klima aufgrund von Unfreundlichkeiten so schrecklich wäre. Ich halte dieses Verhalten für viel Schlimmer als mal ein offenes aber vielleicht nicht ganz freundliches Wort. So, nun dürft ihr mich zerreißen, weil ich es wagte, an dieser Stelle mein Herz auszuschütten, den Frust rauszulassen, der mich sonst noch kaputt macht. Im Bewusstsein, dass all das, was ich jetzt noch auf die Fresse bekomme, weil ich es wage nicht alles brav über mich ergehen zu lassen und lieb zu schweigen und dabei zu lächeln, wohl noch eins drauf setzen wird. MC, 13.1.

Kleine Freuden #5: Dank vom Terezín Memorial

»Die vor denen kriechen, welche über ihnen stehen, treten stets diejenigen, welche unter ihnen stehen.«
Zur Mitmach-Reihe Kleine Freuden siehe den Kurzartikel in Ausgabe 11/2015.

Bei einem Besuch des Konzentrationslagers Theresienstadt im Oktober 2014 fiel mir im Büro der sogenannten „Hofverwaltung“ in der Kleinen Festung (1790 von Kaiser Joseph II. gegen die Preußen errichtet, in der Nazizeit Gestapogefängnis) ein Spruch an der Wand ins Auge. Man konnte ihn kaum lesen und es gab keine Erklärung oder eine Hinweistafel dazu – also auch nicht, ob er aus österreichischer oder der Nazizeit stammte. Zuhause googelte ich ein wenig nach den Bruchstücken des Spruches und fand den Autor, Henry Thomas Buckle (1821–1862), ein englischer Historiker und Vertreter des Positivismus. Der Spruch selbst ist von 1861 und lautet im Original »They that crouch to those who are above them, always trample on those who are below them«. (als Antwort auf die rethorische Frage »We may easily imagine what would be the future conduct of men, who, merely for their own aggrandizement, and to please their prince, could thus renounce the cherished independence of the Scotch Church.« History of Civilization in England., Vol. II, Chapter IV., Condition of Scotland during the Seventeenth and Eighteenth Centuries, 1861, S.272)

Das Terezín Memorial hatte den »nach oben Buckeln, nach unten Treten«-Spruch bis dato noch nicht entziffern oder zuordnen können und antwortete mir auf meine Entdeckung, dass der Spruch wohl »originated at the time of Austria-Hungary because in the 19th century the Small Fortress was used as a prison for military and political prisoners.« Prof. Eckhardt Fuchs, ein Buckle-Biograf, konnte mir auch nicht sagen, wie das Zitat da wohl hingekommen sein könnte. Da sie den Spruch nun lesen können, bedankte sich das Terezín Memorial bei mir mit den Worten: »Thanks to you our guides will be able to give a comprehensive data to the visitors.« Vielleicht landet die Erkenntnis ja mal irgendwann in einem Faltblatt oder als Nebensatz in der Literatur, und ist dann keine OR mehr. Ein Bild des Spruches (verbessert durch die Wikipedia:Fotowerkstatt) ist zumindest bei Commons gehostet. Cherubino, 13.1.

150 Millionen Edits in nur 15 Jahren

Primer puesto.png50'000'000 Edits!

Gerade noch wurde sie geschafft, die runde Zahl! 150 Millionen Edits hat die deutschsprachige Wikipedia erreicht, kurz vor dem 15. Geburtstag der Wikipedia, das sind 10 Millionen Seitenversionen pro Jahr.

150 Millionen Bearbeitungen, das sind unzählige engagierte Beiträge zum Weltwissen. Artikelanlagen, sukzessive schwarmintelligente Erweiterungen, Unfugslöschungen, Reverts, Editkriege, und nicht zu unterschätzen, jede Menge robotische Pflegemassnahmen, Migranten, sowie viele oft kontroverse Diskussionen, ja bis zu unendlich öden bildschirm- und hirnsprengenden Diskutierereien. Dahinter steht eine googolische Zahl an Gedanken, Kopfzerbrechen, Synapsenimpulsen, Hirnschmalzverbratung und Gehirnzellenverschleiss. Und das alles im Dienste einer weitgehend ehrenamtlichen, nahezu unkommerziellen, freien Wissensversammlung, wie sie die Welt bisher nicht gekannt hat.

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Tempus, Tempus!

Immer schneller dreht sich das Rad der kollektiven Wissenserbeutung (möglichen Autorenschwund mal ausser Acht genommen). O tempora, o mores! Wurden früher Enzyklopädien ehrfürchtig mit Druckerschwärze in geduldiges Papier eingeprägt, so wird das Wissen im 21. Jahrhundert in echtzeitlichen digitalen Editversionen augmentiert und das über den gesamten Globus hinweg.

Tempo, Tempo! so klingt das Tempus, Tempus! in den Ohren, das Wikipediaverbesserer Lutheraner im jubilativen hundertfünfzigmillionsten Edit der deutschsprachigen Wikipedia in die Kommentarzeile gehämmert hat. Wie eine Mahnung, nicht nachzulassen, immer schneller voranzuschreiten. Auf dass das Wissen weiter anwachse. Wenn man auch heute schon oft das Gefühl hat, in einem schier endlosen wikipedischen Wissensozean zu ertrinken – noch ist oben Luft! itu, 10. 1.

Zur Stimmung in San Francisco

Der folgende Beitrag ist eine Übersetzung des zweiten Teils des Artikels The WMF's age of discontent, der am 6. Januar 2016 im Signpost, dem Kurier-Schwesterblatt in der englischsprachigen Wikipedia, erschienen ist. Die Autoren der Originalfassung sind Tony1, Go Phightins! und Resident Mario.
Wikimedia Foundation Office, 149 New Montgomery

Es ist kaum möglich, die über die letzten Monate zunehmenden Sorgen vieler WMF-Angestellter zu ignorieren. Diese stehen möglicherweise im Zusammenhang mit den Entwicklungen rund um den Ausschluss von James Heilman/Doc James (der Kurier berichtete), wurde diesem doch von Kuratoriumskollegen unter anderem sein Kontakt mit verärgerten Angestellten zur Last gelegt. Transparenz scheint das zentrale Thema sowohl bei Heilmans Ausschluss als auch bei der schlechten Stimmung unter den Angestellten zu sein.

Der Signpost nahm Kontakt mit etwa zehn WMF-Mitarbeitern auf. Dabei ging es einerseits um die Frage, wie die Wikimedia Foundation als führende Organisation in der Bewegung um Freies Wissen zwischen uneingeschränkter Transparenz und strategischer Geheimhaltung abwägen sollte. Andererseits wurde nach den Ursachen für das schlechte Arbeitsklima sowie möglichen Verbesserungen in Bezug auf Kontinuität und Erfolg von WMF-Projekten gefragt. Hierzu sei angemerkt, dass keine unserer Quellen - unabhängig davon, ob sie aktiv angesprochen wurden oder sich initiativ meldeten - namentlich genannt werden möchte, allerdings gaben einige anonym schriftliche Stellungnahmen ab.

Eine Schlüsselrolle kommt der jährlichen Evaluation zur Mitarbeitermotivation (employee engagement) zu, die Ende 2015 von einem externen Beratungsunternehmen durchgeführt und analysiert wurde. Die Ergebnisse wurden in einem internen Wiki zugänglich gemacht. Es ist mittlerweile öffentlich bekannt, dass unter den Angestellten diskutiert wird, ob diese Daten zugänglich gemacht werden sollen. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikels unterstützten mehr als zwei Dutzend Angestellte den Vorschlag, die Evaluationsergebnisse sobald wie möglich zu veröffentlichen. Gegenstimmen hierzu waren nicht bekannt.

Einer dieser Angestellten hat dem Signpost vorab die Ergebnisse zur Verfügung gestellt. Aus diesen geht hervor, dass sich erfreuliche 93% der ungefähr 240 Foundation-Mitarbeiter an der Evaluation beteiligt haben. Während an die 90% von diesen angaben, dass sie stolz darauf seien, für die WMF zu arbeiten und Vertrauen in ihre direkten Vorgesetzten (line managers) zu haben, sind die Antworten zu vier weiteren Punkten besorgniserregend:

  • „Die Führung (senior leadership) von Wikimedia hat eine Vision kommuniziert, die mich motiviert“: 7% Zustimmung
  • „Die Führung (senior leadership) von Wikimedia hält darüber auf dem Laufenden, was passiert“: 10% Zustimmung
  • „Ich habe Vertrauen in die Führung (senior leadership) von Wikimedia“: 10% Zustimmung
  • „Die Führung (senior leadership) setzt Mittel (Geld, Personen und Aufwand) im Einklang mit den Zielen der Foundation ein“: 10% Zustimmung

Der Signpost wurde zudem darüber in Kenntnis gesetzt, dass auf der Hierarchie-Ebene direkt unter dem Executive Director ("C-levels", members of the executive) nur eine einzige Person Vertrauen in die Führung der WMF hat.

Es ist unklar, welche Kombination von Faktoren für die Unzufriedenheit unter den Mitarbeitern verantwortlich ist. Allerdings ist uns bekannt, dass es intern Streit um die Zuteilung von signifikanten Ressourcen zur Discovery unit im zweiten Halbjahr 2015 gab. Diese Abteilung ist führend an der Entwicklung der sogenannten knowlegde engine beteiligt. John Vandenberg, Mitglied der Wikipedia-Community und ehrenamtlicher Entwickler, sagte gegenüber dem Signpost:

„Die knowledge engine ist ein guter Schritt in eine Richtung, die die Foundation einschlagen sollte. Sie wird unsere unterstützende Infrastruktur auf ein neues Level bringen. Es ist heutzutage nicht besonders schwierig (not massively hard), soetwas zu entwickeln und es ist angemessen, dass wir unseren Lesern eine zeitgemäße Frage-und-Antwort-Technologie anbieten. Es ist unklar, ob oder wie stark dies die Anzahl der Besucher beeinflusst, die Artikel vollständig lesen, was möglicherweise zu Bedenken unter den Autoren führt. Aber ich weise darauf hin, dass diese Entwicklung durch die Zunahme mobiler Zugriffe ohnehin stattfindet.

Diese Verschiebung von Ressourcen hin zu knowledge discovery kann auch der Grund dafür sein, dass viele Angestellte das Gefühl haben, ihre Abteilung erhalte nicht die für ihre Arbeit nötigen Mittel. Das könnte zu einer allgemeinen Unzufriedenheit mit dem Management beitragen, aber das ist der Preis, wenn man eine Organisation im sich schnell entwickelnden Tech-Bereich betreibt. Die Entwicklung weg von früher und umfassender Transparenz kann damit zusammenhängen, dass die Führungsebene glaubt, dass einige Mitarbeiter und Teile der Community negativ auf diese Veränderungen reagieren würden.“

Vandenberg fügte hinzu, dass wir offenbar Zeugen einer zunehmenden Spannung zwischen zwei sehr unterschiedlichen Ansätzen professioneller Arbeit erleben, die möglicherweise nur in der Wikimedia-Bewegung auftritt. Einerseits habe die Community einen sehr erfolgreichen Prozess offener Zusammenarbeit entwickelt, der auf inkrementellen Verbesserungen fußt. Andererseits arbeiteten Mitarbeiter in allen großen Organisationen so, dass sie die kleinen Schritte versteckten, um später ein fertiges Produkt präsentieren zu können. Hier macht Vandenberg den Konfliktherd zwischen einer offenen, transparenten Kultur und der Geheimhaltung, wie wir sie im Zusammenhang mit der Entlassung von Heilmann erlebten, aus.

Ergänzung: The Wikipedian berichtet, dass seit dem Antritt von Lila Tretikov vor 18 Monaten fast die komplette Belegschaft ausgetauscht worden sei. Cd, 7.1.

Eine persönliche Wikipedia-Geschichte

Was bedeutet die Wikipedia für mich? Das kann ich am besten mit einer kleinen Geschichte sagen. Es ist eine ganz persönliche Geschichte und doch nicht eine, die nur meine wäre. Sie spielt auch nicht nur in der Wikipedia. Und es ist eine von vielen. Sie hat viele Verästelungen, die ich grob abschneide, denn sonst käme ich nicht zum Schluss.

Wo hat sie angefangen? Das ist gar nicht leicht zu sagen. Ich wähle einen Ausgangspunkt: ein Review von 2010. Matthias hatte einen sehr gelungenen Artikel über das Brechtgedicht Erinnerung an die Marie A. ins Review gestellt. Ich sah das Review, als es schon eine Weile lief, und stellte mir und Matthias unter anderem die Frage nach der Vertonung, denn das Gedicht ist nach einer Schlager-Vorlage entstanden. Es war nicht allzu schwer, zur Musik des Schlagers und den Vertonungen des Gedichts etwas herauszufinden und zu schreiben, denn Fritz Hennenberg hat das ziemlich gründlich erforscht.

So waren wir auf den Geschmack gekommen. Matthias arbeitete an dem Artikel Mutter Courage und ihre Kinder und wünschte sich Unterstützung. Ich wollte gern wieder die musikalische Seite bearbeiten. Der „Titelsong“ der Hauptfigur, das Lied der Mutter Courage, hat wiederum eine musikalische Vorlage, was in der Brechtforschung seit langem bekannt ist. Es ist dieselbe Melodie, die er in Bertolt Brechts Hauspostille für seine Ballade von den Seeräubern verwendet hat, und Brecht selbst gibt ihr einen Namen: L’Etendard de la pitié. In der Literatur fand ich die Auskunft, man wisse über diese Melodie nichts weiter. So gab ich ihren Titel mal versuchsweise in den Karlsruher Katalog ein – und erhielt zwei Treffer! (Heute wären es mehr.) Hatte das noch nie einer getan? Ich fand nichts darüber in den Büchern.

Die Treffer waren zwei Schellackplatten, nicht verleihbar. Man hätte nach Paris fahren müssen, um sie anzuhören. Das konnte ja auch eine zufällige Namensgleichheit sein. Über die Auskunft bekam ich einen Tipp: Eine der beiden war bei einem Schweizer Schellack-Versand im Angebot (nicht teuer). Ich bestellte sie und stand vor dem nächsten Problem: Wie höre ich eine Platte von 1908 an, die sich verkehrtherum dreht und weit über 76 U/Min. hat? Es gelang mir, einen Spezialisten zu finden, der mir eine mp3 machte. Das war die Melodie!

Von dem Komponisten Émile Wesly hatte ich noch nie was gehört (und auch sonst praktisch niemand, wie sich bald herausstellte). Einzelne Splitter zu seiner Biografie fand ich nach und nach mit Hilfe von Gallica, dem Internet Archive und den Kranten der Königlichen Bibliothek der Niederlande sowie den Beständen der Bayerischen Staatsbibliothek. Zwei Sammler der französischen Chansons der Belle Époque leisteten mir wertvolle Hilfe. Ein Durchbruch war es, als mir einfiel, dass ich schon mal (in dem Chor, in dem ich früher sang) mit einem Musiker desselben Nachnamens zu tun hatte, der aus derselben Gegend zu kommen schien. Ich lernte seinen Vater (schriftlich bzw. fernmündlich) kennen, der manches wusste und nachschlagen konnte.

Das war aber doch Original Research pur. Nichts für die Wikipedia. Ich kontaktierte den Redakteur des Dreigroschenhefts mit einem Artikelentwurf und stellte fest, dass er a) großes Interesse hatte, b) dazu noch niemand publiziert hatte, c) aber Joachim Lucchesi auf derselben Spur war. Zusammen schrieben wir einen Artikel für die Brechtzeitschrift, der angenommen und rezipiert wurde.

Nun wollte ich auch für die Wikipedia einen Ertrag und schrieb auf der Basis dieses Beitrags eine Reihe von Artikeln: über den Komponisten Wesly, den Textdichter Léon Durocher und die Interpreten Jean Noté, Marcelly und Yvonneck, und weil ich so schön dabei war, auch gleich über die Komponisten und Übersetzer der Vorlage für die Marie A., Charles Malo und Leopold Sprowacker. Das Schöne an Wikipedia-Artikeln ist bekanntlich, dass sie ständig erweitert werden können, auch mit Hilfe einer Reihe anderer Wikipedianer und Nicht-Wikipedianer, denen ich hier summarisch danken möchte, und so sind das heute die umfassendsten Artikel zu diesen Personen.

Der Artikel Émile Wesly wiederum fand Interesse bei einem niederländischen Duo, Frans van Ruth (Piano) und Doris Hochscheid (Cello). Sie haben eine Stiftung gegründet (http://cellosonate.nl), die der niederländischen Musik für Klavier und Cello gewidmet ist, und nehmen seit Jahren CDs mit „Dutch Cello Sonatas“ auf. Auf der Basis des Wikipedia-Artikels verfassten sie einen Eintrag zu Wesly auf ihrer Stiftungsseite und wählten ein Stück des Komponisten für ihre neueste CD aus. Vorgestellt wurde sie im November 2015 auf dem Festival Batta & Co. in Maastricht, wo zudem drei Chansons von Wesly vorgetragen wurden. Diese Gelegenheit, endlich einmal Weslys Musik live zu hören und dabei gleich das schöne Maastricht kennen zu lernen, wollte ich mir nicht entgehen lassen. Dabei hörte ich auch gleich sehr viel interessantere Stücke, vor allem vom Namensgeber des Festivals, Alexander Batta, dem ich nun auch einen Wikipedia-Artikel gewidmet habe.

Das war kein gewichtiger Beitrag zum Weltwissen, all dies sind keine bedeutenden Personen. Auch dem “freien Wissen” wurde kein grandioser Dienst geleistet. Aber die ganze Geschichte hat mir unendlich viel Freude gemacht: die Recherche, die Entdeckungen, das Kennenlernen, die Zusammenarbeit, das Konzipieren, Schreiben und Feilen innerhalb und außerhalb der Wikipedia. Und ich glaube: nicht nur mir. Für mich ist die Wikipedia vor allem eine grandiose Gelegenheitsstruktur für solche Erlebnisse und Erfahrungen.M., 7.1.

Wikimedia Foundation: Neue Kuratoriumsmitglieder aus Silicon Valley

Die Wikimedia Foundation hat gestern die Namen ihrer beiden neuen Kuratoriumsmitglieder veröffentlicht: es sind Kelly Battles und Arnnon Geshuri, beide aus Silicon Valley.

Kelly Battles ist gegenwärtig als Chief Financial Officer bei Bracket Computing tätig. Arnnon Geshuri ist derzeit Vice-President of Human Resources bei Tesla Motors.

Beachtenswert ist hierbei, dass das WMF-Kuratorium nun fünf Mitglieder umfasst, die Verbindungen zu Google besitzen:

  • Jimmy Wales hat als Mitglied von Googles „Advisory Council“ gedient.
  • Denny Vrandečić ist ein Angestellter bei Google, wo er am Knowledge Graph arbeitet.
  • Guy Kawasaki hat eine Beraterfunktion für den Chef von Googles Motorola-Unternehmenseinheit ausgeübt.
  • Kelly Battles’ Firma Bracket Consulting hat eine Partnerschaft mit Google Cloud Platform.
  • Arnnon Geshuri war vor seinem Job bei Tesla „Senior Director of HR and Staffing“ (Personalleiter) bei Google.

Mit Geshuris Eintritt in das WMF-Kuratorium zeichnet sich zudem eine Tesla-Verbindung ab: die im Oktober 2015 eingestellte Wikimedia-Personalchefin Boryana Dineva war zuvor „Head of HR Systems, HR Operations & Data Analytics“ bei Tesla Motors. Wie diese Verbindung zustande gekommen ist, lässt sich vielleicht daraus erklären, dass Google über eine Milliarde Dollar in diverse Projekte von Tesla-Chef Elon Musk investiert hat.

Kelly Battles and Arnnon Geshuri ersetzen Jan-Bart de Vreede und Stu West, die beide planmäßig zum Jahresende aus dem Kuratorium ausgeschieden sind. AK, 6.1.

Blick in die Zukunft

Seit meinem Informatik-Unterricht in der Schule wurmte mich die Gewissheit, dass etwas nicht stimmt mit der Wikipedia. Nur was? Irgendwann wurde dann Wikidata erfunden und plötzlich wurde es mir klar: Wer ist nur auf die unglaublich blöde Idee gekommen, als eindeutigen Schlüssel für Artikel das Lemma selbst zu nehmen? War den Machern nicht bewusst, dass es zig gleichlautende Werke und Personen gibt? Seitdem jedenfalls sind die krudesten (sogenannten) Klammerzusätze entstanden, die nicht nur blöd aussehen, sondern auch bisweilen zu Problemen führen, etwa wenn Personen gleich heißen, aber nicht eindeutig einer Tätigkeit zuzuordnen sind. Die Vermutung liegt nahe, dass der Weg damals gewählt wurde, um eindeutige Artikelverlinkungen im Quelltext (!) sowie in der URL zu erreichen. Soweit so gut.

In der schönen neuen Welt von Wikidata hat man das Problem wohl erkannt und eine nach IT-Erkenntnissen mustergültige Datenbank-Struktur erzeugt: Jedes Objekt erhält einen Primärschlüssel, genannt Wikidata-ID. Der Name des eigentlichen Dings ist sowieso je nach Sprache unterschiedlich, also wurde er zur „Nebeninformation“ degradiert. Da Wikidata glücklicherweise bisher hauptsächlich von Maschinen genutzt wird und (menschliche) Benutzer nur selten vorbeischauen, ist das mit den nichtssagenden IDs in der URL kein Problem. Das mit der Verlinkung im Quelltext wäre wohl schwierig geworden, allerdings gibt es den erst gar nicht, stattdessen erfolgt die „Verlinkung“ im schicken Web-2.0-Layout per Auswahlliste.

Nun ist die Wikipedia auch nicht von gestern und möchte gern dem grauen (Quelltext-)Zeitalter entkommen. Allerdings bedarf es hierzu etwas mehr als einer optischen Verjüngungskur, technische Revolutionen müssen her. Der Visual Editor ist so eine, allerdings benutzen viele Benutzer noch das „MonoBook“-Layout; das sagt eigentlich schon alles. Hier geht es aber gar nicht um persönliche Vorlieben, sondern: Welche Entwicklungen sind unabdingbar? Werden wir, da der 15. Geburtstag kurz bevorsteht, in 15 Jahren immer noch Weiterleitungen und Links auf Begriffsklärungsseiten hinterherrennen, d.h. zig Artikellinks ändern, wenn ein Artikel verschoben wird? Werden wir uns weiterhin nach der Artikelerstellung wie Schatzgräber auf die Suche nach (nicht verlinkten) Artikellinks machen? Kann ein derart großes Projekt wie die Wikipedia überhaupt so funktionieren, nach dem Zufallsprinzip?

Die Antwort lautet: ja, denn so funktioniert es ja irgendwie, professionell ist allerdings anders. Wie könnte also eine zukunftsfähige Lösung aussehen? Für das Frontend ist der Visual Editor sicher der richtige Weg, aber was tun mit den Verlinkungen im Artikel-Quelltext? Steht hier zukünftig als Linkziel die Wikidata-ID, womöglich mit der Wikidata-Bezeichnung als Linktext? Und führt der Link auf einen „Rotlink“ zukünftig zu einer Datenübersicht, generiert aus dem Wikidata-Objekt? Ein BETA-Projekt dazu ist immerhin bereits in Entwicklung. Und was ist mit der URL, wenn die Lemmata nicht mehr eindeutig sind? Interessiert die überhaupt noch jemanden im semantischen Web? Kann das überhaupt jemand mit URL-kodierten Zeichen eingeben oder werden URLs ohnehin nur noch per C&P kopiert? Könnte man nicht einfach wie in Wikidata verfahren (also [34] statt [35])? Bisher stoßen solche Gedanken hierzuwiki auf enormen Gegenwind, aber das war bekanntlich bei allen technischen Neuerungen der Fall. Ich bin gespannt, auch auf Eure Meinungen! Q., 5.1.

Dazu ist anzumerken (C26, 6.1.):

  • Intern verwendet die Wikipedia schon immer einen technischen Kunstschlüssel (page_id, siehe [36]).
  • Eine zeitgemäße Benutzeroberfläche konfrontiert Endbenutzer nicht mit einem technischen Schlüssel, hierzu kann man logische Schlüssel verwenden (sprechende Schlüssel), wie das Lemma (technisch page_title).

Tag der Gemeinfreiheit 2016

Georg Pettendorfer: Marienplatz, München.
Adolf Hitler: Der Alte Hof in München (1914).

Heute, am 1. Januar, begehen Freunde freier Inhalte weltweit den Tag der Gemeinfreiheit, auch „Public Domain Day“ genannt. Denn immer zum 1. Januar erlischt das Urheberrecht, in Europa und vielen anderen Ländern siebzig Jahre nach dem Tod des Urhebers. Aus mehreren Gründen ist der Tag der Gemeinfreiheit ein Feiertag mit vielen Facetten: Zum einen müssen die Erben der Urheber nun auf die manchmal immer noch recht lukrativen Rechte ihres kreativen Vorfahren verzichten. Auf der anderen Seite können diese Werke aber nun endlich von jedermann ohne Einschränkung verwendet werden – zum Beispiel auf Wikipedia und in ihren Schwesterprojekten, allen voran Wikimedia Commons und Wikisource.

In diesem Jahr betrifft es alle Personen, die 1945 verstorben sind. Und das hat zur Folge, dass die Liste diesmal besonders illuster ist, denn in dem Jahr der Befreiung von den Schrecken des Faschismus und des Zweiten Weltkriegs endete auch das Leben einiger äußerst spannender Persönlichkeiten. Was bedeutet es also für eine Biografie, die im Jahr 1945 aufhört?

Adolf Hitler: Mein Kampf (1925).

Allen voran ist da eine Person zu nennen: Adolf Hitler, der vor seiner furchtbaren Karriere als Politiker als Maler in Wien gescheitert war und der während eines Gefängnisaufenthalts sein berühmtes Manifest schrieb. Der Freistaat Bayern als Rechtsnachfolger Hitlers war bis gestern auch Inhaber der Urheberrechte an „Mein Kampf“ und nutzte dies, um den Zugang zu dem Werk zu behindern. Ab heute kann jeder diesen Text verbreiten, auch wenn in Deutschland und anderen Ländern besondere Gesetze dem Grenzen setzen. Ähnliches ist zu den Pamphleten Joseph Goebbels' und Roland Freislers zu sagen.

Käthe Kollwitz: Nie wieder Krieg! (1924).

Gerne würden wir Adolf Hitlers „Mein Kampf“ ein anderes Werk gegenüberstellen: Anne Franks Tagebuch. Dieses Werk wurde jedoch 1947 von ihrem Vater Otto Heinrich Frank in einer bearbeiteten Fassung unter dem Titel „Het Achterhuis“ (Das Hinterhaus) veröffentlicht. Als Bearbeiter ist Otto Frank Miturheber. Da er erst 1980 verstarb, sind also nur die originalen Teile Anne Franks – und dann auch nur im niederländischen Original – gemeinfrei. Ganz sicher abgelaufen ist jedoch das Urheberrecht an Dietrich Bonhoeffers Gedicht „Von guten Mächten treu und still umgeben“ und den Grafiken und Skulpturen Käthe Kollwitz', deren Ruf nach Frieden und Menschlichkeit diesem Tag der Gemeinfreiheit ganz sicher einen Anlass zum Feiern verleiht.

Dietrich Bonhoeffer: Von guten Mächten treu und still umgeben, (1944).

Und dann sind da die vielen anderen Künstler, an deren große Werke wir uns in diesem Jahr besonders erinnern und von denen man hier nur eine kleine Zahl nennen kann: Die Lyrikerin und Malerin Else Lasker-Schüler und der Autor Franz Werfel stehen neben Felix Salten, dem Schöpfer von „Bambi“ und – vielleicht – „Josefine Mutzenbacher“. Die Bauten des Architekten Jaume Torres i Grau sind jetzt auch außerhalb der Grenzen der Panoramafreiheit nutzbar und die philosophischen Werke Ernst Cassirers darf man jetzt auch außerhalb der Schranke des Zitatrechts weiterverbreiten.

Jaume Torres i Grau: Casa de la Societat Torres Germans (1907).

Auch drei weltberühmte Komponisten starben 1945: Die Musik von Béla Bartók, Pietro Mascagni („Cavalleria rusticana“) und Anton Webern könnte unterschiedlicher nicht sein und hat doch die Musikgeschichte maßgeblich beeinflusst. Denn der Tag der Gemeinfreiheit ist immer auch ein Tag, an dem wir uns in Erinnerung rufen sollten, dass alles schöpferische Schaffen stets auf der Kreativität anderer aufbaut. Das Urheberrecht muss daher Grenzen kennen, nicht nur in zeitlicher Hinsicht. Schließen soll die Liste in diesem Jahr der Ökonom – und Enzyklopädist! – Otto Neurath.

Francis Bruguière: Light Abstraction (1925).

Ganz anders ist die Situation übrigens zum Beispiel in den USA: Das dortige Urheberrecht entlässt erst am 1. Januar 2019 wieder Werke in die Gemeinfreiheit. Eine Ausnahme stellen unveröffentlichte Werke dar, die Einzelheiten sind – wie immer – kompliziert. Und damit ein Film auch in Europa gemeinfrei wird, müssen alle wesentlich Beteiligten, und nicht nur der Regisseur, vor mehr als 70 Jahren verstorben sein. Daher müssen Filme und andere Gemeinschaftswerke wie die Oper „Die tote Stadt“ des 1945 verstorbenen Librettisten Julius Korngold einzeln untersucht werden. Dies wird jedoch eine jedes Jahr lohnendere Unternehmung, nachdem zum Beispiel die ersten Stummfilme bereits gemeinfrei geworden sind. Gnom, 1.1.

P.S. Ein nahezu vollständige Liste gemeinfreier Autoren findet ihr wie immer bei Wikisource. S, 1.1. Neue Bilder auf Wikimedia Commons finden sich hier, Anne Franks Tagebuch ist auch schon auf Wikisource zu finden. Gnom, 3.1. Auf Wikidata gibt es ein Liste mit gemeinfreien Gemälden und deren Malern. RR, 3.1.

Danke

(Leserzuschrift, aus dem OTRS übertragen von SB)
Sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit möchte ich mich sehr herzlich für Ihre super Arbeit bedanken. Ich informiere mich fast täglich bei Wikipedia & und ich bin wirklich dankbar solche Informationen zu bekommen!!!
Bei Ihrem Spendenaufruf im Dezember`15 habe ich Ihnen NUR € 5.- gespendet, denn ich bin schon seit vielen Jahren in Erwerbsunfähigkeitsrente, aber es kam von Herzen! Noch eimal vielen, vielen Dank für Ihre tolle Arbeit!

Ich wünsche allen Mitarbeiterinen & Mitarbeitern von Wikipedia alles erdenklich Gute, sowie Gesundheit!!!

Mit freundlichen Grüßen
W.M.

Hilfe gesucht: Sichtungslag

Es ist an der Zeit mal wieder Alarm zu schlagen: Fast 50 Tage (49 momentan) sind recht viel, darum helft bitte mit, und helft mit sichten! Luke 11.2

Seiten mit ungesichteten Versionen

Am Aschermittwoch ist alles vorbei

Na ja, nicht ganz. Wer einen neuen Sinn für sein Wikipedia-Leben sucht oder einfach nur Spaß haben will, für den hätte ich da was. Der Wartungsbausteinwettbewerb startet an diesem Wochenende in seine Winterausgabe. Also bleiben noch ein paar Tage, um den Kater spazierenzuführen. Dann kann aber wieder ordentlich etwas getan werden, um Artikel zu verbessern und die vielen Baustellen, die es in der Wikipedia gibt, abzubauen. Von einfachen Linkreparaturen bis zu den großen Überarbeitungen und Lückenfüllern ist alles gefragt. Mach mit im Team oder alleine und im Vergleich mit Anderen, die einmal im Quartal mithelfen und aufräumen. Die Erfolgsstatistik von acht Jahren WBW kann sich sehen lassen. Hier geht es zur Anmeldung. HvW 9.2.

Defekte Weblinks

Treffen unter Wikipedianern sind bekannterweise dafür gut, sich miteinander auszutauschen und dabei vielleicht Dinge anzusprechen, die über Diskussionsseiten so einfach nicht erschlossen werden könnten. Im aktuellen Fall ging es mir um die – offenbar bewusst – hässlich gestalteten Wartungsbausteine des Giftbots, die auf fehlerhafte Weblinks aufmerksam machen. Das Anliegen ist verständlich, die Aufmachung auch – nämlich grob störend –, nur die Vorgehensweise, diese Störenfriede state-of-art-mässig zu beseitigen, offensichtlich nicht. Jedenfalls habe ich bisher noch niemanden in real-life getroffen, der mir das korrekte Vorgehen schulbuchmässig hätte erklären können.

Wie das mit Wissenslücken für Wikipedianer so ist, man macht sich selbst schlau, wenn es einen genügend interessiert. Ich gehöre zum Grossteil der Menschheit mit einem visuellen Vorstellungsvermögen und Gedächtnis, also habe ich versucht, die Abläufe mithilfe eines Entscheidungsbaumes darzustellen. Ob dieser nun gelungen ist, ob er korrekt ist oder ob er anderen hilft, weiss ich nicht. Aber korrekt muss hier im Kurier schliesslich auch nicht alles sein. Ich bitte um Anregungen. Am besten auf der Diskussionsseite der Datei. Lantus 8.2.

Abrufzahlen von Artikeln

Zur Anzeige der Abrufzahlen von Artikeln wird gerne das Tool stats.grok.se verwendet, das auch auf allen Seiten der deutschen Wikipedia verlinkt ist. Leider hat dieses Tool immer wieder Ausfälle. Nun gibt es Alternativen: Die Mediawiki-Api stellt statistische Informationen zur Verfügung, die von Tools aufbereitet werden können. Ein derartiges Tool ist Pageview Comparison von MusikAnimal auf Toollabs. Ich habe ein kleines Skript erstellt, das dieses Tool auf allen Wikimedia-Projekten für alle Namensräume in die Seite einbindet. Wie das geht, wird hier beschrieben. G, 7.2.

Auswertung der Footballwette 2015

Der Super Bowl 50 ist zwar erst (über)morgen, die Footballwette 2015 konnte jedoch bereits ausgewertet werden. Während keiner der zehn Teilnehmer in der NFC richtig tippte, ahnten zumindest zwei Teilnehmer, dass die Denver Broncos die AFC gewinnen. Mit diesen Tipp konnten Benutzer:Maschienenbau und der Schreiber dieser Zeilen sich den gemeinsamen Sieg sichern. Da zehn Teilnehmer bei einer zum Tippzeitpunkt nicht im Free-TV übertragenen Sportart als viel angesehen werden können, wird es auch eine Footballwette 2016 geben, jedoch mit verändertem Wettsystem. Vielleicht hat sich der ein oder andere Wikipedianer durch die Fernsehübertragungen für den Sport begeistern können oder nutzt die Offseason, um sich zu informieren. Auch mit bloßem Raten kann man teilnehmen. J 6.2.

Zedler-Preis vom Vorjahr

Hinfällige Skizze?

Vom 18. September 2014 bis 9. Februar 2015 konnten Artikel, Community-Projekte und externe Projekte für den Zedler-Preis 2015 vorgeschlagen werden. Außerdem: Erstmals wird im Jahre 2015 auch ein Preis für Besonderes langjähriges Engagement vergeben (sic!). Bloß: Seit jenem Tag vor ziemlich genau einem Jahr ist nichts Wesentliches geschehen, abgesehen von einem Update gestern aus dem Team Ideenförderung, demzufolge derzeit nicht geplant sei, den Preis zu reaktivieren.

Traditionell gilt der Schreibwettbewerb als tot, nun ist es aber der Zedler-Preis, dem dieses Adjektiv gebührt. Doch was tun? Wir als Community könnten versuchen, das Projekt Zedler 2015 doch noch halbwegs würdig abzuschließen, indem wir in den drei Kategorien, wo es öffentliche Nominierungen gibt, Sieger küren. Ein Vorschlag hierzu befindet sich hier. Oder wir lassen die Zedler-Seite einem Mahnmal gleich so stehen, wie sie ist. m77, 4.2.

Persondata Challenge

Der KasparBot ist dabei, die Personendaten-Vorlagen aus der englisch­sprachigen Wikipedia zu entfernen. Das könnte uns eigentlich wurscht sein, nur werden in diesem Zuge hunderttausende von Daten mit denen in der Wikidata abgeglichen, sodass auch wir ggfs. davon profitieren (dies betrifft insbesondere Geburts- und Sterbedaten). Wer beim Abgleich mithelfen will, kann dies mit diesem Tool tun. Q, 3.2.

Aktualisierung und Ausfall des OTRS am 3.2.

Das Open Ticket Request System (OTRS), mit dem Anfragen rund um die Wikimedia-Projekte bearbeitet werden, wird am 3. Februar von voraussichtlich 9 bis 20 Uhr von der Version 3 auf die Version 5 aktualisiert. In dieser Zeit ist das gesamte System nicht erreichbar. Anfragen an das Support-Team, die Oversights, das Team Ideenförderung über communityatwikimedia.de und an andere Stellen können daher in dieser Zeit nicht beantwortet werden. Wir bitten um Geduld in diesem Zeitraum und in der darauffolgenden Zeit zwecks Umgewöhnung und Bearbeitung des Rückstandes.MR(WMDE), geändert vom Senator, 1.2.

Anmerkung: Die Oversighter können selbstverständlich auch persönlich über die Wikimail-Funktion angeschrieben werden wie unter Wikipedia:Oversight/Kontakt beschrieben. MB, 1.2.

i Info: Das Update war erfolgreich und das Support-Team ist somit wieder erreichbar. X3, 3.2.

i Info: Das Versenden von E-Mails aus dem OTRS heraus verursacht derzeit jedoch noch Probleme (siehe Ticket). MR (WMDE), 4.2.

Lila Tretikov über Knowledge Engine und Knight Foundation

Lila Tretikov hat einige Hintergründe zum Thema Knowledge Engine/„Discovery“ und dem hierzu erhaltenen Fördergeld von der Knight Foundation auf ihrer Diskussionsseite in Meta veröffentlicht. AK, 30.1.

WikiWedding: ein Stadtteil und ein Bastelbrockhaus kommen zusammen

Berlin Wedding rathausbaer 14.11.2015 14-11-21.JPG

Was passiert, wenn man eine Enzyklopädie und einen Stadtteil aufeinander loslässt? Diese Frage soll in den nächsten Monaten das Projekt WikiWedding klären. Zum einen soll es dazu dienen, Lücken in Wikipedia/Commons/Wikivoyage/Wikidata zum Berliner Stadtteil Wedding zu füllen. Zum anderen soll es Weddinger dazu animieren, nach ihrer Lust und ihren Fähigkeiten zu den Wikiprojekten beizutragen. Wer selbst mal schauen möchte, Ideen hat, oder selbst an und mit einem der ärmsten und sexiesten Berliner Stadtteile zu arbeiten, der gehe hier entlang. sp, 29.1.

Neues Kuratoriumsmitglied der Communities benannt

Wie Patricio Lorente gerade auf der Wikimedia-I Mailingliste bekannt gegeben hat, hat sich das Kuratorium (Board of Trustees) der WMF für María Sefidari als Nachfolgerin von Doc James entschieden. Die zusammengefasste zugehörige Diskussion mit dem Wahlausschuss ist hier nachzulesen. S♫, 29.01.

María Sefidari (user:Raystorm) kam bei den Wahlen durch die Communities im Jahr 2015 auf den vierten Platz und rückt daher nach.jc, 29.1.

Umfrage zur Willkommenskultur und Wikimania-Stipendien noch bis 31.1.

Die Resonanz auf die Befragung zur Willkommenskultur war so hoch, dass die Laufzeit verkürzt werden kann. Hiermit vielen Dank an alle Teilnehmer. Die Umfrage wird bis zum 31.1. 23:59 Uhr aktiv sein. Dieselbe Frist gilt auch für die Wikimania-Stipendien von Wikimedia Deutschland. Weitere Bewerbungen sind gern gesehen! VL(WMDE), 28.01.

Video über Wikipedia schreiben?

Wikimedia Nederland veranstaltet am 19. März 2016 in Utrecht einen Workshop. Die Teilnehmer lernen, wie man ein Storyboard für einen kurzen Film schreibt, der "unsere Themen" erklärt: Wikipedia, Freies Wissen, Bilder hochladen usw. Der Workshop findet auf Englisch statt. Mehr dazu erfahren? (Z., 27.01)

In memoriam Zeitgeisterfahrer

Kaum ist das neue Jahr angebrochen, schon müssen wir wieder einen großen Verlust vermelden: Zeitgeisterfahrer hat leider den langen Kampf verloren und ist viel zu jung von uns gegangen. Aus beruflichen Gründen in letzter Zeit in der Wikipedia nicht mehr allzu aktiv, wirkte er unverändert positiv im Hintergrund für Wikimedia Österreich, zuletzt als Rechnungsprüfer. An dieser Stelle mein herzliches Beileid an seine hinterbliebene Jungfamilie (zur Kondolenzliste) (arg, 27.01)

1.900.000 Artikel

Die deutschsprachige Wikipedia hat am Abend des 23. Januar 2016 mit dem Artikel Bastos (Fußballspieler) den Meilenstein von 1.900.000 Artikeln überschritten. In anderen Worten: Nur noch 100.000 bis zur zweiten Million! (Milad, 23.01)

Das kleine Kurier-Rätsel

Mehr als 100 Artikel dokumentieren einen dunklen Pfad. Welche sind das? Auflösungen bitte an die Kurier-Disk »Koenraad 23.01

dewiki nur noch viertklassig

Paghimo ni bot

Unbeachtet von der deutschsprachigen Öffentlichkeit hat sich im Laufe des 19. Januars die cebuanosprachige Wikipedia (Cebuano-Wikipedia) bezüglich Artikelzahl an der deutschsprachigen vorbeigeschmuggelt. Ein weiterer herausragender Meilenstein auf dem Weg zur Weltherrschaft des Bots. Wer braucht noch Autorinnen und Autoren aus Fleisch und Blut, wenn wir jetzt doch alles auch automatisch aus Datenbanken ziehen können? Der Kurier bleibt dran. (H., 23.01)

Beratung zur Strategie bei der WMF

Die Wikimedia Foundation hat eine Beratung über die Strategie 2016 für die WMF gestartet. Hierbei werden zu drei Schwerpunkten (Reichweite, Communities und Wissen) jeweils sechs konkrete Ansätze genannt, die von den Teilnehmern priorisiert werden sollen. Außerdem sollen auch eigene Vorschläge vorgebracht werden. S♫, 22.01.

Zwei neue Verlagskooperationen

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Mit dem Verlag des Österreichischen Gewerkschaftsbundes und dem Promedia Verlag beteiligen sich erstmals zwei österreichische Verlage an den Wikipedia-Literaturstipendien: Wikipedia:Literaturstipendium/Verlag des Österreichischen Gewerkschaftsbundes und Wikipedia:Literaturstipendium/Promedia Verlag. Das Angebot steht Benutzern aus der gesamten deutschsprachigen Wikipedia offen. Neben gedruckten Büchern bietet der Verlag des Österreichischen Gewerkschaftsbundes auch kostenlose Datenbankzugänge zu KVSystem, SARA online und Arbeitsmarktrecht online. Die Betreuung der neuen Literaturstipendien übernehmen Hubertl und Liberaler Humanist. RL (WMAT), 21.01.

Umfrage zur Willkommenskultur & Community-Workshop

Ab dem 22. Januar bis zum 4. Februar ist über einen Banner in der deutschsprachigen Wikipedia eine Befragung zugänglich, die sich an erfahrene Benutzerinnen und Benutzer richtet: Wie können neue Autorinnen und Autoren in der Wikipedia unterstützt werden? Weitere Informationen sind auf der Projektseite zu finden. Die Umfrageerkenntnisse fließen dann zusammen mit den jüngst zusammengefassten Ergebnissen aus dem Community-Dialog in den Community-Workshop (19.-21.02.) ein, zu dem jetzt die Anmeldeliste online ist. VL(WMDE), 21.01.

Misstrauensvotum gegen das neu berufene Kuratoriumsmitglied Arnnon Geshuri

Arnnon Geshuri - January 2016 by Myleen Hollero.jpg

Auf meta wurde ein Misstrauensvotum gegen das neu berufene Mitglied des Kuratoriums der Wikimediastiftung eingeleitet, nachdem der Wikimedia-Stiftungsrat zwei Wochen zu Nachfragen geschwiegen hat. Geshuri war in einer früheren Funktion als Leiter der Personalbeschaffung bei Google in einen Skandal um illegale Absprachen zwischen einigen Big-Playern im Silicon Valley eingebunden, und wurde dadurch auch gerichtsnotorisch belastet. Näheres kann auf dieser Seite bei Cullen328 (auf Englisch) nachgelesen werden. S♫, 21.01.

OWL-Bild des Jahres 2015

Jede Woche veröffentlicht das Portal:Ostwestfalen-Lippe ein Bild der Woche. Regionales steht dabei im Vordergrund. Viele Fotografen beteiligen sich, beziehungsweise werden ausgesucht, um mit ihrem Bild die Region zu illustrieren. Welches ist nun das gelungenste Bild des Jahres 2015, das im Portal veröffentlicht worden ist? Dazu haben wir den Jahreswettbewerb ausgerufen, der dieses Jahr zum dritten Mal stattfindet. Ihr könnt mitwählen und vom 20. Januar bis zum 7. Februar 2015 Eure Stimmen mit abgeben. Aeggy, 20.01.

Umfrage zu (Software-)Werkzeugen zum wissenschaftlichen Arbeiten der Uni Utrecht

Hallo, mit Innovations in scholarly communication - Changing Research Workflows[1] ist eine Umfrage der Uni Utrecht überschrieben, bei der es um eine Untersuchung des aktuellen wissenschaftlichen (Zusammen-)Arbeitens bzw. der dafür verwendeten Werkzeuge geht. Beim Ausfüllen stieß ich auf eine ganze Reihe von Werkzeugen, die ich bisher gern genutzt hätte, aber leider nicht kannte. Bestimmt auch für andere Wiki*autoren interessant finde ich die Open Access- und OER-Plattformen sowie Freie-Software-Projekte. Achja, die Wikipedia bzw. einige ihrer Schwesterprojekte kommen auch vor.

Nimm bitte auch du an dieser Umfrage teil, um die Arbeitsabläufe von uns Wikipedianern stärker bekannt zu machen.

Die Umfrage läuft zwar noch bis zum 10.02.2016, dennoch gibt es bereits erste Auswertungen[2][3].--Mr N (alias Nos2011) (Diskussion) 14:19, 17. Jan. 2016 (CET)

So macht Feiern Spaß!

Anzünden der Sprühkerzen auf der Geburtstagstorte

Beim „Tag der offenen Wikipedia-Tür“ im Wiener Museumsquartier anlässlich des 15. Wikipedia-Geburtstags nutzten zahlreiche Neulinge und leicht Fortgeschrittene die Gelegenheit, erfahrene Wikipedianerinnen und Wikipedianer zu treffen und anstehende Probleme gleich online zu lösen. Anschließend gab es Vorträge über die Lehrveranstaltung "Propaganda im 1. Weltkrieg" der Uni Wien in Zusammenarbeit mit Wikiversity (siehe Wikipedia:Wien). Zahlreiche Radio- und Zeitungsberichte hatten auf die Veranstaltung hingewiesen und zum Treffen im „Real Life“ eingeladen. Auch die abendlichen 15-Jahres-Stammtische in Österreich beschäftigten sich mit Kooperationen und Projekten für das 16. Wikipedia-Jahr. Wir sind schon gespannt auf weitere Berichte, beispielsweise aus dem Lokal K, wo gleich nach dem Feiern ab 16. Januar die Planungswerkstatt von WLM 2016 in Deutschland stattfand. Regio

Geburtstagsgeschenk an die Community

Die Guten ins Töpfchen, …

Ein ganz besonderes Geschenk hat die Wikimedia Foundation der Wiki-Community mit der Seite 15.wikipedia.org gemacht: Auf der Unterseite 15.wikipedia.org/history.html hagelt es gleich reihenweise copyright violations, indem von Wikipedia/Commons/Flickr-Beitragenden erstellte Inhalte ohne jegliche Kennzeichnung oder Verlinkung verwendet werden:

Na denn '°*Herzlichen Glückwunsch*°'! js, 17.1. (Nachtrag: Es wurde inzwischen verbessert und wird weiter diskutiert.)

Gebühren für API-Nutzung?

Auf der Wikimedia-l-Mailingliste läuft gegenwärtig eine Diskussion, ob es für die Wikimedia Foundation sinnvoll wäre, Gebühren für die Nutzung von künftigen Programmierschnittstellen zu erheben oder eine Art Premium-Zugang gegen Bezahlung einzurichten. Das Thema wurde in der Novembersitzung des Kuratoriums angesprochen, dessen Protokoll vor ein paar Tagen veröffentlicht wurde. (Meine eigene Meinung zum Thema: ein klares „Nein“ zu Premium-Diensten, die nur für die größten Unternehmen erschwinglich wären, aber ein potenzielles „Ja“ für Gebührenerhebung, solange die Gebühren proportional zur Nutzung sind, Kleinnutzer gar nichts zahlen müssen und alle – ob groß oder klein – dieselbe Servicequalität bekommen.) AK, 16.1.

Reichlich Absonderliches

Einen abwechslungsreichen Rundgang über mehr oder weniger absonderliche Artikel im Wikiversum findet sich im Feuilleton von FAZ.net. Unter Was war nochmal Floccinaucinihilipilification? trug Andrea Diener solche Artikel zusammen. Aufmerksamen Beobachtern der Löschhölle dürften viele davon bekannt vorkommen, von der Bauchnabelfussel über die Reichsflugscheibe bis hin zum Heavy-Metal-Umlaut. Also denn auf weitere 15 Jahre völle Dröhnung, Wikipedia! MaB 15.01.

Geburtstag eines Sorgenkindes

Quo vadis, Wikipedia?

Happy Birthday, Wikipedia ! 15 Jahre freies Wissen für die Welt, ein Bravourstück einer mündigen Zivil­gesellschaft in der digitalen Welt?! Oder inzwischen ein sich abzeichnender Schiffbruch mit Ansage?

Fakt ist, dass der Wissens-Dampfer mit zunehmender Schlagseite ins Nirgendwo driftet, während die Eisberge namens Paid Editing, Sockenpupperei und Vandalismus dem Rumpf immer weitere Schlitze und Löcher zufügen. Die Foundation-Apparatschiki auf der Brücke sind rat- und die WMDE-isten in Offiziersmesse und Zahlmeisterkabine mutlos, während die zunehmend frustierten Editier-Kulis in den unteren Decks und Maschinenräumen sich eifrigst mit reichlich gebunkerten Kohlebrocken bewerfen, auf dass den Neulingen der schwarze Staub in den Augen brenne.

Die dampfereigenen Statistikzahlen sprechen – bei aller gebotenen und umseitig bereits mehrmals diskutierten Vorbehalte hinsichtlich ihres Zustande­kommens und ihrer Aussage­genauigkeit – eine eindeutige Sprache: Nach den aktuellen Zahlen für die deutsch­sprachige Wikipedia gibt es nur noch etwas mehr als 900 aktive Autoren (mit mehr als 100 Edits pro Monat) und nur noch rund 5.900 gelegentlich aktive Autoren (mehr als 5 Edits/Monat). Man/frau muss schon 10 Jahre zurückgehen, um solch niedrige Benutzer­zahlen zu finden. Am gravierendsten ist aber der Rückgang an neuen Wiki­pedianern, deren Zahl auf monatlich weniger als 600 abgesackt ist. Solch niedrigen Zuwachs gab es zuletzt im Sommer 2004 – Wikipedia blutet aus ...
Unruhige Zeiten, stürmische See. Happy Birthday, Sorgenkind! Happy Birthday, Wikipedia! Jo., 15.01.

Allmorgendliche Entscheidungen

Mal etwas persönliches und vollkommen abseits von der großen Wikipedia-Politik und einfach mal nur so aus dem Autorenkästchen: Geht es euch eigentlich auch so, dass ihr jeden Morgen auf's Neue vor dem Bildschirm hockt und überlegt, was euer heutiger Beitrag zum Weltwissen sein sollte? Dass ihr jeden Morgen neu überlegt, welche Baustelle gerade passend ist für die verfügbare Zeit, vertretbar für den Müdigkeitsgrad und dann auch noch wichtig genug, diese Zeit zu gebrauchen? Hier mal ein paar Gedanken von mir und ein kleiner Einblick in meinen Autorenalltag (für alle, die es nicht wissen wollen: Ignorieren!)

Also vorab: Ich spende eine Menge meiner freien Zeit für die Wikipedia – eigentlich einen Großteil dessen, was neben Arbeit und Familie an Freizeit existiert. Der kontinuierlichste Teil ist dabei jedoch mein alltägliches Morgenritual vor dem Weg zu Kindergarten und Arbeitsplatz. Jeden Morgen stehe ich gegen 6:30 Uhr auf, mache mir meinen Kaffee und helfe den Kids ein wenig beim Loskommen zur Schule und zum Kindergarten – und starte meinen Rechner. Jeden Morgen weiß ich auch, dass ich um 8:30 Uhr das Haus verlassen muss und nach Abzug von Dusche etc. bleibt mir entsprechend ein Zeitfenster von etwa einer Stunde. Und damit beginnt der Morgentrott. Am einfachsten ist es, wenn ich gerade in einem Fließband bin – Hörnchenartikel mit fester Vorlage und kaum Abweichungen sind da wunderbar und ein solcher Artikel lässt sich in der Regel auch gut in der Stunde schreiben – trotzdem überlege ich jeden Morgen, was ich jetzt eigentlich starte, ob das auch wirklich eine gute Idee ist, oder ob es nicht doch irgendetwas wichtigeres oder besseres gibt. Man könnte etwa die aufgelaufenen Neu-Artikel im Bioportal lesen und korrigieren (etwa 20 Minuten pro Normalartikel), man könnte an der aktuellen Großbaustelle weiterwerkeln, man könnte einfach mal so von Artikel zu Artikel springen und Kleinkram erledigen (etwa ein Kladogramm einbauen oder wie heute ein paar Ausgaben der Mammalian Species in die Artikel integrieren) oder man könnte sich die morgendlichen VMs antun, Löschdiskussionen scrollen, ein Review schreiben, einen Kandidaten beurteilen… meistens bleibt es jedoch beim Hörnchen mit Kaffe. Nur heute, da gibt es keines – heute gibt es einen frühen Morgengedanken im Kurier. In diesem Sinne wünsche ich euch allen einen schönen Tag, macht was draus. AR, 13.1.16

Die Torte gibt’s schon vor dem Jubiläum

Bis zum 15. Geburtstag von Wikipedia dauert zwar noch etwas, die Torte wurde aber bereits geliefert. Dank dem Effort von Benutzer:Mps können nun auch Tortendiagramme mit Bordmitteln erstellt – und bei Bedarf entsprechend einfach aktualisiert – werden.

Der Quelltext ist benutzerfreundlich: {{Graph:Chart|width=100|height=100|type=pie|x=Schwarzwäldertorte,Linzer Torte,Bündner Nusstorte,Sachertorte,Friesentorte|y1=30,25,20,15,10}}. L., 8.1.16

Globale Benutzerseite: Meta überall

Mittlerweile gibt es (der Kurier berichtete vom Test) die global user page in der Wikimedia-Welt. Hat jemand zum Beispiel in der Wikipedia auf Dänisch, in Wikinews oder im Wikimania2016-Wiki keine Benutzerseite angelegt? Dann wird der Inhalt der Meta-Wiki-Benutzerseite automatisch dort angezeigt. Näheres dazu (und wie man es abschaltet) steht hier. Z., 7.1.16

Oder besser hier. PC, 8.1.16

Wikimania-Stipendien von WMDE bis 31.1.

In diesem Jahr im Juni findet in Esino Lario, Italien, die jährliche internationale Hauptkonferenz für Interessierte an den Wikimedia-Projekten der Wikimania statt. Wie im vorherigen Kurierbeitrag angekündigt stellt Wikimedia Deutschland dafür 30 Stipendien für Community-Mitglieder mit Wohnsitz Deutschland zur Verfügung. Diese werden von einer Jury vergeben, die sich aus der Bewerbendenlage wie folgt zusammensetzt: Braveheart, Denis Barthel und Rogi.Official vertreten die deutschsprachige Community. Mit dem Südafrikaner David Richfield (Slashme) wird ein langjähriges Mitglied der internationalen Stipendienjury am Auswahlprozess beteiligt sein, das zudem sehr gut Deutsch versteht. Schließlich konnte mit Tim Moritz Hector (Bücherwürmlein) nicht nur der Vorsitzende des Präsidiums von Wikimedia Deutschland, sondern auch ein weiteres langjähriges Community-Mitglied für die Jury gewonnen werden.

Ab sofort können damit bis 31. Januar 2016 alle Personen, die ein Stipendium bei Wikimedia Deutschland beantragen möchten, an communityatwikimedia.de ihre Bewerbungen in deutscher Sprache richten. Dafür steht ein Dokument (ODT) zur Verfügung, das datenschonend nur die wichtigsten Informationen für die Beurteilung durch die Jury erfragt. Die Bewertungskriterien sind gleich gewichtet: die Aktivität rund um die Wikimedia-Projekte, die Überlegungen für die inhaltliche Bereicherung der Wikimania beispielsweise beim „Berglokal“ sowie die Qualität der Weitergabe von Wissen und Erfahrungen an andere Community-Mitglieder. Für die internationalen Stipendien, auch für Benutzerinnen und Benutzer aus Österreich und der Schweiz, gilt weiterhin die Frist des 9. Januars/Jänners. Bei allen Fragen zum Stipendium von Wikimedia Deutschland stehe ich natürlich jederzeit zur Verfügung. MR(WMDE), 7.1.

Deadlines Neue Deadlines für Wikimania 2016

Wikimania.svg
Am 3.1. habe ich zwei Vorträge für die Wikimania 2016 eingereicht. Sie erhielten die Nummern 18 und 19. Eine Nachfrage beim Orga-Team ergab, dass tatsächlich viel zu wenige Einreichungen vorliegen. Das kann daran liegen, dass 1. der Abgabetermin im Vergleich zu den Vorjahren ungewöhnlich früh liegt, 2. wegen eines Blind-Peer-Reviews andere Einreichungen nicht einsehbar sind oder 3. weil es ein Limit für Mitarbeiter der Wikimedia Foundation (Non-WMF quota) gibt. Der Abgabetermin wurde gerade vom 7. auf den 15. 17.1. verschoben. Bitte beteiligt Euch an der Wikimania und reicht Vorträge ein.

Zur Stipendienvergabe seitens Wikimedia Deutschland soll es demnächst nähere Informationen geben. In Deutschland Wohnende haben zwar die Möglichkeit, sich bis zum 9.1. bei der Foundation um die wenigen Stipendien in Europa zu bewerben — die von Wikimedia Deutschland organisierten Stipendien sollten aber ausreichen. swa 4.1.

Neues Jahr, neue Spielrunden

Mit dem Jahreswechsel haben auch wieder zwei traditionelle Wettbewerbe begonnen. Zum einen ist da der auf das gesamte Jahr hin angelegte WikiCup 2016, dessen erste Runde bis Ende März läuft und an dem man auch bis dahin einsteigen kann. Hier werden Neuanlagen wie Ausbauten von Artikeln ebenso gewertet wie die sinnvolle Verwendung von Bildern. Der zweite Wettbewerb ist der ebenfalls mit dem Jahreswechsel begonnene Oscar-Marathon. Hier werden Artikel zu allen noch nicht in der deutschsprachigen Wikipedia vorhandenen Oscar-nominierten Filmen, Personen, Institutionen und Liedern geschrieben. Die ersten 13 Verleihungen zwischen 1929 und 1941 sind schon komplett vorhanden. Andere Jahrgänge, angefangen bei 1942, über 1947, 1951 und 1958, sind ebenso wie etwa 2001, 2004, 2006, 2007 oder 2014 schon sehr weit fortgeschritten und könnten mit vereinter Arbeit sicher abgeschlossen werden. Der Wettbewerb geht bis zur Nacht der Oscar-Verleihung 2016 am 28. Februar. Die Nominierungen für 2016 werden am 14. Januar bekanntgegeben. Wer gerne aktuell arbeitet, kann sich auch dieser dann noch fehlenden Artikel annehmen und am Ende womöglich einen Artikel zu einem frischen Oscar-Preisträger geschrieben haben. Wer noch Themen sucht, zu denen er/sie schreiben kann, sei etwa auf das Projekt Vollständigkeit, die Fehlenden Artikel, Gewünschte Seiten oder Artikelwünsche verwiesen. MC 3. Jan.

James Heilman gibt Stellungnahme ab

Doc James (links) 2015 in Mexico City

Der vor kurzem aus dem Board entlassene Trustee en:User:Doc James hat eine kurze Stellungnahme veröffentlicht. Demnach seien die Vorwürfe gegen ihn gewesen: Versprechungen gegenüber Angestellten der WMF sowie die Weitergabe von Interna aus dem Board. Doc James bestreitet diese Vorwürfe. "Ich habe mich allerdings für mehr Transparenz sowohl innerhalb der WMF, als auch für die Communities, eingesetzt. Ich habe mich informiert, indem ich Probleme mit verläßlichen Mitarbeitern und Community-Mitgliedern diskutiert habe, und unabhängige Beurteilungen verwendet." Board und Executive der WMF hüllen sich weiterhin in Schweigen.M., 2.1.

Prosit Neujahr 2016

Während sicherlich viele Wikipedianer das neue Jahr mit Feuerwerk, Sekt, Bleigießen und Dinner-for-One-Gucken begrüßten, gab es auch in diesem Jahr einige Unentwegte, deren Aufmerksamkeit selbst in der Neujahrsnacht unserer Lieblingsenzyklopädie galt. Und so erschien in wortwörtlich allerletzter Minute auch der letzte Wikipediaartikel des Jahres 2015: Um 23:59 Uhr stellte Geolina163 den Artikel Rewweln ein, der passenderweise einen Neujahrsbrauch aus dem Wittgensteiner Land behandelt. Gleich drei Artikel kandidierten um 00:00 Uhr für den Titel des ersten Artikels 2016 – das Rennen machte schließlich PaulT mit seinem Artikel über den Zoologen, Genetiker und Politiker Hans-Albrecht Freye. Für PaulT war dies übrigens ein ganz persönlicher Erfolg, hat er doch laut Aussage auf der Diskussionsseite „schon 2013 und 2014 probiert“, den offiziellen Neujahrsartikel zu verfassen. Auf Platz zwei landete Adventures of Captain Marvel von Wikiolo; und auch Geolina163 legte mit Neujahrsschreien gleich in der ersten Minute des Jahres noch einen weiteren Neujahrsbrauchtums-Artikel nach. In diesem Sinne: Gratulation an die „Gewinner“ des Neujahrsrennens, und natürlich allen Wikipedianern alles Gute für 2016 und auch weiterhin viel Spaß und Motivation für unsere gemeinsame enzyklopädische Arbeit! slg, 1.1.

Ergänzung: Mit dem Anbruch des Neujahrstages endete auch die Wikipedia:Wette für 2015. Herzlichen Glückwunsch an Benutzer:Schwalbe! Dieses Jahr unter Wikipedia:Wette für 2016 gibt es eine extra Tipp, wann der 2.000.000. Artikel eingestellt wird. Tipps können noch bis zum 29. Februar 2016 abgegeben werden. Sae 3.1.

  1. Innovations in Scholarly Communication. In: Innovations in Scholarly Communication. Abgerufen am 17. Januar 2016 (amerikanisches englisch).
  2. About. In: Innovations in Scholarly Communication. Abgerufen am 17. Januar 2016 (amerikanisches englisch).
  3. Press & presentations. In: Innovations in Scholarly Communication. Abgerufen am 17. Januar 2016 (amerikanisches englisch).