Herzlake

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Herzlake
Herzlake
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Herzlake hervorgehoben
52.6847222222227.606388888888920Koordinaten: 52° 41′ N, 7° 36′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Emsland
Samtgemeinde: Herzlake
Höhe: 20 m ü. NHN
Fläche: 49,77 km²
Einwohner: 4229 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 85 Einwohner je km²
Postleitzahl: 49770
Vorwahl: 05962
Kfz-Kennzeichen: EL
Gemeindeschlüssel: 03 4 54 021
Gemeindegliederung: 5 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Neuer Markt 4
49770 Herzlake
Bürgermeister: Hans Bösken (CDU)
Lage der Gemeinde Herzlake im Landkreis Emsland
Niederlande Landkreis Cloppenburg Landkreis Grafschaft Bentheim Landkreis Leer Landkreis Osnabrück Andervenne Bawinkel Beesten Bockhorst Börger Breddenberg Dersum Dörpen Dohren (Emsland) Emsbüren Esterwegen Freren Fresenburg Geeste Groß Berßen Handrup Haren (Ems) Haselünne Heede (Emsland) Herzlake Hilkenbrook Hüven Klein Berßen Kluse (Emsland) Lähden Lahn (Hümmling) Langen (Emsland) Lathen Lehe (Emsland) Lengerich (Emsland) Lingen (Ems) Lorup Lünne Lünne Meppen Messingen Neubörger Neulehe Niederlangen Oberlangen Papenburg Rastdorf Renkenberge Rhede (Ems) Salzbergen Schapen Sögel Spahnharrenstätte Spelle Stavern Surwold Sustrum Thuine Twist (Emsland) Vrees Walchum Werlte Werpeloh Wettrup WippingenKarte
Über dieses Bild

Herzlake ist eine Mitgliedsgemeinde der Samtgemeinde Herzlake im Landkreis Emsland in Niedersachsen.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Herzlake liegt nur etwas nordwestlich der Ankumer Höhe am Fluss Hase, zwischen Haselünne und Löningen. Östlich des Orts endet das Hase-Binnendelta mit der Vereinigung der Großen Hase und des Hahnenmoorkanals als Verlängerung der Kleinen Hase; westlich von ihm mündet die Südradde in die Hase.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Nachbargemeinden sind im Norden die Gemeinde Lähden, im Osten die Stadt Löningen und die Gemeinde Berge (Samtgemeinde Fürstenau) im Landkreis Osnabrück, im Süden die Gemeinde Dohren und im Westen die Stadt Haselünne.

Klima[Bearbeiten]

Gemäßigtes Seeklima beeinflusst durch feuchte Nordwestwinde von der Nordsee. Im langjährigen Mittel erreicht die Lufttemperatur in Herzlake 8,5–9,0 °C und es fallen ca. 700 mm Niederschlag. Zwischen Mai und August kann mit durchschnittlich 20–27 Sommertagen gerechnet werden.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Lage der Ortsteile im Gemeindegebiet

Gemeinde Herzlake.png
  1. Bookhof
  2. Felsen
  3. Herzlake
  4. Neuenlande
  5. Westrum

Geschichte[Bearbeiten]

Hase unterhalb der Fußgänger- und Radfahrerbrücke zum Ortskern; an ihrem Ufer die Statue des Heiligen Nepomuk

Im Jahr 1965 entstand aus den Gemeinden Herzlake, Bookhof, Felsen, Neuenlande und Westrum die damalige „Samtgemeinde Herzlake und Umgebung“, heute Gemeinde Herzlake. Seit 1974, mit Entstehung der heutigen Samtgemeinde Herzlake, befindet sich hier der Verwaltungssitz. Herzlake ist zentraler Schulstandort mit zwei Grundschulen sowie Haupt- und Realschule. Auf einer Fläche von 49,77 km² leben 4.070 (2005) Einwohner.

Schon in germanischer Zeit gab es eine Siedlung an der Stelle, an der heute Herzlake liegt. Um 990 wurde Herzlake erstmals urkundlich erwähnt. Im Verlauf der Geschichte entwickelte sich der Ort, zwischen zwei Geestrücken an der Hase gelegen, zu einem wichtigen Brückenort, durch den der alte, bedeutende Handelsweg Flandern-Hamburg-Dänemark (Flämische Straße) führte, die heutige E 233 (B 213).

Im Mittelalter war Herzlake mit seiner Pfarrkirche Verwaltungsmittelpunkt des Kirchspiels. Zu diesem Kirchspiel gehörten der Ort und die Bauerschaft Herzlake sowie die Bauerschaften Bakerde, Bookhof/Jödenstraße, Felsen, Neuenlande, Groß Dohren, Klein Dohren, Westrum und ein Teil von Lewinghausen und Düenkamp. Die beiden letztgenannten Orte hatten bis ins 19. Jahrhundert eine mittelalterliche Struktur, wobei einige Bauernhöfe zum Kirchspiel Löningen und andere (die meisten) zu Herzlake gehörten. Nach dem Wiener Kongress erhob das Herzogtum Oldenburg Anspruch auf die vollstängie Verwaltung beider Bauerschaften. Durch einen Staatsvertrag zwischen dem Großherzogtum Oldenburg und dem Königreich Hannover im Jahre 1863 wurden die Orte gebietsmäßig vollständig Oldenburg zugeschlagen. Kirchlich wurde der letzte Bauernhof (Korte) erst im 20. Jahrhundert nach Löningen umgepfarrt.

Mit dem Jahr 1820 verlor Herzlake die kommunalrechtliche Zuständigkeit für die Bauerschaften seines Kirchspiels. Sie wurde selbständige kommunale Körperschaften. Kirchlich gehörten sie jedoch nach wie vor zu Herzlake. Schon vereinzelt im 18., verstärkt aber im 19. und zu Anfang des 20. Jahrhunderts bemühten sich die Gemeinden Groß Dohren, Klein Dohren und Westrum um kirchliche Selbständigkeit. Es entstanden Kapellen in Westrum und Klein Dohren (für ganz Dohren). Während die Bemühungen für Westrum letztlich erfolglos blieben, wurde 1910 Dohren selbständige Kirchengemeinde für die Dörfer Klein und Groß Dohren.

Im Jahre 1920 wurde der Gutsbezirk Aselage, der bisher zum Landkreis Bersenbrück gehörte, dem Kreis Meppen angegliedert. Er wurde Teil des Dorfes Westrum und gehört damit seit dieser Zeit kirchlich zu Herzlake. Anzumerken ist hier, dass sich auch schon im 19. Jahrhundert viele Einwohner von Aselage zur Kirche von Herzlake hingezogen fühlten. So ließen z. B. viele ihre Kinder in Herzlake taufen und nicht in Berge, wozu Aselage damals noch gehörte.

1894 erfolgte der Bau der Meppen-Haselünner Eisenbahn (EHE) bis Haselünne, der Anschluss an Herzlake wurde 1902 fertiggestellt, die Verbindung zur Großherzoglich-Oldenburgischen Eisenbahn erfolgte 1907. Für den Raum Herzlake öffnete sich damit ein „Tor zur Welt“. Heute dient diese Strecke nicht mehr dem fahrplanmäßigen Personentransport, sondern dem Frachtverkehr und mit der Museumseisenbahn dem Fremdenverkehr. In dem restaurierten Bahnhofsgebäude befindet sich heute der „Kulturbahnhof“.

Auf dem rechten Haseufer liegt östlich von Herzlake, an einem leicht nach Süden geneigten Hang, ein vermutlich aus der Bronze- und/oder vorrömischen Eisenzeit stammendes Gräberfeld, die „Kanonenberge“. 18 Grabhügel, in denen wahrscheinlich eine dörfliche Gemeinschaft mehrerer bäuerlicher Familien ihre Verstorbenen beigesetzt hat, sind noch vorhanden.

Eine weitere Sehenswürdigkeit ist die ca. 700 Jahre alte St.-Nikolaus-Kirche in der Mitte des Ortes. Hier befindet sich ein monumentaler Taufstein aus dem 12. Jahrhundert, geschaffen aus Bentheimer Sandstein. Sehenswert ist auch der Brunnen auf dem „Neuen Markt“, der am 1. März 1990 im Rahmen des 1000-jährigen Jubiläums Herzlakes enthüllt wurde. Die sechs Wasserspeier erinnern an die sechs Dörfer, die sich zur Gemeinde Herzlake zusammengeschlossen haben.

In Bookhof befindet sich die alte Schule der Ortsteile Bookhof, Felsen und Neuenlande. Sie wurden 1784 erstmals erwähnt. Ältestes Gebäude auf diesem Gelände ist die Schule mit einem Glockenturm von 1863. 1963, genau 100 Jahre später, entstand auf gleichem Areal die heutige vierklassige Grundschule.

Westrum, früher Westreim genannt, wird erstmals um 947 erwähnt.

Windmühle Aselage

In Aselage selbst befindet sich die restaurierte Erdholländerwindmühle, unmittelbar am Hotel „Aselager Mühle“.

Die heute noch als Wallanlage erkennbare Aseburg bzw. ihr Wirtschaftshof findet erstmals im Jahre 1074 Erwähnung. Die aus Haupt- und Vorburg bestehende, von Gräben und Erdwällen umgebene und auf einer Halbinsel an der Hase angelegte Wehranlage war eine Herrenburg aus dem 9./10. Jahrhundert.

An der Grenze zwischen dem ehemaligen Königreich Hannover und Oldenburg (jetzt Gemeindegrenze Düenkamp-Westrum bis zur Holter Mühle) befinden sich noch eine Reihe von Grenzsteinen (kegelförmig ca. 2,00 m Durchmesser und nummeriert).

Die Aselager Mühle: Im Jahre 1809 wurde in Aselage mit einem Kostenaufwand von 2500 Reichstalern eine Kornwindmühle gebaut. Der Gutsherr Johann Rudolf Lehmkuhl hatte nach kurzer Zeit große Mühe, die Zahlungen an den Landdrosten zu leisten, da 1815 in einer Entfernung von einer Stunde drei neue Windmühlen (Felsen, Huckelrieden und Evenkamp) gebaut wurden. Um 1860 wurde die Aselager Mühle abgebrochen und nach Andorf verkauft. Am jetzigen Standort baute 1860 der Mühlenbauer Dierkes aus Hüven eine Erdholländerwindmühle mit Steert. Diese Mühlen wurden bis Mitte des 19. Jahrhunderts vom Gutsherrn in Aselage selbst genutzt und von einem Müllerknecht besorgt. Ab 1931 holte der Pächter Bernhard Sanders mit dem „Püttwagen“ das Mahlgut von den Kunden u. a. aus der Siedlung Hahnenmoor, überwiegend zum Zwecke der Schwarzbrotbäckerei. Es wurde Brotroggen gegen Schwarzbrot, 20–25 Pfund, eins zu eins, getauscht. Im November 1941 beschädigte ein Orkan die Windmühle so schwer, dass sie außer Betrieb gesetzt werden musste. Die Flügel wurden nach Huckelrieden verkauft und dort in die Schutenmühle eingebaut, das Mühlengebäude verfiel zur Ruine. Die Schwarzbrotbäckerei wurde im Handbetrieb fortgesetzt. 1967 wurde das heutige Hotel gebaut, die Windmühle restauriert.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Im Jahr 1964 wurde die Nachbargemeinde Bakerde eingegliedert. Am 1. März 1974 kamen im Zuge der niedersächsischen Gemeindereform die Gemeinden Bookhof, Felsen, Neuenlande und Westrum hinzu.[2]

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat hat 15 gewählte Mitglieder. Ihm gehören seit der Kommunalwahl am 10. September 2006 drei Parteien bzw. Wählergemeinschaften an.

Die letzten Kommunalwahlen fanden 2011 statt.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „Gespalten von Rot und Gold im Wellenschnitt, vorne pfahlweise drei goldene Kugeln, hinten eine aufrechte rote Hirschstange.“

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Museumseisenbahnverkehr der Eisenbahnfreunde Hasetal e.V. (seit dem 31. Juli 2014 nach einem schweren Unfall eingestellt)
  • St. Nikolaus Kirche
  • Aselager Mühle
  • wiedervernässtes Hahnenmoor
  • Installation „Hasesegel“ von Christian Lammers (Station der Hasetaler Kunstroute)

Sport[Bearbeiten]

VfL Herzlake[Bearbeiten]

1994 stieg der VfL Herzlake in die Fußball-Regionalliga auf und erreichte hinter dem VfB Lübeck und dem VfL Osnabrück den 3. Platz. Im Aufstiegsspiel zur Zweiten Bundesliga scheiterte die Mannschaft dann allerdings an Rot-Weiss Essen. Danach spielten die Herzlaker zwar noch einige Jahre in der Regionalliga, doch infolge des Bosman-Urteils – die Ablösesummen wurden halbiert und auf drei Jahre gestreckt – und mehr noch wegen des finanziellen Kollaps des Möbelimperiums des Vereinssponsors Karl-Heinz Klose, ging es abwärts. In der Saison 1998/99 landete die Mannschaft auf dem 17. Platz und stieg ab. Außerdem konnte der Verein den Etat für die folgende Saison nicht mehr aufbringen und musste Konkurs anmelden. In der Saison 2007/2008 und der Saison 2008/09 spielte der VfL Herzlake noch in der 1.Kreisklasse, die 2.Mannschaft in der 3.Kreisklasse.

In der Saison 2008/09 ist der VfL Herzlake souverän - ohne Niederlage - in die 1.Kreisliga aufgestiegen. In der darauffolgenden Saison 2009/2010 stieg der VfL Herzlake in die Bezirksliga auf.

Zahlreiche Regional- und Bundesligisten, aber auch ausländische Mannschaften, nutzen die hervorragenden Bedingungen in Herzlake, um sich auf die Saison vorzubereiten. Die Profis von Werder Bremen tauften den Ort einst im Wintertrainingslager unter Felix Magath in „Schmerzlake“ um.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

An das Schienennetz ist Herzlake durch eine Stichstrecke an die Meppen-Haselünner Eisenbahn der Emsländischen Eisenbahn angeschlossen, auf der Güter- und Museumsverkehr stattfindet. Bis zum Bau der Umgehungsstraße und die damit verbundene Verlegung der Bahnanlagen führte die Bahnlinie durch den Ort Herzlake.

Literatur[Bearbeiten]

  • Lehrerverein der Diözese Osnabrück - Der Kreis Lingen. Beiträge zur Heimatkunde des Regierungsbezirks Osnabrück Heft I, Verlag R. van Acken, Lingen/Ems 1905
  • Werner Kaemling - Atlas zur Geschichte Niedersachsens, Gerd J. Holtzmeyer Verlag, Braunschweig 1987, ISBN 3-923722-44-3
  • Hermann Abels - Die Ortsnamen des Emslandes, in ihrer sprachlichen und kulturgeschichtlichen Bedeutung, Ferdinand Schöningh Verlag, Paderborn 1929
  • Chr. Oberthür, Fr. Busche, Fr. Barth, Heinrich Dünheuft - Heimatkarte des Kreises Lingen mit statistischen Angaben, Verlag R. van Acken, Lingen/Ems 1953
  • Ernst Förstemann, Hermann Jellinghaus (Herausgeber) - Altdeutsches Namenbuch, Band II, 1 und 2: Ortsnamen, Bonn 1913/1916 (Nachdruck: Band II, 2, Hildesheim 1967/1983, ISBN 3-487-01733-4)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Herzlake – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, 102 Bevölkerung - Basis Zensus 2011, Stand 31. Dezember 2013 (Tabelle K1020014) (Hilfe dazu)
  2.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 257.
  3. http://herzlake.active-city.net/city_info/anzeige/redaktionssystem/main/show.cfm?region_id=162&lang_id=1&id=24718&modul_id=5 Internetauftritt von Herzlake. Stand vom 8. August 2008