Ellerau

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Ellerau
Ellerau
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Ellerau hervorgehoben
Koordinaten: 53° 45′ N, 9° 55′ O
Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Segeberg
Verwaltungs­gemeinschaft: Norderstedt
Höhe: 24 m ü. NHN
Fläche: 7,09 km2
Einwohner: 6035 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 851 Einwohner je km2
Postleitzahl: 25479
Vorwahl: 04106
Kfz-Kennzeichen: SE
Gemeindeschlüssel: 01 0 60 019
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Berliner Damm 2
25479 Ellerau
Webpräsenz: www.ellerau.de
Bürgermeister: Eckart Urban (SPD)
Lage der Gemeinde Ellerau im Kreis Segeberg
Großer Plöner SeeWarderseeHamburgKreis Herzogtum LauenburgKreis OstholsteinKreis PinnebergKreis PlönKreis Rendsburg-EckernfördeKreis SteinburgTangstedtKreis StormarnLübeckNeumünsterAlvesloheArmstedtBad BramstedtBad SegebergBahrenhofBark (Gemeinde)BebenseeBimöhlenBlunkBoostedtBornhövedBorstel (Holstein)Buchholz (Forstgutsbezirk)BühnsdorfDaldorfDamsdorfDreggersEllerauFöhrden-BarlFredesdorfFahrenkrugFuhlendorf (Holstein)GeschendorfGlasauGönnebekGroß KummerfeldGroß Niendorf (Holstein)Groß RönnauGroßenaspeHagen (Holstein)HardebekHartenholmHasenkrugHasenmoorHeidmoorHeidmühlenHenstedt-UlzburgHitzhusenHögersdorfHüttblekItzstedtKaltenkirchenKattendorfKayhudeKisdorfKlein GladebrüggeKlein RönnauKrems IIKükelsLatendorfLeezen (Holstein)LentföhrdenMönklohMözenNahe (Holstein)NegernbötelNehmsNeuengörsNeversdorfNorderstedtNützenOeringOersdorfPronstorfRicklingRohlstorfSchackendorfSchieren (Kreis Segeberg)SchmalenseeSchmalfeldSchwisselSeedorf (Kreis Segeberg)Seth (Holstein)SievershüttenStipsdorfStockseeStrukdorfStruvenhüttenStuvenbornSülfeldTarbekTensfeldTodesfeldeTrappenkampTravenhorstTraventhalWahlstedtWakendorf IWakendorf IIWeddelbrookWeedeWensinWesterradeWiemersdorfWinsen (Holstein)WittenbornKarte
Über dieses Bild

Ellerau ['ɛlə,raʊ] ist eine Gemeinde im Süden Schleswig-Holsteins. Sie liegt nahe bei Quickborn nördlich von Hamburg und gehört zum Kreis Segeberg.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ellerau liegt an der Krumbek, einem kleinen Bach. Die südwestliche Grenze der Gemeinde wird durch die Gronau gebildet, die westliche durch die Pinnau. Im Norden der Gemarkung fließt der Ebach.

Im Ortszentrum von Ellerau wird die Krumbek zu einigen Teichen aufgestaut, die in einem kleinen Park liegen.

Benachbarte Gemeinden und Städte sind:

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ellerau wurde im Jahr 1449 erstmals urkundlich erwähnt. Es gehörte zum Gut Kaden und wurde hauptsächlich von Leibeigenen bewohnt. Die Leibeigenschaft wurde im Herzogtum Holstein zum 1. Januar 1805 durch Christian VII. aufgehoben. Danach wurden die Leibeigenen zu Pächtern oder Hörigen, die immer noch vom Gut abhängig waren. Der Gutverband wurde 1873 aufgelöst und die Ellerauer Bauern konnten ihr Land erwerben.

Nach Ende des Zweiten Weltkriegs wuchs Ellerau vor allem durch Zuzug von Flüchtlingen und später Pendlern von 550 Einwohnern auf die heutige Größe.

Bis 1998 gehörte Ellerau dem Amt Kaltenkirchen-Land an. Nach dem Austritt aus dem Amt besaß die Gemeinde eine eigene Verwaltung mit einem hauptamtlichen Bürgermeister. Im Zuge der Verwaltungsstrukturreform bildet Ellerau seit dem 1. Januar 2007 eine Verwaltungsgemeinschaft mit der Stadt Norderstedt.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit der Kommunalwahl 2013 besteht die Gemeindevertretung durch Überhangmandate aus 24 Mitgliedern. Die SPD erhielt sieben, die CDU zwei, die FDP einen, die Wählergemeinschaft BVE neun, die Wählergemeinschaft AE drei und die Wählergemeinschaft BürgerForum 2 Sitze. Im Laufe der Wahlperiode kam es zu zwei Übertritten: ein CDU-Mitglied verließ die Partei. Ein Mitglied von AE wechselte zur AfD.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „In Gold ein schräglinker blauer Wellenbalken, begleitet von zwei schwarzen Erlenzweigen mit grünen Blättern und schwarzen Kätzchen (oberer Zweig) bzw. schwarzen Zapfen (unterer Zweig), der obere Zweig nach links, der untere nach rechts gewandt.“[2]

Historische Begründung: Der Ortsname Ellerau bedeutet „Fluss bei den Erlen“. Diese Wortdeutung bestimmt den Bildinhalt des Wappens, der den Ortsnamen also „sprechend“ zum Ausdruck bringen will. Darüber hinaus symbolisieren die Zweige die zahlreichen Erlengehölze auf dem Gemeindegebiet und der Wellenbalken die kleine in diesem vorhandene, in die Pinnau mündende Au, die beide schon den Ortsnamen bestimmt haben. Vermutlich in älterer Zeit Bestandteil eines gleichnamigen Meierhofes, gehörte Ellerau bis 1867 zum Gut Kaden. Danach wurde es selbstständige Gemeinde. 1928 wurde der aufgelöste Gutsbezirk Kaden nicht dieser Gemeinde, sondern dem benachbarten Alveslohe eingegliedert.

Flagge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf gelbem, oben und unten von einem blauen Streifen begrenztem Flaggentuch der obere Erlenzweig des Gemeindewappens, jedoch mit grünen Holzteilen und Blütenständen, nach vorn, in die Mitte des Lieks, verschoben.

Partnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1979 gibt es eine Partnerschaft zwischen der Gemeinde Ellerau und Højer Sogn (dt. Hoyer) in Dänemark. Nach einer Kommunalreform im Jahr 2007 ist Højer in der Großkommune Tondern aufgegangen. Um die Lebendigkeit der Partnerschaft zu erhalten, wurde 2010 der Freundeskreis Ellerau-Højer gegründet.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ellerau verfügt über einen Bahnhof und einen Haltepunkt der AKN an der Bahnstrecke Hamburg-Altona–Kaltenkirchen–Neumünster, mit der in 39 bis 47 Minuten der Hamburger Hauptbahnhof erreicht werden kann. Der Autobahnanschluss Nr. 21 liegt nur fünf Minuten entfernt (A 7). Ebenfalls gibt es eine Busverbindung nach Norderstedt und eine nach Quickborn.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt in mehreren Gewerbegebieten zahlreiche Handels- und Gewerbebetriebe. Die großen Fabriken sind mittlerweile nicht mehr präsent in Ellerau. Darunter auch die Kunststofffabrik „Devalit“, die bis 1994 für die Automobilindustrie fertigte. Von 1946 bis 1989 war die Damenmodefabrik „Arthur Erlhoff“, welche unter dem Label „erle zf“ europaweit bekannt war, das wirtschaftliche Herzstück Elleraus. Nach der Pleite 1989 wurde die Fabrik am Ortseingang von der Modefirma Jil Sander AG aufgekauft. Anfang 2006 wurde auch diese letzte große Fabrik geschlossen, weil der neue Eigentümer Prada die Textilfertigung nach Italien verlegte. Im Juli 2007 erfolgte ein Teilabriss der Textilfabrik. Auf dem Gelände wurde im Mai und August 2008 ein Nahversorgungszentrum eröffnet.

Im Ende der 1990er Jahre neu geschaffenen Gewerbegebiet Ellerau-Ost hat sich ein Branchenmix aus dem Handwerk und der Industrie angesiedelt. Durch seine Nähe zur Autobahn 7 und den günstigen Preis für Gewerbeflächen, hat sich das Gewerbegebiet Ellerau-Ost zu einem Wirtschaftsstandort besonders für Firmengründer entwickelt.

Größtes Unternehmen ist zurzeit die Unternehmensberatung „agens consulting“ mit zirka 120 Mitarbeitern.

Kultur und Freizeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Park in der Ortsmitte von Ellerau befinden sich eine Volkshochschule, eine Bücherei und ein beheiztes Freibad.

Das Karl Rautenberg Museum ist ein seit 1990 bestehendes Heimatmuseum im Anbau des Bürgerhauses.[3][4] Das Museum zeigt Wohn- und Lebensräume aus der Zeit um 1900, bäuerliche Arbeitsgeräte, volkstümliches Haushalts- und Arbeitsgerät, Werkzeuge einer Schuhmacher-, Schneider-, Schmiede- und Tischlerwerkstatt sowie des Mauer- und Schlachterhandwerks.[5] Es kann samstags am Nachmittag bei freiem Eintritt besichtigt werden. Benannt ist es nach dem Quickborner Drogisten Karl Rautenberg, der seine umfangreiche Sammlung dem ehemaligen Bürgermeister von Ellerau anbot, nachdem die Gemeinde Quickborn kein Interesse gezeigt hatte. Im Februar 1988 wurde der Heimat- und Museumsverein Ellerau gegründet und zwei Jahre später das Museum eingeweiht.[6]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heinrich, Olga und Heinrich, Hans: Chronik von Ellerau, Ellerau 1977

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2015 (XLSX-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Landesarchiv Schleswig-Holstein, Wappenrolle
  3. Offizielle Homepage. Abgerufen am 25. Februar 2017.
  4. Museen Schleswig - Holstein & Hamburg. Abgerufen am 25. Februar 2017.
  5. Heimatmuseum Ellerau
  6. Als Schnapskugeln noch das Licht spendeten

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ellerau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien