Starbucks

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Starbucks Corporation
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Rechtsform Corporation
ISIN US8552441094
Gründung 30. März 1971 (Seattle)[1]
Sitz Seattle, Washington,
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten
Leitung
Mitarbeiterzahl 277.000[3]
Umsatz 22,37 Mrd. USD[3]
Branche Quickservice-Systemgastronomie
Website www.starbucks.com
Stand: 1. Oktober 2017

Starbucks Corp. (NASDAQ: SBUX[4]) ist ein auf Kaffeeprodukte spezialisiertes und international tätiges Einzelhandelsunternehmen und Franchisegeber mit Hauptgeschäftssitz in Seattle in den Vereinigten Staaten. Starbucks kauft, röstet und vertreibt Kaffeebohnen über die konzerneigenen und lizenzierten Kaffeehäuser.

Geschichte des Unternehmens[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Starbucks-Zentrale in Seattle

Im April 1971 eröffneten die Studienfreunde Gerald Baldwin, Gordon Bowker und Zev Siegl aus San Francisco im alten Hafen Seattle am Pike Place 1912 das Kaffee-, Tee- und Gewürzgeschäft „Starbucks Coffee, Tea and Spice“. Den Namen wählten sie in Anlehnung an den Steuermann Starbuck aus Herman Melvilles Roman Moby Dick.[5] Bis 1981 wurden weitere drei Filialen in Seattle eröffnet.

Der erste Starbucks-Laden am Pike Place 1912 heute.

Einstieg von Schultz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1982 übernahm Schultz bei Starbucks die Leitung des Einzelhandels und der Vermarktung. Zunächst weitete er das Geschäft auf die Belieferung gehobener Restaurants und Espresso-Bars mit Kaffeebohnen aus. Der Besuch einer Verkaufsmesse in Mailand brachte ihn 1983 auf die Idee, neben dem Bohnenverkauf auch zubereiteten Kaffee zum Vor-Ort-Verzehr anzubieten. 1984 gestanden ihm die Inhaber zu, kleine Espresso-Bars in den Läden einzurichten. Das Kaffeebarkonzept erwies sich als erfolgreich, wenngleich eine weitere Expansion abgelehnt wurde, da Baldwins, Bowkers und Siegls Liebhaberei immer Vorrang vor dem Geschäftlichen haben sollte. Das führte schließlich zum Bruch der Geschäftsbeziehung. Schultz kündigte bei Starbucks und eröffnete 1985 seine eigene Kaffeebar namens Il Giornale, wobei ihn seine früheren Arbeitgeber unterstützten. Nachdem er Investoren gefunden hatte, war er in der Lage, seinen früheren Arbeitgebern und Kaffee-Connaisseuren ein überzeugendes Übernahmeangebot zu machen. 1987 kaufte er das Unternehmen Starbucks für 3,8 Millionen US-Dollar und begann – mit 11 Läden und 100 Angestellten – mit dessen Expansion.

Expansion und weitere Entwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1989 hatte Schultz die Anzahl seiner Filialen auf 55 verfünffacht, vor allem an der Westküste und in Portland, Oregon. 1992 wurde die Starbucks in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Die Stammaktien werden seither am NASDAQ National Market unter dem Kürzel „SBUX“ gehandelt. Mit dem Geld des Börsengangs konnte das Filialnetz ausgebaut werden; Starbucks war bald an 272 Standorten vertreten.

1994/95 war die Westküste und der Golf von Mexiko erreicht mit insgesamt 676 Standorten US-weit.

Ab 1996 folgten erste Standorte in Japan, Singapur und auf den Philippinen und bis zum Jahr 2000 Filialen im Vereinigten Königreich, der Republik China (Taiwan), Thailand, Neuseeland, Malaysia, der Volksrepublik China, Kuwait, Südkorea, dem Libanon, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Katar, Bahrain, Saudi-Arabien sowie die ersten Filialen in Australien.

Dabei kaufte Starbucks 1999 den Teehersteller Tazo auf. Zudem wurde mit Thermoplan ein Vertrag über die exklusive Lieferung der Kaffeemaschinen abgeschlossen. Im Jahr 2000, bei weltweit 3500 Standorten, zog sich Schultz aus dem operativen Geschäft zurück und wechselte in den Aufsichtsrat.

2001/2002 eröffneten Filialen in der Schweiz und Österreich und in Deutschland ging Starbucks ein Joint Venture mit der KarstadtQuelle AG, die KarstadtCoffee GmbH ein. Die Expansion setzte sich fort mit Kaffeehäusern in der Türkei, Chile und Peru auf weltweit 7225 Standorte. 2004/2005 gerät Starbucks’ deutscher Partner Arcandor in finanzielle Schwierigkeiten, worauf die KarstadtCoffee GmbH vom amerikanischen Mutterkonzern übernommen wurde.

In einem öffentlich bekannt gewordenen Memo von Schultz an die oberste Führungsebene im Februar 2007 beklagte er, dass „die Romantik und das Schauspiel verschwunden sind“, die Läden hätten ihre Seele verloren.[6] Die Vollmechanisierung des Brühprozesses, lange Warteschlangen und Sandwiches anstelle von Muffins trieben laut seiner Aussage die Kunden von Starbucks zur Konkurrenz. Am 8. Januar 2008 kehrte Schultz als CEO zurück und leitete eine Sanierung und eine neue Markterschließungsstrategie ein.[7] In den USA werden 600 Filialen geschlossen und bis zu 12.000 Teil- und Vollzeitarbeitsplätze abgebaut.[8] Im Geschäftsjahr 2015 setzte die Coffee-Shop-Kette rund 19,2 Milliarden US-Dollar um.[9]

Im Dezember 2016 kündigte das Unternehmen an, dass sich Schultz zum April 2017 aus der Geschäftsführung zurückziehen und das Amt des CEO an den bisherigen COO Kevin Johnson abgeben wird. Schultz soll dem Unternehmen in anderer Funktion erhalten bleiben.[10][11]

Im Februar 2017 kündigte das Unternehmen an, in Europa neben der seit 2003 bestehenden Rösterei in Amsterdam bis 2018 eine zweite Rösterei in Mailand zu bauen und mit mehreren Filialen in den italienischen Markt einzutreten.[12][13]

Im November 2017 verkauft Starbucks ihre Teemarke Tzazo für 384 Millionen US-Dollar an Unilever.[14]

Im Mai 2018 hat der Schweizer Nestle-Konzern für 7,15 Milliarden US-Dollar die weltweiten Vermarktungsrechte des Kaffeeproduzenten übernommen. Das entspricht in etwa dem 3,5 fachen des bisherigen Jahresumsatzes.[14]

Im Juni 2018 teilte Starbucks das Ausscheiden von Howard Schultz aus der Firmenleitung mit.[15]

Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Das Logo wurde über die Jahre geändert. Am Anfang war die Sirene[16] noch barbusig. In der zweiten Version verdeckten dann Haare die Brüste, es war aber noch ein Bauchnabel zu sehen. In der Version ab 1992 ist auch dieser nicht mehr zu sehen.[17] Seit 2011 wird die umlaufende Firmenbezeichnung weggelassen, die Sirene alleine bildet das Logo.

Produkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu dem weltweit einheitlichen Angebot der Kette zählen in erster Linie Kaffeeprodukte. Darüber hinaus wird ein Sortiment an Kaffeebohnen vertrieben. Generell werden die Produkte aus dunkel gerösteten Arabica-Kaffeebohnen hergestellt. Weiter vertreibt Starbucks mehrere Musik-CDs unter eigenem Label.[18] Kuchen und Gebäck werden teilweise für die Zielmärkte direkt aus den USA bezogen. Gäste bei Starbucks können zudem aus verschiedenen Milchsorten oder Alternativen wählen, darunter sind fettreduzierte Milch, laktosefreie Milch und Sojamilch.

Starbucks bietet neben Eigenkreationen landläufig Bekanntes wie normalen Filterkaffee, Caffè Latte, Cappuccino oder Espresso an. Darüber hinaus gibt es noch Variationen dieser Kaffeegetränke, wie Caramel Macchiato, Caffé Mocha und White Caffé Mocha sowie eisvermischte Getränke (Frappuccino), bei denen eine Kaffee- („blended coffee“) oder Milchbasis („blended cream“) mit zerkleinertem Eis und verschiedenen Aromen zu einem Kaltgetränk verarbeitet wird. Fruchtsäfte wie Himbeer- und Mangosaft werden mit Tazo Tea und zerkleinertem Eis zu „blended juice drinks“ kombiniert.

Seit September 2012 bietet Starbucks unter dem Namen „Verismo“ eine Ein-Tassen-Kaffeemaschine für Espresso, Caffè Latte und Filterkaffee an.

Nährwerte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Initiative „Action on Sugar“, in der Experten für Gesundheit und Ernährung Lebensmittel auf ihren Zuckergehalt prüfen, veröffentlichte Februar 2016 Ergebnisse einer Untersuchung, nach dem das Produkt „Hot Mulled Fruit – Grape with Chai, Orange and Cinnamon – Venti“ die Zuckermenge von etwa 25 Teelöffeln enthalte. Die servierte Menge Zucker pro Konsumeinheit beliefe sich auf 99 Gramm. Damit ist dies das zuckerhaltigste Getränk der 131 untersuchten Produkte. Im Ranking belegten Starbucks-Produkte auch Platz 3 und 4: „White Chocolate Mocha with Whipped Cream – Venti“ beinhaltet 73,8 g, „Signature Hot Chocolate – Venti“ noch 60 Gramm Zucker (entspricht 18 bzw. 15 Teelöffeln). Action on Sugar sprach von einer skandalösen Menge Zucker.[19]

“These results highlight the need for more transparency on sugar content and compulsory labelling of sugar content.”

„Diese Ergebnisse betonen die Notwendigkeit von mehr Transparenz und verpflichtende Etikettierungen bezüglich des Zuckergehaltes.“

Nicola Close, Chief Executive of the Association of Directors of Public Health[19]

Dem gegenüber berief sich Starbucks auf bereits veröffentlichte Nährwerttabellen in den Geschäften und betonte, dass das Sortiment auch Produkte mit geringerem Zuckeranteil beinhalte.

Niederlassungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Starbucks ist auf mehreren Kontinenten präsent und zählt zu den bekanntesten Marken der Welt, vergleichbar mit McDonald’s. Im Jahr 2017 gab es weltweit über 27.000 Starbucks-Coffeeshops, davon wurden 13.275 selbst und 14.064 im Franchisegeschäft betrieben.[3]

Starbucks in Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ersten beiden Starbucks-Filialen in Deutschland wurden im Mai 2002 in Berlin eröffnet. Im Jahr 2016 zählte Starbucks 158 Filialen in Deutschland, davon 144 eigene Geschäfte und 14 Kaffeehäuser unter den Franchiseunternehmen New Vision, SSP Germany und Marche.[20]

Sie werden alle direkt von der AmRest Coffee Deutschland Sp. z.o.o. & Co mit Sitz in München betrieben, die bis April 2016 als Starbucks Coffee Deutschland GmbH firmierte und bis Mai 2012 ihren Sitz in Essen hatte.[21][22] Die deutschen Starbucks-Filialen gehörten früher zu 82 Prozent dem Kaufhaus-Konzern KarstadtQuelle, der seine Beteiligung im November 2004 krisenbedingt an Starbucks veräußerte.[23] Im April 2016 wurde bekannt, dass Starbucks Deutschland 100 Prozent seiner Anteile an die polnische AmRest für rund 41 Millionen Euro verkaufte.[20]

Starbucks in Österreich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Österreich ist die Kaffeehauskette mit 18 Filialen[24] vertreten (Stand: Juni 2016), diese umfassen 14 Filialen in Wien, 3 Filialen in Salzburg,[25] sowie eine in der Shopping City Süd (Stadt: Vösendorf). Die erste Niederlassung Österreichs wurde am 8. Dezember 2001 in der Wiener Kärntner Straße eröffnet. Ebenjene Filiale wurde mit 12. Juni 2016 geschlossen. Nach Aussage des Unternehmens sei der Standort – mit einer kolportierten Monatsmiete von rund 25.000 Euro – unrentabel geworden und bedurfte zudem einer Renovierung.[26]

Starbucks in der Schweiz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2001 ist Starbucks in der Schweiz mit 62 Filialen (Stand: April 2018) vertreten. Von diesen entfallen alleine 16 Filialen auf die Stadt Zürich, sowie 9 Filialen in Genf und jeweils 4 Filialen auf Basel und Bern bzw. 29 in der restlichen Schweiz. Die im März 2001 eröffnete Starbucks-Filiale am Zürcher Central war die erste Niederlassung des Konzerns in Kontinentaleuropa.[27]

Im Rahmen einer neunmonatigen Testphase betrieb Starbucks in Kooperation mit Elvetino seit dem 21. November 2013 einen Doppelstock-Speisewagen der SBB auf der Strecke St. Gallen – Genf.[28] Im Gegensatz zu anderen Filialen wurden komplette Mahlzeiten angeboten. Softdrinks und alkoholische Getränke waren weggefallen. Im Obergeschoss fand Bedienung statt, im Untergeschoss Selbstbedienung und Stehtische, betrieben von bis zu 4 Mitarbeitern. Die Kosten für den Umbau des ersten Fahrzeugs bezifferten die SBB auf 1,6 Millionen Franken.[29] Der Kaffee von Starbucks ist nun in allen regulären Speisewagen der SBB erhältlich. Das Grund-Konzept der Starbucks-Speisewagen wurde hingegen nicht weiter verfolgt und stattdessen in das neue Konzept der SBB integriert.[30]

Geschäftspraktiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zentral bei Neueröffnungen von Filialen ist die Wahl eines Standortes mit einem hohen Anteil an Laufkundschaft (Flughäfen sowie Bahnhöfe, Einkaufszentren oder Zentren großer Städte) sowie ein großflächiger Einstieg in nationale Märkte, häufig in Kooperation mit nationalen Unternehmen wie zum Beispiel KarstadtQuelle in Deutschland. Nach einer erfolgreichen Positionierung am Markt trennt sich Starbucks häufig von den Kooperationsunternehmen, oft werden diese auch übernommen, so zum Beispiel durch die Seattle Coffee Company in Großbritannien oder Sazabys in Japan. Die oft frei erfundenen Produktnamen sind zumeist Eigenkreationen in einer Mischung aus in erster Linie Englisch und Italienisch, teilweise fließen auch französische Begriffe mit ein. Einher damit geht die Bezeichnung der Angestellten als Baristas, eigentlich eine italienische Berufsbezeichnung für Bedienungspersonal, das Espresso zubereitet.

Geschäftsdaten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2014 war Starbucks mit 20.519 eigenen und lizenzierten Kaffeehäusern in über 65 Ländern vertreten.[31] Im Jahr 2013 erwirtschaftete Starbucks mit über 182.000 Mitarbeitern weltweit einen Jahresumsatz von 14,89 Milliarden US-Dollar.[32]

Trotz steigender Anzahl von Läden musste Starbucks am 15. November 2007 erstmals einen Rückgang der Kundenzahlen in den USA bekanntgeben.

Die Starbucks-Aktie wurde erstmal im Juni 1992 mit 17 US-Dollar gehandelt und erreichte am 5. Mai 2006 mit 39,63 US-Dollar einen Höchststand und rutschte bis zum 2. Januar 2008 um 48 Prozent auf 19,31 US-Dollar ab.[33] Danach stieg die Aktie mit kleineren Unterbrechungen an und überstieg 2012 erstmals den Wert von 80 US-Dollar. 2013 lag der Höchstwert der Aktie bei 82,50 US-Dollar.[34]

Digitalisierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In vielen Ländern wird kostenfreier Internetzugang (WLAN) angeboten, den Starbucks in Zusammenarbeit mit British Telecom realisiert. [35] Zudem war das Unternehmen einer der ersten Dienstleister, der mobiles Bezahlen über das Smartphone ermöglicht hat. Insbesondere war Starbucks ein Pionier bei der Unterstützung von Apples Passbook.[36]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Handel mit Kaffeeerzeugern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Rechtsstreit zwischen äthiopischen Kaffeebauern und Starbucks belastete 2007 den Ruf von Starbucks als fairer Handelspartner. Zwar bezahlt Starbucks den Bauern einen überdurchschnittlich hohen Preis, doch die äthiopischen Bauern wollten durch einen juristischen Namensschutz der Anbauregion als Warenzeichen Sidamo mehr Kontrolle über den Vertrieb und damit auch einen höheren Preis erhalten.[37] Starbucks wollte jedoch kein Lizenzabkommen unterschreiben und veranlasste über den Kaffeeverband National Coffee Association of USA (NCA) einen Widerspruch gegen den Namenschutz.[38] Eine enge Verbindung zur NCA bestand durch Dub Hay, Vizepräsident von Starbucks und zuständig für den weltweiten Einkauf, der gleichzeitig als Lobbyist für die NCA tätig war. Die NCA hatte zunächst durch juristischen Einspruch erreicht, dass das Patentamt den äthiopischen Antrag ablehnte. Als Folge des drohenden Ansehensverlustes erkannte Starbucks im Juni 2007 die drei äthiopischen Kaffeesorten Sidamo, Harar und Yirgacheffe als Handelsmarken an und unterzeichnete einen Lizenz-, Vertriebs- und Marketingvertrag.[39][40]

Starbucks gibt an, den Kaffee „fair“ einzukaufen und praktiziert durch das eigene Projekt „C.A.F.E. (Coffee and Farmer Equity) Practices“ die Bezahlung eines über dem Markt liegenden Preises mit Einbeziehung qualitativer, wirtschaftlicher, ökologischer und sozialer Kriterien, erarbeitet durch Kaffeebauern, Nachhaltigkeitsexperten und Mitarbeiter der „Conservation International“ (CI). Dadurch würden humanitäre Projekte unterstützt, etwa „CSR Projekte“ an Schulen der Fundraising Akademie gGmbH.[41] Die Kaffeesorte Estima wird durch die unabhängige Organisation Fair Trade zertifiziert.

Gewerkschaftsfeindliche Unternehmenspolitik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kritiker wie Naomi Klein, Autorin von No Logo, werfen dem Unternehmen vor, einen Verdrängungswettbewerb zu Lasten lokaler Betriebe und der bei Starbucks beschäftigten Mitarbeiter auszufechten.[42] Die internationale Gewerkschaft IWW rief im August 2006 zum Boykott von Starbucks auf, nachdem vier ihrer Mitglieder, die der IWW Starbucks Workers Union angehörten, gekündigt worden waren.[43] Bis zum Ende des Jahres 2006 erhöhte sich die Zahl der Gekündigten auf fünf IWW-Mitglieder.

Im April 2007 erhob die Nationale Behörde für Arbeitsbeziehungen der USA (National Labour Relations Board, NLRB) auf Betreiben der IWW Anklage gegen Starbucks in 30 Fällen. Es ging um angeblich gewerkschaftsfeindliche Praktiken, unfaire Maßnahmen gegen Angestellte und Kündigungen unter angeblich konstruierten Vorwänden. Der Prozess begann im August 2007 in New York und dauerte zu Beginn des Jahres 2008 an.[44]

Im März 2008 wurde der Konzern verurteilt, rund 100 Millionen Dollar einbehaltener Trinkgelder an Beschäftigte zurückzuzahlen. Eine Beschäftigte hatte seit 2004 eine Sammelklage gegen die Praxis geführt, Vorgesetzte in Starbucks-Shops an den Trinkgeldern ihrer Mitarbeiter zu beteiligen.[45]

Der Autor Günter Wallraff schreibt 2009, nach „Recherchen hinter der In-Fassade der Kaffeehauskette Starbucks“, dort würden „menschenunwürdige Verhältnisse“ herrschen.[46][47]

In deutschen Filialen würden Betriebsräte gezielt nach Vorgaben und unter Druck der Geschäftsleitung gewählt. Diese angeblichen Arbeitnehmervertreter seien nach Auskunft der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten nicht ihren Kollegen, sondern der Geschäftsleitung gegenüber loyal. Tatsächlich unabhängige Betriebsräte würden mit falschen Anschuldigungen und Abmahnungen drangsaliert und zur Aufgabe der Arbeitsstelle genötigt.[48][49]

Steuervermeidung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Starbucks macht sich im Rahmen seiner internationalen Steuerplanung Strategien wie Double Irish With a Dutch Sandwich zunutze, um die Konzernsteuerlast zu verringern.[50] Verschiedene Nichtregierungsorganisationen und Politiker kritisieren diese Praxis.[51][52] Als Konsequenz kündigte Starbucks im April 2014 an, seine Europa-Zentrale von Amsterdam nach London zu verlegen und damit mehr Steuern im Vereinigten Königreich zu zahlen, wo sich mit 800 Filialen mehr als die Hälfte aller europäischen Filialen befinden.[53] Die Europäische Union verurteilte Starbucks im Oktober 2015 zu einer Zahlung von bis zu 30 Millionen Euro. Die Europäische Kommission kam zu dem Schluss, dass Steuervorbescheide (siehe auch Luxemburg Leaks), die die Steuerlast eines Unternehmens künstlich verringern, illegal sind. Es werden EU-Beihilfevorschriften verletzt, da Starbucks ein illegaler Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen Kaffeehäusern gewährt wurde.[54] Sowohl Starbucks als auch Luxemburg wehren sich gegen das Urteil und beharren auf dem Standpunkt, keine Regeln der OSZE verletzt zu haben. Es ist nicht bekannt, ob Starbucks in Zukunft die für illegal erklärte Steuerpraxis ändern wird.[55]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Howard Schultz, Dori Jones Yang: Die Erfolgsstory Starbucks. Signum, Hamburg / Wien 2003, ISBN 3-85436-314-1. (Übersetzung von Pour Your Heart Into It. How Starbucks Built a Company One Cup at a Time. Hyperion Books, New York, NY 1999, ISBN 0-7868-8356-1)
  • Naomi Klein: No Logo! Der Kampf der Global Player um Marktmacht. Ein Spiel mit vielen Verlierern und wenigen Gewinnern. Goldmann Verlag, München 2005, ISBN 3-442-15312-3, S. 152–156.
  • Constanze Ullmann: Internationalisierung von Coffee-Shops. Markterschliessungsstrategien zwischen Fast Food und Feel Good. VDM Verlag Dr. Müller, Saarbrücken 2006, ISBN 978-3-86550-244-5 (Diplomarbeit Fachhochschule Wiesbaden 2004, 136 Seiten, unter dem Titel: Internationale Markterschließung am Beispiel von Coffee-Shops).
  • Joseph A. Michelli: Das Starbucks-Geheimnis. Wie aus Kaffee Gold wird. Redline Wirtschaftsverlag, München 2008, ISBN 978-3-636-01560-0.[56]
  • Howard Schultz, Joanne Gordon: Onward: Wie Starbucks erfolgreich ums Überleben kämpfte, ohne seine Seele zu verlieren. VCH-Wiley, Weinheim 2011, ISBN 978-3-527-50635-4.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Starbucks – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Presse-Artikel

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. https://www.starbucks.com/about-us/company-information
  2. Corporate Governance, auf www.investor.starbucks.com, abgerufen am 3. November 2017.
  3. a b c Starbucks: Annual Report 2017. Abgerufen am 11. März 2018 (PDF, englisch).
  4. https://www.starbucks.com/about-us/company-information/starbucks-company-profile
  5. Erik Neu: The Concise and Correct Explanation of the Starbucks Naming Myth. 27. Februar 2006.
  6. Verschwundene Romantik bei US-Kaffeehauskette. In: WirtschaftsWoche. 6. März 2007.
  7. Starbucks streicht in USA 600 Jobs. In: Die Presse. 22. Februar 2008.
  8. Starbucks schließt unrentable US-Filialen. In: Süddeutsche. 2. Juli 2008
  9. Starbucks: Annual Report 2015. Abgerufen am 24. April 2016 (PDF, englisch).
  10. Starbucks-Chef Schultz gibt Geschäftsführung ab. In: rp-online.de. Abgerufen am 2. Dezember 2016.
  11. Starbucks-Chef tritt zurück. In: nzz.ch. Abgerufen am 2. Dezember 2016.
  12. n-tv.de
  13. Starbucks Company Timeline. Starbucks, abgerufen am 5. Juni 2018 (englisch).
  14. a b Nestlé kauft Starbucks Handelsgeschäft - manager magazin. In: manager magazin. (manager-magazin.de [abgerufen am 9. Mai 2018]).
  15. Winand von Petersdorff: Howard Schultz: Der Starbucks-Gründer zieht sich zurück. In: www.faz.net. 5. Juni 2018, abgerufen am 5. Juni 2018.
  16. Starbucks Siren Takes It All Off
  17. Heinz Insu Fenkl: The Mermaid. Endicott Studio, 2003, archiviert vom Original am 2. Januar 2014; abgerufen am 2. Februar 2017 (englisch).
  18. Robert Levine: Would You Like an Extra Shot of Music With That Macchiato? In: The New York Times. 3. November 2004.
  19. a b actiononsugar.org, Action on Sugar – Website, 17. Februar 2016. Abgerufen am 18. Februar 2016.
  20. a b Starbucks Extends Licensing Agreement with AmRest to Grow Stores in Germany In: Starbucks Newsroom. 20. April 2016, abgerufen am 20. April 2016.
  21. Starbucks zieht nach München. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 29. August 2011, ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 15. März 2012]).
  22. Starbucks Impressum. abgerufen am 2. Januar 2017.
  23. Starbucks übernimmt Karstadt Coffee GmbH. In: Handelsblatt. 3. Januar 2005, abgerufen am 23. Juli 2013.
  24. starbucks.at
  25. Salzburg Stadt: Starbucks eröffnet am Hagenauerplatz. In: Salzburger Nachrichten. 3. September 2013.
  26. Ausgebrüht: Starbucks schließt Wiener Flagship-Store vom 9. Juni 2016
  27. Starbucks in der Schweiz
  28. Weltpremiere: Starbucks auf Schienen.
  29. Rollende Starbucks-Filiale auf dem SBB-Netz. In: Eisenbahn-Revue International. 1/2014, S. 14f.
  30. SBB: Weniger Starbucks, mehr Bier In: handelszeitung.ch, 28. September 2016, abgerufen am 15. April 2018.
  31. globalassets.starbucks.com
  32. Starbucks Jahreszahlen investor.starbucks.com
  33. Starbucks Falls Most in 17 Months After Stock Rating Is Lowered (Memento vom 10. September 2012 im Webarchiv archive.is), Bloomberg, 2. Januar 2008
  34. finanzen.ch
  35. https://www.starbucks.de/coffeehouse/wireless-internet
  36. Moritz Stückler: Passbook: Starbucks-Kaffee bei Betreten eines Ladens bezahlen. In: t3n Magazin. 4. Oktober 2012, abgerufen am 4. Oktober 2012.
  37. Tagesschau „Starbucks: Ein Kaffee-Konzern fürchtet um sein Image“ tagesschau, 7. März 2007. (online Beitrag Nr. 80)
  38. Starbucks verhindert, dass es Äthiopiens Kaffeebauern besser geht: Oxfam fordert den Kaffeekonzern auf, eine Lizenzvereinbarung für Kaffee-Namen abzuschließen. In: Oxfam. 7. März 2007.
  39. Rohstoffe: Schwarz und stark. In: Spiegel online. 5. Juni 2007.
  40. Oxfam begrüßt Einlenken von Starbucks bei äthiopischen Kaffeemarken. In: Entwicklungspolitik Online. 22. Juni 2007.
  41. Kooperation mit gemeinnützigen Organisationen aus Unternehmenssicht – Corporate Social Responsilbilty bei Starbucks norddeutscher-fundraisingtag.com abgerufen 1. April 2008.
  42. N. Klein: No Logo. HarperCollins, London 2000, S. 136 ff.
  43. Kündigungen wegen gewerkschaftlicher Betätigung: Internationale Proteste gegen Starbucks. iww.org
  44. Icy Day Finds Old Union Outside Modern City Shops. In: The New York Times. 22. Januar 2008.
  45. Starbucks muss Trinkgeld an Mitarbeiter auszahlen. In: Spiegel-Online. 21. März 2008.
  46. Günter Wallraff: Neues Wallraff-Buch ist Reise in soziale Wüste. Focus Online, S. 1, 8, abgerufen am 1. Dezember 2009.
  47. BERICHT/002: Gerhard Zwerenz und Günter Wallraff lesen beim Literaturfestival in Leipzig (SB). In: Schattenblick. MA-Verlag, abgerufen am 1. Dezember 2009: „… – sowie Recherchen hinter der In-Fassade der Kaffeehauskette Starbucks, der er sektenähnliche Strukturen attestiert, die ihr Unternehmen „Familie“, Gehirnwäsche „Weiterbildung“ und die Angestellten und Arbeiter „Partner“ nenne und sie dabei „auspreßt bis zum geht nicht mehr“ …“
  48. Video Frontal 21: Starbucks – „Miese Methoden im Kaffeehaus“ (14. Dezember 2010) in der ZDFmediathek, abgerufen am 3. November 2011 (offline)
  49. Video heute: „Wie Starbucks mit Mitarbeitern umgeht“ (14. November 2011) in der ZDFmediathek, abgerufen am 3. November 2011 (offline)
  50. Edward D. Kleinbard: Through a Latte, Darkly: Starbucks’s Stateless Income Planning USC Gould School of Law. 15. Juli 2013.
  51. Wie Starbucks sich um die Steuern drückt. In: Handelsblatt.de. Verlagsgruppe Handelsblatt, 2. November 2012, abgerufen am 16. Februar 2014.
  52. Axel Troost: Unternehmen dürfen weiter steuertricksen. In: linksfraktion.de. Linksfraktion, 30. Dezember 2013, abgerufen am 2. Januar 2017.
  53. David Jolly: Starbucks to Move European Offices to London. In: The New York Times. 16. April 2014, abgerufen am 16. April 2014 (englisch).
  54. Die Zeit, Steuervorteile für Starbucks und Fiat sind illegal, 21. Oktober
  55. Tageblatt Luxemburg, Luxemburg prüft Einspruch, 21. Oktober 2015
  56. SZ-Besprechung.