BMW S 1000 RR

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BMW
BMW S1000 RR Studio.JPG
BMW S 1000 RR
S 1000 RR
Hersteller: BMW
Produktionszeitraum ab 2009
Klasse Supersportler, Superbike
Motordaten
Viertaktmotor, flüssigkeitsgekühlter Vierzylinder-Reihenmotor, DOHC, vier über Schlepphebel betätigte Ventile pro Zylinder, Nockenwellenantrieb über Steuerkette, Nasssumpfschmierung, elektronische Benzineinspritzung mit 48 mm Drosselklappen, zylinderselektive Klopfregelung, geregelter Katalysator,
Hubraum (cm³) 999
Leistung (kW/PS) 142 (193) bei 13.000 min-1
Drehmoment (N m) 112 bei 9.750 min-1
Höchstgeschwin-
digkeit
 (km/h)
299 (Werksangabe)
324 (WSBK-Version)[1]
Getriebe 6-Gang-Getriebe
Antrieb Kettenantrieb (Dichtringkette)
Bremsen vo. 2 × 320 mm schwimmend gelagerte, gelochte Scheibenbremse, radial befestigte Brembo 4-Kolben-Festsättel / hi. 220 mm Scheibe, Brembo 1-Kolben-Schwimmsattel
Radstand (mm) 1.432
(Modell 2012: 1.422,7)
Sitzhöhe (cm) 82
Leergewicht (kg) 183
BMW S 1000 RR mit Werner Daemen im Renneinsatz in der IDM Superbike

Die BMW S 1000 RR ist ein Motorradmodell der Klasse Superbike/Supersportler des deutschen Motorradherstellers BMW.

Das Motorrad wurde 2008 auf der Intermot in Köln präsentiert[2] und wird seit Anfang 2009 im Berliner BMW-Werk produziert[3].

Inhaltsverzeichnis

Konstruktionsmerkmale [Bearbeiten]

Die S 1000 RR ist als Homologationsfahrzeug für die Teilnahme an der Superbike-WM konstruiert.

Motor/Kraftübertragung [Bearbeiten]

Der 59,8 kg schwere Vierzylinder-Reihenmotor hat einen Hubraum von 999 cm³ und eine konventionelle Kurbelwelle mit 180° Hubzapfenversatz. Im Gegensatz zu vergleichbaren Motoren anderer Hersteller werden die 16 Ventile (33,5 mm Einlass- und 27,2 mm Auslassventile aus Titan) im Zylinderkopf nicht über Tassenstößel, sondern über extrem kleine, kohlenstoffbeschichtete Schlepphebel betätigt, die laut BMW wesentlich geringere Massenkräfte gegenüber Tassenstößeln aufweisen.[4] Damit können grundsätzlich höhere Drehzahlen und schärfere Steuerzeiten bei geringeren Reibungsverlusten und besserer Füllung verwirklicht werden. Laut BMW soll dies Drehzahlen über 14.000 min-1 ermöglichen. Die Motorsteuerung ist in vier Modi (Rain, Sport, Race, Slick) einstellbar und steuert die längenvariablen Ansaugrohre und die optionale Traktionskontrolle. Beim Rain-Modus wird die maximale Leistung auf 110 kW (150 PS) reduziert (163 PS ab Modell 2012) [5], der Slick-Modus wird erst nach Einsetzen eines Kodiersteckers (Aktivierungssperre) freigeschaltet.

Die Kraft wird über eine Mehrscheiben-Ölbadkupplung mit Anti-Hopping-Funktion, ein 6-Gang-Getriebe und eine Dichtring-Kette auf das Hinterrad übertragen.

Bei einem Prüfstandtest leistete eine zulassungsfähige Serienmaschine 147 kW (200 PS) bei 12.400 min-1, das maximale Drehmoment betrug 123 Nm bei 9400 min-1. Gegenüber der Konkurrenz hatte der Motor im Jahre 2009 eine Mehrleistung von ca. 14,7 kW (20 PS).[6]

Fahrwerk [Bearbeiten]

BMW verzichtet bei der S 1000 RR auf hauseigene Technikmerkmale wie Telelever-Vorderradführung und Kardanantrieb mit Paralever. Stattdessen ist das Motorrad mit Leichtmetall-Brückenrahmen, Upside-down-Gabel und Zweiarmschwinge mit indirekt angelenktem Monofederbein klassenüblich ausgestattet. Das Fahrzeug wird wahlweise mit einem einstellbaren, nur ca. 2,5 kg schweren ABS und einer Traktionskontrolle angeboten.

Einsatz im Rennsport [Bearbeiten]

Seit der Saison 2009 engagiert sich BMW mit der S 1000 RR SBK werksseitig in der Superbike-Weltmeisterschaft. Die Werkseinsätze werden vom Rosenheimer Team alpha Racing geleitet. Das Semi-Werksteam alpha Technik-Van Zon-BMW fährt seit der Saison 2009 mit vier Fahrern in der IDM Superbike.

Zuverlässigkeit [Bearbeiten]

Im Vergleich zu Wettbewerbsmodellen wie der Suzuki GSX-R 1000 oder Kawasaki Ninja ZX-10R[7] zeigten sich im 50.000-km-Dauertest der Zeitschrift Motorrad nennenswerte Defekte: Bemängelt wurde eine eingelaufene Einlassnockenwelle (laut BMW ein Härtungsfehler), Steuerkettenspanner, Rad- und Lenkkopflager sowie Abgasklappe.[8][9] Die S1000RR erreichte damit den 20. Platz in der Dauertestwertung.

Technik der S 1000 RR (WSBK-Version) [Bearbeiten]

Kenngrößen Daten [10]
Motor Vierzylinder-Viertakt-Reihenmotor
Leistung ca. 154 kW (209 PS)
Nenndrehzahl über 14.000 min-1
Hubraum 999 cm³
Bohrung 80 mm
Hub 49,7 mm
Verdichtung 14:1
Einspritzanlage 48 mm Dell'Orto
Tank 17,5 l
Getriebe 6-Gang
Gewicht vollgetankt 179 kg
Radstand 1428 mm
Länge 2056 mm
Breite 532 mm
Vorderradfederung Öhlins TTX Upside-down-Gabel, 43 mm Gleitrohre
Hinterradfederung Öhlins TTX Federbein
Vorderradbremse 2 Scheiben Ø 320 mm, Brembo 4-Kolben-Monobloc-Festsättel
Hinterradbremse 1 Scheibe Ø 220 mm, Brembo Einkolben-Bremssattel
Vorderrad OZ Racing-Magnesium-Gussrad, 3.75 × 16.5″, Pirelli-Einheitsreifen
Hinterrad OZ Racing-Magnesium-Gussrad, 6.25 × 16.5″, Pirelli-Einheitsreifen

Neuzulassungen in Deutschland [Bearbeiten]

Jahr Quelle Neuzulassungen
2010 [11] 2.049
2011 [12] 1.749
2012 [13] 1.676

Mediale Nutzung [Bearbeiten]

  • Im Musikvideo Imma Be Rocking That Body der Black Eyed Peas fährt Fergie am Anfang mit einer S 1000 RR davon.
  • In dem Musikvideo „Dynamite“ von Taio Cruz sind ebenfalls zwei S 1000 RR zu sehen.

Siehe auch [Bearbeiten]


Wartungshinweis [Bearbeiten]

Bitte diese Angaben - sofern noch nicht geschehen - in den Artikelttext einarbeiten.
Kraftstoff: Super 95 / Super Plus Gewicht (fahrbereit): vollgetankt 204 (206,5 incl. ABS) kg Tankvolumen: 17,5 Liter, davon ca. 4 Liter Reserve
Bohrung: 80,0 mm Hub: 49,7 mm Verdichtung: 13,0 : 1
Bereifung vorne: 120/70 ZR 17 auf 3.50 × 17" Leichtmetallgussrad Bereifung hinten: 190/55 ZR 17 auf 6.00 × 17" Leichtmetallgussrad Fahrwerk: voll einstellbar, SACHS Upside-down-Teleskopgabel mit 46 mm Gleitrohren, Leichtmetall-Zweiarmschwinge mit über Hebelsystem angelenktem SACHS Einzelfederbein / Leichtmetall-Brückenrahmen / Lenkkopfwinkel: 66,1° , Nachlauf: 95,9 mm
(Modell 2012:
65,99°; 98,5 mm)
Ähnliche Modelle: Ducati 1199 Panigale, Honda Fireblade, Kawasaki Ninja ZX-10R, KTM 1190 RC8, Suzuki GSX-R1000, Yamaha YZF-R1, Aprilia RSV4

Literatur [Bearbeiten]

Weblinks [Bearbeiten]

 Commons: BMW S1000RR – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. motorradonline.de (abgerufen am 12. September 2011)
  2. Vorstellung der BMW S 1000 RR
  3. Produktionsbeginn der BMW S 1000 RR
  4. Werner Koch: motorradonline.de vom 18. Februar 2010, Der BMW S 1000 RR-Motor im Detail
  5. Motorcyclist online review (engl.)2012 BMW S1000RR | First Ride abgerufen am 16. Mai 2012
  6. BMW S 1000 RR: 200 PS, abgerufen am 8. Mai 2009 (Version vom 28. März 2009 im Internet Archive)
  7. Zum Strippen zu schade: Dauertest ZX10R
  8. Defekte beim Test: Zwischenbericht Dauertest BMW S 1000 RR, Stand 3. Dezember 2011
  9. Dauertest-Abschlussbilanz: BMW S 1000 RR, Stand 2. Februar 2012
  10. Technische Daten des Superbikes Tracktest: WSBK-BMW S 1000 RR (Teil 2): Technische Daten des Superbikes (abgerufen am 8. Januar 2012)
  11. Neuzulassungen Top 50 Modelle Krafträder Dezember 2010 (kumuliert). Mojomag.de: IVM Industrie-Verband Motorrad Deutschland e.V., abgerufen am 17. Februar 2011 (PDF; 486 kB).
  12. Neuzulassungen Top 50 Modelle Krafträder Dezember 2011 (kumuliert). Mojomag.de: IVM Industrie-Verband Motorrad Deutschland e.V., abgerufen am 25. Januar 2012.
  13. Neuzulassungen Top 50 Modelle Krafträder Dezember 2012 (kumuliert). Mojomag.de: IVM Industrie-Verband Motorrad Deutschland e.V., abgerufen am 4. März 2013.