Anger (Steiermark)

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Anger
Wappen von Anger
Anger (Steiermark) (Österreich)
Anger (Steiermark)
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Steiermark
Politischer Bezirk: Weiz
Kfz-Kennzeichen: WZ
Fläche: 53,96 km²
Koordinaten: 47° 16′ N, 15° 41′ O47.27361111111115.69479Koordinaten: 47° 16′ 25″ N, 15° 41′ 24″ O
Höhe: 479 m ü. A.
Einwohner: 4.140 (1. Jän. 2015)
Postleitzahl: 8184
Vorwahl: 03175
Gemeindekennziffer: 6 17 56
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Südtiroler Platz 3
8184 Anger
Website: www.anger.st
Politik
Regierungskommissär Hubert Höfler
Gemeinderat: (2015)
(21 Mitglieder)
13
4
4
13 
Von 21 Sitzen entfallen auf:
Lage der Marktgemeinde Anger im Bezirk Weiz
Albersdorf-Prebuch Anger Birkfeld Fischbach (Steiermark) Fladnitz an der Teichalm Floing Gasen Gersdorf an der Feistritz Gleisdorf Gutenberg-Stenzengreith Hofstätten an der Raab Ilztal Ludersdorf-Wilfersdorf Markt Hartmannsdorf Miesenbach bei Birkfeld Mitterdorf an der Raab Mortantsch Naas Passail Pischelsdorf am Kulm Puch bei Weiz Ratten Rettenegg St. Kathrein am Hauenstein Sankt Kathrein am Offenegg St. Margarethen an der Raab Sankt Ruprecht an der Raab Sinabelkirchen Strallegg Thannhausen Weiz SteiermarkLage der Gemeinde Anger (Steiermark) im Bezirk Weiz (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Anger ist eine im Bezirk Weiz gelegene Marktgemeinde des österreichischen Bundeslandes Steiermark mit 4140 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2015).

Im November 2012 wurde die Zusammenlegung der Gemeinden Anger, Baierdorf bei Anger, Feistritz bei Anger und Naintsch einstimmig beschlossen, die mit 1. Januar 2015 im Rahmen der Gemeindestrukturreform der Steiermark zur neuen Marktgemeinde Anger fusionierten. [1]

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Anger liegt an der Feistritz, etwa 40 km nordöstlich von Graz, 13 km nordöstlich der Bezirkshauptstadt Weiz und 10 km südlich von Birkfeld. Die Marktgemeinde reicht in den Naturpark Almenland.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Sankt Kathrein am Offenegg Birkfeld Pöllau
(Bez. Hartberg-Fürstenfeld)
Nachbargemeinden
Thannhausen Puch bei Weiz Floing

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Anger wird seit der Gemeindefusionierung 2015 in folgende Ortsteile gegliedert (in Klammern Einwohnerzahl Stand 31. Oktober 2011):

Ehemaliges Gemeindegebiet Feistritz bei Anger:

  • Oberfeistritz (755)
  • Viertelfeistritz (314)

Ehemaliges Gemeindegebiet Baierdorf bei Anger:

  • Baierdorf-Dorf (253)
  • Baierdorf-Umgebung (948)
  • Fresen (470)

Ehemaliges Gemeindegebiet Naintsch:

  • Naintsch (507)
  • Offenegg (112)

Die Marktgemeinde gliedert sich weiters in die 6 Katastralgemeinden: Anger, Baierdorf, Naintsch, Oberfeistritz, Offenegg und Viertelfeistritz.

Geschichte[Bearbeiten]

Anger war im 2. und 3. nachchristlichen Jahrhundert von den Römern besiedelt. In der zweiten Hälfte des 6. Jahrhunderts dringen Slawen in die Steiermark ein. Der durch Anger fließende Fluss Feistritz heißt übersetzt "reißender Bach" und deutet auf eine slawische Besiedlung hin.

Die Burg Waxenegg wird 1217 als "Wesseneck" erstmals urkundlich erwähnt und ist der früheste urkundliche Beleg des gesamten Bereiches um Anger und auch des oberen Feistritztales.

Im März 1364 wird Anger selbst erstmals urkundlich erwähnt. Einige Jahre später, 1379, erhält die Kirche in Anger pfarrliche Rechte. Die Kirche selbst ist dem hl. Andreas geweiht. Im Jahr 1389 wird Anger erstmals als Markt bezeichnet.

Das heute noch zu besichtigende Steinpeisshaus oder Freihaus gelangt 1507 an die Freiherrn von Teuffenbach zu Mayerhofen. Die zweite Kirche in Anger, die Vierzehn-Nothelfer-Kirche, wurde wohl bereits in vorreformatorischer Zeit errichtet, da die im Westportal eingemeißelte Jahreszahl darauf hin deutet.

1556 stehen im Markt Anger 23 Häuser. 1650 gibt es im Markt Anger 18 verschiedene Berufe wie bspw. Lederer, Leinweber und Hafner, Bäcker, Tuchmacher, Schmiede u. a. Im Jahr 1663 gelangt Waxenegg mitsamt den beiden Burgen und den Untertanen in den Besitz der Freiherrn und späteren Grafen von Webersberg, die ein Jahrhundert lang als Burg- und Herrschaftsinhaber fungieren. Die Familie der Werbersberg stirbt letztlich aus. Danach ersteigert Johann Graf Khevenhüller- Metsch die Herrschaft Waxenegg und zieht die Verwaltung nach Thannhausen.

Die Herrschaft von Waxenegg wechselt zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Nachdem 1799 Karl August Fürst von Brentzenheim Besitzer der Herrschaft war, erwirbt 1806 Ferdinand Reichsfreiherr von Gudenus Waxenegg und das Steinpeißhaus in Anger.

1848 erfolgt die Aufhebung der Grunduntertänigkeit. Das macht Bauern und Bürger zu persönlich freien Eigentümern ihres Besitzes. Die Verwaltung übernimmt eine neu geschaffene Ortsgemeinde. Aus den Dorf- und Marktrichtern werden Gemeindevorsteher und Bürgermeister.

Im Jahr 1888 wird die Freiwillige Feuerwehr Anger gegründet; 1897 der "Angerer Musikverein". Beide Verbände bestehen bis dato.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts erlangte Anger Bekanntheit als Sommerfrische, die von vielen Gästen, insbesondere aus Ungarn, besucht wurde. Zu den prominentesten Urlaubsgästen zählt der ungarische Musiker und Komponist Béla Bartók, der 1921 in Anger weilte. Der berühmteste Sommergast der Neuzeit ist die österreichische Fußballlegende Toni Polster.

1911 wird die Feistritztalbahn in Betrieb genommen und die Region damit verkehrsmäßig erschlossen.

Mit 1. Jänner 2015 fusionierten die umliegenden Gemeinden Baierdorf bei Anger, Feistritz bei Anger und Naintsch mit Anger zu einer neuen Großgemeinde. Dadurch erhöhte sich die Gemeindefläche von vormals 1,97 km² auf 53,98 km². Die Bevölkerungszahl stieg von 829 auf 4126 Einwohner, womit Anger sowohl flächen- als auch einwohnermäßig auf Platz 6 im Bezirk Weiz liegt.

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister ist nach dem Rücktritt des seit 1995 amtierenden Josef Fetz der Kanzleileiter der Bezirkshauptmannschaft Weiz RR Hubert Höfler. Er wurde in einer Gemeinderatssitzung am 11. April 2006 einstimmig zum Bürgermeister gewählt.

Wappen[Bearbeiten]

Das Marktwappen findet sich bereits auf einem Siegelstock des Jahres 1544 und zeigt auf rotem Grund eine stilisierte Linde auf einem Dreiberg.

Tourismusverband[Bearbeiten]

Die Gemeinde bildet gemeinsam mit Feistritztal, Floing, Puch bei Weiz und Stubenberg den Tourismusverband „Apfelland Stubenbergsee“. Dessen Sitz ist Stubenberg.[2]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Anger mit Burgruine Wachseneck um 1830, Lith. Anstalt J.F. Kaiser, Graz
Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Anger (Steiermark)
  • Pfarrkirche Anger (mit Jann-Orgel)
  • Vierzehnnothelferkirche[3]
  • Heimatmuseum Rauchstubenhaus
  • Freihaus Anger (Steinpeißhaus)

Freizeitangebote[Bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Durch Anger verläuft die Bundesstraße 72 von Graz nach Krieglach und die Feistritztalbahn von Weiz nach Birkfeld.

Bildung[Bearbeiten]

  • Hauptschule Anger, Pädagogischer Panther 2007[4]
  • Volksschule Anger
  • Musikschule Birkfeld - Außenstelle Anger
  • Kindergarten Anger

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Diverse Klein- & Mittelbetriebe bzw. diverse Nahversorger und Banken. Größere Betriebe haben sich um Anger in den Nachbargemeinden angesiedelt.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Anger (Styria) – Sammlung von Bildern, Videos und AudiodateienVorlage:Commonscat/Wartung/P 2 fehlt, P 1 ungleich Lemma

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kundmachung der Steiermärkischen Landesregierung vom 12. September 2013 über die Vereinigung der Marktgemeinde Anger und der Gemeinden Baierdorf bei Anger, Feistritz bei Anger und Naintsch, alle politischer Bezirk Weiz. Steiermärkisches Landesgesetzblatt vom 14. Oktober 2013. Nr. 91, 28. Stück. S. 552.
  2. Grazer Zeitung, Amtsblatt für die Steiermark. 30. Dezember 2014, 210. Jahrgang, 52. Stück. Nr. 298. ZDB-ID 1291268-2 S. 623.
  3. Die vierzehn Nothelfer von Anger
  4. Dr. Peter Härtel, Steirische Volkswirtschaftliche Gesellschaft: Preisträger/innen 2007. Beitrag zur Preisverleihung an die Preisträger/innen des Pädagogischen Panthers 2007, Graz-Burg, Weißer Saal, 2. Juli 2007 (pdf, lsr-stmk.gv.at)