Thuine

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Thuine
Thuine
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Thuine hervorgehoben
52.4986111111117.489444444444449Koordinaten: 52° 30′ N, 7° 29′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Emsland
Samtgemeinde: Freren
Höhe: 49 m ü. NHN
Fläche: 12,47 km²
Einwohner: 1768 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 142 Einwohner je km²
Postleitzahl: 49832
Vorwahl: 05902
Kfz-Kennzeichen: EL
Gemeindeschlüssel: 03 4 54 053
Bürgermeister: Karl-Heinz Gebbe (CDU)
Lage der Gemeinde Thuine im Landkreis Emsland
Niederlande Landkreis Cloppenburg Landkreis Grafschaft Bentheim Landkreis Leer Landkreis Osnabrück Andervenne Bawinkel Beesten Bockhorst Börger Breddenberg Dersum Dörpen Dohren (Emsland) Emsbüren Esterwegen Freren Fresenburg Geeste Groß Berßen Handrup Haren (Ems) Haselünne Heede (Emsland) Herzlake Hilkenbrook Hüven Klein Berßen Kluse (Emsland) Lähden Lahn (Hümmling) Langen (Emsland) Lathen Lehe (Emsland) Lengerich (Emsland) Lingen (Ems) Lorup Lünne Lünne Meppen Messingen Neubörger Neulehe Niederlangen Oberlangen Papenburg Rastdorf Renkenberge Rhede (Ems) Salzbergen Schapen Sögel Spahnharrenstätte Spelle Stavern Surwold Sustrum Thuine Twist (Emsland) Vrees Walchum Werlte Werpeloh Wettrup WippingenKarte
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Die Gemeinde Thuine liegt im südlichen Landkreis Emsland in der Samtgemeinde Freren, süd-westliches Niedersachsen (Deutschland).

Geografie[Bearbeiten]

Lage[Bearbeiten]

Thuine liegt an der Bundesstraße 214, etwa 12 km östlich der Stadt Lingen (Ems) und 4 km westlich von Freren, dem Hauptort der Samtgemeinde. Es liegt im Mittelteil der hügeligen und waldreichen Lingener Höhe (ein Teil davon heißt Thuiner Holz), dessen höchste Erhebung mit 91 m über NN der Windmühlenberg in Langen ist.

Ortsteile/Bauerschaften[Bearbeiten]

Zu Thuine gehören folgende Ortsteile bzw. Bauerschaften:

  • Hollenhorst
  • Kunkenbecke
  • Lütkenholte mit Siedlung Felsberg
  • Niederthuine
  • Lindenbrink

Auf Niederthuiner Gebiet befindet sich auch das Kloster der Thuiner Franziskanerinnen.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Nachbargemeinden sind im Norden die Gemeinden Langen und Lengerich, beide in der Samtgemeinde Lengerich, im Osten die Stadt Freren, im Westen die Stadt Lingen und im Südwesten die Gemeinde Messingen.

Geschichte[Bearbeiten]

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Das Umland ist durch zahlreiche megalithische Relikte der Trichterbecherkultur gekennzeichnet wie das Ganggrab (Sprockhoff Nr. 874). Die imposante Anlage ist eine der vollständigst erhaltenen in der Region. Sie hat eine doppelte ovale Einfassung von 33 m Länge und acht Metern Breite. Die Kammer ist 26,5 m lang und bis zu 4,4 m breit.

Die Herkunft des Namens Thuine (alt: Thuinun, Thunen, Tune) ist eher unsicher. Hierin könnte das alte, im plattdeutschen noch bekannte Thun gleichbedeutend mit Zaun, Umfriedung (siehe auch niederl. Tuin für Garten) stecken. In Thuine hat es weit vor der Christianisierung einen uralten Gerichtsplatz gegeben, auf dem Gericht unter Linden gehalten (gehegt) wurde (siehe: Thie/Thing). Dieser Platz wurde umspannt oder durch eine Hecke (niederdeutsch. Hege) begrenzt, eingefriedet. Das heißt, hier herrschte Gerichtsfrieden, auch wenn man sich vorher gestritten hatte.

Noch vor der ersten schriftlichen Erwähnung des Namens Thuine wurde durch Ludwig den Frommen im Jahre 819 dem Abt Castus von Visbeck eine Zuwendung für die ihm untergebenen Kirchen des Leri-, Hase- und Frankengaus gegeben. Dabei sollte die Kirche in Saxlinga ausgenommen sein. Ein Grundstück mit einem ähnlich klingenden Namen (die Saßlingen) befindet sich in Thuine, etwa zwei Kilometer vom Ortskern entfernt. Hier wurden auf einer Anhöhe Reste einer Mauer gefunden. Ob hier die Kirche von Saxlingen oder eine alte Burg gestanden hat, ist ungewiss.

Thuine ist nach Messingen einer der am frühesten erwähnten Orte (bereits 836) im Heberegister der Abtei Werden. Thuine gehörte damals zum Venkigau.

Teilansicht des Klosters

Der Ort Thuine ist auch durch die Ordensgemeinschaft der Franziskanerinnen vom hl. Martyrer Georg und das Kloster bekannt, die von Schwester M. Anselma Bopp († 1887) gegründet wurde, um caritative und soziale Hilfe im Namen Gottes, insbesondere Krankenpflege zu bewerkstelligen. Das erste Schwesternhaus (ein kleines Fachwerkhaus) wurde von den Franziskanerinnen im Jahr 1857 bezogen.

Geschichte der früheren Bauerschaften[Bearbeiten]

Thuine hatte früher fünf, sich selbst verwaltende Bauerschaften, von denen drei an Freren abgegeben wurden:

  • Suttrup (alt: Suddorphe, auch Susdorphe, später Zuttorpe = Süddorf, südlich von Thuine) wird um 1000 im Werdender Urbar als Teil des Venkigaus erwähnt. Im Corveyer Heberegister werden die Namen Abbo, Sidac, Eligo und Immigo als Abgabepflichtige genannt. 1456 erhielt die Ortschaft die Erlaubnis eine „nye Capellen uppe den olden Zuttorper Kerkhove“ zu erbauen. Die kleine Kapelle wurde auf der Grenze zwischen Suttrup und Lohe auf dem Gelände des Bauern Menke (heute Hüsing) errichtet. Sie wurde um 1900 abgerissen. Lediglich das alte Kapellenkreuz ist bei der Suttruper Schule wieder aufgerichtet worden. Suttrup wurde 1974 an Freren abgetreten. Seit 1974 besuchen die Kinder aus Suttrup die Grundschule in Beesten.
  • Lohe. In der Bauerschaft Lohe (dtsch. Hain) wurde der Landgöding gehalten, bei dem Streitigkeiten über Grenzen, Erbschaften, Abgaben usw. entschieden wurden. In Lohe wurde 1847 ein bedeutender Schatzfund aus römischer Zeit gemacht. Die Ortschaft wurde zusammen mit Venslage 1974 an Freren abgegeben. Der Stadtteil Lohe gehört kirchlich zur Pfarrei Unbefleckte Empfängnis Mariens. Zusammen bilden Suttrup und Lohe die Pfarrei Unbefleckte Empfängnis Suttrup-Lohe.
  • Venslage (alt: Vennislay) kommt um 1000 im Werdener Heberegister vor. Das Bestimmungswort ist unsicher. Eine Annahme ist, dass sich der Name von Feme herleitet. Das wäre dann ein Ort an dem die Feme getagt hat. Der Ort ist 1974 zu Freren gekommen. Kirchlich und schulisch ist Venslage weiterhin Thuine zugeordnet.
  • Hollenhorst. Das Grundwort -horst bedeutet Stätte, Ort. Das Bestimmungswort hollen könnte gut bedeuten (heute noch im Wort holden enthalten). Es handelte sich somit möglicherweise um eine Stätte, wo die guten (holden) Götter wohnten.
  • Brümsel. In Brümsel steckt das Bestimmungswort brüm für Ginster oder Brombeeren (niederdeutsch. noch als Brommelbeeren erhalten). Das Grundwort ist unklar. Einerseits könnte -sel Gewässer, Nässe, Morast bedeuten. Aus sel/sil in Übertragung auf das dem Herosprinzip zugeordnete (Frucht-)Wasser, vgl. urgerm. síh(w)ila, sí(g)wila. Hier wäre dann ein Ort in Bezug zu einem entsprechend wichtigen Gewässer benannt, an dem Ginster oder Brombeersträucher standen. Andererseits könnte „sel“ eine Abkürzung von sedil = Sitz, Aufenthaltsort, Wohnung, Obdach sein. Das ergäbe dann eine Behausung in einem Brombeerfeld. Brümsel ist heute ein Ortsteil von Messingen und gehört sowohl kirchlich (seit 1919), als auch schulisch zu Messingen.

Weiterer geschichtlicher Verlauf des Ortes[Bearbeiten]

Thuine gehörte im Mittelalter zur Grafschaft Tecklenburg. Nach der Niederlage der Tecklenburger Grafen im Schmalkaldischen Krieg wurde Thuine 1548 ein Teil der Grafschaft Lingen. Unter König Friedrich I. wurde Thuine 1702 ein Teil von Preußen. Nach französischer Besatzungszeit unter Napoleon gelangte Thuine 1815 an das Königreich Hannover.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. März 1974 wurden Teile der ehemaligen Gemeinde Lohe-Venslage mit damals mehr als 50 Einwohnern eingegliedert.[2]

Entwicklung des Ortes[Bearbeiten]

Einwohnerzahl 1880 1900 1925 1933 1939 1950
Thuine 668 843 1.149 1.046 795 1.359
Suttrup 395 419 463 482 477 596
Lohe-Venslage 331 331 342 363 387 483
Brümsel 139 124 152 179 189 249

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat setzt sich aus 10 Ratsherren zusammen. Als Ergebnis der Kommunalwahl am 11. September 2011 gehören ihm nun zwei Parteien an, da die SPD zwei Sitze stellt. Da die SPD nur zwei Kandidaten gestellt hat, bleibt ein Sitz frei, sodass der Gemeinderat nur 10 Sitze belegt.

Dörfliche Infrastruktur[Bearbeiten]

St.Elisabeth Krankenhaus

In Thuine befinden sich das St. Elisabeth-Krankenhaus und das Haus St. Katharina, eine Einrichtung für demenzkranke Menschen sowie das Mutterhaus der Thuiner Franziskanerinnen. Am Elisabeth-Krankenhaus wird derzeit das Hospiz St. Veronika errichtet.

Des Weiteren gibt es in Thuine zwei Lebensmittelmärkte, Hausarzt - und Facharztversorgung, eine Apotheke, eine Bankfiliale und eine Agentur der Deutschen Post und Postbank im Gemeindehaus, sowie diverse kleine und mittelständische Unternehmen.

Bildung[Bearbeiten]

In Thuine gibt es den Katholischen Kindergarten St. Georg sowie eine Grundschule (Klassen 1-4). Des Weiteren gibt es auf dem Gelände des Mutterhauses die Antoniusschule, eine private Grund-/Haupt- und Realschule mit dazugehörigem Internat. Die Schule kann extern sowohl von Mädchen als auch Jungen besucht werden, das Internat ist ein reines Jungeninternat.

Öffentlicher Personennahverkehr[Bearbeiten]

  • Thuine ist mit der Buslinie 131 der Verkehrsgemeinschaft Emsland Süd an den öffentlichen Personennahverkehr angeschlossen.

Diese verbindet Thuine mit Lingen bzw. Freren (Fürstenau). Hauptsächlich zu den Schulstoßzeiten ist Thuine an Buslinien nach Lengerich (Han) und nach Messingen und Lünne angebunden. Zentrale Bushaltestellen im Dorf sind Thuine Rickermann, Thuine BBS/Krankenhaus und Thuine Bruns (Lütkenholte). Diese Bushaltestellen sind größtenteils behindertengerecht ausgebaut.

  • Von April bis Anfang November ist Thuine am Wochenende und an Feiertagen durch den Emsland-Radexpress mit Lingen bzw. Freren und Lengerich verbunden. Dieser hält an den Bushaltestellen Thuine Kunkenbecke, Thuine Rickermann und Thuine Bruns (Lütkenholte).
  • Der nächste Bahnhof ist im 11 km entfernten Lingen (Ems). Dort besteht Anschluss an den Regionalexpress (RE 15) nach Emden Hbf bzw. Münster (Westf) Hbf sowie an die IC-Linie in Richtung Emden (–Norddeich Mole) bzw. Köln (–Luxemburg).

Medien[Bearbeiten]

  • Thuine liegt im Verteilungsgebiet der Lingener Tagespost, aus der Verlagsgruppe der Neuen Osnabrücker Zeitung. Diese erscheint montags-samstags.
Zusätzlich erscheint mittwochs und sonntags der Emsland Kurier.
  • In Thuine erscheint außerdem zu Monatsbeginn das "Thuiner Echo". Ein Mitteilungsblatt, in dem Berichte aus dem Thuiner Leben, sowie Termine aus
dem Vereinsleben und allgemeine Informationen der Gemeinde veröffentlicht werden. Es entstand daraus, nachdem es durch Bildung der 
Pfarreiengemeinschaft nicht mehr gestattet war, im Pfarrblättchen der Kath. Kirchengemeinde, allgemeine Informationen und Termine zu 
veröffentlichen.

Tourismus[Bearbeiten]

  • Thuine ist an das Radwege-Netz des Südlichen Emslandes angeschlossen.
  • In Thuine gibt es einige Übernachtungsmöglichkeiten in Pensionen und Privatunterkünften sowie drei Restaurants.
  • Rundweg von ca. 3km über die „Straße der Lieder“, an dessen Weg auch ein Kneipp-Becken liegt.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Das Großsteingrab in der Kunkenvenne ist eine Megalithanlage aus der Zeit zwischen 3500 und 2800 v. Chr. Sie ist fast vollständig erhalten, liegt einen Kilometer nördlich von Thuine und ist die eindrucksvollste Anlage Nordwestdeutschlands. Sie besteht aus doppelten ovalen Einfassungsreihen. Die Kammer nimmt fast den gesamten Innenraum ein.
Dorfkirche
  • Die Dorfkirche St. Georg, deren ältester Teil, der Kirchturm, aus dem zwölften Jahrhundert stammt, ist eine Simultankirche und wird sowohl von der Katholischen Pfarrgemeinde St. Georg Thuine als auch von der unierten evangelischen Kirchengemeinde Freren-Thuine genutzt. Bis zur Innenrenovierung 1972 war die Kirche barock ausgestattet. Der Barockhochaltar, die barocken Seitenaltäre, die Kommunionbank, die Kanzel und das Chorgestühl wurden nach der Liturgiereform im Zuge des II. Vatikanischen Konzils entfernt.
  • Das Franziskanerinnenkloster
  • Der Soldatenfriedhof Thuine
  • Die neu errichtete Josefsklause am Waldfriedhof

Vereinsleben[Bearbeiten]

  • In Thuine gibt es eine Vielzahl an kirchlichen Vereinen (Kolping, KLJB, Kirchenchor St. Cäcilia u. a.). Für die (kirchlichen) Vereine stehen das Pastor-Dall-Haus (Altes Pfarrhaus) und die "Alte Färberei", ein kleines Fachwerkhäuschen, in der Ortsmitte zur Verfügung.
  • Tragende nichtkirchliche Vereine sind der Sportverein SV Germania Thuine (Fußball/Tennisabteilung), der Schützenverein St. Georg und der Spielmannszug Thuine. Weiterhin gibt es die Freiwillige Feuerwehr Thuine und die DLRG Ortsgruppe.

Literatur[Bearbeiten]

  • Lehrerverein der Diözese Osnabrück – Der Kreis Lingen. Beiträge zur Heimatkunde des Regierungsbezirks Osnabrück Heft I, Verlag R. van Acken, Lingen/Ems 1905
  • Werner Kaemling – Atlas zur Geschichte Niedersachsens, Gerd J. Holtzmeyer Verlag, Braunschweig 1987, ISBN 3-923722-44-3
  • Hermann Abels – Die Ortsnamen des Emslandes, in ihrer sprachlichen und kulturgeschichtlichen Bedeutung, Ferdinand Schöningh Verlag, Paderborn 1929
  • Chr. Oberthür, Fr. Busche, Fr. Barth, Heinrich Dünheuft – Heimatkarte des Kreises Lingen mit statistischen Angaben, Verlag R. van Acken, Lingen/Ems 1953
  • Ernst Förstemann, Hermann Jellinghaus (Hrsg.) – Altdeutsches Namenbuch, Band II, 1 und 2: Ortsnamen, Bonn 1913/1916 (Nachdruck: Band II, 2, Hildesheim 1967/1983, ISBN 3-487-01733-4)
  • Statistik des Deutschen Reichs – Ergebnissen verschiedener Volkszählungen, Berlin 1883–1944
  • Niedersächsisches Amt für Landesplanung und Statistik – Statistisches Jahrbuch 1950, Hannover 1950

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

in Thuine geboren[Bearbeiten]

in Thuine gewirkt[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Thuine – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, Fortgeschriebene Einwohnerzahlen zum 31. Dezember 2012 (Hilfe dazu)
  2.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 255.