Vrees

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Vrees
Vrees
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Vrees hervorgehoben
52.8852777777787.770555555555633Koordinaten: 52° 53′ N, 7° 46′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Emsland
Samtgemeinde: Werlte
Höhe: 33 m ü. NHN
Fläche: 37,56 km²
Einwohner: 1673 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 45 Einwohner je km²
Postleitzahl: 49757
Vorwahl: 04479
Kfz-Kennzeichen: EL
Gemeindeschlüssel: 03 4 54 055
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Pastoren Meer 8
49757 Vrees
Webpräsenz: www.vrees.de
Bürgermeister: Heribert Kleene (CDU)
Lage der Gemeinde Vrees im Landkreis Emsland
Niederlande Landkreis Cloppenburg Landkreis Grafschaft Bentheim Landkreis Leer Landkreis Osnabrück Andervenne Bawinkel Beesten Bockhorst Börger Breddenberg Dersum Dörpen Dohren (Emsland) Emsbüren Esterwegen Freren Fresenburg Geeste Groß Berßen Handrup Haren (Ems) Haselünne Heede (Emsland) Herzlake Hilkenbrook Hüven Klein Berßen Kluse (Emsland) Lähden Lahn (Hümmling) Langen (Emsland) Lathen Lehe (Emsland) Lengerich (Emsland) Lingen (Ems) Lorup Lünne Lünne Meppen Messingen Neubörger Neulehe Niederlangen Oberlangen Papenburg Rastdorf Renkenberge Rhede (Ems) Salzbergen Schapen Sögel Spahnharrenstätte Spelle Stavern Surwold Sustrum Thuine Twist (Emsland) Vrees Walchum Werlte Werpeloh Wettrup WippingenKarte
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Vrees (niedersächsisch: Wreeis) ist eine Mitgliedsgemeinde der Samtgemeinde Werlte und liegt im Nordosten des Emslandes. Mit 1673 Einwohnern zählt Vrees zu den kleineren Gemeinden im Landkreis Emsland.

In den letzten zehn Jahren hat Vrees durch das mehrfache erfolgreiche Abschneiden im Wettbewerb Unser Dorf soll schöner werden von Kreis- bis zur Europaebene Aufmerksamkeit auf sich gelenkt.[2]

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Die Gemeinde Vrees liegt im Nordosten des Landkreises Emsland, im östlichen Teil des Hümmlings.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Nachbarorte sind im Norden Neuvrees und im Nordosten Markhausen, welche beide zur Stadt Friesoythe im Landkreis Cloppenburg gehören, im Osten die Ortschaft Peheim, welche zur Gemeinde Molbergen gehört, im Süden Lindern im Landkreis Cloppenburg, im Südwesten die Gemeinde Werlte und im Westen die Gemeinde Rastdorf, wie auch Vrees selbst Mitglied der Samtgemeinde Werlte.

Geschichte[Bearbeiten]

In dem Namen Vrees (alt: Weres 948 ) ist das altfries. vris = Moor, Moder enthalten, vergl. auch Vrisebeke, Vrisendonk und Friesland. Der Name taucht in jüngerer Zeit erst wieder als Vrees auf. Der Ort war zunächst sächsisch, geriet aber unter friesischen Einfluss und wurde später zum Sigiltra-(Sater-) Gau gerechnet. Hermann Abels vermutet für Weres einen Schreib- oder Lesefehler und nimmt eine Friesenkolonie in diesem Ort an.

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Rat der Gemeinde Vrees besteht aus 11 Ratsfrauen und Ratsherren. Dies ist die festgelegte Anzahl für die Mitgliedsgemeinde einer Samtgemeinde mit einer Einwohnerzahl zwischen 1.001 und 2.000 Einwohnern.[3] Die 11 Ratsmitglieder werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt. Die aktuelle Amtszeit begann am 1. November 2011.

Dem Gemeinderat gehören seit der letzten Kommunalwahl in Niedersachsen am 11. September 2011 lediglich Ratsfrauen und Ratsherren der CDU an.[4] Die nächsten Kommunalwahlen finden 2016 statt.

Bürgermeister[Bearbeiten]

Ehrenamtlicher Bürgermeister der Gemeinde Vrees ist seit 1991 Heribert Kleene von der CDU. Bei der konstituierenden Ratssitzung im September 2011 wurde er wieder einstimmig zum Bürgermeister gewählt.[4]

Wappen[Bearbeiten]

Wappen Vrees

Blasonierung: Ein schräglinker Balken wird begleitet oben von einer grünen Eiche mit schwarzem Stamm auf goldenem Feld und unten von einer goldenen Mitra, unterlegt durch einen schräglinken Bischofsstab mit nach unten offener Krucke, von der ein Panisellium mit den Buchstaben S.N. herabhängt, auf rotem Feld.

Der blaue Balken steht für den Namen Vrees, welcher, der ältesten Schreibweise Weres in der Schenkungsurkunde Ottos d. Gr. von 947 folgend, als Moor, Sumpf und Fließendes, Wasser gedeutet werden kann. Ebenso versinnbildlicht er die Gewässer in der Gemarkung Vrees wie Dorfteich und Marka, deren Name Grenzbach ihre Bedeutung im Laufe der Geschichte genau beschreibt.

Die grüne Eiche ist Symbol für die vielen gepflegten und darum auch so beeindruckenden Eichenbrinke in und um Vrees, die dem Dorf seinen besonderen Reiz verleihen. Die Eiche erinnert aber auch an die früheren Landesherren, die Fürstbischöfe von Münster und die Herzöge von Arenberg, die den Hümmling vorzugsweise als Jagdgebiet nutzten. Der Eleonorenwald bei Vrees ist Teil solcher ehemaliger hochherrschaftlicher Jagd- und Forstreviere und befindet sich seit 1928 im Eigentum der heute gemeinnützigen Arenberg-Meppen GmbH.

Mitra und Stab in Verbindung mit den Buchstaben S. für Sanctus und N. für Nikolaus verweisen auf den Schutzpatron der Pfarrkirche, die noch heute den weithin sichtbaren Mittelpunkt der Gemeinde bildet. Den hl. Nikolaus zum Patron eines kleinen Dorfes, fernab von Schifffahrt und Welthandel gelegen, zu wählen, ist historisch interessant und darum wert, im Wappenbild festgehalten zu werden. Die Farben Rot und Gold drücken die Verbundenheit aus mit den anderen vier Gemeinden Lahn, Lorup, Rastdorf und Werlte, die zusammen mit der Gemeinde Vrees seit 1973 die Samtgemeinde Werlte bilden und auf deren Wappen ebenfalls diese Farben stehen. Das Vreeser Wappen wurde 1997 im Rahmen einer Feier zum 1050jährigen Bestehen der Gemeinde entworfen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

Innenansicht der Kirche St. Nikolaus in Vrees

Das Heimathaus Vrees ist seit Mai 1992 das kulturelles Zentrum des Ortes. Das ursprünglich in Voltlage stehende Fachwerkbauernhaus von 1780 wurde 1989 im Rahmen einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme abgetragen und in Vrees neu aufgebaut. Neben den Veranstaltungsräumen sind im Heimathaus auch die Büroräume der Gemeindeverwaltung Vrees untergebracht.[5]

Die katholische St.-Nikolaus-Kirche in Vrees wurde 1893/1894 nach Plänen des Osnabrücker Baumeisters Alexander Behnes in reinem neugotischem Stil gebaut. 1970 wurde die Kirche durch den Baumeister und Architekt Josef Feldwisch-Drentrup aus Osnabrück vergrößert, indem man die ursprüngliche Südwand der Kirche durch einen parabolischen Anbau erweiterte. Dem Zeitgeist entsprechend wurde das Innere der alten Kirche weiß gestrichen, was bei der Kirchengemeinde aber auf wenig Gegenliebe traf. Daher wurde 1988 eine abermalige Innenrenovierung durchgeführt, bei der die alte bunte Ausmalung aus der Entstehungszeit der Kirche wiederhergestellt wurde. Zudem wurde durch den planenden Architekten Ludger Sunder-Plaßmann aus Münster eine Umpolung der Kirchenachse zum neuen Hochaltar hin durchgeführt. Ein vom Bildhauer Georg Hörnschemeyer aus Osnabrück geschaffenes modernes Kreuz, das scheinbar im Brennpunkt einer Parabel steht, ist seitdem ein besonderes Merkmal der Kirche, da es das Kreuz nur dreimal in der Welt gibt.[6]

Vereine[Bearbeiten]

Die Katholische Landjugendbewegung Vrees e.V. (angehörig dem Dekant Hümmling und dem Diözesanverband Osnabrück) ist ein Verein, der am 2. Februar 1954 von ortsansässigen Jugendlichen gegründet wurde. Sie prägt bis heute die Jugendlichen durch verschiedene Aktionen in der Region. Eintrittsalter ist zurzeit das 15. Lebensjahr. Die Mehrheit der ortsansässigen Jugendlichen tritt der KLJB mit erreichen des Eintrittsalters dieser bei.
Die KLJB Vrees e.V. zählt zu den aktivsten Vereinen in der Gemeinde. Durch viele Veranstaltungen wie z. B. dem Landjugendfest, der Dorfreinigung und den Glaubenswochen zu Ostern und Weihnachten erhält die KLJB einen starken Rückhalt in der Gemeinde. Dies liegt unter anderem auch daran, dass viele Ortsansässige dieser bis zur Eheschließung selbst als Mitglied angehören. Die KLJB Vrees e.V. hat sich auch durch das in den Satzungen verankerte, ausschließlich gemeinnützige Verhalten gegenüber anderen Personen und Vereinen etabliert.

Sport[Bearbeiten]

Der Sportverein Frisia Vrees e.V., gegründet 1959, ist der größte Sportverein der Gemeinde. Er hat zwei Bereiche: Fußball und Völkerball.
Im Fußball nimmt die Frisia mit Jugendmannschaften ab der G-Jugend (Minikicker) bis hin zur A-Jugend an den Wettbewerben teil. In den letzten Jahren wurde bei den älteren Jahrgängen vermehrt die Zusammenarbeit mit benachbarten Vereinen gesucht, um Jugendspielgemeinschaften zu bilden. Im Herrenbereich laufen zwei Mannschaften für den SV Frisia auf.
Die Völkerballabteilung wird durch eine Damenmannschaft vertreten, die als Hobbymannschaft zumeist Freundschaftsspiele veranstaltet.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Land- und Forstwirtschaft und Industrie bestimmen das Wirtschaftsbild von Vrees. Durch die Erfolge im Unser Dorf soll schöner werden-Wettbewerb konnte sich ein kleiner Tourismuszweig bilden.

Verkehr[Bearbeiten]

Durch den Ort verläuft die Landesstraße L 836 von Lorup nach Cloppenburg. Im Ort münden die Kreisstraßen K 122 und die K 123 in die Landesstraße.

Literatur[Bearbeiten]

  • Hermann Abels: Die Ortsnamen des Emslandes, in ihrer sprachlichen und kulturgeschichtlichen Bedeutung. Ferdinand Schöningh Verlag, Paderborn 1929
  • Hans Bahlow: Deutschlands geographische Namenwelt. Suhrkamp Taschenbuch Verlag, Frankfurt 1985, ISBN 3-518-37721-3
  • Johannes Dierkes, Winfried Frölich: Die Geschichte des Eleonorenwaldes - 200 Jahre Wald und Wild. In: Geschichte und Geschichten von Vrees, Heimatverein Vrees e.V. 1997
  • Ernst Förstemann, Hermann Jellinghaus (Herausgeber): Altdeutsches Namenbuch, Band II, 1 und 2: Ortsnamen. Bonn 1913/1916 (Nachdruck: Band II, 2, Hildesheim 1967/1983, ISBN 3-487-01733-4)
  • Werner Kaemling: Atlas zur Geschichte Niedersachsens. Gerd J. Holtzmeyer Verlag, Braunschweig 1987, ISBN 3-923722-44-3
  • Lehrerverein der Diözese Osnabrück: Der Kreis Lingen. Beiträge zur Heimatkunde des Regierungsbezirks Osnabrück Heft I. Verlag R. van Acken, Lingen/Ems 1905
  • Chr. Oberthür, Fr. Busche, Fr. Barth , Heinrich Dünheuft: Heimatkarte des Kreises Lingen mit statistischen Angaben. Verlag R. van Acken, Lingen/Ems 1953

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Vrees – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, Fortgeschriebene Einwohnerzahlen zum 31. Dezember 2012 (Hilfe dazu)
  2. Gemeinde Vrees, abgerufen am 14. September 2013
  3. Niedersächsisches Kommunalverfassungsgesetz (NKomVG) in der Fassung vom 17. Dezember 2010; § 46 – Zahl der Abgeordneten, abgerufen am 15. September 2013
  4. a b Kleene weiter Bürgermeister der Gemeinde Vrees, abgerufen am 15. September 2013
  5. Heimathaus Vrees, abgerufen am 15. September 2013
  6. Katholische Pfarreiengemeinschaft Osthümmling: St. Nikolaus Vrees – Geschichte, abgerufen am 15. September 2013