Michendorf

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Dieser Artikel erläutert die Gemeinde Michendorf; der Ortsteil Michendorf wird unter Michendorf (Michendorf) beschrieben.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Michendorf
Michendorf
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Michendorf hervorgehoben
52.31140833333313.02981944444445Koordinaten: 52° 19′ N, 13° 2′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Potsdam-Mittelmark
Höhe: 45 m ü. NN
Fläche: 68,51 km²
Einwohner:

11.911 (31. Dez. 2011)[1]

Bevölkerungsdichte: 174 Einwohner je km²
Postleitzahl: 14552
Vorwahlen: 033205,
033204 (Stücken)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: PM
Gemeindeschlüssel: 12 0 69 397
Gemeindegliederung: 6 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Potsdamer Straße 35-37
14552 Michendorf
Webpräsenz: www.michendorf.de
Bürgermeister: Reinhard Mirbach (CDU)
Lage der Gemeinde Michendorf im Landkreis Potsdam-Mittelmark
Bad Belzig Beelitz Beetzsee Beetzseeheide Bensdorf Borkheide Borkwalde Brück Buckautal Golzow Görzke Gräben Havelsee Kleinmachnow Kloster Lehnin Linthe Linthe Michendorf Mühlenfließ Niemegk Nuthetal Päwesin Planebruch Planetal Rabenstein/Fläming Rosenau (Brandenburg) Roskow Schwielowsee Seddiner See Stahnsdorf Teltow Treuenbrietzen Wenzlow Werder (Havel) Wiesenburg/Mark Wollin Wusterwitz Ziesar Groß Kreutz BrandenburgKarte
Über dieses Bild
Ortsteile und Nachbargemeinden der Gemeinde Michendorf
Wappen des Ortsteils Michendorf

Michendorf ist eine amtsfreie Gemeinde[2] im Osten des Landkreises Potsdam-Mittelmark in Brandenburg südlich von Potsdam. Die heutige (Groß-)Gemeinde entstand erst 2003 durch den gesetzlich verordneten Zusammenschluss der sechs amtsangehörigen Gemeinden des von 1992 bis 2003 existierenden Amtes Michendorf.

Inhaltsverzeichnis

Geografie [Bearbeiten]

Michendorf liegt in einem ausgedehnten Waldgebiet etwa neun Kilometer südlich von Potsdam. Die Ortsteile Fresdorf, Stücken und Wildenbruch liegen im Naturpark Nuthe-Nieplitz. Im Süden grenzt die Gemeinde an den Großen Seddiner See. Im westlichen Teil des Gemeindegebietes liegen der Große und der Kleine Lienewitzer See. Im Süden gehören der Freesdorfer See, das Poschfenn und Katzwinkel zum Gemeindegebiet.

Die Gemeinde grenzt im Nordwesten und Norden an die Gemeinde Schwielowsee und an die Landeshauptstadt Potsdam, im Osten an die Gemeinde Nuthetal und im Südosten an die Stadt Trebbin, im Süden an die Stadt Beelitz und im Südwesten und Westen an die Gemeinde Seddiner See. Die Gemeinde umfasst eine Fläche von 68,51 km².

Gemeindegliederung [Bearbeiten]

Die Großgemeinde Michendorf besteht aus den folgenden sechs Ortsteilen[2]: (Einwohner am 31. Dezember 2011)[3]

Dazu kommen noch die Wohnplätze Alt Langerwisch, Galgenberg, Gut Breite, Lienewitz, Neu Langerwisch, Siedlung Michendorf West, Siedlung Willichslust, Tannenhof, Teufelshorn, Waldhaus und Weinberg[4].

Geschichte [Bearbeiten]

Die Geschichte der (Groß-)Gemeinde ist bis 1992 die Geschichte ihrer sechs Einzelgemeinden. Die Geschichte der sechs Gemeinden bzw. der heutigen Ortsteilen weist einige Gemeinsamkeiten auf, aber auch deutliche Unterschiede. Das erst ab 1907 entstandene Wilhelmshorst kann zunächst aus dieser Betrachtung ausgeklammert werden. Dafür müssen Alt Langerwisch und Neu Langerwisch separat berücksichtigt werden, die erst 1928 zur Gemeinde Langerwisch fusionierten. Die sechs im Mittelalter angelegten Orte wurden 1375 zur historischen Landschaft der Zauche gerechnet. Der daraus entstandene Zauchische Kreis wurde 1816/7 mit dem kursächsischen Amt Belzig zum Zauch-Belzigschen Kreis (später Landkreis Zauch-Belzig genannt) vereinigt. In der Kreisreform von 1952 aufgelöst, kamen die damals schon sechs Gemeinden zum Kreis Potsdam-Land und 1993 im Zuge der Kreisreform im Land Brandenburg zum Landkreis Potsdam-Mittelmark.

Alle sechs mittelalterlichen Dörfer, Fresdorf, Alt Langerwisch, Neu Langerwisch, Michendorf, Stücken und Wildenbruch waren ursprünglich markgräflicher Besitz.

  • Fresdorf war immer markgräftlich und gehörte zunächst zur Vogtei Beelitz, die sehr früh mit der Vogtei Saarmund vereinigt worden war.
  • Alt Langerwisch gehörte als markgräftlicher Besitz immer zur Vogtei bzw. Amt Saarmund.
  • Neu Langerwisch war nur bis 1285 landesherrlich, es kam in diesem Jahr an das Domkapitel in Brandenburg als Oberlehensherr. Lehensinhaber waren: 1285 die v. Barby, vor 1375 bis 1545 die v. Schönow, 1545-48 Domkapitel, 1548 bis 1667 v. Pfuel, danach wiederkäuflich an de la Chaise. Nach dessen Tod 1671 vom Kurfürsten eingezogen und dem Amt Potsdam zugeordnet.
  • Michendorf wurde als landesherrlicher Besitz von der Vogtei bzw. vom Amt Saarmund verwaltet.
  • Stücken gehörte als markgräftlicher Besitz noch bis 1524 zur Vogtei bzw. Amt Saarmund. 1482 war das Dorf zunächst pfandweise der Familie von Thümen zu Lehen gegeben worden, 1524 wurde der Besitz erblich. Stücken gehörte ursprünglich zur Vogtei Beelitz.
  • Eine Sonderstellung nimmt Wildenbruch ein, das bereits 1375 im Besitz der v. Rochow als markgräfliches Lehen war. 1414 bis 1416 hatte Friedrich I. das Lehen kurzzeitig eingezogen, weil sich die v. Rochow gegen ihn gestellt hatten.

1907 bildete sich aus der Kolonie Wilhelmshorst die Gemeinde Wilhelmshorst. Alt und Neu Langerwisch schlossen sich 1928 zur Gemeinde Langerwisch zusammen.

1992 wurde das Amt Michendorf gegründet,[5] in dem sich die späteren Ortsteile Fresdorf, Langerwisch, Michendorf, Stücken Wildenbruch und Wilhelmshorst, damals noch selbständige Gemeinden zu einer Verwaltungsgemeinschaft zusammen geschlossen hatten. Jede Gemeinde blieb jedoch selbständig mit einem eigenen (ehrenamtlichen) Bürgermeister und Gemeinderat. Im Rahmen der Gemeindereform 2003 in Brandenburg, wurden die sechs amtsgehörigen Gemeinde per Gesetz zur neuen Großgemeinde Michendorf zusammen geschlossen.[6] Der Zwangszusammenschluss wurde von der namengebenden Gemeinde Michendorf vor dem Verfassungsgericht des Landes Brandenburg angefochten. Die Kommunale Verfassungsbeschwerde der Gemeinde Michendorf wurde jedoch 2005 „teils verworfen, im übrigen zurückgewiesen“.[7]

Bevölkerungsentwicklung [Bearbeiten]

Die beiden folgenden Grafiken zeigen, wie sich die Bevölkerung Michendorfs in seinen heutigen Grenzen entwickelt hat und voraussichtlich entwickeln wird. Seit Ende des 19.Jahrhunderts wuchs die Bevölkerung schneller als der Brandenburger Durchschnitt. Dies hängt mit dem industriellen Entwicklung Berlins und der Anbindung an die Eisenbahn zusammen. Da sich der Wohnungsbau der DDR seit Ende der 1960er auf die Haupt- und Bezirksstädte konzentrierte, ging die Bevölkerung des Gebiets zurück. Seit der Wende führt die Berlin-Nähe und die gute Verkehrsanbindung zu einem Wiederanstieg der Bevölkerung. Für die Zukunft bis 2030 sagen die Statistiker des Landesamtes eine Stagnation der Bevölkerung voraus, während die Bertelsmann-Stiftung mit einem weiteren Wachstum rechnet.

Politik [Bearbeiten]

Kommunalwahl 2008
Wahlbeteiligung: 55,8 %
 %
30
20
10
0
21,7 %
16,1 %
14,4 %
11,7 %
13,5 %
18,7 %
3,2 %
0,6 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2003
 %p
 12
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-12
-14
-16
-18
-20
-1,6 %p
+1,5 %p
+3,8 %p
+11,7 %p
+3,6 %p
-18,9 %p
+3,2 %p
-3,4 %p

Bürgermeister [Bearbeiten]

Seit dem 17. Dezember 2011 ist Reinhard Mirbach Bürgermeister der Gemeinde. Seine Vorgängerin, Frau Cornelia Jung, war nicht nur acht Jahre Bürgermeisterin, sondern auch Amtsvorsteherin des ehemaligen Amtes Michendorf.

Gemeinderat [Bearbeiten]

Die 23 Sitze des Gemeinderates verteilen sich wie folgt:

(Stand: Kommunalwahlen in Brandenburg 2008)

In den Ortsteilen sind jeweils Ortsbeiräte zu wählen, die bei Entscheidungen, die die jeweiligen Ortsteile betreffen, vor der Beschlussfassung durch den Gemeinderat anzuhören sind[2].

  • Fresdorf (3 Ortsbeiräte),
  • Langerwisch (5 Ortsbeiräte),
  • Michendorf (9 Ortsbeiräte)
  • Stücken (3 Ortsbeiräte)
  • Wildenbruch (5 Ortsbeiräte)
  • Wilhelmshorst (9 Ortsbeiräte)

Wappen [Bearbeiten]

Das Wappen wurde am 15. Dezember 2005 genehmigt.

Blasonierung: „In Silber gespalten und halb geteilt; vorn am Spalt ein halber brandenburgischer goldenbewehrter und rotgezungter Adler mit goldenem Kleestengel auf dem Flügel; hinten oben zwei ungleich hohe, wachsende grüne Kiefern mit schwarzen Stämmen; hinten unten fünf eng gesetzte blaue Wellenbalken.“[8]

Verkehrsanbindung [Bearbeiten]

Bahnhof Michendorf

Michendorf liegt an der Bundesstraße 2. Die Bundesautobahn 10 (über den Anschluss Michendorf zu erreichen) und die Bundesautobahn 115 (über den Anschluss Saarmund) führen durch das Gemeindegebiet. Auf dem Gemeindegebiet befindet sich das Autobahndreieck Nuthetal.

Der Bahnhof Michendorf an der Wetzlarer Bahn wurde wahrscheinlich 1879 eröffnet.[9] In den 1910er-Jahren musste er höher gelegt werden und wurde dabei erheblich umgebaut.[10] 1993 war der Bahnhof vorübergehend planmäßiger Haltepunkt des ICE, weil wegen umfangreicher Bauarbeiten in Berlin der dortige Bahnhof Zoo nicht angefahren werden konnte und so die westlichen Gebiete der Stadt über Michendorf an den Hochgeschwindigkeits-Fernverkehr angeschlossen wurden.[11] 2002 wurde er für 220.000 Euro umfassend renoviert. Dabei wurden die Facetten und Fensterbänke im Originalzustand wiederhergestellt. Am Bahnhof halten die Regionalbahnlinien RB23 und RB33 sowie der Regionalexpress RE7. 2003 hielten pro Tag 100 Züge, die Zahl der Reisenden und Besucher lag pro Tag bei 1400.[12]

Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]

In der Liste der Baudenkmale in Michendorf stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Baudenkmale.

Dazu zählen unter anderem:

Belege [Bearbeiten]

Literatur [Bearbeiten]

  • Peter R. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg Teil V Zauch-Belzig. 527 S., Hermann Böhlaus Nachfolger Weimar 1977 (S.267-269).
  • Marie-Luise Buchinger und Marcus Cante: Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland Denkmale in Brandenburg Landkreis Potsdam Mittelmark Bd.14.1 Nördliche Zauche. Wernersche Verlagsgesellschaft, Worms 2009 ISBN 978-3-88462-285-8 (S.390-401 )

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. Amt für Statistik Berlin-Brandenburg: Bevölkerung im Land Brandenburg am 31. Dezember 2011 nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden (PDF; 31,71 KB), Stand 31. Dezember 2011. (Hilfe dazu)
  2. a b c Hauptsatzung der Gemeinde Michendorf PDF
  3. Bevölkerungsstatistik vom 31. Dezember 2010 der Internetseite der Gemeinde Michendorf
  4. Dienstleistungsportal der Landesverwaltung Brandenburg - Gemeinde Michendorf
  5. Bildung der Ämter Michendorf und Nuthe-Urstromtal. Bekanntmachung des Ministers des Innern vom 20. Mai 1992. Amtsblatt für Brandenburg - Gemeinsames Ministerialblatt für das Land Brandenburg, 3. Jahrgang, Nummer 38, 15. Juni 1992, S.744.
  6. Viertes Gesetz zur landesweiten Gemeindegebietsreform betreffend die Landkreise Havelland, Potsdam-Mittelmark, Teltow-Fläming (4.GemGebRefGBbg) vom 24. März 2003, Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Brandenburg, I (Gesetze), 2003, Nr. 05, S.73
  7. Kommunales Verfassungsbeschwerdeverfahren der Gemeinde Michendorf wegen Eingliederung der Gemeinde Michendorf (Amt Michendorf) in die neugebildete Gemeinde Michendorf
  8. Wappenangaben auf dem Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg
  9. Bahninfo, Potsdamer Stadt- und Regionalverkehr
  10. Freunde und Förderer der Wilhelmshorster Ortsgeschichte 125 Jahre Wetzlarer Eisenbahn – Teil 2
  11. Meldung: Es bleibt dabei: Noch kein ICE nach Berlin-Zoo. In: Die Deutsche Bahn. Nr. 5, 1993, S. 425.
  12. DB Station&Service AG. Geschäftsbericht 2003. (PDF-Datei; 1,05 MB) Bahnhof Michendorf, Seite 57.

Weblinks [Bearbeiten]

 Commons: Michendorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien