Gesprengte Ketten

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Filmdaten
Deutscher Titel Gesprengte Ketten
Originaltitel The Great Escape
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1963
Länge 165 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
Stab
Regie John Sturges
Drehbuch James Clavell
W. R. Burnett
Produktion John Sturges
James Clavell
Musik Elmer Bernstein
Kamera Daniel L. Fapp
Walter Riml
Schnitt Ferris Webster
Besetzung

Gesprengte Ketten ist ein 1963 entstandener US-amerikanischer Kinofilm. Er handelt von einem Massenausbruch aus einem deutschen Kriegsgefangenenlager während des Zweiten Weltkriegs. Die Geschichte beruht auf einer wahren Begebenheit und hat sich größtenteils wie im Film dargestellt tatsächlich ereignet. Grundlage für das Drehbuch war das Buch The Great Escape von Paul Brickhill. 1988 wurde mit Gesprengte Ketten – Die Rache der Gefangenen eine Fortsetzung für das Fernsehen produziert.

Die Filmproduktionsfirma Mirisch Corporation produzierte den Film für den Filmverleih United Artists.

Inhalt[Bearbeiten]

Eine Gruppe alliierter Kriegsgefangener – vorwiegend Offiziere der Luftstreitkräfte, die wiederholt Ausbruchsversuche unternommen hatten – wird 1944 ins Stalag Luft III, ein neues und als besonders ausbruchssicher geltendes Lager in Sagan im heutigen Polen verfrachtet. Kaum angekommen, versuchen sich die „Profis“ bereits wieder in neuen Fluchtversuchen, die jedoch alle misslingen. So beschließen Amerikaner und Briten zusammen und unter Führung des Briten Squadron Leader Roger Bartlett, genannt Big X, eine groß angelegte Flucht durch selbstgegrabene Tunnel. Insgesamt werden drei Tunnel gegraben – für den Fall, dass einer entdeckt werden sollte. In der Tat wird einer der drei angelegten Tunnel („Tom“) durch Zufall bei einer Barackendurchsuchung am amerikanischen Unabhängigkeitstag von der Lagerleitung entdeckt. Die Gefangenen planen daher nach Fertigstellung gefälschter Dokumente sowie ziviler Kleidung die Flucht durch den zweiten Tunnel. Dieser erweist sich jedoch als zu kurz, so dass die Flüchtlinge etwa sieben Meter über eine vom Wachturm beleuchtete Wiesenfläche fliehen müssen. So wird der Ausbruch, als er bereits in vollem Gange ist, von den Wärtern bemerkt. Es gelingt nur 76 von 250 zum Ausbruch bereitstehenden Männern die Flucht aus dem Kriegsgefangenenlager. Danach zeigt der Film in kurzen Sequenzen die Flucht der Freigekommenen durch halb Europa. Sie endet jedoch nur für drei der Flüchtigen erfolgreich. Viele der Wiedergefangenen werden von der Gestapo aufgrund ihrer gefälschten Papiere und anderer Unstimmigkeiten aufgegriffen. 50 Flüchtlinge werden auf dem vermeintlichen Weg zurück in ein Gefangenenlager, nachdem man sie für eine Pause von den Lkws absitzen lässt mit einem Maschinengewehr erschossen. Nur wenige Ausbrecher finden sich im Lager wieder ein.

Darstellung[Bearbeiten]

Mehr als ein Dutzend Schauspieler von Weltruf spielten mit. Unter ihnen waren Steve McQueen (der Bunkerkönig, nach Erlebnissen von Alvin W. Vogtle), Richard Attenborough (Big X), Charles Bronson (der Tunnelkönig), Donald Pleasence (der Fälscher), James Coburn (der Handwerker), David McCallum, Gordon Jackson (das Gehirn), James Donald (Lagerältester) und James Garner (der Organisator). An deutschen Schauspielern waren Hannes Messemer (der Kommandant), Robert Graf (das Frettchen) und Heinz Weiss vertreten. Der Film beinhaltet sowohl humoristische Einlagen über das Lagerleben und die Überlistung der Wachmannschaft als auch tragische Elemente, etwa die Erblindung des Dokumentenfälschers und die Ermordung der wieder gefassten alliierten Soldaten durch die Gestapo.

Produktionsgeschichte[Bearbeiten]

Alle Innenaufnahmen des Films entstanden in den Bavaria Studios bei München.[1] Das Gefangenenlager, welches im Film zu sehen ist, wurde im direkt an die Studios angrenzenden Perlacher Forst errichtet.[2] Der Schlussteil des Films – die Flucht durch Europa – wurde im Allgäu, in Füssen, bei Pfronten, Hopfen am See und bei Schwangau, mit Beteiligung der einheimischen Bevölkerung gedreht. Die Zug- und Bahnszenen filmte man auf der S-Bahnstrecke Großhesselohe - Holzkirchen, am Bahnhof Deisenhofen und auf Bahnstrecken in der Nähe von Markt Schwaben. Der Absturz des Flugzeugs von Hendley und Blythe wurde in der Nähe von Frauenried/Irschenberg gedreht.[3]

Die deutsche Erstaufführung war am 29. August 1963.[4]

Parallel zum Film veröffentlichte man den für den Film komponierten Great Escape March in einer von John Leyton gesungenen Version auf Single. Die ebenfalls von dem englischen Sänger und Schauspieler interpretierte deutschsprachige Coverversion erschien unter dem Titel Eine kann meine nur sein (Text: Kurt Hertha).[5]

Historisches[Bearbeiten]

Ende des „Harry“-Tunnels vor dem Waldrand

Der Film beruht auf einer wahren Begebenheit. Jedoch hat sich die echte Flucht nicht, wie im Film dargestellt, bei sommerlichen, sondern bei winterlichen Wetterbedingungen mit Eis und Schnee ereignet. Sie fand in Wirklichkeit in der Nacht vom 24. auf den 25. März 1944 im StammlagerStalag Luft III“ im niederschlesischen Sagan, etwa 160 km südöstlich von Berlin, statt.

Kritiken[Bearbeiten]

„Hervorragend fotografierter und inszenierter Thriller um einen Massenausbruch alliierter Kriegsgefangener von John Sturges. Auch wenn dieser Film […] seine Längen hat, die gekonnte Machart und die brillante Besetzung machen dies wett. Besonders gelungen: die Sequenz, in der Steve McQueen in halsbrecherischer Motorrad-Fahrt von den Nazis gejagt wird.“

Prisma (Online-Filmdatenbank)[6]

„Vorzüglich besetzt und mit viel Routine inszeniert, ist der Film in erster Linie an den Spannungselementen des Stoffes interessiert.“

Lexikon des Internationalen Films[4]

Filmfehler[Bearbeiten]

Die Wagen des Zuges, den ein Teil der flüchtenden Kriegsgefangenen aus dem Bahnhof Neustadt benutzt, sind mit der Aufschrift der ehemaligen Deutschen Bundesbahn versehen, die zum Zeitpunkt der Flucht noch gar nicht existierte. Auf dem Ankunftsbahnhof erkennt man deutlich die schwache Übermalung zur Deutschen Reichsbahn, die zu dieser Zeit jedoch ein anderes Logo verwendete.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Videospiele[Bearbeiten]

Es sind zwei Videospiele auf Basis des Films veröffentlicht worden.

  • 1986 wurde von Ocean Software das Computerspiel The Great Escape für die Heimcomputer ZX Spectrum, Commodore 64, Amstrad CPC sowie das Betriebssystem MS-DOS veröffentlicht.
  • Im Jahre 2003 erschien für die PlayStation 2, die Xbox und Windows-PC ebenfalls ein Videospiel unter dem Titel The Great Escape. Darin steuert der Spieler den Leveln entsprechend einen von vier verschiedenen Hauptcharakteren: Captain Virgil Hilts (Steve McQueen), Lieutenant Sandy McDonald (Gordon Jackson), Flying Officer Louis Sedgwick (James Coburn) und Flight Lieutenant Bob Hendley (James Garner). Es gibt aber noch viele weitere Charaktere aus dem Film, die der Spieler aber nicht steuern kann.
  • In dem Spiel Metal Gear Solid 3: Snake Eater (veröffentlicht 2006 für die PS2) nannte sich der Leiter der Mission, Major Zero, zunächst einmal in Major Tom um. Nachdem die erste Mission aufgrund des Spielinhalts misslang, änderte er seinen Namen wieder in Major Zero und glaubte dabei, dass es Unglück gebracht habe, weil der Tunnel Tom vor seiner Fertigstellung entdeckt wurde. Er war ein großer Fan von Bond- und Kriegsfilmen.

Literatur[Bearbeiten]

  • Paul Brickhill: The Great Escape. Mit einer Einleitung von George Harsh. Norton, New York 2004, ISBN 0-393-32579-2.
  • Paul Brickhill, Allan A. Michie: Ein Tunnel in die Freiheit. In: Geheime Kommandosache. Verlag Das Beste 1965, DNB 452520614, S. 297ff. (deutsche Fassung von Reader's Digest)
  • Helma Türk, Christian Riml (Hrsg.): Gesprengte Ketten - The Great Escape, Behind the scenes. Fotografien des Kameramanns Walter Riml. Eigenverlag 2013, DNB 1053679688, S. 58ff, S. 72, (deutsch/englisch) (online)

Trivia[Bearbeiten]

  • Shaun das Schaf: In der Folge 20 Der große Ausbruch werden der Tunnelbau und die Filmmusik als Zitat verwendet.
  • Chicken Run – Hennen rennen: Auch in diesem Film wird die Thematik aufgegriffen und mit Knetfiguren umgesetzt.
  • Die Simpsons: In Episode 2 der Staffel 4 A Streetcar Named Marge wird der Film parodiert, vor allem in den Szenen mit Steve McQueen als "Bunkerkönig" (mit der Originalmusik).

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. „Booklet zur DVD“ 2002.
  2. Return To The Great Escape Featurette (1993) [1 Of 3]. Ca. ab 8:30 min. Abgerufen auf YouTube am 5. März 2012.
  3. Helma Türk & Christian Riml (Hrsg.): Gesprengte Ketten - The Great Escape. Behind the scenes Fotografien des Kameramanns Walter Riml. Eigenverlag 2013, (online)
  4. a b Lexikon des internationalen Films. (CD-ROM-Ausgabe). Systhema, München 1997.
  5. Siehe CD „1000 Nadelstiche · Folge 5 (Teen Stars)“, Bear Family Records 2001.
  6. Gesprengte Ketten bei prisma-online.de; abgerufen am 1. November 2008.
  7. Verlauf des Film in den Top 250