Neckartenzlingen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Neckartenzlingen
Neckartenzlingen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Neckartenzlingen hervorgehoben
48.5905555555569.2338888888889289Koordinaten: 48° 35′ N, 9° 14′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Landkreis: Esslingen
Höhe: 289 m ü. NHN
Fläche: 9,03 km²
Einwohner: 6342 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 702 Einwohner je km²
Postleitzahl: 72654
Vorwahl: 07127
Kfz-Kennzeichen: ES
Gemeindeschlüssel: 08 1 16 042
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Planstraße 2
72654 Neckartenzlingen
Webpräsenz: www.neckartenzlingen.de
Bürgermeister: Herbert Krüger (SPD)
Lage der Gemeinde Neckartenzlingen im Landkreis Esslingen
Alb-Donau-Kreis Landkreis Böblingen Landkreis Göppingen Landkreis Ludwigsburg Landkreis Reutlingen Landkreis Tübingen Rems-Murr-Kreis Stuttgart Aichtal Aichwald Altbach Altdorf (Landkreis Esslingen) Altenriet Altenriet Baltmannsweiler Bempflingen Beuren (bei Nürtingen) Bissingen an der Teck Deizisau Denkendorf (Württemberg) Dettingen unter Teck Erkenbrechtsweiler Esslingen am Neckar Filderstadt Frickenhausen (Württemberg) Großbettlingen Hochdorf (bei Plochingen) Holzmaden Kirchheim unter Teck Köngen Kohlberg (Württemberg) Kohlberg (Württemberg) Leinfelden-Echterdingen Lenningen Lichtenwald Neckartailfingen Neckartenzlingen Neidlingen Neuffen Neuhausen auf den Fildern Notzingen Nürtingen Oberboihingen Ohmden Ostfildern Owen Plochingen Reichenbach an der Fils Schlaitdorf Unterensingen Weilheim an der Teck Wendlingen am Neckar Wernau (Neckar) WolfschlugenKarte
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Neckartenzlingen ist eine Gemeinde im Landkreis Esslingen in Baden-Württemberg.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Neckartenzlingen liegt im Neckartal an der Mündung der Erms in den Neckar, rund 25 Kilometer südlich von Stuttgart und 10 Kilometer nördlich von Reutlingen zwischen 288 und 415 Meter Höhe.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Zur Gemeinde Neckartenzlingen gehören das Dorf Neckartenzlingen und der Weiler Hammetweil.[2]

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Folgende Gemeinden grenzen an Neckartenzlingen. Sie werden im Uhrzeigersinn, beginnend im Nordosten, genannt: Neckartailfingen, Altdorf, Bempflingen, Stadt Reutlingen (Stadtteil Mittelstadt), Pliezhausen, Altenriet und Schlaitdorf.

Geschichte[Bearbeiten]

Auf der Gemarkung von Neckartenzlingen sind Siedlungsreste aus der Jungsteinzeit (2.300 v. Chr.) gefunden worden, südlich des Orts Grabhügel aus der Hallstattzeit. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde ein gepflastertes Stück Römerstraße (von Rottenburg nach Cannstatt) ausgegraben.

Vermutlich um 500 n. Chr. gründeten die Alemannen den Ort, Reihengräber wurden im Ostteil des Orts gefunden.

Die erste urkundliche Erwähnung Neckartenzlingens stammt aus einem Schenkungsbuch des Klosters Hirsau (Codex Hirsaugiensis), das die Stiftungen und Erwerbungen des Klosters aufzählt. In dieser Urkunde erscheint der Name Tuntzlingen erstmals um das Jahr 1080.

Im 19. Jahrhundert war Neckartenzlingen ein Zentrum des Sandsteinabbaues, mit mehr als 20 Steinbrüchen, in denen der geschätzte, weiße, Neckartenzlinger Sandstein gewonnen wurde. Diesen verarbeitete man weithin zu qualitativen Mühlsteinen bzw. Wetzsteinen, er fand jedoch auch im Baugewerbe Verwendung. Am Kölner Dom und am Ulmer Münster wurden ebenfalls Neckartenzlinger Sandsteine verarbeitet.[3][4]

Seit 1938 gehörte Neckartenzlingen zum Landkreis Nürtingen, mit dem es 1973 im Landkreis Esslingen aufging.

Hammetweil[Bearbeiten]

Der Gutshof Hammetweil im Kieserschen Forstlagerbuch 1683/1685

1266 wird die Burg Hammetweil erstmals urkundlich erwähnt als Nohmuotwiler. Sie wechselte in den ersten Jahrhunderten häufig den Besitzer; 1543–1805 gehörte sie den württembergischen Erbmarschällen Freiherren Thumb von Neuburg, 1805–1866 den Thumb als württembergisches Mannlehen und ist seither bis heute Eigentum der Familie Thumb.

Religionen[Bearbeiten]

Obwohl Neckartenzlingen seit der Reformation evangelisch geprägt ist, gibt es heute auch eine römisch-katholische und eine neuapostolische Gemeinde.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

  • 1824: 863
  • 1834: 983
  • 1861: 1060
  • 1900: 1468
  • 1939: 1739
  • 1946: 2240
  • 1961: 3162
  • 1970: 4944
  • 1980: 5304
  • 1990: 5804
  • 2000: 6241
  • 2005: 6331
  • 2010: 6150

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat in Neckartenzlingen hat 18 Mitglieder. Die Wahlbeteiligung bei der Kommunalwahl am 7. Juni 2009 lag bei 59,92 % und ergab folgende Sitzverteilung:

Ergebnisse der Kommunalwahl vom 7. Juni 2009
Freie Bürger Liste 30,2 % 6 Sitze ± 0
SPD 20,1 % 4 Sitze ± 0
Unabhängige Wählervereinigung 14,1 % 3 Sitze – 1
Alternative für Neckartenzlingen 10,4 % 2 Sitze ± 0
Neckartenzlinger Bürger 9,0 % 1 Sitz + 1
CDU 8,3 % 1 Sitz ± 0
Junge Liste Neckartenzlingen 7,3 % 1 Sitz ± 0

Der Gemeinderat besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt.

Bürgermeister[Bearbeiten]

Herbert Krüger wurde bei der Bürgermeisterwahl am 9. November 2008 in seinem Amt bestätigt.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: In blauem Schild ein liegender goldener Doppelhaken (Wolfsangel).

Das Wappen geht auf ein altes Fleckenzeichen zurück, das sich in Verbindung mit einem „D“ (für Denzlingen) schon an der 1742 erbauten Neckarbrücke in Stein gehauen findet.

Gemeindepartnerschaft[Bearbeiten]

Neckartenzlingen unterhält eine Partnerschaft mit dem ungarischen Komló.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Durch Neckartenzlingen verlaufen die B 297 von Nürtingen nach Tübingen und die B 312 von Stuttgart nach Reutlingen.

Der öffentliche Personennahverkehr wird durch die VVS-Buslinien 188 (nach Nürtingen), 190 (nach Aich), 196 (nach Nürtingen) und 197 (nach Metzingen) bedient. Neckartenzlingen besitzt keinen Bahnhof. Die nächsten Bahnhöfe befinden sich in Bempflingen oder Nürtingen.

Bildung[Bearbeiten]

Das Schulzentrum Auwiesen bietet einem Gymnasium, einer Realschule, einer Grund- und Hauptschule sowie der Außenstelle Neckartenzlingen der Theodor-Eisenlohr-Förderschule Platz.

Die SMV des Gymnasiums Neckartenzlingen hat im Jahr 2006 den Ehrenamtspreis des Landes-Baden Württemberg „Echt gut!“ (dotiert mit 5.000 Euro) in zwei Kategorien („Junge Macher“ und Publikumspreis) für ihr in Eigenregie konzipiertes „Projekt Schulgestaltung“ gewonnen. Zudem wurde das Projekt „Die 1. Neckartenzlinger Filmfestspiele“, ein ebenfalls von der SMV organisiertes Pilotprojekt, mit der „Goldenen Göre“ (dotiert mit 10.000 Euro) ausgezeichnet. Das Projekt Schulgestaltung sowie die Filmfestspiele werden mittlerweile als Vorbildprojekt für andere Schulen in Baden-Württemberg genutzt.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Zur Stromversorgung des Werkes in Neckartenzlingen hat die ehemalige Baumwollspinnerei Gminder das Wasserkraftwerk Neckartenzlingen errichtet.

Ver- und Entsorgung[Bearbeiten]

Stromversorgung[Bearbeiten]

Das Stromnetz in der Gemeinde wird seit 2013 von der FairEnergie, Reutlingen betrieben.[5]

Gasversorgung[Bearbeiten]

Das Erdgasnetz wird von der FairEnergie GmbH betrieben, einem Tochterunternehmen der Stadtwerke Reutlingen GmbH und der EnBW Kommunale Beteiligungen GmbH.[6]

Wasserversorgung[Bearbeiten]

Die Gemeinde ist Mitglied im Zweckverband Filderwasserversorgung.

Abwasserbeseitigung[Bearbeiten]

Zur Reinigung des Abwassers wird eine eigene Kläranlage betrieben.

Abfallentsorgung[Bearbeiten]

Die Abfallentsorgung wird vom Abfallwirtschaftsbetrieb Esslingen organisiert, einem Eigenbetrieb des Landkreises Esslingen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

13 Baudenkmäler in chronologischer Reihenfolge ihrer Entstehung werden im "Geschichtslehrpfad Neckartenzlingen" (Ausführung und Gestaltung Erika und Helmuth Kern) beschrieben. 2007 hat ihn der Arbeitskreis Geschichtslehrpfad in der Interessengemeinschaft Neckartenzlinger Ortsgeschichte e.V. (INO) geschaffen.[7]

Sport[Bearbeiten]

Die Richard Hirschmann-Rundsporthalle verfügt über drei Hallenabteile und einen Gymnastikboden. Sie wird von Vereinen und zum Schulsport genutzt. Im Heiligen Bronn befinden sich zwei Fußballfelder mit Sportheim sowie eine Tennisanlage mit fünf Plätzen und Vereinsheim. Des Weiteren gibt es auf dem Schulgelände ein Schulsport-Stadion mit Weitsprung- und Beachvolleyballanlage

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Fritz Reiff: Neckartenzlingen einst und jetzt, Ein Heimatbuch. - Hrsg. von der Gemeinde Neckartenzlingen, 1959
  • Hans Schwenkel: Heimatbuch des Kreises Nürtingen. Band 2. Würzburg 1953, S. 636–667.
  • Der Landkreis Esslingen - Hrsg. vom Landesarchiv Baden-Württemberg i.V. mit dem Landkreis Esslingen, Jan Thorbecke Verlag, Ostfildern 2009, ISBN 978-3-7995-0842-1, Band 2, Seite 197

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Neckartenzlingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band III: Regierungsbezirk Stuttgart, Regionalverband Mittlerer Neckar. Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-004758-2. S. 206–207
  3. Webseite der Gemeinde Neckartenzlingen, zum Sandsteinabbau
  4. Scan aus der Pfälzer Zeitung, Nr. 246, vom 15. Oktober 1856, Ludwighafen am Rhein, mit zeitgenössischer Werbeanzeige für Neckartenzlinger Mühlsteine
  5. http://www.neckartenzlingen.de/servlet/PB/menu/1326310_l1/index.html Pressemitteilung zur Unterzeichnung des Konzessionsvertrages
  6. BDEW (Hrsg.): Karte der Gasnetzbetreiber 2012. Frankfurt 2012.
  7. Webseite der Gemeinde Neckartenzlingen, zum Geschichtslehrpfad Neckartenzlingen
  8. Das Dankschreiben des Führers liegt im Tresor, Stuttgarter Zeitung, Artikel vom 31. Oktober 2013
  9. Pressemitteilung des Gemeinderats Neckartenzlingen, Gemeindeverwaltung Neckartenzlingen 5. Dezember 2013