Plochingen
| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Baden-Württemberg | |
| Regierungsbezirk: | Stuttgart | |
| Landkreis: | Esslingen | |
| Höhe: | 276 m ü. NN | |
| Fläche: | 10,65 km² | |
| Einwohner: |
14.089 (31. Dez. 2011)[1] |
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| Bevölkerungsdichte: | 1323 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 73207 | |
| Vorwahl: | 07153 | |
| Kfz-Kennzeichen: | ES | |
| Gemeindeschlüssel: | 08 1 16 056 | |
| Adresse der Stadtverwaltung: |
Schulstraße 5–7 73207 Plochingen |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Frank Buß (unabhängig) | |
| Lage der Stadt Plochingen im Landkreis Esslingen | ||
Plochingen ist eine Stadt in Baden-Württemberg. Sie liegt etwa 20 Kilometer südöstlich der Landeshauptstadt Stuttgart am Zusammenfluss von Neckar und Fils im Landkreis Esslingen.
Inhaltsverzeichnis |
Geografie [Bearbeiten]
Nachbargemeinden [Bearbeiten]
Angrenzende Gemeinden sind im Nordwesten Esslingen, im Nordosten Baltmannsweiler, im Osten Reichenbach an der Fils, im Südosten Hochdorf, im Süden Wernau, im Südwesten Deizisau und im Westen Altbach (alle im Landkreis Esslingen).
Stadtgliederung [Bearbeiten]
Zu Plochingen gehören die Stadt Plochingen, der nordöstlich der Stadt liegende Stadtteil Stumpenhof und östlich liegend der Stadtteil Lettenäcker.[2]
Geschichte [Bearbeiten]
Plochingen wurde im Jahr 1146 als Blochingen erstmals in einer Urkunde des Königs Konrad III. von Hohenstaufen erwähnt. Es gab in Plochingen zwei Burgen, von denen jedoch nichts mehr übrig ist[3]. Plochingen wurde 1698 Poststation auf der kaiserlichen Postlinie zwischen Antwerpen und Venedig. 1846 kam die Filstalbahn bis nach Plochingen, nur ein Jahr nachdem in Württemberg auf der Strecke zwischen Cannstatt und Untertürkheim zum ersten Mal ein Zug gefahren war. 1888 wurde in der Gaststätte Waldhorn der Schwäbische Albverein gegründet. Am 1. Juni 1913 zerstörte ein Tornado zahlreiche Gebäude in Plochingen.[4] Am 13. April 1948 wurde die Gemeinde Plochingen zur Stadt erhoben. Am 12. Juli 1968 erfolgte die Einweihung des Neckarhafens Plochingen. Seit Beginn des S-Bahn-Betriebes im Großraum Stuttgart am 1. Oktober 1978 werden die Fahrzeuge im Bahnbetriebswerk Plochingen technisch gewartet und gereinigt.
1998 war Plochingen Gastgeber der Landesgartenschau Baden-Württemberg.
Religion [Bearbeiten]
Seit der Reformation ist Plochingen evangelisch geprägt. Neben der evangelischen Kirchengemeinde Plochingen gibt es aber auch wieder eine römisch-katholische Kirchengemeinde. In den letzten Jahren entstanden auch eine evangelisch-methodistische und eine neuapostolische Gemeinde.
Einwohnerentwicklung [Bearbeiten]
Die Einwohnerzahlen sind Schätzungen, Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen des Statistischen Landesamtes (nur Hauptwohnsitze).
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Politik [Bearbeiten]
Plochingen bildet mit Altbach und Deizisau den Gemeindeverwaltungsverband Plochingen.
Bürgermeister [Bearbeiten]
- bis 1969: Emil Hartung
- 1969–2008: Eugen Beck
- seit 2008: Frank Buß
Gemeinderat [Bearbeiten]
Seit der letzten Kommunalwahl am 7. Juni 2009 hat der Gemeinderat 22 Mitglieder. Die Wahlbeteiligung lag bei 51,19 %. Die Wahl brachte folgendes Ergebnis:
| CDU – Wahlgemeinschaft | 7 Sitze | (28,80 %) |
| SPD | 6 Sitze | (27,38 %) |
| Bürgervereinigung Plochingen, Freie Wähler (BVP) | 4 Sitze | (19,88 %) |
| Offene Grüne Liste Plochingen e. V. (OGL) | 4 Sitze | (16,37 %) |
| Bürgerliste Plochingen | 1 Sitz | (4,38 %) |
Vorsitzender des Gemeinderates ist der Bürgermeister.
Wappen [Bearbeiten]
Das Stadtwappen ist fünfmal schräglinks geteilt von Blau und Gold. Die Stadtfarben sind Blau-Gelb.
Städtepartnerschaften [Bearbeiten]
Partnerstädte von Plochingen sind
Landskrona in Südschweden seit 1971,
Zwettl im niederösterreichischen Waldviertel seit 1993 und
Oroszlány in Ungarn seit 2010
Wirtschaft und Infrastruktur [Bearbeiten]
- Neckarhafen mit Ansiedlung von rund 20 Unternehmen und etwa 1.400.000 Tonnen Jahresumschlag
- Seit einigen Jahren wird in Plochingen wieder Wein angebaut. Die Plochinger Lagen gehören zur Großlage Weinsteige im Bereich Remstal-Stuttgart.
Verkehr [Bearbeiten]
Die Stadt ist mit dem Auto über die Bundesstraße 10 von Stuttgart aus in etwa 25 Minuten zu erreichen. Bei Plochingen zweigt zudem die B 313 Richtung Tübingen und Stockach von der B 10 ab.
Der Plochinger Bahnhof ist Verkehrsknotenpunkt der Deutschen Bahn auf der Neckar-Alb-Bahn (Stuttgart–Tübingen–Horb am Neckar) und der Filstalbahn (Stuttgart–Ulm–München). Er wird von Fernverkehrszügen, Regionalzügen und der Linie S1 der S-Bahn Stuttgart bedient. Die Wartung der Triebwagen der S-Bahn Stuttgart findet im S-Bahnbetriebswerk Plochingen statt.
Der Neckarhafen in Plochingen ist seit 12. Juli 1968 Endpunkt des schiffbaren Neckars. Er wurde als Hafen für die gewerbliche Binnenschifffahrt ausschließlich für den reinen Gütertransport ohne Personenschifffahrt konzipiert. Das Hafengelände erstreckt sich entlang zweier Hafenbecken. Verantwortlich für die Konzeption, Realisation und Entwicklung war von 1954 bis 1992 Hafendirektor Dr. rer. pol. Heinz Kreeb. Seit 1992 ist mit der Geschäftsführung Hafendirektor Eberhard Weiß betraut. Im Neckarhafen haben sich knapp 20 Unternehmen mit einem Investitionsvolumen von etwa 100.000.000 EUR angesiedelt. Hauptumschlaggüter sind Eisen-/Stahlprodukte/Schrott, Futtermittel/Getreide, Mineralöl und Holz. Der Güterumschlag pro Jahr beträgt über 1.300.000 Tonnen.
Ansässige Unternehmen [Bearbeiten]
- Deutschlandzentrale der Decathlon S.A. (Sporteinzelhandelskette)
- CeramTec AG (Technische Keramiken)
- Robert Bosch GmbH (Kfz-Prüftechnik, Training)
Bildungseinrichtungen [Bearbeiten]
Plochingen verfügt über ein Gymnasium (Gymnasium Plochingen), eine Realschule, eine Grund- und Hauptschule, eine Förderschule und eine reine Grundschule. Darüber hinaus gibt es neun Kindergärten in der Stadt.
Kultur und Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]
Plochingen liegt an der Württemberger Weinstraße mit vielen Sehenswürdigkeiten.
Bauwerke [Bearbeiten]
- Der Marktplatz mit Fachwerkhäusern, darunter das Alte Rathaus (1530)
- Die gotische Stadtkirche St. Blasius (1488)
- Die Ottilienkapelle (1328)
- Das Haus Gablenberg (1799)
- Das Hundertwasserhaus „Wohnen unterm Regenturm“ (1991–1994)
- Das heutige Rathaus (1900) mit der Städtischen Galerie
- Die katholische Kirche St. Konrad (1929)
- Das Weinbergtürmle
- Der Aussichtsturm auf dem Stumpenhof
- Das von Tomi Ungerer entworfene Kunstklo „Les Toilettes“ (2007) neben der Ottilienkapelle
Persönlichkeiten [Bearbeiten]
Söhne und Töchter der Stadt [Bearbeiten]
- Ferdinand Huttenlocher (1856–1925), Bildhauer und Maler, Fachlehrer u. a. an der Kunstgewerbeschule Bern
- Heinz Mauser (1919–1995), Chemiker und Professor für physikalische Chemie
- Gotthilf Fischer (* 1928 in Plochingen), Chorleiter, bekannt durch die von ihm gegründeten Fischer-Chöre
- Werner Niefer (1928–1993), Automobilmanager, Vorstandsvorsitzender der Mercedes-Benz AG
- Gerhard Mahler (1930–1996), Unternehmer und Politiker (CDU), Landtagsabgeordneter, von 1972 bis 1976 Staatssekretär
- Egon Eigenthaler (* 1938), Werbegrafiker und Politiker (Republikaner), Landtagsabgeordneter
- Herbert Henzler (* 1941), Deutschlandchef von McKinsey (1985–1999)
Personen mit Bezug zu Plochingen [Bearbeiten]
- Otto Löffler (1871–1949), Komponist, Chorleiter, Dirigent und Musikverleger
Trivia [Bearbeiten]
In den Karl-May-Verfilmungen „Die Pyramide des Sonnengottes“ und „Der Schatz der Azteken“, deren Handlung 1864 spielt, gibt der Handelsreisende Andreas Hasenpfeffer – treuer Begleiter Dr. Sternaus – an, aus „Plochingen am Neckarstrand“ zu stammen. Er stellt sich mit den Worten „Andreas Hasenpfeffer aus dem schönen Plochingen am Neckarstrand, 2413 Einwohner, darunter 99 Katholiken.“ vor.
Die Wasserführung des Neckars wird durch den Pegel Plochingen angezeigt. Er lag als einziger Pegel am Neckar im freien Gefälle des Neckars bis 1962 das Wehr Deizisau errichtet wurde. Um die Stauschwankungen fernzuhalten, ergab sich der Bau einer Schwelle rund 100 m unterhalb der Straßenbrücke Plochingen und die Verlegung des Pegels dorthin. Bei dem großen Hochwasser im Februar 1970 wurde jedoch die Schwelle aus Schüttsteinen zerstört. Da die Kosten für den Bau einer neuen Schwelle in Beton zu hoch waren, wurde eine andere Möglichkeit realisiert. Die Abflusswerte von Wendlingen am Neckar und von Reichenbach an der Fils werden an einen Rechner übertragen und addiert. Daraus wird der theoretische Wasserstand für den alten Pegel Plochingen (vor der Zerstörung der Schwelle) errechnet. Diese Werte werden im Internet für die Wasserwirtschaft und die Schifffahrt bereitgestellt.[5]
Literatur [Bearbeiten]
- Otto Wurster: Eßlinger Heimatbuch für Stadt und Umgebung. Eßlingen 1931. Darin: Plochingen (S. 259–267, mit Stadtplan).
- Landesarchiv Baden-Württemberg, Landkreis Esslingen (Hrsg.): Der Landkreis Esslingen. Jan Thorbecke Verlag, Ostfildern 2009, ISBN 978-3-7995-0842-1, Band 2, Seite 377.
Weblinks [Bearbeiten]
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Bevölkerungsentwicklung in den Gemeinden Baden-Württembergs 2011 (Hilfe dazu)
- ↑ Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band III: Regierungsbezirk Stuttgart, Regionalverband Mittlerer Neckar. Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-004758-2, S. 236–237.
- ↑ Burgen und Schlösser des Landkreises Esslingen
- ↑ Stadt Plochingen – Aus der Geschichte. Abgerufen am 15. Januar 2013.
- ↑ Der Pegel Plochingen beim Elektronischen Wasserstraßen-Informationssystem (ELWIS)
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