Hochschule Furtwangen

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Hochschule Furtwangen
Logo
Gründung 5. März 1850[1]
Trägerschaft staatlich
Ort Furtwangen, Villingen-Schwenningen, Tuttlingen
Bundesland Baden-Württemberg
Staat Deutschland
Rektor Rolf Schofer
Studenten 5.965 SS 2014[2]
Mitarbeiter 395 SS 2014[2]
davon Professoren 166 SS 2014[2]
Netzwerke IBH
Website www.hs-furtwangen.de
Hauptgebäude (A-Bau) der HFU

Die Hochschule Furtwangen (Hochschule Furtwangen University, kurz HFU) ist eine Hochschule des Landes Baden-Württemberg mit Standort in Furtwangen sowie zwei Außenstellen in Villingen-Schwenningen und Tuttlingen. Die HFU gehört zum Verbund Internationale Bodensee-Hochschule.

Die Hochschule im Schwarzwald bietet heute Studienprogramme in den Bereichen Gesundheitswissenschaften, Informatik, Ingenieurwissenschaften, Internationale Wirtschaft, Digitale Medien, Wirtschaftsinformatik und Wirtschaftsingenieurwesen an.

Geschichte[Bearbeiten]

Ingenieurschule 1954
Historische Logos
FHF.svg
Logo der FH Furtwangen bis 2005
Hochschule Furtwangen logo.svg
Logo der HFU von 2005 bis 2011

Die Hochschule Furtwangen entstand aus der ersten deutschen Uhrmacherschule in Furtwangen im Schwarzwald. Gegründet wurde die Schule im Jahr 1850[1] durch den Ingenieur Robert Gerwig. Das Deutsche Uhrenmuseum, die größte deutsche Uhrensammlung (von Robert Gerwig als Schausammlung gegründet), ist heute eine Abteilung der Hochschule.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Uhrmacherschule Furtwangen in zwei Zweige aufgegliedert: eine Berufliche Schule (heute Robert-Gerwig-Schule, beherbergt bis heute die Uhrmacherschule) und eine Ingenieurschule, die mit Einführung der Fachhochschulen 1971[1] zur Fachhochschule Furtwangen (FHF) wurde. Nachdem sich Lehre und Forschung in Furtwangen lange Zeit auf Ingenieurwissenschaften konzentrierte, wurde das Studienangebot ab den siebziger Jahren auf die Bereiche Informatik, Wirtschaftsinformatik, Wirtschaft und Digitale Medien erweitert. Mit der Novellierung des Landeshochschulgesetz des Landes Baden-Württemberg wurde sie 1997[1] zunächst in „Hochschule für Technik und Wirtschaft“ und später in „Hochschule Furtwangen University“ umbenannt.

Campus Furtwangen[Bearbeiten]

Der Campus Furtwangen ist der ursprüngliche Standort der Hochschule, wie auch dem Namen zu entnehmen ist. Von den 5.965 Studenten der Hochschule im Sommersemester 2014, studieren etwa 3.316 in Furtwangen.[2] Vertreten sind hier die Fakultäten:

  • Computer & Electrical Engineering
  • Digitale Medien
  • Gesundheit, Sicherheit, Gesellschaft
  • Informatik
  • Product Engineering/ Wirtschaftsingenieurwesen
  • Wirtschaftsinformatik

Am Standort Furtwangen befindet sich auch das Rektorat. Ebenso ist hier der Standort des Deutschen Uhrenmuseums.

Campus VS-Schwenningen[Bearbeiten]

Steigende Nachfrage führte dazu, dass 1988 in Villingen-Schwenningen eine Außenstelle eingerichtet wurde. Hier studierten im Sommersemester 2014 2.192 Studenten.[2] Vertreten sind hier die Fakultäten:

  • Mechanical and Medical Engineering
  • Wirtschaft (Business School)
  • Medical and Life Sciences

Hochschulcampus Tuttlingen[Bearbeiten]

Der Hochschulcampus Tuttlingen wurde zum Wintersemester 2009/10 mit der neuen Fakultät „Industrial Technologies“ mit insgesamt 121 Studenten[3] in den drei Bachelor-Studiengängen Industrial Systems Design (ISD), Industrial Manufacturing (IMF) und Industrial MedTec (IMT) eröffnet. Zum Wintersemester 2011/2012 kommen die Studiengänge Industrial Virtual Engineering (IVE) und Industrial Materials Engineering (IME) hinzu. In der Endausbaustufe besuchen rund 800 Studierende den Hochschulcampus in Tuttlingen.

Eine Besonderheit stellt das sogenannte „Tuttlinger Modell“, also die Kooperation zwischen Hochschule, Stadt, Landkreis und Industrie dar. Die praxisnahen, kooperativen Studiengänge werden durch über 100 heimische medizintechnische Firmen unterstützt.[4] Ein eigens errichteter Hochschulcampus Tuttlingen Förderverein e. V. hat die Schaffung des Campus beschleunigt.

Der Campus befindet sich im ehemaligen Firmenareal von Henke-Sass, Wolf, welches in den Jahren 1906 und 1954 erbaut wurde. Der Backsteinbau wurde für über 10 Millionen Euro saniert und am 8. Oktober 2009 offiziell eingeweiht. Neben der Modernisierung und einer Erweiterung des Gebäudes nach hinten wurde ein direkter Zugang zum ZOB geschaffen. Mögliche Erweiterungen sind das ehemalige Gebäude der Ludwig-Uhland-Realschule beziehungsweise direkt gegenüber ein weiterer Backsteinbau aus der Jugendstilzeit.

Das sogenannte Tuttlinger Konzept, beinhaltet die enge Kooperation mit den Wirtschaftsunternehmen, die durch Lehrbeauftragte, Vorführungen in Firmen, Praktika und die Betreuung wissenschaftlicher Arbeiten einen permanenten Praxisbezug garantieren. Rund 100 Unternehmen aus der Region sind Mitglied im Hochschul-Trägerverein und haben so Mitspracherechte bei Gestaltung und Betrieb der Lehre. Insgesamt gibt es eine jährliche finanzielle Unterstützung von 2,5 Millionen Euro von Seiten der Wirtschaft, der Landkreis steuert 200.000 Euro zu. Der Slogan des Campus' lautet „Die Zukunft, das sind wir“.

Organisation[Bearbeiten]

Derzeit wird die Hochschule von Rolf Schofer geleitet, der seit 2006 Rektor der HFU ist. Sein Vorgänger war Prof. Rainer Scheithauer. Dieser wiederum übernahm das Amt 1998 von Prof. Walter Zahradnik (Amtszeit von 1985 bis 1998). Dem Rektor stehen drei Prorektoren zur Seite: Ulrich Mescheder (Forschung & Transfer), Michael Lederer (Internationales & Weiterbildung) sowie Edgar Jäger (Lehre). Die Verwaltung wird von Gerd Kusserow geleitet. Der Hochschulrat trägt die Verantwortung für die Entwicklung der Hochschule und schlägt Maßnahmen vor zur Profilbildung und Stärkung der Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit.

Studienbereiche und Studiengänge[Bearbeiten]

Seit dem Wintersemester 2001/2002 ist das gesamte Studienangebot der Hochschule auf Bachelor und Master umgestellt, entsprechend dem Bologna-Prozess. Die Hochschule bietet Studiengänge in sieben Kompetenzfeldern an. Innerhalb von sieben Semestern kann ein erster berufsqualifizierender Bachelorabschluss erworben werden, der den Absolventen einen erfolgreichen Berufseinstieg ermöglicht. Darin enthalten sind ein Praxissemester im Unternehmen und die wissenschaftliche Abschlussarbeit.

Gesundheitswissenschaften
  • Angewandte Gesundheitswissenschaften (B. Sc.)
  • Biomedical Engineering (M.Sc.)
  • Industrial MedTec (B.Sc.) (Medizintechnik)
  • Medical Devices & Healthcare Management (MBA)
  • Medical Engineering (B.Sc.)
  • Medical Diagnostic Technologies (M.Sc.)
  • Mikromedizin (M.Sc.)
  • Molekulare und Technische Medizin (B.Sc.)
  • Nachhaltige Bioprozesstechnik (M.Sc.)
  • Technische Medizin (M. Sc.)
  • Technical Physician (M.Sc.)
Informatik
  • Allgemeine Informatik (B.Sc.)
  • Computer Networking (B.Sc.)
  • Informatik (M.Sc.)
  • Mobile Systeme (M.Sc.)
  • Software Produktmanagement (B.Sc.)
Ingenieurwissenschaften
Internationale Wirtschaft
  • Executive Master of International Business Management (MBA)
  • International Business Management (B.A.)
  • International Business Management (MBA)
  • Internationale Betriebswirtschaft (B.A.)
  • International Management (M.Sc.)
Digitale Medien
Wirtschaftsinformatik
Wirtschaftsingenieurwesen
  • Marketing und Vertrieb (B.Sc.)
  • Sales & Service Engineering (MBA)
  • Service Management (B.Sc.)

Weiterbildung[Bearbeiten]

Die HFU ist seit 1996 in der wissenschaftlichen Weiterbildung aktiv. Zunächst hat sie unter dem Namen tele-akademie Online-Kurse aus den Bereichen Medien, Informatik und Wirtschaft angeboten. Seit 2010 erweiterte sie ihr Angebot um Präsenzweiterbildungen und bündelte ihre Weiterbildungsaktivitäten in der HFU Akademie.

Die HFU Akademie bietet Weiterbildungsveranstaltungen an, die nach ersten Berufserfahrungen die Weiterqualifikation ermöglichen. Die angebotenen Themen orientieren sich an dem Profil der Hochschule und sind den Bereichen Informatik, Technik, Wirtschaft, Digitale Medien, Gesundheit und Schlüsselqualifikationen zuzuordnen. Das Spektrum der Angebotsformen reicht von ein- oder mehrtägigen Seminaren und Workshops über Online und Blended-Learning bis hin zu Offenen Angeboten oder Inhouse-Trainings.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auch in Dienstleistungen rund um das Thema Lernen. Masterstudiengänge eröffnen neue berufliche Perspektiven und wurden als forschungs- oder anwendungsorientierte Aufbaustudiengänge konzipiert. Sie umfassen drei Semester und können entweder unmittelbar an ein Erststudium oder nach einer gewissen Berufspraxis auch berufsbegleitend als Teilzeitstudium absolviert werden.

Internationale Orientierung[Bearbeiten]

Studierende haben die Möglichkeit an einer der 130 Partnerhochschulen[5] weltweit zu studieren. Auslandsaufenthalte und Praktika sind ein fester Bestandteil des Studiums an der HFU. Durch zahlreiche Aktivitäten in internationalen Teams mit spannenden Aufgabenstellungen und Projekten erleben die Studierenden Teamgeist und verbessern ihre interkulturelle Kompetenz. Darüber hinaus finden in vielen Studiengängen zahlreiche Lehrveranstaltungen in kleinen, multinationalen Gruppen statt.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • Mai 2013: Die HFU erhält die ACQUIN Systemakkreditierung. Damit ist sie aus dem Bereich der staatlichen Fachhochschulen/Hochschulen für Angewandte Wissenschaften in ihrem Hochschultyp die zweite bundesweit.
  • November 2009: Auszeichnung „e-quality“ für exzellente Betreuung ausländischer Studierender (ERASMUS Programm)
  • August 2008: Zertifikat „familiengerechte Hochschule“
  • November 2008: Beste Bibliothek Deutschlands beim Bibliotheksranking Bix, Kategorie Nutzung
  • Juni 2008: Im Wirtschaftswoche Uni-Ranking sichert sich die Fachrichtung Wirtschaftsinformatik den ersten und die Fachrichtung Informatik den zweiten Platz. Rund 5.000 Personal- und Rekrutierungsbeauftragte wurden befragt, wo Absolventen am besten auf ihren Job und Ihre Karriere vorbereitet werden.
  • Mai 2008: Beim CHE-Hochschulranking (Centrum für Hochschulentwicklung) nehmen die neu bewerteten Fächer Internationale Betriebswirtschaft, Medieninformatik und OnlineMedien, Wirtschaftsinformatik und WirtschaftsNetze (eBusiness) sowie Product Engineering / Wirtschaftsingenieurwesen Spitzenplätze ein.
  • März 2008: Zum zweiten Mal 5-Sterne (höchste Auszeichnung) für die Studiengänge International Business Management und Internationale Betriebswirtschaft der Fakultät Wirtschaft im Bachelor-Rating des CHE und des Arbeitskreises Personalmarketing (dapm) unter besonderer Berücksichtigung der Beschäftigungsbefähigung.
  • Preis für die exzellente Betreuung ausländischer Studierender des Auswärtigen Amtes (2006).

Rankings[Bearbeiten]

Die Studiengänge in den Bereichen Wirtschaft, Wirtschaftsinformatik, Wirtschaftsingenieurwesen und Digitale Medien wurden in Hochschulrankings von CHE, Manager Magazin und Wirtschaftswoche ausgezeichnet.[6][7]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Bekannte Professoren[Bearbeiten]

Ehrensenatoren[Bearbeiten]

  • 2009 – Thomas Jauch (Jauch Firmengruppe)
  • 2009 – Rudolf Kastner (EGT AG)
  • 2013 – Guido Wolf (Landtag BaWü)

Bekannte Absolventen[Bearbeiten]

Alumni[Bearbeiten]

  • Fördergesellschaft der FH Furtwangen - Die Fördergesellschaft unterstützt die Hochschule und insbesondere den Aufbau einer zentralen Alumni-Organisation an der Hochschule.
  • IB Alumni Association e.V. - Verein der Absolventen der Fakultät Wirtschaft.
  • Von der Hochschule unabhängige Alumni-Gruppe für den Studiengang „Allgemeine Informatik“ bzw. der Fakultät „Informatik“.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hochschule Furtwangen University – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d Geschichte. In: Webseite der HFU. Hochschule Furtwangen University, 2012, abgerufen am 10. Februar 2012.
  2. a b c d e Zahlen und Fakten. In: Webseite der HFU. Hochschule Furtwangen University, 30. September 2014, abgerufen am 30. September 2014: „Studierende gesamt: 5867 Studierende Furtwangen: 3289 Studierende Villingen-Schwenningen: 2122 Studierende Tuttlingen: 456 Stand: 17. April 2014 Fakultäten: 9 Studiengänge: 45 Professuren: 169 Mitarbeitende: 405 Lehrbeauftragte: 281“
  3. Lothar Häring: Oettinger macht neue Hoffnungen. Schwäbische Zeitung, 9. Oktober 2009, abgerufen am 15. August 2011 (Alternative URL).
  4. Christian Gerards: Frankenberg lobt Tuttlinger Modell. Schwäbische Zeitung, 16. Oktober 2009, abgerufen am 15. August 2011 (Alternative URL).
  5. Partnerhochschulen. HFU, 17. Februar 2010, abgerufen am 23. August 2010.
  6. Rankings. HFU, 25. Februar 2010, abgerufen am 5. September 2010: „Folgende Studiengänge sind in der Kategorie "Studiensituation insgesamt" in der Spitzengruppe […]: Internationalen Betriebswirtschaft, Medieninformatik und OnlineMedien, Wirtschaftsinformatik und WirtschaftsNetze (eBusiness), Product Engineering / Wirtschaftsingenieurwesen.“
  7. Ranking WiWo. HFU, 19. Februar 2010, abgerufen am 5. September 2010 (s.a. Wirtschaftswoche Nr. 23, vom 2. Juni 2008, S. 112 ff.).
  8. Daniel Lingenhöhl: Speichertechnik: Ein Granitblock voller Energie. 20. Januar 2011, abgerufen am 7. Juli 2011.
  9. Faszination Wissen: Spektakuläre Bilder der Woche. In: Galerie Faszination Wissen. FOCUS Online, 15. April 2010, abgerufen am 15. August 2011: „Der Wissenschaftler Eduard Heindl aus Furtwangen will am Feldberg im Schwarzwald einen Gletscher künstlich herstellen.“

48.0511728.207562Koordinaten: 48° 3′ 4″ N, 8° 12′ 27″ O