Clarence Seedorf

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Clarence Seedorf

Clarence Seedorf (2008)

Spielerinformationen
Voller Name Clarence Clyde Seedorf
Geburtstag 1. April 1976
Geburtsort ParamariboSuriname
Größe 177 cm
Position Zentrales Mittelfeld
Vereine als Aktiver
Jahre Verein Spiele (Tore)1
1992–1995
1995–1996
1996–1999
2000–2002
2002–2012
2012–2014
Ajax Amsterdam
Sampdoria Genua
Real Madrid
Inter Mailand
AC Mailand
Botafogo FR
65 (11)
32 0(3)
121 (15)
64 0(8)
300 (47)
58 (16)
Nationalmannschaft
1994–2008 Niederlande 87 (11)
Stationen als Trainer
2014
2016–
AC Mailand
Shenzhen FC
1 Angegeben sind nur Liga-Spiele.

Clarence Clyde Seedorf (* 1. April 1976 in Paramaribo, Suriname) ist ein ehemaliger niederländischer Fußballspieler und ehemaliger Fußballtrainer. Er wurde mehrfach Meister und Pokalsieger in den Niederlanden, Spanien und Italien und gewann u.a. mit drei verschiedenen Vereinen vier Champions-League-Titel. Von Januar bis Juni 2014 war er Trainer des italienischen Erstligisten AC Mailand.[1]

Karriere als Spieler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ajax Amsterdam[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Absolvent der Fußballschule von Ajax Amsterdam bestritt er mit 16 Jahren als bis dahin jüngster Spieler sein erstes Spiel in der höchsten niederländischen Spielklasse Eredivisie und etablierte sich schnell als Mittelfeldspieler in der ersten Mannschaft. Mit Ajax siegte er bis zu seinem Abschied nach der Saison 1994/95 u. a. je zweimal in der Meisterschaft (1994, 1995) und dem Pokalwettbewerb (1993, 1994) sowie einmal die Champions League (1995 Ernst-Happel-Stadion durch ein 1:0 gegen den AC Mailand). Insgesamt bestritt er in der Eredivisie 64 Partien, in denen er elf Tore erzielte.

Sampdoria Genua[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seine Erfolge und seine fußballerischen Qualitäten führten dazu, dass ihn der italienische Erstligist Sampdoria Genua anwarb. Dort spielte er allerdings nur eine titellose Saison.

Real Madrid[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach einer Spielzeit in Italien und einer enttäuschenden Europameisterschaft wechselte er im Sommer 1996 für die geschätzte Summe von umgerechnet 15 Millionen DM zu Real Madrid. In einer Mannschaft mit Spielern wie Raúl, Fernando Redondo, Predrag Mijatović, Davor Šuker und Roberto Carlos nahm er die Rolle des Spielmachers ein. Unter Leitung des italienischen Trainers Fabio Capello gewann die Mannschaft in seinem ersten Jahr die spanische Meisterschaft.

In der folgenden Spielzeit wurde das Ziel Meisterschaft unter dem deutschen Trainer Jupp Heynckes deutlich verpasst. Aufgrund des ersten Meistercup- bzw. Champions League-Titels für Real Madrid nach über 32 Jahren war die Saison trotzdem ein Erfolg. Mit dem 1:0 im Endspiel gegen Juventus Turin, das im Stadion seines ehemaligen Vereins Ajax Amsterdam stattfand, errang Seedorf seinen zweiten Champions-League-Titel.

Im Dezember 1998 gewann er zusätzlich den Weltpokal. Von da an verlief seine Karriere in Spanien jedoch nicht mehr so erfolgreich. Unbeständige Leistungen sowie sein Beharren auf eine zentrale Mittelfeldposition, während die Trainer ihn lieber am Flügel einsetzen wollten, führten nach 121 Spielen und 15 Toren in der Primera División zu seinem Abschied von Real Madrid.

Inter Mailand[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Januar 2000 wechselte er für eine Transfersumme von 24,5 Millionen Euro zu Inter Mailand nach Italien. In zweieinhalb Jahren absolvierte er 64 Erstligaspiele und erzielte acht Tore. Ähnlich wie während seiner beiden letzten Jahre in Madrid fand er sich aber auch in der Mailänder Mannschaft nicht gut zurecht. Zudem blieb ihm in dieser Zeit ein Titel versagt.

AC Mailand[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Saison 2002/03 wechselte er im Austausch für Francesco Coco zum Lokalrivalen AC Mailand. Dort fand er sich schnell zurecht und wurde von Trainer Carlo Ancelotti als Stammspieler in einem spiel- und kampfstarken Mittelfeld mit Andrea Pirlo und Gennaro Gattuso eingesetzt, die den Mann hinter den Spitzen, meistens den Brasilianer Kaká, unterstützen und abschirmen sollten.

In seinem ersten Jahr gewann sein neuer Klub zum sechsten Mal in der Vereinsgeschichte die Champions League. Mit dem im Old-Trafford-Stadion von Manchester United errungenen Sieg im Elfmeterschießen gegen den Ligakonkurrenten Juventus Turin ist Seedorf der bislang einzige Spieler, der mit drei verschiedenen Klubs die Champions League gewann. Das Triple wurde durch einen Leistungseinbruch in der Serie A verpasst, zumindest gelang es, den italienischen Pokal zu gewinnen.

In der folgenden Saison war Seedorf als der Schlüsselspieler in der hochkarätig besetzten Mannschaft des AC Mailand, der den 17. Meistertitel der Vereinsgeschichte vor dem AS Rom gewann. In der Champions League setzte sich im Viertelfinale Deportivo La Coruña durch.

In der Saison 2004/05 wurde er mit Mailand Vizemeister. Nach einem glücklichen Weiterkommen im Halbfinale der Champions League gegen den niederländischen Meister PSV Eindhoven verlor die Mannschaft das Finale in Istanbul gegen den FC Liverpool nach Elfmeterschießen.

Zur Saison 2006/07 übernahm er das Trikot mit der Nummer 10 von Rui Costa, der nach zwölf Jahren in der Serie A wieder zurück nach Portugal wechselte. Das erneute Champions League-Finale gegen den FC Liverpool gewann er mit Milan im Jahr 2007 mit 2:1.

Nach Auslaufen seines Vertrages beim AC Mailand zum Ende Saison 2011/12 verließ Seedorf den Verein.[2]

Botafogo FR[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Sommer 2012 wechselte Seedorf zu Botafogo FR nach Brasilien.[3][4] Bis März 2013 erzielte er in 33 Spielen 13 Tore. [5]

Nationalmannschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Elftal, der niederländischen Auswahl, kam Seedorf auf 86 Einsätze (11 Tore). Er nahm an einer Weltmeisterschaft (1998) und drei Europameisterschaften (1996, 2000, 2004) teil, bei denen er, die EM '96 in England ausgeschlossen (Viertelfinale gegen Frankreich nach verschossenem Elfmeter Seedorfs), jedes Mal das Halbfinale erreichte.

Trotz dieser Erfolge gilt er bei den niederländischen Fans und den Fußballexperten seines Landes als umstritten. Ihm wurde vorgeworfen, nicht mit dem gleichen Eifer wie bei seinen Vereinsmannschaften aufzutreten, und dass seine Spielweise phlegmatisch wirke. Insgesamt habe er nicht das beste aus seinen Möglichkeiten gemacht. Ein Mann mit diesen Erfolgen müsse in der Nationalmannschaft wesentlich mehr Führungspersönlichkeit zeigen. Für die WM 2006 wurde er von dem damaligen Bonds-Coach Marco van Basten nicht in den Kader berufen.

Im November 2006 wurde Seedorf für die Partie gegen England nach zwei Jahren Abstinenz als Ersatz für den kurzfristig verletzt ausgefallenen Wesley Sneijder wieder in die Nationalmannschaft berufen. Kurz vor der Fußball-Europameisterschaft 2008 trat Seedorf aus der Elftal zurück, da er zu wenig Vertrauen vom Bonds-Coach erhalten hatte.

Spielstil[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Clarence Seedorf galt zu seiner Zeit beim AC Mailand als einer der besten Spielmacher Europas. Seine Stärken waren die Ballkontrolle und seine Dribbelfähigkeit. Dazu besaß er eine überdurchschnittliche Übersicht, wodurch er immer eine Anspielstation fand. Diese Eigenschaften machten es ihm möglich, sich aus fast allen Situationen zu befreien. Seine Stammposition war das zentrale Mittelfeld, er konnte aber auch auf den Flügeln spielen und direkt hinter einer oder zwei Sturmspitzen. Eine weitere Stärke Seedorfs waren seine Standards, so dass seine Ecken und Freistöße des Öfteren direkt oder indirekt zu Toren führten.

Saisonstatistik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verein Liga Saison Liga Nat. Pokal Europapokal Andere Gesamt
Spiele Tore Spiele Tore Spiele Tore Spiele Tore Spiele Tore
Ajax Amsterdam Eredivisie 1992/93 12 1 3 0 3 0 - - 18 1
1993/94 19 4 3 0 2 0 - - 24 4
1994/95 34 6 3 0 11 0 - - 48 6
Gesamt 65 11 9 0 16 0 - - 90 11
Sampdoria Genua Serie A 1995/96 32 3 2 1 - - - - 34 4
Gesamt 32 3 2 1 - - - - 34 4
Real Madrid Primera División 1996/97 38 6 4 0 - - - - 42 6
1997/98 36 6 2 1 11 0 - - 49 7
1998/99 37 3 5 1 10 3 - - 52 7
1999/00 10 0 - - 6 0 - - 16 0
Gesamt 121 15 11 2 27 3 - - 159 20
Inter Mailand Serie A 1999/00 20 3 5 2 - - - - 25 5
2000/01 24 2 5 0 7 3 - - 36 5
2001/02 20 3 2 1 10 0 - - 32 4
Gesamt 64 8 12 3 17 3 - - 93 14
AC Mailand Serie A 2002/03 29 4 3 2 15 1 1 0 48 7
2003/04 29 3 6 0 10 0 - - 45 3
2004/05 32 5 4 1 13 1 - - 49 7
2005/06 36 4 2 2 11 1 - - 49 6
2006/07 32 7 5 0 14 3 - - 51 10
2007/08 32 7 - - 8 3 2 0 42 10
2008/09 33 5 1 0 7 0 - - 41 5
2009/10 29 5 - - 8 1 - - 37 6
2010/11 30 4 1 0 8 0 1 0 41 4
2011/12 18 3 3 1 8 0 - - 29 4
Gesamt 300 47 25 5 102 10 4 0 431 63
Botafogo FR Série A 2012 24 8 - - - - - - 24 8
2013 34 8 - - - - 1 1 35 8
Gesamt 58 16 - - - - 1 1 59 17
Karriere Gesamt 640 100 59 11 162 16 5 1 865 128

Trainerlaufbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mitte Januar 2014 beendete Seedorf seine Spielerkarriere und wurde Cheftrainer des AC Mailand als Nachfolger des zuvor entlassenen Massimiliano Allegri. Im Juni desselben Jahres wurde er entlassen.[6] Seit Juli 2016 trainiert Seedorf den chinesischen Zweitligisten Shenzhen FC.[7]

Titel und Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ajax Amsterdam[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Real Madrid[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

AC Mailand[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Botafogo FR[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Individuelle Erfolge/Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Seedorf ist der einzige Spieler in der Geschichte des Wettbewerbs, der mit drei verschiedenen Vereinen (Ajax Amsterdam, Real Madrid, AC Milan) triumphierte. Dies wurde auch von keinem Trainer erreicht.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Privates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Clarence Seedorf wurde in der Hauptstadt der ehemaligen niederländischen Kolonie Suriname geboren. Seine Vorfahren stammen von der Plantage Berg en Dal am Suriname etwa 100 km südlich von Paramaribo. Einige seiner Ahnen waren hier im Dienst der evangelischen Brüdergemeinde. Aufgrund von vielen sozialen Engagements und seiner sehr fairen Spielweise wird er von vielen als Vorbild angesehen. Er spricht sechs Sprachen.[8]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Simon Zwartkruis: Clarence Seedorf De biografie. Houtekiet Antwerper/Amsterdam 2003, ISBN 9052406812.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Clarence Seedorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. AC Mailand entlässt Seedorf - Inzaghi als Nachfolger, abgerufen am 9. Juni 2014, de.fifa.com
  2. At AC Milan headquarters, Clarence Seedorf has said his official farewell to the Rossoneri, undatierte Mitteilung auf der Homepage von Clarence Seedorf (abgerufen am 21. Juni 2012).
  3. Niederländer Seedorf wechselt zu Botafogo nach Brasilien, transfermarkt.de (abgerufen am 1. Juli 2012).
  4. A maior contratação de um estrangeiro feita por um clube brasileiro (portugiesisch), bfr.com.br (abgerufen am 1. Juli 2012).
  5. http://www.clarenceseedorf.info/pushing-the-limits/
  6. Inzaghi folgt auf Seedorf, kicker.de, 9. Juni 2014
  7. transfermarkt.de: Seedorf übernimmt Shenzhen FC, abgerufen am 7. Juli 2016
  8. Der erste Skalp für Frau Berlusconi, abgerufen am 14. Januar 2014, faz.de