Wolfschlugen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Wolfschlugen
Wolfschlugen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Wolfschlugen hervorgehoben
48.6530555555569.2888888888889371Koordinaten: 48° 39′ N, 9° 17′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Landkreis: Esslingen
Höhe: 371 m ü. NHN
Fläche: 7,12 km²
Einwohner: 6170 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 867 Einwohner je km²
Postleitzahl: 72649
Vorwahl: 07022
Kfz-Kennzeichen: ES
Gemeindeschlüssel: 08 1 16 073
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Kirchstraße 19
72649 Wolfschlugen
Webpräsenz: www.wolfschlugen.de
Bürgermeister: Matthias Ruckh
Lage der Gemeinde Wolfschlugen im Landkreis Esslingen
Alb-Donau-Kreis Landkreis Böblingen Landkreis Göppingen Landkreis Ludwigsburg Landkreis Reutlingen Landkreis Tübingen Rems-Murr-Kreis Stuttgart Aichtal Aichwald Altbach Altdorf (Landkreis Esslingen) Altenriet Altenriet Baltmannsweiler Bempflingen Beuren (bei Nürtingen) Bissingen an der Teck Deizisau Denkendorf (Württemberg) Dettingen unter Teck Erkenbrechtsweiler Esslingen am Neckar Filderstadt Frickenhausen (Württemberg) Großbettlingen Hochdorf (bei Plochingen) Holzmaden Kirchheim unter Teck Köngen Kohlberg (Württemberg) Kohlberg (Württemberg) Leinfelden-Echterdingen Lenningen Lichtenwald Neckartailfingen Neckartenzlingen Neidlingen Neuffen Neuhausen auf den Fildern Notzingen Nürtingen Oberboihingen Ohmden Ostfildern Owen Plochingen Reichenbach an der Fils Schlaitdorf Unterensingen Weilheim an der Teck Wendlingen am Neckar Wernau (Neckar) WolfschlugenKarte
Über dieses Bild

Wolfschlugen ist eine Gemeinde im Landkreis Esslingen auf der Filderebene in Baden-Württemberg.

Geographie[Bearbeiten]

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Zur Gemeinde gehören außer dem Dorf Wolfschlugen keine weiteren Orte. Im Gemeindegebiet liegt die abgegangene Ortschaft Walthausen. Der Flurname Opfenweil(er) deutet auf eine ebenfalls abgegangene Ortschaft hin, diese ist jedoch nicht belegt.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Angrenzende Gemeinden sind Neuhausen auf den Fildern im Norden, Unterensingen im Osten, Nürtingen im Südosten, Aichtal im Südwesten und Filderstadt im Westen (alle Landkreis Esslingen).

Geschichte[Bearbeiten]

Wolfschlugen 1683/1685 im Kieserschen Forstlagerbuch
Wolfschlugen im Frühjahr
Rathaus
Evangelische Kirche
Inschriftstein am Rathaus

Wolfschlugen wird erstmals am 2. April 1318 urkundlich erwähnt. Der Kirchheimer Bürger Benz verkaufte Einkünfte von seinem Hof in Wolfschlugen. Es kann jedoch davon ausgegangen werden, dass schon sehr viel früher in diesem Bereich gesiedelt wurde, Zeugnis hierfür ist beispielsweise ein römischer Gutshof in einem Wald bei Wolfschlugen.

  • 1380 Der Gemeinde wird durch Graf Eberhard II. von Württemberg das Dorfrecht erteilt. Dadurch entwickelte sich aus der Ansiedlung ein richtiger Ort.
  • 1603 Die evangelische Kirche wird völlig umgebaut und erhält damit die noch heute erhaltene Form.
  • 1608/09 Bau des Rathauses durch die Baumeister Michel Knell und Jerg Mercklin
  • 1776 Erstes Schulhaus errichtet
  • 1866 Gründung der Freiwilligen Feuerwehr
  • 1899 Erste Telegraphenstation
  • 1903 Gründung des Musikvereins Wolfschlugen
  • 1906 Erste Telefonverbindung des Ortes
  • 1914 Elektrische Beleuchtung der Gemeinde
  • 1938 Eingliederung der Gemeinde in den Landkreis Nürtingen
  • 1970 Einweihung des gemeindeeigenen Sportplatzes und der Turn- und Festhalle
  • 1973 Durch die Auflösung des Landkreises Nürtingen geht Wolfschlugen zum Landkreis Esslingen über.
  • 1993 Einweihung der neuen Sporthalle

Wirtschaft[Bearbeiten]

Bis zu Ende des 17. Jahrhunderts war die Haupterwerbsquelle die Landwirtschaft. Nach und nach hielten auch andere Berufe in der Gemeinde ihren Einzug wie beispielsweise Maurer, Steinhauer, Zimmermänner, Gipser, Ziegler und Plattenleger. Dies wird von vielen alten Schriften belegt.

Mitte des 19. Jahrhunderts bis zum Ersten Weltkrieg machte sich Wolfschlugen überregional einen Namen mit den hier gefertigten Stickereien. Hierfür wurde eigens eine Stickereischule eröffnet. Heute kann man sich über diese Zeit in der Stickereiausstellung im Rathaus informieren.

In der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg begann die Ansiedlung kleinerer Industriebetriebe. Heute finden sich in Wolfschlugen mittelständische Unternehmen und zahlreiche Handwerksbetriebe viele davon sind im Industriegebiet in Richtung Nürtingen angesiedelt. Das Industriegebiet wurde in den letzten Jahren erheblich erweitert.

Wappen[Bearbeiten]

Die älteste Darstellung des Wappens von Wolfschlugen findet sich auf einem Inschriftstein von 1608 am Rathaus. Das etwas verschobene schwarze Z auf gelbem Grund stellt (wahrscheinlich) eine stilisierte Wolfsangel dar. Vermutlich wurde das Zeichen der Wolfsangel als passend zum Ortsnamen gewählt. Die Wolfsangel war ein Gerät zum Fang von Wölfen mit einem Doppelhaken als Träger des Köders. Das Zeichen fand als Forstsymbol, als Steinmetzzeichen und in der Heraldik Verwendung.

Religionen[Bearbeiten]

Seit der Reformation ist Wolfschlugen evangelisch geprägt. Die evangelische Kirchengemeinde Wolfschlugen hat ca. 3.200 Gemeindeglieder. Pfarrer ist derzeit Michael Karwounopoulos.[2]

Erst der Zuzug von Heimatvertriebenen nach dem Zweiten Weltkrieg führte wieder zu einer nennenswerten Zahl römisch-katholischer Gläubiger, die auch eine eigene Kirche im Ort besitzen. Die katholische Kirchengemeinde Wolfschlugen/Hardt ist eine Teilgemeinde der Kirchengemeinde St. Johannes in Nürtingen.

Insgesamt besitzt Wolfschlugen drei Kirchen darunter:

  • Evangelische Kirche in der Kirchstraße, erbaut 1468
  • Katholische Kirche in der Nürtinger Straße, erbaut 1982
  • Neuapostolische Kirche in der Riedstraße, erbaut 1962

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Die Einwohnerzahlen sind Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen des Statistischen Landesamtes (nur Hauptwohnsitze).

Stichtag Einwohnerzahl
3. Dezember 1834 ¹ 1.206
1. Dezember 1871 ¹ 1.281
1. Dezember 1900 ¹ 1.407
17. Mai 1939 ¹ 1.762
13. September 1950 ¹ 2.239
6. Juni 1961 ¹ 2.689
27. Mai 1970 ¹ 3.547
25. Mai 1987 ¹ 5.212
31. Dezember 1995 5.710
31. Dezember 2000 6.082
31. Dezember 2005 6.264
31. Dezember 2010 6.309

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat in Wolfschlungen hat 14 Mitglieder. Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 führte zu folgendem vorläufigen Ergebnis[3]. Das amtliche Endergebnis wird vom Statistischen Landesamt gegen Ende des Jahres bekannt gegeben. Der Gemeinderat besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt.

Parteien und Wählergemeinschaften %
2014
Sitze
2014
%
2009
Sitze
2009
Kommunalwahl 2014
 %
40
30
20
10
0
30,73 %
23,12 %
17,81 %
14,31 %
14,03 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   2
   0
  -2
  -4
+1,83 %p
+0,02 %p
-0,39 %p
+0,21 %p
+1,33 %p
FB Freie Bürgerliste 30,73 4 28,9 4
UW Unabhängige Wählervereinigung 23,12 3 23,1 3
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 17,81 3 18,2 3
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 14,31 2 14,1 2
OGL Offene Grüne Liste 14,03 2 12,7 2
gesamt 100,0 14 100,0 14
Wahlbeteiligung 55,61 % 57,6 %

Partnerschaften[Bearbeiten]

Mit folgenden Gemeinden unterhält Wolfschlugen Partnerschaften:

Die Evangelische Kirchengemeinde unterhält seit 2007 eine Gemeindepartnerschaft mit der Evangelischen Kirchengemeinde Ljubljana in Slowenien.[4]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten]

Für die Kleinsten gibt es in Wolfschlugen vier Kindergärten – einen kirchlichen und drei nicht konfessionelle – mit insgesamt zehn Gruppen. Eine Grundschule besteht am Ort, seit Juli 2010 wurde die Hauptschule aufgegeben und zusammen mit dem Nachbarort Neuhausen ein Schulverband gegründet, der in Neuhausen eine Hauptschule mit Werkrealschule betreibt.

Die Ortsbücherei Wolfschlugen befindet sich in der Rathausstraße 1 und ist für jedermann zugänglich.

Ver- und Entsorgung[Bearbeiten]

Das Stromnetz in der Gemeinde wird von der EnBW Regional AG betrieben.[5] Eine Erdgasversorgung besteht nicht. Wolfschlugen ist Mitglied im Zweckverband Filderwasserversorgung, von dessen Pumpwerk in Neckartailfingen die Gemeinde ihr Trinkwasser bezieht. Zur Reinigung des Abwassers betreibt die Gemeinde eine Kläranlage in den Winkelwiesen. Für die Abfallentsorgung ist der Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises Esslingen zuständig. Es bestehen getrennte Sammlungen für Biomüll, Hausmüll und Papier. Verpackungen werden im Rahmen des Grünen Punktes in sogenannten gelben Säcken gesammelt. Sperrmüll wird gegen Abgabe eines von zwei Gutscheinen jährlich kostenlos abgeholt oder kann zu einer Entsorgungsstation gebracht werden. Bei den Entsorgungsstationen können auch Elektro- und Metallschrott sowie andere wiederverwertbare Stoffe abgegeben werden.

Verkehr[Bearbeiten]

Die Gemeinde Wolfschlugen liegt an den Landesstraßen 1205 (Filderstadt–Nürtingen) und 1202 (nach Neuhausen). Außerdem gibt es noch eine Verbindung über die Kreisstraße 1222 ins Aichtal nach Grötzingen. Die Bundesautobahn 8 Stuttgart–München verläuft rund fünf Kilometer nördlich der Gemeinde. Wolfschlugen ist über die Ausfahrt Esslingen (Nr. 54) zu erreichen.

An den öffentlichen Nahverkehr ist die Gemeinde über zwei Omnibuslinien angeschlossen. Der nächstgelegene Bahnhof ist in Nürtingen. Dieser liegt an der Neckar-Alb-Bahn Stuttgart–Tübingen. Mindestens stündlich (nachmittags halbstündlich) verkehrt der Regionalexpress zwischen Tübingen und Stuttgart, eine Viertelstunde versetzt dazu die Regionalbahn zwischen Plochingen und Tübingen bzw. Herrenberg. Außerdem führt vom Nürtinger Bahnhof die Tälesbahn – eine Nebenbahn der WEG – nach Neuffen.

Etwa acht Kilometer nordwestlich der Gemeinde befindet sich mit dem Flughafen Stuttgart der größte und wichtigste Flughafen des Landes Baden-Württemberg.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Evangelische Kirchengemeinde Wolfschlugen
  3. Wahlinformationen des Kommunalen Rechenzentrums Stuttgart
  4. Evangelische Kirchengemeinden von Wolfschlugen und Ljubljana besiegelten am Reformationstag ihre Partnerschaft
  5. BDEW (Hrsg.): Karte der Stromnetzbetreiber 2012. Frankfurt 2012.

Literatur[Bearbeiten]

  • Hans Schwenkel: Heimatbuch des Kreises Nürtingen. Band 2. Würzburg 1953, S. 1268–1286.
  • Klaus E. Bleich u. a.: Wolfschlugen. Die Gemeinde und ihre Geschichte. Wegrahistorik-Verlag, Stuttgart 1994, ISBN 3-929315-02-5.
  • Martin Luik, Dieter Müller Theiss: Römerzeitliche Geländedenkmäler. Heft 2. Die römischen Gutshöfe von Esslingen-Berkheim und Wolfschlugen (Landkreis Esslingen). Theiss, Stuttgart 1999, ISBN 3-8062-1474-3.
  • Biel, Jörg: Der römische Gutshof "Waldhauser Schloß" bei Wolfschlugen, Kreis Esslingen Stuttgart. Landesdenkmalamt. 1974. 4 S.: Ill.. Kulturdenkmale in Baden-Württemberg; 7.
  • Der Landkreis Esslingen - Hrsg. vom Landesarchiv Baden-Württemberg i.V. mit dem Landkreis Esslingen, Jan Thorbecke Verlag, Ostfildern 2009, ISBN 978-3-7995-0842-1, Band 2, Seite 493

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Wolfschlugen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien