Bristol-Myers Squibb

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Bristol-Myers Squibb Co.

Logo
Rechtsform Corporation
ISIN US1101221083
Gründung 1989[1] (Merger / Zusammenschluss)
Sitz New York City,
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten[2]
Leitung Giovanni Caforio (CEO)[3]
Mitarbeiterzahl 25.000[4]
Umsatz 19,4 Mrd. USD (2016)[5]
Branche Pharmazie
Website www.bms.com
Stand: 31. Dezember 2014

Bristol-Myers Squibb, allgemein abgekürzt BMS, ist ein Pharmazieunternehmen, das 1989 durch die Fusion der Unternehmen Bristol-Myers Company und Squibb Corporation entstand.[1] Das Unternehmen hat seinen Hauptsitz in New York.[2] 2016 erwirtschaftete BMS einen weltweiten Jahresumsatz von 19,4 Mrd. USD.[5] Im Dezember 2013 wurde die Übernahme der Diabetes-Sparte von Bristol-Myers Squibb durch die Firma AstraZeneca zum Preis von 2,7 Mrd. US-Dollar nebst Meilensteinzahlungen in Höhe von 1,6 Mrd. US-Dollar bekannt.[6]

BMS wird auf der Liste Forbes Global 2000 geführt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

E. R. Squibb wurde 1858 von Edward Robinson Squibb (1819–1900) in Brooklyn gegründet. Das Unternehmen war bekannt für hohe Qualitätsstandards und zeitweise veröffentlichten sie auch eine Alternative zur US Pharmacopeia (Squibb's Ephemeris of Materia Medica). Im Sezessionskrieg waren sie ein Hauptlieferant von Pharmaka für die Nordstaatenarmee. 1938 eröffnete Squibb das Squibb Institute for Medical Research in New Brunswick (New Jersey) als Forschungslabor. Dieses erhielt 1955 den Lasker~DeBakey Clinical Medical Research Award. 1944 eröffneten sie die größte Penicillin-Fabrik in den USA in New Brunswick.

Bristol-Myers entstand 1898 aus der von William McLaren Bristol (1860–1935) und John Ripley Myers (1864–1899) in Clinton (New Jersey) 1887 übernommenen Clinton Pharmaceutical Company. Zunächst hatten sie Erfolg mit einem Abführmittel (Sal Hepatica, den Mineralwässern Böhmens nachempfunden) und einer Zahnpasta. Ab 1943 begannen sie Penicillin für die US-Armee zu produzieren (in East Syracuse, wo die Bristol Laboratories entstanden) und setzten ihr Engagement für Antibiotika nach dem Zweiten Weltkrieg fort. Dabei standen sie in Konkurrenz zu Squibb. 1989 fusionierten beide Unternehmen.

Bristol-Myers Squibb erhielt 1999 die National Medal of Technology.

Im Januar 2019 wurde bekanntgegeben, dass einer Übernahme des US-Pharmaunternehmens Celgene durch Bristol-Myers Squibb für 74 Milliarden US-Dollar durch die Aufsichtsräte beider Unternehmen zugestimmt wurde. Die Übernahme muss noch durch die Aktionäre der Unternehmen bestätigt werden (Stand: Januar 2019) und soll zum dritten Quartal des Jahres 2019 abgeschlossen werden.[7]

Die Bristol-Myers-Squibb-Stiftung vergibt auf verschiedenen Gebieten den Bristol-Myers Squibb Award.

Produkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

BMS Produktionsstätten stellen Medikamente und Gesundheitsprodukte für verschiedene Therapiebereiche her. Zu dem Unternehmen BMS gehörte bis vor Kurzem auch das Tochterunternehmen Mead Johnson, das Ernährungsprodukte, wie Enfamil baby formulas, und Vitaminzusätze für Kinder, wie Tri-Vi-Sol, herstellt. Ebenfalls zu BMS gehörten bis vor kurzem die Unternehmen Medical Imaging (bis 2007), ConvaTec Stoma- und Wundversorgung (bis 2008). BMS hält außerdem Anteile an ImClone, einem Biotech-Unternehmen. Ursprünglich wollte BMS das Unternehmen ImClone komplett übernehmen. Im August 2008 sah sich BMS in Deutschland mit der Markteinführung von Clopidogrelbesilat der Generikahersteller Ratiopharm und Hexal konfrontiert, das Iscover als Arzneimittel mit dem weltweit zweitgrößten Umsatz durch deutlich niedrigere Preise Konkurrenz machte.

Unter anderem vertreibt BMS folgende patentierte Medikamente:

Immunologie
Herz/Kreislauf
Onkologie
HIV
Hepatitis B

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Autoren des Schwarzbuch Markenfirmen werfen dem Konzern „Finanzierung unethischer Medikamentenversuche, Behinderung eines Entwicklungslandes bei der Herstellung und Vermarktung lebenswichtiger Medikamente sowie unseriöse Praktiken bei der Ausschaltung von Konkurrenz“ vor.

Der US-Bundesrichter Theodore Chuang entschied Anfang Januar 2019, dass sich Bristol-Myers Squibb, die Johns-Hopkins-Universität und die Rockefeller-Stiftung gemeinsam für den Vorwurf von Menschenversuchen mit Syphilis in Guatemala in den 1940er- und 1950er-Jahren verantworten. Demnach wären hunderte Soldaten, psychisch Kranke, Prostituierte und verurteilte Straftäter mit Syphilis infiziert worden, um die Wirksamkeit von Penicillin dagegen zu testen. 2010 wandte sich Präsident Obama mit Worten der Entschuldigung an die Opfer. Im Jahr 2015 hatten 774 Opfer und Opferangehörige Klage eingereicht. Sie versichern, die Versuche seien ohne Wissen oder Zustimmung der Betroffenen erfolgt. Nach Chuang fordern die Kläger insgesamt eine Milliarde Dollar Entschädigung.[8]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b BMS: History. 2013. Archiviert vom Original am 26. April 2015. Abgerufen am 8. Februar 2014.
  2. a b Worldwide Facilities. BMS, abgerufen am 9. Juni 2017.
  3. Leadership Team. BMS, abgerufen am 9. Juni 2017.
  4. Form 10-K 2014
  5. a b Bristol-Myers Squibb Reports Fourth Quarter and Full Year 2016 Financial Results PM BMS vom 26. Januar 2017, abgerufen am 3. Februar 2017
  6. Ärzte Zeitung: AstraZeneca: Diabetes-Deal mit BMS abgeschlossen. In: aerztezeitung.de. 5. Februar 2014, abgerufen am 6. Mai 2015.
  7. BMS: Bristol-Myers Squibb to Acquire Celgene to Create a Premier Innovative Biopharma Company abgerufen am 5. Januar 2019
  8. Menschenversuche: Pharmariese muss sich verantworten orf.at, 5. Jänner 2019, abgerufen 5. Jänner 2019.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]