Denkendorf (Württemberg)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Denkendorf
Denkendorf (Württemberg)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Denkendorf hervorgehoben
48.6958333333339.3175291Koordinaten: 48° 42′ N, 9° 19′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Landkreis: Esslingen
Höhe: 291 m ü. NHN
Fläche: 13,06 km²
Einwohner: 10.448 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 800 Einwohner je km²
Postleitzahl: 73770
Vorwahl: 0711
Kfz-Kennzeichen: ES, NT
Gemeindeschlüssel: 08 1 16 015
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Furtstraße 1
73770 Denkendorf
Webpräsenz: www.denkendorf.de
Bürgermeister: Peter Jahn
Lage der Gemeinde Denkendorf im Landkreis Esslingen
Alb-Donau-Kreis Landkreis Böblingen Landkreis Göppingen Landkreis Ludwigsburg Landkreis Reutlingen Landkreis Tübingen Rems-Murr-Kreis Stuttgart Aichtal Aichwald Altbach Altdorf (Landkreis Esslingen) Altenriet Altenriet Baltmannsweiler Bempflingen Beuren (bei Nürtingen) Bissingen an der Teck Deizisau Denkendorf (Württemberg) Dettingen unter Teck Erkenbrechtsweiler Esslingen am Neckar Filderstadt Frickenhausen (Württemberg) Großbettlingen Hochdorf (bei Plochingen) Holzmaden Kirchheim unter Teck Köngen Kohlberg (Württemberg) Kohlberg (Württemberg) Leinfelden-Echterdingen Lenningen Lichtenwald Neckartailfingen Neckartenzlingen Neidlingen Neuffen Neuhausen auf den Fildern Notzingen Nürtingen Oberboihingen Ohmden Ostfildern Owen Plochingen Reichenbach an der Fils Schlaitdorf Unterensingen Weilheim an der Teck Wendlingen am Neckar Wernau (Neckar) WolfschlugenKarte
Über dieses Bild

Die Gemeinde Denkendorf liegt im Landkreis Esslingen in Baden-Württemberg. Sie gehört zur Metropolregion Stuttgart.

Geographie[Bearbeiten]

Luftbild von Denkendorf

Geographische Lage[Bearbeiten]

Denkendorf liegt am Rande der Filderebene an den südlichen Hängen zum Körsch- und Sulzbachtal.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Zu Denkendorf gehören das Dorf Denkendorf, das Gehöft Spieth-Hof und das Haus Friedrichsmühle sowie die abgegangene Ortschaft Der hangende Hof.[2]

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Angrenzende Gemeinden sind Esslingen im Norden, Deizisau im Nordosten, Köngen im Osten, Unterensingen im Süden, Neuhausen auf den Fildern im Westen und Ostfildern im Nordwesten (alle Landkreis Esslingen).

Geschichte[Bearbeiten]

Denkendorf 1683/1685 im Kieserschen Forstlagerbuch

Keltische Bodenfunde zeigen, dass das Gemeindegebiet schon vor dem Jahre 700 v. Chr. besiedelt war. Urkundlich erwähnt wird Denkendorf erstmals 1129 in einem Schriftstück, in dem Papst Honorius II. das Kloster Denkendorf unter seinen Schutz nimmt. Der Ort dürfte aber schon länger zuvor bestanden haben. Beim Bau der Reichsautobahn (heutige Autobahn A8) im Jahre 1935 wurde ein alemannisches Reihengräberfeld aufgedeckt, das in die Zeit kurz vor 700 n. Chr. datiert wird.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs stieg die Einwohnerzahl sprunghaft an. Sie hat sich von 1945 bis 1995 vervierfacht. In der Kreis- und Gemeindereform 1973/74 konnte Denkendorf seine Selbständigkeit unverändert bewahren.

Religionen[Bearbeiten]

Durch die Einführung der Reformation 1535 wurde Denkendorf evangelisch. Das Kloster Denkendorf wurde in eine evangelische Klosterschule umgewandelt. Seit 1972 beherbergt es eine evangelische Fortbildungsstätte. Neben der evangelischen Kirchengemeinde gibt es auch je eine Ortsgruppe der Süddeutschen Gemeinschaft, der Hahn’schen Gemeinschaft und der Altpietistischen Gemeinschaft, die alle auch dem Verbund der Evangelischen Landeskirche angehören.

Eine römisch-katholische Kirche gibt es in Denkendorf erst wieder seit 1961.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Die Einwohnerzahlen sind Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen des Statistischen Landesamtes (nur Hauptwohnsitze).

Jahr Einwohnerzahl
1. Dezember 1871 ¹ 1.408
1. Dezember 1900 ¹ 1.863
17. Mai 1939 ¹ 2.685
13. September 1950 ¹ 3.908
6. Juni 1961 ¹ 6.423
27. Mai 1970 ¹ 9.736
25. Mai 1987 ¹ 9.719
31. Dezember 1995 10.208
31. Dezember 2000 10.243
31. Dezember 2005 10.529
31. Dezember 2010 10.467

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat in Denkendorf hat 18 Mitglieder. Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 führte zu folgendem vorläufigen Ergebnis[3]. Das amtliche Endergebnis wird vom Statistischen Landesamt gegen Ende des Jahres bekannt gegeben. Der Gemeinderat besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt.

Parteien und Wählergemeinschaften %
2014
Sitze
2014
%
2009
Sitze
2009
Kommunalwahl 2014
Wahlbeteiligung: 48,87 %
 %
50
40
30
20
10
0
43,56 %
35,05 %
21,39 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
-1,56 %p
+4,51 %p
-2,95 %p
FW Freie Wählervereinigung Denkendorf 43,56 8 45,12 8
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 35,05 6 30,54 6
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 21,39 4 24,34 4
gesamt 100,0 18 100,0 18
Wahlbeteiligung 48,87 % 55,40 %

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen zeigt in Gold das Doppelkreuz der Patriarchen von Jerusalem sowie links und rechts davon zwei goldene Ds, alles auf blauem Grund.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Die Städtepartnerschaft mit dem Ort Meximieux in Frankreich (bei Lyon) besteht seit 27. September 1986 und wird aktiv gepflegt. Es finden gemeinsame Sommercamps statt, jährliche Feste, Sportvereine organisieren Turniere und Schüleraustausche werden in der Denkendorfer Realschule und in den Nellinger Gymnasien angeboten.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Von 1926 bis 1978 war Denkendorf durch die Straßenbahn Esslingen–Nellingen–Denkendorf mit der Kreisstadt Esslingen am Neckar per Schiene verbunden. Die Verbindung mit Nellingen und Esslingen stellt heute die Buslinie 119 der END Verkehrsgesellschaft her. In Nellingen besteht ferner Anschluss an die Linien U7 und U8 der Stuttgarter Stadtbahn, sie enden beide dort.

Die Bundesstraße 10 ist über das Körschtal oder die Nellinger Umgehungsstraße in wenigen Minuten zu erreichen und verbindet Denkendorf mit Stuttgart, Esslingen, Plochingen und Göppingen. Die Bundesautobahn 8 führt südlich des Orts vorbei. Sie verbindet Stuttgart mit München und Karlsruhe. Die beiden nächstgelegenen Anschlussstellen sind im Osten Wendlingen (knapp 10 Min.) und im Westen Neuhausen (5 Min.) Auf dem Gemeindegebiet befindet sich das Sulzbachviadukt, das die Autobahn über den namensgebenden Fluss führt. Der Flughafen Stuttgart ist in knapp 15 Minuten zu erreichen.

Die im Zuge des Projekts Stuttgart 21 geplante Neubaustrecke Stuttgart–Wendlingen soll im Bereich von Denkendorf in Verkehrswegebündelung mit der Autobahn, unter anderem mit dem Tunnel Denkendorf und der Sulzbachtalbrücke, verlaufen.

Belastung durch Verkehrslärm[Bearbeiten]

Die Kehrseite der sehr guten Verkehrsanbindung sind stark erhöhte Lärmemissionen, denen der Ort ausgesetzt ist. Die Autobahn A8 im Süden der Gemarkung sorgt für eine Dauerbeschallung rund um die Uhr. Die mehrfach verbesserten Lärmschutzbauten entlang der Autobahn brachten nur vorübergehende Entlastungen; die Effekte wurden durch die ständige Zunahme des Verkehrs wieder eingeholt. Alle Vorstöße, eine Geschwindigkeitsbeschränkung in diesem Abschnitt der A8 herbeizuführen, sind bis jetzt gescheitert. Nach dem Bau der Neubaustrecke Stuttgart-Wendlingen entlang der Autobahn wird die Gesamt-Lärmbelastung vermutlich weiter zunehmen.

Die Einflugschneise des Flughafens Stuttgart verläuft an der nördlichen Baugrenze des Ortes und sorgt von der anderen Seite her für erheblichen Fluglärm. Die Flughöhe der Flugzeuge beträgt im Bereich Denkendorf nur noch wenige hundert Meter.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Bekannte Unternehmen in Denkendorf sind:

  • Object Carpet, weltweiter Teppichhersteller
  • Deutsche Institute für Textil- und Faserforschung Denkendorf, bestehend aus dem ITCF – Institut für Textilchemie und Chemiefasern, dem ITV – Institut für Textil- und Verfahrenstechnik sowie dem Zentrum für Management Research (DITF-MR).
  • Stiefelmayer entwickelt und produziert Geräte der Prüf-, Mess- und Lasertechnik für den industriellen Einsatz.
  • Festo Didactic. Die Tochter des Automationsunternehmens Festo bietet unter anderem Lösungen zur Ausbildung im gesamten Spektrum der Fertigungs- und Prozessautomatisierung.
  • Schmuck Design. Die Schmuckdesignerin Barbara Anna Schletterer vertreibt ihre eigene Kollektion weltweit über Juweliere und Galeristen.
  • F.Zimmermann GmbH, weltweit führender Hightech-Anbieter für 5 und 6 achsige Portalfräsmaschinen.
  • BMC – CineManufaktur Weltmarktführer für 3 Achsige Remotesysteme.

Medien[Bearbeiten]

Im Nussbaumverlag erscheint das wöchentliche Amtsblatt.

Bildung[Bearbeiten]

Mit der Albert-Schweitzer-Schule verfügt Denkendorf über eine Grund-, Haupt- und Realschule. Außerdem gibt es mit der Ludwig-Uhland-Schule noch eine reine Grundschule. In der Nachbargemeinde Ostfildern gibt es weitere Grundschulen und zwei Gymnasien, das Otto-Hahn-Gymnasium und das Heinrich-Heine-Gymnasium. Der Schulträger der beiden Gymnasien ist der Gymnasiale Schulverband Ostfildern, ein kommunaler Zweckverband der Gemeinden Denkendorf und Neuhausen und der Stadt Ostfildern. Die Profile beider Gymnasien unterscheiden sich hinsichtlich ihrer sprachlichen und naturwissenschaftlichen Ausrichtung kaum.

Es gibt sechs evangelische und einen römisch-katholischen Kindergarten im Ort.

Abfallentsorgung[Bearbeiten]

Für die Abfallentsorgung ist der Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises Esslingen zuständig. Es bestehen getrennte Sammlungen für Biomüll, Hausmüll und Papier. Verpackungen werden im Rahmen des Grünen Punktes in sogenannten gelben Säcken gesammelt. Sperrmüll wird gegen Abgabe eines von zwei Gutscheinen jährlich kostenlos abgeholt oder kann zu einer Entsorgungsstation gebracht werden. Bei den Entsorgungsstationen können auch Elektro- und Metallschrott sowie andere wiederverwertbare Stoffe abgegeben werden.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Museen[Bearbeiten]

In der Kirchstraße gibt es ein Heimatmuseum. Dieses ist an jedem ersten Sonntag eines Monates geöffnet.

Bauwerke[Bearbeiten]

Ortsbildprägend sind die Gebäude des Klosters Denkendorf, bestehend aus Klosterkirche, Konventsgebäude, Zehntscheuer und ehemaligem Amtsgebäude (heute Pfarrhaus), sowie dem unterhalb des Klosters gelegenen Maierhof. Das Gesamtensemble der Gebäude steht unter Denkmalschutz. Die Klosterkirche wird als evangelische Ortskirche genützt, die umgebaute Zehntscheuer als Gemeinderaum. Im Konventsgebäude befand sich in den Jahren von 1950 bis 2005 eine Fortbildungsstätte der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. Nach der Schließung der Fortbildungsstätte versuchte die Landeskirche aus Sparzwängen heraus, die nicht mehr benötigten Gebäude der Fortbildungsstätte zu veräußern. Es konnte jedoch kein Interessent gefunden werden.

Sport[Bearbeiten]

Denkendorf verfügt über ein Fußball- und Leichtathletikstadion, mehrere Fußball- und Bolzplätze, einen Tennisplatz mit Außen- und Hallenfeldern, eine Multifunktions-Sporthalle sowie kleinere Sportstätten wie einen Skatepark, einen Bouleplatz und eine weitere kleine Sporthalle nahe dem Ortskern. Weiter verfügt Denkendorf auch über ein großzügiges, reizvoll im Körschtal gelegenes Freibad. Die Vereinsstruktur ist sehr vielfältig. Neben Breitensportvereinen gibt es auch diverse Nischenangebote (z. B. Billard oder Sportkegeln).

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Heimatbuch der Gemeinde Denkendorf, bearbeitet von Hermann Bitterle, herausgeg. 1971 von der Gemeinde Denkendorf.
  • Otto Wurster : Eßlinger Heimatbuch für Stadt und Umgebung. Eßlingen 1931. Darin: Denkendorf (S. 294–298).
  • Der Landkreis Esslingen – Hrsg. vom Landesarchiv Baden-Württemberg i. V. mit dem Landkreis Esslingen, Jan Thorbecke Verlag, Ostfildern 2009, ISBN 978-3-7995-0842-1, Band 1, Seite 389.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Denkendorf (Württemberg) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band III: Regierungsbezirk Stuttgart, Regionalverband Mittlerer Neckar. Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-004758-2, S. 164–166.
  3. Wahlinformationen des Kommunalen Rechenzentrums Stuttgart