Helios Kliniken

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HELIOS Kliniken GmbH
Logo der Helios Kliniken GmbH
Rechtsform GmbH
Gründung 1994
Sitz Berlin, Deutschland
Leitung Francesco De Meo, Vorsitzender
Mitarbeiter 68.000 (28. Februar 2014)[1]
Umsatz 3,4 Mrd. EUR (2013)[1]
Branche Gesundheit
Produkte KrankenhausmanagementVorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Produkte
Website helios-kliniken.de

Die HELIOS-Kliniken-Gruppe ist einer der größten Anbieter von stationärer und ambulanter Patientenversorgung Europas. Zur Gruppe gehören seit 28. Februar 2014 nach der Übernahme von 38 Rhön-Kliniken insgesamt 110 Kliniken, darunter sechs Krankenhäuser der Maximalversorgung in Erfurt, Berlin-Buch, Wuppertal, Schwerin, Krefeld und Duisburg. Weiterhin hat die Klinikgruppe 47 Medizinische Versorgungszentren (MVZ), fünf Reha- und fünf Präventionszentren sowie 13 Pflegeeinrichtungen. HELIOS versorgte 2013 in seinen Kliniken stationär rund 1,2 Mill. Patienten und verfügt 2014 insgesamt über mehr als 44.000 Betten. Das Klinikunternehmen beschäftigt 2014 über 68.000 Mitarbeiter und erwirtschaftete im Jahr 2013 einen Umsatz von rund 3,4 Milliarden Euro.

HELIOS gehört zum Gesundheitskonzern Fresenius.

Geschichte[Bearbeiten]

Den Grundstein für sein Klinik-Unternehmen legte Lutz Helmig im Jahre 1987 mit der Gründung der Hospitalgesellschaft Dr. Helmig mbH in Lauterbach (Hessen). Im gleichen Jahr gründete Helmig zusammen mit dem Rechtsanwalt Bernard gr. Broermann die Asklepios-Kliniken-Gruppe, benannt nach dem griechischen Gott der Heilkunst Asklepios. Im Jahre 1994 trennte sich Helmig von der Asklepios-Kliniken-Gruppe. Er wurde Geschäftsführer der Hospitalgesellschaft Dr. Helmig GmbH, die im Jahre 1995 in Helios Kliniken GmbH, deren Name sich aus den drei Anfangsbuchstaben Dr. Helmigs, "Hel-", und den drei letzten Buchstaben "-ios" von Asklepios zusammensetzt, umbenannt wurde. Er war von 1994 bis 1999 geschäftsführender Gesellschafter der Helios Kliniken GmbH. Im Jahr 2000 zog er sich aus dem operativen Geschäft zurück.[2]

Ende 2004 zählten zum Unternehmen 25 Krankenhäuser überwiegend in Deutschland. Der Jahresumsatz überschritt 1,1 Mrd. €. Am 14. Oktober 2005 kündigte Fresenius SE die Übernahme der Helios Kliniken GmbH an. Fresenius erwarb 94 % der Helios-Anteile von der Helmig-Familie des Gründers Lutz Helmig zum Kaufpreis von 1,5 Milliarden Euro. Die Wittgensteiner Kliniken GmbH wurden in die Helios Kliniken Gruppe integriert und firmieren mit Beginn des Jahres 2008 unter dem Namen Helios. In Bad Berleburg wurde eine von fünf dieser Kliniken, die Herz-Kreislauf-Klinik, zum Jahresende 2011 geschlossen.[3]

Am 20. März 2006 erwarb Helios die Mehrheit an der Humaine Kliniken GmbH, einem Betreiber von 6 Kliniken mit akutmedizinischer Versorgung und Spezialrehabilitation in den Bereichen Neurologie, Onkologie und Traumatologie mit insgesamt 1.850 Betten, davon 1.530 im Akutbereich, und etwa 2.900 Beschäftigten. Die größte dieser Kliniken ist das Vogtland-Klinikum in Plauen. Die onkologische Fachklinik in Dresden-Wachwitz wurde 2009 geschlossen, das Personal und der Versorgungsauftrag vom städtischen Krankenhaus Dresden-Friedrichstadt übernommen.

Im Jahr 2007 verlegte Helios seinen bisherigen Firmensitz von Fulda nach Berlin-Mitte an die Friedrichstraße. Heute ist Francesco De Meo Vorsitzender der Geschäftsführung/CEO der Helios Kliniken Gruppe und gleichzeitig Vorstandsmitglied der Fresenius SE. Seit dem 1. Januar 2008 bildet die Fresenius Helios einen eigenen Konzernbereich. Die ehemalige Zwischenebene Fresenius Proserve GmbH wurde aufgelöst.

Nachdem Fresenius 2012 vergeblich versuchte, 90 % der Aktien der Rhön Klinikum AG zu erwerben, wurde im September 2013 der Kauf von 43 Rhön-Kliniken und 15 Rhön-MVZ für einen Kaufpreis von 3,07 Mrd. Euro verkündet, der unter dem Vorbehalt der kartellrechtlichen Freigabe sowie im Einzelfall der Zustimmung vormaliger kommunaler Träger bzw. gegenwärtiger Minderheitsgesellschafter steht.[4]. Der geplante Kauf wurde später auf 40 Krankenhäuser und 13 medizinische Versorgungszentren reduziert und nach der Abgabe von zwei ehemaligen Helios-Kliniken in der Region Leipzig, den Kliniken in Borna und Zwenkau, an eine Gesellschaft von Eugen Münch vom Bundeskartellamt im Februar 2014 bewilligt.[5] Helios, bereits bisheriger Marktführer, wird damit der mit weitem Abstand größte private Klinikkonzern in Deutschland.[6]

Kritik[Bearbeiten]

In der Vergangenheit geriet die Helios Kliniken GmbH immer wieder in scharfe Kritik seitens diverser Arbeitnehmerverbände und Gewerkschaften. Im Mittelpunkt standen dabei die Klinikstandorte Schramberg und Rottweil, Müllheim, Berlin-Buch und Berlin-Zehlendorf. Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (Ver.di) wirft den Helios Kliniken GmbH in ihrer Pressemitteilung vom 26. Februar 2006[7] vor:

„Hunderte von Arbeitsverhältnissen wurden bundesweit auf konzerneigene Tochterunternehmen übergeleitet, meist in Bereichen, in denen am Markt schlechtere Lohnbedingungen vorherrschen oder gingen ganz verloren. Die Tochterunternehmen müssen sich um Aufträge aus dem eigenen Konzern in Konkurrenz zu fremden Firmen bewerben. Mitarbeiter/innen die vorher viele Jahre im öffentlichen Dienst beschäftigt waren, müssen in diesen Firmen Gehaltseinbußen von bis zu 35% hinnehmen.“

Andreas Splanemann – Pressesprecher der Verdi

Im Juni 2011 ermittelte die Staatsanwaltschaft Berlin wegen mutmaßlichen Abrechnungsbetruges gegen die Helios Kliniken GmbH.[8][9] Nach Angaben der Staatsanwaltschaft bestünde der dringende Tatverdacht des Abrechnungsbetruges zum Nachteil der Kassenärztlichen Vereinigung Berlin. Um Versorgungslücken zu schließen, seien häufig Klinikärzte zur Erbringung ambulanter Leistungen zugelassen worden, obwohl dies eigentlich nicht erlaubt sei.[10] Aus diesem Grund prüft die Staatsanwaltschaft ebenfalls die Notwendigkeit der Aufnahme von Ermittlungen wegen Körperverletzung.[11] Geschäftsführer Francesco De Meo bestreitet die Vorwürfe und kritisiert in einem offenen Brief an seine Mitarbeiter das Zulassungssystem.[12][13]

„Es wurden nur tatsächlich erbrachte Leistungen abgerechnet. Es wurden keine überhöhten Rechnungen gestellt. Die Behandlungen wurden von qualifizierten Ärzten medizinisch korrekt durchgeführt.“ [...] „Den Patienten wäre mehr gedient, wenn Behandlungen flexibel von qualifizierten Ärzteteams erbracht werden könnten.“

Francesco De Meo

Klinikstandorte in Deutschland[Bearbeiten]

Quelle:[14] und [15]

Baden-Württemberg[Bearbeiten]

Bayern[Bearbeiten]

Klinikum München Pasing

Berlin[Bearbeiten]

Brandenburg[Bearbeiten]

  • Helios Klinikum Bad Saarow
  • Helios Klinik Hohenstücken

Hamburg[Bearbeiten]

  • Helios Klinik Geesthacht, Station AKK Altonaer Kinderkrankenhaus in Hamburg-Altona
neuro-orthopädische Rehabilitationseinrichtung
  • Helios Mariahilf Klinik Hamburg (Bezirk Harburg, Stadtteil Heimfeld)
  • Helios Endo Klinik Hamburg

Hessen[Bearbeiten]

Mecklenburg-Vorpommern[Bearbeiten]

Niedersachsen[Bearbeiten]

Nordrhein-Westfalen[Bearbeiten]

Helios Klinikum Wuppertal

Rheinland-Pfalz[Bearbeiten]

  • Helios Klinik Diez
  • AOK-Klinik Bad Ems

Sachsen[Bearbeiten]

Herzzentrum Leipzig
Helios Klinik Schkeuditz

Sachsen-Anhalt[Bearbeiten]

  • Helios Klinik Lutherstadt Eisleben
  • Helios Klinik Hettstedt
  • Helios Klinik Köthen
  • Helios Klinik Sangerhausen
  • Helios Klinik Jerichower Land in Burg
  • Helios Bördeklinik in Oschersleben (Bode)
  • Helios Fachklinik Vogelsang-Gommern
  • Helios Klinik Zerbst/Anhalt

Schleswig-Holstein[Bearbeiten]

Schloss Schönhagen
  • Helios Agnes Karll Krankenhaus Bad Schwartau
  • Helios Klinik Geesthacht
  • Helios Klinikum Schleswig
  • Helios Fachklinik Schleswig
  • Helios Fachpflege Schleswig
  • Helios Klinik Kiel
  • Helios Ostseeklinik Damp
  • Helios Reha Klinik Damp
  • Helios Klinik Schloss Schönhagen
  • Helios Reha Klinik Lehmrade

Thüringen[Bearbeiten]

Hauptgebäude des Helios Klinikums Erfurt
Helios Klinikum Meiningen

Klinikstandorte in der Schweiz[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Helios Pressemitteilung 2014
  2. Aton-Homepage
  3. Homepage der Helios Kliniken
  4. Pressemitteilung vom 13. September 2013
  5. Bundeskartellamt gibt den Erwerb von 40 Kliniken und 13 medizinischen Versorgungszentren der Rhön-Klinikum AG durch Helios Kliniken (Fresenius) frei, Bundeskartellamt 20. Februar 2014
  6. Bundeskartellamt genehmigt Mega-Klinikübernahme, SZ 20. Februar 2014
  7. http://bb.verdi.de/presse/pressemitteilungen/showNews?id=0ccbd6e6-a539-11da-72a7-000e0c672418
  8. http://www.tagesspiegel.de/berlin/aerzte-und-manager-unter-betrugsverdacht/4310428.html
  9. http://www.aerzteblatt.de/v4/news/news.asp?id=46316
  10. http://www.aerztezeitung.de/praxis_wirtschaft/klinikmanagement/article/662198/betrugsverdacht-helios-kliniken-beziehen-stellung.html
  11. http://www.aerzteblatt.de/v4/news/news.asp?id=46316
  12. http://www.nrwz.de/nrwz/kreis/00039360
  13. http://www.aerztezeitung.de/praxis_wirtschaft/klinikmanagement/article/662198/betrugsverdacht-helios-kliniken-beziehen-stellung.html
  14. Standortkarte
  15. Von Rhön übernommene Kliniken

52.5228513.38755Koordinaten: 52° 31′ 22″ N, 13° 23′ 15″ O