Heede (Emsland)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Heede
Heede (Emsland)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Heede hervorgehoben
52.9922222222227.30416666666674Koordinaten: 53° 0′ N, 7° 18′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Emsland
Samtgemeinde: Dörpen
Höhe: 4 m ü. NHN
Fläche: 31,1 km²
Einwohner: 2367 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 76 Einwohner je km²
Postleitzahl: 26892
Vorwahl: 04963
Kfz-Kennzeichen: EL
Gemeindeschlüssel: 03 4 54 020
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Gemeindeverwaltung Heede
Am Markt
26892 Heede (Ems)
Webpräsenz: www.heede-ems.de
Bürgermeister: Antonius Pohlmann (CDU)
Lage der Gemeinde Heede im Landkreis Emsland
Niederlande Landkreis Cloppenburg Landkreis Grafschaft Bentheim Landkreis Leer Landkreis Osnabrück Andervenne Bawinkel Beesten Bockhorst Börger Breddenberg Dersum Dörpen Dohren (Emsland) Emsbüren Esterwegen Freren Fresenburg Geeste Groß Berßen Handrup Haren (Ems) Haselünne Heede (Emsland) Herzlake Hilkenbrook Hüven Klein Berßen Kluse (Emsland) Lähden Lahn (Hümmling) Langen (Emsland) Lathen Lehe (Emsland) Lengerich (Emsland) Lingen (Ems) Lorup Lünne Lünne Meppen Messingen Neubörger Neulehe Niederlangen Oberlangen Papenburg Rastdorf Renkenberge Rhede (Ems) Salzbergen Schapen Sögel Spahnharrenstätte Spelle Stavern Surwold Sustrum Thuine Twist (Emsland) Vrees Walchum Werlte Werpeloh Wettrup WippingenKarte
Über dieses Bild

Heede (Ems) ist eine Gemeinde in der Samtgemeinde Dörpen im Landkreis Emsland in Niedersachsen. Die Gemeinde hat etwa 2.200 Einwohner und erstreckt sich auf einer Fläche von 31,1 km².

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Die Gemeinde Heede liegt im nördlichen Teil des Emslandes westlich der Ems.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Nachbargemeinden sind im Norden die Gemeinde Rhede und die Stadt Papenburg, im Osten die Gemeinden Lehe und Dörpen, im Süden die Gemeinde Dersum. Im Westen grenzt sie an die Niederlande.

Geschichte[Bearbeiten]

Zum ersten Mal wird Heede als heithe in einer Schenkungsurkunde des ansässigen Edelmanns im Jahre 1177 erwähnt. Vermutlich besteht die Siedlung aber bereits seit dem ausgehenden 8. Jahrhundert.

Schon in der ersten geschichtlichen Zeit des Emslandes tritt das „Haus Heede“ als Besitz des Bistums Münster auf, was mit dem Umstand zusammenhängt, dass der nördliche Teil des Emslandes, der sogenannte sächsische Emsgau (die alten Kirchspiele Aschendorf, Rhede und Heede) nicht von Osnabrück, sondern von Münster aus durch den hl. Liudger missioniert worden ist. Im Jahre 1252 erlangte das Fürstbistum Münster die Herrschaft über den größten Teil des Emslandes und musste diesen Besitz gegen seine Nachbarn, besonders von Westen (Niederlande) und Norden (Ostfriesland), zu schützen. Zu diesem Zwecke errichtete es sich eine Reihe von Burgen längs der Ems, deren nordwestlichste beim Hause Heede angelegt wurde. Für diesen Zweck lag sie an der militärisch wichtigen Stelle, der schmalen wasserfreien Landzunge durch das Bourtanger Moor zwischen Westerwolde und dem Emsland. Der Ursprung der Scharpenburg liegt in der Gemarkenteilung des Gutes Heede im Jahre 1467 als die Brüder Coep und Werenbold von Heede ihr Erbe teilten und Coep sich eine eigene Wohnung baute, aus der später die Schärpenburg entstand.[2] Zu Anfang des 15. Jahrhunderts soll die Burg einem durchgreifenden Um- oder einen völligen Neubau erfahren haben, wie sich aus den im 19. Jahrhundert noch vorhandenen Überresten ergeben haben soll. Diese sollen ganz den Charakter der bekannten westfälischen Wasserburgen gehabt haben: einen mit breitem, doppeltem Graben geschützten viereckigen Platz, auf dem die Burg stand. Aus der Geschichte der Schärpenburg in ihren ersten Jahrhunderten ist nichts Sicheres überliefert.[3]

Alte Linde in Heede

Bei der sogenannten Köppel steht eine riesige uralte Linde, die von den Einwohnern auch „dicke Linde“ genannt wird. Sie soll die Burglinde der ehemaligen Sharpenburg gewesen sein, die vom Schwedischen General Rabenhaupt im letzten holländischen Krieg des Bischofs von Galen[4] zerstört wurde. Bekannt ist der Baum als „1000jährige Linde“ und zieht viele Gäste an, die dieses ungewöhnliche und einzigartige Naturschauspiel beeindruckt betrachten.

Die Gründung der alten Petrus-Kirche geht auf das Reich der Sage zurück. Noch heute gibt es eine Holztafel auf der steht:

Im Jahre der Geburt Christi 900 ist diese Kerk noch gewesen ein Kapelle an dat Huis zu Hede. Dar na als man shreef 1484 hebbe die wohledel ehrenvest Wermolt von Heede und sine libe Houißfrow die ock edel geboren Walburgis Lankhals gottsaliger Gedechtniß diese Kerke grotter laten bouwen ock mit Wiedenhuiß und Hoengewaß ingeliken andere Ländern un sunsten tun Ehre Gottes gegewen und gestiftet.

[5]

Heede gehörte die meiste Zeit des heiligen römischen Reiches zu Münster, nach dem Hauptschluss der außerordentlichen Reichsdeputation (Reichsdeputationshauptschluss) 1803 kam Heede an das Herzogtum Arenberg-Meppen. 1810 wurde das Herzogtum von Frankreich annektiert und dem Lippe-Département eingegliedert. In dieser sogenannten "Franzosenzeit" war Heede im Arrondissement Neuenhaus Kantonshauptort des gleichnamigen Kantons Heede. Zu diesem Kanton gehörten die Mairie Heede und die Mairie Rhede mit den Orten Rhede, Borsum, Bural und Neurhede in der Mairie Rhede und Heede, Dersum, Neudersum, Sustrum, Langen und Walchum in der Mairie Heede. [6]

Herkunft des Ortsnamens[Bearbeiten]

Alte Bezeichnungen des Ortes sind um 1378 Heyde, Hethe, Hede, Heda.

Der Ortsname gehört zu „haithi“, niederländisch „heed“, mittelniederdeutsch „heide“, althochdeutsch „heida“ für „Heide“. Das äußerst häufige Namenelement „haithi“ wird teils als Bezeichnung für eine „waldlose, mit Erica bewachsene Fläche“ erklärt.[7]

Politik[Bearbeiten]

Gemeindewahl 2011[8][9]
Wbt.: 56,70 % (2006: 57,46 %)
 %
90
80
70
60
50
40
30
20
10
0
85,61 %
14,39 %
n. k.
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2006
 %p
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
+6,65 %p
+0,74 %p
-7,39 %p

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat in Heede setzt sich aus 13 Ratsfrauen und Ratsherren zusammen. Ihm gehören seit der Kommunalwahl am 11. September 2011 zwei Parteien an.

  • CDU: 11 Sitze (+1)
  • SPD: 2 Sitze (±0)

Die nächsten Kommunalwahlen werden 2016 stattfinden.

Wappen[Bearbeiten]

Wappen, Gemeinde Heede

Das heutige Wappen wird in der Mitte horizontal durch einen Wellenkamm geteilt. Der obere Hintergrund ist rot, der untere Hintergrund bräunlich. Inmitten des Wappenschilds steht eine Linde, in der unteren nichtheraldisch rechten Ecke eine rote Ähre und in der unteren nichtheraldisch linken Ecke ein roter Petrusschlüssel.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • 1000-jährige Linde („Riesenlinde zu Heede“) – größte Linde Europas; Stammumfang: ca. 17 m, Höhe: ca. 26 m, Kronendurchmesser: ca. 35 m, Alter: 600 – 1000 Jahre[10]
  • Petruskirche
  • Marienkirche
  • Begegnungsstätte
  • 950 Meter lange 5-Mast Wasserskianlage „Blue Bay“
  • Heeder Kirmes im Oktober
  • Schützenfest im Juli
  • Heeder Moor
  • Herzogwald
  • Festival „Heeder See in Flammen“ im August
  • Am Heeder See finden die Gäste Wochenend- und Ferienhäuser, einen Campingplatz, einen Imbiss, Volleyballfelder, Trampoline und natürlich die Wasserskianlage.

Marienverehrung in Heede[Bearbeiten]

Bekannt wurde Heede vor allem dadurch, dass sich in den Jahren 1937 bis 1940 Marienerscheinungen ereignet haben sollen. Vier Mädchen (Grete Ganseforth, Anni Schulte, Maria Ganseforth und Susanne Bruns) im Alter zwischen elf bis dreizehn Jahren berichteten, sie hätten die Muttergottes gesehen, die als „Königin des Weltalls“ und „Königin der Armen Seelen“ verehrt werden wolle.[11] Die Erscheinungen sollen sich meist auf dem Friedhof neben der Petruskirche zugetragen haben. Jedes Jahr besuchen ca. 70.000 Pilger Heede. Die Bischöfe von Osnabrück reagierten zurückhaltend bis ablehnend. Es kam gelegentlich zu Konflikten. Eine Untersuchung durch die römisch-katholische Kirche hat bis heute nicht stattgefunden. Bischof Dr. Bode von Osnabrück setzte den Spekulationen in gewisser Weise ein Ende, indem er im Jahre 2000 erklärte, dass Heede eine Gebetsstätte der Mutter Gottes sein solle, eine kirchliche Untersuchung und damit gegebenenfalls eine Anerkennung der Erscheinungen aber nicht eingeleitet werde.[12]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Schleuse bei Heede (Luftbild 2013)

Die Gemeinde liegt verkehrsgünstig an der Bundesautobahn 31, den Bundesstraßen 70 (Moormerland-Wesel) und 401 (Heede-Oldenburg). Nahe der Ortschaft trifft der Küstenkanal auf die Ems.

Energie[Bearbeiten]

Zurzeit wird in Heede die Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungsanlage DolWin1 errichtet.[13]

Literatur[Bearbeiten]

Zur Ortskunde[Bearbeiten]

  • Hermann Abels: Beiträge zur Heeder Ortsgeschichte. Aus dem Nachlass des Verfassers herausgegeben durch Alfons Dietrichsdorf. Heimat- und Verkehrsverein Heede, Heede 1978.
  • Hermann Abels: Die Ortsnamen des Emslandes, in ihrer sprachlichen und kulturgeschichtlichen Bedeutung. Ferdinand Schöningh Verlag, Paderborn 1929.
  • Ernst Förstemann, Hermann Jellinghaus (Hrsg.): Altdeutsches Namenbuch. Band II, 1 und 2: Ortsnamen. Bonn 1913/1916 (Nachdruck: Band II, 2, Hildesheim 1967/1983, ISBN 3-487-01733-4).
  • Werner Kaemling: Atlas zur Geschichte Niedersachsens. Gerd J. Holtzmeyer Verlag, Braunschweig 1987, ISBN 3-923722-44-3.
  • Lehrerverein der Diözese Osnabrück: Der Kreis Lingen. Beiträge zur Heimatkunde des Regierungsbezirks Osnabrück Heft I. Verlag R. van Acken, Lingen/Ems 1905.
  • Chr. Oberthür, Fr. Busche, Fr. Barth, Heinrich Dünheuft: Heimatkarte des Kreises Lingen mit statistischen Angaben. Verlag R. van Acken, Lingen/Ems 1953.
  • Albrecht Friedrich Ludolph Lasius: Der Französische Kayser-Staat unter der Regierung des Kaysers Napoleon des Großen im Jahre 1812. Ein Geographisch-Historisches-Handbuch, Erste Abtheilung, Osnabrück: Johann Gottfried Kißling, 1813, S. 279 (Google Books)

Zur Marienverehrung in Heede[Bearbeiten]

  • Johannes Brinkmann (Hrsg.): Heede. Gnade und Auftrag. Johannes-Verlag, Leutesdorf 1982.
  • Heinrich Eizereif (Hrsg.): Maria in Heede – Geschichte und Entwicklung. Dokumentarbericht mit Studien und Erörterungen über Erscheinungen Mariens in Heede im Emsland in der Zeit vom 1. November 1937 bis 3. November 1940. Weto-Verlag, Meersburg, 3. Aufl. 2007.
  • Angela Mahmoodzada, Maria Kuis (Hrsg.): Hoffnung für die Armen Seelen. Die Mutter Gottes von Heede. Miriam-Verlag, Jestetten 2011. ISBN 978-3-87449-374-1.
  • Maria Anna Zumholz: Volksfrömmigkeit und katholisches Milieu. Marienerscheinungen in Heede 1937–1940 im Spannungsfeld von Volksfrömmigkeit, nationalsozialistischem Regime und kirchlicher Hierarchie. Runge, Cloppenburg 2004. ISBN 3-926720-31-X:

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, 102 Bevölkerung - Basis Zensus 2011, Stand 31. Dezember 2013 (Tabelle K1020014) (Hilfe dazu)
  2. Rudolf Vom Bruch: Die Rittersitze des Emslandes. Verlag Aschendorff, Münster 1962, DNB 455302553.
  3. Hermann Abels: Beiträge zur Heeder Ortsgeschichte. 1. Auflage. 1978.
  4. Kronik Emslandbuch von 1925.
  5. Holztafel, aushängend in der Kirche St. Petrus in Ketten Heede
  6. Johann Gottfried Kißling, Der französische Kaysersaat,1813.
  7. Der Ortsnamenforscher auf NDR 1 Niedersachsen, Recherche Jürgen Udolph
  8. http://www.doerpen.de/wahlen/Kommunalwahl2011/454101_000037/
  9. http://www.doerpen.de/wahlen/Kommunalwahl2006/454101_000009/
  10. Markante und alte Baumexemplare Niedersachsen - Linden
  11. Johannes Brinkmann (Hg.): Heede. Gnade und Auftrag. Johannes-Verlag, Leutesdorf, 2. Aufl. 1985, S. 34 (Namen der Kinder) und S. 31 (Titel der Muttergottes).
  12. über die Maria in Heede
  13. Tennet TSO: Pressemitteilung - Infoveranstaltung zum neuen Umspannwerk Dörpen West in Heede vom 19. Januar 2011 (abgerufen am 15. April 2011)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Heede (Emsland) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien