BMW F 800 GS
| BMW | |
|---|---|
BMW F 800 GS Ausführung 2008 |
|
| F 800 GS | |
| Hersteller: | BMW |
| Produktionszeitraum | ab 2008 |
| Klasse | Reiseenduro |
| Motordaten | |
| 2-Zylinder-Viertakt-Reihenmotor | |
| Hubraum (cm³) | 798 |
| Leistung (kW/PS) | 63/85[1] |
| Drehmoment (N m) | 83 bei 5750 min-1[1] |
| Höchstgeschwin- digkeit (km/h) |
204 |
| Getriebe | 6 |
| Antrieb | Kette |
| Bremsen | 300-mm-Doppelbremsscheiben vorn, 265-mm-Bremscheibe hinten, ABS |
| Radstand (mm) | 1578 |
| Maße (L × B × H, mm): | 2320 × 1350 × 945 |
| Sitzhöhe (cm) | 88 |
| Leergewicht (kg) | 178 |
| Vorgängermodell | BMW F 650 GS |
Die BMW F 800 GS ist ein geländegängiges Motorrad des deutschen Fahrzeugherstellers BMW. Die Reiseenduro wird seit 2008 produziert und basiert auf der F-Reihe. Sie ist unterhalb der Boxer-Reihe BMW R 1200 GS angesiedelt und weitgehend baugleich mit der ab 2008 hergestellten BMW F 650 GS.
Die Modellbezeichnung GS bedeutet Gelände/Straße, die interne Bezeichnung lautet E8 GS, der Werkscode K72.
Inhaltsverzeichnis |
Geschichte [Bearbeiten]
Bereits bei der Vorstellung der BMW F 800 S und F 800 ST 2006 wurde bekannt, dass auch eine Reiseenduro-Version mit dem Zweizylindermotor der neuen F-Serie geplant war.[2] Die BMW F 800 GS wurde auf den Motorradmessen im Herbst 2007 erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Der Verkaufsstart war im März 2008. Beim International Design Excellence Award 2008 kam die BMW F 800 GS in die Finalauswahl.[3]
Für die Saison 2009 wird das Motorrad alternativ mit LED-Blinker statt weißen Blinkleuchten angeboten. Die amerikanische Zeitschrift Rider Magazine kürte die F 800 GS zum Motorrad des Jahres 2009.[4] Angeboten wurde das Motorrad 2008 und 2009 in den Farbkombinationen sunsetgelb/schwarz seidenglänzend und darkmagnesium/metallic. Ab 2010 ist es in den Farbkombinationen lavaorange metallic/schwarz seidenglänzend und alpinweiß uni erhältlich. Außerdem wurde ein Sondermodell „30 Jahre GS“ angeboten. Ab dem Modelljahr 2011 wurde die Restreichweitenanzeige im optionalen Bordcomputer durch eine separate Kilometerzählung ab Erreichen der Reservekraftstoffmenge (4 Liter) ersetzt.[5] Im Jahr 2011 gibt es Sondermodelle in desert blue uni/alpinweiß uni (Trophy) und tiefschwarz/granitgrau-metallic matt/nürburgsilber-metallic (Triple Black). Als Farbkombination wird ab 2012 ausschließlich graphitan metallic schwarz angeboten.
In den ersten beiden Produktionsjahren gab es mehrfach Rückruf- und technische Aktionen seitens des Herstellers. So wurden unter anderem der Geber für die Tankanzeige gewechselt, die Befestigung des Kühlwasserschlauches überarbeitet, die vordere Steckachse und der Kettensatz erneuert sowie eine neue Bordsoftware aufgespielt.[6]
Ab den Baujahr 2013 erfolgte ein erste Modellpflege. Diese umfasste vor allem ein geändertes Design der Kühlerverkleidung.
| weltweit | Deutschland | Österreich | |
|---|---|---|---|
| 2008 | 10.261[7] | 1852[8] | 180[9] |
| 2009 | 10.974[10] | 1460[11] | 122[12] |
| 2010 | 9.669 [13] | 1468 [14] | 155 [15] |
| 2011 | 9.829 [16] | 1489 [17] | 104 [18] |
| 2012 | 11.487 [19] | 1791 [20] | 136 [21] |
Konstruktive Merkmale [Bearbeiten]
Der bei Rotax gefertigte Zweizylinder-Reihenmotor Rotax 804 ist flüssigkeitsgekühlt und verfügt über vier Ventile je Zylinder. Die Ventilsteuerung des Viertaktmotors erfolgt über zwei oben liegenden Nockenwellen (dohc). Das Motorrad verfügt über einen Elektrostarter und eine elektronische Benzineinspritzung. Die Zündfolge beträgt 360°. Die Kraftübertragung aufs Hinterrad erfolgt mittels einer Dichtringkette. Das klauengeschaltete Sechsganggetriebe besitzt kurze Schaltwege. Die Mehrscheiben-Ölbad-Kupplung ist seilzugbetrieben. Gegenüber den Modellen S/ST besitzt der Motor einen Zylinderwinkel von 8,5° und steht damit fast senkrecht. Der Motor ist rund ein Kilogramm leichter als die S/ST-Variante. Die Auspuffanlage ist aus Edelstahl und verfügt über einen geregelten Katalysator.
Der Gitterrohrrahmen aus Stahl umschließt den mittragenden Motor. Das Heckteil ist angeschraubt. Die Upside-Down-Telegabel von Marzocchi hat einen Innenrohrdurchmesser von 45 mm und einen Federweg von 230 mm. Die Zweiarmschwinge aus Leichtmetall verfügt über ein einstellbares Federbein von ZF Sachs mit 215 mm Federweg. Das hintere direkt angelenkte Federbein besitzt eine wegeabhängige Dämpfung. Federvorspannung und Zugstufendämpfung sind verstellbar.
Das Motorrad ist vorn mit Doppelbremsscheiben mit einem Durchmesser von 300 mm und Zweikolbensattel und hinten mit einer einfachen Bremsscheibe mit 265 mm und einem Einkolbensattel ausgerüstet. Die Bremsanlagen sind von Brembo. Das optional lieferbare Antiblockiersystem ist abschaltbar. Die Drahtspeichenräder besitzen Aluminiumfelgen mit einer Größe von 21 Zoll (vorn) und 17 Zoll (hinten).
Der 16 Liter fassende Tank ist wie bei allen Motorräder der F-Reihe unter der Sitzbank untergebracht, wodurch der Schwerpunkt niedrig gehalten wird. Die Tanköffnung befindet sich auf der rechten Seite in Höhe des Soziussitzes. Über dem Motor wurde die Starterbatterie sowie die Airbox angeordnet. Die Sitzhöhe beträgt 880 mm. Eine alternative Sitzbank mit reduzierter Polsterung ermöglicht eine Sitzhöhe von 830 mm. Als Windschutz dient eine transparente Plastikscheibe.
Serienmäßig verfügt die F 800 GS über Reifenfreigaben für Bridgestone Battle Wing BW 501 G/BW 502 G, Continental TKC 80, Metzeler MCE Karoo 2 (T)/MCE Karoo (T), Metzeler Tourance EXP, Michelin Anakee/Anakee C, Pirelli Scorpion Trail Front/Scorpion Trail G, Heidenau K60 Scout.
Kritik [Bearbeiten]
„Mit der 800 GS belebt BMW ein früher starkes Segment neu. Nämlich das kerniger Enduro-Allrounder vom Schlage einer Africa Twin oder R 80 GS. Robuste, unverwüstliche Maschinen, die in jedem Umfeld eine gute Figur abgeben.“
„Die F 800 GS vereint echte Offroadtugenden mit einer hervorragenden Straßeneignung. Eine Reiseenduro im besten Sinne also. Es schließt die Lücke zwischen den mittlerweile runde 100 PS starken Großenduros vom Schlage einer R 1200 GS oder der KTM 990 Adventure und den viel leichteren Einzylindern.“
– Andreas Reimar: mototraveller [23]
„Die 85 PS reichen für immerhin auch für ein Autobahntempo von rund 200 km/h. Der aufrecht im neu konstruierten Rahmen stehende 800er-Twin gibt seine Leistung sehr gleichmäßig über das gesamte Drehzahlband ab, schiebt schon aus niedrigen Drehzahlen ruckelfrei an, zeigt sich elastisch und vibrationsarm.“
– 2Räder [24]
„Während sich die große 1200er-GS sowohl preislich als auch gewichtsmäßig vom waschechten Abenteuer-Motorrad weit entfernt hat und eine Africa Twin seit Jahren nicht mehr erhältlich ist, drängt sich die F800GS als Alternative fast von selbst auf. Einziges Handicap: Diese GS ist mit einer Sitzhöhe von minimal 850 mm nicht gerade niedrig, und mit vollgetankten 221 Kilo ist sie zudem die Schwerste im F-Programm.“
– Till Kohlmey: Tourenfahrer [25]
Weblinks [Bearbeiten]
-
Commons: BMW F800GS – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien - Webseite des Herstellers
- „Die Eff-Variante“, BMW F 800 GS / Motorrad-Test, tourenfahrer.de
- Fahrbericht BMW F 800 GS, Moto Sport Schweiz
Literatur [Bearbeiten]
- Phil Mather (Übertragen und bearbeitet von Udo Stünkel): Wartung und Reparatur - BMW F 800 und F 650 Zweizylinder. Delius Klasing Verlag, Bielefeld 2011, ISBN 978-3-7688-5314-9.
- Andreas Reimar: Fahrbericht BMW F 800 GS. In: mototraveller. Nr. 1/2008, Moto Media GmbH, Bergenhusen 2008, S. 10–16.
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ a b Motorrad Testbuch 2009, Stuttgart 2009 S.115
- ↑ MOTORRAD Jahrbuch 2008. MO Medien Verlag GmbH, Stuttgart 2008, S. 36
- ↑ Transportation Category Finalists: BMW F 800 GS (Version vom 3. August 2008 im Internet Archive)
- ↑ BMW Group PressClub USA: BMW F 800 GS named 2009 motorcycle of the year by Rider
- ↑ BMW GS Motorradforum: Keine Restreichweitenanzeige im Bordcomputer?
- ↑ RAPEX-Datenbank
- ↑ BMW Group Press Release 21. Januar 2009: BMW Motorrad Sales Results 2009
- ↑ Motorrad Magazin MO: Motorrad-Neuzulassungen 2008: die Top 50 (Archivversion)
- ↑ Tourenbike.at: Neuzulassungen 2008: Marken und Modelle
- ↑ BMW Group Press Release 2. Februar 2010: BMW Motorrad erreicht Absatzziele 2009
- ↑ Motorrad Magazin MO: Motorrad-Neuzulassungen 2009: die Top 50 (Version vom 8. Februar 2010 im Internet Archive)
- ↑ Tourenbike.at: Neuzulassungen 2009: Modelle im Detail
- ↑ BMW Group Press Release 18. Januar 2011: BMW Motorrad steigert Absatz...
- ↑ IVMPerformance 01/11: Neuzulassungen Krafträder - Top 50 - Hitliste der Modelle
- ↑ Tourenbike.at: Motorrad Neuzulassungen Jänner-Dezember 2010: Modelle im Detail
- ↑ BMW Group Press Release 16. Januar 2012: BMW Motorrad erzielt bestes Absatzergebnis...
- ↑ IVMPerformance 01/12: Neuzulassungen Krafträder - Top 50 - Hitliste der Modelle
- ↑ www.wirtschaftsverlag.at: Zulassungsstatistik PKW & Zweirad
- ↑ BMW Group Press Release 9. Januar 2013: BMW Motorrad erzielt 2012 neuen Absatzrekord....
- ↑ IVMPerformance 01/13: Neuzulassungen Krafträder - Top 50 - Hitliste der Modelle
- ↑ www.wirtschaftsverlag.at: Zulassungsstatistik PKW & Zweirad
- ↑ Motorrad vom 29. Februar 2008
- ↑ mototraveller, Ausgabe 1-2008
- ↑ 2Räder, Ausgabe 4/2008
- ↑ Tourenfahrer, Ausgabe Juli 2009, Seite 37
Supersportler: S 1000 RR | HP4
Sporttourer: F 800 GT | K 1300 S
Tourer: R 1200 RT | K 1600 GT | K 1600 GTL
Enduros: G 450 X | G 650 GS | F 700 GS | F 800 GS | R 1200 GS | R 1200 GS Adventure
Naked Bikes: F 800 R | R 1200 R | K 1300 R
Roller: C 600 Sport | C 650 GT | BMW C evolution (Prototypen)
Vorkriegszeit – Einzylinder: R 39 | R 2 | R 3 | R 4 | R 35 | R 20 | R 23
Vorkriegszeit – Boxer: R 32 | R 37 | R 42 | R 47 | R 52 | R 57 | R 62 | R 63 | R 11 | R 16 | R 7 (Prototyp) | R 12 | R 17 | R 5 | R 6 | R 51 | R 61 | R 66 | R 71 | WR 750 (Rennmotorrad)
Zweiter Weltkrieg: R 75 (Wehrmachtsgespann)
Nachkriegszeit: R 24 | R 25 | R 25/2 | R 25/3 | R 51/2 | R 51/3 | R 67/2 | R 68
Vollschwingen-BMW 1955 bis 1969: R 26 | R 27 | R 50 | R 60 | R 69 | R 50/2 | R 60/2 | R 50 S | R 69 S
„Strich-Fünfer“ 1969 bis 1973: R 50/5 | R 60/5 | R 75/5
„Strich-Sechser“ 1973 bis 1976: R 60/6 | R 75/6 | R 90/6 | R 90 S
„Strich-Siebener“ 1976 bis 1985: R 60/7 | R 75/7 | R 80/7 | R 100/7 | R 100 S | R 100 RS | R 100 RT | R 100 CS
„Kleine“ Zweizylinder-Boxer 1978 bis 1985: R 45 | R 65 | R 65 S | R 65 GS
Zweizylinder-Boxer 1980 bis 1997 (letzte Zweiventil-Boxer): R 80 G/S | R 80 ST | R 80 | R 80 RT | R 80 GS | R 80 R | R 100 GS | R 100 GS Paris-Dakar | R 100 R | R 100 RS Classic | R 100 RT Classic
Vierventil-Boxer mit 850 bis 1.200 cm³ 1993 bis 2006 (1. Generation): R 850 GS | R 850 RT | R 850 R / R Comfort | R 850 C | R 1100 R | R 1100 RS | R 1100 S | R 1100 GS | R 1100 RT | R 1150 RT | R 1150 R | R 1150 R Rockster | R 1150 RS | R 1150 GS | R 1150 GS Adventure | R 1200 C | R 1200 CL
Vierventil – Boxer mit 1.200 cm³ ab 2004 (2. Generation, „EVO-Boxer“): R 1200 S | R 1200 ST
F- und G-Baureihe (Einzylinder und Reihen-Zweizylinder): F 650 | F 650 ST | F 800 ST | F 800 S | G 650 Xchallenge | G 650 Xcountry | G 650 Xmoto | F 650 GS
K-Baureihe (Drei- und Vierzylinder-Reihenmotoren): K 75 | K 75 C | K 75 S | K 75 RT | K 100 | K 100 RS | K 100 RT | K 100 LT | K 1 | K 1100 LT | K 1100 RS | K 1200 GT | K 1200 LT | K 1200 R | K 1200 RS | K 1300 GT
HP-Reihe: HP2 Enduro | HP2 Sport | HP2 Megamoto
Roller: R 10 (Prototypen) | C1