BMW K 1300 GT

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BMW
BMW K1300GT.jpg
Werkscode K44
K 1300 GT
Hersteller: Bayerische Motorenwerke AG
Produktionszeitraum 2009 bis 2011
Klasse Motorrad
Bauart Sporttourer
Motordaten
Viertaktmotor, flüssigkeitsgekühlter Vierzylinder-Reihenmotor, DOHC, 4 Ventile pro Zylinder, elektronische Benzineinspritzung, geregelter Katalysator
Hubraum (cm³) 1293
Leistung (kW/PS) 118 kW / 161 PS bei 9.000 min-1
Drehmoment (N m) 135 Nm bei 8.000 min-1
Höchstgeschwin-
digkeit
 (km/h)
260
Getriebe 6-Gang
Antrieb Kardanantrieb
Bremsen vo. 2× 320 mm Scheibenbremse, 4-Kolben-Festsättel / hinten 294 mm, 2-Kolben-Schwimmsattel, ABS
Radstand (mm) 1.572 mm
Maße (L × B × H, mm): 2.318 × 965 × 1.438 mm
Sitzhöhe (cm) 82 cm
Leergewicht (kg) 255 kg (trocken)
Vorgängermodell BMW K 1200 GT
Nachfolgemodell BMW K 1600 GT

Die BMW K 1300 GT ist ein vollverkleidetes Motorrad des deutschen Fahrzeugherstellers BMW AG. Der Sporttourer wurde am 7. Oktober 2008 auf der Zweiradmesse Intermot in Köln vorgestellt, im BMW-Werk Berlin in Spandau hergestellt und 2011 durch die K 1600 GT abgelöst.[1] Das Kürzel GT steht für Grand Tourismo.

Vergleichbare Konkurrenzmodelle sind die Yamaha FJR 1300 oder Kawasaki 1400GTR.[2]

Beschreibung[Bearbeiten]

Die BMW K 1300 GT ist ein Sporttourer mit starkem Motor, gutem Windschutz, komfortabler Sitzposition und gutem Fahrwerk. Basis dieses Modells war die BMW K 1200 GT. Vorgestellt wurde die K 1300 GT das erste Mal am 7. Oktober 2008 auf der Intermot.[3]

Konstruktion[Bearbeiten]

Antrieb[Bearbeiten]

Der flüssigkeitsgekühlte Vierzylindermotor erzeugt aus 1293 cm³ Hubraum eine Nennleistung von 118 kW (161 PS) bei einer Drehzahl von 9000 min-1 und ein maximales Drehmoment von 135 Nm bei 8000 min-1. Die vier Zylinder des Reihenmotors haben eine Bohrung von 80 mm, der Kolbenhub beträgt 64,3 mm, das Verdichtungsverhältnis 13,0 : 1. Die zwei kettengetriebenen obenliegenden Nockenwellen betätigen über Schlepphebel je zwei Einlass- und Auslassventile pro Zylinder.

Das Motorrad beschleunigt in 3,1 Sekunden von 0 auf 100 km/h und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 260 km/h.[4]

Kraftübertragung[Bearbeiten]

Im Primärtrieb verbinden Zahnräder die Kurbel- mit der Kupplungswelle. Eine hydraulisch betätigte Mehrscheibenkupplung rotiert im Ölbad und trennt den Motor vom Getriebe. Das klauengeschaltete Getriebe mit Schrägverzahnung hat sechs Gänge. Im Sekundärantrieb überträgt ein Kardanantrieb das Motordrehmoment vom Getriebeausgang über eine Gelenkwelle zur Hinterachse. Eine als Paralever bezeichnete Momentabstützung oberhalb der Einarmschwinge reduziert die störenden Reaktionskräfte des Kardanantriebs beim Beschleunigen und Verzögern.

Elektrische Anlage[Bearbeiten]

Die Starterbatterie hat eine Kapazität von 19 Ah[4] und versorgt den elektrischen Anlasser, der Drehstromgenerator leistet 945 Watt. Der Bordcomputer kommuniziert mit den elektronischen Steuerungskomponenten von Motor und Fahrwerk über einen CAN-Bus. Das Rücklicht ist mit Leuchtdioden bestückt. Optional gibt es ein Xenonlicht, Sitz- und Griffheizung sowie einen Tempomat.

Kraftstoffversorgung[Bearbeiten]

Eine computergesteuerte Benzineinspritzung pumpt den Kraftstoff über die Einspritzdüsen in die Zylinder, wo er je Zylinder durch eine Transistorzündanlagen gezündet wird. Der durchschnittliche Kraftstoffverbrauch beträgt 5,8 Liter auf 100 km.[4] Der Kraftstofftank hat ein Volumen von 24 Liter, davon sind 4 Liter Reserve. Der Hersteller empfiehlt die Verwendung von bleifreiem Motorenbenzin mit einer Klopffestigkeit von mindestens 95 Oktan. Die theoretische Reichweite beträgt 414 km.[4] Ein geregelter Drei-Wege-Katalysator senkt in der Abgasnachbehandlung die Schadstoffe unter die Grenzwerte der Abgasnorm Euro-3. Die 4-in-1-Auspuffanlage mündet auf der rechten hinteren Fahrzeugseite in einen Endschalldämpfer.

Fahrwerk und Bremsanlage[Bearbeiten]

Das Fahrwerk baut auf einem Brückenrahmen aus Aluminium auf, der Heckrahmen ist angeschraubt. Das Vorderrad wird von einer Duolever-Aufhängung mit 115 mm Federweg geführt und von einer Doppelscheibenbremse mit Vier-Kolben-Bremssätteln verzögert. Das Hinterrad ist an einer Zweigelenk-Einarmschwinge aus Aluminium befestigt und wird von einer Scheibenbremse mit Zwei-Kolben-Schwimmsattel verzögert. Ein Antiblockiersystem (ABS) unterstützt die Verzögerung an beiden Bremsen. Dabei verzögert die Fußbremse nur das Hinterrad und der Handbremshebel beide Räder. Eine Antischlupfregelung (ASC) und eine Fahrwerksunterstützung mit der Bezeichnung Electronic Suspension Adjustment (ESA) wird optional angeboten.

Tests[Bearbeiten]

Das deutsche Magazin Motorrad führte ab 2009 einen Langzeittest über 50.000 km durch. Während dieses Tests kam es nach 24.766 km zu einem Bersten des Kupplungskorbes bei einer Geschwindigkeit von 240 km/h[5] einem Motorschaden bei 36.770 km (mit neuem Motor)[6][7] sowie zu Elektronikproblemen.[8][9]

Kritiken[Bearbeiten]

„Die angegebene Höchstgeschwindigkeit von 260 km/h ist kein theoretischer Wert, sondern erstaunlich leicht zu erreichen und – bei entsprechender Verkehrslage – auch über längere Distanzen zu fahren. Dabei spielt es keine Rolle, ob die elektrisch verstellbare Scheibe in höchster Position steht und ob die zwei serienmäßigen Seitenkoffer montiert sind. Die GT zieht stoisch ihre Bahn.“

Focus[10]

„Während bei der 1200er-Vorgängerin das Getriebe noch rustikal agierte und bei Passanten mit lauten Schlägen den Eindruck erweckte, der K-Treiber könne nicht schalten, gehen die Gangwechsel bei der 1300er harmonischer ab. Gleiches gilt für die Lastwechselreaktionen. Das „Kadatsch“, was jedes leichte Gas auf, Gas zu aus dem Endantrieb begleitete, ist dank modifizierten Kardans mit zweistufiger Gelenkwelle weitestgehend verschwunden und nur noch bei ganz niedrigen Drehzahlen ansatzweise spürbar.“

Markus Biebrichert: Motorrad BMW Spezial[4]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Stefan Kaschel: BMW-Sechszylinder: Der Souverän. In: Motorrad. Nr. 04, 2011, ISSN 0027-237X, S. 34–39 (Interview mit Wolfgang Mattes und Heinz Hege).
  2. Peter Mayer: Große Tourer auf Korsika. In: Motorrad Magazin, Ausgabe 26/2009.Vergleichstest BMW K1300GT, Yamaha FJR 1300 und Kawasaki 1400 GTR.
  3. Vorstellung K1300GT Intermot. In: bikerszene.de.
  4. a b c d e  Markus Biebricher: Einfach kolossal. In: Motorrad BMW Spezial. 2010, ISSN 0027-237X, S. 46−53.
  5. Norbert Löns: Schaden an der Dauertest-BMW. In: Motorrad. 4. September 2009, abgerufen am 30. November 2013.
  6. Dauertestbilanz K 1300 GT. In: Motorrad. Abgerufen am 16. Mai 2010
  7. Alternative Mobilseite, falls Dauertestbilanz-Artikel auf Motorradonline nicht abrufbar
  8. Andreas Bildl: Neues aus dem Fuhrpark. In: Motorrad, Ausgabe 15/2009. 3. Juli 2009, abgerufen am 27. November 2013.
  9. Gerhard Elrich: Dauertest News. In: Motorrad, Ausgabe 19/2010. 31. August 2010, abgerufen am 27. November 2013.
  10. Der stärkste Tourer der Welt. In: Focus. 22. Januar 2010, abgerufen am 28. November 2013.