Dieter Hoeneß

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Dieter Hoeneß

Dieter Hoeneß (2006)

Spielerinformationen
Geburtstag 7. Januar 1953
Geburtsort UlmDeutschland
Größe 188 cm
Position Angriff
Vereine in der Jugend
1959–1967
1967–1973
VfB Ulm
TSG Ulm 1846
Vereine als Aktiver
Jahre Verein Spiele (Tore)1
1973–1975
1975–1979
1979–1987
VfR Aalen
VfB Stuttgart
FC Bayern München
103 0(46)
105 0(44)
224 (102)
Nationalmannschaft
1979
1979–1986
Deutschland B
Deutschland
2 00(2)
6 00(4)
1 Angegeben sind nur Liga-Spiele.

Dieter Hoeneß (* 7. Januar 1953 in Ulm) ist ein ehemaliger deutscher Fußballspieler und Fußballmanager. Sein ein Jahr älterer Bruder ist der ehemalige Fußballspieler, Manager und ehemalige Präsident des FC Bayern München, Uli Hoeneß.

Karriere als Spieler[Bearbeiten]

Vereine[Bearbeiten]

Hoeneß spielte vom sechsten bis vierzehnten Lebensjahr in dem von seinem Vater Erwin am 13. November 1949 mitbegründeten Verein VfB Ulm als Torwart und gewann in der Spielzeit 1960/61 gemeinsam mit seinem Bruder Uli die 1. Bezirksmeisterschaft in der D-Jugend.[1]

Von 1967 bis 1973 spielte Hoeneß für die TSG Ulm 1846 und – der Jugend entwachsen – zwei Jahre für den VfR Aalen in der 1. Amateurliga (dritthöchste Spielklasse). 1975 verpflichtete ihn der Zweitligist VfB Stuttgart, mit dem er nach zwei Spielzeiten in die Bundesliga aufstieg. Sein Debüt gab er am 13. September 1975 (7. Spieltag) bei der 0:2-Niederlage im Heimspiel gegen den 1. FSV Mainz 05, sein erstes Tor erzielte er am 15. Oktober (11. Spieltag) beim 2:0-Heimsieg über Röchling Völklingen. In der Bundesliga debütierte er am 6. August 1977 (1. Spieltag) beim spannungsgeladenen 3:3-Unentschieden gegen seinen späteren Verein, den FC Bayern München. Mit dem zwischenzeitlichen 1:1 bei der 1:2-Niederlage im Heimspiel gegen den Hamburger SV am 31. August (5. Spieltag) gelang ihm auch sein erstes Tor in der höchsten Spielklasse.

Von 1979 bis 1987 spielte Hoeneß mit großem Erfolg für den FC Bayern München. Während seiner Zeit in München war der Mittelstürmer wegen seiner Torgefährlichkeit gefürchtet, seine Spezialität waren Kopfball-Tore, und galt darüber hinaus als Kämpfernatur. Diesen Ruf festigte er noch, als er 1982 im Finale um den DFB-Pokal nach einem Zusammenprall mit dem Nürnberger Alois Reinhardt trotz einer Platzwunde am Kopf mit einem Turban ähnelnden Verband noch fast eine Stunde weiterspielte und den 4:2-Endstand per Kopf in der 89. Minute erzielte. Ihm gelang am 25. Februar 1984 (23. Spieltag) beim 6:0-Heimsieg der Bayern über Eintracht Braunschweig das Kunststück, fünf Tore in Folge innerhalb einer Halbzeit in 21 Minuten zu erzielen.[2]

Nationalmannschaft[Bearbeiten]

Am 28. März 1979 bestritt Hoeneß sein erstes Länderspiel im Trikot der B-Nationalmannschaft, die in Aachen die A-Nationalmannschaft Norwegens mit 3:0 besiegte, wobei er einen Treffer beisteuerte. Auch in seinem zweiten Spiel in dieser Auswahlmannschaft, am 19. Dezember 1979 in Genua, trug er mit einem Tor beim 2:1-Sieg über die B-Auswahl Italiens bei.

In der A-Nationalmannschaft debütierte Hoeneß – kurzfristig für die Reise nach Irland und Island nominiert – am 22. Mai 1979 beim 3:1-Sieg über Irland, bei dem ihm ebenfalls ein Tor gelang, sowie zwei im Spiel am 26. Mai in Reykjavik, beim 3:1-Sieg über Island.

Erst sieben Jahre später spielte Hoeneß wieder in der Nationalmannschaft; Teamchef Franz Beckenbauer berief ihn für das Spiel am 9. April 1986 in Basel gegen die Schweiz – er erzielte das "Goldene" Tor. Im darauf folgenden Länderspiel gegen Jugoslawien (1:1 am 11. Mai; in Bochum) blieb er erstmals in einem Länderspiel ohne Torerfolg. Für den Kader der Fußball-Weltmeisterschaft 1986 in Mexiko nominiert, wurde Hoeneß im Viertelfinale gegen den Gastgeber und im Finale gegen den späteren Weltmeister Argentinien eingewechselt. Dabei blieb Hoeneß ohne Torerfolg, stand aber wie sein ein Jahr älterer Bruder Uli (bei der WM 1974) ebenfalls in einem WM-Finale. 1987 beendete Hoeneß seine Karriere als aktiver Fußballer.

Karriere als Manager[Bearbeiten]

Zunächst wurde Hoeneß PR-Manager beim Computer-Hersteller Commodore.

Von 1990 bis 1995 war er Manager des VfB Stuttgart. 1996 nahm er den Posten des Generalbevollmächtigten eines TV-Unternehmens an und wurde zugleich Vizepräsident von Hertha BSC. Im April 1997 beendete er sein Engagement für das TV-Unternehmen und war seitdem Manager bei Hertha BSC. Im Juni 2009 verließ er auf eigenen Wunsch den Verein nach Meinungsverschiedenheiten wegen seines Führungsstils,[3] ein Jahr vor Ende seines Vertrags.[4] Hoeneß übernahm am 15. Januar 2010 die Geschäftsführung des Bundesligisten VfL Wolfsburg.[5] Am 18. März 2011 wurde er beim VfL durch Felix Magath ersetzt, der zugleich Trainer wurde. Sein Vertrag wurde einvernehmlich aufgelöst.[6]

Sportliche Erfolge[Bearbeiten]

Als Spieler[Bearbeiten]

Als Manager[Bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Sonstiges[Bearbeiten]

Hoeneß besuchte das Schubart-Gymnasium in Ulm und legte dort 1972 erfolgreich die Abiturprüfung ab.[9] In Tübingen begann er ein Lehramtsstudium in den Fächern Englisch, Geographie und Sport.

Er ist verheiratet und hat zwei Söhne. Sein Sohn Sebastian war ebenfalls als Fußballspieler tätig und spielte unter anderem für die U-19 des VfB Stuttgart, die TSG Hoffenheim sowie die zweite Mannschaft von Hertha BSC. In Berlin war Sebastian Hoeneß Kapitän der U-23-Mannschaft.[10][11]

Hoeneß unterstützte als Stadtpate seiner Heimatstadt Ulm das Sozialprojekt "Wir helfen Afrika" zur Fußball-Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika. Er ist Botschafter der Initiative Respekt! Kein Platz für Rassismus.[12]

Nach seiner Karriere als Bundesligamanager lebt Hoeneß wieder in München und gründete 2012 eine Consultingfirma.[13]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Dieter Hoeneß – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Grußworte der Hoeneß-Brüder zum 60. Vereinsjubiläum
  2. Hoeneß' "Fünffach-Erfolg"
  3. Hertha BSC trennt sich von Manager Dieter Hoeneß
  4. Dieter Hoeneß verlässt Hertha BSC zum 30. Juni 2009 auf eigenen Wunsch
  5. Hoeneß neuer Geschäftsführer
  6. VfL präsentiert Felix Magath: „Solche Geschichten schreibt nur der Fußball“
  7. Torschütze des Monats März 1982
  8. Torschütze des Monats September 1982
  9. Morgenpost vom 30. Mai 2008: "Der Kleine war der Stillere"
  10. Letzter Hoeneß bei Hertha weg! auf www.bz-berlin.de vom 29. Mai 2010, abgerufen am 26. September 2012.
  11. Sebastian Hoeneß' Profil auf www.weltfussball.de
  12. http://www.respekt.tv/die-interviews/dieter-hoeness.html
  13. „Der VfB dümpelt vor sich hin“ Stuttgarter-Zeitung.de, 27. Januar 2014, abgerufen am 1. März 2014.

Literatur[Bearbeiten]

Vorgänger Amt Nachfolger
Graeme Souness, Karl-Heinz Rummenigge, Terry McDermott Torschützenkönig des Europapokals der Landesmeister
Saison 1981/82
Paolo Rossi