Audi 100 C3

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Audi
Audi 100 (1982–1988)

Audi 100 (1982–1988)

100 C3 (Typ 44)
Hersteller: Audi NSU Auto Union AG
ab 1985: Audi AG
Produktionszeitraum: 1982–1991
Klasse: Obere Mittelklasse
Karosserieversionen: Stufenheck, viertürig
Kombi (Avant), fünftürig
Motoren: Ottomotoren:
1,8–2,3 Liter
(55–121 kW)
Dieselmotoren:
2,0–2,5 Liter
(51–88 kW)
Länge: 4792 mm
Breite: 1814 mm
Höhe: 1422 mm
Radstand: 2685 mm
Leergewicht: 1080–1500 kg
Vorgängermodell: Audi 100 C2
Nachfolgemodell: Audi 100 C4

Der Audi 100 C3 war eine Limousine der oberen Mittelklasse der Audi NSU Auto Union AG (ab 1985: Audi AG). Er löste im Sommer 1982 in der Baureihe den 100 C2 ab. Der Audi 100 C3 tat sich mit einer besonders strömungsgünstigen Karosserie hervor, war Vorreiter der Allradtechnologie in der oberen Mittelklasse und brachte für den Volkswagen-Konzern erstmals die neuartige Technologie der Direkteinspritzung mit Turboaufladung beim Dieselmotor in die Serie. Der Nachfolger 100 C4 erschien Ende 1990.

Inhaltsverzeichnis

Modellgeschichte [Bearbeiten]

Markteinführung [Bearbeiten]

Als Nachfolger des seit August 1976 gebauten Audi 100 C2 (Typ 43) kam im August 1982 der neuentwickelte Audi 100 C3 (Typ 44) auf den Markt. Das auf der IAA 1981 präsentierte Audi-Forschungsauto[1] hatte bereits viele Merkmale des neuen Audi 100 vorweggenommen. Die Linienführung des C3 mit den bündig eingebauten, hochgezogenen Fenstern galt in den frühen 1980er-Jahren als stromlinienförmigste Serienkarosserie dieser Zeit und erhielt viele Auszeichnungen. Die Leichtbaukarosserie und der niedrige cw-Wert von 0,30 ermöglichten niedrige Verbrauchswerte. Allerdings hatte schon 12 Jahre zuvor (1970) der Citroën SM den gleichen cw-Wert. Dies wurde 1970 von Citroën nicht so werbewirksam vermarktet wie 1982 von Audi.

Im August 1983 folgt mit dem Audi 100 Avant die Kombivariante sowie der Audi 200, eine motorisch- und ausstattungsreichere Version des Audi 100.

Ab November 1984 waren die Quattro-Versionen des Audi 100 erhältlich. In einem bekannten Werbespot fährt ein solcher Wagen eine schneebedeckte Skisprungschanze hinauf. Später wurde der Spot mit dem Audi A6 wiederholt. Die Autos fuhren die Schanze aus eigener Kraft hinauf, wurden jedoch mit einem Drahtseil gesichert.

Im September 1985 erhielt der Audi 100 eine vollverzinkte Karosserie. Bereits Mitte der 1980er Jahre experimentierte man außerdem mit Aluminiumkarosserien, mit denen Audi-100-Prototypen ausgerüstet wurden. Der Schritt in die Serie wurde jedoch erst mit dem späteren Audi A8 vollzogen.

Modellpflege [Bearbeiten]

Im Januar 1988 erfolgte eine größere Modellpflege, wodurch der Audi 100 einen neu gestalteten Innenraum sowie in die Karosserie bündig eingepasste Türgriffe und weitere kleine Neuerungen erhielt. Neben dem Sicherheitsgurt-Straffungssystem procon-ten war nun ein Fahrer-Airbag verfügbar. Prägend für diese Generation des Audi 100 war der Fünfzylindermotor. Insgesamt wurden für das Fahrzeug über 20 verschiedene Motorvarianten zwischen 51 kW (69 PS) (Diesel) und 121 kW (165 PS) (100 turbo) angeboten. Die unterschiedlichen Ausstattungsvarianten (Basis, CC, CS und CD) entfielen.

Premiere der TDI-Modelle [Bearbeiten]

Im Januar 1990 wurde der Audi 100 2.5 TDI eingeführt. Damit war er nach der Einführung des Direkteinspritzer-Dieselmotors im Fiat Croma (1987) der weltweit zweite in Serie verkaufte Direkteinspritzer-Diesel-PKW. Der 120-PS-Motor zeichnete sich durch niedrige Verbrauchswerte und ein hohes Drehmoment von 265 Nm bei 2250 1/min aus. Audi gilt als Vorreiter dieser Technologie, die dem gesamten Volkswagen-Konzern in den 1990er Jahren einen bedeutenden Entwicklungsvorsprung vor Mitbewerbern bescherte.

Im letzten Modelljahr wurden die Heckleuchten der Limousine überarbeitet, bis schließlich im Dezember 1990 der Audi 100 Typ 44 durch den Audi 100 C4 abgelöst wurde. Mit dem 2,4-l-Diesel war der C3 noch bis Sommer 1991 in Produktion.

Das Schwestermodell Audi 200 wurde ebenfalls bis Sommer 1991 weiterproduziert, der vom 200 abgeleitete Audi V8 noch bis Mitte 1994.

Viele Modelle sind heute in Liebhaber- oder Tunerhänden, es wurden auch viele Gebrauchtfahrzeuge exportiert, die noch in sehr großer Anzahl im Ausland laufen. Der C3 gilt als zuverlässiges und wartungsfreundliches Auto. Dank Vollverzinkung der Karosserie ab Modelljahr 1985 ist der Audi 100 C3 gegen Rostschäden beinahe immun. Die verbauten Motoren, besonders die Fünfzylindermotoren, gelten als äußerst haltbar, Laufleistungen über 300.000 km sind keine Seltenheit.

Lizenzfertigung in China/Exportmodelle [Bearbeiten]

Ein Audi 100 aus FAW-Produktion.

Unter der Bezeichnung Hongqi („Rote Fahne“) wurde der C3 von 1988 bis 2004 in China unter Lizenz bei der FAW in Changchun als Repräsentationslimousine produziert, mitunter in exotischen Karosserievarianten, so als viertüriges Cabriolet.

In einem Joint-Venture namens FAW-Volkswagen rollte ab 1992 der Audi 100 vom Band. Zunächst verwendete man für die Montage CKD-Bausätze aus südafrikanischer Herstellung. Zu jener Zeit war der Modellcode 443 in Verwendung. Ab 1994, als die eigene Produktion von Komponenten begann, war dann der Modellcode 4A2 in Benutzung. Es standen vier verschiedene Motorisierungen zur Wahl. Das Einsteigermodell verfügte über den 1,8 l-Motor mit einer Leistung von 66 kW (1781 cm³, 90 PS). Die zweite Stufe stellte der 2,0 mit einer Leistung von 79 kW (1984 cm³, 107 PS). Etwas höher war der 2.2i mit 96 kW (2226 cm³, 131 PS) angesiedelt. Die Topmotorisierung war mit dem 2,6 l-Motor gegeben, der eine Leistung von 102 kW (2598 cm³, 139 PS) aufwies. Ab 1995 gab es dann die Topmodelle mit einem neuen Motor. So wurde ab nun der 2.6i mit einer Leistung von 110 kW (2596 cm³, 150 PS) verbaut, der ansonsten nur bei den Hongqi-Limousinen verbaut worden war. Im Laufe des Jahres 1999 endete dann die Produktion des chinesischen Audi endgültig.

In Nordamerika wurde der Audi 100 C3 von 1983 bis 1988 unter der beim Vorgängermodell eingeführten Bezeichnung Audi 5000 angeboten; ab 1988 griff man wieder auf die in Europa gebräuchlichen Bezeichnungen Audi 100 und 200 zurück. In Südafrika fertigte Volkswagen South Africa den Audi 100 im CKD-Verfahren und bot ihn unter der Bezeichnung Audi 500 an. In Tokio wurde der C3 noch bis November 1991 montiert, als Audi 200 bis Juli 1992.

Hybridfahrzeuge „Audi duo“ [Bearbeiten]

Auf Basis des Audi 100 Avant präsentierte Audi im Jahr 1989 auf der IAA ein Hybridmodell, den Audi duo. Die erste Entwicklungsstufe verfügte über einen konventionellen 2,3-l-Fünfzylinder Verbrennungsmotor mit 136 PS für den Antrieb der Vorderräder, sowie ein Elektroaggregat, das je nach Bedarf für den Antrieb der Hinterräder zugeschaltet werden konnte. Der Elektromotor hatte eine Leistung von 9,4 kW, die von einem Paket aus 54 in Reihe geschalteten Nickel-Cadmium-Batterien samt Ladegerät versorgt wurde. Die Batterien konnten während der Fahrt wieder aufgeladen werden. Die Reichweite der Akkus verschaffte dem Audi-100-Hybrid eine Reichweite von rund 25 km. Letztlich blieb es bei drei Prototypen, da kaum Nachfrage nach einer Serienfertigung bestand.

Den Namen Audi duo verwendete man 1997 nochmals - diesmal für eine Hybridantriebs-Variante auf Basis des Audi A4 (B5), die es in die Serienproduktion schaffte, allerdings nach einem Jahr mangels Erfolg wieder eingestellt wurde.[2]

Motoren [Bearbeiten]

Benziner [Bearbeiten]

Modell Hubraum (cm³) Motorkennbuchstabe Motortyp Leistung Bemerkung Bauzeit
Vierzylinder
1.8 1781 DR Vergaser 55 kW (75 PS) ohne Kat 08.1982–12.1987
1.8 1781 SH Vergaser 65 kW (88 PS) auch als quattro, Katalysator 02.1986–07.1990
1.8 1781 4B Monojetronik 66 kW (90 PS) Katalysator 01.1988–09.1989
1.8 1781 DS Vergaser 66 kW (90 PS) ohne Kat 08.1983–07.1989
1.8 1781 PH KE-Jetronic 66 kW (90 PS) auch als quattro, Katalysator 04.1985–12.1990
Fünfzylinder
1.9 1921 WH Vergaser 74 kW (100 PS) ohne Kat 08.1982–07.1984
2.0 1994 SL K-Jetronic 83 kW (113 PS) Katalysator 02.1986–12.1987
2.0 1994 KP K-Jetronic 85 kW (115 PS) ohne Kat 08.1984–12.1987
2.0 1994 RT K/KE-Jetronic 85 kW (115 PS) Katalysator 01.1988–12.1990
2.1 2144 WC K-Jetronic 100 kW (136 PS) ohne Kat 08.1982–07.1984
2.2 KAT 2226 KZ KE-Jetronic 85 kW (115 PS) Katalysator 10.1984–09.1986
2.2 E quattro 2226 PX K-Jetronic 88 kW (120 PS) Katalysator 09.1988–11.1990
2.2 2226 KF K-Jetronic 96 kW (131 PS) ohne Kat 02.1982–07.1984
2.2 2226 KU K-Jetronic 101 kW (138 PS) auch als quattro, ohne Kat 08.1984–12.1990
2.2 E Turbo 2226 MC K-Jetronic 121 kW (165 PS) auch als quattro, Katalysator 08.1986–11.1990
2.3 E 2309 NF KE-Jetronic 100 kW (136 PS) auch als quattro, Katalysator 10.1986–11.1990
2.3 E 2309 NF KEIII-Jetronic 98 kW (133 PS) auch als quattro, Katalysator 01.1990–11.1990
2.3 2309 HX K-Jetronic 101 kW (138 PS) ohne Kat 08.1984–12.1987

Bei der Version mit MC-Motor wird intern zwischen MC1 und MC2 unterschieden. MC1 und MC2 unterscheiden sich durch ein anderes Motorsteuergerät, andere Generatorhalter (MC1 Generator passt z. B. nicht in NG vom Typ 89), MC1 mit einem Klopfsensor, MC2 mit zwei Klopfsensoren, Kühlerlüfter von MC2 hat mehr Blätter, MC2 hat andere Nockenwelle und Verdichtung, MC1 hat K26 Turbo, MC2 hat K24 Turbo.

Diesel [Bearbeiten]

Modell Hubraum (cm³) Motorkennbuchstabe Leistung Bemerkung Bauzeit
Fünfzylinder
2.0 D 1986 CN 51 kW (69 PS) 08.1982–07.1988
2.0 TD 1986 DE 64 kW (87 PS) Abgasturbolader 08.1982–07.1988
2.0 TD 1986 NC 74 kW (100 PS) Abgasturbolader u. Ladeluftkühlung 03.1988–11.1990
2.4 D 2370 3D 60 kW (82 PS) 08.1989–07.1991
2.5 TDI 2461 1T 88 kW (120 PS) Direkteinspritzung, Abgasturbolader, Ladeluftkühlung 01.1990–11.1990

Modellvarianten [Bearbeiten]

  • Audi 100 (1982–1987)
  • Audi 100 CC (1982–1987)
  • Audi 100 CD (1982–1987) v. a. Velourssitze und Chromzierleisten
  • Audi 100 CS (1982–1987) v. a. Sportfahrwerk mit 5-Loch-Felgen, Sportsitze
  • Audi 100 Diesel (1982–1990) 69 PS Saugdiesel Fünfzylinder
  • Audi 100 Turbo-Diesel (1982–1990) 87 bzw. mit Intercooler 100 PS Fünfzylinder
  • Audi 100 Turbo (1986–1990)
  • Audi 100 2,0 (1988–1990)
  • Audi 100 2,3 (1988–1990)
  • Audi 100 2,3 (ab 1990 STH/Avant auch als Sport II mit 4-Stufen-Automatik)
  • Audi 100 2,4 D (1988–1991) 82 PS Saugdiesel
  • Audi 100 2,5 TDI (01/1990–11/1990)

Alle Modelle des Audi 100 C3 waren auch als Avant erhältlich und nach Wunsch auch mit dem permanenten Allradantrieb quattro, den es allerdings nur mit Schaltgetriebe gab. Die quattro-Technologie konnte erst beim Audi V8 mit 4-Stufen-Automatik kombiniert werden.

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. Bild des Audi-Forschungsautos von 1981 bei auto-motor-und-sport.de, 12. Dezember 2010
  2. Audi duo III mit Hybridantrieb von 1997, zuletzt abgerufen am 31. März 2012

Weblinks [Bearbeiten]


Vorgänger Amt Nachfolger
Audi 100 C2 Audi 100 C3
1982 - 1991
Audi 100 C4