CompuGroup Medical

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
CompuGroup Medical SE & Co. KGaA

Logo
Rechtsform SE & Co. KGaA
ISIN DE0005437305
Gründung 1987
Sitz Koblenz, DeutschlandDeutschland Deutschland
Leitung
  • Frank Gotthardt, Verwaltungsratsvorsitzender
Mitarbeiterzahl 8000 (2021)[1]
Umsatz 746 Mio. Euro (2019)
Branche Gesundheitswesen
Website www.cgm.com
Stand: 31. Dezember 2020

Die CompuGroup Medical SE & Co. KGaA (auch CGM) ist ein börsennotiertes Softwareunternehmen mit Sitz in Koblenz, welches zu den führenden internationalen Anbietern von Software für das Gesundheitswesen zählt. Es produziert Anwendungssoftware zur Unterstützung ärztlicher und organisatorischer Tätigkeiten in Arztpraxen, Apotheken, medizinischen Laboratorien und Krankenhäusern. Das Unternehmen beschäftigt 2021 weltweit rund 8000 Mitarbeiter und hat über 1,5 Millionen Nutzer in 56 Ländern.[2] Seit September 2013 ist die Aktie der CompuGroup Medical Bestandteil des Börsenindexes TecDAX.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1984 gründeten Jürgen Riebling, Peter Kirchdorfer, Ursula Spitta, Max-Georg Prahl und Walter Schäfer die Compudent GmbH, die sich 1986 in eine Aktiengesellschaft wandelte und als die damals erfolgreichste Neuemission galt. Als 1990 der Mitgründer und technische Leiter Walter Schäfer das Unternehmen verließ, stürzte der Aktienkurs dramatisch ab. 1992 übernahm Frank Gotthardt alle Stammaktien und fusionierte mit seiner Firma "Gotthardt Computer GmbH (Produkt: Zahnarztrechner)" in Koblenz, wobei der Name "Compudent AG" wegen seiner Marktführerschaft und der Aktiengesellschaft (Neuer Markt) beibehalten wurde. Zunächst wurden Dentalinformationssysteme angeboten, 1993 kam Software für den Humanbereich hinzu. 1997 erfolgte die Umfirmierung in die Compugroup Holding AG.

2004 erfolgte in Tschechien der Einstieg mit Arztinformationssystemen bei niedergelassenen Ärzten und Zahnärzten. Alsbald erfolgte in der Tschechischen Republik, in der Slowakei und in Polen der Einstieg in den Bereich der Krankenhausinformationssysteme. Ebenso erfolgte in Frankreich, Spanien und Italien der Einstieg bei Arztinformationssystemen. In Deutschland wurde das Portfolio um mehrere Produkte ergänzt: Medizinische Archivierungslösungen, Krankenhausinformationssysteme, multimediale Kommunikationsdienste, Arzneimittelinformationssysteme, Laborinformationssysteme, ein Zuweiserportal und Verwaltungssoftware für Kostenträger. Außerdem wurden zwei strategische Entscheidungen getroffen: der Einstieg bei webbasierten Patientenakten und der Aufbau von Software Assisted Medicine (intelligente Assistenzsysteme für Ärzte).

Durch Zukäufe in Österreich wurde die Marktführerschaft bei Krankenhausinformationssystemen und Informationssystemen für niedergelassene Ärzte sowie für Akut-, Reha- und Sozialeinrichtungen erreicht. Der türkische Markt wurde mit dem Einstieg bei Arzt-, Krankenhaus- und Krankenkassen-Software erschlossen. Im skandinavischen Raum, Afrika und Asien wurden Kunden in den Bereichen niedergelassene Ärzte, Krankenhäuser und Labore hinzugewonnen. In den USA starteten die Aktivitäten bei Arztinformationssystemen und webbasierten Patientenakten; in den Niederlanden erfolgte der Markteintritt bei Arzt- und Apothekeninformationssystemen.

Um Pläne für eine Internationalisierung realisieren zu können, entschloss sich der Eigentümer im Jahr 2007 zu Namensänderung von Compudent AG in CompuGroup AG, der um die Jahrtausendwende realisiert wurde. 2010 wurde die CompuGroup Holding in CompuGroup Medical (CGM) umbenannt und mit in der Zwischenzeit entstandenen Tochterunternehmen unter dieser Dachmarke vereint. Im Jahr 2016 erfolgte der Übergang von einer Aktiengesellschaft nach deutschem Recht zu einer Societas Europaea nach europäischem Recht. 2017 hatte das Unternehmen rund 4.600 Mitarbeiter an Standorten in 19 Ländern: Belgien, Dänemark, Deutschland, Frankreich, Italien, Malaysia, Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Rumänien, Schweden, Schweiz, Slowakei, Spanien, Südafrika, Tschechien, Türkei und USA.[3] Es zählt zu den führenden internationalen Anbietern von Software für das Gesundheitswesen.

Im Februar 2020 hat die CompuGroup Medical bekannt gegeben, dass ein Kaufvertrag für einen Teil des IT-Healthcare-Portfolios des Gesundheitssoftwareunternehmens Cerner in Deutschland und Spanien abgeschlossen wurde. Die Hauptprodukte des erworbenen Portfolios sind medico und Soarian Integrated Care, führende Krankenhausinformationssysteme in Deutschland, Selene, ein führende Krankenhausinformationssystem in Spanien, sowie Soarian Health Archive, eine Archivlösung für Einrichtungen im Gesundheitswesen.[4][5][6]

Zum 31. Dezember 2020 legte Gründer und CEO Frank Gotthardt sein Amt nieder. CEO ist nunmehr Dirk Wössner; Frank Gotthardt soll den Vorsitz des Verwaltungsrats übernehmen.

Standorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt Standorte in 18 Ländern, dazu gehören Belgien, Dänemark, Deutschland, Frankreich, Italien, Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Rumänien, Schweden, Schweiz, Slowakei, Spanien, Südafrika, Tschechien, Türkei und USA. Stammsitz und Zentrale ist Koblenz. Hier ist auch ein Großteil der zentralen Softwareentwicklung beheimatet.

Öffentliche Wahrnehmung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Unternehmen engagiert sich mit fünf weiteren Akteuren des Gesundheitswesens in einem vom Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen geförderten Projekt (dem Arzneimittelkonto NRW)[7][8] zur Optimierung der Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS). Darüber hinaus führte es mit der Software Assisted Medicine einen neuen Ansatz ein, der mit Hilfe von Informationstechnologie neues medizinisches Wissen schneller und umfassender in die tatsächliche Patientenversorgung überführen soll. Das Unternehmen engagiert sich in der Ausbildung junger Menschen und hat in Zusammenarbeit mit der Hochschule Koblenz[9] den Studiengang „Software Engineering im Gesundheitswesen“ initiiert. Weiterhin unterstützt das Unternehmen in einer Kooperation mit der Hochschule Niederrhein[10] den neu gegründeten dualen Studiengang.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. WebseiteCGM. In: cgm.com. Abgerufen am 7. März 2021.
  2. CompuGroup Medical SE: Geschäftsbericht 2017. (PDF) Abgerufen am 4. April 2018.
  3. CompuGroup Medical SE: Faktenübersicht CompuGroup Medical SE. Abgerufen am 4. April 2018.
  4. CGM: Zwischenjahresbericht 2020. CGM, abgerufen am 2. November 2020 (deutsch).
  5. German company acquires part of Cerner's assets, bizjournals.com.
  6. Spannung um mögliche Konsolidierung des Marktes steigt, kma-online.de.
  7. Arzneimittelkonto NRW. In: https://www.arzneimittelkonto-nrw.de/. Abgerufen am 7. Juni 2017.
  8. Ärzte Zeitung: Arzneimittelkonto soll Pfleger und Apotheker einbinden. In: http://www.aerztezeitung.de/praxis_wirtschaft/rezepte/article/915017/nrw-arzneimittelkonto-soll-pfleger-apotheker-einbinden.html. Abgerufen am 7. Juni 2017.
  9. Neuer Studiengang „Software Engineering im Gesundheitswesen“. In: www.hs-koblenz.de. Abgerufen am 12. Mai 2016.
  10. Duales Studium eHealth - IT im Gesundheitswesen - Studium an der HS Niederrhein. (Nicht mehr online verfügbar.) In: www.hs-niederrhein.de. Archiviert vom Original am 12. Mai 2016; abgerufen am 12. Mai 2016.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.hs-niederrhein.de