Bistum Verdun

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Bistum Verdun
Karte Bistum Verdun
Basisdaten
Staat Frankreich
Metropolitanbistum Erzbistum Besançon
Diözesanbischof Jean-Paul Gusching
Emeritierter Diözesanbischof François Maupu
Generalvikar Jean-Louis Blaise
Fläche 6.211 km²
Pfarreien 515 (2014 / AP 2015)
Einwohner 197.700 (2014 / AP 2015)
Katholiken 173.300 (2014 / AP 2015)
Anteil 87,7 %
Diözesanpriester 53 (2014 / AP 2015)
Katholiken je Priester 3.270
Ständige Diakone 15 (2014 / AP 2015)
Ordensschwestern 43 (2014 / AP 2015)
Ritus Römischer Ritus
Liturgiesprache Französisch
Kathedrale Notre-Dame
Website catholique-verdun.cef.fr

Das in Frankreich gelegene Bistum Verdun (lateinisch Dioecesis Virodunensis, französisch Diocèse de Verdun) entstammt dem 4. Jahrhundert. Die in der zweiten Hälfte des 10. Jahrhunderts erlangten Grafenrechte über Verdun bestätigte Kaiser Otto III. 997 endgültig.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das zum Trierer Metropolitanverband gehörende Bistum hatte um das Jahr 1000 einen Umfang von etwa 3.000 km² und deckte sich fast vollständig mit der Grafschaft Verdun. In dieser Zeit konnte das Bistum bereits 4 Archidiakonate mit 9 Dekanaten aufweisen.

Das Domkapitel, welches unter der Leitung eines Propstes stand, hatte auch das Amt eines primicerius. Dieser konnte sich im Mittelalter zum wichtigsten Mann nach dem Bischof aufschwingen. Doch verfiel das Amt und wurde 1385 abgeschafft. Seither leitete der Dekan das Kapitel.

Pestepidemien und Kriegszüge ließen das Bistum im 14. Jahrhundert einen Großteil seiner Bevölkerung verlieren, so dass es auch wirtschaftlich in den Niedergang geriet. Zwischen 1457 und 1548 hielt keiner der Bischöfe seine Residenz in der Diözese. Gerade in dieser Zeit geriet es in das Kräftespiel zwischen Frankreich, Burgund, Lothringen und dem Kaiser. Hinzu kam, dass der Papst das Wiener Konkordat nicht auf das Bistum Verdun anwenden wollte. Seine Ernennungen spielten das Fürstbistum dem Herzog von Lothringen in die Hände und führten zu einer weiteren Distanzierung zwischen dem Fürstbistum und dem Reich. Das Königreich Frankreich beanspruchte seit dem 16. Jahrhundert nicht nur immer mehr Rechte, sondern errichtete im 1. Viertel des 17. Jahrhunderts in der Bischofsstadt auch eine Zitadelle. Als der Bischof dagegen protestierte und den königlichen Gerichtspräsidenten exkommunizierte wurde er nach Paris abgeführt und sein Einkommen beschlagnahmt.

Der Westfälische Frieden (1648) ließ das Bistum endgültig an Frankreich übergehen.

Nachdem das Bistum Verdun im Verlauf der Französischen Revolution säkularisiert wurde, kam es am 6. Oktober 1822 zu einer Wiederbegründung. Aus dem Bistum Nancy herausgelöst umfasste es nun ein Gebiet von 6.211 km² und gehört dem Metropolitanverband Besançon an.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Diözese von Verdun (Karte von 1873)