Beesten

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Beesten
Beesten
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Beesten hervorgehoben
52.4333333333337.532Koordinaten: 52° 26′ N, 7° 30′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Emsland
Samtgemeinde: Freren
Höhe: 32 m ü. NHN
Fläche: 25,81 km²
Einwohner: 1638 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 63 Einwohner je km²
Postleitzahl: 49832
Vorwahl: 05905
Kfz-Kennzeichen: EL
Gemeindeschlüssel: 03 4 54 003
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 26
49832 Beesten
Bürgermeister: Werner Achteresch (CDU)
Lage der Gemeinde Beesten im Landkreis Emsland
Niederlande Landkreis Cloppenburg Landkreis Grafschaft Bentheim Landkreis Leer Landkreis Osnabrück Andervenne Bawinkel Beesten Bockhorst Börger Breddenberg Dersum Dörpen Dohren (Emsland) Emsbüren Esterwegen Freren Fresenburg Geeste Groß Berßen Handrup Haren (Ems) Haselünne Heede (Emsland) Herzlake Hilkenbrook Hüven Klein Berßen Kluse (Emsland) Lähden Lahn (Hümmling) Langen (Emsland) Lathen Lehe (Emsland) Lengerich (Emsland) Lingen (Ems) Lorup Lünne Lünne Meppen Messingen Neubörger Neulehe Niederlangen Oberlangen Papenburg Rastdorf Renkenberge Rhede (Ems) Salzbergen Schapen Sögel Spahnharrenstätte Spelle Stavern Surwold Sustrum Thuine Twist (Emsland) Vrees Walchum Werlte Werpeloh Wettrup WippingenKarte
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Beesten ist eine Gemeinde im südlichen Landkreis Emsland und gehört zur Samtgemeinde Freren.

Geografie[Bearbeiten]

Die Gemeinde Beesten liegt im südlichen Emsland an der Großen Aa, etwa 16 Kilometer südöstlich von Lingen und 23 Kilometer nordwestlich von Ibbenbüren.

Nachbargemeinden sind Freren im Nordosten, Schapen im Südosten, Lünne im Süden und Westen sowie Messingen im Nordosten.

Geschichte[Bearbeiten]

Beesten gehörte im Mittelalter zur Grafschaft Tecklenburg. Nach der Niederlage der Tecklenburger Grafen im Schmalkaldischen Krieg wurde Beesten 1548 ein Teil der Grafschaft Lingen. Unter König Friedrich I. wurde Beesten 1702 ein Teil von Preußen. Nach französischer Besatzungszeit unter Napoleon gelangte Beesten 1815 an das Königreich Hannover.

Namensherleitung und Ortsgeschichte[Bearbeiten]

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Der Ortschaft Beesten waren die Bauerschaften Schardingen und Talge-Wilsten angegliedert. Als älteste Höfe in Beesten gelten der Schultenhof in Wilsten, Beestermöller in Schardingen (früher Beester Möller = Besitzer einer Wassermühle), Meyer, Burrichter und Hamann. Eine Scheune des Bauern Hamann hieß in früherer Zeit Tennschüre (Zehntscheune). Hier mussten die Eigenhörigen ihre Abgaben (den Zehnten) entrichten.

Beesten (alt: Biastun, später Bestene). Namensherleitung nicht geklärt. Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte im Jahre 890 im Heberegister des Klosters Werden. Der Ort gehörte damals zum Venkigau. Unter anderem lieferte Waldric 24 Scheffel Korn und 18 Denare, später Daghvelp 24 Scheffel Korn, den vollen Heerschilling und ein Quartier. Beesten hatte unter dem häufigen Wechsel der Herrschaft in der Grafschaft Lingen besonders zu leiden. Nach dem Dreißigjährigen Krieg befand sich die Grafschaft Lingen für etliche Jahre unter holländischer/oranischer Herrschaft. So wurde 1800 der Unterricht in der Schule in niederländischer Sprache erteilt. Erst zwischen 1850 und 1860 wurde der Gebrauch des Niederländischen unüblich, und die niederländischen Schulbücher wurden durch deutsche ersetzt.

Aus Beesten kamen auch einige Tödden. Die Tödden waren Wanderkaufleute und Hausierer, die sich nach dem Dreißigjährigen Krieg, mit der Blütezeit im 18. Jahrhundert, aus Hollandgängern entwickelten und ihre Waren zunächst in den Niederlanden, später auch in den nordischen und baltischen Ländern anboten. Der Töddenhandel brachte den Heimatgemeinden einigen Wohlstand, was heute noch die Töddenhäuser mit ihren häufig aufwendig gestalteten Giebeln bezeugen. So steht im Ortskern von Beesten noch ein wunderschönes, altes Töddenhaus. Von den Tödden sind die normalen Hollandgänger zu unterscheiden, die sich in großer Zahl in den Niederlanden als Grasmäher, Torfstecher und Landarbeiter verdingten. Der Höhepunkt des Hollandgangs war in der zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts.

Schardingen. Das Bestimmungswort hat die Bedeutung: haarig, fellig, kratzend, rau; aus indogerm. -skar, -sker, über indogerm. -skars, vgl. germ. skarzon, mittelhochdtsch. scherren, althochdtsch. scerran, altsächs. skerran; benennt einen Ort der Verehrung von Göttin oder Heros in einer Tiergestalt und verweist somit auf einen Kultplatz. Beispiel: Scharrel, Scharbeutz, Schortens. Das Grundwort -ingen ist eine Ortsnamenendung vorgeschichtlichen Ursprungs und geht auf eine siedelnde Sippe oder ganz allgemein auf eine Ansiedlung zurück.

Bei Talge-Wilsten, Wilsten (alt: Willeshadi, Willeshedi 1000; nach 1200 Willsetthen und Willsethen) Ableitung von dem Eigennamen Willo. Talge (alt: Tallage 1231). Wilsten wird um 1000 erstmals im Werdener Urbar als Teil des Venkigaus genannt.

Ausgliederungen[Bearbeiten]

Am 1. März 1974 wurde ein Gebiet mit damals etwa 100 Einwohnern an die Nachbargemeinde Lünne abgetreten.[2]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Bei der der Analyse der Einwohnerzahlen fällt eine starke Abnahme der Bevölkerung von 1800 bis 1900 auf. Diese Abnahme ist durch eine große Auswanderungswelle nach Amerika verursacht.

1800 1830 1880 1900 1925 1933 1939 1950 2005
Beesten k.A. k.A. 744 720 910 948 1.118 1.310 k.A.
Talge-Wilsten k.A. k.A. 305 313 384 379 556 603 k.A.
gesamt 1.700 1.300 1.049 1.033 1.294 1.327 1.647 1.913 1.695

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Dem Gemeinderat gehören 11 Ratsfrauen und -herren an. Die letzte Kommunalwahl am 11. September 2011 brachte 10 Sitze für die CDU und 1 Sitz für einen Einzelbewerber.[3]

Die nächsten Kommunalwahlen werden 2016 stattfinden.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „In Gold ein Sparren, von dessen unterem Rand vier gitterweise gelegte rote Schrägbalken, zwei rechte und zwei linke, zu den Seiten des Schildes gehen, im rechten Obereck ein sechsspeichiges, rotes Rad.“

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Kirche St. Servatius[Bearbeiten]

Das Kirchspiel Beesten wurde um 1200 nach der Vereinigung des Ortes Beesten und der Bauerschaften Schardingen und Talge-Wilsten gebildet. Die anfangs kleine romanische Kirche in Ost-West-Ausrichtung wurde nach einer Gotisierung vor 1500 in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts in Ost- und Südrichtung erheblich vergrößert. Davon zeugen heute noch zwei Sterngewölbe, ein Chor mit polygonalem Gewölbe und gotische Fenster mit Fischblasenmaßwerk.

Nach einer zeitweiligen Schließung der dem Heiligen Servatius geweihten Kirche (Verbot der Ausübung der katholischen Religion auf dem Gebiet der Grafschaft Lingen ab 1674) übernahmen reformierte Bewohner das Kirchengebäude. Ab 1825 durften die Katholiken die Kirche wieder mitbenutzen. Während der bis 1857 andauerenden Simultanzeit wurde der Hochaltar im Empirestil gefertigt. Er birgt Reliquien des Heiligen Simplicius und der Gefährten der Heiligen Ursula.

Da die weiter wachsende, fast ausschließlich katholische Bevölkerung in der kleinen Kirche kaum noch Platz hatte, wurden im Jahre 1874 der alte Turm aus dem Mittelalter abgerissen, die Kirche durch ein weiteres Gewölbe in Westrichtung erweitert und ein neuer 50 m hoher Kirchturm errichtet. In den 1930er Jahren mussten die Kirche ein weiteres Mal vergrößert werden: an der durchbrochenen Nordwand der Kirche wurden ein weiterer Chor und zwei Sakristeianbauten angebaut.[4]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Westlich der Gemeinde verläuft die Bundesstraße 70 und nördlich durch Freren die 214. Nächste Autobahnabfahrt ist 7 km südlich die Anschlussstelle Rheine-Nord an der A 30. Hier und in Lingen befinden sich auch die nächsten Bahnhöfe. Früher hatte Beesten auch eine eigene Bahnstation an der längst stillgelegten Bahnlinie zwischen Rheine und Quakenbrück. Das alte Bahnhofsgebäude besteht aber immer noch. Nächster Flughafen ist der ca. 65 km entfernte Münster Osnabrück International Airport.

Literatur[Bearbeiten]

  • Lehrerverein der Diözese Osnabrück - Der Kreis Lingen. Beiträge zur Heimatkunde des Regierungsbezirks Osnabrück Heft I, Verlag R. van Acken, Lingen/Ems 1905
  • Werner Kaemling - Atlas zur Geschichte Niedersachsens, Gerd J. Holtzmeyer Verlag, Braunschweig 1987, ISBN 3-923722-44-3
  • Hermann Abels - Die Ortsnamen des Emslandes, in ihrer sprachlichen und kulturgeschichtlichen Bedeutung, Ferdinand Schöningh Verlag, Paderborn 1929
  • Chr. Oberthür, Fr. Busche, Fr. Barth , Heinrich Dünheuft - Heimatkarte des Kreises Lingen mit statistischen Angaben, Verlag R. van Acken, Lingen/Ems 1953
  • Ernst Förstemann, Hermann Jellinghaus (Herausgeber) - Altdeutsches Namenbuch, Band II, 1 und 2: Ortsnamen, Bonn 1913/1916 (Nachdruck: Band II, 2, Hildesheim 1967/1983, ISBN 3-487-01733-4)
  • Josef Garmann, Beestener Chronik 1945 1995, Goldschmidt-Druck GmbH Werlte ISBN 3-927099-43-0

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, Fortgeschriebene Einwohnerzahlen zum 31. Dezember 2012 (Hilfe dazu)
  2.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 255.
  3. http://www.freren.com/
  4. St. Servatius Beesten auf pfarreiengemeinschaftfreren.de. Abgerufen am 7. August 2011 (deutsch).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Beesten – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien