Coca-Cola European Partners

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Coca-Cola European Partners plc

Logo
Rechtsform plc
ISIN GB00BDCPN049
Gründung 28. Mai 2016
Sitz Uxbridge, Vereinigtes Königreich
Leitung
  • Damian Gammell (CEO)
Mitarbeiterzahl 27.000[1][2]
Umsatz 10,976 Mrd Euro [3]
Branche Getränkeabfüllung
Website www.ccep.com

Coca-Cola European Partners plc (abgekürzt CCEP) ist der größte unabhängige Abfüller von Getränken der Coca-Cola Company.[4] Das Unternehmen betreibt über 50 Abfüllanlagen in Westeuropa.[5]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im August 2015 beschlossen die drei großen Coca-Cola-Abfüller in Europa, Coca-Cola Erfrischungsgetränke GmbH, Coca-Cola Enterprises und Coca-Cola Iberian Partners, zu fusionieren. Die Fusion wurde bis zum 28. Mai 2016 umgesetzt.[1] Der neue Getränkeriese Coca-Cola European Partners ist das weltweit größte unabhängige Coca-Cola-Abfüllunternehmen nach Nettoerlösen.[6] Mit dem Börsengang am 31. Mai 2016 wurde die Fusion besiegelt. Seit diesem Datum werden die Aktien zunächst in Amsterdam, New York und London gehandelt. Am 2. Juni 2016 erfolgte der Börsengang in Spanien.[6]

Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Länder, in denen Coca-Cola European Partners aktiv ist (Juli 2016)

Coca-Cola European Partners ist Lizenznehmer in folgenden Staaten: Andorra, Belgien, Frankreich, Deutschland, Island, Luxemburg, Monaco, Niederlande, Norwegen, Portugal, Spanien, Schweden und Großbritannien.[1] Die zuvor unabhängig voneinander operierenden Abfüller Coca-Cola Enterprises, Coca-Cola Iberian Partners und die deutsche Coca-Cola Erfrischungsgetränke kommen zusammen auf einen Nettoumsatz von elf Milliarden Euro. Laut dem Unternehmen waren durch die Fusion keine Arbeitsplätze gefährdet.[6]

Eigentumsverhältnisse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anteil Unternehmen
48 % Coca-Cola Enterprises Coca-Cola Enterprises logo.png
34 % Coca-Cola Iberian Partners CCIP Logo.jpg
18 % The Coca-Cola Company framelss

Vorgängerunternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Coca-Cola Enterprises (CCE)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Logo von Coca-Cola Enterprises (CCE)

Coca-Cola Enterprises hat die Lizenzen für Belgien, Frankreich, Luxemburg, Monaco, die Niederlande, Norwegen, Schweden und Großbritannien. Coca-Cola Enterprises betreibt 17 Abfüllstandorte.[1]

Coca-Cola Iberian Partners (CCIP)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Logo von Coca-Cola Iberian Partners (CCIP)

Coca-Cola Iberian Partners ist der Abfüllpartner der Coca-Cola Company für Spanien, Portugal und Andorra. Coca-Cola Iberian Partners ist dabei verantwortlich für die Produktion, die Verpackung, den Vertrieb und die Betreuung der Kundenkanäle. Das Unternehmen beschäftigt 4.380 Mitarbeiter, betreut 396.000 Kunden und erreicht mehr als 55 Millionen Verbraucher. Es vermarktet 17 Marken und 81 Produkte. Coca-Cola Iberian Partners umfasst acht Hersteller von Erfrischungsgetränken, einen Hersteller von Saftkonzentrat und sechs Mineralwasserbrunnen.[7] Das Unternehmen unterhält 17 Abfüllanlagen für Softdrinks, eine für Saft und sechs Mineralwasserquellen.[1]

Coca-Cola Erfrischungsgetränke GmbH (CCEG)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Coca-Cola Deutschland
Deutschlandzentrale an der Stralauer Allee in Berlin
Ältere Coca-Cola Leuchtreklame in Düsseldorf, 2010 noch im Einsatz

Die deutsche Coca-Cola GmbH ist als Tochterunternehmen der Coca-Cola Company für die Gesamtstrategie, die Wachstumsplanung und die Markenführung verantwortlich.[8] Abfüllung und Vertrieb diverser Getränke unterliegen in Deutschland hingegen – dem Coca-Cola-Konzessionärssystem folgend – der Coca-Cola European Partners als alleinigem Konzessionär.[7] Vor dem Zusammenschluss hielt das Mutterunternehmen, die Coca-Cola Company in Atlanta, 100 % an der Coca-Cola Erfrischungsgetränke.[9] Die anderen Abfüller von Coca-Cola-Getränken agieren weitgehend unabhängig und werden vom Hersteller nur mit Konzentraten beliefert. Die Fusion wurde im Sommer 2015 angekündigt und im Mai 2016 vollzogen.[6] In Deutschland werden 8.750 Mitarbeiter beschäftigt und 17 Abfüllstandorte betrieben (Stand: 2017).[10] Neben den Standorten zur Abfüllung von Produkten der Coca-Cola Company werden auch die Mineralbrunnen von Apollinaris, ViO und Sodenthaler betrieben. Die Urbacher Mineralquellen wurden zum 1. Juli 2017 geschlossen.[11]

Coca-Cola European Partners Deutschland (CCEP), vormals Coca-Cola Erfrischungsgetränke, ist mit einem Absatzvolumen von 3,9 Milliarden Litern (2016)[12] das größte deutsche Getränkeunternehmen. Als Konzessionär der Coca-Cola Company aus Atlanta ist sie für die Abfüllung sowie den Verkauf und Vertrieb von Coca-Cola-Produkten in Deutschland verantwortlich. Die CCE AG betreut 400.000 Handels- und Gastronomiekunden und beschäftigt rund 9.500 Mitarbeiter. Die Abfüllung der Getränke erfolgt vor Ort in über 20 Produktionsbetrieben.[13]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 8. April 1929[14] wurde durch die Essener Vertriebsgesellschaft für Naturgetränke in Essen die erste Coca-Cola-Flasche in Deutschland abgefüllt. Im ersten Jahr wurden 5.840 Kisten[14] verkauft. 1930 wurde die Coca-Cola GmbH gegründet, die unter der Leitung von Max Keith die Essener Vertriebsgesellschaft für Naturgetränke ablöste. Bereits 1933 wurden in Deutschland mehr als 100.000 Kisten[14] verkauft. 1934 gab es schon über 120 Konzessionäre, und eine Abfüllanlage in Frankfurt am Main wurde gebaut. Der endgültige Durchbruch für Coca-Cola kam mit den Olympischen Spielen 1936 in Berlin. Der Durchbruch in Deutschland ist eng mit Max Schmeling verbunden. Der Boxweltmeister wurde nach seiner Sportkarriere 1957 Konzessionär und prominentes Aushängeschild der Marke in Deutschland.[15]

Keith war selbst kein Mitglied der NSDAP, aber den damaligen deutschen Machthabern wohlgesinnt. 1936 reiste ein Konkurrent von ihm, Karl Flach von Afri-Cola, in die USA, um Abfüllanlagen zu besichtigen und stahl ein paar Kronkorken mit der Aufschrift „koscher“. Daraufhin wurde Coca-Cola in Deutschland als „jüdisch-amerikanisches Unternehmen unter der Leitung von Harold Hirsch“, der damals im Aufsichtsrat saß, denunziert. Keith bat Woodruff, Hirsch aus dem Aufsichtsrat zu entfernen. Dieser weigerte sich jedoch und soll gesagt haben: „Meine Politik heißt Coca-Cola“. Keith brach daraufhin mit dem deutschen Regime; dem Erfolg von Coca-Cola konnte dies jedoch keinen Abbruch tun. Selbst als der Zweite Weltkrieg schon ausgebrochen war, lief das Geschäft in Deutschland mit Coca-Cola weiter. Allerdings wurde es für die deutsche Tochtergesellschaft der Coca-Cola Company immer schwieriger, Rohstoffe zu beschaffen. Deshalb erfand sie 1940 ein neues Erfrischungsgetränk: Fanta (abgeleitet von Fantasie). Fanta (zunächst auf Molkebasis hergestellt) sicherte den Bestand der Coca-Cola GmbH, als 1942 die Produktion von Coca-Cola vorerst eingestellt werden musste.

1949 wurde die Coca-Cola-Produktion wieder aufgenommen. Fanta blieb beliebt, zwischenzeitlich allerdings nicht mehr milchhaltig, sondern als Orangen-Limonade. In den Folgejahren wurde die Marke Fanta international bekannt. 1962 wurde mit Fanta Klare Zitrone eine neue Sorte eingeführt, die ab 1968 unter dem Namen Sprite ebenfalls international bekannt wurde.

Im Juli 2003 verlegte die Coca-Cola GmbH ihren Hauptsitz von Essen nach Berlin, um dort unter einem Dach mit der CCEAG, dem damals größten Coca-Cola-Konzessionär, noch wirtschaftlicher zusammenarbeiten zu können.

Nachdem die Abfüllung, Verkauf und Vertrieb in Deutschland zunächst auf verschiedene Lizenznehmer aufgeteilt waren, gibt es seit September 2007 nur noch einen großen Abfüller: die CCEAG, die im Gegensatz zu den Abfüllern der meisten anderen Länder direkt zum Coca-Cola-Konzern gehört.

2013 wurden 3,8 Milliarden Liter alkoholfreie Getränke durch Coca-Cola in Deutschland abgesetzt.[16] Seit 25. März 2013 hat das Unternehmen seine Zentrale an der Stralauer Allee in Berlin-Friedrichshain; zuvor war es knapp 10 Jahre lang in der Friedrichstraße in Berlin-Mitte ansässig.[17]

2016 wurde aus der CCEAG die Coca-Cola Erfrischungsgetränke GmbH (CCEG).[18] Diese fusionierte im Mai 2016 mit Coca-Cola Enterprises und Coca-Cola Iberian Partners zur Coca-Cola European Partners, dem größten unabhängigen Abfüller von Coca-Cola.[4] Deshalb wurde die Coca-Cola Erfrischungsgetränke GmbH noch im August 2016 erneut umfirmiert in Coca-Cola European Partners Deutschland GmbH.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e Coca-Cola Enterprises, Coca-Cola Iberian Partners and Coca-Cola Erfrischungsgetränke AG to Form Coca-Cola European Partners. In: The Coca-Cola Company. Abgerufen am 1. Juni 2016.
  2. kombinierte Mitarbeiterzahl der Vorgängerunternehmen
  3. http://ir.ccep.com/~/media/Files/C/Cokeccep-IR/archived-presentations/ccep-may-2016-update-final.pdf
  4. a b C. S. D. Staff: Coca-Cola Enterprises to Create Coca-Cola European Partners. In: Convenience Store Decisions. 24. Mai 2016, abgerufen am 1. Juni 2016.
  5. Coca-Cola European Partners. Abgerufen am 2. Februar 2018 (englisch).
  6. a b c d Fusion: Noch ein Coke für Börse. In: DiePresse.com. Abgerufen am 1. Juni 2016.
  7. a b Die Coca-Cola Enterprises, die Coca-Cola Iberian Partners und die Coca-Cola Erfrischungsgetränke AG beabsichtigen Gründung der Coca-Cola European Partners. In: Coca-Cola Deutschland. Abgerufen am 1. Juni 2016.
  8. Coca-Cola GmbH: Unternehmen. (Memento vom 22. Dezember 2010 im Internet Archive) Abgerufen am 8. Juni 2010.
  9. Auf einen Blick: Coca-Cola in Deutschland Abgerufen am 7. August 2015.
  10. CCEP DE - Daten und Fakten. Abgerufen am 25. September 2017.
  11. Stuttgarter Nachrichten, Stuttgart, Germany: Mineralwasser-Produktion in Urbach: Die letzte Flasche Urbacher ist abgefüllt. In: stuttgarter-nachrichten.de. (stuttgarter-nachrichten.de [abgerufen am 25. September 2017]).
  12. CCEP DE - Daten und Fakten. Abgerufen am 25. September 2017.
  13. Die Coca-Cola Enterprises, die Coca-Cola Iberian Partners und die Coca-Cola Erfrischungsgetränke AG beabsichtigen Gründung der Coca-Cola European Partners. In: The Coca-Cola Company. (coca-cola-deutschland.de [abgerufen am 2. Februar 2018]).
  14. a b c 120 Jahre Coca-Cola – Chronologie einer Marke (Memento des Originals vom 21. März 2012 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.coca-cola-gmbh.de Pressemitteilung der Coca-Cola GmbH vom 2. Mai 2006, abgerufen am 16. April 2010
  15. 75 Jahre Coca-Cola in Deutschland, (PDF, 2,2 MB) (Memento vom 25. Dezember 2010 im Internet Archive) Sonderausgabe des Coca-Cola Journals, Juni 2004, Seite 4.
  16. Daten und Fakten. Aufgerufen am 7. August 2015.
  17. Coca-Cola Deutschland: Zentrale jetzt in Friedrichshain-Kreuzberg (Memento vom 27. März 2013 im Internet Archive)
  18. CCEG - 2016. In: www.cceag.de. Abgerufen am 1. Juni 2016.