Streitkräfte Libyens
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| Führung | |||
|---|---|---|---|
| Oberbefehlshaber: | Libyscher Übergangsrat | ||
| Militärischer Befehlshaber: | General Yousef al-Manqoush[1] | ||
| Sitz des Hauptquartiers: | Tripolis | ||
| Militärische Stärke | |||
| Aktive Soldaten: | 76.000 | ||
| Reservisten: | 45.000 | ||
| Wehrpflicht: | 6-9 Monate | ||
| Wehrtauglichkeitsalter: | 19. Lebensjahr | ||
| Haushalt | |||
| Militärbudget: | 513 Mill US-Dollar, | ||
| Anteil am Bruttoinlandsprodukt: | 3,9 %[2] (2005) | ||
| Geschichte | |||
| Gründung: | 1951 | ||
| Faktische Gründung: | unbekannt | ||
| Ablösung: | 2011 | ||
Die Streitkräfte Libyens umfassten im Jahr 2010 nach dem International Institute for Strategic Studies (IISS) und dem Jaffee Center for Strategic Studies (JCSS) rund 119.000 Mann. Etwa 25.000 Mann davon waren Wehrpflichtige.[3] Das libysche Heer hatte 50.000 Mann, die Luftwaffe 18.000 und die Libysche Marine 8.000. Daneben gab es als Reserve 40.000 Mann der Volksmiliz.[4]
Der paramilitärischen Libyschen Revolutionsgarde gehörten 3000 Soldaten an, die direkt Revolutionsführer Muammar al-Gaddafi unterstellt waren.
Im Bürgerkrieg in Libyen wechselten Anfang 2011 Teile der Streitkräfte auf die Seite der Opposition. Zusammen mit Freiwilligen bildeten sie Revolutionsbrigaden, die als Libysche Nationale Befreiungsarmee gemeinsam kämpften. Mit der weitgehenden Niederlage Gaddafis nach der Einnahme von Tripolis im August 2011 durch die Rebellen ist die Mannschaftsstärke und Befehls- und Organisationsstruktur der libyschen Streitkräfte unklar.
Seit Ende des Bürgerkrieges arbeitet der neue Verteidigungsminister Usama al-Dschuwaili daran, die Milizen der Befreiungsarmee in die regulären libyschen Streitkräfte, die Polizei und andere Einrichtungen der neuen Regierung zu integrieren.[5] Es kommt aber immer wieder zu Kämpfen zwischen den Revolutionsbrigaden, gegen die niemand einschreitet.[6]
Inhaltsverzeichnis |
Teilstreitkräfte [Bearbeiten]
Heer [Bearbeiten]
Das 50.000 Mann starke Heer war in 10 Panzerbataillone, 10 motorisierten Infanteriebataillone, 18 Infanteriebataillone, 6 Kommandobataillone, 22 Artilleriebataillone und 7 Luftabwehrbataillone organisiert.
Ausrüstung [Bearbeiten]
Die geschätzte Anzahl an Panzern belief sich im Jahr 2009 auf 3025. Ein Großteil der rund 2000 Kampfpanzer galt als nicht einsatzbereit und wurde zur Ersatzteilgewinnung für andere Einheiten verwendet.[7]
180 neue T-90; 200 T-72; (115 eingelagert); 100 T-62 (70 eingelagert); 1500 T-55; (1.040 T-54/T-55 eingelagert).
Es gab gepanzerte Aufklärungsfahrzeuge der Typen BRDM-2 (ca. 50) und EE-9 (ca. 70). Des Weiteren etwa 1000 BMP-1 und weitere BMD für die Infanterie.[8] 2010 wurde gemeldet, dass Russland Libyen bei der Modernisierung von T-72 Panzern unterstützen werde.[9]
Radfahrzeuge[10]
500 BRDM-2
70 EE-9 Cascavel
100 EE-11 Urutu
540 BTR-60 und BTR-50 im Dienst
OT-64 SKOT
Artillerie
Boden-Boden-Raketen
Panzerabwehr
Luftabwehr
SA-5 Gammon 8 Bataillone
SA-7 Grail
20 SA-8 Gecko
60 SA-9 Gaskin/SA-13 Gopher
Luftabwehrwaffen
90 57 mm S-60
250 23 mm ZSU-23-4
23 mm SU-23
30 mm M53/59 Praga
40-mm-Bofors-Geschütz
Leichte Waffen
Luftstreitkräfte [Bearbeiten]
Nach dem Putsch von 1969 begann Libyen, das bis dahin nur über eine kleine, etwa 400 Mann zählende Luftwaffe verfügte, unverzüglich mit der Beschaffung von Flugzeugen für die LARAF (Libyan Arab Republic Air Force). Ein Großauftrag ging noch im selben Jahr an Frankreich, aber auch in die USA und nach Italien gingen Bestellungen. Insbesondere die aus Frankreich stammenden Mirage-5-Jäger wurden an Ägypten verliehen und nahmen an Kampfhandlungen im Jom-Kippur-Krieg von 1973 teil.[11] Ab 1973/74 kam es zur Umorientierung auf sowjetische Waffentechnik. Die Pilotenausbildung erfolgte zu großen Teilen im Ausland, so Frankreich, Algerien, Pakistan, Rumänien, Großbritannien und der Sowjetunion.
Die Personalstärke der Luftstreitkräfte lag bei etwa 18.000.[7] Dennoch herrschte ein Mangel an Piloten, weshalb sich das Land gezwungen sah, Söldner aus Serbien, Pakistan und arabischen Staaten anzuwerben. Zudem sollen viele der Flugzeuge nicht einsatzbereit gewesen sein.[12] Nach Angaben des britischen Militärs wurde die libysche Luftwaffe während der Militäreinsätze seit März 2011 weitestgehend zerstört.[13]
Im Land gibt es 13 militärische Luftwaffenbasen.[14] In der Okba Ben Nafi Air Base bei Tripoli waren sowjetische Jäger der Typen MiG-25 und Bomber vom Typ Tu-22 stationiert.
Genutzte Flugzeuge [Bearbeiten]
| Flugzeugtyp | Herkunft | Nutzung | Anzahl | Notizen |
|---|---|---|---|---|
| Dassault Mirage F1 BD/ED | Mehrzweckkampfflugzeug | 30 | Zwei Maschinen wurden im Februar 2011 für eine Flucht nach Malta genutzt. | |
| Suchoi Su-35BM | Langstreckenabfangjäger | 12 | bestellt (2010) | |
| Suchoi Su-30 | Langstreckenabfangjäger | 4 | bestellt (2010) | |
| Mikojan-Gurewitsch MiG-21 | Trainingsflugzeug/Abfangjäger | 24 | Die meistenden der noch vorhandenen MiG-21bis und MiG-21UM waren eingemottet. 2004 soll ein Modernisierungsvertrag über 16 Stück mit der Ukraine abgeschlossen worden sein.[15] | |
| Mikojan-Gurewitsch MiG-23 BN/MS/ML/UB | Bodenangriffsflugzeug/Abfangjäger/Trainingsflugzeug | 124 | Die meisten waren eingemottet. Eine Maschine wurde am 19. März 2011 über Bengasi abgeschossen.[16][17] | |
| Suchoi Su-22 M3/UM-3K | Bodenangriffsflugzeug | 40 | ||
| Suchoi Su-24 MK | Langstreckenbomber | 4 | Eine Einheit ging bei einem Brand verloren. | |
| Soko J-21 Jastreb | leichtes Bodenangriffsflugzeug | 13 | ||
| Aero L-39 ZO Albatros | leichtes Angriffs- und Trainingsflugzeug | 110 | ||
| Aermacchi SF-260 WL | Trainingsflugzeug | 20 | ||
| Soko G-2 Galeb | leichtes Angriffs- und Trainingsflugzeug | 116 | Eine Trainermaschine wurde am 24. März 2011 über Misurata abgeschossen. | |
| Jakowlew Jak-130 | Trainingsjet | 6 | bestellt (2010) | |
| Dassault Falcon 20 | Leichtes Transportflugzeug | 3 | ||
| Antonow An-26 | Mittleres Transportflugzeug | 10 | ||
| Gulfstream II | Leichtes Transportflugzeug | 1 | ||
| Dassault Falcon 50 | Leichtes Transportflugzeug | 1 | ||
| Iljuschin Il-76 | Schweres Transportflugzeug | 17 | ||
| Let L-410 Turbolet | Leichtes Mehrzwecktransportflugzeug | 15 | ||
| Lockheed C-130 H Hercules | Schweres Transportflugzeug | 10 | ||
| Antonow An-124 | Schweres Transportflugzeug | 2 | ||
| Iljuschin Il-76 | Luftbetankungsflugzeug | 4 | ||
| Mil Mi-24 Hind | Schwerer Kampfhubschrauber | 43 | ||
| Mil Mi-14 | Mittlerer Mehrzweckhubschrauber | 12 | ||
| Bell 206 JetRanger | Trainingshubschrauber | 4 | ||
| Bell 212 Twin Huey | Leichter Transporthubschrauber | 2 | Lieferung über Italien | |
| Boeing CH-47 Chinook | Schwerer Transporthubschrauber | 8 | Lieferung über Italien | |
| Mil Mi-8 Hip | Mittlerer Transporthubschrauber | 25 | ||
| Mil Mi-17 | Mittlerer Transporthubschrauber | ? | Zustand unbekannt | |
| Lawotschkin SA-2 | Flugabwehrrakete | 90 | ||
| Isajew SA-3 | Flugabwehrrakete | 10 | ||
| SA-6 | Flugabwehrrakete | 43 |
Marine [Bearbeiten]
Die Marine verfügte einschließlich der Küstenwache über rund 8000 Soldaten und insgesamt 19 Schiffe.[7] Bei Luftangriffen der NATO während des Internationalen Militäreinsatzes in Libyen 2011 wurden am 20. Mai laut Angaben des Bündnisses acht Kriegsschiffe der libyschen Marine getroffen. Von libyscher Seite wurden sechs Treffer bestätigt. Die Angriffe in den Häfen von Tripolis, al-Chums und Sirte sollen auf Grund des Einsatzes der Schiffe als Minenleger erfolgt sein.[18][19]
Einheiten [Bearbeiten]
- Fregatten[20]
Koni-II-Klasse (Projekt 1159)
- Al Ghardabia (Al Qirdabiyah) (ex SKR-195)
- Al Hani (ex SKR-201)
- Flugkörperkorvetten[20]
Nanuchka-II-Klasse (Projekt 1234E)
- Tarek Ibn Zayed (ex Ean Mara; ex MRK-9)
- Ean Al Gazala (ex MRK-24)
- Ean Zaara (ex MRK-25)
- U-Boote[20]
Foxtrot-Klasse (Projekt 641) (Die Einheiten sind zurzeit nicht einsatzbereit.)
- Al Ahad
- Al Mitraka
- Al Hunain
- Schnellboote[20]
Combattante-II-Klasse
- Sharaba
- Shehab
- Shoula
- Whag
- Shafak
- Shouaiai
- Laheeb
Osa-II-Klasse (Projekt 205)
- Al Zuara
- Al Mathur
- Al Fikar
- Al Bitar
- Al Sadad
- Al Ruha
- Schnelle Patrouillenboote[21]
- Minensucher[20]
Nadja-Klasse (Projekt 266M)
- Al Tiyar
- Al Isar
- Ras Al Fulaijah
- Ras Al Massad
- Ras Al Hani
- Landungsfahrzeuge[20]
PS-700[22]
- Ibn Harissa
- Ibn Ouf
C-107
- Ibn Al Idrissi
- Ibn Marwan
- El Kobayat
- Hilfsfahrzeuge[20]
- Begleit- und Werkstattschiffe
- Frachter
- Garyounis (2410 BRT)
- El Timsah (3100 BRT)
- Schlepper und Bergungsfahrzeuge
- A 33 (150 BRT)
- A 34 (150 BRT)
- A 35 (150 BRT)
- Ras El-Helal (200 BRT)
- Al Ahweirif (200 BRT)
- Al Keriat (200 BRT)
- Al Tabkah (200 BRT)
- Tender
- 723 (90 ts)
- Al Manoud
Quellen [Bearbeiten]
- ↑ Libya names new head of armed forces Reuters am 3. Januar 2012
- ↑ The World Factbook
- ↑ Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26. März 2011, S. 4.
- ↑ [1] (PDF; 494 kB), Seite 27
- ↑ Libya to include rebels in military from January Reuters am 26. Dezember 2011
- ↑ Libysche Milizen beschießen sich in Tripolis Reuters am 1. Februar 2012.
- ↑ a b c Vgl. Focus Online: Libysche Armee: Veraltete Waffen und viele Überläufer, eingesehen am 15. April 2011.
- ↑ IISS 2009
- ↑ http://en.rian.ru/mlitary_news/20100707/159723546.html
- ↑ Middle East Military Balance, (2005), „Libyan Military“, Libya, Accessed April 24 2007
- ↑ Tom Cooper/Chuck Canyon/AlbertGrandolini: Libyens Luftwaffe – von König Idris bis Oberst Gaddafi in Flieger Revue Extra Nr. 29, Möller 2010, ISSN 0941/889X, S. 9
- ↑ Vgl. Süddeutsche: Libysche Streitkräfte: Piloten aus aller Welt, eingesehen am 15. April 2011.
- ↑ Vgl. Deutschlandradio: Britische Armee: Libysche Luftwaffe ist zerstört, eingesehen am 15. April 2011.
- ↑ Middle East Military Balance: Libya
- ↑ Holger Müller: MiG-21 im Einsatz -Teil 2: Naher Osten und Afrika in Flieger Revue Extra Nr. 23, Möller 2008, ISSN 0941/889X, S. 25
- ↑ http://www.spiegel.de/fotostrecke/fotostrecke-65901-13.html
- ↑ http://www.nachrichten.at/nachrichten/weltspiegel/art17,575054
- ↑ NATO targets Libyan Navy in Tripoli, Al Khums and Sirte. In: NATO. Abgerufen am 20. Mai 2011.
- ↑ Nato versenkt mehrere libysche Kriegsschiffe. In: Tages-Anzeiger. Abgerufen am 20. Mai 2011.
- ↑ a b c d e f g Werner Globke(Hrsg.): Weyers Flottentaschenbuch / Warships of the World – Fleet Handbook, Bernard & Graefe Verlag, Bonn, 66. Jahrgang 2005–2007, ISBN 3-7637-4517-3
- ↑ PV30-LS – Low Signature Patrol Vessel – Adria-Mar
- ↑ Harpoon Head Quarters