Stahnsdorf

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Stahnsdorf
Stahnsdorf
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Stahnsdorf hervorgehoben
52.39222222222213.21666666666744Koordinaten: 52° 24′ N, 13° 13′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Potsdam-Mittelmark
Höhe: 44 m ü. NHN
Fläche: 49,42 km²
Einwohner: 14.415 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 292 Einwohner je km²
Postleitzahl: 14532
Vorwahl: 03329
Kfz-Kennzeichen: PM
Gemeindeschlüssel: 12 0 69 604
Gemeindegliederung: 4 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Annastraße 3
14532 Stahnsdorf
Webpräsenz: www.stahnsdorf.de
Bürgermeister: Bernd Albers (Bürger für Bürger)
Lage der Gemeinde Stahnsdorf im Landkreis Potsdam-Mittelmark
Bad Belzig Beelitz Beetzsee Beetzseeheide Bensdorf Borkheide Borkwalde Brück Buckautal Golzow Görzke Gräben Havelsee Kleinmachnow Kloster Lehnin Linthe Linthe Michendorf Mühlenfließ Niemegk Nuthetal Päwesin Planebruch Planetal Rabenstein/Fläming Rosenau (Brandenburg) Roskow Schwielowsee Seddiner See Stahnsdorf Teltow Treuenbrietzen Wenzlow Werder (Havel) Wiesenburg/Mark Wollin Wusterwitz Ziesar Groß Kreutz BrandenburgKarte
Über dieses Bild
Lage an der Stadtgrenze Berlins

Stahnsdorf ist eine amtsfreie Gemeinde im Landkreis Potsdam-Mittelmark (Brandenburg). Die heutige Großgemeinde Stahnsdorf entstand 2001 durch die Eingliederung von vier vorher selbstständigen Gemeinden, deren Gebiet sich mit dem des Amtsgebietes von 1992 bis 2001 deckt.

Geografie[Bearbeiten]

Stahnsdorf liegt westlich von Teltow, südlich von Kleinmachnow und östlich von Potsdam. Der Ort wird im Norden vom Teltowkanal begrenzt. Das Gemeindegebiet grenzt im Norden an die Gemeinde Kleinmachnow, im Osten an die Stadt Teltow und die Gemeinde Großbeeren, im Südosten und Süden an die Stadt Ludwigsfelde, im Südwesten an die Gemeinde Nuthetal und im Westen und Nordwesten an die Landeshauptstadt Potsdam und auf sehr kleiner Strecke auch an Berlin. Der Ort befindet sich auf dem Teltow, einer vor rund 20.000 Jahren entstandenen eiszeitlichen Hochfläche.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Gemeinde gliedert sich nach der Hauptsatzung[2] in folgende Ortsteile:

Geschichte[Bearbeiten]

Stahnsdorf wurde erstmals im Jahr 1264 urkundlich erwähnt, als ein Magister Petrus de Stanesdorp von Markgraf Otto III. bei der Beurkundung eines Kaufes des Domkapitels zu Brandenburg als Zeuge benannt wurde. Im Jahr 1435 übernahm das Geschlecht der Hakes zu Machnow die Grundherrschaft über Stahnsdorf als Lehensträger des Bischofs. Der Ort bestand ursprünglich nur aus dem alten Dorfkern an einer damals wichtigen Verbindungsstraße, die von Sachsen über Güterfelde und Stahnsdorf zum Bäkeübergang bei Kleinmachnow und weiter nach Spandau führte. Mit dem Bau des Teltowkanals Anfang des 20. Jahrhunderts, der Eröffnung des Südwestkirchhofs im April 1909, des Wilmersdorfer Waldfriedhofs und des Friedenauer Waldfriedhofs 1913 und der Eröffnung der S-Bahnstrecke von Berlin-Wannsee im Juni 1913 begann die Erschließung als Berliner Vorort. In den folgenden Jahrzehnten entstand der heutige Ort durch die Entwicklung von Eigenheimsiedlungen, die Anbindung an Berlin-Lichterfelde durch eine Straßenbahnverbindung und den Bau einer Siedlung für Arbeiter der Boschwerke in Kleinmachnow. 1931 wurde das Klärwerk Stahnsdorf in Betrieb genommen, wo Abwässer aus dem Süden Berlins geklärt wurden und eine der ersten Anlagen zur Biogaserzeugung entstand. Seit 1935 war Stahnsdorf Standort der Wehrmacht, nach dem Zweiten Weltkrieg bis 1992 der sowjetischen/russischen Armee. Durch den Bau der Berliner Mauer am 13. August 1961 wurden die Verbindungen zum angrenzenden Berlin durchtrennt. Zu Zeiten der DDR war Stahnsdorf wirtschaftlich vor allem durch das Halbleiterwerk als Großbetrieb und durch landwirtschaftliche Betriebe geprägt. Nach dem Fall der Mauer setzte eine erneute Entwicklung durch Zuzüge, Erschließung neuer Eigenheimsiedlungen und in den letzten Jahren durch Gewerbeansiedlungen, insbesondere im Bereich Green-Park, ein. Zum 31. Dezember 2001 entstand durch die Eingemeindung der Gemeinden Güterfelde, Schenkenhorst und Sputendorf die heutige Großgemeinde Stahnsdorf.

Amt Stahnsdorf[Bearbeiten]

Im Zuge der Ämterbildung in Brandenburg erteilte der Minister des Innern des Landes Brandenburg am 22. Oktober 1992 seine Zustimmung zur Bildung des Amtes Stahnsdorf. Als Zeitpunkt für das Zustandekommen des Amtes wurde der 16. Oktober 1992 bestimmt.[4] Sitz des Amtes war in der Gemeinde Stahnsdorf. Folgende Gemeinden im damaligen Kreis Potsdam-Land wurden dem Amt Stahnsdorf zugeordnet: Schenkenhorst, Sputendorf, Güterfelde und Stahnsdorf[4]. Mit der Eingliederung der Gemeinden Güterfelde, Schenkenhorst und Sputendorf in die Gemeinde Stahnsdorf zum 31. Dezember 2001 wurde das Amt Stahnsdorf aufgelöst, die Großgemeinde Stahnsdorf wurde amtsfrei.[5]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Stahnsdorf zeigt bei der Bevölkerungsentwicklung das typische Bild einer Berliner Randgemeinde. Vom Ende des 19. Jahrhunderts bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts steigt die Bevölkerungszahl deutlich überproportional zur Bevölkerungsentwicklung in Brandenburg. Zur DDR-Zeit stagniert die Bevölkerung, um dann seit der deutschen Einheit wieder stark zu steigen. Die Bevölkerungsprognosen gehen davon aus, dass Stahnsdorf von 2000 bis 2030 ca. 15 % an Einwohnern dazugewinnt.

Stahnsdorf:
Bevölkerungsentwicklung in den Grenzen von 2013 [6]
Jahr Einwohner
1875 1 488
1890 1 495
1910 2 746
1925 3 399
1933 5 244
1939 8 391
1946 8 805
1950 8 900
1964 8 820
1971 8 869
Jahr Einwohner
1981 8 341
1985 8 120
1989 8 154
1990 7 938
1991 7 892
1992 7 888
1993 8 065
1994 8 852
1995 9 431
1996 9 852
Jahr Einwohner
1997 10 147
1998 10 880
1999 11 224
2000 11 506
2001 11 785
2002 12 216
2003 12 589
2004 12 977
2005 13 235
2006 13 488
Jahr Einwohner
2007 13 817
2008 13 984
2009 14 112
2010 14 210
2011 14 156
2012 14 245
2013 14 415

Politik[Bearbeiten]

Rathaus Stahnsdorf

Gemeindevertretung[Bearbeiten]

Die Gemeindevertretung besteht aus 22 Gemeindevertreterinnen und Gemeindevertretern und dem hauptamtlichen Bürgermeister Bernd Albers.

(Stand: Kommunalwahl am 28. Mai 2014)

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen wurde am 3. Juni 2002 genehmigt.

Blasonierung: „Gespalten in Silber, vorn am Spalt ein halber goldbewehrter mit einem goldenen Kleestengel belegter roter Adler; hinten zwei voneinander getrennte rote Schräglinksbalken.“[7]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Schloss in Güterfelde
Dorfkirche Schenkenhorst
Holzkapelle auf dem Südwestkirchhof

In der Liste der Baudenkmale in Stahnsdorf und in der Liste der Bodendenkmale in Stahnsdorf stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Kulturdenkmale.

Bauwerke[Bearbeiten]

  • Die Stahnsdorfer Dorfkirche wurde als Feldsteinbau mit eingezogenem Chor und Apsis Anfang des 13. Jahrhunderts errichtet (Fertigstellung wohl vor 1230) und 1696 wiederhergestellt (Inschrift auf Sandsteinplatte an der Wand), der verbretterte Dachturm entstand 1779. Sie ist die zweitälteste Dorfkirche der Mark Brandenburg. In den kommenden Jahren ist eine umfassende Sanierung geplant.[8] An Kunstwerken enthält sie eine Anna selbdritt, einen spätgotischen Schnitzaltar (Ende 15. Jahrhundert), eine mit Wappen bemalte Chorbank (Ende 17. Jahrhundert), eine geschnitzte Kanzel (18. Jahrhundert) und einen Epitaph für ein Mitglied des in Kleinmachnow ansässigen Geschlechts derer von Hake (18. Jahrhundert), die bis zur Errichtung der Kleinmachnower Dorfkirche 1597/98 generell in der Stahnsdorfer Dorfkirche beigesetzt worden waren.
  • Das im Kern um 1805 nach Entwurf von David Gilly errichtete und 1868 im Stil der Neurenaissance entscheidend veränderte zweigeschossige Schloss im Ortsteil Güterfelde diente als Altenheim und ist von einem Park umgeben.
  • Die Dorfkirche im Ortsteil Güterfelde wurde als rechteckiger Feldsteinbau mit Apsis und westlichem Breitturm in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts errichtet und in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts verändert.
  • Friedhofskapelle nach dem Vorbild norwegischer Stabkirchen auf dem Südwestfriedhof

Parks[Bearbeiten]

Geschichtsdenkmale[Bearbeiten]

Sport[Bearbeiten]

  • Reitverein Stahnsdorf e. V.
  • SV Stahnsdorf 1996
  • RSV Eintracht Stahnsdorf – Basketball, 2. Bundesliga Pro B
  • RSV Stahnsdorf mit einem Kunstrasenplatz
  • Sportfreunde Stahnsdorf.
  • Ruderclub Kleinmachnow Stahnsdorf Teltow
  • TSV Stahnsdorf/Kleinmachnow e.V. (Tischtennis, u.a. Oberliga Herren)
  • SG Schenkenhorst 1912 e.V.
  • SG Güterfelde 1910 e.V.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

  • ClaB (Club an der Bäke) – der Jugendclub in der Gemeinde
  • Bibliothek
  • Freiwillige Feuerwehr Stahnsdorf unterteilt in die Ortsfeuerwehr Stahnsdorf, die Ortsfeuerwehr Schenkenhorst und die Ortsfeuerwehr Güterfelde[9]
  • Der Ortsverband Potsdam des THW

Verkehr[Bearbeiten]

Motorisierung in Stahnsdorf 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014
Zugelassene PKW (zum 1.1.)[10] 7 401 7 600 7 741 8 036 8 204 8 277 8 472
PKW je 1.000 Einwohner (31.12.Vj.) 536 543 549 566 580 581 588

Literatur[Bearbeiten]

  • 700 Jahre Stahnsdorf. 1264–1964. Herausgegeben anlässlich der Festwoche vom 20. – 27. September 1964.
  • Wolfgang Gottschalk: Der Südwestfriedhof Stahnsdorf – ein Zentralfriedhof der Berliner Stadtsynodalverbandes. Berlin 1990. ISBN 3-88940-058-2.
  • Peter Reichelt: Vergessene Landschaft Rieselfelder. eine Zeitreise durch 200 Jahre Geschichte. (zum Klärwerk Stahnsdorf). Stahnsdorf 2006. ISBN 3-00-015522-8.
  • Gerhard Petzholtz: Hier möchte ich begraben sein...! Ein Wegweiser über den Südwest-Kirchhof von Stahnsdorf bei Berlin, Mein Verlag, 3. Aufl. Mahlow 2008. ISBN 978-3-93660716-1.
  • Thomas Marin (Hrsg.): Ruheplatz im Grünen – Pflanzenwelt. Gartengestaltung und Naturforscher auf dem Südwestkirchhof in Stahnsdorf. Books on Demand. Norderstedt 2009. ISBN 978-3-8370-6716-3.
  • Peter Hahn: Berliner Friedhöfe in Stahnsdorf. Geschichte, Geschichten, Personen. Oase Verlag Badenweiler 2010. ISBN 978-3-88922-065-3.
  • Stahnsdorfer Heimatverein e.V. (Hrsg.): Geschichte(n) aus 750 Jahren Stahnsdorf. Eine Chronik. Stahnsdorf 2014.
  • Thomas Marin: Von Stanesdorp nach Stahnsdorf. Karl Heinrich Schäfers Forschungen zum Mittelalter in Stahnsdorf. Books on Demand. Norderstedt 2014. ISBN 978-3-7386-0898-4.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 83 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Hauptsatzung der Gemeinde Stahnsdorf vom 19. Juni 2014 [1]
  3. Gerhard Schlimpert: Brandenburgisches Namenbuch Teil 3 Die Ortsnamen des Teltow. 368 S., Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1972.
  4. a b Bildung des Amtes Stahnsdorf. Bekanntmachung des Ministers des Innern vom 22. Oktober 1992. Amtsblatt für Brandenburg - Gemeinsames Ministerialblatt für das Land Brandenburg, 3. Jahrgang, Nummer 91, 30. November 1992, S. 2067.
  5. Eingliederung der Gemeinden Güterfelde, Schenkenhorst und Sputendorf in die Gemeinde Stahnsdorf. Bekanntmachung des Ministeriums des Innern vom 25. September 2001. Amtsblatt für Brandenburg Gemeinsames Ministerialblatt für das Land Brandenburg, 12. Jahrgang, 2001, Nummer 44, Potsdam, den 30. Oktober 2001, S. 695 PDF
  6. Die Quellen der Daten finden sich detailliert in den Wikimedia Commons Population Projection Brandenburg at Wikimedia Commons
  7. Wappenangaben auf dem Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg
  8. Projektseite Förderverein e. V. Kirchengemeinde Stahnsdorf
  9. Offizieller Internetauftritt der Freiwilligen Feuerwehr Stahnsdorf
  10. Kraftfahrt-Bundesamt Statistik Fz3

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Stahnsdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien