Streitkräfte Libyens

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LibyenLibyen Streitkräfte von Libyen
القوات المسلحة الليبية
al-Quwwat al-Musallaha al-Libiyya
Libyan National Army.png
Führung
Oberbefehlshaber: Aguila Saleh Issa
Verteidigungsminister: Abdullah Thenni
Militärischer Befehlshaber: Chalifa Haftar(Tobruk), Jedalla al-Obeida (Tripolis)
Sitz des Hauptquartiers: Tripolis
Militärische Stärke
Aktive Soldaten: 35.000
Wehrpflicht:
Wehrtauglichkeitsalter: 19. Lebensjahr
Geschichte
Gründung: 1951/2012
Faktische Gründung: unbekannt
Ablösung: 2011

Die Nationale Libysche Armee ist die offizielle Armee Libyens (arabisch ‏القوات المسلحة الليبية‎, DMG al-Qūwāt al-Musallaḥa al-Lībīya) nach dem Sturz Muammar al-Gaddafis. Im Mai 2012 umfasste sie 35 000 Soldaten. [1]

Im Bürgerkrieg in Libyen wechselten Anfang 2011 Teile der Streitkräfte auf die Seite der Opposition. Zusammen mit Freiwilligen bildeten sie Revolutionsbrigaden, die als Libysche Nationale Befreiungsarmee gemeinsam kämpften. Nach Ende des Bürgerkrieges arbeitete der neue Verteidigungsminister Usama al-Dschuwaili daran, die Milizen der Befreiungsarmee in die regulären libyschen Streitkräfte, die Polizei und andere Einrichtungen der neuen Regierung zu integrieren.[2] Dies scheiterte. Auch seine Nachfolger Mohammed Barghathi und Abdullah Al-Thinni konnten die Ordnung nicht wiederherstellen.[3] Im Gegenteil eskalierte die Situation schließlich im Sommer 2014 mit dem Ausbruch des Krieg in Libyen seit 2014. Die Armee war zwischen 2014 und 2015 in 2 Fraktionen geteilt. Der Hauptteil folgte seit Mai 2014 General Chalifa Haftar und dessen "Würde" Milizen. (Etwa die Luftwaffe und die Spezialtruppen)[4]. Am 2. März 2015 wurde Haftar schließlich auch offiziell zum Oberbefehlshaber der Armee ernannt.[5]

Der andere Teil der Armee schloss sich unter dem Generalstabschef Jedalla al-Obeida im Sommer dem Bündnis Fadschr Libya an und bildet mit den Milizen der Gegenregierung die "Libysche Armee". [6]

Im Jahr 2010 hatten die Streitkräfte ser Libysch-Arabischen Dschamahirija unter Revolutionsführer Muammar al-Gaddafi nach dem International Institute for Strategic Studies (IISS) und dem Jaffee Center for Strategic Studies (JCSS) rund 119.000 Mann. Etwa 25.000 Mann davon waren Wehrpflichtige.[7] Das libysche Heer hatte 50.000 Mann, die Luftwaffe 18.000 und die Libysche Marine 8.000. Daneben gab es als Reserve 40.000 Mann der Volksmiliz.[8] Der paramilitärischen Libyschen Revolutionsgarde gehörten 3000 Soldaten an, die direkt Revolutionsführer Muammar al-Gaddafi unterstellt waren.

Teilstreitkräfte[Bearbeiten]

Heer[Bearbeiten]

Das 50.000 Mann starke Heer war in 10 Panzerbataillone, 10 motorisierten Infanteriebataillone, 18 Infanteriebataillone, 6 Kommandobataillone, 22 Artilleriebataillone und 7 Luftabwehrbataillone organisiert.

Ausrüstung[Bearbeiten]

Die geschätzte Anzahl an Panzern belief sich im Jahr 2009 auf 3025. Ein Großteil der rund 2000 Kampfpanzer galt als nicht einsatzbereit und wurde zur Ersatzteilgewinnung für andere Einheiten verwendet.[9]

  • 200 T-72[10]; (115 eingelagert);
  • 100 T-62 (70 eingelagert);
  • 1500 T-55; (1.040 T-54/T-55 eingelagert).

Es gab gepanzerte Aufklärungsfahrzeuge der Typen BRDM-2 (ca. 50) und EE-9 (ca. 70). Des Weiteren etwa 1000 BMP-1 und weitere BMD für die Infanterie.[11] 2010 wurde gemeldet, dass Russland Libyen bei der Modernisierung von T-72 Panzern unterstützen werde.[12]

Radfahrzeuge[13]

Artillerie

Boden-Boden-Raketen

  • SowjetunionSowjetunion FROG-7
  • SowjetunionSowjetunion Scud-B, (416 Raketen)

Panzerabwehr

Luftabwehr

Luftabwehrwaffen

Leichte Waffen

Luftstreitkräfte[Bearbeiten]

Kampfhubschrauber vom Typ Mil Mi-35 (Mi-24) im Oktober 2009

Nach dem Putsch von 1969 begann Libyen, das bis dahin nur über eine kleine, etwa 400 Mann zählende Luftwaffe verfügte, unverzüglich mit der Beschaffung von Flugzeugen für die LARAF (Libyan Arab Republic Air Force). Ein Großauftrag ging noch im selben Jahr an Frankreich, aber auch in die USA und nach Italien gingen Bestellungen. Insbesondere die aus Frankreich stammenden Mirage-5-Jäger wurden an Ägypten verliehen und nahmen an Kampfhandlungen im Jom-Kippur-Krieg von 1973 teil.[14] Ab 1973/74 kam es zur Umorientierung auf sowjetische Waffentechnik. Die Pilotenausbildung erfolgte zu großen Teilen im Ausland, so Frankreich, Algerien, Pakistan, Rumänien, Großbritannien und der Sowjetunion.

Die Personalstärke der Luftstreitkräfte lag bei etwa 18.000.[9] Dennoch herrschte ein Mangel an Piloten, weshalb sich das Land gezwungen sah, Söldner aus Serbien, Pakistan und arabischen Staaten anzuwerben. Zudem sollen viele der Flugzeuge nicht einsatzbereit gewesen sein.[15] Nach Angaben des britischen Militärs wurde die libysche Luftwaffe während der Militäreinsätze seit März 2011 weitestgehend zerstört.[16]

Im Land gibt es 13 militärische Luftwaffenbasen.[17] In der Okba Ben Nafi Air Base bei Tripoli waren sowjetische Jäger der Typen MiG-25 und Bomber vom Typ Tu-22 stationiert.

Nach der Neuaufstellung verfügt die Libysche Luftwaffe (Stand März 2015) über 8 Suchoi Su-24 Bomber und rund 30 weitere Flugzeuge der Typen MiG-21, MiG-23 und Aero L-39.[18] Des Weiteren hat die Luftwaffe einige Mil Mi-24 und Mil Mi-8 Hubschrauber in Betrieb.[19] Die meisten Flugzeuge und Hubschrauber sind auf dem Flughafen Tobruk stationiert.

Genutzte Flugzeuge[Bearbeiten]

Flugzeugtyp Herkunft Nutzung Anzahl Notizen
Dassault Mirage F1 BD/ED FrankreichFrankreich Mehrzweckkampfflugzeug 30 Zwei Maschinen wurden im Februar 2011 für eine Flucht nach Malta genutzt.
Suchoi Su-35BM RusslandRussland Langstreckenabfangjäger 12 bestellt (2010)
Suchoi Su-30 RusslandRussland Langstreckenabfangjäger 4 bestellt (2010)
Mikojan-Gurewitsch MiG-21 SowjetunionSowjetunion Trainingsflugzeug/Abfangjäger 24 Die meistenden der noch vorhandenen MiG-21bis und MiG-21UM waren eingemottet. 2004 soll ein Modernisierungsvertrag über 16 Stück mit der Ukraine abgeschlossen worden sein.[20]
Mikojan-Gurewitsch MiG-23 BN/MS/ML/UB SowjetunionSowjetunion Bodenangriffsflugzeug/Abfangjäger/Trainingsflugzeug 124 Die meisten waren eingemottet. Eine Maschine wurde am 19. März 2011 über Bengasi abgeschossen.[21][22]
Suchoi Su-22 M3/UM-3K SowjetunionSowjetunion Bodenangriffsflugzeug 40
Suchoi Su-24 MK SowjetunionSowjetunion Langstreckenbomber 4 Eine Einheit ging bei einem Brand verloren.
Soko J-21 Jastreb Jugoslawien Sozialistische Föderative RepublikJugoslawien leichtes Bodenangriffsflugzeug 13
Aero L-39 ZO Albatros TschechienTschechien leichtes Angriffs- und Trainingsflugzeug 110
Aermacchi SF-260 WL ItalienItalien Trainingsflugzeug 20
Soko G-2 Galeb Jugoslawien Sozialistische Föderative RepublikJugoslawien leichtes Angriffs- und Trainingsflugzeug 116 Eine Trainermaschine wurde am 24. März 2011 über Misurata abgeschossen.
Jakowlew Jak-130 RusslandRussland Trainingsjet 6 bestellt (2010)
Dassault Falcon 20 FrankreichFrankreich Leichtes Transportflugzeug 3
Antonow An-26 SowjetunionSowjetunion Mittleres Transportflugzeug 10
Gulfstream II Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Leichtes Transportflugzeug 1
Dassault Falcon 50 FrankreichFrankreich Leichtes Transportflugzeug 1
Iljuschin Il-76 SowjetunionSowjetunion Schweres Transportflugzeug 17
Let L-410 Turbolet TschechienTschechien Leichtes Mehrzwecktransportflugzeug 15
Lockheed C-130 H Hercules Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Schweres Transportflugzeug 10
Antonow An-124 SowjetunionSowjetunion Schweres Transportflugzeug 2
Iljuschin Il-76 SowjetunionSowjetunion Luftbetankungsflugzeug 4
Mil Mi-24 Hind RusslandRussland Schwerer Kampfhubschrauber 43
Mil Mi-14 RusslandRussland Mittlerer Mehrzweckhubschrauber 12
Bell 206 JetRanger Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Trainingshubschrauber 4
Bell 212 Twin Huey Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Leichter Transporthubschrauber 2 Lieferung über Italien
Boeing CH-47 Chinook Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Schwerer Transporthubschrauber 8 Lieferung über Italien
Mil Mi-8 Hip RusslandRussland Mittlerer Transporthubschrauber 25
Mil Mi-17 RusslandRussland Mittlerer Transporthubschrauber ? Zustand unbekannt
Lawotschkin SA-2 SowjetunionSowjetunion Flugabwehrrakete 90
Isajew SA-3 SowjetunionSowjetunion Flugabwehrrakete 10
SA-6 SowjetunionSowjetunion Flugabwehrrakete 43

Marine[Bearbeiten]

Die Marine verfügte einschließlich der Küstenwache über rund 8000 Soldaten und insgesamt 19 Schiffe.[9] Bei Luftangriffen der NATO während des Internationalen Militäreinsatzes in Libyen 2011 wurden am 20. Mai laut Angaben des Bündnisses acht Kriegsschiffe der libyschen Marine getroffen. Von libyscher Seite wurden sechs Treffer bestätigt. Die Angriffe in den Häfen von Tripolis, al-Chums und Sirte sollen auf Grund des Einsatzes der Schiffe als Minenleger erfolgt sein.[23][24]

Einheiten[Bearbeiten]

Die libysche Fregatte Al Ghardabia (213) in Valetta im Jahr 2005
  • Fregatten[25]
  • Flugkörperkorvetten[25]
  • U-Boote[25]
  • Schnellboote[25]
  • Schnelle Patrouillenboote[26]
    • KroatienKroatien PV30-LS (Vittoria-Klasse)
      • Sidi Bilal
      • Al-Mergeb
      • Jelyana
      • Al-Sadada
      • Merseet
      • Tagreft
  • Minensucher[25]
  • Landungsfahrzeuge[25]
    • ItalienItalien PS-700[27]
      • Ibn Harissa
      • Ibn Ouf
    • TurkeiTürkei C-107
      • Ibn Al Idrissi
      • Ibn Marwan
      • El Kobayat
  • Hilfsfahrzeuge[25]
    • Begleit- und Werkstattschiffe
      • Zeltin
      • Al Munjed (KroatienKroatien ex Zlatica)
    • Frachter
      • Garyounis (2410 BRT)
      • El Timsah (3100 BRT)
    • Schlepper und Bergungsfahrzeuge
      • A 33 (150 BRT)
      • A 34 (150 BRT)
      • A 35 (150 BRT)
      • Ras El-Helal (200 BRT)
      • Al Ahweirif (200 BRT)
      • Al Keriat (200 BRT)
      • Al Tabkah (200 BRT)
    • Tender
      • 723 (90 ts)
      • Al Manoud

Quellen[Bearbeiten]

  1. http://www.nytimes.com/2012/05/13/magazine/in-libya-the-captors-have-become-the-captive.html?_r=0
  2. Libya to include rebels in military from January Reuters am 26. Dezember 2011
  3. Libya Herald am 6. August 2013
  4. Wohlwollender Diktator oder schlafender Monarch?
  5. International anerkanntes Parlament ernennt Armeechef, Neue Zürcher Zeitung, 2. März 2015
  6. Das neue Terrornest Libyen alarmiert Europa
  7. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26. März 2011, S. 4.
  8. [1] (PDF; 494 kB), Seite 27
  9. a b c Vgl. Focus Online: Libysche Armee: Veraltete Waffen und viele Überläufer, eingesehen am 15. April 2011.
  10. http://www.bbc.co.uk/news/world-africa-12692068
  11. IISS 2009
  12. http://en.rian.ru/mlitary_news/20100707/159723546.html
  13. Middle East Military Balance, (2005), „Libyan Military“, Libya, Accessed April 24 2007
  14. Tom Cooper/Chuck Canyon/AlbertGrandolini: Libyens Luftwaffe – von König Idris bis Oberst Gaddafi in Flieger Revue Extra Nr. 29, Möller 2010, ISSN 0941/889X, S. 9
  15. Vgl. Süddeutsche: Libysche Streitkräfte: Piloten aus aller Welt, eingesehen am 15. April 2011.
  16. Vgl. Deutschlandradio: Britische Armee: Libysche Luftwaffe ist zerstört, eingesehen am 15. April 2011.
  17. Middle East Military Balance: Libya
  18. Libya’s Hafter procures fighter-jets to counter Qatar’s Libyan Dawn
  19. Further Egyptian MiG-21 deliveries to the Libyan Air Force
  20. Holger Müller: MiG-21 im Einsatz -Teil 2: Naher Osten und Afrika in Flieger Revue Extra Nr. 23, Möller 2008, ISSN 0941/889X, S. 25
  21. http://www.spiegel.de/fotostrecke/fotostrecke-65901-13.html
  22. http://www.nachrichten.at/nachrichten/weltspiegel/art17,575054
  23. NATO targets Libyan Navy in Tripoli, Al Khums and Sirte. In: NATO. Abgerufen am 20. Mai 2011.
  24. Nato versenkt mehrere libysche Kriegsschiffe. In: Tages-Anzeiger. Abgerufen am 20. Mai 2011.
  25. a b c d e f g Werner Globke(Hrsg.): Weyers Flottentaschenbuch / Warships of the World – Fleet Handbook, Bernard & Graefe Verlag, Bonn, 66. Jahrgang 2005–2007, ISBN 3-7637-4517-3
  26. PV30-LS – Low Signature Patrol Vessel – Adria-Mar
  27. Harpoon Head Quarters