Arthur Schopenhauer

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Arthur Schopenhauer als junger Mann, porträtiert 1815 von Ludwig Sigismund Ruhl
Unterschrift von Arthur Schopenhauer

Arthur Schopenhauer (* 22. Februar 1788 in Danzig; † 21. September 1860 in Frankfurt am Main) war ein deutscher Philosoph, Autor und Hochschullehrer.

Schopenhauer entwarf eine Lehre, die gleichermaßen Erkenntnistheorie, Metaphysik, Ästhetik und Ethik umfasst. Er sah sich selbst als Schüler und Vollender Immanuel Kants, dessen Philosophie er als Vorbereitung seiner eigenen Lehre auffasste. Weitere Anregungen bezog er aus der Ideenlehre Platons und Vorstellungen östlicher Philosophien. Innerhalb der Philosophie des 19. Jahrhunderts entwickelte er eine eigene Position des Subjektiven Idealismus und vertrat als einer der ersten Philosophen im deutschsprachigen Raum die Überzeugung, dass der Welt ein irrationales Prinzip zugrunde liegt.

Leben und Werk

Das Elternhaus

Der jugendliche Arthur Schopenhauer
Danzig, ul. Św. Ducha (ehem. Heiligegeistgasse): Arthur Schopenhauers Geburtshaus
Wohn- und Handelshaus der Familie Schopenhauer bis 1805: Neuer Wandrahm 92, Hamburg (abgerissen, heute Speicherstadt)

Arthur Schopenhauer wurde am 22. Februar 1788 in Danzig geboren. Sein Vater Heinrich Floris Schopenhauer (1747–1805), der einer angesehenen Danziger Kaufmannsdynastie[1] entstammte, war 19 Jahre älter als die Mutter Johanna Schopenhauer, geb. Trosiner (1766–1838); sie wurde später eine bekannte Schriftstellerin und führte einen literarischen Salon, in dem auch Goethe verkehrte.

Die Familie Schopenhauer siedelte 1793 in die Freie Hansestadt Hamburg über, als Danzig infolge der Zweiten Polnischen Teilung zu Preußen kam und so seine seit dem 15. Jahrhundert unter der polnischen Oberhoheit garantierte Autonomie verlor. Heinrich Schopenhauer gründete im Neuen Wandrahm 92 in der heutigen Speicherstadt ein Handelshaus, in dem die Familie bis 1805 wohnte.

Ausbildung zum Kaufmann

Heinrich Schopenhauer hatte seinen Sohn Arthur für den in der Familie traditionellen Kaufmannsberuf bestimmt und deshalb auf die dafür vorbereitende Hamburger Erziehungsanstalt unter der Leitung von Johann Heinrich Christian Runge – eine private höhere Handelsschule – geschickt. Seine damaligen Schulfreunde waren der spätere Ministerresident Carl Godeffroy und der spätere Weinhändler und Senator Georg Christian Lorenz Meyer. Arthur jedoch hatte schnell das in der Handelsschule Erlernbare absolviert und bat den Vater eindringlich, ein Gymnasium besuchen zu dürfen. Der Vater hielt dies jedoch für überflüssig und bot ihm stattdessen eine gemeinsame, längere Bildungsreise durch Europa an. Arthur willigte ein und bereiste, nachdem er mehrere Wochen zum Erlernen der englischen Sprache in Wimbledon verbracht hatte, von 1803 bis 1804 Holland, England, Frankreich, die Schweiz, Österreich, Schlesien und Preußen.

Schopenhauers Hamburger Wohnung 1805–1807: Kohlhöfen

Von September bis Dezember 1804 begann Schopenhauer auf Wunsch des Vaters eine Kaufmannslehre im Danziger Handelshaus von Jacob Kabrun, mit dem der Vater befreundet war. Dorthin begleitete ihn seine Mutter.[2] 1805 kehrten sie nach Hamburg zurück, und er setzte seine Kaufmannslehre im Unternehmen Jenisch fort. Am 20. April des Jahres verunglückte der unter Depressionen leidende Vater tödlich: Er stürzte vom Dachspeicher seines Hauses in das angrenzende Fleet, das hinter dem Gebäude lag.

Nach Auflösung des väterlichen Geschäfts und dem Verkauf des Wandrahms 92 wohnte die Familie vorübergehend von 1805 bis 1806 in einer Wohnung in den Kohlhöfen 29 nahe dem Großneumarkt. 1806 zog seine Mutter mit seiner jüngeren Schwester, der späteren Schriftstellerin Adele Schopenhauer, nach Weimar. Arthur blieb allein in Hamburg und war frei zu entscheiden, ob er pflichtgemäß seine Kaufmannslehre fortsetzen oder seiner Neigung zu einem geistigen Beruf nachgeben wollte.

Hinwendung zur Philosophie

Er brach seine Lehre ab und wurde im Juni 1807 auf Ratschlag Carl Ludwig Fernows Schüler des Gymnasialdirektors Doering am Gymnasium Illustre in Gotha. Noch im selben Jahr übersiedelte er wie zuvor seine Familie nach Weimar, wo sein wichtigster Lehrer Franz Passow wurde. Der junge Schopenhauer pflegte Umgang mit Johannes Daniel Falk und Zacharias Werner. 1809 verliebte er sich unglücklich in die elf Jahre ältere 32-jährige Schauspielerin und Opernsängerin Karoline Jagemann, seinerzeit die Geliebte des Herzogs Carl August. Er schrieb für sie sein einziges überliefertes Liebesgedicht.

Volljährig geworden bekam Schopenhauer seinen Anteil am väterlichen Erbe ausgezahlt. Durch diesen ansehnlichen Geldbetrag wurde er vermögend und frei von finanziellen Sorgen. 1809 begann er an der Universität Göttingen ein Studium der Medizin, das er jedoch bald zugunsten der Philosophie aufgab. Den Doktortitel der Philosophie an der Universität Jena erhielt Schopenhauer am 2. Oktober 1813 (magna cum laude) für seine Schrift Ueber die vierfache Wurzel des Satzes vom zureichenden Grunde, welche er während seines Aufenthaltes im Gasthof "Zum Ritter" in der Residenzstadt Rudolstadt im Sommer desselben Jahres vollendet hatte.[3]

Zu den ersten Lesern seines Werks gehörte Johann Wolfgang Goethe. Goethe war bereits vorher über seinen Kontakt zur Mutter Schopenhauers, die in Weimar einen literarischen Salon unterhielt, auf ihn aufmerksam geworden. Häufigere Begegnungen mit Goethe folgten, der in dieser Zeit seine Farbenlehre ausformulierte. Schopenhauer bewunderte Goethe, äußerte aber bald Zweifel an der den Aussagen Newtons widersprechenden Theorie, wodurch sich das enge Verhältnis allmählich löste.

Durch Friedrich Majer wurde Schopenhauer mit der altindischen Philosophie des Brahmanismus bekannt gemacht. 1814 überwarf er sich mit seiner Mutter und ging nach Dresden, wo er in Literatenkreisen verkehrte und Studien in den reichen Sammlungen und Bibliotheken der Stadt trieb. 1815 veröffentlichte Schopenhauer eine eigene Farbenlehre mit dem Titel Ueber das Sehn und die Farben. Diese entstand in Korrespondenz mit Goethe und erschien 1816 im Druck.

Auseinandersetzung mit dem Verleger

Anschließend entwarf Schopenhauer sein Hauptwerk Die Welt als Wille und Vorstellung, das Anfang 1819 im Bibliographischen Institut F.A. Brockhaus erschien und später noch erheblich erweitert werden sollte. Der Philosoph war schon zu diesem Zeitpunkt von der geistesgeschichtlichen Bedeutung seiner Arbeit überzeugt, obwohl sie wirtschaftlich gesehen kein Erfolg werden sollte. Die erste Auflage war erst nach dreißig Jahren vergriffen.

Der Briefwechsel zwischen Schopenhauer und seinem Verleger ist ein aufschlussreiches Zeitdokument. Modern war an Schopenhauer seine Auffassung von der Philosophie als einer speziellen Art von Schriftstellerei. Sein langer Kampf gegen Setzfehler passte zu seiner väterlichen Prägung vom penibel kalkulierenden Kaufmann und zu dem Bewusstsein, eine bedeutende Schrift verfasst zu haben. Diese Penibilität und eine gewisse Rechthaberei äußerten sich u.a. darin, dass er in einem Anhang zu seinem Hauptwerk, in welchem er die Kant’sche Philosophie kritisierte, sehr detailliert alle Auflagen der Kant’schen Werke nach begrifflichen Abweichungen untersuchte. Dies geschah vor dem Hintergrund, dass nach seiner Auffassung die erste Auflage, nicht aber die späteren mit seiner eigenen Philosophie verträglich sei.

Schopenhauer verstand sich aber auch als Bewahrer der deutschen Sprache und verbot nicht nur zur Bewahrung der Schärfe philosophischer Formulierungen, sondern auch aus sprachlichen Gründen sämtliche Änderungen seines Manuskripts, vor allem Anpassungen an den zeitgenössischen Sprachgebrauch. Dadurch verzögerte sich die Herausgabe, so dass es nicht pünktlich zur Leipziger Buchmesse im September 1818 erscheinen konnte. War er anfangs noch ganz geschmeidig und höflich („… Euer Wohlgeboren …“) mit Friedrich Arnold Brockhaus umgegangen, änderte sich dies schnell, nachdem der Kontrakt unterzeichnet war und erste Abweichungen auftauchten. Er sah sich als herausragenden, aber schlecht bezahlten Autor und beklagte sich:

„Ich habe nicht des Honorars wegen geschrieben, wie die Unbedeutsamkeit desselben von selbst beweist; sondern um ein lange durchdachtes und mühsam ausgearbeitetes Werk, die Frucht vieler Jahre, ja eigentlich meines ganzen Lebens, durch den Druck zur Aufbewahrung und Mitteilung zu bringen. Woraus folgt, daß Sie nicht etwa mich anzusehen und zu behandeln haben wie Ihre Konversationslexikons-Autoren und ähnliche schlechte Skribler, mit denen ich gar nichts gemein habe als den zufälligen Gebrauch von Tinte und Feder.“[4]

In einem weiteren Brief an Brockhaus schreibt Schopenhauer: „Es liegt am Tage, daß bei Ihnen Wort und That, Versprechen und Halten, zwei sehr verschiedene Dinge sind.“[5] Brockhaus’ Erwiderung fiel scharf aus. Er sprach Schopenhauer ab, ein Ehrenmann zu sein, und weigerte sich, „etwaige Briefe“ seines Autors anzunehmen, „die ohnehin in ihrer göttlichen Grobheit und Rusticität eher auf einen Vetturino [einen Lohnkutscher], als einen Philosophen schließen lassen möchten […] Ich hoffe nur, daß meine Befürchtung, an Ihrem Werke bloß Makulatur zu drucken, nicht in Erfüllung gehen werde.“[6]

Reisen und Berliner Jahre

Im September 1818 trat der Privatgelehrte eine Reise nach Italien an, die ihn über Venedig, Rom, Neapel und Paestum nach Mailand führte. Dort erreichte ihn im Juni 1819 die Nachricht vom Zusammenbruch des Danziger Handelshauses A. L. Muhl & Co., bei dem er einen Teil seines Vermögens deponiert hatte. Er brach die Reise ab, um die Angelegenheit an Ort und Stelle zu regeln, wobei es erneut zu Spannungen zwischen ihm und seiner Mutter kam.

Außerdem kamen finanzielle Belastungen aus der Marqet-Affäre hinzu. Caroline Louise Marqet, eine 47-jährige Näherin, hatte Schopenhauer durch ihr lautes Gespräch mit zwei anderen Frauen im Vorzimmer von dessen Wohnung derartig in Rage gebracht, dass dieser sie schließlich unsanft aus dem Haus geworfen hatte. Die derart Behandelte klagte daraufhin gegen Schopenhauer, da sie von dessen roher Behandlung ein andauerndes Zittern des Armes zurückbehalten habe. Sie bekam vor dem Kammergericht Recht, und ihr wurde eine Vierteljahresrente von 15 Talern zugesprochen, bis das Zittern wieder verschwunden sei. Zum Urteilsspruch bemerkte Schopenhauer sarkastisch, dass „sie wohl so klug sein wird, das Zittern des Arms nicht einzustellen“. Er sollte damit Recht behalten. Zu ihrem Tod 20 Jahre später notierte Schopenhauer lakonisch: „Obit anus, abit onus“ (Die Alte stirbt, die Last vergeht).

Seine finanziell prekäre Situation veranlasste ihn, sich um eine Dozentur an der Universität Berlin zu bewerben. 1820 begann Schopenhauer die Lehrtätigkeit an der noch jungen Berliner Universität. Dabei kam es zu dem berühmten Streit mit Hegel. Schopenhauer setzte seine Vorlesungen zeitgleich mit denen Hegels an, hatte aber nur wenige Zuhörer, da die Studenten Hegel bevorzugten. Bald begann er, die Universitätsphilosophie zu verachten. Als das Handelshaus Muhl 1821 seine Forderungen beglich, verließ er die Universität und setzte seine Italienreise fort.

Ab 1821 unterhielt er mehrere Jahre lang ein Verhältnis mit der damals 19-jährigen Opernsängerin Caroline Medon. Nach längeren zum Teil krankheitsbedingten Aufenthalten in München, Bad Gastein und Dresden kehrte er erst im April 1825 nach Berlin zurück und unternahm einen erneuten Versuch, eine universitäre Laufbahn einzuschlagen. Trotz einer rühmenden Besprechung der Welt als Wille und Vorstellung von Jean Paul erzeugten seine Ideen noch keine Resonanz.

Während seiner Aufenthalte in Berlin von 1820 bis 1831 wohnte Schopenhauer in der heutigen Dorotheenstraße 34 bzw. 30 in Berlin-Mitte. Bei Ausbruch einer Choleraepidemie in Berlin floh Schopenhauer 1831 – anders als Hegel, der ihr vermutlich zum Opfer fiel[7] – nach Frankfurt am Main, wo er den Winter verbrachte. Im Alter von 43 Jahren interessierte er sich nochmals für ein junges Mädchen, nämlich die 17-jährige Flora Weiss, die den wesentlich älteren Verehrer jedoch abwies. Nach einem Aufenthalt in Mannheim vom Juli 1832 bis Juni 1833 ließ er sich am 6. Juli 1833 endgültig in Frankfurt nieder.

Frankfurter Jahre

Schopenhauer (Daguerreotypie aus dem Jahr 1852)

Nach langem Schweigen meldete sich Schopenhauer 1836 mit seinem Werk Ueber den Willen in der Natur wieder zu Wort. 1837 griff er in die Gestaltung der Gesamtausgabe der Schriften Immanuel Kants ein, indem er erfolgreich für die Aufnahme der ersten Fassung der Kritik der reinen Vernunft anstatt der zweiten Fassung plädierte.

1838 starb Schopenhauers Mutter. Im folgenden Jahr krönte die Königlich Norwegische Societät der Wissenschaften seine Preisschrift Ueber die Freiheit des menschlichen Willens. 1841 erschien sie zusammen mit einer anderen, nicht gekrönten Preisschrift, Ueber das Fundament der Moral, unter dem zusammenfassenden Titel Die beiden Grundprobleme der Ethik.

Als erster einer Reihe von „Aposteln und Evangelisten“ Schopenhauers war 1840 Julius Frauenstädt aufgetreten. Der zweite, Friedrich Dorguth, nannte 1843 in seiner Schrift Die falsche Wurzel des Idealrealismus den immer noch wenig bekannten Schopenhauer einen Denker von weltgeschichtlicher Bedeutung.

Mit 55 Jahren bezog der Philosoph, der bis dahin meist zur Untermiete gewohnt hatte, am Mainufer, an der Schönen Aussicht 17, eine eigene Wohnung, die er 16 Jahre lang behielt. Als das Schopenhauerhaus aber ist die Nachbaradresse in die Geschichte eingegangen, das riesige Palais Schöne Aussicht 16, sein Sterbehaus.

1843 hatte Schopenhauer den zweiten Band seines Hauptwerkes vollendet und wandte sich erneut an den Verlag, der inzwischen von Heinrich Brockhaus geleitet wurde, mit der Bitte um Veröffentlichung. Nach einem Briefwechsel, der von gegenseitigem Respekt zeugt, erschien 1844 die ergänzte und überarbeitete 2. Auflage von Die Welt als Wille und Vorstellung.

Arthur Schopenhauer, 1859

1851 kamen die Parerga und Paralipomena (2 Bände) mit den Aphorismen zur Lebensweisheit heraus.

Richard Wagner ließ dem von ihm verehrten Schopenhauer seine Dichtung Der Ring des Nibelungen überreichen. Julius Frauenstädts Brief über die Schopenhauer’sche Philosophie erschien. Eine Serie von Schopenhauer-Porträts von Jules Lunteschütz und anderen Künstlern entstand. Im Mai 1857 besuchte Friedrich Hebbel Schopenhauer in Gesellschaft Wilhelm Jordans.

Im Sommer des Jahres 1859 rettete der häufig als Misanthrop bezeichnete Schopenhauer – er nannte seinen Hund immer dann „Mensch“, wenn er sich über ihn ärgerte – den neunjährigen Julius Frank vor dem Ertrinken.

Die ihm erst spät angetragene Mitgliedschaft in der Königlichen Akademie der Wissenschaften in Berlin lehnte Schopenhauer ab.

Am 9. September 1860 erkrankte er an einer Lungenentzündung. Nach monatelangen „Atmungsbeschwerden mit starkem Herzklopfen im Gehen“ starb Schopenhauer am 21. September 1860 in der Schönen Aussicht 16 in Frankfurt am Main. Am 26. September wurde er auf dem Frankfurter Hauptfriedhof beigesetzt.

Erst nach seinem Tod wurde 1864 seine Schrift Eristische Dialektik (Technik des Diskutierens) veröffentlicht. Schopenhauer formuliert darin 38 rhetorische Kunstgriffe, die es ermöglichen sollen, aus Streitgesprächen als Sieger hervorzugehen, sogar wenn Tatsachen gegen die eingenommene Position sprechen. Die polemisch gegen den Diskussionsstil seiner Zeitgenossen gerichteten Kunstgriffe liefern Beispiele für rabulistische Argumentation und bieten Hinweise auf die durch sie verursachten Fehlschlüsse.

Schopenhauers Persönlichkeit

Arthur Schopenhauer, gesehen von Wilhelm Busch

Arthur Schopenhauer war ein Einzelgänger. In Frankfurt war der Gelehrte nach Einschätzung von Chronisten ein „verkannter Niemand“.

Er hielt sich zeitlebens einen Pudel. Dessen Name war immer Atman, nach dem Sanskrit-Wort für Lebenshauch, Atem, in der Tradition der Upanishaden die Essenz des Selbst bzw. die Einzelseele als Teil des Brahman, der „Weltseele“. Wenn ein Hund starb, was etwa alle zehn Jahre vorkam, erwarb er jeweils einen ähnlich aussehenden Pudel. Schopenhauer war der philosophischen Auffassung, dass jeder Hund gleichzeitig jeden anderen Hund enthalte. „Des Pudels Kern“ (Goethe) ging also nie verloren. Für Menschen galt ihm sinngemäß das Gleiche. Wie er gestikulierend im Selbstgespräch mit seinem Pudel am Mainufer spazierte, hat unter anderem der Lokaldichter Friedrich Stoltze bespöttelt.

Schopenhauers Tagesablauf war strukturiert: morgens die Arbeit am Schreibtisch, Flötespielen regelmäßig vor dem Mittagessen. Die Mahlzeiten soll Schopenhauer nach der Überlieferung seiner Biographen stets in Gasthäusern eingenommen haben, bevor er einen zweistündigen Spaziergang mit seinem jeweils aktuellen Pudel machte.[8]

Über „die Frauen“ äußerte Schopenhauer sich häufig negativ:

„Sie sind sexus sequior, das in jedem Betracht zurückstehende, zweite Geschlecht, dessen Schwäche man demnach schonen soll, aber welchem Ehrfurcht zu bezeugen über die Maßen lächerlich ist und uns in ihren eigenen Augen herabsetzt. […] Mit mehr Fug, als das schöne, könnte man das weibliche Geschlecht das unästhetische nennen. Weder für Musik, noch Poesie, noch bildende Künste haben sie wirklich und wahrhaftig Sinn und Empfänglichkeit; sondern bloße Aefferei, zum Behuf ihrer Gefallsucht, ist es, wenn sie solche affektiren und vorgeben.“

Essay „Über die Weiber“ (1851)

Schopenhauer schrieb über sexuelle Leidenschaft hinausgehende Liebesbeziehungen zwischen Männern und Frauen seien nicht möglich:

„Alle Verliebtheit, wie ätherisch [fein, geistig] sie sich auch gebärden mag, wurzelt allein im Geschlechtstriebe.“

Das Heiraten verwarf er stets – wohl auch gegründet in verunsichernden Erfahrungen in seinem Elternhaus:

„Heiraten heißt das Mögliche thun, einander zum Ekel zu werden. […] seine Rechte zu halbieren und seine Pflichten zu verdoppeln. […] Heiraten heißt, mit verbundenen Augen in einen Sack greifen und hoffen, dass man einen Aal aus einem Haufen Schlangen herausfinde.“

Über den jüdischen Glauben äußerte sich Schopenhauer eher abschätzig, z. B. bezeichnete er ihn (in Die Welt als Wille und Vorstellung und Parerga und Paralipomena) als „roh“ und „barbarisch“. Er hielt ihn angesichts seiner eigenen pessimistischen Weltsicht für zu optimistisch und machte ihm eine angebliche Unempfindsamkeit gegenüber Tieren zum Vorwurf. Unabhängig davon hatte er im Alltag Kontakte zu einigen Juden.[9]

Philosophie

Unter dem Einfluss Platons und Kants vertrat Schopenhauer in seiner Erkenntnistheorie die Position des Idealismus, beschritt jedoch innerhalb dieser Grundauffassung einen eigenen, subjektivistischen Weg („subjektiver Idealismus“).

Was Schopenhauer von den Solipsisten trennt, ist sein Beharren auf ein alles verbindendes und bedingendes Etwas. Dieses ist für Schopenhauer der blinde, zum Dasein drängende Wille, Sanskrit: Tat twam asi („Das bist du“).

Schopenhauer lehnte die Philosophie Hegels ab, die er selbst abwertend als „Hegelei“ bezeichnete. Er verfasste drastische Polemiken gegen Hegel, Schelling, Fichte und den zunächst von ihm verehrten Schleiermacher.

Die Welt als Vorstellung

Ähnlich wie George Berkeley vertritt Schopenhauer die Auffassung, dass sich die Frage nach einer von ihrer Wahrnehmung unabhängig gegebenen Außenwelt nicht stelle. Er argumentiert bezüglich der Existenz einer Außenwelt sowohl gegen den Dogmatismus, der seiner Darstellung nach in Realismus und Idealismus zerfalle, als auch gegen skeptizistische Argumente, da sich die Welt dem Subjekt gegenüber ohnehin nur als Vorstellung zeige – die jedoch nicht als Imagination zu verstehen sei – und die Wahrnehmung unseren einzigen Zugang zur objektiven Welt darstelle.

Gegen den philosophischen Skeptizismus bringt er vor, jener bedürfe eher einer „Therapie“ oder „Kur“ als einer ernsthaften Diskussion. Nach seiner Konzeption ist uns als Subjekt die objektive Welt immer nur im Modus der Vorstellung gegeben, d. h., dass Objekte nur als eine Seite der vorstellenden Relation von Subjekt und Objekt ihre Existenz besitzen. Trotzdem kommt bei Schopenhauer der Welt eine Wirklichkeit zu, die über die reiner imaginativer Vorstellung hinausgeht. Demnach wäre es falsch, die Welt lediglich als Imagination des menschlichen Bewusstseins zu verstehen. Wesentlich in der Terminologie Schopenhauers ist vielmehr die Unterscheidung zwischen der in Subjekt und Objekt zerfallenden Vorstellung einerseits und bloßer Imagination oder Fantasie, die damit nicht in Verbindung stehen, andererseits.

Schopenhauer widersprach der Überzeugung Kants, dass das Ding an sich jenseits aller Erfahrung liegt und deshalb nicht erkannt werden könne. Kants Ding an sich war für ihn zwar auch unerkennbar (wir sehen immer nur das, was wir mit unseren Sinnen wahrnehmen), jedoch nicht unerfahrbar. Durch eine Selbstbeobachtung unserer Person können wir uns dessen gewiss werden, was wir letzten Endes sind: Wir erfahren in uns den Willen. Er ist das Ding an sich und damit nicht nur die Triebfeder allen Handelns von Mensch und Tier, sondern auch die metaphysische Erklärung der Naturgesetze. Die Welt ist letztlich blinder, vernunftloser Wille (vgl. Triebtheorie). Schopenhauer ist somit der klassische Philosoph und Hauptvertreter des metaphysischen Voluntarismus.

Doch die Welt ist nicht nur Wille, sondern erscheint auch als Vorstellung. Sie ist die durch Raum und Zeit sowie Kausalität, die den a priori gegebenen Erkenntnismodus von uns Verstandeswesen bilden, individuierte und verknüpfte Erscheinung des einen Willens. „Die Welt ist meine Vorstellung“ ist der erste Hauptsatz seiner Philosophie. Was uns als Welt erscheint, ist nur für uns, nicht an sich. Es gibt für Schopenhauer nichts Beobachtetes ohne Beobachter, kein Objekt ohne ein Subjekt. Die Welt, als Vorstellung betrachtet, zerfällt in Subjekte und Objekte, die sowohl untrennbar als auch radikal voneinander verschieden, jedoch letzten Endes beide nur Erscheinungen des Willens sind. Dieser ist nach Schopenhauer das Wesen der Welt, das sich, in Subjekt und Objekt erscheinend, gleichsam selbst betrachtet.

Die Welt als Wille

Der Vorstellungswelt liegt der Wille zugrunde, den Schopenhauer als grundlosen Drang versteht. Er stuft den Willen nach den Gegebenheiten seines Wirkens ab, spricht von Ursachen, wenn die Wirkung ihnen gemäß ist, wie z. B. beim elastischen Stoß, von Reizen, wenn die Wirkung ein Energiepotential entlädt, und von Motiven, wenn die Wirkung als Umsetzung bestimmter Absichten berechnet wurde.

„Ich nenne nämlich Ursach, im engsten Sinne des Worts, denjenigen Zustand der Materie, der, indem er einen andern mit Nothwendigkeit herbeiführt, selbst eine ebenso große Veränderung erleidet, wie die ist, welche er verursacht […] Ich nenne dagegen Reiz diejenige Ursach, die selbst keine ihr angemessene Gegenwirkung erleidet […] Der Reiz hält das Mittel, macht den Übergang zwischen dem Motiv, welches die durch das Erkennen hindurchgegangene Kausalität ist, und der Ursach im engsten Sinn.“[10]

In diesen Formen also bestimmt der Wille alle Vorgänge der organischen und anorganischen Natur. Er objektiviert sich in der Erscheinungswelt als Wille zum Leben und zur Fortpflanzung. Diese Lehre vom „Primat des Willens“ bildet die zentrale Idee der schopenhauerschen Philosophie, sie hatte weitreichenden Einfluss und begründet die Aktualität von Schopenhauers Werk.

Willensfreiheit kennt Schopenhauer, der sich wiederholt mit unterschiedlichem Resultat mit Augustinus auseinandersetzte, nur gemäß seiner berühmt gewordenen These: „Der Mensch kann zwar tun, was er will, aber er kann nicht wollen, was er will.“ Jeglichem Handeln liegt immer und stets der Wille, das heißt das Wollen zu Grunde. In der streng kausal geordneten empirischen Welt, der Welt der Vorstellung, ist kein Platz für einen ohne rein-empirische Ursache handelnden Menschen, und zwar nicht nur in dem Sinne, dass dies unserer Denkweise widerspräche, sondern in dem tieferen Sinne, dass der Wille sich in allen seinen Teilen gemäß dem Gesetz der Kausalität manifestiert.

Im Gegensatz zu Berkeley sieht Schopenhauer in der Kausalität kein bloßes gedankliches Konzept, sondern den Willen selbst, welchen zu deuten das Werk des Verstandes ist. Frei ist der Wille nur insofern, als ihm nichts vorschreibt zu sein, was er ist (d. h., dass die Naturgesetze zwar alles bestimmen, was passiert, selbst aber durch kein Gesetz so sind, wie sie sind). Diese Freiheit hat der so verstandene Wille demnach nur vor seiner Manifestation, welche selbst nichts weiter als sein wirksam gewordener Ausdruck ist. Im Falle des Menschen ist dessen wirkendes Wollen durch seinen „Charakter“ – als angeboren und unveränderlich gedacht – bestimmt, welcher willkürlich ist, also aus keinem tieferen Grund existiert. Nur diesem Charakter gemäß kann man wollen.

Dennoch spricht Schopenhauer von einer intelligiblen Willensfreiheit: Wenn das Subjekt den zugrunde liegenden Willen erkennt, kann es ihn in bestimmten Momenten der Kontemplation, beispielsweise durch intensiven Kunstgenuss, verneinen. Dies bezeichnet Schopenhauer als Zustand der Melancholie.

Verstand und Vernunft

Schopenhauer unterscheidet zwei intellektuelle Vermögen, den Verstand und die Vernunft. Der Verstand äußert sich in unmittelbaren Urteilen über das Angeschaute, beispielsweise zu erkennen, wie stark oder schnell jemand ist, welche Ursache ein Geräusch hat oder in welchem Winkel und mit welcher Kraft ein Speer geworfen werden muss, um sein Ziel zu treffen. Die Vernunft hingegen ist die Fähigkeit, begrifflich zu denken, also Anschauungen unter Begriffe zusammenzufassen, sich Begriffe vorzustellen, den Inhalt von Begriffen miteinander zu vergleichen usw. Diese Lehre vom Denken (Dianoiologie) unterscheidet Schopenhauer von der Lehre vom Sein (Ontologie).

Während der Verstand allen Tieren gemein ist, ist die Vernunft das herausragende Merkmal des Menschen. Das menschliche Vernunftvermögen beschrieb Schopenhauer allerdings deutlich skeptischer als etwa Kant oder die reinen Idealisten.

Pessimismus und Erlösung

Grabanlage von Arthur Schopenhauer auf dem Hauptfriedhof Frankfurt am Main
im Gewann A 24
Arthur Schopenhauers Grabstein

Schopenhauer begründete ein System des empirischen und metaphysischen Pessimismus. Der blinde, vernunftlose Weltwille ist für ihn die absolute Urkraft und somit das Wesen der Welt. Die Vernunft ist nur Dienerin dieses irrationalen Weltwillens. Die Welt − als Erzeugnis dieses grundlosen Willens − ist durch und durch schlecht, etwas, das nicht sein sollte, eine Schuld.[11] Eine schlechtere Welt kann es überhaupt nicht geben.

„Nun ist diese Welt so eingerichtet, wie sie sein mußte, um mit genauer Not bestehen zu können. Wäre sie aber noch ein wenig schlechter, so könnte sie schon nicht mehr bestehen.“[12]

Die Welt ist ein „Jammertal“, voller Leiden. Alles Glück ist Illusion, alle Lust nur negativ. Der rastlos strebende Wille wird durch nichts endgültig befriedigt.[13]

„Denn alles Streben entspringt aus Mangel, aus Unzufriedenheit mit seinem Zustande, ist also Leiden, solange es nicht befriedigt ist. Keine Befriedigung aber ist dauernd, vielmehr ist sie stets nur der Anfangspunkt eines neuen Strebens. Das Streben sehen wir überall vielfach gehemmt, überall kämpfend. Solange also immer als Leiden: kein letztes Ziel des Strebens, also kein Maß und Ziel des Leidens.[14]

Die Basis allen Wollens ist Bedürftigkeit, Mangel, also Schmerz.[15] Das Leben „schwingt also, gleich einem Pendel, hin und her zwischen dem Schmerz und der Langeweile“.[14] Schon seiner Anlage nach ist das Menschenleben keiner wahren Glückseligkeit fähig. Jede Lebensgeschichte ist eine Leidensgeschichte, eine fortgesetzte Reihe großer und kleiner Unfälle.[16]

Mächtigster Ausdruck des Willens ist der nicht dauerhaft zu befriedigende Geschlechtstrieb.

Im „Jammertal“ des Diesseits hält Schopenhauer den Tod für besser als das Leben. Es ist jedoch ein weit verbreiteter Irrtum, daraus eine Aufforderung zur Selbsttötung abzuleiten. Der Suizid stellt keine Lösung dar, weil der metaphysische Wille umgehend eine neue Form findet und so das Lebensrad aufs Neue in Gang bringt. Der Mensch ist jedoch als höchstes irdisches Wesen in der Lage, den Willen für sich zu negieren.

„Erkenntnis der Einheit aller Wesen und Askese, Verneinung des Willens zum Leben allein kann uns erlösen, nicht der Selbstmord, der nur die individuelle Erscheinung des Allwillens vernichtet.“[17]

Auch die Kunst, vor allem die Musik und die Moral tragen dazu bei, das frustrierende und schmerzvolle Dasein zu überwinden und ins Nirwana einzugehen.

Ästhetik

Die Kunst wirkt als zeitweiliges „Quietiv [Beruhigungsmittel] des Willens“. Diese Ästhetik erreicht in der Weltverneinung ihren Höhepunkt. Dem Menschen – als höchster Form des sich in der Erscheinungswelt objektivierenden Willens – ist die Möglichkeit gegeben, den Willen und das Leiden aufzuheben und so in einen Zustand des „Nichtseins“ (eine Art Nirwana) zu gelangen. Das „wahre Kunstwerk“ hilft ihm dabei, indem es das „innere Wesen“ einer Sache, seine Idee, bewusst macht und dem Betrachter auf diese Weise zu einer objektiven Sichtweise verhilft, die ihn aus seiner Subjektivität, seinem „Wollen“, emporhebt. Unter der Gewahrung einer Idee versteht Schopenhauer dabei die Antizipation eines Anschaulichen, seine Ahnung, welche durch das Kunstwerk gereizt wird.

„Daß wir Alle die menschliche Schönheit erkennen […], im ächten Künstler aber dies mit solcher Klarheit geschieht, daß er sie zeigt, wie er sie nie gesehen hat […]; dies ist nur dadurch möglich, daß der Wille, dessen adäquate Objektivation, auf ihrer höchsten Stufe, hier beurtheilt und gefunden werden soll, ja wir selbst sind. Dadurch allein haben wir in der Tat eine Anticipation Dessen, was die Natur […] darzustellen sich bemüht; welche Anticipation im ächten Genius von dem Grade der Besonnenheit begleitet ist, daß er, indem er im einzelnen Dinge dessen Idee erkennt, gleichsam die Natur auf halbem Worte versteht und nun rein ausspricht, was sie nur stammelt.“[18]

Die Musik nimmt eine besondere Stellung ein, da sie nach Schopenhauer ein objektives Abbild allen Wollens dieser Welt zu geben vermag, wobei der Tonlage die Schlüsselrolle für die Unterscheidung der unterschiedlichen Willensformen zukommt − je tiefer, desto näher an den Gesetzen der Materie, je höher, desto näher an den Beweggründen des Menschen:

„Ich erkenne in den tiefsten Tönen der Harmonie, im Grundbaß, die niedrigsten Stufen der Objektivation des Willens wieder, die unorganische Natur, die Masse des Planeten. Alle die hohen Töne, leicht beweglich und schneller verklingend, sind bekanntlich anzusehen als entstanden durch die Nebenschwingungen des tiefen Grundtones […] Dieses ist nun dem analog, daß die gesammten Körper und Organisationen der Natur angesehen werden müssen als entstanden durch die stufenweise Entwickelung aus der Masse des Planeten: diese ist, wie ihr Träger, so ihre Quelle: und das selbe Verhältniß haben die höheren Töne zum Grundbaß. […] Nun ferner in den gesammten die Harmonie hervorbringenden Ripienstimmen, zwischen dem Basse und der leitenden, die Melodie singenden Stimme, erkenne ich die gesammte Stufenfolge der Ideen wieder, in denen der Wille sich objektivirt. Die dem Baß näher stehenden sind die niedrigeren jener Stufen, die noch unorganisch, aber schon mehrfach sich äußernden Körper: die höher liegenden repräsentieren mir die Pflanzen- und die Thierwelt. […] Endlich in der Melodie, in der hohen, singenden, das Ganze leitenden und mit ungebundener Willkür in ununterbrochenem, bedeutungsvollem Zusammenhange eines Gedankens von Anfang bis zum Ende fortschreitenden, ein Ganzes darstellenden Hauptstimme, erkenne ich die höchste Stufe der Objektivation des Willens wieder, das besonnene Leben und Streben des Menschen.“[19]

Ethik

Moralphilosophisch formuliert Schopenhauer im Unterschied zu Kant eine Mitleidsethik. Der einzige Grund, uneigennützig zu handeln, ist die Erkenntnis des Eigenen im Anderen – das ist Mitleid (wobei der Begriff anders als der heutige Sprachgebrauch ein Mitempfinden meint). Schopenhauer verhandelt die Mitleidsethik im vierten Buch von Die Welt als Wille und Vorstellung und vor allem – konkretisierend – in der Preisschrift Ueber die Grundlage der Moral (oder auch Ueber das Fundament der Moral). Im ersten geht es ihm vor allem um die metaphysische Begründung, im letzten um die empirische Nachweisbarkeit (als Gegenprogramm zu Kant) der Mitleidsethik.

Jeder Mensch gilt bei Schopenhauer als Objektivation des Willens. Der einzelne Mensch ist als Subjekt eine Individuation des Willens. Da der Wille bei Schopenhauer als allmächtig gilt, aus ihm alles hervorgeht, hält nun jedes Individuum sich als Individuation des Willens für den Angelpunkt nicht seiner, sondern der Welt überhaupt. Diese Sichtweise resultiert aus der falschen Identifikation der Vorstellungen als Tatsachen, wobei der Nicht-Künstler dabei nicht das „Ding an sich“ (den Willen) hinter den Vorstellungen erkennt und deshalb seine individuellen Vorstellungen als „Dinge an sich“ identifiziert.

Im Gegenüber, im anderen Menschen, erkennt nun der Mensch (der individuierte Willen) denselben Willen. Der durch den Willen zur absoluten Bejahung des individuierten Willens strebende Mensch (Egoismus) erkennt nun in seinem Gegenüber, dass nur die absolute Verneinung des Willens des Gegenübers einer absoluten Bejahung des eigenen Willens entspricht. So bemerkt der vom blinden Willen getriebene Mensch, dass in allen anderen Lebewesen derselbe blinde Wille haust und sie ebenso leiden lässt wie ihn. Durch das Mitleid wird der Egoismus überwunden, der Mensch identifiziert sich mit dem Anderen durch die Einsicht in das Leiden der Welt. Nur dadurch kann der Wille, die treibende Kraft nach Schopenhauer, sich selbst am Leben erhalten.

Hieraus folgt ein im Vergleich zu Kant radikal anderer „Imperativ“:

„Neminem laede; imo omnes, quantum potes, juva.“

„Verletze niemanden, vielmehr hilf allen, soweit du kannst.“

Das Prinzip aller Moral

Seine Ethik schließt den Schutz der Tiere ein:

„Mitleid mit den Tieren hängt mit der Güte des Charakters so genau zusammen, daß man zuversichtlich behaupten darf, wer gegen Tiere grausam ist, könne kein guter Mensch sein.“[20]

Da er die Welt als Manifestation eines metaphysischen Willens betrachtet, der Mensch und Tier verbinde, wisse er kein schöneres Gebet als das: "Mögen alle lebenden Wesen von Schmerzen frei bleiben." Dementsprechend mahnt er Respekt vor der Einzigartigkeit des Lebens an:

„Jeder dumme Junge kann einen Käfer zertreten. Aber alle Professoren der Welt können keinen herstellen.“[21]

Politische Theorie

Im Zusammenhang mit der Revolution 1848 äußerte sich Schopenhauer zur Rolle des Staates: In der Natur herrsche Gewalt, auch zwischen den Menschen, was die „Masse“ in Vorteil bringe; aber da das Volk ein „ewig unmündiger Souverain“ sei, „unwissend, dumm und unrechtlich“, so müsse dessen „physische Gewalt der Intelligenz, der geistigen Überlegenheit“ unterworfen werden. Zweck des Staates sei es, dass „möglichst wenig Unrecht im Gemeinwesen“ herrsche, zugunsten des Gemeinwohls dürfe der Staat auch Unrechtes tun.

Schopenhauer bevorzugte einen aufgeklärten monarchischen Absolutismus, weil sich nur so die Menschen zügeln und regieren ließen. Er sprach von einem „monarchischen Instinkt im Menschen“. Republiken hingegen seien „widernatürlich, künstlich gemacht und aus der Reflexion entsprungen […] überall muß Ein Wille der leitende seyn.“

Wirkung und Rezeption

Kaum ein deutscher Philosoph der Neuzeit hat posthum sowohl breite Leserschichten als auch zahlreiche Berühmtheiten aus Kunst und Wissenschaft so unmittelbar erreicht wie Schopenhauer.

Literatur

Leo Tolstoi, Richard Wagner, Wilhelm Busch, Thomas Hardy, Friedrich Nietzsche, Henri Bergson, Thomas Mann, Hermann Hesse, Albert Einstein, Kurt Tucholsky, Samuel Beckett, Thomas Bernhard und viele andere gaben ihrer Verehrung für den Literaten und Philosophen Schopenhauer Ausdruck.

Tolstoi brachte Ende August 1869 einen regelrechten Schopenhauer-Panegyrikus zu Papier:

„Wissen Sie, was der diesjährige Sommer für mich bedeutet hat? Ununterbrochene Begeisterung für Schopenhauer und eine Reihe geistiger Genüsse, die ich niemals zuvor erfahren habe. […] Ich weiß nicht, ob ich meine Meinung einmal ändern werde, jetzt jedenfalls bin ich überzeugt, dass Schopenhauer der genialste aller Menschen ist […] Wenn ich ihn lese, ist mir unbegreiflich, weshalb sein Name unbekannt bleiben konnte. Es gibt höchstens eine Erklärung, eben jene, die er selber so oft wiederholt, nämlich dass es auf dieser Welt fast nur Idioten gibt.“[22]

Schopenhauers Einfluss auf die moderne deutsche Literatur ist kaum zu überschätzen. Dies zeigt sich nicht nur in den zahlreichen Anhängern unter den Literaten, sondern auch in seinem Beitrag zur Erneuerung der deutschen Schriftsprache. Insbesondere wegen seiner besonderen Beziehung zur Ästhetik beriefen sich viele Künstler und Schriftsteller auf die Lehre Schopenhauers. Ein Beispiel für Schopenhauers Bedeutung hinsichtlich seiner Haltung zur Sexualität ist der Roman Wettlauf zum Tod von Édouard Rod aus dem Jahr 1885.

Philosophie und Religion

Friedrich Nietzsche stellte seine 3. Unzeitgemäße Betrachtung unter den Titel Schopenhauer als Erzieher: „Ich gehöre zu den Lesern Schopenhauers, welche, nachdem sie die erste Seite von ihm gelesen haben, mit Bestimmtheit wissen, daß sie alle Seiten lesen und auf jedes Wort hören werden, das er überhaupt gesagt hat … Das kräftige Wohlgefühl des Sprechenden umfängt uns beim ersten Ton seiner Stimme; es geht uns ähnlich wie beim Eintritt in den Hochwald, wir atmen tief und fühlen uns auf einmal wiederum wohl … Ich ahnte in ihm jenen Erzieher und Philosophen gefunden zu haben, den ich so lange suchte. Zwar nur als Buch: und das war ein großer Mangel.“ Später freilich verwarf Nietzsche Schopenhauers Philosophie und kehrte dessen Pessimismus in einen radikal-optimistischen Vitalismus um. Dabei bleibt Schopenhauer offensichtlich eine Referenz.

Der Philosoph Eduard von Hartmann dagegen kritisierte schon sehr früh an Schopenhauers Lehre die „Verneinung der Welt“ als „feige persönliche Entsagung“. Der Theosoph Johannes Maria Verweyen lehnte die negative Grundhaltung ab: "einer Vorherrschaft der Unlust und des Lebensschmerzes, denen gegenüber dann Lust und Glücksgefühl nicht so richtig aufzukommen vermögen(...)"[23]

Ferdinand Tönnies’ Willenstheorie als Axiomatik der Soziologie in Gemeinschaft und Gesellschaft (1887) weist starke Einflüsse Schopenhauers auf.

Hermann Graf Keyserling verhöhnte das Artistentum Schopenhauers, dem es innerlich wie äußerlich stets um bloße Darstellung gegangen sei.[24]

Max Scheler bezeichnete Schopenhauer als Auslöser der wissenschaftlichen Lebensphilosophie: „[Er ist] Vorgänger des Pragmatismus – nicht als Philosophie, sondern als Methodologie der Wissenschaft […] insofern er den Intellekt als eine bloße Waffe des blinden Lebenswillens im Kampf ums Dasein ansieht […] ist er der Vorgänger Bergsons.“[25]

Max Horkheimers Denken war stark von Schopenhauers Pessimismus beeinflusst: „Daß alles Leben der Macht gehorcht und aus dem Zauberkreis des Egoismus gerade noch die Hingabe an die Sache, die Identifikation mit dem, was nicht ich bin, herauszuführen und ins Nichts hineinzuführen scheint - und das ist ein Mythos - hat Schopenhauer gesehen und war der Welt böse dafür.“[26]

Arnold Gehlen sah Schopenhauers Mitleidsethik als „Teilwahrheit“ im Rahmen seines eigenen Konzepts einer pluralistischen Ethik an und wies in diesem Zusammenhang auf die isolierte Lebenssituation des Philosophen hin: Das Mitleidsmotiv sei „verständlich als Stimme eines Mannes, der familienlos, staatenlos und berufslos, als zugereister Frankfurter und Rentier Mühe gehabt hätte, andere Antriebe zu Verpflichtungen in sich zu finden“.[27]

Die Verbreitung des Buddhismus in Deutschland lässt sich auch auf Schopenhauers Wirken zurückführen. Er sah in dieser Religion einen Gegenentwurf zur abendländischen Metaphysik und deutete deren Erkenntnisstreben als Mittel, die geistige Isolierung des Individuums zu durchbrechen. Schopenhauer fand zahlreiche Verbindungen zwischen seiner eigenen Philosophie und der buddhistischen Lehre, etwa den Atheismus. Die Indien-Begeisterung vieler damaliger Intellektueller wie auch die ersten Übersetzungen asiatischer Texte wurden durch seine Schriften angeregt.

Psychologie

Auch die Psychoanalyse Sigmund Freuds setzt unmittelbar bei Schopenhauers Lehre vom Willen und seiner Negierung an, indem sie die Schäden untersucht, die durch (willentliche oder unfreiwillige) Triebunterdrückung entstehen. Freuds Ansatz kann als Versuch der Re-Rationalisierung des menschlichen Lebens eingeordnet werden, da er eine Methode zur Analyse des schopenhauerschen Begriffs des Willens erarbeitet, mit dem Ziel, diesen kontrollierbar zu machen. „Wo ES war, soll ICH werden.“

Zudem knüpfte Carl Gustav Jung, Hauptvertreter der Analytischen Psychologie, mit seinem Konzept des kollektiven Unbewussten an Schopenhauer an.

Der Begründer der Individualpsychologie Alfred Adler deutete den schopenhauerschen Ansatz der Leidensüberwindung als fundamental positiven Aspekt in der menschlichen Entwicklung auf dem Weg von seiner Unmündigkeit bei der Geburt zur individuellen Vollkommenheit. Der bei Schopenhauer auf einen Weltwillen zielende Entwurf wird als schöpferisches Element in jedem Lebewesen interpretiert.[28] Adler sieht Schopenhauers Ansatz zur Verneinung des Lebens vorbereitet in einer feindlichen Beziehung zur Mutter.[29]

Weiteres

1911 gründete Paul Deussen die Schopenhauer-Gesellschaft, wurde ihr erster Präsident und begann mit der (unvollendeten) Herausgabe einer kritischen Schopenhauer-Ausgabe in 14 Bänden.

Zum 150. Todestag am 21. September 2010 erschienen Bücher, Zitatsammlungen[30][31] und Würdigungen.[32]

Werke

Maßgebliche Editionen wurden herausgegeben von Arthur Hübscher, Ludger Lütkehaus oder Wolfgang Freiherr von Löhneysen und die zehnbändige Zürcher Ausgabe von Angelika Hübscher.[33]

  • Ueber die vierfache Wurzel des Satzes vom zureichenden Grunde. 1813 (Dissertation Schopenhauers). Zweite, sehr verbesserte und beträchtlich vermehrte Auflage 1847 (Google Books). Dritte, verbesserte und vermehrte Auflage 1864 (Google Books).
  • Ueber das Sehn und die Farben. 1816 (Google Books). Zweite, verbesserte und vermehrte Auflage 1854.
  • Theoria colorum. 1830. (Lateinische Fassung der überarbeiteten Farbenlehre)
  • Die Welt als Wille und Vorstellung. Erster Band, 1819. Zweite, vermehrte Auflage 1844. Dritte, verbesserte und beträchtlich vermehrte Auflage 1859 (Google Books).
  • Ueber den Willen in der Natur. 1836. Zweite, verbesserte und vermehrte Auflage 1854 (Digitalisat).
  • Die beiden Grundprobleme der Ethik: Ueber die Freiheit des menschlichen Willens, Ueber das Fundament der Moral. 1841. Zweite, verbesserte und vermehrte Auflage 1860 (Google Books).
  • Die Welt als Wille und Vorstellung. Zweiter Band, 1844 (Digitalisat).
Parerga und Paralipomena, Erstausgabe

Darüber hinaus wurde Schopenhauers handschriftlicher Nachlass herausgegeben von Arthur Hübscher und Volker Spierling:

  • Arthur Hübscher (Hrsg.): Der handschriftliche Nachlaß in fünf Bänden. Vollständige Ausgabe in sechs Teilbänden. DTV, München 1985; unveränderter Nachdruck der historisch-kritischen Edition, Frankfurt a. M.: Waldemar Kramer 1966–1975. [Im Einzelnen: Frühe Manuskripte 1804–1811, Kritische Auseinandersetzungen 1809–1818, Berliner Manuskripte 1818–1830 (enthält die Eristische Dialektik), Die Manuskriptbücher der Jahre 1830–1852, Letzte Manuskripte/Gracians Handorakel (inkl. Über die, seit einigen Jahren, methodisch betriebene Verhunzung der deutschen Sprache), Randschriften zu Büchern]
  • Volker Spierling (Hrsg. und Einleitung): Philosophische Vorlesungen. 4 Bde. Aus dem handschriftlichen Nachlaß. Piper, München 1987–1990. [Im Einzelnen: Theorie des gesammten Vorstellens, Denkens und Erkennens, Metaphysik der Natur, Metaphysik des Schönen, Metaphysik der Sitten]
  • Ludger Lütkehaus (Hrsg.): Das Buch als Wille und Vorstellung. Arthur Schopenhauers Briefwechsel mit Friedrich Arnold Brockhaus. C. H. Beck, München 1996, ISBN 3-406-40956-3.
  • Ludger Lütkehaus: (Hrsg. und Nachwort): Ich bin ein Mann, der Spaß versteht – Einsichten eines glücklichen Pessimisten. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 2010, ISBN 978-3-423-13910-6.
  • Franco Volpi, Ernst Ziegler (Hrsg.): Senilia – Gedanken im Alter. C. H. Beck Verlag, München 2010, ISBN 978-3-406-59645-2.
  • Ernst Ziegler (Hrsg. und Vorwort): Über den Tod – Gedanken und Einsichten über letzte Dinge. C. H. Beck Verlag, München, 2010, ISBN 978-3-406-60567-3.

Sekundärliteratur

  • Walter Abendroth: Arthur Schopenhauer in Selbstzeugnissen und Bilddokumenten. Rowohlt Taschenbuch Verlag, Reinbek bei Hamburg 1967, ISBN 3-499-50133-3.
  • Sabine Appel: Arthur Schopenhauer, Leben und Philosophie. Artemis & Winkler, Düsseldorf 2007, ISBN 978-3-538-07241-1.
  • Dieter Birnbacher: Schopenhauer. Reclam, Grundwissen Philosophie, 2010, ISBN 978-3-15-020327-9.
  • Otto A. Böhmer: Schopenhauer oder die Erfindung der Altersweisheit. Beck, München 2010, ISBN 978-3-406-60095-1.
  • Alfred Estermann: Schopenhauers Kampf um sein Werk. Der Philosoph und seine Verleger. Insel, Frankfurt am Main 2005, ISBN 3-458-17252-1.
  • Margot Fleischer: Schopenhauer. Herder, Freiburg im Breisgau 2001, ISBN 3-451-04931-7.
  • Margot Fleischer: Schopenhauer als Kritiker der Kantischen Ethik. Königshausen & Neumann, Würzburg 2003, ISBN 3-8260-2470-2.
  • Wilhelm Gwinner: Arthur Schopenhauer aus persönlichem Umgang dargestellt. 2. Auflage. Verlag Waldemar Kramer, Frankfurt 1987, ISBN 3-7829-0349-8. (Diese Biographie wurde kurz nach Schopenhauers Tod verfasst.)
  • Arthur Hübscher: Schopenhauer. Biographie eines Weltbildes. Reclam Verlag, Stuttgart 1952 (Reclams Universal-Bibliothek 7716/17)
  • Arthur Hübscher: Denker gegen den Strom. Schopenhauer: Gestern – heute – morgen. Bouvier, Bonn 1973.
  • Arthur Hübscher: Arthur Schopenhauer, ein Lebensbild. 3. Auflage. Brockhaus, Mannheim 1988, ISBN 3-7653-0418-2.
  • Arthur Hübscher (Hrsg.): Arthur Schopenhauer. Welt und Mensch. Eine Auswahl aus dem Gesamtwerk. 2. Auflage. Verlag Philipp Reclam jun.: RUB Nr. 8451, Stuttgart 1992, ISBN 3-15-008451-2.
  • Lore Hühn: Schopenhauer, Arthur. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 23, Duncker & Humblot, Berlin 2007, ISBN 978-3-428-11204-3, S. 471–473 (Digitalisat).
  • Raphael Koeber: Schopenhauers Erlösungslehre. Duncker, Berlin 1882.
  • Roland Krischke: Schopenhauer in Gotha, Mitteldeutscher Verlag, Halle (Saale) 2013, ISBN 978-3-954620-24-1 (= Stationen 1).
  • Ferdinand Laban: Die Schopenhauer-Literatur. Versuch einer chronologischen Übersicht derselben. Reprint der Ausgabe von 1880. Franklin, New York, NY 1970.
  • Hugo Liepmann: Schopenhauer, Arthur. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 32, Duncker & Humblot, Leipzig 1891, S. 333–346.
  • Ludger Lütkehaus (Hrsg.): Das Buch als Wille und Vorstellung. Arthur Schopenhauers Briefwechsel mit Friedrich Arnold Brockhaus. Verlag C. H. Beck, München 1996, ISBN 3-406-40956-3.
  • Bryan Magee: The Philosophy of Schopenhauer. Oxford University Press, Oxford 1997, ISBN 0-19-823722-7.
  • Barbara Neymeyr: Ästhetische Autonomie als Abnormität. Kritische Analysen zu Schopenhauers Ästhetik im Horizont seiner Willensmetaphysik. Walter de Gruyter, Berlin/New York 1996.
  • Chise Onuki: Schopenhauers Willensmetaphysik. Eine Einführung zum Verständnis Schopenhauers und darüber hinaus. ISBN 978-3-638-92290-6.
  • Rüdiger Safranski: Schopenhauer und die wilden Jahre der Philosophie. Hanser, München 1987, ISBN 3-446-14490-0.
  • Axel Schlote: Die universale Urkraft und das moralische Genie. Notate und Komplemente (nicht nur) zur Philosophie von Arthur Schopenhauer. Wissenschaftlicher Verlag Berlin, Berlin 2014, ISBN 978-3-86573-786-1.
  • Alfred Schmidt: Schopenhauer und der Materialismus, in: Alfred Schmidt: Drei Studien über Materia-lismus. Schopenhauer. Horkheimer. Glücksproblem. Hanser, München - Wien 1977, ISBN 3-446-12460-8, S. 21-79.
  • Raymund Schmidt: Schopenhauer-Brevier. Dieterich’sche Verlagsbuchhandlung, Leipzig 1938. Sammlung Dieterich Bd. 37.
  • Walther Schneider: Schopenhauer. Dausien, Hanau 1985, ISBN 3-7684-4552-6.
  • Georg Simmel: Schopenhauer und Nietzsche. Ein Vortragszyklus. Mit einem Nachwort von Klaus H. Fischer „Über Simmel, Schopenhauer und Nietzsche“. Schutterwald/Baden 2001, ISBN 3-928640-14-3.
  • Volker Spierling: Arthur Schopenhauer zur Einführung. 3., verb. Auflage. Junius, Hamburg 2010, ISBN 978-3-88506-631-6.
  • Volker Spierling: Kleines Schopenhauer-Lexikon. Reclam Verlag, Ditzingen 2010, ISBN 978-3-15-020192-3.
  • Ralph Wiener: Der lachende Schopenhauer. Eine Blütenlese. Militzke, Leipzig 2003 (Taschenbuchausgabe, vorher zwei gebundene Ausgaben 1996 und 1999 im selben Verlag), ISBN 3-86189-608-7.
  • Robert Zimmer: Arthur Schopenhauer. Ein philosophischer Weltbürger. Biografie, dtv, München 2010, ISBN 978-3-423-24800-6.

Belletristik:

  • Christoph Poschenrieder: Die Welt ist im Kopf. Diogenes, Zürich 2010, ISBN 978-3-257-06741-5 (Der Roman begleitet Schopenhauer auf einer Reise nach Italien).
  • Irvin Yalom: Die Schopenhauer-Kur. btb, München 2005, ISBN 3-442-75126-8 (Ein Roman, der Psychotherapie mit der Philosophie Schopenhauers verbindet).

Weblinks

 Commons: Arthur Schopenhauer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Arthur Schopenhauer – Quellen und Volltexte
 Wikiversity: Schopenhauer Aphorismen zur Lebensweisheit – Kursmaterialien, Forschungsprojekte und wissenschaftlicher Austausch

Englisch:

Einzelnachweise

  1. Schopenhauers Familie soll ursprünglich niederländischer Herkunft gewesen sein, wofür der Name Schopenhauer/Schopenhouwer spricht; ursprünglich die Berufsbezeichnung für einen Schöpfkellenhersteller. Siehe hier.
  2. Rüdiger Safranski: Schopenhauer and the Wild Years of Philosophy. Harvard University Press, Massachusetts 1991, ISBN 0-674-79276-9, S. 52–53.
  3. Axel Burchardt: Schopenhauers Spuren in Thüringen. Festvortrag und Ausstellung am 13. November zum 200. Jahrestag von Schopenhauers Promotion. In: Universitätsarchiv. Friedrich-Schiller-Universität Jena, 8. November 2013, abgerufen am 13. Januar 2014.
  4. Brief vom 14. August 1818, zitiert nach Rudolf Borch: Schopenhauer. Sein Leben in Selbstzeugnissen, Briefen und Berichten. Propyläen-Verlag, Berlin 1941, S. 150.
  5. Brief vom 31. August 1818
  6. Brief vom 24. September 1818
  7. Eine gegenläufige Meinung vertritt jedoch z. B. Holger Althaus: Hegel und die heroischen Jahre der Philosophie. München: Carl Hanser Verlag, ISBN 3-446-16556-8, S. 579–581. Demzufolge starb Hegel an einem akuten Ausbruch einer chronischen Magenerkrankung.
  8. Aus dem „Englischen Hof“ am Roßmarkt hält sich bis heute die Anekdote, sein außerordentlicher Appetit habe manches Mal Aufmerksamkeit erregt. „Herr Doktor, Sie essen ja wirklich für zehn“, soll ein Tischnachbar zu ihm gesagt haben. „Ja freilich“, habe er entgegnet, „aber ich denke auch für zehn!“
  9. Wolfgang Benz (Hg.): Handbuch des Antisemitismus. Judenfeindschaft in Geschichte und Gegenwart. Band 2/2, De Gruyter, Berlin 2009, S. 745 ff.
  10. Arthur Schopenhauer: Die Welt als Wille und Vorstellung. Köln 1997, Erster Band, § 23.
  11. WWV I. § 56
  12. WWV II. Kap. 46
  13. WWV I. § 59
  14. a b I. c. § 56
  15. I. c. § 57
  16. I. c. § 59
  17. Arthur Schopenhauer: Die Welt als Wille und Vorstellung. Köln 1997, Zweiter Band, § 68.
  18. Arthur Schopenhauer: Die Welt als Wille und Vorstellung. Köln 1997, Erster Band, § 45.
  19. Arthur Schopenhauer: Die Welt als Wille und Vorstellung. Köln 1997, Erster Band, § 52.
  20. Grundlage der Moral, § 19
  21. Tiere, S. 451 und 453
  22. XVII, 330 f.
  23. Verweyen, Johannes M. Meisterung des Lebens, Dresden 1926. S.306
  24. Schopenhauer als Verbilder (1910)
  25. Max Scheler: Die Wissensformen und die Gesellschaft. München 1960, S. 223.
  26. Max Horkheimer: Notizen 1950 bis 1969 und Dämmerung. Notizen in Deutschland, hrsg. von Werner Brede, Frankfurt 1974, S. 63.
  27. Arnold Gehlen: Moral und Hypermoral. Eine pluralistische Ethik. 6. Aufl., Klostermann Verlag, Frankfurt/Main 2004, ISBN 3-465-03303-5, S. 53 f.
  28. Alfred Adler: Der Sinn des Lebens. Frankfurt am Main 1933
  29. Alfred Adler: Über den nervösen Charakter. Frankfurt am Main 1928
  30. Ludger Lütkehaus (Hrsg.): Arthur Schopenhauer: Ich bin ein Mann, der Spaß versteht. Einsichten eines glücklichen Pessimisten. dtv, 2010
  31. Ernst Ziegler (Hrsg.): Arthur Schopenhauer. Gedanken über den Tod. C. H. Beck, 2010
  32. Beispielsweise Ludger Lütkehaus: Das Sein ist nicht das Gute. Ein Porträt des Philosophen Arthur Schopenhauer, Die ZEIT, 26. August 2010. Konstantin Sakkas: Sieg der Entsagung. Leben und Sterben mit Schopenhauer. Deutschlandfunk, 19. September 2010. Edo Reents: Das Sein ist das Nichts. Zum 150. Todestags Schopenhauers, FAZ-net, 21. September 2010.
  33. Arthur Schopenhauer – Werk u. Studienausgabe. kritisches-netzwerk.de, mit Hinweisen zu den besonderen Eigenschaften der verschiedenen Gesamtausgaben.
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Dieser Artikel wurde am 13. Mai 2006 in dieser Version in die Liste der lesenswerten Artikel aufgenommen.