Wikipedia:Kurier

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Angemessene Worte

Workshop Kommunikation, Berlin 2018

Angemessene Worte, so wird Sokrates gelegentlich zitiert, seien ein Zauber, der die Seelen heile. In Berlin wurden am Sonnabend, den 17. November 2018, die Mechaniken solchen Wortezauberns ausgebreitet in einem eintägigen Training im Umgang mit Konflikten. Im Auftrag von Wikimedia Deutschland führte Nils Jonas von der Agentur Zebralog uns interessierte Elf ein ins Zauberbuch der Grundlagen von Kommunikation, dabei die unterdessen bereits klassischen Modelle von Sender und Empfänger und deren vier Ohren. Weiterhin lernten wir die besondere Rolle der Medien für unsere alltäglichen Verständigungsprozesse kennen und erfuhren die dort lauernden Fallen. Ein Abriss der Philosophietradition ließ uns die Bedeutung von Logik und Argumentieren nachvollziehen und lenkte unsere Aufmerksamkeit auf die Möglichkeiten sowie die Erfordernisse gewaltfreien Kommunizierens. Nils Jonas’ kompetente Darstellungen der einzelnen Themen wurden jeweils ergänzt durch praktische Übungen, aber auch Nachfragen sowie Preisgaben einzelner persönlicher Fälle unsererseits fanden in lebhaften Diskursen verständnisvolles Gehör.

Besonders bedankt sei Christine Domgörgen, die die Veranstaltung sowie unsere Unterkunft und Versorgung professionell und umsichtig organisiert hatte, ganz prima! Einzelheiten des Workshop-Programms werden hier allerdings nicht verraten, denn in Frankfurt a. M. findet am kommenden Wochenende, und zwar am 24. November 2018, eine weitere Ausgabe der Veranstaltung statt, der ich nicht vorgreifen will. Die Workshops sind Pilotprojekte zur Verbesserung unseres verbalen Austauschs in der Wikipedia, initiiert vom Schiedsgericht und bekräftigt in einer Podiumsdiskussion zu den Umgangsformen in der Community auf der WikiCon 2018 in St. Gallen. Feli, 18.11.18

Zurück in die Barriereunfreiheit

Kommentar: Grundsätzlich finde ich es ja begrüßenswert, wenn es hier Personen gibt, die Dinge zur Vereinfachung und Nutzbarkeit standardisieren. Schon lange gibt es MitarbeiterInnen, die das beispielsweise bei Literaturangaben und in den meisten Fällen auch in sehr hilfreicher Weise machen. Verwiesen wird dabei immer wieder auf „Richtlinien“ wie Wikipedia:Zitierregeln. Auf der Grundlage dieser nie durch ein Meinungsbild legitimierten Empfehlungen werden selbst Dinge wie „Herausgeber“ in „Hrsg.“ oder „Band“ in „Bd.“ zurückgeändert. Weiter oben am Rand der Seite ist eine Box mit diesen Richtlinien. Noch weit vor den „Zitierregeln“ steht dort die Wikipedia:Barrierefreiheit; die scheint aber weniger zu zählen.

Denn es ist so, daß Abkürzungen und Sigeln eben gerade nicht der Barrierefreiheit dienen. Es gibt Menschen, die nicht dümmer sind als der Schnitt, die aber aus verschiedenen Gründen ein Problem damit haben, solche kryptischen Dinge aufzulösen. Auch dann, wenn es für einen Großteil der Menschen so leicht erscheint. Warum also werden Dinge in diesem Projekt verschlimmbessert? Warum gelten die einen Regeln mehr als die anderen?

Aber das Problem sitzt ja noch tiefer. „z. B.“, „sog.“, „usw.“ (fortsetzbare Aufzählung). Standardisierte Abkürzungen in der Wikipedia erfüllen genau welchen Zweck? Wikipedia ist kein Druckwerk. Warum soll man hier also Platz sparen? Und warum sollte ein „z. B.“ mit geschützten Leerzeichen („z.B.“) eigentlich Platz sparen? Zumal in fast allen Fällen ein ausgeschriebenes „beispielsweise“ besser klingt und eleganter ist. Warum schließen wir aus wirklich nichtigen Gründen Leser aus oder zumindest behindern wir deren Wikipedia-Nutzung, obwohl es wirklich überhaupt kein Problem ist, Dinge auszuschreiben? Selbst bei Artikeln monografischer Größe wäre das eine Mehrzeit von sicher nicht mehr als einer Minute, die da anfallen würde. Aber die Nutzbarkeit wäre umso viel mehr.

Aber ich kenne meine Wikipedia. Den Meisten ist so etwas egal. Und wenn ich das vorschlage, stellen sich bei Einigen schon automatisch die Scheuklappen auf. Also erwarte ich hier keine echte Entwicklung. Ich wäre schon dankbar, wenn aufgehört würde, ausgeschriebene Worte zurück zu Abkürzungen zu ändern. Zum Wohle der Leser, die davon profitieren würde. Und aus der Erkenntnis heraus, dass wir eben nicht ein klassisches Druckwerk sind, sondern etwas Anderes. Etwas Neues und Eigenes. Und dass Regeln keinen Selbstzweck haben, sondern immer einen Sinn haben sollten und dem Projekt und seinen Nutzern dienen sollten. MC, 17.11.18

Problem gelöst, neues Problem geschaffen

Unnötige Sisyphos-Arbeit ist der deutschsprachigen Wikipedia die liebste Arbeit

Zugegeben: Nicht alle Wikipedia-Probleme werden intern verursacht. Es gibt auch Widrigkeiten von außen. Etwa: sich ändernde, nicht mehr erreichbare oder sonstwie tote Weblinks. Bemerkenswert ist allerdings, wie die Community des deutschsprachigen Projektablegers reagiert, wenn die Bezaubernde Jeannie des freien Wissens tatsächlich mal mit den Augen zwinkert – oder besser: zwinkern will. Im konkreten Fall heißt die Problemlösung Wayback Machine. Der Betreiber, das Internet Archive, arbeitet auf gemeinnütziger Basis. Hinzu kommt, das die Archive-Betreiber mit denen der Internetenzyklopädie Wikipedia eng kooperieren. Die Kooperation ist derart eingespielt, dass das Archive verlinkte Webseiten – etwa in den allseits präsenten und projektseitig als unabkömmlich deklarierten Einzelnachweisen – automatisch archiviert. Sozusagen vorsorglich, für alle Fälle.

Frage: Sollte man diese Bezaubernde Jeannie anheuern? Oder lieber nicht? Grundsatzfrage dabei: Wie soll(te) die Ersetzung toter, nicht mehr funktionierender URLs mit den URLs archivierter Versionen vonstatten gehen? Manuell, nach älter Väter Sitte – via Bot-Meldung auf x-hunderttausend betroffener Artikeldisks? Oder via automatisiertem URL-Austausch – ebenfalls via Bot? Wie in Wikipedia üblich, mußte der Bot-Einsatz – also der automatisierte Austausch eines kaputten Nachweis-Links durch einen archivierten funktionierenden – zuerst genehmigt werden. Das dazugehörige Meinungsbild, welches – nach einem Kurier-Vorlauf zur Problemlage – im Oktober letzten Jahres stattfand, ist ein Paradebeispiel dafür, wie die Community von de:WP es schafft, sich selbst bei besten Ausgangsvoraussetzungen, mit Verlaub, ins Knie zu ficken. Der Vorschlag, Bots für das Ausbessern von Links zuzulassen, fand zwar die erforderliche Zweidrittelmehrheit. Allerdings hatten die Initiatoren des MBs – unter dem bedeutsamen Pünktlein „Nicht erlaubt“ – selbst einen „Disclaimer“ eingebaut, der dafür sorgt, dass im Wesentlichen alles beim Alten bleibt. Frei nach dem Motto: Ein bißchen Handarbeit muß schon sein.

Im Grunde fand also eine Abstimmung zwischen zwei gleichermaßen unzulänglichen Lösungen statt. Einerseits ermöglicht die durchgewunkene Lösung zwar den automatischen Austausch von „Schrottlinks“ (wo möglich) durch (funktionierende) Archiv-Links. Zusätzlich jedoch werden betroffene Artikel durch Baustein-Hinweise verhunzt. Bei den Lesern und Leserinnen lösen diese (im besten Fall) Irritation aus. Wikipediaseitig sorgen sie für das Projektallerwichtigste: dass der offenbar unentbehrliche Grundstock an Sinnlos-Arbeit nicht ausgeht. Zunächst einmal nämlich ist es nicht ganz einfach, den Baustein-Code in betroffenen Artikeln aufzulösen. Etwas virtuelle Schnitzeljagd nach dem offerierten Manual muß schon sein. Der Dringlichkeit dieser manuellen Handreichung entsprechend, findet man sie auf einer Userseite des austauschenden Bots, also im Usernamensraum. (Lob an der Stelle muß auch mal sein: Hat man das Manual erst mal glücklich gefunden, ist die Entfernung der irritierenden Info-Hinweise nicht mal so schwer.)

Fazit: Die de:Wiki-Community hat sich einen Riesen-Wust sinnloser (und darüber hinaus unnötiger) Handarbeit erfolgreich erhalten. Man sollte zum Schluss vielleicht auf die Diskussionsseite des erwähnten Meinungsbilds verlinken. Neben grundsätzlichen Bedenken gegen den Einsatz von Bots finden sich hier zahlreiche weitere Bedenken – von Webseiten, die mit Absicht „deep“ gehen (sprich: die verfügbaren Informationen mit Bedacht nicht mehr vorrätig halten wollen) bis hin zum Anziehen der Rechtsschraube, die für die Zukunft nicht ausgeschlossen werden kann. Sicher – nicht auszuschließen, dass sich die Möglichkeit, auf Weblinks zurückgreifen zu können, in der Zukunft noch nachhaltiger ändert als bislang. Möglich, dass sich die Gesetzeslage ändert; möglich, dass drei Viertel des Webs hinter Paywalls verschwinden; ebenfalls nicht auszuschließen ist, dass Archivmaschinen wie Wayback & Co. irgendwann verboten werden. Da die Bedenken der deutschen Community ebenso gen unendlich tendieren wie die Selbstüberschätzung bezüglich der Projektbelastbarkeit, wäre es doch vielleicht ein konsequenter Schritt, für sagen wir 2020 den Komplett-Neuanfang zu deklarieren und die Lexikon-Sandburg mit Artikel #1 neu aufzubauen – vielleicht Nordsee? rz, 16. November 2018

Technische Wünsche: Spezialisierte Suche für alle

Die Suche nach der Nadel im Heuhaufen …
… wird leichter mit der Erweiterten Suche!

Im November 2017 haben wir an dieser Stelle über die Beta-Funktion „Erweiterte Suchoberfläche“ berichtet, die im Projekt Technische Wünsche entstand. Seit heute ist die Funktion hierzuwiki sowie in weiteren ersten Wikipedien standardmäßig aktiviert: Das heißt, allen Leuten, ob angemeldet oder nicht, steht jetzt auf Spezial:Suche ein zusätzliches Suchformular zur Verfügung.

Das Formular ermöglicht es, auch ohne Kenntnis von Schlüsselwörtern und Co. differenzierte Suchen durchzuführen, indem es die bereits vorhandenen Möglichkeiten der Suche besser sichtbar macht. So kann man jetzt einfacher Seiten finden, die bestimmte Vorlagen enthalten (hastemplate), Seiten mit einem bestimmten Stichwort im Seitentitel (intitle) und einiges mehr. Auch die Auswahl der Namensräume, in denen gesucht werden soll, wurde umgestaltet. Unter anderem kann man nun mit einem Klick mehrere Namensräume gebündelt auswählen, beispielsweise wenn man in allen Diskussionsnamensräumen suchen möchte. Ausführlichere Informationen zur Funktion gibt es auf der Projektseite.

Die Idee für die Funktion entstand 2016 in Workshops mit Autorinnen und Autoren. Es folgten verschiedene Prototypen, mehrere Feedbackrunden und schließlich die Beta-Funktion, welche in dieser Wikipedia zuletzt über 3.000 Leute aktiviert hatten, und über alle Wikis hinweg mehr als 31.000 Leute. Während der Beta-Phase wurden Fehler behoben, die Auswahl der Namensräume überarbeitet und es wurden weitere Suchoptionen ergänzt. Ein großes Danke an alle, die die Funktion verwendet und ihre Rückmeldungen mit dem Projektteam geteilt haben!

Bei der Entwicklung wurde das Team Technische Wünsche vom Suche-Team der WMF unterstützt, das einige Anpassungen am Backend vorgenommen hat, u. a. die Implementierung eines neuen Suchworts für die Kategoriensuche. Das Entwicklerteam hofft, dass die neue Funktion dabei hilft, in den gut 6 Mio. Seiten dieser Wikipedia noch besser fündig zu werden. Feedback ist wie immer auf der Diskussionsseite des Wunsches gern gesehen. -- js (wmde), 15.11.

PS: Wer über Statusänderungen bei den Technische Wünschen informiert werden will oder Lust hat, sich einzubringen, wenn Funktionen entwickelt werden, ist eingeladen, sich auf dem Newsletter „Technische Wünsche“ einzutragen.

Multimedial in Salzburg

Salzburger Orgellandschaft, Orgel in der Landschaft, das eine drinnen, draußen das andere. Passt perfekt für das WikiAlpenforum/WAF, das in seiner Programmatik Natur und Kultur als Generalthemen hat. Dieses Mal, beim +WAFtreff vom 1. bis zum 4. November, stand die Kultur im Vordergrund, Kultur im und rund um den Salzburger Dom. Die fürstbischöfliche Residenzstadt präsentierte sich uns von ihrer virtuosesten und zugleich charmantesten Seite. Eingefunden hatten sich 22 Wikipedianerinnen und Wikipedianer aus den WAF-Mitgliedsländern Österreich, Italien, Schweiz und Deutschland. Für unseren Freund Roman, der den +WAFtreff organisierte, war es ein Heimspiel: Er ist daheim in Salzburg und im Salzburger Land, hat in Salzburg studiert und ist fest verwachsen mit der Salzburger Geschichte und Kulturszene und konnte uns so Begegnungen mit Menschen und Einrichtungen, die diese Kulturszene verkörpern, vermitteln.

Beschaulich und arbeitsreich

Wir hatten uns viel vorgenommen, ein Programm mit mehr als einem halben Dutzend inhaltlichen Schwerpunkten quer durch die Salzburger Innenstadt, mit WP-Themenbörse und Gelegenheiten zur gemeinsamen Artikelarbeit. Wir verbrachten viel Zeit mit den Freunden vom Salzburgwiki, und an drei Abenden suchten wir schöne Salzburger Lokalitäten heim. Einquartiert waren wir inmitten des Geschehens, im Gästehaus des Salzburger Priesterseminars, unmittelbar neben der Dreifaltigkeitskirche. Gut, dass wir, zumindest einige von uns, schon am Donnerstag für die letzten Vorbereitungen anreisten. Die vier Tage stand uns das Konferenzzentrum im Priesterhaus zur Verfügung, vorsorglich mit den Zimmern gebucht von WMAT, – danke Raimund!

Was alles geschah an den vier Tagen in Salzburg hat der Kollege Tokl in seinem ausführlichen Report für WMAT in einer Art Tagebuch dokumentiert. Hier nun ein paar eher subjektive Anmerkungen:

WAF-Themenbörse

Gleich zu Beginn nahmen wir uns konkrete Themen vor, schließlich stand der Ausflug in die Salzburger Orgellandsschaft schon lange auf unserer WAF-Agenda, genau genommen seit dem 29. Jänner 2016, als die Idee zum Projekt WikiAlpenforum am Wikipedia-Stammtisch im Salzburger Gablerbräu aufkam. Etliche Themen, neue und zu bearbeitende, hatten wir im Vorfeld ins Visier genommen, und auf unserer Dokumentationsseite aufgelistet, Personenartikel ebenso wie die Themen zu Orgeln und zur Musikgeschichte in Salzburg.

Das Besondere diesmal: Auf dem Tisch im Seminarraum lag eine Menge Literatur zu den vorbereiteten Themen, – danke Roman! Wir schmökerten in den Büchern, nahmen sie mit aufs Zimmer, und wer wollte, konnte sich vorbereiten auf das große Orgelevent im Salzburger Dom.

Orgelspiel und Orgelwissen

Was Orgeln anbelangt und Orgelkonzerte habe ich schon viel erlebt. Aber das, was wir bei diesem Treffen geboten bekamen, war für mich die wohl beeindruckendste Präsentation von Orgelspiel, Orgelwissen und Kirchenmusikgeschichte, die ich je in so kompakter Form erlebt habe. Vortragende waren Koryphäen ihres Fachs, der Musikwissenschaftler Gerhard Walterskirchen, der Domorganist Heribert Metzger zusammen mit der Organistin Yeonju Sarah Kim. Höhepunkt für mich war das alternatime Orgelspiel, eine historische Aufführungsform liturgischer Musik, das es sonst nirgends gibt, – und spannend auch die Darbietung kurzer Sentenzen aus Mozarts Zauberflöte an zwei Orgeln, (Christian Gottlob Neefe (1748–1798): Petite pièce, tirée de l'operette „Die Zauberfloete“ de Mr. MOZART)

Durchzogen war unser Salzburgevent von herrlicher Musik, von Menschen, die Musik komponierten und komponieren, von Menschen, die musizieren und Musik lehren. Ihnen galt zuvörderst unsere Aufmerksamkeit an den vier Tagen:

Begegnungen

Insgesamt begegneten wir acht Menschen aus Salzburg, über die es bereits einen Eintrag in Wikipedia gibt bzw. wir uns vorgenommen haben, über sie einen Artikel zu verfassen. Gleich zu Beginn trafen wir im Mozarteum den aus St. Louis Missouri stammenden Klavierprofessor Stan Ford, und hatten viel Spaß mit ihm. Am Freitag dann gab sich Johannes Honsig-Erlenburg, Präsident der Stiftung Mozarteum die Ehre, auf Mozarts Original-Hammerklavier im Mozarthaus ausgewählte Mozartstücke zu spielen. Welche Holzarten Hammerklavier und Cembalo den richtigen Ton verleihen, erläuterte uns der großartige Musiker und Instrumentenexperte Wolfgang Brunner. Von der Organistin Sarah Kim war XanonymusX so begeistert, dass er gleich einen Artikel über sie anlegte, das Foto von ihr steuerte Wikiolo bei.

Alle, denen wir in Salzburg begegneten, hatten einen engen Bezug zum Mozarteum, dem großen Salzburger Kulturdreiklang von Mozartstiftung, Musikhochschule und Mozartorchester.

Im Mozarteum

Eine Musikhochschule vom Feinsten ist die Universität Mozarteum, da können wir Münchner mit unserer Musikhochschule nicht mithalten. Am Besuch des Mozarteums führt in Salzburg kein Weg vorbei; wir genossen es, durch die Gänge zu streifen, hie und da hängen zu bleiben, und hatten Spaß an der locker-kreativen Atmosphäre in dem Haus.

Ein paar Häuser weiter, ganz unten im Keller von Mozarts Wohnhaus, dem sog. Tanzmeisterhaus, fand für mich historisch gesehen der Höhepunkt unseres Salzburgtreffens statt, die Präsentation der persönlichen Korrespondenz von Mozart und von ihm nahestehenden Personen.

Mozart privatissime

Mit der Autorenangabe „Mozart, Wolfgang Amadé (1756-1791)“ sind die meisten Schriftstücke in der Bibliotheca Mozartiana gekennzeichnet. Der tresorartig abgeschirmte Raum, der für Publikum nicht zugänglich ist, beherbergt zahlreiche Briefe und sonstige handschriftliche Dokumente von Mozart, seiner Familie und von ihm nahestehenden Menschen. Eine gute Stunde lang vertieften wir uns, geführt von Armin Brinzing, dem Leiter der „Bibliotheca Mozartiana“, in das facettenreiche Leben Mozarts und seiner Zeitgenossen.

Am Ende des Briefes an seinen „Mon trés cher Pére!“ schreibt Mozart: „… ich küsse ihnen die hände 1000mal, und meine liebe schwester umarme ich vom herzen und bin Ewig dero“.

Unser Besuch in der Mozartschen Handschriftensammlung stand auch im Fokus der Berichterstattung der Medien über das WAF-Jubiläumstreffen in Salzburg.

Multimediale Medienresonanz

Wir hatten nochmal großes Glück, die Medien fanden unser Treffen und unser Programm spannend und berichteten ausführlich darüber. Der ORF berichtete in seinem Fernseh- und in seinem Radioprogramm über unser Treffen, insbesondere über die Orgelvorführungen im Dom. Ausgestrahlt wurden die Beiträge in „Salzburg Heute“ im ORF 2 und „Guten Morgen Salzburg“ im Radio Salzburg. Ganzseitig widmeten sich die Salzburger Nachrichten und die Kronen Zeitung in Wort und Bild unserem Treffen, und vermittelten dabei etliches an Basisinformation über Wikipedia, hier verlinkt auf unserer WAF-Dokuseite. Unser Kollege Peter Krackowizer vom Salzburgwiki veröffentlichte einen ausführlichen Bericht. Danke Peter!

Beinahe hätte ich unser letztes großes Highlight am Sonntagvormittag vergessen, die Vorstellung des Claviorganums, einer Kombination aus Spinett, Regal und Flöte 4′ (einem Orgel-Register), aus dem Jahre 1591 im DomQuartier durch den Leiter des Musikarchivs St. Peter Petrus Eder OSB – danke Pater Petrus!

Wir kommen wieder!

Ja, wir hatten alle miteinander immensen Spaß in Salzburg, und wir haben gut zusammengearbeitet. Zu zweit und zu dritt wurde an einzelnen Artikeln geschrieben, Flo Sorg, Regiomontanus und Wikiolo bebilderten fleißig. Flo Sorg machte zusammen mit einem Neu-Autor Audio-Aufnahmen für die Orgel- und Organistenartikel, multimedial in jeder Hinsicht.

Danke an alle für dieses WikiAlpenforum-Treffen par excellence. Für mich, der ich mithelfen durfte beim Entstehen und Wachsen des die Alpenländer umspannenden Projekts WikiAlpenforums, endet mit diesem Salzburger Event ein schönes und spannendes Kapitel des über die Artikelarbeit hinausgehenden Engagements in Wikipedia. Pi 8.11.

GLAMTLV2018

Der Veranstaltungsort, die Cinematheque Tel Aviv

Alle zwei Jahre findet mit der GLAMWiki Conference an einem jeweils anderen Ort auf der Welt das große Treffen der GLAM (Galleries, Libraries, Archives & Museums)-Aktivisten der Wikimedia-Welt statt. Dieses Jahr war es vom 3. bis 5. November in Tel Aviv-Jaffa. Teilgenommen haben GLAM-Aktivisten aus mehr als 30 Ländern. Die GLAMTLV2018 stand unter zwei großen Zeichen. Zum einen war Wikidata eines der beherrschenden Themen. Zum anderen wurde das L (für Libraries, Bibliotheken) weitaus mehr in den Mittelpunkt gerückt als üblich. Sehr oft wurden auch beide Themen inhaltlich verbunden. Daneben standen auch Wikisource, dessen Wert und Bedeutung immer wieder hervorgehoben und gelobt wurde, und vor allem in Hinblick auf die sich anbahnenden Veränderungen durch Structured Commons auch Wikimedia Commons im Fokus. Wikipedia selbst war nur eines von mehreren Projekten und anders als üblich nicht das beherrschende Thema.

Da es immer gleichzeitig drei Veranstaltungen in der Cinematheque, einem bedeutenden Kino der Stadt, gab, wobei eines zumeist ein Workshop zu verschiedenen Themen war, konnte ich bei weitem nicht an allen Veranstaltungen teilnehmen. Ähnlich wie beim Programm der letzten Wikimanias konnte ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass viele Vortragende ihre Beiträge erst kurzfristig verfasst hatten, die dann nicht immer mit dem Titel in Gänze zu tun hatten. Auch das dürfte einer der Gründe sein, warum sich viele Inhalte merklich wiederholten. Ebenso war einmal mehr erkennbar, dass der Anteil der hauptamtlich beschäftigten recht hoch war. Anders als bei Wikimanias ist das bei GLAM-Treffen aber nicht von so großer Bedeutung, weil auch diese Personen oft direkt an der Schaffung Freien Wissens beteiligt sind und doch bodenständiger und in das „Movement“ integriert sind als in vielen anderen Bereichen. Nichtsdestotrotz hätte ich mir vor allem aus den Gegenden, die schon starke Chapter haben, auch eine größere Beteiligung der Community gewünscht. Bei Anträgen auf Stipendien, die im Frühjahr für den Spätherbst gestellt werden müssen, ist das allerdings wohl eher illusorisch.

Blick in den Pausenbereich

Trotz der angesprochenen Mängel bei einzelnen Beiträgen war das Programm recht vielseitig, reichte vom großen strategischen Überblick bis hin zu Best-Practice-Vorstellungen. Es wurden Zusammenarbeiten mit Museen, Bibliotheken und Archiven ebenso vorgestellt, wie die Nutzbarmachung all der gewonnenen Daten und Fakten auf unseren Projekten und hier – wie schon angesprochen – insbesondere auf und durch Wikidata. Exemplarisch sei hier einmal mehr das grandiose Projekt „Summ of all Paintings“ genannt, das mittlerweile Daten zu mehr als 300.000 Gemälden gesammelt hat. Beschrieben wurde durch Maarten Dammers die mittlerweile erfolgte Verzahnung von im Idealfall drei Projekten: Wikipedia, Wikidata und Commons. Die neueste Entwicklung ist die Taggung des Inhalts von Bildern anhand von Wikidata-Items (das entsprechende Tool heisst depicts). Damit können bei entsprechender Zahl der so erfassten Bilder bald sehr exakte Aussagen zu spezifischen Fragen gemacht werden, etwa (willkürliches Beispiel) wieviele Bilder Flämischer Maler gibt es, die zugleich Giraffen und Vulkanausbrüche zeigen.

Überhaupt wurden viele kleine hilfreiche Tools und Projekte vorgestellt, etwa FindingGLAMs von Wikimedia Schweden, das schon länger bekannte Listeria, das Listen zu verschiedensten gewünschten Themen erstellen kann und in der deutschsprachigen Wikipedia eher nicht zur Erstellung von Listenartikeln benutzt werden wird, aber sehr wohl zur Generierung von Arbeitslisten nützlich ist. Für Wikidata-Bearbeiter, insbesondere für mehrsprachige, ist TABernacle zu empfehlen, hier kann man sich die zu bearbeitenden Rubriken selbst wählen und dann mit dem Inhalt in den Sprachen der Wahl befüllen. Ebenfalls praktisch und hilfreich für die Arbeit in Wikipedien ist das Find-Link-Tool, mit dem man einen Text in Wikipedias suchen kann und wo dieser noch nicht auf den entsprechenden Link verweist, verlinken kann. Wer also einen Artikel zu einem Wissenschaftler/einer Wissenschaftlerin anlegt, kann diese Person mit Hilfe des Tools schnell und einfach direkt verlinken. Einige weitere Beispiele wurden von Andrew Lih vorgestellt, zu finden im Etherpad zu seinem Vortrag.

Blick in das Panel während der Eröffnungsveranstaltung

Besonders interessant die vielen Berichte aus aller Welt, aus Mexiko, wo es mittlerweile eine Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Kultur gibt, Italien, wo Musik zunehmend in den Fokus rückt, Israel, wo die Arbeit an medizinischen Artikeln in Zusammenarbeit mit Studenten einen großen Impact hat, Bulgarien, wo man mit Botewgrad die erste „Wikistadt“ hat, wie Norwegen und Armenien ein gemeinsames Projekt durchführten oder wo die Probleme Afrikanischer Communities liegen und diverse mehr. Man merkt,dass mittlerweile GLAM sehr viel weiter gefasst wird, als es die vier Buchstaben zunächst erahnen lassen würden. GLAM ist nach der Definition der meisten Teilnehmer mittlerweile der gesamte Kulturbereich. Und jedes Land, jede Community definiert das auch für sich selbst neu. Andererseits kann man sich fragen, ob eine ganze halbe Stunde für die Information nötig ist, dass man 100Wikidays auch mit GLAM-Inhalten füllen kann.

In einer Session wurde versucht, generell dem Impact der ganzen GLAM-Projekte, die – wenn man sich Diskussionen in der deutschsprachigen Wikipedia ansieht – nicht bei allen beliebt sind, zu schätzen. So wurden im Rahmen von Wiki-Loves-Monuments 2,1 bis 2,2 Millionen Bilder beigesteuert, über Wiki-Loves-Art eine halbe Million. Alle Wiki-Loves-Projekte zusammen kommen auf 2,8 bis 3 Millionen Bilder. Mit anderen GLAM-Unternehmungen kommt man zusammen auf eine nicht genauer zu bestimmende Zahl von 5 bis 8 Millionen so gewonnener Dateien. Allein im letzten Jahr gab es allein im GLAM-Bereich weltweit mehr als 1.000 Edit-a-thons und Workshops. Oder mit meinen Worten: GLAM ist mittlerweile eines der dicksten Standbeine unseres Projektes. MC, 6.11.

Sieben Jahre – und doch nur ein paar Schritte

Es sind nur einige hundert Meter Fußweg vom 13. Kongresswahlbezirk von New York zum 14. Kongresswahlbezirk von New York; in der deutschsprachigen Wikipedia dauerte dieser Marsch sieben Jahre. Zumindest soviel Zeit ist vergangen zwischen der Anlage dieser beiden Artikel. 435 dieser Kongresswahlbezirke gibt es; die aufgrund von Bevölkerungsverschiebungen zwischen den Bundesstaaten inzwischen obsoleten Kongresswahlbezirke, darunter 30 in New York, sind da nicht mitgerechnet. Seit der Anlage meines ersten Kongresswahlbezirksartikels sind fast acht Jahre vergangen. Den hatte ich nach dem Attentat auf Gabrielle Giffords angelegt.

Bei diesem Tempo wird die voraussichtliche Restlebenszeit des ziemlich alleinigen aktiven Benutzers in dieser Nische bei weitem nicht ausreichen, alle Artikel anzulegen, ja selbst bei einer Steigerung der neuen Kongresswahlbezirksartikel pro Jahr auf zehn wird es knapp werden. ;-) Hinzu kommt, daß aufgrund der kurzen Legislaturperiode von zwei Jahren alle diese Artikel dementsprechend oft aktualisiert werden sollten, wobei hier auch die sich in der englischen Wiipedia inzwischen stark veränderte Syntax hinderlich ist. In der englischsprachigen Wikipedia gibt es inzwischen etwa vier verschiedene inhaltliche Grundformen für diese Artikel, und hinzu kommt, daß ein Teil der Tabellen in den Artikeln zum Zeitpunkt der Anlage hierzupedia dort noch mit reiner Tabellensyntax erzeugt wurden, was relativ problemlos kopiert werden konnte, aber inzwischen auf ziemlich komplexe Tabellenvorlagen umgestellt wurde, einschließlich aller möglichen Mikroformate, die hierzupedia weitgehend Fremdwörter sind. [Nach meiner persönlichen Einschätzung liegt mein Kenntnisstand hierzu auf einer Skala von eins bis zehn etwa bei zweieinhalb und ich gehe gefühlt davon aus, daß ich damit wohl zu den Top 7 der User gehöre, die den Begriff schon einmal gehört oder gelesen haben.] Es würde wohl helfen, wie bei den Denkmallisten spezialisierte Tabellenvorlagen einzuführen, aber mit bisher „nur“ acht Artikeln wären diese dank der Erbsenzähler und Regelhuber dieser Sprachversion wohl stark löschgefährdet. Die Bedeutung der von Artikelautoren eingesetzten Lebenszeit als Ressource wird hierzupedia nachwievor heruntergespielt und mißachtet.

Aber auch abseits der Tabellensyntax gehören diese Wahlbezirksartikel zu den arbeitsaufwendigsten, die ein Artikelübersetzer aus der englischsprachigen Wikipedia übertragen kann, unter anderem wegen der lästigen unterschiedlichen Namenskonventionen für Orte und Personennamen sowie den Unterschieden bei der Schreibweise von Zahlen und Datumsangaben, insbesondere hinsichtlich des Dezimalpunkts statt des hiesigen Dezimalkommas. Es ist quasi unmöglich, nicht zuletzt aus Gründen der Konzentration, einen solchen Artikel on the fly zu übertragen, sondern es dauert oft viele Stunden mit zahlreichen Zwischenspeicherungen, bis ein solcher Artikel steht.

Die nächsten Zwischenwahlen sind in zwei Tagen. Die Aktualisierung des seit 2014 veralteten Artikels 8. Kongresswahlbezirk Arizonas verspreche ich in meinem großen Leichtsinn mal auf jeden Fall. Interessant in punkto Wahlgeschehen wären auch der 11. Kongresswahlbezirk von New Jersey, der 7. Kongresswahlbezirk von Texas und der 1. Kongresswahlbezirk von Iowa. Mal sehen, was da meinerseits noch machbar ist.

So richtig beginnt die Nacharbeit dann in einigen Wochen. Zum 3. Januar 2019 müssen alle 435 Abgeordnetenartikel der derzeitigen Representatives aktualisiert werden, zusätzlich etwa 50 neue Biographien geschrieben werden. Auch bei den Senatoren dürften etwa 50 neue Biographien zu überarbeiten oder neu zu schreiben sein. Hinzu kommen etliche Biographien zu Kandidaten, die unabhängig von ihrem Wahlerfolg sowieso schon relevant sind, etwa Greg Stanton, dem vormaligen Bürgermeister von Phoenix, Arizona und Abby Finkenauer als Abgeordnete im Repräsentantenhaus von Iowa sowie jede Menge Listenartikel, die zu überarbeiten sind, etwa die Listen der Mitglieder des Repräsentantenhauses der Vereinigten Staaten aller Bundesstaaten und Überseegebiete und die Listen der Senatoren der Vereinigten Staaten für die Bundesstaaten, deren Senatsitze zur class 1, also dem jetzt neuzuwählenden Drittel der Senatoren gehören. Viel zu tun also. MaB 4.11.

Großreinemachen in der Wikipedia - wer macht mit?

Asien - eine Bonuskategorie im Wartungsbausteinwettbewerb

Es ist soweit - der Wartungsbausteinwettbewerb Herbst 2018 wirft seine Schatten voraus. Wer gerne mithelfen möchte, in der Wikipedia aufzuräumen und dabei noch ein bisschen Spaß und Teamgeist erleben will, ist hier richtig. Wie immer geht es darum, innerhalb der 15 Wettbewerbstage möglichst viele Artikel zu verbessern, z.B. schlechte Artikel überarbeiten, Einzelnachweise ergänzen, defekte Weblinks reparieren oder lückenhafte Artikel ausbauen.

Es gibt diesmal ein paar spannende Bonuskategorien: Anlässlich des ASEAN- und des Apec-Gipfels gibt es Extra-Punkte für Artikel aus der Kategorie Asien. Verbesserte Artikel der Kategorie Frauen erhalten ebenfalls einen Bonus, Anlass ist hier 100 Jahre Frauenwahlrecht in Deutschland, Österreich und Polen. Mit der Bonuskategorie Europäische Geschichte würdigen wir viele Ereignisse: den Landesstreik in der Schweiz vor 100 Jahren, 100 Jahre Tschechoslowakei, das Ende des Ersten Weltkriegs mit dem Waffenstillstand von Compiègne (1918) und den Beginn der Weimarer Republik vor 100 Jahren und die Montagsdemonstrationen 1989/1990 in der DDR. Abgerundet werden die Bonuskategorien durch die Kategorien Comic und Animation, denn vor 90 Jahren wurde mit Steamboat Willie der erste vertonte Zeichentrickfilm mit der Cartoonfigur Micky Maus öffentlich aufgeführt.

Wer zum ersten Mal dabei ist, den erwartet ein besonderes Highlight: Es gibt Kalender für die neun bestplatzierten Teilnehmer, die zum ersten Mal teilnehmen und mindestens 50 Punkte erzielen.

Also, es gibt viel zu tun, wer ist dabei? E.S., 29.10.

Internationale Wunschliste startet

Im Oktober geht die jährliche Umfrage zur internationalen Wunschliste in die dritte Runde. Ab heute können Projektmitarbeitende aus allen Wikiprojekten Vorschläge einreichen, welche Softwarefunktionen verbessert oder neu entwickelt werden sollen. Dies schließt neben der Software MediaWiki, welche die Wikiprojekte betreibt, auch Tools und Gadgets mit ein. Die Umfrage wird vom Team Community Tech der Wikimedia Foundation durchgeführt und findet auf Meta statt: Umfrage zur Community-Wunschliste 2019.

Das Projekt basiert auf dem Konzept der deutschsprachigen technischen Wunschliste. Da für das kommende Jahr keine entsprechende Umfrage in der deutschsprachigen Wikipedia mehr geplant ist, empfehlen wir allen Beitragenden, ihre Wünsche dort einzubringen.

Einreichungen sind nicht nur auf Englisch, sondern auch auf Deutsch möglich – wie auch in den vergangenen Umfragen sollen Wünsche gemeinschaftlich ins Englische übersetzt werden, so dass mehr Abstimmende sie in der Abstimmungsphase lesen können. Bis zum 11. November können Wünsche eingereicht, diskutiert und überarbeitet werden, vom 16.11. bis zum 30.11. kann dann für Wünsche abgestimmt werden. M (WMDE), 29.10.

Sieger des 29. Schreibwettbewerbs

Die Sieger des 29. Schreibwettbewerbs stehen fest. Die Jury bedankt sich bei allen Teilnehmenden für die schönen Artikel zu interessanten Themen, die bei der Lektüre viel Freude bereitet haben.

Antiochos VII. (Drachme)
  1. Antiochos VII.: Sehr gut belegte, umfassende Darstellung mit stringentem Aufbau. Herausragend ist vor allem das Schlusskapitel mit der ausführlichen Beschreibung von Quellenlage, Ikonographie und Forschungsstand. Die biografischen Details wurden präzise aus der Fachliteratur herausgearbeitet.
  2. Mathilde von Tuszien: Eine versierte Schilderung einer Schlüsselfigur in den mittelalterlichen Auseinandersetzungen zwischen Kaiser und Papst. Der Artikel besticht durch seine Liebe zum Detail und die gelungene Zeichnung seiner vielschichtigen Protagonistin. Eine hervorragende Ergänzung zu bereits bestehenden Biografien aus dieser Zeit.
  3. Olympische Winterspiele 1972: Der ansprechend geschriebene Artikel mit klarer und logischer Gliederung bietet interessante Seitenblicke, von den finanziellen Belastungen für den Gastgeber Japan bis hin zu umweltpolitischen Auswirkungen. Die Rezeption in den deutschsprachigen Ländern erfährt besondere Berücksichtigung.
  4. Enrique Beck: Die bewegte Lebensgeschichte und das ungeliebte Werk des Lorca-Übersetzers Enrique Beck sind Gegenstand dieser gut geschriebenen Biografie. Der Artikel hält Distanz sowohl zu den starken Wertungen der Übertragungsleistungen, über die er berichtet, als auch zu den Eigenangaben Becks. Schön wären einige exemplarische Zitate aus den Übersetzungen.
  5. Davidisch-salomonisches Großreich: Dieser Beitrag arbeitet eine Kontroverse in der Altertumsforschung anschaulich aus verschiedenen fachlichen Perspektiven auf. Durch eine ideengeschichtliche Kontextualisierung der Debatte könnte er das umfassende Bild der Großreichs-Diskussion noch vervollständigen.
  6. IPEX-Syndrom: Gut aufbereiteter Fachartikel zu einem seltenen und kaum bekannten Krankheitssyndrom, der insbesondere in der Forschungsgeschichte überzeugen kann. Mit ein wenig Feinschliff und Präzisierung definitiv ein Vorzeigeartikel.
  7. Exemplum-Tafeln des Kurfürsten Joachims II.: Überzeugender Artikel, der bei einem Glam-on-Tour-Event im Jagdschloss Grunewald angelegt wurde. Insbesondere die Bildbeschreibungen sind flüssig zu lesen, und der Blick auf die hervorragenden Fotos der Gemälde macht Freude. Wünschenswert wäre ein noch genauerer Einblick in vorhandene Quellen zur Einbettung in seine Zeit und das künstlerische Gesamtwerk.
  8. Munster (Käse): Ein gereifter Wettbewerbsbeitrag, der neue Standards für Artikel über Käsesorten setzt. Der Abschnitt über die Herstellung zeugt von umfassendem biochemischem Fachwissen. Nicht zuletzt durch bei „Wiki loves cheese“ entstandene Fotos ist der Artikel exzellent bebildert. Er könnte durch eine kritischere Auswertung seiner Quellen sowie durch Informationen zu Industrie und Vermarktung noch weiter gewinnen.
  9. Benzindirekteinspritzung: Umfassender Artikel, gut belegt und sachlich klar formuliert. Ein solider und didaktisch gut aufgebauter Beitrag, der gerne noch mit weiteren Quellen um einen Ausblick auf die anderen erwähnten Systeme ergänzt werden kann.

Für die Schreibwettbewerbs-Jury, H., 27.10.

Wiki Loves Monuments 2018 Siegerbilder

Vom 19. bis 21. Oktober 2018 traf sich das Juryteam von Wiki Loves Monuments Deutschland zur diesjährigen Jurysitzung in Fulda. Aus den ca. 700 am besten bewerteten Bildern der Vorjury wurden bis spät in die Nächte hinein die diesjährigen Siegerbilder für Deutschland ermittelt. Hier die Top 5:

Die ersten zehn Plätze werden zusammen mit den Gewinnern der anderen Länder am diesjährigen internationalen Wettbewerb teilnehmen.

Im Rahmen des Europäischen Kulturerbejahres 2018 wurden in diesem Jahr Preise in einer weiteren Kategorie, der 360°-Fotografie, ausgelobt. Die Jury hat die besten drei Kugelpanoramen gewählt.

ata, 22.10.

Im Spannungsfeld zwischen KTF und dem Streben nach korrekten und vollständigen Inhalten

Immer mehr wird mir bewusst, wie häufig ich – im Bestreben nach korrekten und möglichst vollständigen Artikelinhalten – gegen WP:Keine Theoriefindung (WP:KTF) verstoße:

  • Man ergänzt Personenartikel um Geburts- oder Sterbedaten, die nicht in der Literatur zu finden sind oder die sogar der Literatur widersprechen, und auf Original Research in online gestellten Taufmatrikeln, halbamtlichen Gräberverzeichnissen und ähnlichem beruhen.
  • Man schreibt einen Personenartikel komplett um (inklusive Lemma-Änderung), weil sich bei Recherchen in historischen Tageszeitungen herausstellt, dass in der Jahrzehnte später verfassten Literatur sowohl der Name einer Person völlig falsch geschrieben als auch deren „Rekord“ falsch dargestellt (im Handstand laufen ist nicht dasselbe, wie sich auf einem Wägelchen sitzend mit den Händen fortzubewegen) war.
  • Man ergänzt eine Liste von Befestigungen um eine Wallanlage, die eindrucksvoller ist als viele der auf Fachliteratur beruhenden Einträge in der Liste und die einem aus Vor-Ort-Recherche gut bekannt ist, die aber in der Literatur noch keine Erwähnung fand.
  • Man verfasst einen Personenartikel, in dem man ein Werk erwähnt, das nie in die Sekundärliteratur Eingang fand, sondern bloß durch das Vorkommen des Werkes in einer einzigen Bibliothek (in einem Kloster in Tschechien) sowie in der Privatsammlung des wikipedia-Autors belegt werden kann.
  • Man erwähnt in einer Kellergassenliste eine Kellergasse, von deren Existenz man sich vor Ort selber überzeugt hat, die jedoch vom Autor des um Lückenlosigkeit bemühten Standardwerks über niederösterreichische Kellergassen übersehen wurde.

Einerseits betrachte ich das als einen der größten Vorteile von wikipedia gegenüber herkömmlichen Nachschlagewerken: Die Schwarmintelligenz ermittelt Daten, die der Wissenschaft bisher nicht bekannt waren, und wikipedia macht das einer breiten Öffentlichkeit verfügbar. (Das als immensen Vorteil zu betrachten, nährt auch meine Vorbehalte gegen die Vision von künftig womöglich weitgehend automatisch erstellten und aktualisierten Artikelinhalten.) Ein kategorisches Löschen solcher Daten unter Verweis auf WP:KTF wäre meines Erachtens ein erheblicher Verlust für wikipedia – und es würde mir vieles an Motivation zur weiteren Mitarbeit rauben. Und doch: je öfter ich als wikipedia-Autor Mängel und Lücken in Artikeln durch Original Research behebe, umso wahrscheinlicher wird es, dass ich irgendwann einmal übers Ziel hinausschieße und Inhalte einbringe, die einer Prüfung durch Fachleute nicht standhalten würden.

Gegen den o.e. Personenartikel rund um einen vermeintlichen Handlaufrekord hatte ich zunächst einen Löschantrag erwogen, weil mir der Artikelinhalt trotz Literaturangaben suspekt vorkam. Nun hab ich die in jüngerer Literatur einheitlich zu findenden Falschangaben im Artikel anhand mehrerer zeitgenössischer Zeitungsberichte korrigiert und den Belegbaustein entfernt – und stehe vor der Frage, ob nun, unter Berücksichtigung von WP:KTF, nicht erst recht ein Belegbaustein bzw ein Löschantrag angebracht wäre. Wie schafft man diesen Spagat zwischen der Motivation, wikipedia-Artikel nach bestem Wissen und Gewissen zu verbessern, und der Vorgabe, nicht gegen WP:KTF zu verstoßen? Welche Hinweiser an den Leser, der von diesen inneren Konflikten des Autors nichts ahnt, wären in solchen Fällen angebracht? Und wie weit kann ich als langjähriger Autor Veränderungen durchführen, die so manche Sichter einfach zurücksetzen würden, falls sie von einem Neuling eingebracht würden? Niki.L

Das Projekt Technische Wünsche soll im kommenden Jahr enden

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Das Projekt Technische Wünsche soll beendet werden. Wünsche, an denen bereits gearbeitet wurde, werden bis Ende 2019 umgesetzt. Eine weitere von Wikimedia Deutschland initiierte Umfrage soll es nicht mehr geben, Wünsche können weiterhin in der internationalen Umfrage eingereicht werden.

Das Projekt Technische Wünsche ist aus der deutschsprachigen Community heraus entstanden. Es begann mit einer Umfrage von Benutzer:Raymond im Jahr 2013, die herausfinden wollte, wo den Projektmitarbeitenden der Schuh in Sachen Software drückt. Seitdem arbeiten Freiwillige und Wikimedia Deutschland gemeinsam daran, die MediaWiki-Software zu verbessern. 2015 wurde diese Idee auch von der Wikimedia Foundation aufgenommen, in Form einer jährlichen internationalen Wunschliste, die es Projektmitarbeitenden aller Sprachen ermöglicht, ihre Wünsche zu äußern.

In diesem Jahr hat Wikimedia Deutschland einige mehrjährige Strategien veröffentlicht. Um unsere internationale Bewegung voranzubringen, wird sich Wikimedia Deutschland unter anderem mit der Frage beschäftigen, wie sich die Welt verändert, welchen Einfluss diese Veränderungen auf die Wikimedia-Projekte haben könnten, welche möglichen Beitragsformen wir ermöglichen sollten, und welche neuartigen Lösungen wir brauchen, um uns auf diese Gegebenheiten einzustellen. Deshalb ist eine Strategie der sogenannte Innovationsmotor, mit dem innovative Produkte und Dienste entstehen sollen.

Zur Zeit der WikiCon war der Plan noch, die Wunschliste zu beenden, weil es für die Bewegung insgesamt sinnvoller ist, eine internationale Umfrage zu haben. Mit den Technischen Wünschen sollten stattdessen im Rahmen der Innovationsstrategie neue Community-zentrierte Formate entwickelt werden, mit denen grundlegende Probleme angegangen werden können. Seitdem kristallisierte sich jedoch heraus, dass der Plan, die Technischen Wünsche derart umzubauen, nicht aufgeht. Denn auch wenn noch herausgefunden werden muss, wie genau der Innovationsmotor aussieht, ist schon jetzt klar, dass eine ganzheitliche Herangehensweise benötigt wird, die z. B. bestehende und potenzielle Projektmitarbeitende und auch die Nutzenden von Freiem Wissen im Blick hat. Die Technischen Wünsche, die ja als Gemeinschaftsprojekt zwischen Communitys und Hauptamtlichen entstanden sind, auf deutlich größere Zielgruppen umzumünzen, würde sich falsch anfühlen. Wie genau im Rahmen der Innovationsstrategie mit den verschiedenen Zielgruppen zusammengearbeitet werden soll, ist noch offen.

Die Technischen Wünsche sollen nicht von jetzt auf gleich gehen. Die Arbeit an der deutschsprachigen Wunschliste wird im Jahr 2019 fortgesetzt. Es ist geplant, die bereits begonnenen Projekte abzuschließen und die Wünsche umzusetzen, die schon konkret geplant wurden. Im Einzelnen sind das folgende:

Eine von Wikimedia Deutschland initiierte Umfrage ist infolgedessen nicht mehr geplant. Mit der internationalen Umfrage gibt es aber auch in Zukunft einen Ort, an dem Probleme mit MediaWiki adressiert werden können. Die nächste internationale Umfrage beginnt am 29. Oktober. Auch Wünsche aus den vergangenen Umfragen, die für 2019 nicht geplant sind, sollten am besten bei der internationalen Wunschliste erneut eingereicht werden.

Das Projektteam dankt allen, die das Projekt Technische Wünsche mit Leben füllen, sei es durch ihre Teilnahme an Umfragen, Workshops, Tech-on-Touren, Feedbackrunden, oder durch Diskussionen und Kommentare an anderer Stelle. Wir freuen uns auf die Arbeit an den Technischen Wünschen 2019!

Dieser Artikel wurde auch auf der Technische-Wünsche-Projektseite veröffentlicht. Anmerkungen dazu gerne auf der dortigen Diskussionsseite. Für das Team Technische Wünsche, js (wmde), 17.10.

Wiki goes MEK! 2.0 (16.–18.11.) – Noch Plätze frei

Um Conchita auf der Mondsichel für uns zu befreien, überzeugte die Direktorin den Künstler persönlich am Telefon.

Im letzten November waren wir schon einmal zu Gast im Museum Europäischer Kulturen und wurden herzlich von den Mitarbeiterinnen des Museums betreut. Die Direktorin half nicht nur persönlich bei der Bewirtung der Wikipedianer mit, sondern erreichte unter anderem durch persönliche Vorsprache beim Künstler die Fotofreigabe der Conchita Wurst auf der Mondsichel. Vom 16. bis 18. November 2018 werden wir diese erfolgreiche Zusammenarbeit vertiefen. Erneut hat die Bildagentur der Stiftung Preußischer Kulturbesitz uns eine Fotografier-Erlaubnis erteilt, so dass wir als steter Tropfen weiterhin den Stein höhlen können.

Entnahme eines Wandbehangs für unsere Fotografen im letzten Jahr.

Mittlerweile steht auch das Programm für das Wochenende fest: Am Freitag starten wir mit Führungen durch die „Weihnachtsausstellung“ zum Thema Stern und die Ausstellung „Hochzeitsträume“. Dabei sollte sich niemand vom etwas kitschigen Titel abschrecken lassen, auch wenn das Torten-Display auch die süßen Aspekte der Hochzeit abdeckt. Von Brautkronen, die ich noch von meinem Depot-Besuch letztes Jahr viel unspektakulärer in Erinnerung hatte, über die obligatorischen Kleider, eine Chuppa als Leihgabe der jüdischen Gemeinde Berlin bis hin zu royalen Hochzeiten – Meghan und Harry lassen grüßen – und der Antibabypille wird das Thema aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet. Am Samstag starten wir mit einer Führung durch das Textil-Depot des Museums. Alternativ kann es bei entsprechender Nachfrage auch eine Führung durch die Dauerausstellung des Museums geben. Anschließend stürzen wir uns in die Arbeit des Fotografierens und Editierens, die auch am Sonntagvormittag fortgesetzt wird. Das Museum wird für die Fotografen Objekte aus dem Depot zur Verfügung stellen, den Autoren wird ein Handapparat bereitgestellt. Jedoch können bei Interesse an anderen Themen aus dem Bereich der Alltagskultur auch Titel aus der Bibliothek angefragt werden (siehe die Hinweise auf der Seite Themensammlung). Ich bin mir sicher, dass es eine ebenso wundervolle und herzliche Veranstaltung wird wie im letzten Jahr.

Wenn Ihr euch also in die Verstetigung der Kooperation mit dem Museum Europäischer Kulturen und damit auch der sich langsam, sehr langsam öffnenden Stiftung Preußischer Kulturbesitz insgesamt einbringen möchtet: Auf nach Berlin! Und falls Ihr HauptstädterIn sein solltet, es ist eine gute Gelegenheit mal raus nach Dahlem zu fahren. Wir - das Team des Museums und ich - freuen uns auf Eure Einträge in die Liste der Teilnehmenden und darauf, euch dann im November im Museum begrüßen zu dürfen. J1990

Eindrücke von der Frankfurter Buchmesse

Wikimedia Stand 4.2 A42

(Frankfurter Buchmesse im Rückblick)

Frankfurt, die Metropole mit den riesigen Hochhäusern, dem Bankenviertel und dem gigantischen Messegelände ist seit Jahren Gastgeber für die Buchmesse. WMDE hatte für die Teilnehmer, Helfer, Haupt- und Ehrenamtlichen, die von nah und fern angereist waren, Zimmer im Steigenberger Hotel reserviert, alles vom Feinsten. Dazu muss ich allerdings einschränkend sagen: Nein, hier werden keine Spendengelder verschwendet, die Preise waren aufgrund der Tatsache, dass sich das Hotel nicht am Frankfurter Römer, sondern außerhalb der Stadt im Industriegebiet befindet, eher moderat. Mit der S-Bahn am Bahnhof Frankfurt Messe angekommen, ging es über mehrere Rolltreppen und Laufbänder durch das Messegelände zu Stand 42 in der Halle 4.2, dem Wikipedia-Stand, der schon am Vorabend von Hauptamtlichen und einigen Freiwilligen aufgebaut worden war. Es mussten also nur noch einige Bildschirme, Laptops und der Beamer angeschlossen und das Fotostudio aufgebaut werden, und alles war perfekt.

Mit eigenen Präsentationen und Flyern wurden die Messebesucher auf unseren Stand aufmerksam gemacht. Wir verwickelten alle Interessierten in endlose Gespräche und informierten so gut wie möglich über Wikipedia. Neugierige konnten erfahren, wie man Artikel editiert. Autoren, Schriftsteller, Firmengründer und Professoren kamen an den Wikipedia-Stand, um sich zu informieren. So viele Endlosdebatten es auch im Vorfeld gab, es versuchte jeder, die Wikipedia nach außen hin so gut wie möglich zu präsentieren. So konnten einige Autoren im Fotostudio abgelichtet werden. Am zweiten Tag der Buchmesse kam sogar Abraham Taherivand persönlich aus Berlin eingeflogen und überzeugte sich von der guten Arbeit seiner Mitarbeiter.

In den Pausen zwischendurch war es möglich, einen kurzen Blick in eine andere Messehalle zu werfen und einer Podiumsdiskussion zu folgen. Als ich nach drei Messetagen wie geplant abreiste, hatte ich persönlich unzählige Gepräche geführt, nette Leute kennen gelernt und sehr viele Eindrücke von der Messe mitgenommen. Die neuen Kontakte ließ ich mir als erstes bestätigen. Nun bin ich immer noch bei der Nachbereitung der Messe, habe wieder neue Ideen und auch Anfragen für biographische Artikel. Do., 14. Okt. 2018

Weil nicht sein darf, was nicht sein darf

Der Artikel Daniele Ganser ist schon lange nicht nur aus meiner Sicht die Mutter aller Honeypot-Artikel. Was ist los mit dem Mann, der regelmäßig Sätze wie "Das Leben ist heilig." oder "Im Grunde mögen die Menschen einander." von sich gibt und nur zwei Arten von Kriegen für legal hält: Selbstverteidigung (nein, nicht am Hindukusch) und solche mit UNO-Mandat. Er zählt sich zur Friedensbewegung, tritt für 100% erneuerbare Energien ein und meint, man sollte nicht immer dieselben Medien konsumieren. Und er hat Humor. Trotzdem wird er als Verschwörungstheoretiker, Verschwörungsmystiker, Brandstifter und Kriegstreiber bezeichnet. Warum?
Ganz einfach: Er ist der Ansicht "Alle Regierungen lügen", zumindest wenn es um Macht, Erdöl und andere Ressourcen geht. Das ist zwar in unserer Gesellschaft eine legitime und nicht mal seltene Ansicht, aber wenn man daraus folgert, die US-Regierung könnte 9/11 nicht nur als Vorwand für ohnehin geplante Kriege benutzt haben, sondern womöglich sogar absichtlich passiv oder gar aktiv in irgendeiner Weise daran beteiligt gewesen sein, dann ist Schluß mit lustig.
Wikipedia rühmt sich, unabhängig und objektiv zu sein. Wirklich?
Man mag von Ganser publizierte oder vorgetragene Inhalte im Einzelfall oder gänzlich für Unsinn halten. Das bleibt selbstverständlich jedem selbst überlassen. Rechtfertigt das, den an ihn verliehenen Deutschen IQ-Preis nicht im Artikel zu erwähnen, in auffälligem Gegensatz zu den Artikeln der anderen Preisträger? Gibt es wirklich nur die eine Wahrheit, daß Ganser ein esoterischer Truther ist, der sich mit Rechtsradikalen, Ufologen und sonstigen Spinnern herumtreibt und auf seinen Vorträgen wirre Verschwörungstheorien verbreitet? Wikipedia meint das aktuell so.


Auszeichnung

So sieht es aus, "Das optische Aufmotzen dieses peripheren Preises". Wer dazu eine Meinung hat, kann sie ja mal an der dafür vorgesehenen Stelle in diesem Theater äußern, oder demnächst an einer extra dafür vorbereiteten Stelle. Aber jeder sei gewarnt: Die Gegend ist toxisch und vermint und wird von wilden Bestien bewohnt. hy 18:00, 14. Okt. 2018 (CEST)
Nachtrag: Nach dem Erscheinen dieses Kurier-Beitrages und noch vor dem Start der Umfrage wurde die komplette Diskussion über den IQ-Preis von der Diskussionsseite entfernt und nur zu einem kleinen Bruchteil wieder hergestellt. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. hy 18:08, 16. Okt. 2018 (CEST)
Nachtrag 2: Er ist drin. Das war ja einfach.

WMDE-MV 2018-12

Am 1. Dezember findet mal wieder eine Mitgliederversammlung des Vereins Wikimedia Deutschland (WMDE) statt (diese Mal im Umweltforum Berlin). Jedoch wird diese MV aus zwei Gründen hervorstechen: Es finden Präsidiumswahlen statt und es liegt ein Antrag vor, der das Wesen der Mitbestimmung der Vereinsmitglieder ändern wird.
Das Präsidium des Vereins ist bei WMDE das, was bei anderen Vereinen der Vorstand ist: Es handelt sich um das Gremium wo die Ehrenamtler sind (der WMDE-Vorstand ist hauptamtlich). Das Präsidium kümmert sich grob gesagt um die mittel- und langfristigen Dinge – so stellt er z.B. den Haushaltsentwurf auf und kümmert sich um „Strategien“. Von den 9 Mitgliedern des Präsidiums werden 7 direkt durch die Vereinsmitglieder gewählt; die letzten 2 ernennt dann das neugewählte Präsidium selbst. Regulär-gewähltes Präsidiumsmitglied kann jedes Vereinsmitglied werden (genauer: Jedes Mitglied das im Status aktiv und nicht Fördermitglied ist – der Status kann aber formlos geändert werden). Wer also Einfluss auf die Zukunft das Vereins nehmen möchte (also für was er z.B. sein/unser Geld ausgibt), der sollte sich zumindest an der Wahl des Präsidiums beteiligen. Dazu ist es übrigens nicht nötig, nach Berlin zu kommen: Die Wahl ist auch per Fernwahl möglich (was die meisten Vereinsmitglieder auch tun). Kosten tut die Vereinsmitgliedschaft 24€ pro Jahr (ermäßigt 12€ z.B. für Studenten).
Bis jetzt gibt es zwei Mitgliederversammlungen pro Jahr (Frühling und Herbst). Es liegt ein Antrag [Nur nach Anmeldung in Vereinswiki der WMDE lesbar] des aktuellen Präsidiums vor, dies auf 1 Mitgliederversammlung pro Jahr zu reduzieren. Dazu müssten diverse Dinge im Verein geändert werden (z.B. würden die Mitglieder zukünftig nicht mehr formal den Haushalt beschließen). Egal wie man zu der Reform steht: Sie wird definitiv einen Umbruch im Verein auslösen. Daher ist es mMn. wichtig, dass sich möglichst viele Leute im Vorfeld und bei der Abstimmung beteiligen. Zumindest Teile der Reform werden fernwahlpflichtig sein; d.h. die Mitglieder können von daheim aus abstimmen.
Meiner Meinung nach sind beide Punkte (Wahl und Antrag) für die Community interessant und eine Beteiligung von euch würde sich da sehr lohnen. –D
P.S: Auch ein Teil der Kassenprüfer und die Zählkommission wird neu gewählt.

Admins „Forever“: Der XVIII. Brumaire der Wikipedia naht

Deutschsprachige Wikipedia: wieder zurück zu Erbpachtgut-ähnlichen Verhältnissen?

Im Februar 1848 ging das Volk von Paris auf die Barrikaden. Es erzwang nicht nur die Abdankung der Monarchie, sondern auch eine Republik mit stark sozialen Komponenten. Letzteres wurde im Juni des gleichen Jahres revertiert, eine zweite Volkserhebung von der auf die bourgoisen Kräfte verpflichteten Nationalgarde niedergeschlagen. Profiteur der Entwicklung war Charles Louis Napoléon Bonaparte, ein Neffe des einstigen Kaisers. Drei Jahre später machte Bonaparte zwei Schluss mit der Republik. Er ernannte sich zum neuen Kaiser aller Franzosen und errichtete eine autoritäre Diktatur mit stark populistischen Zügen.

Auch Wikipedia hat seine machtpolitischen Pendants. Per Meinungsbild wurden 2009 Wiederwahl-Möglichkeiten für Admins installiert – wenn man so will die Februarrevolution in der zuvor strikt gutsherrschaftlichen Wikipedia. Die Wiederwahl-Option sorgte für demokratische Kontrolle der Funktionsträger. Folgerichtig war die neue Institution stets dem Dauerfeuer der Konservativen ausgesetzt. Für noch mehr Unmut sorgte der Umstand, dass Wiederwahlen teils in organisierter Form in die Wege geleitet wurden. Die Niederschlagung des französischen Juniaufstands hatte folgerichtigerweise auch in Wikipedia ihr Pendant: in der Durchführung eines Benutzersperrverfahrens gegen den Hauptbetreiber der Wiederwahl-Kampagne. Doch noch immer kommt Wikipedia nicht zur Ruhe. Die konstitutionellen Rechte existieren noch immer. Per Putsch abschaffen möchte man sie (noch) nicht – allerdings mithilfe einer populistischen Abstimmung stark einschränken und zurechtstutzen. Das entsprechende Meinungsbild, welches obligatorische Amtszeiten von 4 Jahren vorsieht, ist am 13. Oktober an den Start gegangen und soll am 27. Oktober abgeschlossen werden. Explizit nicht mit berücksichtigt ist in diesem der dickste Zahn des augenblicklichen Systems – die Ausklammerung der obersten Funktionsträgerschicht (B/OS/CU). Die Abwahl dieser rund anderthalb Dutzend „Superuser“ ist auch im neuen System nicht vorgesehen; vielmehr können auch dort Superfunktions-Wahlen und Admin-Wahlen miteinander kumuliert und panaschiert werden. – Was das alles wird, ist aktuell noch schwer zu sagen. Allerdings: Wir bleiben dran. rz, 14. Oktober 2018

Edit-a-thon „Stimmen für die Demokratie: 100 Jahre Frauenwahlrecht“ - Interview

Skrippek: Du organisierst federführend den Edit-a-thon Stimmen für die Demokratie: 100 Jahre Frauenwahlrecht vom 30. November bis 2. Dezember in Stuttgart. Was ist das Besondere an der Veranstaltung?
Frauenrechtlerinnen des späteren Deutschen Verbands für Frauenstimmrecht 1896

Leserättin: Die Veranstaltung hat etliche bewährte Elemente: eine Schreibwerkstatt zu einem gegebenen Thema, eine Wikipedia-Einführung für neue Autor*innen, die Zusammenarbeit mit einer kulturellen Einrichtung. Wir haben darüber hinaus Vortragende gezielt eingeladen. Die Landtagspräsidentin Muhterem Aras MdL wird zur politischen Partizipation von Frauen sprechen, die Kulturwissenschaftlerin Kerstin Hopfensitz über Mode als Seismographen gesellschaftlicher Veränderungsprozesse, wie die politische Partizipation von Frauen.

Das Jubiläum hat Wikipedianer*innen in verschiedenen Städten zu Edit-a-thons angeregt, so dass wir nun eine ganze Edit-a-thon-Reihe zum Thema Frauenwahlrecht haben werden. Der erste Edit-a-thon fand Ende August in Frankfurt statt, gekoppelt an die Ausstellung „Damenwahl!“ im Historischen Museum. Unsere Veranstaltung erinnert an das Inkrafttreten des Reichswahlgesetzes am 30. November 1918, mit dem Frauen das Wahlrecht bekamen. Dann wird es voraussichtlich im Januar (passend zu den ersten Wahlen unter Beteiligung der Frauen) einen Edit-a-thon in Potsdam geben. Und schließlich einen internationalen Edit-a-thon in Bonn im Frühjahr 2019.

Wir haben deswegen gesagt, wir machen keine separaten Themen- und Ergebnisseiten, sondern gemeinsame. Das Themenfeld Frauenwahlrecht / politische Partizipation von Frauen ist auch so umfassend und komplex, dass viele Personen über mehrere Monate daran arbeiten können und müssen.

S: Welche Ziele wollt ihr mit der Veranstaltung erreichen?

L: Mein persönlicher Wunsch ist, dass nach der Edit-a-thon-Reihe der Weg zum Frauenwahlrecht in Deutschland, sowie die politische Partizipation von Frauen durch qualitativ gute Artikel abgedeckt sind. Aktuell gibt es schon einiges, gerade die bekannten Frauenrechtlerinnen haben Artikel von oft guter Qualität. Andere Artikel sind dagegen sicher verbesserungswürdig.

Durch den Edit-a-thon wollen wir zum einen erfahrene WP-Autor*innen für die gemeinsame Arbeit an dem Thema gewinnen, zum anderen wollen wir mit dem Thema neue Autor*innen, und ja, insbesondere Frauen, an die Wikipedia heranführen. Es wäre wunderbar, wenn sich eine Keimzelle von Autor*innen bilden würde, die Themen um die Frauenbewegung herum bearbeiten und zwar nicht nur als Einzelkämpfer*innen.

Eingeladen zum Edit-a-thon sind alle, die sich beim Thema Frauenwahlrecht und politische Partizipation von Frauen einbringen wollen. Männer und Frauen.

S: Wie wird die Veranstaltung ablaufen?

L: Wir haben drei unterschiedlich ausgerichtete Veranstaltungstage konzipiert:

  • Am Freitag, den 30. November, gibt es in der Stadtbibliothek Stuttgart neben den genannten Vorträgen eine praktische Einführung in die Wikipedia. Dieser Tag ist stark auf die Noch-Nicht-Wikipedianer*innen ausgerichtet, wobei die Schreibwerkstatt nicht zu kurz kommen soll.
  • Am Samstag, den 1. Dezember, beginnen wir mit einer Führung durch die große Landesausstellung „Vertrauensfragen. Der Anfang der Demokratie im Südwesten 1918-1924“ im Haus der Geschichte. Danach geht es in der Stadtbibliothek mit einer Schreibwerkstatt zum Frauenwahlrecht weiter.
  • Am Sonntag, den 2. Dezember, klingt die Veranstaltung mit einem Stadtspaziergang zum Thema "Schauplätze der Revolution in Stuttgart" aus.
S: Welche Bedeutung hat für dich das Jubiläum „100 Jahre Frauenwahlrecht“?

L: Bis vor ein paar Monaten habe ich diesen Themenkomplex nur unter dem Aspekt „politische Partizipation von Frauen“ betrachtet. Das Frauenwahlrecht im Sinne von „das Recht zu wählen“ (aktives Wahlrecht) war mir so selbstverständlich, dass ich darüber nicht nachgedacht habe. Historisch habe ich mich bisher eher für die Entwicklung der Frauenbildung und der Zugänge von Frauen zu den verschiedenen Berufen interessiert. Beim Einarbeiten in die historische Entwicklung des Frauenwahlrechts wurde mir erst so richtig bewusst, wie die verschiedenen Stränge der Frauenrechte – politische Rechte, Bildung und Berufe, körperliche Selbstbestimmung, Straf- und Zivilgesetzgebung – ineinandergreifen. Und zwar damals wie heute. Es ist illusorisch zu denken, es reiche, sich auf einen Aspekt zu konzentrieren. Die Rechte bedingen und beeinflussen sich gegenseitig.

Die Einführung des Frauenwahlrechts vor 100 Jahren war ein sehr wichtiger Meilenstein für die Frauen, für die Menschen in Deutschland. Es war der Ausgangspunkt und die Voraussetzung für den – noch eingeschränkten – Gleichstellungsparagraphen in der Weimarer Verfassung und den umfassenden im Grundgesetz. Über diesen Hebel wurden schließlich viele frauendiskriminierende Gesetze gekippt.

S: Bei den Wikipedianer*innen finden sich nur wenige Frauen. Welche Auswirkungen hat das?

L: Das geht in zwei Richtungen: Zum einen entgeht der Wikipedia-Community ein großes Potenzial an Schreibenden, wenn die Frauen, immerhin die Hälfte der Bevölkerung, das Schreiben in der Wikipedia – aus welchen Gründen auch immer – nicht attraktiv finden. Zum anderen bleiben dadurch Themenbereiche, bei denen sich Frauen wohl stärker einbringen würden, unterbelichtet. Stichwort Gender bias. Damit meine ich nicht nur Frauenbiographien. Im Grundschulbereich gibt es z.B. vor allem Lehrerinnen. Dieser Bereich wird, mangels Autorinnen, tendenziell in der Darstellung in der Wikipedia weniger abgedeckt als z.B. IT-Themen. Der Gendergap bedingt den Gender bias – und umgekehrt.

S: Was sind die Gründe für die geringe Beteiligung der Frauen bei Wikipedia und was kann man dagegen tun?

L: Dazu wurde schon viel spekuliert, geforscht und geschrieben. Die Ursachen sind vielfältig und nein: Ansätze, die den Frauen einfach „Defizite“ zuschreiben (zu wenig technik-affin, nicht selbstbewusst genug, konfliktscheu etc.) verkennen die Komplexität und helfen auch nicht weiter. Persönlich halte ich folgende Erklärung für am plausibelsten: Die Wikipedia ist eine „Männerwelt“, weil diese „Terra incognita“ aufgrund ihrer Entstehungsgeschichte zu Beginn sehr stark von IT-nahen Personen, damals und heute eher Männern, „besiedelt“ wurde. Und wenn ein Gebiet erst einmal eine geschlechtliche Prägung hat, dann bleibt das so, so lange sich die Rahmenbedingungen nicht grundsätzlich ändern oder nicht energisch dagegen angegangen wird.

Der VisualEditor war ein richtiger Schritt in diese Richtung. Ansonsten würde ich auf die Vernetzung von Frauen setzen. In dieser Hinsicht könnte die Edit-a-thon-Reihe helfen. Aber man muss sich klar machen, dass keine Einzelmaßnahme zu einer Änderung führen wird, sondern nur viele, vielfältige und anhaltend und beharrlich durchgeführte Maßnahmen. S, L 13.10.

Wikipedia crosses the Alps

Zunächst mal den Schweizer Freunden herzlichen Dank dafür, dass sie uns halfen, das WikiAlpenforum/WAF auf der WikiCon 2018 in St. Gallen so gelungen zu präsentieren. „Das WAF ist schließlich das Wikipediaprojekt“, meinte Lars, als er uns im Namen des WikiCon-Teams begrüßte, „das die Wikipedianer in den Alpenländern auf ganz besondere Weise miteinander verbindet“.

Die WikiCon in St. Gallen bedeutete für das Alpenforum eine Zäsur: Das WAF präsentierte sich erstmals in vier Sprachen, ins WAF-Team kamen neue Leute und mit den das Projekt hauptsächlich unterstützenden WM-Chapter WMAT, WMCH und WMDE wurden in verschiedenen Gesprächen und bei zwei größeren Treffen die Weichen für die Zukunft des Projekts gestellt. Grund für uns, dies hier mal etwas zu skizzieren.

Das Konzept

Am Anfang von WAF stand der Wunsch, die Wikipedia-Stammtische in Süddeutschland und im Alpenraum zu vernetzen. Aus dem den Stammtischen vorgelagerten inhaltlichen Vorprogramm entstand die Idee zum WikiAlpenforum, das aufgrund seiner programmatischen Ausweitung und der großen Resonanz von Wikipedianern in anderen Alpenländern zu einem die fünf Hauptalpenländer umfassenden europäischen Wikipedia-Projekt wurde.

Seit dem WAF-Initialworkshop im Februar 2017 in München gab es in Deutschland, Österreich, Italien, Frankreich und der Schweiz 25 inhaltlich auf WP-Content ausgerichtete Treffen und Veranstaltungen des WikiAlpenforums, an denen insgesamt 284 Wikipedianerinnen und Wikipedianer teilgenommen haben. Im Schnitt sind pro Treffen 12 aktive in den Wikipedia-Projekten editierende Teilnehmer hier dokumentiert. Nicht mitgezählt sind informelle Treffen von WAF-Orga und WAF-Aktiven in München, Innsbruck und Berlin.

Die Struktur

An der spontanen Stammtisch-Idee fanden Wikipedianer aus den fünf Hauptalpenländern Gefallen und begründeten mit dem Münchner Initialworkshop das Projekt WikiAlpenforum, das auf den jeweiligen Inputs von Freiwilligen beruht. Die Initiative zu Veranstaltungen und Treffen ging und geht von einzelnen Wikipedianern und/oder örtlichen Communitys aus. Der Anstoß und kräftige Unterstützung zur Ausweitung des Projekts über die Stammtische hinaus kam vom WMDE-Community-Team unter der seinerzeitigen Leitung von Julian Fischer. Daraus entwickelte sich eine Organisationsstruktur, die von Aktiven aus den fünf an WAF teilnehmenden Ländern getragen wird.

Das erste Treffen, an dem Orga-Leute aus den fünf Ländern teilnahmen und Zukunftsperspektiven für das WAF-Projekt definierten, fand auf Einladung von WMCH im Juni 2018 in Bern statt. Dort wurden auch die Hauptseite des WikiAlpenforums auf Meta-Wiki eingerichtet und das WAF-Projekt in Wikidata eingebunden.

Das Erreichte

Vernetzung: Basis der Aktivitäten des WikiAlpenforums sind die Treffen und Veranstaltungen von Aktiven der Wikimedia-Projekte, um gemeinsam über neue Vorhaben zu sprechen, Projekte voranzutreiben, an Artikeln zu arbeiten, sich auszutauschen oder auch Konflikte zu lösen. Darüber hinaus dienen die WAF-Veranstaltungen dazu, die Zusammenarbeit der Wikipedianer/-innen untereinander zu fördern und sie zu ermuntern, selbst ein kleines Projekt oder eine Exkursion zu initiieren. Oder wir hinterfragen gelegentlich auch mal die hinter Wikipedia stehenden Einrichtungen wie WMF und die WM-Chapter, erarbeiten Verbesserungsvorschläge und kommunizieren sie.
Programm: Ziel der bisherigen WAF-Treffen war es, spezielle, zumeist alpenaffine, Themen aufzugreifen und den Kontakt zu den jeweiligen damit in Zusammenhang stehenden Institutionen und Kultureinrichtungen aufzubauen und zu pflegen sowie Objekte zu fotografieren, den einen oder anderen Artikel zu schreiben, zu ergänzen und zu bebildern. Dies im Rahmen von zwei Typen von WAF-Veranstaltungen, von WAF on Tour und von den an Stammtische angebundenen +WAFtreffs.

Content: Von den Inhalten her ist WAF nach allen Seiten hin offen. Das geht von Berg- und Gebirgsthemen, über Alpenküche, alpine Profan- und Sakralkunst, Geschichtsthemen, bis hin zu Themen wie Frauen in den Alpen oder der Geschichte der Alpenüberquerungen. Einen großen Stellenwert nehmen Umwelt- und Naturschutzthemen in den Alpen ein und, da einige der WAF-Aktiven aus der Botanik kommen, die alpine Pflanzenwelt. Highlights sind für uns Artikel, die wir miteinander über Ländergrenzen hinweg erstellen; wenn sie darüber hinaus, wie der Flügelaltar von Schloss Tirol, größere Resonanz finden, freut uns das besonders.

Neu-Autoren: Anfangs suchten Leute Kontakt zu WAF, die Probleme hatten mit ihren ersten Gehversuchen in Wikipedia. Typisches Beispiel ist der Artikel Verein zum Schutz der Bergwelt, dessen Autor uns um Hilfe bat. In einem kleinen WP-Crashkurs halfen wir ihm, die Hürde zu nehmen, was so gut lief, dass noch zwei weitere Neu-Autorinnen aus seinem Verein hinzukamen, eine davon mit inzwischen 49 Edits. Bis heute fand im Rahmen von WAF ein gutes Dutzend Neu-Autoren den Weg zu Wikipedia. Den Letzten setzten wir im August 2018 mit Hilfe eines WikiMUC-Kollegen im Münchner Wikipedia-Space aufs WP-Gleis. Entscheidend für diesen Erfolg bei der Werbung von Neueinsteigern ist eine Kultur der Freundlichkeit bei uns im WikiAlpenforum und ein kreatives Klima für die Mitarbeit. Einer der Neu-Autoren mit einem Faible für Alpinpflanzen öffnete uns sein umfangreiches Foto-Archiv und lud einiges davon auf Commons hoch.

Dokumentation: Die Treffen und Veranstaltungen und die in deren zeitlichem Umfeld entstandenen Contents in den verschiedenen Wikipedia-Projekten sind auf der WAF-Dokumentationsseite niedergelegt, jeweils mit Verweis auf die in Commons hochgeladenen Bilder, insgesamt bisher 3060 Bilddateien, untergliedert in 53 Kategorien. Bei den Bildern war die ertragreichste Veranstaltung bisher WAF on Tour in Bern, bei den Artikeln WAF on Tour Trient, wo auch zahlreiche Artikel in der italienischen Wikipedia neu entstanden. Die hauptsächliche Artikelarbeit im Rahmen von WAF fand und findet nicht in unmittelbarem zeitlichen Zusammenhang mit den WAF-Veranstaltungen statt, beispielsweise in den Bereichen Alpenküche und Alpenpflanzen. Durch die Aufnahme und Erweiterung von Daten mit Alpenbezug in Wikidata konnten Infoboxen sprachübergreifend verbessert und Übersichts-Listen wie List of mountain huts in the Alps sowie Rifugi delle Alpi erstellt und aktualisiert werden.

Kooperationen: Natürliche Partner von WAF sind alpenaffine Einrichtungen und Institutionen wie Alpenvereine, Naturschützer, Alpengärten, botanische Gärten sowie Museen und Sakralkunststätten in den Alpenregionen, darüber hinaus Bibliotheken und Bildungseinrichtungen an Orten, an denen WAF-ler sich treffen. Die Treffen fungieren zum einen als Türöffner für die WP-Artikelarbeit. Zum anderen bieten sie den Gastgebern die Möglichkeit, ihrerseits Anregungen in Richtung Wikipedia zu geben, beispielsweise beim Besuch der Bayerischen Staatsbibliothek, bei dem die Bibliothek uns umfangreiches Material zum Thema Alpenüberquerung präsentierte und bei der Gelegenheit bat, bei einem lange Zeit schwelenden Editkonflikt im Artikel zur Bibliothek behilflich zu sein. Die Kollegin Geolina löste das Problem, ganz nebenbei bot die Bibliothek Autorinnen und Autoren von Wikipedia kostenlos Benutzerausweise in einer Kategorie an, die normalerweise Journalisten und Wissenschaftlern vorbehalten ist. Etwa zwei Dutzend Wikipedianerinnen und Wikipedianer haben von dem Angebot bisher Gebrauch gemacht. Ähnliche Erfahrungen machten wir mit dem Botanischen Garten in München, wo die Leiterin der Alpinpflanzenabteilung inzwischen Wikipedia-Autorin ist und von Mitarbeiterinnen in ihrem Bereich berichtete, die gern in Wikipedia editieren möchten.

Förderung: Von den bisherigen 25 Veranstaltungen und sechs informellen kleineren Treffen des WikiAlpenforums wurden nur wenige gefördert. Die Teilnahme von Wikipedianerinnen und Wikipedianern aus den 5 WAF-Ländern wurde an insgesamt sechs Veranstaltungen seitens der WM-Chapter finanziell unterstützt. Darüber hinaus trug WMDE die Kosten für Fachbücher sowie WAF-Poster und Flyer in vier Sprachen. Unter dem Strich förderten die WM-Chapter etwa ein Viertel der im Rahmen des WikiAlpenforums veranstalteten Treffen und Exkursionen, die allerdings wegen der großen Reisestrecken zumeist sehr kostenintensiv waren.

Öffentlichkeitsarbeit: Kontakte zu den Medien, vor allem zu den Zeitungen an den Veranstaltungsorten, sind wesentlicher Bestandteil der Aktivitäten des WikiAlpenforums. Wesentlich hierbei sind auch Kontakte mit Experten, Influenzern und Multiplikatoren in den alpenaffinen Einrichtungen wie Deutscher Alpenverein, Naturschutzverbänden und Kultureinrichtungen. Dazu zählt auch der Kontakt mit und das Feedback mit in WP-Personenartikeln Portraitierten vor Ort. Mit Jan Apel, Leiter der Kommunikation von WMDE, gab es am 4. Juli 2018 in der WMDE-Geschäftsstelle ein Gespräch über die Intensivierung der Medienarbeit im Umfeld von WAF-Veranstaltungen. Für den +WAFtreff in Salzburg hat der Kollege Schmeissnerro die mediale Begleitung von Salzburger Nachrichten, Kronenzeitung und ORF bereits aufgegleist.

Noch ein Hinweis: Wie eingangs erwähnt, verstärken die Kollegen Liberaler Humanist und Wikiolo künftig das WAF-Team. Cristian und ich haben uns aus dem operativen Geschehen des WAF-Projekts zurück gezogen, wir sind nicht mehr in der WAF-Orga, begleiten aber weiterhin das Projekt, indem wir gelegentlich gerne zu den +WAFtreffs kommen, der nächste und vorerst vermutlich für längere Zeit auch der letzte ist für mich der +WAFtreff in Salzburg, natürlich werden wir die in dieser Zeit kreuz und quer durch die Alpenländer gewachsenen Freundschaften weiter pflegen und uns miteinander an dem einen oder anderen alpenaffinen Thema verlustieren. Mein Fernziel ist und bleibt eine Alpenüberquerung zu Fuß, angepeilt für 2020. Pi, 10.10.

Atamari reflektiert über die WikiCon 2018

Die Kantonsschule am Burggraben (oberhalb der Bildmitte), gesehen vom Dreilindenweg aus auf dem Freudenberg oberhalb der Stadt St. Gallen am 5. Oktober 2018 während der Konferenz Wikipedia:WikiCon 2018
Vermicelle mit Vanilleeis und Schlagrahm

Eine ganz persönliche Rückschau auf die WikiCon 2018 von Atamari:

Wieder ist eine WikiCon am letzten Wochenende zu Ende gegangen. Ein Highlight im Wikipedianischen Jahr. Wieder hatte man zahlreiche Gespräche geführt und neue Bekanntschaften – nun im Real Life – geschlossen. Auch konnte man über einen Konflikt sprechen, der nun doch ein paar wenige Jahre zurückliegt. Dieser Konflikt hatte mich damals sehr verärgert, geklärt war das online bis zu diesem Jahr überhaupt nicht. Aber das freundliche Gespräch verlief so, dass ich glaube, dass die zukünftige Zusammenarbeit kooperativer sein wird. Bei einem anderen Gespräch erzählte ich einem Benutzer über meine Artikelarbeit zu einem westafrikanischen Staat, es war ihm anzumerken, dass diese Arbeit und das Beobachten der politischen Entwicklung des fremden Staates auch sehr spannend sein kann. Gemeinsam ergaben sich im Gespräch weitere Ideen für die langfristige Artikelarbeit. Das sind nur Beispiele der vielen Gespräche. An diesem Wochenende lernte ich auch neue Speisen, wie beispielsweise Vermicelles, kennen. In meinem Leben war ich zum ersten Mal in der Schweiz, eigentlich müsste ich als Wuppertaler Angst haben. Denn auf Wuppertal sind die Schweizer [Banker] nicht gut zu sprechen. Denn es waren Wuppertaler Steuerfahnder, die die sogenannten Steuersünder-CD auf einem nicht ganz sauberen Weg erworben hatten. Die Steuerfahnder stehen, soweit ich weiß, auf der Most-wanted-Liste der Schweizer Strafverfolgungsbehörden. Aber ich konnte keine Feindschaft – seitens der Gastgeber – in Bezug auf meine Herkunft spüren, im Gegenteil…

Hmmm… da war noch was…

Ach ja, nächstes Jahr soll die WikiCon in Wuppertal stattfinden. Ich soll mich freuen… na ja… ich habe da ein ganz tolles Gefühl, wenn ich meine Stadt präsentieren darf. Aber… aber… die Veranstaltung „WikiCon“ ist nun jedes Jahr besser geworden. St. Gallen (WikiCon 2018) hat die Latte nun wieder höher gelegt, meine Anerkennung dafür – man kann es kaum noch besser machen. Eigentlich bin ich kein konservativer Mensch, aber für die nächste WikiCon will ich auch das bewährte Konzept belassen. Aber sicherlich wird es auch hier und da Duftmarken von mir und dem Team geben. Der nächste Schritt wird sein, dass wir aus einem Bewerberteam ein Organisationsteam machen. Ein paar Gespräche bzw. schriftliche Dialoge sind schon geführt worden. Die zahlreichen Zusagen erfreuen mich sehr, besonders freut es mich, dass die Wuppertal Community, die unter anderem aus meiner Person besteht, nun weiter mit Benutzer:Morty und Benutzer:-wuppertaler verstärkt wird. Und auf die Teamarbeit zähle ich bei diesem Projekt ganz. Habe ich bei dem größeren GLAM-Projekt „Pissaro“ die meiste Planungsarbeit (mit Unterstützung von Barbara und Lilli aus Berlin) geleistet – geht es bei dieser Größenordnung mit mehr als 300 Teilnehmern nicht alleine. Als mich Achim im Sommer gefragt hatte, als ich zum wöchentlichen Treff ins Lokal K kam: „Machen wir die nächste WikiCon in Wuppertal?“ antwortete ich ihm: „Das können wir gerne machen – aber dazu brauchen wir ein ganzes Team“. Achim offenbarte mir schnell, dass die Frage mehr scherzhaft gemeint war. Dennoch bleibt es bei dieser Projektidee, wobei wir trotzdem eine Phase hatten, in der wir vielleicht noch vier Wochen überlegten, ob wir überhaupt „in Konkurrenz“ gegen Innsbruck antreten sollten. Nun denn, die Jury hat entschieden und dem Bewerbungsteam das Vertrauen ausgesprochen.

Der historische Kaiserwagen

Die ersten Ideen sind im Kopf und es ist ja eine Selbstverständlichkeit, dass man darüber noch nicht öffentlich sprechen kann. Was sich wohl jeder potentielle Besucher erhofft, dass man mit dem Kaiserwagen der Wuppertaler Schwebebahn fahren kann – kann ich mit dem heutigen Stand auch nicht versprechen. Die Auslieferung der Generation 15 der Schwebebahn soll im Sommer 2019 abgeschlossen sein und dann soll es für den Kaiserwagen einen längeren Wartungsaufenthalt geben, bei dem die Motoren ausgetauscht oder auf eine höhere Stromversorgung umgerüstet werden. Dabei soll ein modernes Bahnbeeinflussungssystem eingebaut werden. ata, 09.10.18

WikiCon hat in St. Gallen stattgefunden

WikiCon-Logo-2018-red-square (quer).png

Dass die WikiCon 2018 in St. Gallen bereits vorbei ist, ohne bislang hier Erwähnung zu finden, ist natürlich schade - aber gerade deswegen ist ein kurzer Erlebnisbericht sicherlich sinnvoll. Und zwar aus der Sicht eines Offline-Neulings: Nach vielen Jahren des Editierens im Online-Kämmerlein habe ich erstmals den Schritt gewagt, mit Wikipedianern im echten Leben zusammenzutreffen. Mir wurde geschrieben, dass ich es nicht bereuen würde. Nach drei wunderbaren Tagen in der Schweiz bereue ich bloss, dass ich es nicht schon viel früher getan habe: Kost, Logis und Reisekosten wurden bei rechtzeitigem Antragstellen gefördert; die Anmeldeprozeduren waren überhaupt nicht bürokratisch, sondern direkt und unkompliziert; viel zu lange habe ich gedacht, ich sei einfach noch nicht lange genug in den Wikiprojekten aktiv um mitzureden. Oder gar, dass ein Treffen von Wikipedianern mit viel Zank und noch mehr Streit verbunden sein muss. Dabei ist der direkte Kontakt zum Rest der Community so einfach! Liebe Leute, macht es einfach und lernt diese Community kennen: Herzlich, offen, freundlich, höflich, respektvoll und natürlich stets bemüht, alles besser zu wissen. Menschen nach meinem Geschmack!

Was mich bewogen hat, ausgerechnet diesmal zu kommen? Ein Reisebus war organisiert worden, sodass es mir als (bislang) kontaktscheuem Benutzer ermöglicht wurde, mich nicht einmal um die Anreise selbst kümmern zu müssen. Für grössere Gruppen von Langstrecken-Anreisenden kann ich diese Reiseform nur empfehlen - dadurch hat für uns Busfahrende die WikiCon bereits zehn Stunden früher angefangen und hat auch erst acht Stunden später aufgehört als für einen grossen Rest der Teilnehmer. Unterwegs konnten wir uns alle wunderbar unterhalten, austauschen, einander zuhören oder auch lesen, recherchieren und editieren. In St. Gallen angekommen, haben wir damit direkt in grosser Runde weitergemacht: im Rahmen von Vorträgen und dem Smalltalk dazwischen, beim Essen traditioneller schweizerischer Delikatessen, beim zwanglosen Zusammensein in den Abendstunden. Ein zentrales Thema, um das niemand auf der Con herumkommen konnte, war WikiData, doch auch der Rest der Talks war anregend und ideenreich. Und habe ich die vielen grossartigen Wikipedianer schon erwähnt, die man treffen kann, wenn man nur will?

Und letztlich möglich gewesen war all das auch nur dank einer reibungslosen Organisation: Räume, Orga, Essen, Bus, Orga, Kosten, Formulare, Orga, Material, Deko, Besetzung der Infostände und alles was im Hintergrund ablief und nicht im Rampenlicht stand. Dafür gebührt den Helferteams und insbesondere dem Organisationskomitee mehr Lob und Dank, als ich beim Schreiben dieser Zeilen jemals ausdrücken könnte.

tldr: Ihr wart einfach wunderbar! Alle. Und natürlich komme ich wieder. (Enyavar, 7.10.'18)

Wikipedistischer Nobelpreis 2018

Logo der Nobelstiftung

Da ist sie wieder - die Nobelpreiswoche! Für die Wikipedia-Sprachversionen ist es die jährlich wiederkehrende Herausforderung, der plötzlich an bestimmten Personen interessierten Öffentlichkeit entsprechende Informationen zur Verfügung zu stellen. Wer hat zum Zeitpunkt der Verkündung bereits Artikel im Artikelnamensraum zu den Erwählten zu bieten? Außerdem steht die Frage, welcher Nutzer in unserer Sprachversion die meisten Artikel hierzu anlegte, also wer Träger des wikipedistischen Nobelpreises der deutschsprachigen Wikipedia ist. Verdient macht sich in der deutschsprachigen Wikipedia da das Nobelpreisträgerprojekt.

Nach dem fünften Tag und zwölf Nobelpreisträgern ergibt sich folgender Endstand:

Platz Sprachversion Zahl der Treffer Platz Vortag Endplatzierung Vorjahr
1 Deutsch (de) 10 1 1
1 Englisch (en) 10 1 1
1 Russisch (ru) 10 1 5
4 Portugiesisch (pt) 9 1 3
5 Französisch (fr) 7 6 10
5 Chinesisch (zh) 7 6 4
7 Persisch (fa) 6 5 10
7 Hebräisch (he) 6 8 10
7 Japanisch (ja) 6 8 6
10 Spanisch (es) 5 12 6
10 Polnisch (pl) 5 12 10
10 Ukrainisch (uk) 5 8 27
13 Katalanisch (ca) 4 8 20
13 Koreanisch (ko) 4 12 10
13 Niederländisch (nl) 4 12 10
13 Schwedisch (sv) 4 19 6

Weitere sechs Sprachversionen konnten jeweils drei, weitere neun Versionen zwei und weitere 15 Versionen einen Artikel aufweisen.

Platz Benutzer Zahl der Treffer Platz Vortag Endplatzierung Vorjahr
1 Claude J 5 1 2
2 Chickchick77 1 2 -
2 Drahreg01 1 2 1
2 Ephraim33 1 - 3
2 Kaiser.matthias 1 - -
2 Pyromg 1 2 -
  • Der Medizinnobelpreis ging an Tasuku Honjo und James P. Allison. Gleich sieben Sprachversionen hatten alle beide im Portfolio und gingen so in Führung; weitere sechs konnten zumindest einen aufbieten. Dass die deutschsprachige Version zwei Treffer landete, lag an den Benutzern Claude J und Drahreg01, die 2012 bzw 2013 jeweils eine der Biografien angelegt hatten.
  • Den Nobelpreis für Physik erhielten Arthur Ashkin, Gérard Mourou und Donna Strickland. Für Ashkin (8 Sprachversionen) und Mourou (6) gab es schon in einigen Sprachversionen Artikel, darunter auch jeweils in de, an Strickland scheiterten jedoch alle. Die wp.en ging hier haarscharf an der alleinigen Führung vorbei, da ein seit längerem schlummernder Artikelentwurf nicht das Licht des Artikelnamensraums erblickt hatte. Meldungen wonach ein Strickland-Artikel auf der wp.de wegen URV-Verdacht gelöscht worden wäre, waren falsch und bezogen sich wohl ebenfalls auf die englischsprachige Ausgabe. Die Führungsgruppe besteht nun aus vier Sprachversionen. Neben Deutsch, konnten auch Englisch, Portugiesisch und Russisch vier der bisherigen fünf Preisträger aufbieten. Die beiden neuen deutschsprachigen Treffer erzielte Claude J mit Artikelanlagen in den Jahren 2010 und 2012. Claude J geht damit in Führung.
  • Über den Nobelpreis für Chemie konnten sich auch drei Preisträger freuen. Wiederum war ein Preisträger, George P. Smith, in keiner Sprachversion vertreten. Frances H. Arnold (12) und Greg Winter (9) waren da bekannter, insbesondere die führende Vierergruppe, darunter auch de, hatte die Beiden auf dem Schirm. Die Verfolger, angeführt von Persisch (fa), fielen da etwas zurück. Die beiden Treffer der wp:de haben wir wieder Claude J zu verdanken und wurden 2011 bzw 2013 angelegt. Claude J, letztes Jahr Zweiter, zieht damit dieses Jahr fast schon im Alleingang seine Bahnen.
  • Der Friedensnobelpreis ging nicht ganz unerwartet an Denis Mukwege (32 Sprachversionen) und Nadia Murad (34), die von den an der Spitze liegenden Sprachversionen auch jeweils mit Artikeln bestückt waren, so das die Führungsgruppe aus de, en, pt und ru auch weiter zusammen bleibt. In der wp.de sorgte Pyromg 2009 (Mukwege) und Chickchick77 im Jahr 2016 (Murad) für die Artikelanlagen.
  • Den Alfred-Nobel-Gedächtnispreis für Wirtschaftswissenschaften teilten sich dieses Jahr William Nordhaus (15) und Paul Romer (16). Bei Letzterem schwächelte nun in letztem Moment die wp.pt. Die Persische Sprachversion hatte bei den Wirtschaftswissenschaften einen kompletten Blackout und fiel nun noch zurück, während Französisch und Chinesisch vorbeizogen. Die deutschsprachigen Artikel legten Kaiser.matthias (2008) und Ephraim33 (2007) an. (Der Literaturnobelpreis wurde in diesem Jahr nicht vergeben.)

Fazit: de: und en: liegen wie schon in den letzten Jahren an der Spitze, diesmal konnte jedoch auch ru: mithalten. Alle drei zeigen sich bei den Wissenschaftsbiografien recht gut aufgestellt, hatten jedoch zwei Preisträger nicht dabei. Diese Außenseiter wären die Voraussetzung für die alleinige Führung gewesen. Dass wiederum gute Abschneiden der deutschen Sprachversion dürfte insbesondere auch am von Ephraim33 initiierten Nobelpreisträgerprojekt liegen. Der diesjährige Nobelpreis für die deutschsprachige Wikipedistik geht aber an Claude J, der fünf der zehn deutschsprachigen Treffer erzielte und damit nach 2016 erneut gewann. Herzlichen Glückwunsch! Ihm und den anderen bei Anlage und Ausbau der Artikel Aktiven sei herzlich gedankt! Wer Anregungen für noch anzulegende mögliche Nobelpreisträger sucht wird hier fündig.O2 ab 01.10.

Löscheritis nun auch im Löscheritis-Thread

Ein Löschgeier bei seiner Arbeit in der deutschen Wikipedia

Und gleich zuvörderst: Bin ja gespannt, ob jetzt auch dieser Artikel hier mal wieder DER DERzeit herrschenden Löscheritis zum Opfer fällt (ja, Computer-Viren sind echt häßlich). Aber zum Anliegen: wir sind es hier ja gewöhnt, daß selbsternannte Hausmeister etc. die Disk. auf- und beräumen (vgl. Benutzer:Geräumt und ähnliche Auftritte). IdR (in der Regel) betriffts einzelne Wortbeiträge. Letztlich wurden des Öfteren auch ganze Abschnitte geräumt: Keine Party (zum Ersten), Keine Party (zum Zweiten), Artikel mit nicht behebbaren Qualitätsmängeln, Keine Party (zum Dritten) und selbst Schwere Löscheritis (zum Ersten) und Schwere Löscheritis (zum Zweiten) incl. Keine Party (zum Vierten!), womit wir mMn nun schon bei schwerster Löscheritis wären. Natürlich wird das Ganze mal wieder begleitet von Beitragslöschungen wie hier in Keine Party oder eines Edits von mir in Schwere Löscheritis (zum Ersten), zum Zweiten und zum Dritten!. Um diesen Hickhack zu stoppen, hab ich nach VM eines der Beräumer meinen Edit erst mal selbst geräumt (zum Vierten ;-)). Nebenbei: in der VM wurde kein Regelverstoß festgestellt. Die war lediglich Beschäftigungstherapie seitens der Hausmeister hier. Die scheinen über genügend Zeit für solche Spielchen zu verfügen. Mir persönlich würde es nicht im Traume einfallen, die Disk.-Beiträge anderer zu zensieren - dies zeugt auch nur von eigener argumentativer Schwäche und ist oberpeinlich. Wir hatte das schon so etliche Jahrzehntchen: Ich kanalisiere jetzt die Diskussion ... (besonders ausgeprägt während Glasnost und Perestroika). MMn hätte das hier auch auf der Disk. stehen können, weil derart miese Praktiken auf der Disk. auch auf der Disk. besprochen werden könnten, doch gibt es hier immer wieder Oberschlaue, die meinen, wenn es keinen Bezug zu einem Kurierartikel gibt, reingrätschen (sprich löschen) zu können. Diesem Argument ist nun ein Riegel vorgeschoben. met

Brandenburgische Jagdpartie

Verkleideter Mops mit imposantem Halsband *knurrrr*
Geplant war ein romantischer Grillabend mit einem atombombenähnlichen Sonnenuntergang (siehe dazu Fotos vom Wettbewerb WLE) am Ufer des Grunewaldsees. Leider war Petrus anderer Meinung, wir mussten uns unter die Loggia zurückziehen.

Mops und Mastino, Dogge und Dackel, Promenadenmischung und reinstgezüchtete Modehunde, nebst den dazu passenden Herrchen und Frauchen aus dem wohlhabenden Westberliner Westen bevölkern bei jeden Wetter zuverlässig das großräumige Umfeld des Berliner Jagdschlosses Grunewald. Kleine schwarze Plastikbeutel an die Wildschutzzäune der Grunewaldsee-Hundebadestelle geknotet, zeugen vom verantwortungsbewussten Umgang mit den Hinterlassenschaften unserer treuen Vierbeiner. Im großen Hof des schönen Renaissanceschlosses waren die süßen Racker dann alle am GLAM-on-tour-Wochenende vom 21. bis zum 23. September auch versammelt und wollten nur spielen. Mittendrin auch etwa 18 Wikipediaautoren und -fotografen, die weniger spielen, als sich vielmehr, professionell begleitet, die Sammlungen des Schlosses zeigen lassen wollten, denn es beherbergt neben historischen Artefakten aus der Geschichte der herrschaftlichen Jagd, auch eine bedeutende Kunstsammlung mit den Werken des älteren und jüngeren Lucas Cranach sowie ihrem Umfeld. Herr Dr. Dilba und Frau Külow von der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg erweiterten in ihren ausführlichen Schlossführungen das Wissen der Wikipedianer. Bereitgestellte Literatur, eine umfassende Fotogenehmigung und natürlich Speis & Trank trugen zu einer gelungenen Veranstaltung bei. Fast alles klappte dank der guten Organisation der Kollegen Julius1990 und Holger Plickert und seinen Kollegen und Kolleginnen vom Verein Wikimedia Deutschland reibungslos. Die enzyklopädischen Ergebnisse werden jetzt langsam sichtbar, die Commonskategorie füllt sich allmählich mit den geschossenen Fotos, manch umfangreicher Artikel reift noch im Benutzernamensraum, doch das Ergebnis kann sich schon jetzt absolut sehen lassen. Allen Organisatoren und Helfern von WMDE und vor allem der Preußischen Stiftung sei Dank ausgesprochen, denn es ist unübersehbar: Wichtige kulturelle Institutionen sehen die Wikipedia immer mehr mit anderen Augen als noch vor Jahren. Ein Grund ansatzweise etwas stolz zu sein? Doch dann ein dumpfer satter Schlag, der für Erschütterungen sorgte. War es eine Bombe? Ruhig Blut, solche Detonationen kommen vom Sprengplatz Grunewald, wie eine Mitarbeiterin des Schlosses beruhigend berichtete. Kein Kläffen mehr, Bellen oder Jaulen, dafür abendliche Grillwürstchen für Autoren und Fotografen. Sc, 23. September 2018

Hat Wikipedia die Offenheit verloren, mit der sie wirbt?

Einerseits lässt man eingearbeitete Neulinge nicht Admin werden, andererseits herrscht groteske Willkür gegenüber den dazugekommenen. Hinter ihnen werden Sockenpuppen, Verschworene oder Saboteure vermutet. Das hat schon Gemeinsamkeiten mit einer großen Propagandamaschine, die für Fehler Schuldige und Schuhabtreter benötigt. So kommt es sogenannten Mitautoren mehr darauf an, auf die Beträge zu achten, was früher in den Richtlinien als „Stelle anderen Benutzern nicht nach“ ausgeschlossen war. Stattdessen ein In-Abrede-Stellen und Kontrollieren vor Benutzern nach dem stalinistischen Motto „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser“. Aber der dazugekommene Autor schreibt einfach nicht in dem Stil wie manch verstorbener oder verlorener Mitautor.

Offensichtlich wird das Projekt Deutsche Wikipedia nicht nur als „Spiegel der Gesellschaft“, sondern auch als Tummelplatz von Influencern genutzt, die bekämpfen was sie nicht verstehen und nicht verstehen wollen. Der Idealismus, freies Wissen vorzuenthalten, wird dabei totgetreten und rigoros zertrampelt. Ein Buch zu besitzen, nach dem repariert wird und Schaltpläne enthalten sind, ist dabei egal, da wird die technischen Sachkunde den Verschwörungstheorien der Verkäufer überlassen, denn das gekaufte Buch ist nicht im Netz der Weltweiten Müllhalde (WWW) zu finden und scheint es Sinn zu machen, seinen jüngeren Mitmenschen die Grundlagen eines Handwerks und einer Wertschöpfungskette vorzuenthalten. Man könnte sich schon fragen, wenn man Grundlagenwissen aufgibt, ob man zum Berater für Sozialhilfeempfänger wird, und damit Hopfen und Malz verloren glaubt.

Selbst wenn sie so dermaßen vom anderen Ufer sind, dass sie ihr vermeintliches Wissen über den Umgang mit göttlichen Gaben am ungeeigneten Platz anzuwenden mutmaßlich zu wissen – vorgeben – und auf andere projizieren, ist das mehr als unerhört. Sie zerstören die Perspektiven junger Leute. Es verfolgen gerade diese Influencer die Maßnahmen gegen andere Mitautoren und machen Wikipedia zu einem Ort der Willkür, Des- und Falschinformation, da von einem ihnen persönlich verhasstem Autor eingebracht. Das Betragen wird zur großen Hürde. Falschinformation hält sich, da die Kontrolleure selbst nicht weiter wissen.

Viele hatten es persönlich genommen und resigniert der Wikipedia den Rücken gekehrt. Es scheint ein unwiederbringlicher Verlust zu sein, die Vergraulten wieder ins Boot zu holen. Reformierbar ist, wenn ein Umdenken noch möglich ist. Unterdessen verhärten sich die Fronten, und wenn es um politische Themen geht, finden sich Geldgeber, die Recherche und Propaganda betreiben und einzelne Mitglieder an ihrer Menschlichkeit aus der Community schießen, die sich dabei fragen muss, wohin sie sich entwickelt hat und ob es sie jemals gegeben hat?

Und Wikipedia hält der Gesellschaft dabei abermals den Spiegel vor und zeigt, wie diktatorisch eine Demokratie sein kann, was nahezu reif Hollywood wäre, könnte man es in Ton und Bild fassen, wenn es nicht am Verständnis und der Offenheit der Allgemeinheit für diese Themen fehlen würde, für die eine Gesellschaft noch erst heranreifen muss. Unterdessen wird in einer realen Welt die Sackgasse die Primitivität durch Repression gelehrt und durchgesetzt, und alle anderen sind ja so böse und passen einfach nicht in das Weltverständnis einer anderen Kultur, die sich auseinander entwickelt hat.

So gesteht man peinlichst ein, dass das, was man genau vermeiden wollte, in der Mitte der Gesellschaft angekommen sei. Von der der jeweilige Intelligenzquotient nicht genügt, um die Abstraktion der anderen Weltsicht zu verstehen und einordnen zu können. Früher sagte man noch im Schwabenland: „Schwätz mit mal ne Mark in’d Tasch“, also „Rede mit mal einen Euro in die Tasche“. Gemeint war das Gegenteil, sich den Euro aus der Tasche redenzulassen. Und so wird mit einen Lehrer, der neunmal-schlaue Klugscheißer und geglaubt wird dem Influencer, der das Wissen als Eselsbrücke zum Verkauf seiner Werbung liefert.

So zeigte sich, dass Offizielle auch Fehler machen und dafür nicht belangt werden, weil sie sich herausnehmen, was sie anderen verbieten und ihre Empörung dokumentiert wird, wie sie sich darüber aufregen, dass nicht das eingetreten ist, was sie erreichen wollten, aber die primitive Lust der Vergeltung gewiss erscheint. Stattdessen versucht man noch Wikipedia zu zensieren, mit dem Erfolg, dass einem das Scheitern darin schon auf die Stirn geschrieben ist. Unterdessen fragen sich die anderen, was ein Beruf ist und Jüngere fragen sich, welchen sie mal ergreifen wollen.

Und Wikipedia hält der Gesellschaft erneut den Spiegel vor, und zeigt welche Lehren sich aus den Abgründen jenes Verständnisses schon aufgetan haben, es waren Hass, Zensur und Diktatur, sowie Raum für Verschwörungstheorien, die die ganze Politiken gestalteten. Nur hatte man seinerseits diese Wissen aus den Schulbüchern verbannt. Zuvor wurden sie noch verbrannt. Und man wunderte sich, wie weit man zurückfallen kann, hätte man es einfach nur gewusst, egal wie es dort und wo auch immer geschrieben stand. Unterdessen sind andere niedere Probleme Maßstab der täglichen Arbeit. Ist das keine Einladung zur Manipulation? Und wie viele Manipulationen muss einer widerlegen, um glaubwürdig seine eigene einzubringen? Und wie subtil müsste sie sein? hh, 23.09.2018

Die neuen Anredeformen

Auf die richtige Haltung kommt es an

An neuen Anredeformen – betreffend die Konventionen, wie sich Wikipedia-User, -Admins und Externe gegenseitig anzureden haben – wird aktuell fieberhaft gearbeitet. Ob die altbetagten WP:Wikiquette ein Erweiterungsmodul erhalten oder ob das Regelwerk durch eine zusätzliche Seite (eventuell unter dem Titel WP:Anredekonventionen 2018) ergänzt wird, ist noch nicht raus. Die wichtigsten Veränderungen hier schon mal im Überblick:

  • User-Anrede: Admins sind ab sofort stets mit ihrem vollständigen, korrekten Namen anzureden. Ob Anrede oder Erwähnung in formloser Manier erfolgen (Beispiel: Max Mustermann), mit Link zum BNR (Beispiel: Max Mustermann (A)) oder mit der zusätzlichen Angabe „Benutzer:“ (Beispiel: Benutzer:Max Mustermann (A)), ist aktuell in Klärung; Tendenz jedoch ist, alle vier Formen zu erlauben. Ebenfalls noch in Klärung ist die Frage, wie in den Fällen zu verfahren ist, bei denen Accountname und Signaturname voneinander abweichen (Beispiel: Accountname „Max Mustermann“, Signaturname: „Dirty Harry“). Da hier nur schwer eindeutige Klarheit zu erlangen ist, soll eine zuständige Anfrageseite erstellt werden, auf der – nach Ausfüllung eines Musterformulars – über die korrekte Anredeform Auskunft erteilt werden kann. Bei den restlichen Namensanreden bleibt alles, wie es ist. Konkret: Sofern es sich bei Max Mustermann nicht um einen Admin handelt, können – wie bisher – sowohl „Max“, „Mustermann“ als auch die bei vielen beliebte Kurzform „MM“ zur Anwendung kommen.
  • Verwendung von verballhornenden Ansprechformen: Verballhornende Anredeformen bleiben wie bisher unerwünscht. Bei User(inne)n, die nicht wirklich zu unserer Gemeinschaft gehören, sind allerdings bestimmte Ausnahmen erlaubt. So sind die Bezeichnungen „Jousef“ oder auch „Josele“ (für: „Jos“) erlaubt – sofern der Verwendende glaubhaft machen kann, diese in einem projektdienlichen Sinn verwandt zu haben (etwa: als Admin oder auch Ex-Admin). Bei der Formulierung dieses Punkts hat es sich die Projektgruppe nicht leicht gemacht. Entsprechend können VMs wegen derartiger Bezeichnungen künftig wegen Verstoßes gegen WP:BNS sowie die neue Richtlinie WP:AK18 sanktioniert werden.
  • Verwendung von „du“, „Sie“ und „sie“: Das kameradschaftliche „Du“ bleibt wie bislang ein eherner Pfeiler unserer Gemeinschaft. Allerdings kommt die deutschsprachige Community nicht umhin, ein paar zeitbedingte Anpassungen vorzunehmen. Die Wesentlichste: Die Anrede „sie“ (kleingeschrieben) ist gestattet, wenn der Verwender durch seine Posts glaubhaft machen kann, die Anredeform lediglich in ausgrenzender, pejorativer Absicht zu verwenden. Eine formelle Rückkehr zur „Sie“-Anrede (großgeschrieben) hingegen ist, weil diese den Projektzielen widerspricht, in Zukunft STRIKT UNTERSAGT und kann schwere Sanktionen nach sich ziehen. Dies gilt insbesondere für die Ansprache von Externen – etwa Pressesprecher von Firmen, Künstler oder andere Personen, die auf Wikipedia ein verifiziertes Konto eröffnen. Ausnahmen – etwa bei der Bundeskanzlerin oder auch bekannten Politikern wie etwa Herrn Gauland oder Frau Weidel – sind angedacht. Bis eine endgültige Klärung erfolgt, sind Ansprachen von Außenstehenden daher nur von Admins oder Angehörigen von WMDE vorzunehmen. Stammtische bleiben von dieser Regelung unberührt – was konkret heißt: Kellner und Kellnerinnen können wie bisher wahlweise mit „Sie“ („Herr Ober, die Rechnung bitte!“) oder „Du“ („Lizzy – kommst du mal gerade?“) angesprochen werden. rz, 21. September 2018

In Zeiten des abnehmenden Wikipedia-Editors

Ich war heute im Kino. War spassig. Früher kam ich nicht dazu, aber es war dennoch schön, noch Hotel Transsilvanien 3 – Ein Monster Urlaub auf der einigermaßen großen Leinwand sehen zu wollen. Hinterher schaue ich mir dann gerne eine kleine Kritiker-Zusammenstellung an, der Teil bei Wikipedia ist da meist recht gut geeignet. Aber. Nunja. Man sieht es ja. Der Link ist noch rot. Bei einem derartigen Blockbuster ist der Link noch rot. Ich glaube nicht, daß das 2006 möglich gewesen wäre. Oder 2009. Oder 2014. Oder noch 2017. Woran mag das wohl liegen?

Die Theorien über den Mitarbeiterschwund bei Wikipedia sind Legion, am häufigsten wird verbreitet, es ist wegen der hiesigen Diskussionskultur, weshalb uns auch die weiblichen Autoren zu einem großen Teil fehlen. Mag sein, daß da auch was dran ist. Ich bin ja ohnehin der Überzeugung, es gibt keine monokausale Antwort. Doch der Rotlink hat mich heute wirklich zum Nachdenken gebracht. Es ist ja zudem nicht gerade so, daß die vorhandenen neuen Artikel in der Mehrzahl in diesem Bereich sehr umfangreich gewesen wären (Ausnahmen bestätigen die Regel natürlich). In der Musik ist es nicht anders. Oder im Bereich Fernsehen. Oder bei den Comics. Selten sind Artikel heute noch mehr als der technische Apparat. Bei Liedern erfährt man zwar, wer die Backing-Vocals gesungen hat (steht ja im Booklet, kann man leicht abschreiben) und welche Chartplatzierung etwas erreicht hat. Aber worum es in einem Song geht, erklären uns die Autoren doch sehr selten. Und nicht alle Lieder sind reines, simples Lala-Gedudel.

Wo ist also das Problem? Es ist die Abneigung der deutschsprachigen Wikipedia-Community gegen Popkultur. Artikel über fiktive Figuren? Na vielleicht gerade so zu Robin Hood und Micky Maus, vielleicht noch zu Superman, Batman und Spider-Man. Aber das war es dann auch, wie ein Meinungsbild vor Äonen einmal fest gelegt hat. Angeblich ist hier alles schon geschrieben, der Einstieg deshalb so schwer. Oder ist es vielleicht so, daß der Einstieg so schwer ist, weil wir sicher mehr als der Hälfte der Neuautoren sagen, daß das was sie interessiert und worüber sie schreiben wollen unwichtig und uninteressant ist? Jemand möchte über einen Film schreiben, der erst in drei Monaten raus kommen soll - ne, gibt es nicht. Gelöscht oder irgendwo hin verschoben. Autor? Weg. Eine Autorin möchte über eine Junioren-Weltmeisterin im Badminton schreiben? Ist nicht. Unsere Regeln sagen ja, solch unwürdige Sportler kommen doch nicht in unsere elitäre Enzyklopädie. Jemand möchte über eine Serienepisode schreiben, die keinen Preis gewonnen hat? Ojemine. Oder über eine Künstlerin, die erst zwei Ausstellungen in ihrer Heimatregion hatte (aber immerhin super Kritiken!) – aber doch nicht in de:WP. Jemand interessiert sich für Handys? Aber doch nicht bei uns, könnte ja Werbung sein. Da ist eine junge Frau aus der Cosplay-Szene, mit Ahnung von der Materie. Aber so etwas niederes wie Cosplay? Bei uns? Und der Neuautor im Bereich Film hält sich nicht exakt an die Vorgaben - weg mit ihm! Bei allen war Potential zu guten Autoren. Wären alle diese fiktionalen Autoren dauerhaft geblieben? Nein. Vielleicht zwei oder drei. Eine von ihnen hätte sich vielleicht darüber hinaus engagiert.

Das Potential für diese Neuautoren haben wir jeden Tag. Doch weil dieses Projekt mittlerweile so starr in seinem Regelkorset geworden ist, sind wir nicht mehr in der Lage mehr zu tun, als uns über die fehlenden neuen Autoren zu beklagen. Dann kommen Argumente wie: wenn wir auch noch zulassen, daß jetzt über Thema XXX geschrieben wird, müssen wir das auch noch pflegen, bei abnehmender Autorenzahl. Wer sagt aber, daß die Zahlen weiter abnehmen, wenn wir endlich anfangen, offener zu werden? Nicht alles Neue abbügeln, weil wir "das schon immer so machen"? Ich nehme mich da genauso in die Pflicht, auch ich stecke immer wieder viel zu fest in den alten Mustern. Wer sagt denn, daß nicht die Autorenzahlen auch wieder steigen würden, wenn wir endlich nicht mehr so einengend für Neuautoren wären? Warum bestimmt ein recht kleiner Kreis von Menschen darüber, was die Leute da Draussen interessieren darf? Und das tun wir defakto. Wir sind das Leitmedium in Sachen Wissen (ausdrücklich Wissen, nicht Information, Wissen ≠ Information). Aber was vor 10 Jahren vielleicht noch gar nicht so sehr als Teil des Wissens erkennbar war, kann das heute sehr wohl sein. So etwas ändert sich im Laufe der Zeit. Aber Irgendwann hat mal Jemand etwas in die Wikipedia-Regeln geschrieben, also ist es von Dauer?

Es gibt vier unveränderliche Grundregeln. Aber auch Sei mutig und Ignoriere alle Regeln. Diese Grundsätze sind zuletzt leider etwas verschütt gegangen, weil sie auch nicht immer ganz richtig interpretiert wurden. Ausser den vier Grundregeln und ich würde meinen, auch noch: "schreibe aufgrund valider Belege", sollte hier alles im Fluss bleiben. Und wir mit unserem Projekt flexibel. Sonst verknöchern wir und sind eines Tages steif. Wir messen uns heute noch an den gedruckten Enzyklopädien alter Prägung, obwohl wir doch schon lange selbst bewiesen haben, daß man viel weiter gehen kann und daß Enzyklopädität nur eine Sache ist, die man selbst definiert. Etwas von äusseren Rahmen Vorgegebenes. Platzprobleme haben wir aber nicht. Und warum bitte soll man sich heute nicht mehr über einen Juniorenweltmeister im Rudern von 1960 informieren können? Ich werde den Sinn hier nie verstehen. Leistung ist Leistung. Leben ist Leben.

Wahrscheinlich wird ein hilfreicher Geist jetzt kommen und Hotel Transsilvanien 3 – Ein Monster Urlaub anlegen. Vielleicht sogar in annehmbarer Qualität. Aber im Sport werden wir jenseits des Fußballs wohl keine größeren Fortschritte mehr machen. Ganze Teile der Musik und Literatur werden verwaist bleiben. Doch selbst Filmklassiker wie Hier irrte Scotland Yard, Die sündige Stadt, Ferien wie noch nie (1950), Vorwiegend Heiter, Munter und lebendig, Das Biest – La Bête oder die etwas neueren Kritikererfolge wie Halfaouine – Das Kind der Dächer, Hear my Song - Ein Traum wird wahr, Willkommen im Tollhaus und Käpt’n Abu Raed (um ein paar Filme von meiner persönlichen Bestenliste zu nehmen) werden sicher noch lange rot bleiben, weil wir einfach nicht mehr die Leute haben, die so sehr WikipedianerInnen werden, bis sie dahin kommen, solche Artikel zu schreiben. Schade. Denn besser macht Wikipedia sicher nicht das Fehlen, besser würden vorhandene Artikel sein. Dauerhaft bleibt man in diesem Projekt aber wohl eher, wenn man erst einmal über das schreiben kann, was einem liegt, was man mag, was man liebt. Und dazu gehört nun einmal ganz zu vorderst auch die Popkultur. Geben wir ihr endlich mehr Raum! MC 18.9.

Mitglieder-Event im WikiMUC

Die Tür war ab 9 Uhr offen

Heute Abend ging ein spezieller Samstag bzw. Sonnabend zu Ende, der in seiner Art ab 2019 Tradition werden wird: Ein Event für die Mitglieder, vor allem die Fördermitglieder des Vereins Wikimedia Deutschland e.V., die mit ihren Beiträgen und Spenden vieles für die Community möglich gemacht haben und dies weiterhin tun. Auch unser Münchner Lokaler Raum – mit seiner altstadtnahen Lage und guten Verkehranbindung ein Glücksfall – wird von WMDE durch dieses Spendenaufkommen finanziert.

Vereinsmitglieder, deren Postleitzahl des Wohnorts mit 8 beginnt, wurden ein paar Wochen zuvor per Mail eingeladen. Der Informationstag sollte einerseits Einblicke in die Arbeit und in die Ausstattung des „Spaces“ ermöglichen, andererseits eine Art Dankeschön sein für die erbrachten Spenden. Es waren kleine Snacks und Getränke vorbereitet worden, von der Butterbrez’n bis zum Hummus-Brötchen war einiges Leckere da. Der „Duft“ des reifen Camemberts störte nur so lange, bis er ratzeputz verzehrt war.

Intensive Information und Beratung

Wegen des nicht allzu großen Gedränges (es kamen so rund 40 Besucher) war es auch möglich, einen großen Teil der Gäste intensiv zu informieren und zu beraten. Und dies immer in der Hoffnung, dass der Funke zur Anmeldung als aktive/r Benutzer/in auf den/die Gesprächspartner/in überspringen würde. Es war vorher nicht abschätzbar, wie viele den Weg in die Angertorstraße 3 finden würden, denn möglicherweise zog es viele am ersten Samstag im neuen Schuljahr eher zum Wandern in die Berge oder zum Absegeln an einen der oberbayerischen Seen?!

Eine neue Benutzerin wird informiert

Für die Münchner Community war dieser Mitglieder-Event auch eine Art Generalprobe für den kommenden DACH-weiten Aktionstag Wikipedia 2018 (am 28. Oktober 2018), wo das Lokal WikiMUC für euch alle, liebe Benutzerinnen und Benutzer, offen sein wird. Dann ist das Oktoberfest (d’Wiesn) vorbei und auch die Landtagswahl wird in Bayern Geschichte sein. Wir haben gelernt, dass wir nicht unbedingt einen Ansturm an Wikipedianern erwarten dürfen, aber wenn es nicht so viele sind, werden wir um so intensiver unsere Erfahrungen austauschen können. Und wer die regelmäßigen Wochentagstermine am Donnerstag und Freitag zum Besuch nutzen kann, ist noch besser dran! Jedenfalls ist jede/r in der Community eingeladen, irgendwann einmal (möglichst bald ;-) !!) im WikiMUC vorbeizuschauen. D. 15.09

Neues von der Admin-Front

Bekanntlich ist Admin-Sein das Beste und vor allem Edelste, was der große Wikipedia-Erfinder Jimmy Wales seiner Menschheit respektive Community geschenkt hat. Admins sind schon von Natur aus hehr, gut, und vor allem dürfen Admins schöne, gefettete Buchstaben hinter ihrem Signet tragen. Darüber hinaus werden Admins gewählt – sind also, anders als der Erdogan in der Türkei oder der Putin in Russland, demokratisch legalisiert. So herrscht unter dem Admins eitel Sonnenschein und Freude – umso mehr, als man gemeinsame Erlebnisse hat. Zum Beispiel im Dschungelkampf. – Seien wir ehrlich; Vietnam war dagegen ein Dreck.

Nun hat es auch in Vietnam Meinungsfreiheit gegeben. Wir erinnern uns: hier die demokratischen Südvietnamesen mit dem Präsidenten, der immer so schön lacht, da der böse Vietcong. Aber auch die Meinungsfreiheit muß Grenzen haben, sonst – ihr wisst schon; da kann man sich Onkel Ho auch gleich aufs Futonsofa einladen und mit Knabbergebäck bewirten. So auch bei der neuesten Kampagne, bei der einige User anscheinend nicht wissen, wo ihre Grenzen sind. Die müssen gezeigt werden. Doch wenden wir uns lieber dem Guten, Wahren, Schönen zu. Zu einem echten Admin gehört eine standesgemässe Anrede. Das hat vor allem jener Kollege erkannt, der den Autor dieser Zeilen administriell dazu angehalten hat, ihn nunmehr stetiglich als Benutzer:Horst Gräbner anzureden. (Ich hoffe, das (A/OS) erscheint in eurem Browser mit – zumindest in dem Browser, den besagter Admin in seinem Feldlager kontrolliert, sonst bin ich wikitechnisch wohl bald ebenso weg vom Fenster wie ein gewisser Dschungelkämpfer, der gerade einen Reiseinlauf verpasst kriegt.) Salutieren, Exerzieren wie bei der südvietnamesischen Army oder Kniebeugen machen muss ich – immerhin – (noch) nicht. Ich denke jedoch, dass ich mir darauf nicht allzuviel einzubilden brauche. Die Schonfrist hat wohl eher damit zu tun, dass meine Arbeitskraft als Artikelschreiber Prolet – ich sage nur: Spenden !! – vorläufig noch gebraucht wird.

Damit uns die creepy Nordvietnams nicht alle in ihren fiesen Bambusstäbe-Löchern aufspießen, muß Disziplin natürlich sein. (An der Stelle: ALLE MAL KURZ STRAMMSTEHEN !!) Leider wissen selbst einige sogenannte Admins diese Grundtatsache des Lebens nicht hinreichend zu würdigen. So hat einer dieser Verdienstträger es kürzlich gewagt, in einem Disziplinarverfahren gegen den Autor dieser Zeilen eine abweichende Meinung zu äußern (!!). Wie sowas rüberkommt und welches Bild sowas vor dem Feind abgibt, muß ich schlachterprobten Kämpfern wie euch wohl nicht sagen. Doch es gibt Abhilfe: Via WW-Stimme hat Oberadmin Gräbner auch diesen Abweichler, der einen PA (= Angriff, Einleitung einer Tet-Offensive) nicht zu erkennen vermochte, auf geeignete Art wieder eingenordet und ihm – so der kleine Wiederanstoss des Denkvermögens nicht ausreichen sollte – immerhin gezeigt, dass Handlungen im Leben Konsequenzen haben.

So geht das Admin-Leben weiter. Manchmal passiert dies und jenes. Aber in der Regel ist es doch eitel Sonnenschein. rz, 15. September 2018

Ich habe Wikipedia manipuliert

Symbolbild

Liebe Mitwikipedianerinnen und Mitwikipedianer!
Ich muss euch ein fürchterliches Geständnis offenbaren: Ja, es stimmt. Ich habe die Wikipedia manipuliert. Jahrelang. Nein, nicht im großen Stil und Nein, auch nicht mit böser Absicht oder einem fiesen Master-Plan. Aber ich habe zweifelsohne Artikel in nicht neutraler Weise bearbeitet. Nachdem ich ein respektiertes und langjähriges Mitglied dieser Community bin, habe ich mich entschlossen, diese Beichte in anonymer Form abzusetzen. Nichts desto trotz ist jedes Wort, das ich hier schreibe wahr und unverfälscht – eine Seltenheit im Metaraum unserer Enzyklopädie.

Lasst mich euch schildern, wie es dazu kam, dass ich meine hehren Grundsätze über Bord warf und mich dazu verleiten ließ, in unenzyklopädischer Weise Artikelinhalte zu bearbeiten. Es war nicht Geld, nicht Macht und auch nicht Liebe, die mich zum Manipulator machten, sondern es begann alles irgendwann im Jahr 2009 mit einem kleinen Gefallen für einen alten Freund. Die meisten von euch werden diese Situation kennen: Der Freund kam eines Tages auf mich zu und meinte „Hey, du arbeitest doch für Wikipedia?“ – es folgte die übliche Erklärung, dass es sich dabei eher um ein Hobby als eine Arbeit handelt und ich dafür auch nicht bezahlt werde. Daraufhin bat mich mein Freund darum, ein paar Aktualisierungen am Artikel über seine Organisation (der Begriff Organisation steht hier für ein Unternehmen, eine Institution, einen Staat, was auch immer) vorzunehmen. Alles sauber bequellt mit aktuellen und reputablen Quellen, so wie wir Wikipedianer das mögen. Alles kein Problem, weshalb ich ihm den Gefallen gerne tat mit dem guten Gefühl, meinem Freund und gleichzeitig auch der Wikipedia helfen zu können. In den Folgejahren kam mein Freund immer wieder mal mit Aktualisierungswünschen auf mich zu, irgendwann bot er auch an, Fotos von enzyklopädischem Wert aus seiner Organisation für Wikipedia zur Verfügung zu stellen. All das fühlte sich noch gut, noch richtig an. Man würde diese Phase wohl nachträglich betrachtet als "Anfütterungsphase" bezeichnen.

Irgendwann, ich glaube, es war 2015, kam der Zeitpunkt, an dem mein Freund aus seiner Organisation ausschied. Anstatt dass der Kontakt nun aber beendet gewesen wäre, meldete sich wenige Wochen später seine Nachfolgerin in der Position, die er zuvor innegehabt hatte, bei mir und bat mich darum, meine Aktualisierungstätigkeit mit ihr fortzusetzen. Aus einem Freundschaftsdienst war somit eine Art Dienstleistungsbeziehung geworden, wenngleich ich für meine Dienste freilich nichts bekam. Zu Weihnachten 2016 erhielt ich plötzlich ungefragt ein Paket von der Organisation zugestellt, in dem sich drei Flaschen hochpreisigen Weins befanden. Auf einer beigelegten Karte bedankte sich die Nachfolgerin meines Freundes für die „fruchbringende Zusammenarbeit im vergangenen Jahr“. Spätestens zu diesem Zeitpunkt hätte ich eigentlich die Reißleine ziehen und mich aus der Verbindung lösen sollen. Stattdessen freute ich mich aber blauäugig über das nette Geschenk, das ich als reine Aufmerksamkeit ohne weitergehende Verpflichtungen erachtete.

Auch zu Weihnachten 2017 erhielt ich wiederum eine Reihe exquisiter Weine und eine Dankesnachricht an meine Privatadresse zugestellt. Im Mai 2018 teilte mir meine Kontaktperson dann mit, dass man gemeinsam mit der Rechtsabteilung einige Änderungsvorschläge für den Wikipedia-Artikel über die Organisation ausgearbeitet hätte, die ich mir doch mal anschauen sollte. "Einige Änderungsvorschläge" war maßlos untertrieben. Die Änderungen waren zahllos und betrafen nahezu den gesamten, von mir und anderen in den Jahren zuvor deutlich ausgebauten und daher sehr umfangreichen, Artikel. Dennoch hatte ich kaum Bedenken dabei, den Änderungswünschen nachzukommen, da es sich großteils um Wortpräzisierungen und Klarstellungen handelte – keine großen inhaltlichen Änderungen. Diese kamen erst mit einem zweiten Mail, das ich vor 4 Wochen bekam und in dem mir neuerlich "Änderungsvorschläge" der Rechtsabteilung vorgetragen wurden. Diese Änderungsvorschläge hatten es nun deutlich in sich. Sie betrafen Abschnitte des Artikels, in denen sich für die Organisation kritische Inhalte befanden und hatten eindeutig zum Ziel, diese Kritik zu neutralisieren oder gänzlich zu löschen bzw. zu ersetzen. Nachdem ich meiner Kontaktperson mitgeteilt hatte, dass ich das unter enzyklopädischen Gesichtspunkten nicht verantworten könne, meinte diese nur lapidar, ich solle erstmal nur jene Inhalte einbauen, bei denen ich ein gutes Gefühl hätte, über die anderen Inhalte werde sie nochmals Rücksprache mit den zuständigen Abteilungen halten.

Nun sind wir am Ende der Geschichte angelangt, jenem Zeitpunkt, zu dem ich einen Großteil der gewünschten Änderungen in den Artikel übernommen habe. Ich habe den Artikel gebogen, Kritik übertüncht, beschönigende Fakten eingebaut. Ja, ich habe mich anfüttern lassen, habe mich manipulieren lassen. Und ja, ich habe selbst manipuliert. Einen Wikipedia-Artikel irgendwo da draußen unter den mehr als 2 Millionen Artikeln. Ich habe nichts dafür bekommen außer ein paar Flaschen Wein und einigen netten Worten. Meine enzyklopädische Seele brennt, es schmerzt, diese Zeilen zu schreiben und doch finde ich, dass diese Beichte notwendiger ist denn je. Ihr alle sollt wissen, dass eine solche Situation jedem, auch dem integersten von uns, jederzeit passieren kann. Niemand ist davor gefeit, gemeinsame Sache mit Manipulatoren zu machen – auch wenn die Wenigsten von uns das möchten. Am Ende fühlt man sich so, wie ich mich gerade fühle: Wie die Figur eines Films oder Romans, der man während der gesamten Handlung als Zuseher oder Leser zurufen möchte: „Tu’s nicht! So dumm kann doch niemand sein!“ JAE 12.9.

Schenkt Wikipedia das ewige Leben?

Mir fiel kürzlich der Artikel über Hans Henning Atrott auf (außer mir 12 aktive Beobachter). Aus der Einleitung: Hans Henning Atrott (* 12. Januar 1944 in Memel) ist Gründer und erster Präsident der Deutschen Gesellschaft für Humanes Sterben (DGHS) sowie ehemaliger Geschäftsführer der „World Federation of Right-to-die-Societies“. Bekannt wurde er durch die von ihm angefachte Diskussion über Sterbehilfe sowie durch Vermittlungen und Verkäufe von Zyankali an Sterbewillige, die zu seiner Verurteilung führten. Soweit, so gut, eine umstrittene Person, daran erinnere ich mich noch. Atrott schied, so geht es aus dem Artikel hervor, aus der DGHS im Unfrieden, was der Grund sein mag, weshalb er auf deren Website nicht genannt wird.

Am 26. Februar dieses Jahres versuchte ein nicht angemeldeter Schweizer Benutzer, den Tod Atrotts in den Artikel einzubringen und wurde, da er keine Quelle angab, revertiert. Der Benutzer gab sich im Bearbeitungskommentar als Sohn Atrotts aus. Im Mai versuchte Benutzerin:Sternenlampe (Beitragsliste), die sich als Journalistin aus Berlin bezeichnet, zweimal, den Tod Atrotts, mit übereinstimmendem Datum und Ort in den Artikel einzupflegen. Natürlich wurde auch sie, nach unseren Regeln völlig korrekt revertiert. Auch im Munzinger-Archiv ist Atrott noch am Leben, was ich ihm natürlich wünsche.

Trotzdem habe ich Zweifel. Eine Google-Suche zum Thema führt nicht weiter, Quellen aufzutun erscheint schwierig. Natürlich könnte es sein, dass jemand Herrn Atrotts Artikel vorsätzlich vandalieren möchte. Es könnte sich aber ebenso verhalten, dass Atrott verstarb und die Hinterbliebenen keine Pressemeldung herausgaben, was uns die Arbeit sehr erleichtert hätte. In diesem Fall wird er in Wikipedia ewig leben, zumal das öffentliche Interesse an ihm gegenüber früher stark abgeflaut ist.

Wie viele Artikel über lebende Personen mag es in der deutschsprachigen Wikipedia geben? Wie viele davon betreffen weniger relevante oder bekannte Personen, über deren Ableben wir nicht durch die (Online-)Presse oder die Website der Familie informiert werden? Wieviele dieser Artikel haben keine oder nur wenige Beobachter? Wie verhält es sich hier mit dem Autorenschwund? Interessieren sich Neuautoren für solche im System liegenden Probleme? -Sollen wir selber aktiv werden und seine Familie kontaktieren? Soll dann so etwas zur Regel werden und wir damit zu recherchierenden Journalisten? Fragen über Fragen. Ideen würden mich interessieren. S.B. 11.9.

Es ist wieder die Zeit des Jahres

Satellitenaufnahme des nördlichen Atlantiks vom 7. September 2018

Nein, nicht zum Kaufen der Weihnachtsgeschenke (das vielleicht auch), sondern wir befinden uns in der klimatologisch aktivsten Phase der jährlichen atlantischen Hurrikansaison. Die für die nächsten fünf bis acht Tage einen wahren Höllenritt verspricht.

Das Satellitenbild von NOAA-20 zeigt die drei Tropenstürme Florence, Isaak und Helene. Die Zugbahnen von Florence und Isaak sind ziemlich vorbestimmt, weil je ein Hochdruckrücken südlich und nördlich beide Stürme mehr oder weniger genau nach Westen lenkt. Im Falle von Florence bedeutet das ein Auftreffen auf die Ostküste in North oder South Carolina (pikanterweise gibt es in beiden Bundesstaaten einen Ort mit dem Namen Florence).

Weil in der Zugbahn von Florence Gewässer mit Wasseroberflächentemperaturen von 28 bis 29 °C liegen, geht das National Hurricane Center davon aus, daß Florence beim Auftreffen auf die Küste ein Hurrikan der Kategorie 4 oder gar 5 sein könnte. Ein – normalerweise übliches – Abdrehen auf See nach Nordosten ist unwahrscheinlich, weil der besagte massive Hochdruckrücken über dem Nordatlantik dieses Szenario unwahrscheinlich macht. Und so könnte sich Ocracoke gegen Ende der Woche als ein vielgesuchter Artikel erweisen.

Der nächste Sturm in der Kette, Isaak, wird etwa im selben Zeitraum die Inseln über dem Winde erreicht habe, vermutlich als starker Kategorie-2-Hurrikan oder in der Kategorie 3. Hier ist zu erwähnen, daß etliche der Inseln, vor allem Puerto Rico, noch mit den Auswirkungen des letztährigen Hurrikan Maria zu tun haben. Was Isaak dann in der Karibik anstellt, liegt außerhalb des seriösen Vorhersagezeitraums. Ein Tropical Cyclone Heat Potential von 120 kJ/cm2 im westlichen Karibischen Meer verheißt aber nichts Gutes.

Der auf dem Satellitenbild vom 7. September noch südlich der Kapverden liegende Tropensturm Helene wird sich aufgrund günstiger Bedingungen ebenfalls zum Hurrikan intensivieren. Weil sich aber zwischenzeitlich ein Tiefdruckgebiet etwa 1000 Kilometer südlich der Azoren bildet, eröffnet sich Helene der Weg nach Norden. Ob Helene ein weitgehend folgenloser "Fischsturm" bleibt oder sich in etwa 10 Tagen den Azoren annähert, ist noch nicht raus.

Und schließlich und im überschaubaren Vorhersagezeitraum 120 bis 168 Stunden endlich sagen die Modelle die mögliche Entwicklung eines Systemes im Golf von Mexiko voraus. Ungeachtet des Grades dessen künftiger Entwicklung dürfte es Texas mit heftigem Regen versorgen.

Warum aber ist dieser Wetterbericht ein Thema für den Kurier? Die entsprechenden Abschnitte im Artikel Atlantische Hurrikansaison 2018 gibt es noch nicht, und hier stehen zwei potentielle Multi-Mega-Katastrophen bevor. Wie sie übrigens mit den Taifunen Cimaron und Jebi in Japan bereits vorliegen; auch hier gibt es weder die Artikel zu den einzelnen Taifunen noch zur pazifischen Taifunsaison 2018. (Das Unwetter in Japan 2018, das indirekt mit Taifun Prapiroon in Zusammenhang stand, hat allerdings einen Artikel.)

Unsere meteorologische Abteilung ist traditionell wenig aktiv und mit tagesaktuellen Artikeln zu Naturkatastrophen sicherlich überlastet. Derweil – und damit befaßt sich der Berichterstatter gerade im Rahmen des Artikels zur pazifischen Hurrikansaison 2018 – droht Hawaii mit Olivia Ungemach.

Dieser Artikel ist der erste von zwei beabsichtigten Artikeln zur Vorbereitung auf den Vortrag Katastrophen und Katastrophenmanagement – welche Rollen spielen Wikipedia und OSM? bei der kommenden WikiCon in Sankt Gallen. MaB 8.9.

Die Urheberrechtsnovelle und das Ende der Einzelnachweise

Am 12. September stimmt das EU-Parlament über die Urheberrechtsnovelle ab. Sollte diese verabschiedet werden, so würden der Wikipedia zwei Probleme drohen. Das erste ist Artikel 11, der eine Linksteuer vorsieht. Nach derzeitiger Lage würde dadurch eine Abgabe für das Verlinken eines Werks samt Übernahme kurzer Textstücke wie z.B. der Überschrift fällig. Sollte diese Regelung eingeführt werden, wären das Verwenden von Einzelnachweisen in der gegenwärtigen Form und das Zitieren von Websites nicht mehr möglich.

Das zweite Problem findet sich in Artikel 13. Dieser sieht Uploadfilter vor, die eine nicht zumutbare organisatorische Mehrbelastung darstellen würde. Am Rande finden sich altbewährte Anschläge auf das freie Wissen wie Bestrebungen gegen die Panoramafreiheit. Dass es nicht zuletzt aufgrund des Desinteresses der Entscheidungsträger zu keinen Verbesserungen im Bereich der Urheberrechte wie etwa einer EU-weiten Einführung der Panoramafreiheit oder Regelungen nach dem Vorbild des Fair Use kommen wird, ist ein Umstand, an den man sich gewöhnt hat. Durch die Urheberrechtsnovelle droht eine Ausweitung von Verwertungsrechten, deren Abwehr zwingend erforderlich ist, nicht nur, weil sie das Projekt erheblich schädigen würde, sondern auch weil sie Teil einer Taktik der kleinen Schritte sind. Auf diese Urheberrechtsnovelle würden weiter Schritte folgen, die ohne Rücksicht auf Informationsaustausch, Meinungsfreiheit oder gar das Funktionieren der Enzyklopädie das freie Internet abstellen würden.

Für Beratungen zu Maßnahmen steht Wikipedia:Initiative gegen die Urheberrechtsnovelle zur Verfügung. LH, 07.09

Update: Mittlerweile läuft eine Umfrage, ob für 24 Stunden eine schwarze WP-Hauptseite angezeigt wird, inklusive dem Hinweis, dass wir gegen einzelne Punkte der geplanten Reform protestieren. Um rege Beteiligung wird gebeten. EH⁴², 09.09. Update 2: hier das Abstimmungsergebnis...

Auf nach Olympia!

Olympische Flagge mit den fünf Ringen; erstmals verwendet bei den Olympischen Spielen 1920 in Antwerpen

Nein, das antike Heiligtum ist nicht gemeint, sondern die Olympischen Spiele. Wir möchten euch gern einen Bericht über unseren Weg dorthin und einen Ausblick geben.

Weg zur Idee

Schon seit langem sind die Verfasser dieses Berichtes begeisterte Zuschauer von Sportwettkämpfen und haben dieses Interesse auch schon in der Arbeit in den Wikimedia-Projekten umgesetzt. Viele Tausend Artikel haben sie in dem Bereich verfasst und haben Anfang dieses Jahrzehnts dann auch begonnen, sich mit der Bebilderung zu beschäftigen. Wo aber anfangen, wenn man darauf gar nicht spezialisiert ist, nicht die passende Technik zur Verfügung hat? So waren die ersten Gehversuche noch bei Randsportarten wie Snooker (German Masters 2012, 2013, 2014 und 2015), prägen dort aber das Bild aller Sprachversionen. Als begeisterte Wintersportzuschauer trieb es uns auch dort zu den weniger präsenten Sportarten wie Rennrodeln (Weltcup in Altenberg 2015). Darüber hinaus konnten wir an einer Sportgala und den Einkleidungen deutscher Olympiamannschaften seit 2012 teilnehmen (der Kurier berichtete bspw. zur Einkleidung 2014). Als Equipment konnte man immer mehr auf professionelle Technik von Wikimedia Deutschland und Wikimedia Österreich zurückgreifen wie auch die Festivalsommer-Sets. Gerade im Rennrodeln wurde die Qualität und der Einsatz besonders wohlwollend aufgenommen, sodass man an manchem Standort mittlerweile quasi erster Ansprechpartner für die Dokumentation der eigenen Veranstaltungen geworden ist. An anderen Stellen hatte man jedoch auch mit Absagen von Akkreditierungsanfragen zu kämpfen – manchmal wurde man als zu unbedeutend angesehen, manchmal bestand zu große Sorge, dass wir trotz langer Bildbearbeitungs- und -veröffentlichungszeiten mit der Tagespresse zu sehr in Konkurrenz treten würden.

In Vorfreude auf die Olympischen Winterspiele 2018 im südkoreanischen Pyeongchang waren wir Ende 2017 größenwahnsinnig genug, beim IOC nach Akkreditierungen für eine große internationale Gruppe von Wiki-Aktiven zur Abdeckung aller Wettkämpfe anzufragen. Wir waren natürlich zu spät und erhielten die erwartete Absage, bekamen aber mit, dass eine andere Gruppe wohl erfolgreich nach Akkreditierungen zu den Paralympischen Spielen ebendort gefragt hatte. Aus logistischen Gründen (Visa, internationale Koordination usw.) mussten sie jedoch die Planungen einstellen und so dem IOC einen Korb geben. Aufgeben wollten wir nicht und schauten uns nach der nächsten Olympiade um (so werden die Spiele auch im ersten altgriechischen Beleg schon genannt, die Bedeutung des Abstandes zwischen zwei Spielen wurde erst später eingeführt; siehe den verlinkten Artikel) und wurden in den Olympischen Jugend-Sommerspielen 2018 in Buenos Aires fündig (engl. kurz YOG für „Youth Olympic Games“). Erst zum dritten Mal finden überhaupt Olympische Jugend-Sommerspiele statt, 2012 machte ein Wikipedianer kurz entschlossen die Akkreditierung zu den ersten Olympischen Jugend-Winterspielen überhaupt in Innsbruck wahr (Bilder). Wir schickten unsere erste Anfrage für eine ebenfalls internationale Gruppe im Januar 2018 schließlich los.

Warten auf die Zusage

Von allen anderen Akkreditierungsanfragen schon gewohnt, mindestens zweimal nachzuhaken, bevor man eine Antwort bekommt, wurden wir von der Auskunft zur Akkreditierungsabteilung der Veranstalter und von denen dann doch zum IOC weitergereicht, die jedoch keine E-Mail-Anfragen bearbeiten wollten und uns nur auf ihr Akkreditierungsportal hinwiesen, das jeder einzeln durchlaufen durfte (wahrlich die Suche nach dem Passierschein A38). Im April war es soweit: Für uns Anfragende aus Deutschland gab es eine Antwort – und zu unserer großen Überraschung und Freude eine positive! Na dann: Sachen packen und hinfliegen. Ach nein, da waren ja doch noch ein paar Hürden: „Bitte füllen Sie bis übermorgen dieses Visumsantragsformular aus!“, „Bitte schicken sie uns schnell noch übers Wochenende ein Passbild mit ohne Brille, offenen Ohren, ohne Grinsen, in dieser Größe, mit dieser Auflösung, vor weißem Hintergrund, ohne Schatten usw. usf.“, „Bitte senden Sie uns eine Bestätigung aller Anliegen durch Ihren Auftraggeber Wikimedia Deutschland zu.“, „Ach, sie hatten photographer angegeben und nicht nur journalist?“, „Ihr neuer Reisepass ist wirklich immer noch nicht da?“, „Wie lange der Backgroundcheck durch die argentinischen Behörden dauern wird, wissen auch wir nicht.“, „Die nationalen Verbände müssen eigentlich auch noch ihr OK geben.“ usw. usf. Im Ernst, super professionell organisiert, aber auch super kompliziert.

Logo von Wikimedia Argentina, Partnerorganisation des Projektes

Und dabei wollten wir uns in der Zeit eigentlich mit der inhaltlichen Vorbereitung beschäftigen:

  1. Wie gestalten wir die Planung mit Wikimedia Argentina und dem lateinamerikanischen Iberocoop-Verbund? Haben wir noch die Möglichkeit, Freiwillige aus weiteren Ländern bei der Anfrage zu unterstützen?
  2. Wie wird unser Reiseteil übernommen? In Form eines großen Förderantrages bei der Wikimedia Foundation oder einzeln für alle beteiligten Länder bei ihrem jeweiligen Chapter (bei uns also Wikimedia Deutschland)?
  3. Welche Sportarten wollen wir vorher noch kennenlernen, um Aufnahmen unter derer Fotobedingungen, die uns bekannterweise je Sportart sehr unterschiedlich sein können, zu proben?

Zu 1.: Wikimedia Argentina hat sich über unsere Initiative sehr gefreut, da das Thema Sportfotografie noch nicht auf ihrem Tisch und nur in ihren Überlegungen war, und dies auf dem Kontinent verbreitet. So konnten sich weitere Freiwillige erfolgreich akkreditieren, mit denen wir nun unsere Erfahrungen teilen können, in Workshops zum Thema Fotografie mit Schwerpunkt Sport und Akkreditierungen sowie in Tandemfotografie mit den ebenfalls akkreditierten Personen. Leider wird die Gruppe jedoch noch nicht die Größe erreichen, die für die Dokumentation aller Wettkämpfe nötig wäre.

Zu 2.: Leider haben sich die Förderprozesse bei der Wikimedia Foundation als nicht flexibel für solch eine kurzfristige Akkreditierungsbestätigung wie die vom IOC erwiesen: Rapid Grants können nur bis 2.000 € beantragt werden, Project Grants bis 100.000 € nur zweimal im Jahr: im Januar und November. So blieb uns Teilnehmenden nichts anderes übrig, als bei Wikimedia Deutschland einen Förderantrag zu stellen. Unsere Pläne und die Unterstützung von Wikimedia Argentina konnten am Ende überzeugen, sodass wir unseren Teil zum Erfolg des internationalen Projektes hoffentlich beitragen können.

Zu 3.: Manche von uns hatten 2017 schon mit dem Internationalen Deutschen Turnfest 2017 mehrere jugendsommerolympische Sportarten kennengelernt, im Laufe des Jahres 2018 trieb es uns dann jedoch noch zu größeren mehrtägigen, meist internationalen Events mit Jugendbeteiligung wie den Internationalen Deutschen Hallenmeisterschaften im Wasserspringen, den Deutschen Jahrgangsmeisterschaften im Schwimmen und der Junioren-Weltmeisterschaften im Rudern, aber auch zu kleineren Veranstaltungen wie den Berliner Schwimm-Meisterschaften, einer Beach Tour in Dresden oder dem Filder Pokal im Trampolinturnen. Zuletzt gab es sogar überraschenderweise Zusagen für DFB-Pokalspiele (in Berlin und Schweinfurt), während man uns weiterhin nicht mehr zum Gerätturnen lassen möchte (drei Absagen bisher) und auch die Leichtathletik-EM und die ISTAF Berlin uns als zu klein ansehen. Dabei haben uns jeweils die Wikimedia-Vereine unterstützt, mit Redaktionsbestätigungen, Technikleihen, Reisekostenübernahmen usw. – Da war es für uns Pflicht, in kurzer Zeit gute Ergebnisse abzuliefern, und auch gegenüber den Veranstaltern, Verbänden, Vereinen und Sportlerinnen und Sportlern uns professionell zu zeigen. Wir ergänzen uns da gut im gemeinsamen Bewältigen der Bilderberge. Manch einer wird jetzt vielleicht verstehen, wieso der eine oder andere nicht mehr unbedingt in der deutschsprachigen Wikipedia allzu hyperaktiv ist.

Nun, um diese Geschichte abzuschließen, letzte Woche war es nach diversem Nachfassen und Unterstützung durch Wikimedia Deutschland soweit: Wir erhielten ein nicht fälschungssicheres, rein maschinell erstelltes Dokument ohne Unterschrift mit unseren Einreisedaten, das als Arbeitsvisum gilt (denn visumsfrei ist die Reise nach Argentinien nur für Privat- und Geschäftsreisende). Die zweite große Freude nach der ersten Zusage. Endlich. Endlich ist die offizielle, endgültige Bestätigung da. Endlich können wir wirklich die Flüge buchen und den schon reservierten, noch stornierbaren Hotels ihre Bestätigung zukommen lassen.

Einziger Wermutstropfen: Die Jugend-Sommerspiele finden vom 6. bis 18. Oktober statt, Vorveranstaltungen beginnen schon am 3. Oktober, vermutlich werden wir vom 1. bis 23. Oktober unterwegs sein. Ja, wir Drei werden in diesem Jahr nicht persönlich an der WikiCon teilnehmen können. Das schmerzt uns alle sehr, für DerHexer ist es die erste überhaupt, an der er nicht teilnehmen kann. Wir arbeiten fieberhaft daran, unsere Grüße quer über die Welt euch zukommen zu lassen.

Und wieso das alles?

Aber wir sind davon überzeugt, über drei Wochen fern von Arbeit und Zuhause uns jeden Tag und jede Nacht damit ehrenamtlich um die Ohren zu schlagen – den Jahresurlaub zu investieren, die WikiCon zu verpassen usw. Uns geht es nicht allein darum, anschauliche Bilder für die Vielzahl an Artikeln zur Veranstaltung in unterschiedlichen Sprachversionen zum Ereignis (Beispiel englischsprachige Wikipedia) und von Personen, die mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit auch für die deutschsprachige Wikipedia relevant werden, zu machen: Denn für jede der 28 Sportarten erhält nur eine kleine Anzahl an Personen im Alter von 14 bis 18 Jahren die Möglichkeit, zum insgesamt aber größten Massensportevent aller Zeiten in Argentinien mit rund 4000 Teilnehmenden aus rund 180 Ländern bei 185 Wettkämpfen zu kommen (erstmals wird es bei Olympischen Spielen gleich viele männliche wie weibliche Teilnehmende geben).

Die gute Dokumentation soll Freiwilligen weltweit ermöglichen, Akkreditierungen für Veranstaltungen unterschiedlichster Art zu erwirken, wenn aufgezeigt werden kann, einen Auftrag bei einer IOC-Veranstaltung in solch großem Umfang erfolgreich umgesetzt zu haben. Das Projekt soll Vorbild und Türöffner für die Wikimedia-Bewegung im Sportbereich sein und so weitere Projekte bspw. auf IOC-Ebene ermöglichen.

Plan für das Olympische Dorf und die zentralen Wettkampfstätten

Das geht jedoch nur, wenn wir international gemeinsam das Projekt gut angehen. Dazu müssen wir uns über unsere bisherigen Erfahrungen in der Fotografie, insbesondere im Bereich Sport, aber auch mit rechtlichen Themen wie Abbildungen minderjähriger Teilnehmender, Herausforderungen in Akkreditierungsprozessen usw. beschäftigen. Aus dem argentinischen Nachbarland Uruguay überlegt man ebenfalls, einige Personen zum Austausch zu schicken, da man ohne bisherige Vorerfahrungen für die U-17-Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen Ende 2018 akkreditiert wurde. Wikimedia Argentina hat dafür angeboten, die Organisation von Workshops zu unterstützen, um selbst künftig mehr Sportfotografie vor Ort begleiten zu können. Sämtliche Erfahrungen rund um die Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung dieses internationalen Projektes sollen ebenfalls schriftlich, bspw. als Learning Pattern, festgehalten werden.

Denn dies alles soll kein einmaliges Ereignis bleiben. Einen besonderen Erfolg hätte das Projekt nur, wenn Akkreditierungen für eine der folgenden Olympischen Spiele der Erwachsenen (2020, 2022 oder 2024) zugesagt würden und ein neuerliches solches Projekt dann auch international organisiert und finanziert würde. Neben dem internationalen Erfolg wäre es natürlich auch erfreulich, wenn die erfolgreiche Umsetzung bei Akkreditierungsanfragen einen so positiven Eindruck hinterließe, dass die Anzahl an Ablehnungen und der Aufwand für Freiwillige bei der Anfrage merklich sinken.

Und damit können wir nur schließen mit: ­“¡Vamos a Argentina!” Ihr werdet von uns viel lesen und sehen in den nächsten Wochen.DH, MC, SH, 6.9.

Kölner Wikipedia-Community ausgezeichnet

Die Geehrten gemeinsam mit Ehrenamtspatin Sabine Heinrich und OB Henriette Reker

Eine große Ehre wurde jüngst der Kölner Wikipedia-Community zuteil: Ausgewählt von einer Jury unter dem Vorsitz der Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker ist sie mit einem Ehrenamtspreis der Stadt Köln ausgezeichnet worden. Am Sonntag fand die feierliche Preisverleihung in der Piazzetta des Historischen Rathauses von Köln statt. Die Community wurde durch elf Wikipedianerinnen und Wikiperiander vertreten und bildete damit (zufällig?!) einen Elferrat, der aus 1971markus, Achim Raschka, Atamari, Duschgeldrache2, Elya, Geolina, HReuter, Maximilian Schönherr, Nicola, Raymond und Superbass bestand. Die Ehrenamtspatin der Stadt, Sabine Heinrich, übergab den Geehrten die Ehrennadel der Stadt Köln sowie ein Preisgeld in Höhe von 1.000 Euro. Sie hob in ihrer Laudatio hervor, dass verlässliche Informationen – nicht nur über Köln, sondern in allen Lebensbereichen – allen Menschen zugutekommen und gerade in diesen politisch angespannten Zeiten besonders wichtig sind. Nach der Übergabe der Ehrennadeln trugen sich die Wikipedianer in das Gästebuch der Stadt Köln ein.

Kölner Community bei der öffentlichen Ehrung – hier erkennbar an der erhobenen Rose
Mit dem Ehrenamtspreis „KölnEngagiert“ wurden in verschiedenen Kategorien elf Personen bzw. Gruppen ausgezeichnet, die sich ehrenamtlich besonders für die Menschen in Köln einsetzen, so z. B. der Naturkundler Manfred Hebborn für sein Engagement für den Umweltschutz, der „Kölner Runder Tisch für Integration e.V.“ für sein Bemühen um ein friedliches Miteinander von Einheimischen und Eingewanderten sowie die Jugendleiterinnen und -leiter des „HöVi-Landes“ (ein Ferienfreizeitlager in den Kölner Stadtteilen Höhenberg und Vingst).

Nach der offiziellen Preisverleihung im Rathaus fand auf dem Heumarkt beim Ehrenamtstag der Stadt Köln noch eine öffentliche Ehrung statt, bei der Oberbürgermeisterin Reker sowie die Ehrenamtspatin Sabine Heinrich alle Preisträgerinnen und Preisträger noch einmal einem breiteren Publikum vorstellten. Nach der Ehrung setzten sich die Kölner Wiki-Begeisterten direkt wieder für Freies Wissen ein und vertraten am Nachmittag unser Projekt mit einem Stand auf der Informationsbörse, um die Wikimedia-Projekte dem Kölner Publikum näher zu bringen. Zur Unterstützung reisten noch weitere Wikip/medianer von nah und fern her an, u.a. der arme Nightflyer, der sich nach einer beinahe 12-stündigen Odysee durch die Republik auch noch dazugesellte.

Herzlichen Glückwunsch, liebe Kölnerinnen und Kölner, und vielen Dank für euren unermüdlichen Einsatz! bue, 4.9.

Vernichtetes Wissen: Die Museums-Katastrophe in Brasilien

20 Millionen Artefakte gehen in Flammen auf.

Es ist ein Satz im Artikel Museu Nacional da Universidade Federal do Rio de Janeiro der deutschsprachigen Wikipedia, der aufhorchen lassen muss: „In der Nacht vom 2. auf den 3. September 2018 wurde das Museumsgebäude durch einen Großbrand zerstört; nach ersten Erkenntnissen dürfte ein großer Teil der rund 20 Millionen Exponate verloren oder stark beschädigt sein.“ Die einzige gute Nachricht: Es wurden keine Menschen verletzt. Die wirklich schlechte Nachricht ist: Es wurde Wissen im unschätzbaren Ausmaß vernichtet, denn dieses Museum zählt zu den bedeutendsten Einrichtungen ihrer Art in Südamerika. So war das Museum Heimstätte von Luzia, wie ein menschlicher Skelettfund genannt wird, der über 11.000 Jahre alt ist. Ihr könnt Euch über weitere wichtige Dinge in dem Wikipedia-Artikel informieren, die Aufzählung würde hier kaum enden.

Wenn „Wissen vernichtet wird“, ist das für viele Mitwirkende der Wikipedia wie ein Stich ins Herz. Es kann einen nicht ruhen lassen, denn wir alle, egal wie zerstritten die Community manchmal ist, sind für das gegenteilige Ziel angetreten. Und so war mein erster Gedanke: Wie kann man helfen? Nun, Benutzer Emeritus schrieb auf der Diskussionsseite, dass es noch zu früh für eine Bewertung und dementsprechend für zielgerichtetes Handeln sei, womit er sicher nicht unrecht hat. Trotzdem gibt es erste Reaktionen aus der Wikipedia-Community. Da wäre zunächst einmal die Dokumentation des Geschehenen. Der englischsprachige Artikel National Museum of Brazil fire fasst die Dinge gut zusammen. Auch Benutzer Gereon K. konnte schon von ersten Aktivitäten berichten, so wird auf einem Telegram-Kanal schon darüber diskutiert, was man eventuell machen könnte. Gereon weiter: Es laufen schon einige Aktionen, alles bisher von Commons und unseren Projekten zu sammeln und aufzubereiten, um zu sehen, ob man damit helfen kann. Mit Sicherheit werden auch Commons und wohl auch Wikidata eine wichtige Rolle spielen. Ich denke, dass ein erster Schritt eine Linksammlung wäre, wo es Aktivitäten gibt und wo man sich dann gemäß seiner Zeit und seinen Fähigkeiten einbringen könnte. Vielleicht kann der Kurier ein Ort dafür sein, oder möglicherweise kann unser Chapter eine Anlaufplattform aufsetzen, wie auch immer: Eure Ideen und Informationsinput sind gefragt. Ich für meinen Teil wollte erst einmal darauf aufmerksam machen und werde mich dann dort einklinken, wo ich helfen kann. Mir persönlich schwebt ein weltweiter Aufruf aller Chapter vor, dabei mitzuhelfen, das verlorengegangene Wissen wieder zusammenzutragen. Es werden wohl unzählige Fotos von Artefakten auf den heimischen Festplatten liegen, die es einzusammeln gilt. Wir haben die Instrumente, also nutzen wir sie, und wir wissen, wie es gehen könnte. (nob), 4.9.

Update 5.9.: Benutzer Emeritus teilte auf der dem Kurier zugehörigen Diskussionsseite mit, dass in der Zwischenzeit in der portugiesisch-sprachigen Wikipedia ein Projekt gestartet wurde, dessen Zielrichtung wie folgt beschrieben wird: Eine der unmittelbarsten Herausforderungen besteht darin, Bilder des Gebäudes und der Sammlung wiederherzustellen und zu bewahren, deren visuelles Gedächtnis unser wichtigstes Kapital ist. Es wird im Folgenden aufgerufen, diese Bilder dann auf Wikimedia Commons hochzuladen. Zudem wird nochmals betont, dass man in Kontakt zu Mitgliedern des Kuratoriums steht.(nob), 5.9.

In itWM ist die Eule ein Igel

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Am vergangenen Wochenende wurde zum ersten Mal der WikiRiccio vergeben. Er ist das italienische Abbild der WikiEule, die man von der deutschsprachigen Wikipedia kennt. Völlig überraschend für die Besucher wurde diese Auszeichnung für verdiente Freiwillige aus dem Hut gezaubert. Die Anregung kam von der diesjährigen WikiCon in St. Gallen, wo italienische Kollegen den ideellen Wert dieses Tieres erkannt haben (Link zur ital. Seite). Da die Eule in Italien nicht positiv konnotiert ist, wurde sie kurzerhand zum Igel, der dort als wehrhaft und fleissig gilt, zwei Attribute, die auch in unserer Wikipedia etwas gelten. Bemerkenswert, dass beide Tiere nachtaktiv sind.

Dieses Jahr wurde noch ohne Akademie ausgewählt und der Preis von Ilario Valdelli, Catrin Vimercati und Cristian Cenci übergeben; nächstes Jahr wird man mehrere Preise kreieren analog zu dem System bei uns. Gewonnen hat Valerio Bozzolan für die Entwicklung eines Bots. Ich kann zu wenig italienisch, um zu verstehen, was dieser genau macht. Dies kann von kundiger Hand hier gern ergänzt werden. Valerio erinnert der Igel weniger an ein Kuscheltier als an einen Bumerang. (Lantus, 20.11.)

Wiki Loves TV & Radio

Beim Redaktionstreffen der RFF in Berlin wurde über mögliche ÖRR-Kooperationen und die Befreiung von öffentlich-rechtlichen Inhalten gesprochen. Es wurde das Projekt „Wiki Loves TV & Radio“ initiiert, das interessierten Artikelautoren und Institutionen zukünftig ein Forum bieten soll. Anfang 2019 sollen hierzu zwei weitere Treffen stattfinden, u.a. mit dem ZDF in Mainz. Weitere Inhalte waren die Infobox Film, Episodenlisten und aktuelle Themen in der Redaktion. (Q., 18.11.)

40 Tage bis Weihnachten – DWF

Noch 40 Tage bis Weihnachten! Zeit anderen Wünsche zu erfüllen und dabei Gutes zu tun! Seit fünf Jahren läuft das „Spiel“ Drei Wünsche frei erfolgreich in der Wikipedia. Dabei erfüllen die Teilnehmer sich gegenseitig Artikelwünsche und dürfen im Austausch dafür Wünsche einreichen. Auf diese Weise werden die Artikel immer gleich zu einem Gemeinschaftsprojekt. Dazu wollen wir herzlich einladen. Vielleicht schaffen wir es in diesem Jahr auch noch, die Tausender-Marke zu knacken? Schaut doch mal rein! (SA; It, 12.11.)

Alemannische Wikipedia wird 15

+++ EILMELDUNG +++ Am heutigen 13.11.2018 wird die Alemannische Wikipedia 15 Jahre alt. Zum Jubiläum treffen sich Alemannischsprecher und -schreiber, und solche, die es werden wollen, morgen am Mi, 14.11.2018, ab 19 Uhr in Zürich im Huusmaa, Badenerstrasse 138. (H., 13.11.)

Wiki4MediaFreedom edit-a-thon in Berlin

Osservatorio Balcani e Caucaso Transeuropa (OBCT) ist eine Denkfabrik („Think Tank“) und eine Digitale-Medien-Plattform mit Sitz in Trient, Italien. Von Oktober 2015 bis März 2016 hatte OBCT in Zusammenarbeit mit Wikimedia Italia und dem European Centre for Press and Media Freedom (ECPMF), dessen Sitz in Leipzig ist, einen Wikipedian in Residence angestellt.

In Zuge dessen wurde die Wiki4MediaFreedom-Intiative gegründet, um Wikipedia-Artikel zur Meinungsfreiheit und bedrohtem Journalismus in Europa zu systematisieren, erweitern und aktualisieren. Zwei Treffen der Communitys wurden dazu ebenfalls organisiert, darunter ein Edit-a-thon in Belgrad (Serbien) im Jahr 2016 und einer in Sofia (Bulgarien) im Jahr 2017. Daran haben auch Wikipedianer aus Deutschland schon vereinzelt teilgenommen.

Das ECPMF organisiert nun am 31. Januar und 1. Februar 2019 in Berlin eine Konferenz über Investigativjournalismus. Als Nebenveranstaltung dazu organisieren wir mit der Unterstützung von Wikimedia Deutschland einen Edit-a-thon, der Engagierte aus den Bereichen Pressefreiheit, Journalismus und Wikipedia zum gemeinsamen Austausch und Arbeiten zusammenbringen will. Wir würden gern wissen, wer aus der deutschsprachigen Community Interesse daran hätte, an dem Edit-a-thon teilzunehmen, und welches Datum euch am besten passt von Sonntag, dem 26., bis Mittwoch, den 30. Januar.

Über eure Rückmeldung auf der Diskussionsseite der Projektseite würden wir uns freuen. 13.11, NC

Spendenkampagne startet heute

Am heutigen Dienstag beginnt in Deutschland die jährliche Spendenkampagne. Das diesjährige Ziel der Kampagne beträgt 8,3 Millionen Euro. Die Mittel werden zur Finanzierung der Wirtschaftspläne von der Wikimedia Foundation und von Wikimedia Deutschland verwendet. Wie immer werden die Banner nur nicht-eingeloggten Nutzerinnen und Nutzern in Deutschland angezeigt; zudem gibt es ein Limit von zehn Desktop-Bannern. Weitere Informationen rund um die Kampagne, wie z.B. zu den Bannerprinzipien, findet ihr im Fundraiser-Portal. Gruß, TM (WMDE)

Wikidata Veranstaltungen in München

Mit etwas Verspätung zum 6. Geburtstag von Wikidata, gibt es im WikiMUC in München zwei Veranstaltungen zur freien Wissensdatenbank. Am Donnerstag den 15.11. erfahrt ihr in einer Einführung alle wissenswerten Grundlagen. Diese könnt ihr am darauf folgenden Samstag den 17ten beim gemeinsamen Editathon & Hackathon in die Tat umsetzen. 12.11, M

Wikipedia 19

Ein kleines Privatprojekt anlässlich des 9. November und des hundertjährigen Jubiläums: Wikipedia 19. Nennen wir es einfach eine „kleine Freude“. (Jetzt auch mit externem Link; Danke für die Rückmeldungen on- und offwiki.) Ziko

Technische Wünsche: Bearbeitungskonflikte zeilenweise lösen

Es gibt eine neue Version der Beta-Funktion Zwei-Spalten-Bearbeitungskonflikt. Die grundlegend neue Oberfläche arbeitet absatzweise und erlaubt es u. a. konfliktierende Passagen in einem Bearbeitungskonflikt leichter zu erkennen und den Bearbeitungskonflikt leichter aufzulösen. Die neue Version wurde auf Basis von Feedback, Statistiken und Nutzertests mit der alten Oberfläche entwickelt. Mehr Infos gibt es auf der Projektseite. Feedback ist hier herzlich willkommen.

Zusätzlicher Hinweis

Bei der Aktivierung dieser schlich sich ein Fehler ein, durch den bei Verwendung der Vorschaufunktion ein Bearbeitungskonflikt angezeigt wurde, obwohl keiner auftrat. Daraufhin wurde das Beta Feature vorübergehend deaktiviert – der Bug konnte inzwischen behoben werden. M (WMDE)

Sind Deine Knöpfe und Sonderzeichen weg?

Falls Du aktuell die Knöpfe oberhalb des Bearbeitungsfensters und die Sonderzeichen unterhalb desselben vermisst, dann verwendest Du den Editor von 2006 – bzw. Du hast ihn verwendet, denn den gibt es seit Kurzem nicht mehr und nun verwendest Du den Editor von 2003. Und dieser Editor aus der Frühzeit der Wikipedia kannte eben noch keine Knöpfe und Sonderzeichen.
Um die Bearbeitungsknöpfe zurückzubekommen, kannst Du in Deinen Einstellungen (Tab Helferlein) das Gadget Bringt die Bearbeitungsknöpfe des Quelltexteditors zurück (der sogenannte 2006-Editor) aktivieren (der Text wird vielleicht noch verändert, auf jeden Fall ist es aktuell die 2. Option von unten im Abschnitt Bearbeitungswerkzeuge). Um die Sonderzeichen wieder zurückzubekommen, kannst Du einen Blick auf Benutzer:PerfektesChaos/js/editToolStrIns werfen. Es wird aber nach einer Möglichkeit gesucht, dies wieder standardmäßig zu aktivieren.
Weiterhin wurde unter meta:mw.toolbar zurück eine Seite eingerichtet, auf der verlangt wird, dass die Wikimedia Foundation den ursprünglichen Zustand wieder herstellt. –D., 6.11.

Ergänzend: Die Sonderzeichenleiste wird gegenwärtig in einer reduzierten Variante (ohne Sprachauswahl) wieder allgemein angezeigt. Gestumblindi, 6.11.

Inzwischen wurde der Wunsch von der Liste entfernt. Ich bemühe mich gerade hier, sie wieder zurück auf die wishlist zu bekommen, indem ich den Vorschlag passend ergänzt habe. EM 8.11.

Es gibt einen neuen Wishlist-Eintrag, der auf den alten verweist. Dort hat sich heute auch ein russisch-sprachiger Nutzer für die Rückkehr der toolbar ausgesprochen. EM 9.11.

Sockenzoologie

Organisation und Datenerfassung sind der Schlüssel zu effizienten Verwaltungsprozessen. Um die Erfassung und Verfolgung von Sockenumtrieben zu erleichtern wurde die Vorlage:Sperrerfassung eingerichtet. Während die Vorlage:Gesperrter Benutzer nur für Accounts mit konstruktiven Beiträgen gedacht ist können mit dieser neu eingeführten Vorlage sämtliche Accounts, gegen die ein Sockenverdacht besteht zusammenzufassen. Nach Ende der Beobachtungsperiode kann einem Checkuserantrag eine durch einen entsprechenden Parameter in der Vorlage erzeugte Kategorie zugeführt werden. Durch diese Methode ist eine Zeitersparnis bei der späteren Suche nach möglichen Socken erwartbar. LH, 06.11-- 18:02, 6. Nov. 2018 (CET)

Qualitätskontrolle dramatisch eingebrochen

Replik und sachliche Richtigstellung zu Die Löschgeier nach der Fütterung
Immer stärker sinkt die Zahl der Löschanträge und hat inzwischen ein beängstigend niedriges Niveau angenommen. Es scheint, dass die Kampf-Inklusionisten inzwischen alle um Qualität in der Wikipedia Bemühten vertrieben haben. Sollte der Trend anhalten, so wird die Wikipedia bald vollkommen zugemüllt sein. Mittelfristig wird dies bezahlten IK-Autoren zugute kommen, langfristig werden sich Qualitätsprodukte etablieren und die Wikipedia verdrängen. Noch ist Zeit diesem Trend zu begegnen. Fakten: heute 16, vor einem Jahr 22, 2013 29 und 2006 sogar 94! ...Sili 5.11.

Die Löschgeier nach der Fütterung

2.222.222 Artikel hat die deutschsprachige Wikipedia dieses Jahr erreicht. Diese stolze Zahl nehmen manche als Anlass, um wieder gründlich auszumisten. Und so häufen sich die Löschanträge auf Artikel, bei denen an der Relevanz oder Qualität irgendetwas auszusetzen ist. Vergebens verhallt der Ruf nach Mitarbeit zu einem solchen Artikel. Der Löschantrag ist die Nötigung zum weiteren Ausbau des Artikels. Das Stellen eines solchen Löschantrages bezüglich seiner Sorgfalt ist in den WP:Richtlinien nicht definiert. So werden Funktionsseiten mit unnötigen Anträgen belastet, anstelle die betreffenden Artikel selbst auszubauen. Es macht nach außen keinen guten Eindruck, die runde Zahl als Sensation zu feiern und interne Prozeduren zu diesem Zweck aufzuschieben, wenn die Relevanzkriterien wie Gummi ausgelegt werden und beinahe nach Belieben dehnbar werden. Die Autoren betroffener Artikel scheinen als Gegenwehr zum Social Engineering zu greifen und die gegebene Relevanz gezielt außen vorzulassen, um die Löschgeier zu ködern. Dabei wäre der eigene Blick bei all den Versuchen und dem Spam auf einen Fachfremden behutsamer zu wählen. hh, 05.11.

Relevanzkriterien für Marginalisierte

In der englischsprachigen Wikipedia gibt es zurzeit eine Diskussion über die Relevanzkriterien. Nach einem Vorschlag soll es Sonderregeln für „marginalized groups“ geben. Bei einer verstorbenen Person, die einer solchen Gruppe angehörte, sollen die Kriterien nicht so streng angewendet werden, auch wenn es nur wenige Quellen über die Person gibt. ziko 1.11.

Ergänzung: marginalized groups --2001:16B8:22F1:9B00:ED3C:B515:B797:E4DD 09:52, 1. Nov. 2018 (CET)

Wikipedianische KulTour im Haus Wiegand

Am 8. Dezember 2018 haben wir die derzeit seltene Gelegenheit, mit einer Gruppe von Wikipedianern das Haus Wiegand, ein Berliner Kulturdenkmal und Zentrale des DAI, zu besichtigen. Interessenten hier entlang. Der Platz ist aus räumlichen Gründen begrenzt, also besser nicht zu lange zögern. MC 31.10.

Bitte an die Fotografen

Gerade läuft auf arte eine Pseudo-Dokumentation über die Schlacht um Verdun. Natürlich schau ich auf Wikipedia nach und seh mir die vorhandenen Fotos an. Dabei fiel mir dieses Foto auf. Es stammt aus einer Zeit, als es Größenbeschränkungen für Bilder auf commons gab. Heute ist 100 Megabyte kein Problem. Es gibt viele Bilder aus der Anfangszeit der Wikipedia, die mit heutigen Kameras oder sogar Smartphones weit besser dargestellt werden können. Also nur Mut, mal neu abzudrücken und ein Foto im Artikel auszutauschen... Nf 30.10.

Bitte an die Autoren

Zu vielen Artikeln gibt es auf Commons mittlerweile weitaus bessere/aktuellere Bilder als die, die aktuell in vielen deutschsprachigen Artikeln eingebunden sind. Deshalb meine Bitte an die Autoren: Schaut regelmäßig in die Commons-Kategorien, die zu den Artikeln auf Eurer Beobachtungsliste gehören, und traut Euch, die Bilder im Artikel gegen bessere auszutauschen. So gibt es z. B. auch zum oben kritisierten briefmarkengroßen Foto eine Kategorie mit diversen höherauflösenden Bildern. MK 31.10.

700.000 Biografien

Aktuell hat die Wikipedia 700.040 Biografien und täglich kommen neue hinzu. Weiter so! Wu 29.10.

Nihao, Salaam, Ohayō, Namaste und Olá

Wikipedia Asian Month 2018 Banner de.svg

Es ist wieder soweit. Zum vierten Mal startet am 1. November der Asiatische Monat. In zahlreichen Sprachversionen versuchen Wikipedianer innerhalb eines Monats möglichst viele Artikel zu Themen zu schreiben, die mit Asien zu tun haben. Nicht nur die Top-Autoren haben was davon, jeder der vier Artikel nach den Regeln erstellt, erhält zum Dank aus Asien eine Postkarte zugeschickt! Anmeldung ist jetzt schon möglich! Artikelideen und Recherche auch, aber Vorsicht! Keinen Frühstart hinlegen! Auch im BNR darf erst ab 0:00 Uhr (UTC!) ein Artikel erstellt werden. Alle weiteren Regeln auf der Wettbewerbsseite. Viel Erfolg! JPF 26.10.

Von Wikipedianern für Wikipedianer

Zwei exkkusive Ringkarten für FIGHT NIGHT heute Abend 19:00 in Mannheim zu verschenken. Wenn sich jemand für die Sportart interessiert, oder einfach nur mal sowas anschauen möchte, gerne melden. Ich schaffe es umständehalber nicht hin. Juliana 20.10.

Neulingsgewinnung: Kampagne gestartet

Die Kampagne im Rahmen der Neulingsgewinnung ist nun gestartet. Unangemeldete Nutzende (80%) werden ein Banner sehen, welches sie auch in die Offline-Welt einlädt. Es soll am 28. Oktober Menschen dazu aufrufen, die lokale Wikipedia-Community in ihrer Nähe kennenzulernen. Mehr Informationen findet ihr auf der Planungsseite und auf der Projektseite unseres Portals. Liebe Grüße, sts (wmde), 19.10.

WikiConference North America 2018

Logo der WikiConference North America

Am kommenden Wochenende findet in Columbus, Ohio die WikiConference North America 2018 statt. Das ist sozusagen die WikiCon für Kanada, USA und Mexiko. Themen sind zum Beispiel Offline Wikipedia (Offline Internet Resources for Latin America), Wikipedia in der Medizin (Medical wiki content for all clinicians and students) und Kontroversen in der Wikipedia (Inclusion, Wikipedia, and right-of-center topics). Ich bin mit einem Stipendium von Wikimedia Deutschland dabei und werde berichten. Außerdem will ich neue Episoden für den englischen Podcast WikiJabber einfangen. S. W., 16.10.

Anderen Wikidata erklären? Wikidata “Train the Trainers” in Berlin, Köln und Wien

An jeweils einem Wochenende im November finden in Köln, Berlin und Wien die Workshops Wikidata “Train the Trainers” statt. Das Angebot richtet sich an alle, die bereits Erfahrung mit Wikidata oder Wikipedia haben und lernen wollen, Workshops zu Wikidata selbst durchzuführen. Vermittelt werden Grundlagen zu Wikidata, mit einem Schwerpunkt auf verschiedene Werkzeuge sowie Möglichkeiten, die Wikidata für Wikipedianerinnen und Wikipedianer bietet. Außerdem wird es um Methoden und Tipps rund um das Sprechen vor Publikum, Moderation und Dokumentation gehen.

Interessierte sind herzlich eingeladen, sich bis zum 28. Oktober für die Teilnahme in Köln, Berlin oder Wien anzumelden. Mehr Informationen gibt es auf dieser Seite. bm (wmde), 15.10.

Neue Ergebnisse aus dem Förderbarometer

Das Förderbarometer geht in seine sechste Auswertungsrunde. Dabei handelt es sich um die aktuellste Auswertung der seit Februar 2017 laufenden kontinuierlichen Befragung zur Förderung durch Wikimedia Deutschland. Vielen Dank an alle, die sich an der Befragung beteiligt haben. Nico (WMDE), 15.10

Chaos Communication Congress

Ende Dezember findet wie jedes Jahr der Chaos Communication Congress (35c3) statt. Dieses Jahr zum zweiten Mal in Leipzig. Wie im letzten Jahr wird WMDE dort zusammen mit der OKF und Freiwilligen eine Assembly (Auftritt) gestalten. Dafür hat WMDE für den laufenden Presale ein begrenztes Kontingent an Voucher-Codes bekommen. Community-Mitglieder, die gerne am 35c3 teilnehmen und an der Assembly helfen wollen, können sich zwecks Voucher an community@wikimedia.de wenden. Bitte beachtet, dass der Presale zeitlich, wie auch in der Anzahl der Tickets, begrenzt ist. Zudem können bis heute (15.10.) Einreichung für den Call for Paper noch gemacht werden. Merle von Wittich (WMDE), 15. Okt. 2018 (CEST)

Schreibwettbewerb der Alemannischen Wikipedia

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Seit heute Nacht läuft der achte Schreibwettbewerb der Alemannischen Wikipedia. Thema dieses Jahr sind „Artikel über Frauen“ anlässlich des 100-jährigen Jubiläums der Einführung der Frauenwahlrechts in Deutschland. Noch bis zum 16. Dezember können Artikel nominiert werden. H., 15.10.

Wikicon, Nachlese für Fotografen: Alles nur geklaut?

Nicht jeder Benutzer war auf der Wikicon, deshalb ein Hinweis: Es gab einen Vortrag über eine Kooperation mit dem LWL-Industriemuseum. Klick Es gibt ab morgen (15. Oktober 2018) einen Fotowettbewerb mit dem Titel „Alles nur geklaut?“. Es gibt hier viele Fotografen, vielleicht hat der eine oder andere eine Idee für ein gutes Bild und wird auf der Zaungalerie verewigt. Kurzmitteilung von Nf, 14.10.

Start des zweiten Wiki4MediaFreedom Contest

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Vom 10. Oktober bis zum 30. November läuft dieses Jahr die zweite Ausgabe des vom Osservatorio Balcani e Caucaso initiierten Wettbewerbs zu Wiki4MediaFreedom. Dabei geht es darum, in einer Reihe von Sprachen (darunter auch Deutsch) Artikel zu Themen rund um Medien, Pressefreiheit, Zensur u. ä. in Osteuropa zu schreiben oder zu verbessern. Auf der Basis von Quantität, Qualität und Quellenarbeit wird am Ende eine Jury die Artikelarbeit der Teilnehmenden bewerten und dafür Preise vergeben. Interesse? Die Seite zum Wettbewerb findet sich unter meta:Wiki4MediaFreedom contest - II edition, dort gibt es auch weitere Hinweise zu den Teilnahmebedingungen. Xa, 11.10.

Im Fernsehen gesehen, auf Wikipedia nachgelesen

Atauro, Insel am anderen Ende der Welt

Dass das Erscheinen von Begriffen im Fernsehen sich auch direkt auf die Zugriffszahlen zu den entsprechenden Artikeln in der Wikipedia auswirkt, ist ja nichts Neues. Nun hatte auch „mein“ Osttimor oder genauer die zu Osttimor gehörende Insel Atauro ihren kleinen Auftritt im Fernsehen. Am 29. September brachte das RTL-Magazin Life – Menschen, Momente Geschichten einen einige Minuten langen Beitrag über die Wawata Topu, Frauen aus Atauro, die unter Wasser mit Harpunen Fische und Oktopusse jagen. Poetisch werden sie „die Meerjungfrauen von Atauro“ genannt, was wohl zu einiger Enttäuschung bei RTL-Zuschauern führte, weil die Damen voll bekleidet mit T-Shirt und Wickelrock tauchen. Am 5. Oktober folgte die halbstündige Dokumentation Osttimor: Die Wawata Topu - Der Clan der Taucherfrauen auf Arte.

Und wie hat sich das auf die Zugriffszahlen ausgewirkt? „Atauro“ hat normalerweise drei bis zehn Zugriffe pro Tag. Am Tag der RTL-Sendung waren es 29, am Tag darauf 17. Am 5. Oktober kam ein Sprung auf 59 Zugriffe und sogar 94 am 6. Oktober. „Osttimor“ mit sonst 300–400 Zugriffen stieg am 29. September auf 587, am 2. Oktober (Warum das denn?) auf 608, am 5. auf 546 und am 6. Oktober schließlich auf 613. Was folgert sich nun daraus? Zunächst einmal, dass mit den Artikeln Lesern das Gefühl gegeben wurde, dass man wirklich zu allem Artikel in der deutschsprachigen Wikipedia etwas finden kann (der Artikel Atauro wurde übrigens 2005 von Benutzer:Romanist~dewiki erstellt).

Weiteres ist reine Spekulation. Motivieren längere Dokumentationen mehr Leute, sich über ein Thema weiter zu informieren? Oder sind RTL-Zuschauer eher Couch-Potatos, während arte-Zuschauer wissbegierig nach mehr in der Wikipedia stöbern? Greifen die aktiven RTL-Zuschauer schnell noch am selben Tag zum Laptop, während mehr arte-Zuschauer erst am Wochenende in Ruhe mit ihrer Recherche beginnen? Oder erinnern sie sich eher am nächsten Tag noch daran, wie diese exotische Insel noch hieß? Oder war „Osttimor“ einfach nur zufällig am Wochenende ein heißes Thema auf der WikiCon? Fragen, zu der es wohl nie eine Sozialstudie geben wird, aber Spaß machen, mal hier seine Phantasie spielen zu lassen, was die Zahlen verursacht. Ich bin mal gespannt, welche Erklärungen sich noch auf der Diskussionsseite einfinden. Und ob vielleicht die Urlauberzahlen auf der Insel nach den Dokumentationen ansteigen. JPF, 8.10.

WikiCon 2019: Auf nach Wuppertal!

Wuppertaler Schwebebahn

Nach der Con ist vor der Con: Während die Teilnehmer aus dem Ruhrgebiet, Köln, Düsseldorf und auch Wuppertal bereits mit ihrem Reisebus gen Norden und gen Heimat unterwegs waren, wurde auf der gestern zu Ende gegangenen WikiCon in St. Gallen der Austragungsort für die WikiCon 2019 bekannt gegeben: Im nächsten Jahr treffen wir uns in Wuppertal. Die Buslinge wurden über die offizielle Verkündung via Twitter informiert und freuen sich sehr auf die Aufgaben der Orga und die Zusammenarbeit mit Wikimedia Deutschland, die nun beginnen und ein arbeitsreiches Jahr bedeuten werden. Alles weitere … später.AR, 8.10., für die Orga der WikiCon 2019

WikiDaheim-Vorjury beginnt

Nach drei Monaten geht die diesjährige Aufgabe von WikiDaheim in Österreich zu Ende. In 100 Tagen wurden zu Denkmalschutz, Naturschutz, öffentlicher Kunst, Kellergassen und öffentlicher Infrastruktur in Österreich von ca. 175 TeilnehmerInnen mehr als 14.000 Bilder hochgeladen, was bei beiden Aspekten einen starken Anstieg im Vergleich zum Vorjahr darstellt (ein ausführlicherer Artikel zu WikiDaheim 2018 im Kurier folgt noch). Dies bedeutet auch, dass für die Vorjury deutlich mehr Bilder zu bewerten sind, weshalb wir dieses Jahr schon im September das Vorjury-Tool aktiviert haben. Wer zu dieser illustren Gruppe noch hinzustoßen und etwa die zehn offiziellen österreichischen Einreichungen für den internationalen Wettbewerb von Wiki Loves Monuments mitbestimmen möchte, kann sich gerne unter Wikipedia:WikiDaheim/Jury#Vorjury eintragen. B, 7.10.

Publikums- u. Reviewpreis des 29. Schreibwettbewerbs

Wie jedes halbe Jahr haben auch die Autorinnen und Autoren des 29. Schreibwettbewerbs unsere Enzyklopädie mit einer Reihe von herausragenden Artikeln beglückt. Die Nominierungsfrist ist seit wenigen Tagen abgelaufen, sodass nun die Leserschaft im Rahmen des Publikumspreises die Wahl hat, welcher Beitrag ganz besonders gefällt. Dabei sollte auch dieses Jahr für jeden etwas interessantes zu finden sein, so darf man sein Wissen zur Funktionsweise von Verbrennungsmotoren mehren, sich zur italienischen Küche weiterbilden, die Eigenschaften eines wahren Genies erforschen sowie etwas über amerikanische Spioninnen erfahren. Die Stimmabgabe (drei, nicht gehäufelt) erfolgt wie immer per E-Mail. Darüber hinaus sind die Autoren aufgerufen, sich am Reviewpreis zu beteiligen. ɦ, 6.10.

Nach der CU-Wahl ist vor der SG-Wahl

Die CU-Wahl neigt sich dem Ende entgegen, und es nähert sich ein weiteres Ereignis: Die SG-Wahl. Ab dem 1. November, beginnend 0:00 ist es möglich, sich als Kandidat aufzustellen, bis zum 7. November um 23:59. Ab dem 8. November 0:00 kann dann gewählt werden. Hier ist anzumerken, dass die Wahlformalitäten geändert wurden, es hatte letztes Jahr wegen der Pause zwischen 23 und 24 Uhr am 7. des Monats eine Diskussion gegeben, daraufhin hat sich das SG entschieden diese Stunde einzusparen, da sie nicht benötigt wird, und es hoffentlich so zu weniger Verwirrungen kommen wird.

Da bei der letzten Wahl nicht genug Kandidaten gewählt wurden, um das SG voll zu besetzen, sind bei dieser Wahl mehr als 5 Plätze zu vergeben. Wer also Lust hat diese verantwortungsvolle und durchaus auch zeitaufwendige Tätigkeit auszuüben, der kann sich ab dem 1. November eintragen. Wir würden uns über viele Kandidaten freuen.

Wer Fragen dazu hat, mit dem bin ich, und sicher auch meine Kollegen gerne bereit auf der Diskussionsseite sich darüber konstruktiv auszutauschen.

f.d.R. Luke 05.10

Britische Tate Gallery sourct out und keiner weiß es

Selbstporträt, etwa 1640

Nur durch die Kritik des namhaften Historikers und Kunstkritikers Bendor Grosvenor (en: Bendor Grosvenor) an dem englischsprachigen Artikel von Anthony van Dyck ist es an die Öffentlichkeit gedrungen. Die Nennung des Knebelbarts in dieser Künstlerbiografie, der durch den Maler des frühen 17. Jahrhunderts populär wurde und im Vereinigten Königreich auch nach ihm benannt wird, war Grosvenor zu populärwissenschaftlich. Im deutschsprachigen Kulturraum stand für diese Bartmode der Savoyenherrscher Viktor Emanuel II. Namens-Pate, also nicht im Fokus des Kunstkritikers Aufmerksamkeit. Grosvenor suchte und fand anschließend bei weiteren Künstlern, die die Tate Britain ausstellt, Unzulänglichkeiten.

In einer offiziellen Stellungnahme des Hauses bemerkte die Pressesprecherin lapidar, dass es bei ihrer Ressourcenausstattung unmöglich sei, bei allen der von ihnen ausgestellten Künstlern eine eigene Biografie zu schreiben oder gar noch lebende Künstlerbiografien à jour zu halten. Man bediene sich deshalb im Bestand von Wikipedia, das am aktuellsten und verlässlichsten sei. Ihr eigener Biografiebestand beschränke sich auf etwa 100 Einträge. Die Galerie arbeite an einer Partnerschaft mit Wikipedia, um sicherzustellen, dass die Biografien für die Künstler in ihrer Sammlung so genau wie möglich seien.

Da bleibt mir die Spucke weg. Klingt fast so, als hätten wir es bald geschafft. Lantus 2.10.

Internationale Edit-a-thons:Essen und Filme

Derzeit gibt es gleich zwei spannende internationale Projekte, bei denen deutsche Beteiligung erwünscht ist. Seit gestern läuft ein internationaler Edit-a-thon rund um gutes Essen anlässlich des World Heritage Cuisine Summit & Food Festival 2018. Leider findet der weit weg in Punjab statt, aber die Wikimedianer vor Ort haben gute Vorarbeit geleistet und man kann ja auch beim Schreiben von Artikeln von den Düften und dem Geschmack träumen! Es wird sicher zu vielen der Gerichte gute Fotos geben. Dieser Wettbewerb läuft bis 10. Oktober. Etwas länger, und zwar bis Ende November, läuft noch der Edit-a-thon des AfroCine Projekts, der leider bisher noch keinen Platz auf der deutschsprachigen Wikipedia gefunden hat. Wer hier etwas organisieren möchte, kann sich gerne an den Seiten auf der Englischen Wikipedia orientieren.Kri, 2.10.

Abstimmung zur SG-Special-Artikelauswahl

… und schon wieder kann man mitmachen bei einer Abstimmung. Diesmal bei der Auswahl der Artikel für die Rubrik Schon gewusst? für die Hauptseite anlässlich der WikiCon in St. Gallen. Nominiert sind zehn Artikel, von denen sechs ausgewählt werden. Die übrigen fallen unter den Tisch. Jede stimmberechtigte Person hat maximal sechs Stimmen, darf aber nur eine pro Artikel vergeben. Stimmen auf eigene Artikel sind nicht erlaubt. Ende dieses kleinen Wettbewerbs ist am Donnerstag, 4. Oktober um 20:00 Uhr.Lantus 2.10.

WP:Miniaturenwettbewerb

Beim WP:Miniaturenwettbewerb kandidieren dieses Mal 65 Artikel. Eine Jury gibt es nicht, sondern die Artikel werden von allen Interessierten bewertet – dabei kann jeder angemeldete Benutzer mit Stimmberechtigung bis zu fünf Stimmen auf die Miniaturen verteilen, die ihm am besten gefallen. Die Bewertung findet ab dem 1. Oktober statt. Gegebene Stimmen können kontinuierlich neu verteilt werden. Der Zeitraum für die Stimmabgaben und die Auswertung der Stimmen endet mit der Bekanntgabe der Gewinner des WP:Schreibwettbewerbs, spätestens am 31. Oktober 2018. Die Kandidaten freuen sich auf zahlreiche Stimmen. nE, 1.10.

Wiki loves Monuments: Für die Einen gerade abgeschlossen, für die Anderen geht es jetzt erst los!

Schlag Mitternacht ist in dieser Nacht die Uploadphase von Wiki loves Monuments geendet. Im Vergleich zu den Vorjahren eine Konsolidierung auf hohem Niveau. Mit 476 Teilnehmern, etwas mehr als im vergangenen Jahr. Das Ergebnis von über 25 Tausend Bildern ist auch darauf zurückzuführen, dass der Fleiss der Poweruploader sich noch einmal gesteigert hat und der Durchschnitt von 55 Bildern pro Uploader an die Anfangszeiten des Wettbewerbs erinnert.

Ja könnten wir dann nicht langsam aufhören? Haben wir denn nicht schon jedes Denkmal fotografiert? Leider nein. Im Vergleich zu anderen Ländern weltweit stehen wir in Deutschland, was die Dokumentation von Denkmalen angeht erbärmlich da. Durch die föderale Struktur des Denkmalschutzes in Deutschland sind auch die Denkmallisten hier in unserem Projekt ein Flickenteppich mit uneinheitlicher Struktur, die es einem Ortsfremden oft unmöglich macht zu verfizieren, ob das von ihm fotografierte Objekt überhaupt ein Denkmal ist, geschweige denn, es mit Denkmalnummer und Adresse ordnungsgemäß zu beschreiben und zu kategorisieren. Andere Länder sind uns da weit voraus. Haben ihre Datensätze (mit Wikidata?) in Kartenwerke verknüpft. Farbkennzeichnungen lassen erkennen, wo ein Objekt noch nicht fotografisch erfasst ist. Es muss unser Ziel sein, so ein System bis zum nächstjährigen Wettbewerb auch bei uns zu implementieren. Wer dazu bereits Ideen hat, darf mich gerne auf meiner Diskussionsseite kontaktieren.

Sehr erfreulich ist dieses Jahr auch die Beteiligung am Vorjurytool. Mehr als 20 Teilnehmer (Tendenz steigend) haben bereits fast 97 Tausend Bewertungen abgegeben. Es gilt 16343 Bilder zu bewerten. Nur 16 Tausend Bilder? Oben steht doch die Zahl 25 Tausend. Viele der Uploader haben von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, ihre Bilder in der Kategorie "not for Prejury" einzustellen. In meinen Augen ein erfreulicher Trend. Viele Bilder sind aus dokumentarischem Grunde sehr wertvoll, aber sind sicherlich nicht geeignet für einen Fotowettbewerb, der mehr nach ästhetischen Gesichtspunkten urteilt. Und manch Fotograf von hochwertigen Bildern hat sich bei der Vorjury- und Juryauswahl selbst ein Bein gestellt, indem er oder sie viele schöne ähnliche Motive hochgeladen hat. Das führt zu Ennui bei den Bewertern. Beim ersten Betrachten noch fünf Sterne, beim fünften Bild nur noch drei. Da die Bilder im Zufallsprinzip vorgestellt werden, also eine vom Uploader ungewollte Nivellierung. Auch Bilder der Hauptjuroren selbst stehen nicht zur Auswahl und man kann in der Vorjury selbstverständlich auch nicht seine eigenen Bilder bewerten.

Das Vorjurytool ist noch bis Mitternacht am 16. Oktober freigeschaltet. Zeit genug, für die bisherigen Uploader zur Suchtentwöhnung, oder für Interessierte sich einen Überblick über die Vielfalt der Bilder zu machen. So viele Vorjuroren wie noch nie scheinen dieses Jahr auch den Ehrgeiz zu haben, wirklich jedes Bild bewertet zu haben. Eine Herausforderung, die dieses Jahr sogar realistisch ist. W 1.10.

„Falsche Stubs“

Längjährige Benutzer kennen WP:STUB vielleicht noch aus der Zeit, in der dieses Lemma nicht nur eine Weiterleitung auf Wikipedia:Artikel war. Zwar ist der Inhalt der Stubrichtlinie durch die Einarbeitung nicht mehr so eindeutig identifizierbar wie in jener Zeit, doch damals wie heute unterscheidet sich ein „gültiger Stub“ von einem „falschen Stub“ vor allem dadurch, dass der erste Satz das (fett zu setzende) Lemma nennt und erklärt. In der Praxis heißt das, dass Artikel mit der Floskel „XY ist ein Irgendwas…“ beginnen. Ausnahmen davon gelten eigentlich nur für Listenartikel oder Übersichts-/Sammelartikel, wo die Floskel aus sprachlichen Gründen Schwierigkeiten bereitet, etwa wie „Die Liste von Flüssen in Deutschland ist eine Liste von Flüssen in Deutschland“, was nicht wirklich Sinn ergibt.

Immer öfter aber finden sich solche Devianzen bei völlig problemlosen Lemmata, zuletzt in Sulawesi-Erdbeben 2018, wo es lapidar heißt: „Am 28. September 2018 um 18:02 Uhr Ortszeit ereignete sich auf der indonesischen Insel Sulawesi ein schweres Erdbeben…“ statt: „Das Sulawesi-Erdbeben 2018 war ein starkes Erdbeben auf der indonesischen Insel Sulawesi. Es ereignete sich am 28. September 2018 um 18:02 Uhr Ortszeit.“ Es gehört zu den Aufgaben der Eingangskontrolleure, nicht nur Unsinn der Schnelllöschung zu überstellen, sondern auch auf die Einhaltung von Grundlagen der Enzyklopädie zu achten. Wir sollten wieder mehr auf solche Förmlichkeiten achten. MaB 29.9.

WikiCon 2018: Noch Helfende gesucht!

Die WikiCon als Community-Konferenz ist seit jeher davon geprägt, dass ihre Organisation und Durchführung von zahlreichen Freiwilligen getragen und unterstützt wird. Auch 2018 ist das nicht anders – so haben sich schon viele Helfer für den Aufbau der Veranstaltung gemeldet, das ist wunderbar! Die Anmeldung und der Info-Desk sind ebenfalls schon besetzt. Im Bereich «Verpflegung» wären wir aber sehr froh, wenn sich noch einige dort eintragen könnten. Auch in anderen Bereichen gibt es noch die eine oder andere Lücke – wer nicht gerne Essen austeilt oder Geschirr einsammelt, möchte vielleicht bei den Einführungskursen für Neulinge mitmachen oder als «Raumengel» mithelfen, den reibungslosen Ablauf der einzelnen Präsentationen sicherzustellen? Schon im Voraus vielen Dank für eure Mithilfe! Gestumblindi, 28.9.

Wikipedianische KulTour am 03.11.2018 im Humboldt Forum

Auf Einladung der Humboldt Forum Kultur GmbH werden wir im Rahmen einer Wikipedianischen KulTour die Baustelle des Humbold Forums besichtigen können. Wir werden vor Ort einen Eindruck vom aktuellen Stand der Baumaßnahmen bekommen können und über die nächsten Planungsschritte bis zum Jahr 2020 informiert werden. Wir freuen uns auf euch! H.P., 25.9.

2.222.222 Artikel … und es werden immer mehr

Fast unbemerkt angesichts der sich hier abspielenden Dramen werden auch weiterhin fleißig Artikel geschrieben. Heute morgen hat die deutschsprachige Wikipedia die Marke von genau zwei Millionen zweihundert­zweiundzwanzigtausend­zweihundert­zweiundzwanzig (2.222.222) Artikeln überschritten. Seit dem zweimillionsten Artikel Michenerit sind etwas mehr als zweiundzwanzig Monate vergangen. Doch welcher Artikel ist für den neuen Meilenstein verantwortlich? Eine kleine Recherche ergab, dass es sich um den Artikel Der schwarze Mustang handelt, in dem eine Erzählung des allseits bekannten Autors Karl May vorgestellt wird. Mögen Winnetou und Old Shatterhand uns zu weiteren Artikeln führen. Oder werden die beiden angesichts dieser Schnapszahl vom Pfad abkommen? Wir bleiben dran. V., 24. September 2018

WikiCon 2018: Es wird voll!

Für die WikiCon 2018 in St. Gallen sind bereits über 300 Anmeldungen eingegangen und wir sind damit nahe an der Kapazitätsgrenze. Das ist grossartig! Eine spannende WikiCon mit vielen neuen Begegnungen scheint garantiert. Es bedeutet aber auch: Wer jetzt noch unentschlossen ist, ob er oder sie nach St. Gallen kommen möchte, sollte sich schnell entscheiden. Bald werden wir keine Anmeldungen mehr entgegennehmen können. Und eine Bitte an alle, die aus irgendeinem Grund doch nicht kommen können: Bitte meldet euch ausdrücklich ab, gerne durch eine E-Mail an infoatwikicon.org. Ihr ermöglicht es damit Spätentschlossenen, noch berücksichtigt werden zu können. Gestumblindi, 24.9.

Herbstmarathon 2018

Vom 1. bis 3. (1. Runde), sowie vom 5. bis 7. Oktober 2018 (2. Runde) findet der erste Herbstmarathon 2018 im Rahmen des Artikelmarathons statt. Wer Lust hat, kann an diesem Wettbewerb teilnehmen. Ich wünsche allen Teilnehmern viel Spaß!!! Au, 20.09.

WikiCon: Zweimal Workshop mit DaB.

Bevor ich am Montag in meinen (wohlverdienten) Urlaub entschwinde und die Wikipedia eine Weile links liegen lasse, möchte ich euch noch auf zwei Workshops aufmerksam machen, die ich auf der WikiCon ausrichten werde. Beide haben gemeinsam, dass man zwar auch spontan vorbeikommen kann, es aber schöner ist wenn von euch etwas Vorarbeit geleistet wird.
Einerseits möchte ich mit euch am Samstag um 15 Uhr über eine Neugestaltung der Hauptseite workshoppen. Da ich als Informatiker von Design schon von Natur aus wenig Ahnung habe, hoffe ich darauf, dass die Kreativen unter euch sich schon vorab etwas Gedanken machen und viele Ideen mitbringen. (Für die Nicht-Kommer: Wir beschließen da natürlich gar nix.)
Am Freitag um kurz vor 22 Uhr findet meine übliche GPG-Keysigning-Party statt – ich hoffe ihr kommt zahlreich. Da es diesmal Probleme mit der Vorhandenheit eines Druckers geben könnte, wäre es dieses Jahr besonders nett wenn ihr mir eure GPG-Schlüssel schon vorab entweder an gpg-wikicon-2018@dabpunkt.eu oder an eine Adresse des Schlüssels 0x7CD1E35FD2A3A158 schicken könntet; damit wir im Fall der Fälle möglichst wenig händisch in Listen eintragen müssen.
Auf jeden Fall freue ich mich schon auf euch und die WikiCon (und meinen Urlaub davor) :-) . –D.

WikiDACH 2018 in Heidelberg

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An diesem Wochenende findet in der alten Feuerwache am Hauptbahnhof in Heidelberg das Wikipedia-BarCamp WikiDACH 2018 zusammen mit dem BarCamp Rhein-Neckar statt. Es sind noch ein paar Plätze frei. Am Freitagabend gibt es ab 19:30 Uhr ein Vortreffen im Metropolis im Heidelberger Hauptbahnhof. Am Samstag und Sonntag geht es jeweils 9:00 Uhr los. Kommt alle! S.W., 20.09.https://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia_Diskussion:Kurier

Alemannische Wikipedia

Kurz vor der Schweizer WikiCon hat die Wikipedia auf Schweizerdeutsch einen weiteren Meilenstein geschafft: Mit einem Artikel über das 1938 im Zürcher Spiegel-Verlag erschienene Buch Schwyzer Meie hat sie ihren 25'000. Artikel erreicht. Die deutsch(sprachig)e Wikipedia kennt dieses Buch bisher nicht. H., 14.9.

Update: Mittlerweile hat sich auch die dewiki dieses Werkes angenommen. H., 17.9.

Neue Freiwillige gewinnen: Entwürfe für Banner und Aktionsseite der Herbstaktion

Wikimedia Deutschland freut sich, euch die Herbstaktion auf unserem Portal zu zeigen, und freut sich vor allem auf euer Feedback, denn die Entwürfe der Aktionsseite und des Banners sind nun ebenfalls auf folgender Seite zu sehen. Viel Spaß beim Diskutieren. Stefan (WMDE), 13.9.

WikiCon: Endspurt

In drei Wochen startet die WikiCon. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Und jetzt wissen wir auch, wo überall fleißige Helferinnen und Helfer benötigt werden. Die Teilnahme an der WikiCon ist dieses Jahr kostenlos – umso mehr würden wir uns freuen, wenn die Teilnehmer das Organisationsteam in der einen oder anderen Art unterstützen würden. Es stehen eine Vielzahl kleinerer und größerer Aufgaben für jeden Geschmack zur Auswahl: Wikipedia:WikiCon 2018/Helferkoordination. Natürlich sollen die Einsätze nicht die Teilnahme am Programm der WikiCon verhindern, aber jeder Beitrag ist willkommen. Danke!

Als kleine Erinnerung: Endspurt bedeutet auch, dass Fristen näherkommen. Förderungen für die WikiCon müssen bis Montag, 17. September beantragt sein. Anmeldungen von Personen, die ihre Reise und Unterkunft selber bezahlen, sind weiterhin möglich. (AL i, 13.9.)

Wörterzahl

Seit einiger Zeit gibt es in der klassischen Wikipedia-Statistikseite auch die Rubrik Wörter in allen Inhaltsseiten, in den Zeiten bot-generierter Massenartikel im Vergleich zur reinen Artikelzahl ein möglicherweise geeigneteres Maß, um Sprachversionen zu vergleichen. In den letzten Monaten ließ sich nun beobachten, wie sich die französischsprachige Wikipedia in Bezug auf die Wörterzahl langsam an der deutschsprachigen vorbei schob. Hatte die dewiki Anfang des Jahres noch einen knappen Vorsprung, liegt sie mittlerweile mit 1.098.206.317 Wörtern im Artikel-Namensraum deutlich hinter der frwiki (1.117.886.502). Der Kurier zählt weiter. (H., 12.9)

Ein stürmischer Ausdruck von Dank

Am Wochenende stand ich mal wieder mit am Wikipedia-Infostand auf Münchens größten Straßenfesten. Ich diskutierte gerade intensiv mit einem frustrierten Ex-Wikipedianer, der meinte, es gäbe keine positive Anerkennung für die Arbeit in Wikipedia – da stürzte ein Mädchen aus der Menschenmenge auf mich zu, als stünde ich vor ihrem Liebsten. Ehe ich mich versah, schüttelte sie mir kräftig die Hand und meinte „Danke, dass ihr mich durchs Abitur gebracht habt!“ – und bevor ich auch nur antworten konnte, war sie auch schon wieder in der Menschenmenge verschwunden. Da meinte mein Gesprächspartner „… Ja, also das ist eine positive Anerkennung … und eine schöne noch dazu.“

Hiermit möchte ich den Dank der jungen Frau einerseits an euch weitergeben und andererseits euch den Tipp geben: Wenn auch ihr manchmal frustriert seid und das Gefühl habt, eure Arbeit wird zu wenig anerkannt, geht raus in die Welt und redet mit den Leuten, für die wir diese Enzyklopädie schreiben. Es lohnt sich – es war zwar die schönste, aber nicht die einzige derartige Begegnung dieses Wochenendes. (M, 12.9)

Neulingsgewinnung: Planung der nächsten Kampagne

Im Rahmen der Neulingsgewinnung trauen wir uns bei der nächsten Kampagne auch in die Offline-Welt und wollen an einem Aktionstag im Oktober Menschen dazu aufrufen, die lokale Wikipedia-Community in ihrer Nähe kennenzulernen. Lokale Stützpunkte und lokale Gruppen sind eingeladen, daran teilzunehmen. Mehr Informationen findet ihr auf der Planungsseite. Wir freuen uns, wenn ihr mal reinschaut und eure Fragen, Anregungen und auch noch unausgegorenen Ideen dort hinterlasst! Liebe Grüße, mh (wmde), 10.9.

Serverumstellung: Bis zu einer Stunde kein Editieren am 12.09. und 10.10.

Die Wikimedia Foundation testet ein neues Datenzentrum, um sicherzustellen, dass die Wikipedia und andere Wikimedia-Wikis auch nach einem Desaster online bleiben. Aufgrund des Tests kann am 12.09. und am 10.10. je bis zu einer Stunde lang nicht editiert werden. Mehr Informationen (auf Meta). Mehr Informationen (auf Meta). js (wmde), 7.9.

Vorjury zu Wiki Loves Monuments 2018 in Deutschland gestartet

Die erste Woche des diesjährigen Wettbewerbs Wiki Loves Monuments (WLM) geht zu Ende. Bisher haben beim deutschen Wettbewerb über 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer etwa 7.500 Bilder hochgeladen.

Wie in den vergangenen Jahren auch und wie auch im Schwesterwettbewerb Wiki Loves Earth bewährt, gibt es auch dieses Jahr wieder die Möglichkeit für alle angemeldeten Wikipedianutzenden, sich an der Vorauswahl der Gewinnerbilder zu beteiligen. Durch das Mehraugenprinzip werden die einzelnen Bilder fairer bewertet. In den Anfangszeiten von WLM wurde die Vielzahl der Bilder unter den Teilnehmern der Hauptjury aufgeteilt; diese kondensierten ihren Anteil (ein/zwei Wochen vor der Jurysitzung) auf eine überschaubare Menge von Bildern und nur diese Bilder wurden dann von allen Jurymitgliedern gemeinsam bewertet. Heute ist sichergestellt, dass jedes Bild, das der Hauptjury vorgelegt wird, von mehreren unabhängigen Vorjuroren betrachtet und bewertet wurde. Die Hauptjury kann sich so besser auf die qualitative Auswahl der Topbilder konzentrieren.

Die Hochlader können die Arbeit, sowohl von Vor-, als auch Hauptjury, dadurch entlasten, dass sie Bilder, die zwar einen dokumentarischen Charakter haben, die aber, selbst in den eigenen Augen, nicht die Qualitäten eines potentiellen Siegerbildes haben, in die Kategorie Images from Wiki Loves Monuments 2018 in Germany not for prejury einordnen.

In diesem Jahr tauchen, aufgrund eines Sonderpreises, im Vorjury-Tool vermehrt 360°-Aufnahmen auf. Die Vorjurymitglieder mögen diese bitte auch mit dem entsprechenden Tool aufrufen.

Auch für die Hauptjury werden noch Interessierte gesucht: Bewerbungen können noch bis zum 9. September eingereicht werden. (W, 7.9.)

Hinweis an Alte Füchse: Die Verwaltung der Passwörter wurde geändert. Es ist eine Neuanmeldung unter oben aufgeführtem Link notwendig. Einfach das alte Jurytool öffnen funktioniert nicht. (W, 11.9.)

GLAM on Tour in Görlitz

Im September erwartet uns noch eine weitere GLAM-on-Tour-Station, nach 2013 und 2014 geht es erneut in die Oberlausitz! Vom 28. bis 30. September lädt das Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz in Kooperation mit Wikimedia Deutschland e.V. zu Vorträgen und Schreibwerkstätten ein. Anmeldungen über die Projektseite, das Programm wird noch aktualisiert. (CB, 4.9.)

GLAM on Tour im Jagdschloss Grunewald in Berlin

Vom 21. bis 23. September findet in Kooperation mit der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg eine GLAM-on-Tour-Station im Jagdschloss Grunewald statt. Informationen und Anmeldung über die Projektseite. (CB, 4.9.)

Frankfurter Buchmesse

Auf der Frankfurter Buchmesse dürfen Wikipedia und Wikimedia nicht fehlen. Wer Lust hat, mit vor Ort zu sein, kann sich noch bis zum 5.9. anmelden. Alle Infos und die Anmeldung über die Seite Community auf der Frankfurter Buchmesse 2018 (JA, 3.9.)

200 mal RAW

Logo der RAW

Das französische Schwesterblatt des Kuriers, die Regards sur l’actualité de la Wikimedia („Blick auf Wikimedia-Neuigkeiten“, abgekürzt: RAW) sind gestern am 1. September 2018 zum 200. mal erschienen.

Die beiden Autoren Simon Villeneuve und Cantons-de-l’Est, die das Projekt seit 2011 betreiben, verstehen sich gleichsam als Glossatoren des Wikimedia-Ökosystems, die die Ereignisse der jüngsten Zeit zusammenfassen und mehr oder weniger knapp aus der frankophonen Perspektive einordnen, um sie auch für den weniger zeitreichen Wikipedianer verständlich und nachvollziehbar zu machen. Die knappe Form des Aperçus dominiert, zunehmend werden in den letzten Jahren aber auch Entwicklungen bei den Multimedia-Inhalten hervorgehoben, etwa Auszeichnungen von Fotografien oder Musik auf Wikimedia Commons. So stehen die unregelmäßig erscheinenden RAW behelfsweise zwischen dem Kurier und dem eher journalistisch geprägten angelsächsischen Wikipedia Signpost. Sie zählen zu den wenigen aktiven und wichtigen Stimmen, die noch ganz von der Community betrieben werden und die den Wikimedia-Betrieb zwar affirmativ, aber doch aus einer unabhängigen Perspektive beschreiben, einschließlich vieler umfangreicher Übersetzungen von wichtigen Texten ins Französische.

Der Kurier bedankt sich bei den Kollegen für das große und langanhaltende Engagement und freut sich mindestens auf weitere 200 Ausgaben der Regards! (A, 2.9.).