Holzmaden

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Holzmaden
Holzmaden
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Holzmaden hervorgehoben
48.6336111111119.5172222222222356Koordinaten: 48° 38′ N, 9° 31′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Landkreis: Esslingen
Höhe: 356 m ü. NHN
Fläche: 3,09 km²
Einwohner: 2116 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 685 Einwohner je km²
Postleitzahl: 73271
Vorwahl: 07023
Kfz-Kennzeichen: ES, NT
Gemeindeschlüssel: 08 1 16 029
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Bahnhofstraße 2
73271 Holzmaden
Webpräsenz: www.holzmaden.de
Bürgermeister: Susanne Jakob
Lage der Gemeinde Holzmaden im Landkreis Esslingen
Alb-Donau-Kreis Landkreis Böblingen Landkreis Göppingen Landkreis Ludwigsburg Landkreis Reutlingen Landkreis Tübingen Rems-Murr-Kreis Stuttgart Aichtal Aichwald Altbach Altdorf (Landkreis Esslingen) Altenriet Altenriet Baltmannsweiler Bempflingen Beuren (bei Nürtingen) Bissingen an der Teck Deizisau Denkendorf (Württemberg) Dettingen unter Teck Erkenbrechtsweiler Esslingen am Neckar Filderstadt Frickenhausen (Württemberg) Großbettlingen Hochdorf (bei Plochingen) Holzmaden Kirchheim unter Teck Köngen Kohlberg (Württemberg) Kohlberg (Württemberg) Leinfelden-Echterdingen Lenningen Lichtenwald Neckartailfingen Neckartenzlingen Neidlingen Neuffen Neuhausen auf den Fildern Notzingen Nürtingen Oberboihingen Ohmden Ostfildern Owen Plochingen Reichenbach an der Fils Schlaitdorf Unterensingen Weilheim an der Teck Wendlingen am Neckar Wernau (Neckar) WolfschlugenKarte
Über dieses Bild

Holzmaden ist eine kleine Gemeinde im Vorland der Schwäbischen Alb im Landkreis Esslingen in Baden-Württemberg.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Holzmaden liegt zwischen Stuttgart und Ulm im Vorland der Schwäbischen Alb in 337 bis 388 Meter Höhe, direkt an der Autobahn A 8.

Geologie[Bearbeiten]

Ammonit im Holzmadener Schiefer

Im Gemeindegebiet tritt ein fossilreiches Sedimentgestein aus der Zeit des Unterjuras (Lias, Schwarzjura) zu Tage, der Posidonienschiefer. Durch außergewöhnliche Fossilfunde von Muscheln, Ammoniten, Seelilien, Fischen, Ichthyosauriern, Meereskrokodilen und Plesiosauriern in Holzmaden und Umgebung ist der Ort als bedeutende Fossil-Lagerstätte weltweit bekannt geworden. Die Gemeinde ist Teil des 1979 gebildeten Grabungsschutzgebiets Holzmaden.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Zur Gemeinde Holzmaden gehören außer dem Dorf Holzmaden keine weiteren Orte.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Nachbargemeinden sind: im Norden Ohmden, im Osten Zell unter Aichelberg¹ und Aichelberg¹, im Süden Weilheim an der Teck und im Westen Kirchheim unter Teck.

(¹)Landkreis Göppingen, alle anderen Landkreis Esslingen

Geschichte[Bearbeiten]

Holzmaden 1683/1685 im Kieserschen Forstlagerbuch

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Die Einwohnerzahlen sind Schätzungen, Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen des Statistischen Landesamtes (nur Hauptwohnsitze).

Jahr Einwohnerzahlen
1671 43
1750 219
3. Dezember 1834 ¹ 488
3. Dezember 1861 ¹ 557
1. Dezember 1900 ¹ 564
17. Mai 1939 ¹ 697
29. Oktober 1946 ¹ 988
13. September 1950 ¹ 1.063
Jahr Einwohnerzahlen
6. Juni 1961 ¹ 1.290
27. Mai 1970 ¹ 1.520
25. Mai 1987 ¹ 1.646
31. Dezember 1990 1.765
31. Dezember 1995 1.909
31. Dezember 2000 2.068
31. Dezember 2005 2.145
31. Dezember 2010 2.131

Politik[Bearbeiten]

Rathaus
Stephanuskirche

Bürgermeister[Bearbeiten]

  • 1945–1952 Christian Burkhardt
  • 1952–1982 Otto Vogt
  • 1982–1998 Jürgen Berner
  • 1998–2014 Jürgen Riehle
  • seit 2014 Susanne Jakob [2]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat in Holzmaden hat 10 Mitglieder. Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 führte zu folgendem amtlichen Endergebnis. Der Gemeinderat besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und der Bürgermeisterin als Vorsitzende. Die Bürgermeisterin ist im Gemeinderat stimmberechtigt.

Parteien und Wählergemeinschaften %
2014
Sitze
2014
%
2009
Sitze
2009
Kommunalwahl 2014
 %
60
50
40
30
20
10
0
50,91 %
49,09 %
Gewinne/Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
 16
 14
 12
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-12
-14
-16
-15,09 %p
+15,09 %p
UB Holzmadener Bürgerliste 50,91 5 66,0 7
FWH Freie Wählervereinigung Holzmaden 49,09 5 34,0 3
gesamt 100,0 10 100,0 10
Wahlbeteiligung 64,05 % 65,5 %

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „In Silber (Weiß) unter einer liegenden schwarzen Hirschstange eine gestürzte schwarze Pflugschar.“ In vielen modernen Darstellungen ist die Pflugschar nicht schwarz ausgefüllt.

Während die Hirschstange auf die württembergische Herrschaft hinweist, basiert die Pflugschar auf einem Fleckenzeichen und ist seit 1773 nachweisbar. Das heutige Wappen der Gemeinde wurde am 28. Juni 1957 vom Innenministerium Baden-Württemberg verliehen. Die Gemeindeflagge hat die Farben Schwarz-Weiß (Schwarz-Silber). Die Flaggenfarben wurden 1980 durch das Landratsamt Esslingen verliehen.

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten]

Seit 1972 bestehen partnerschaftliche Beziehungen mit Connantre in Frankreich, einem Ort in der Champagne, die 1990 mit einer offiziellen Gemeindepartnerschaft besiegelt wurden.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Weltberühmt sind die 180 Millionen Jahre alten Fossilfunde im Urweltmuseum Hauff. Am Ort gibt es außerdem einen Steinbruch, in dem Besucher selbst nach Fossilien suchen können.

Kulinarische Spezialitäten[Bearbeiten]

Als Spezialität gilt der „Bätscher“, der in Holzmaden und anderen Orten in der Umgebung, wie zum Beispiel Weilheim oder Notzingen zu finden ist. Der Bätscher ist pizzaartiges Brotteiggebäck, bestrichen mit Sauerrahm, Kümmel und diversen Gewürzen. Früher wurde der Bätscher meist aus schwarzem Brotteig gemacht und hatte eine ovale, dem Fladenbrot ähnliche Form. Der Ortskern mit Kirche, Pfarrhaus und einigen Häusern hat eine solche Form und trägt daher auch den Namen „Bätscher“.

Infrastruktur und Einrichtungen[Bearbeiten]

Die Gemeinde liegt nördlich der Bundesautobahn 8, ziemlich genau auf halber Strecke zwischen Ulm und Stuttgart und ist 5 min. von der Anschlussstelle Aichelberg entfernt.

Der Ort war früher über die Bahnstrecke Kirchheim (Teck) Süd–Weilheim (Teck) an das Eisenbahnnetz angeschlossen. Der Personenverkehr wurde 1982 eingestellt, der Güterverkehr 1995. Der denkmalgeschützte Bahnhof dient nun als Restaurant.

Holzmaden verfügt weiterhin über eine Grundschule, zwei Kindergärten, einer Gemeindehalle mit angeschlossender Turnhalle und einer Sport- und Freizeitanlage.

Vereine und Organisationen[Bearbeiten]

Die Vereinsarbeit ist ein wesentlicher Faktor im gesellschaftlichen Leben in Holzmaden. So wird alle drei Jahre ein gemeinsames Dorffest organisiert (Bätscherfest).

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

  • Gottlieb Stoll

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

  • Adolf Eduard Laiblin (* 17. August in Holzmaden, 4. März 1879), Arzt und Wegbereiter der Württembergisch Ärztlichen Unterstützungskasse
  • Bernhard Hauff (1866 - 1950), Gründer des Urweltmuseum Hauff
  • Heinz Kälberer (* 1942), ehemaliger Oberbürgermeister von Vaihingen an der Enz

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Würdiger Abschied und Neubeginn, Der Teckbote, 7. April 2014.

Literatur[Bearbeiten]

  • Moser: Beschreibung des Oberamts Kichheim, Verlag der J.G. Cotta'schen Buchhandlung, Stuttgart und Tübingen, 1824, S.199
  • Hans Schwenkel: Heimatbuch des Kreises Nürtingen. Band 2. Würzburg 1953, S. 343-360.
  • Theiss, Konrad: Der Kreis Esslingen. Konrad Theiss Verlag. Stuttgart 1978, Seite 212-213 und 268. ISBN 3-8062-0171-4
  • Der Landkreis Esslingen - Hrsg. vom Landesarchiv Baden-Württemberg i.V. mit dem Landkreis Esslingen, Jan Thorbecke Verlag, Ostfildern 2009, ISBN 978-3-7995-0842-1, Band 2, Seite 31

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Holzmaden – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien