Arzfeld

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Arzfeld
Arzfeld
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Arzfeld hervorgehoben
Koordinaten: 50° 5′ N, 6° 17′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Eifelkreis Bitburg-Prüm
Verbandsgemeinde: Arzfeld
Höhe: 490 m ü. NHN
Fläche: 19,38 km2
Einwohner: 1364 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 70 Einwohner je km2
Postleitzahl: 54687
Vorwahl: 06550
Kfz-Kennzeichen: BIT, PRÜ
Gemeindeschlüssel: 07 2 32 201
Gemeindegliederung: 5 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Luxemburger Straße 6
54687 Arzfeld
Webpräsenz: www.arzfeld.de
Ortsbürgermeister: Peter Antweiler
Lage der Ortsgemeinde Arzfeld im Eifelkreis Bitburg-Prüm
BitburgAuw bei PrümRoth bei PrümOlzheimNeuendorfKleinlangenfeldSchwirzheimBüdesheimWallersheimFleringenWeinsheimGondenbrettSellerichBuchetOberlascheidBleialfMützenichWinterscheidWinterspeltGroßlangenfeldBrandscheidPrümRommersheimGiesdorfHersdorfSeiwerathSchöneckenOberlauchNiederlauchOrlenbachWinringenDingdorfWatzerathPittenbachPronsfeldHabscheidHeckhuscheidMatzerathHeisdorfNimsreulandLaselWawernFeuerscheidNimshuscheidLützkampenGroßkampenbergKesfeldÜttfeldEuscheidStrickscheidLünebachLierfeldEilscheidDackscheidMerlscheidPintesfeldKinzenburgWaxweilerManderscheidLichtenbornArzfeldIrrhausenReiffSengerichLeidenbornHerzfeldEschfeldRoscheidHarspeltSevenig (Our)DahnenReipeldingenDaleidenDasburgPreischeidOlmscheidJuckenKickeshausenLauperathKrautscheidOberpierscheidNiederpierscheidLascheidHargartenLambertsbergMauelPlütscheidBurbachBalesfeldNeuheilenbachNeidenbachUschZendscheidSteinbornSankt ThomasMalbergweichMalberg (Eifel)KyllburgweilerSeinsfeldOberkailGransdorfGindorfPickließemOrsfeldKyllburgEtteldorfWilseckerBademSefferweichSeffernSchleidHeilenbachEhlenzOberweilerBickendorfNattenheimFließemRittersdorf (Eifel)LießemNiederweilerBiersdorf am SeeWiersdorfWißmannsdorfHamm (Eifel)EchtershausenBrechtFeilsdorfHütterscheidBaustertBrimingenMülbachOberweisBettingen (Eifel)OlsdorfWettlingenStockemHalsdorfEnzenDudeldorfGondorfMetterichHüttingen an der KyllRöhlScharfbilligSülmDahlemTrimportIdenheimIdesheimMeckelEßlingenOberstedemNiederstedemWolsfeldDockendorfIngendorfMesserichBirtlingenAltscheidBerkothNusbaumBiesdorfKruchtenHommerdingenHüttingen bei LahrMettendorfNiehlBurgLahrGeichlingenKörperichRoth an der OurGentingenAmmeldingen an der OurBerscheidBaulerWaldhof-FalkensteinKeppeshausenRodershausenGemündSevenig bei NeuerburgAfflerDauwelshausenScheitenkorbNasingenMuxerathObergecklerNiedergecklerSinspeltNiederradenKoxhausenHerbstmühleKarlshausenZweifelscheidLeimbachEmmelbaumAmmeldingen bei NeuerburgHeilbachUppershausenPlascheidHüttenNeuerburgScheuernFischbach-OberradenUtscheidWeidingenÜbereisenbachWallendorfBollendorfEchternacherbrückErnzenFerschweilerMindenMenningenEisenachGilzemKaschenbachNiederweisIrrelPrümzurlayAlsdorfHolsthumPeffingenSchankweilerSpangdahlemHerforstBeilingenPhilippsheimSpeicher (Eifel)PreistOrenhofenAuw an der KyllHostenNordrhein-WestfalenBelgienLuxemburgTrierLandkreis Trier-SaarburgLandkreis VulkaneifelLandkreis Bernkastel-WittlichKarte
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Arzfeld ist eine Ortsgemeinde im Eifelkreis Bitburg-Prüm in Rheinland-Pfalz. Sie ist Verwaltungssitz der gleichnamigen Verbandsgemeinde, der sie auch angehört. Arzfeld ist ein staatlich anerkannter Fremdenverkehrsort und gemäß Landesplanung als Grundzentrum ausgewiesen.[2]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Arzfeld liegt auf der Islek-Hochfläche im Naturpark Südeifel.

Die Gemeinde gliedert sich in die Ortsteile Arzfeld, Halenbach, Hickeshausen, Hölzchen und Neurath. Zum Ortsteil Arzfeld gehören auch die Wohnplätze Am Zechenbüsch, Arzfelderhöhe, Arzfeldermühle, Auf der Kehr, Auf der Sonne, Dreis und Prümerbach; zu Hölzchen gehört Langenfeld.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort wurde erstmals in einer Urkunde von 1344 als Artsu(v)elt erwähnt.

Das gesamte heutige Gemeindegebiet gehörte bis zum Ende des 18. Jahrhunderts zum Herzogtum Luxemburg. Arzfeld, Halenbach und Hickeshausen gehörten zur Herrschaft Dasburg, Hölzchen und Neurath zur Herrschaft Neuerburg.[4] Nach der Annexion der Österreichischen Niederlande, zu denen das Herzogtum Luxemburg gehörte, durch französische Revolutionstruppen wurden die fünf Gemeinden 1795 dem Kanton Arzfeld im Departement der Wälder zugewiesen. Aufgrund der Beschlüsse auf dem Wiener Kongress wurde 1815 das vormals luxemburgische Gebiet östlich der Sauer und der Our dem Königreich Preußen zugesprochen. Unter der preußischen Verwaltung kamen die Orte 1816 zum neu errichteten Kreis Prüm im Regierungsbezirk Trier. Arzfeld wurde Sitz einer Bürgermeisterei, zu der auch Neurath sowie Irrhausen gehörten. Halenbach gehörte zur Bürgermeisterei Lichtenborn, Hickeshausen zur Bürgermeisterei Eschfeld und Hölzchen zur Bürgermeisterei Ringhuscheid.[5]

Am 1. Juli 1971 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Hickeshausen (18 Einwohner) nach Arzfeld eingemeindet, die Eingemeindung von Halenbach (58 Einwohner), Hölzchen (95) und Neurath (103) erfolgte am 1. Juni 1972.[6]

Pfarrei Arzfeld[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Pfarrei gehörte Arzfeld bis 1801 zum Dekanat Stablo in der Diözese Lüttich, bis 1817 zum Bistum Metz und seitdem zum Bistum Trier.[7]

Poststation Arzfeld[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Spätestens seit 1522 bestand in Arzfeld eine frühe Poststation am Niederländischen Postkurs von Brüssel über Augsburg nach Innsbruck, Südtirol und Italien.[8] Diese Poststation wurde auch 1537[9] und später häufig urkundlich erwähnt.[10] Erst im Zuge der Routenverlagerung im späten 17. Jahrhundert unter Einbeziehung der Städte Luxemburg und Trier erfolgte in den Jahren 1680/81 die Schließung, wobei der Sohn des letzten Arzfelder Posthalters nach Steinfort versetzt wurde.[11]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Arzfeld bezogen auf das heutige Gemeindegebiet; die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[1][2]

Arzfeld (Eifel); Bevölkerungsentwicklung aa.jpg
Jahr Einwohner
1815 514
1835 657
1871 718
1905 857
1939 937
1950 915
Jahr Einwohner
1961 1061
1970 1150
1987 1168
1997 1224
2005 1303
2017 1364

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dorfgemeinschaftshaus mit Touristeninformation

Der Gemeinderat in Arzfeld besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:[12]

Wahl SPD CDU FWG Gesamt
2014 4 7 5 16 Sitze
2009 4 7 5 16 Sitze
2004 6 10 0 16 Sitze
  • FWG = FWG Arzfeld e. V.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Arzfeld
Blasonierung: „In neunmal von Silber und Blau geteiltem Schilde eine rote Salbenbüchse mit

goldenem Kreuz und goldenen Zierstäben.“[13]

Wappenbegründung: Arzfeld gehörte ehedem zur Landesherrschaft Herzogtum Luxemburg, deshalb die luxemburgischen Farben im Schilde. Die Salbenbüchse ist Attribut der Pfarrpatronin von Arzfeld, Sankt Maria Magdalena.

Das Wappen wurde von Amtsbürgermeister a. D. Decku aus St. Wendel entworfen. Der Ortsgemeinde Arzfeld wurde am 17. Januar 1968 die Genehmigung zur Führung eines eigenen Wappens durch das Ministeriums des Inneren Rheinland-Pfalz erteilt.

Partnerschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dorfplatz der Ortschaft

Arzfeld hat eine Partnerschaft mit dem Ortsteil Willofs der bayrischen Gemeinde Obergünzburg im Allgäu. Der Dorfplatz an der Kirche ist der über 20-jährigen Freundschaft zwischen den Orten Arzfeld und Willofs gewidmet.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

St. Maria Magdalena
Denkmal zur Erinnerung an den Klöppelkrieg

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Katholische Pfarrkirche Sankt Maria Magdalena aus dem 15. oder 16. Jahrhundert
  • Katholische Filialkirche St. Luzia aus dem 15. Jahrhundert im Ortsteil Hölzchen
  • Bahnhof Arzfeld von 1907
  • Wegekapelle von 1899 in der Hauptstraße
  • Über das Gemeindegebiet sind mehrere Wegekreuze verteilt

Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Arzfeld

Grünflächen und Naherholung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jährliches Kirmes- bzw. Kirchweihfest wird am Wochenende nach dem 22. Juni (Maria Magdalena) gefeiert
  • Traditionelles Ratschen oder Klappern am Karfreitag und Karsamstag
  • Burgbrennen am ersten Wochenende nach Aschermittwoch (sogenannter Scheef-Sonntag) [16][17][18]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Planung zur Errichtung einer Photovoltaik-Freiflächenanlage in Arzfeld wurde im Jahr 2010 von der Ortsgemeinde Arzfeld durch die Firma F&S Solar aufgenommen. Die Inbetriebnahme des Betreibers ISLEK Energie AöR fand am 30. September 2011 statt. Insgesamt können ca. 420 Haushalte mit der Anlage versorgt werden. Der Park besteht aus 6268 Modulen des Typs CSG (Crystalline Silicon on Glass) Solar CSG 235 Wp poly, die auf 538 Tischen zu je elf Modulen aufgebaut worden sind. Die Anlage leistet eine Jahresproduktion von ca. 1.399.778 kWh (950 kWh/kWp).[19]

Siehe auch: Liste von Solarkraftwerken in Deutschland

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort wird von der Bundesstraße 410 durchquert. Von Arzfeld aus nach Süden führt die Kreisstraße 58. Früher hatte Arzfeld einen Bahnhof an der stillgelegten und abgebauten Bahnstrecke Pronsfeld–Neuerburg.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Arzfeld – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: St. Maria Magdalena – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerungsstand 2017, Gemeindeebene (Hilfe dazu).
  2. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz: Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile. Stand: Januar 2018, S. 60 (PDF; 2,2 MB).
  4. Wilhelm Fabricius: Erläuterungen zum geschichtlichen Atlas der Rheinprovinz, 2. Band: Die Karte von 1789. Bonn, Hermann Behrend, 1898, S. 36, 37
  5. Georg Bärsch: Beschreibung des Regierungs-Bezirks Trier, Band 2, Trier, Lintz, 1846, S. 60, 65, 67, 72 (Google Books)
  6. Amtliches Gemeindeverzeichnis 2006 (Memento vom 22. Dezember 2017 im Internet Archive) (= Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz [Hrsg.]: Statistische Bände. Band 393). Bad Ems März 2006, S. 168 (PDF; 2,6 MB). i Info: Es liegt ein aktuelles Verzeichnis (2016) vor, das aber im Abschnitt „Gebietsänderungen – Territoriale Verwaltungsreform“ keine Einwohnerzahlen angibt.
  7. Philipp de Lorenzi: Beiträge zur Geschichte sämtlicher Pfarreien der Diöcese Trier. Bischöfliches General-Vikariat, Trier 1887, S. 622 (dilibri.de)
  8. Archiv des Katharinenspitals zu Regensburg, Nachlass des Diplomaten Johann Maria Warschitz, Archiv-Nummer VI/2 No.4, Mappe undatierte Belege, siehe hierzu auch die Verifizierung, Postkurs von 1522.
  9. Hermann-Josef Becker: Der Postkurs Brüssel – Innsbruck im Eifel-, Mosel und Hunsrück-Raum, in: Postgeschichtliche Blätter Saarbrücken 1962/1, S. 13–14.
  10. Ernst-Otto Simon: Der Postkurs von Rheinhausen bis Brüssel im Laufe der Jahrhunderte, in: Archiv für deutsche Postgeschichte 1/1990, S. 28.
  11. Leon Bodé: Die Verlegung des italienisch-niederländischen Postkurses im Hunsrück, Eifel- und Ardennenraum, in: Archiv für deutsche Postgeschichte (AfdPg) 1/1994, S. 11 und S. 16.
  12. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  13. Wappen der Ortsgemeinde Arzfeld
  14. Wandern in Arzfeld. Abgerufen am 6. Juni 2018.
  15. Wanderweg Nr. 15 im Naturpark Südeifel. Abgerufen am 6. Juni 2018.
  16. Hüttenbrennen in der Eifel. Abgerufen am 1. Mai 2016.
  17. Hüttensonntag in der Eifel. Abgerufen am 10. August 2017.
  18. Hüttensonntag in der Eifel. Abgerufen am 10. August 2017.
  19. Solarpark Arzfeld, Projekt 11021. Abgerufen am 6. Juni 2018.