Louis Armstrong New Orleans International Airport

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Louis Armstrong New Orleans International Airport
Louis Armstrong International Airport.jpg
Kenndaten
ICAO-Code KMSY
IATA-Code MSY
Koordinaten

29° 59′ 36″ N, 90° 15′ 29″ WKoordinaten: 29° 59′ 36″ N, 90° 15′ 29″ W

1.2 m (4 ft) über MSL
Verkehrsanbindung
Entfernung vom Stadtzentrum 18 km westlich von New Orleans
Straße I10 H61
Nahverkehr Bus
Basisdaten
Eröffnung Oktober 1944
Betreiber City of New Orleans
Fläche 607 ha
Terminals 2
Passagiere 12.009.512[1] (2017)
Luftfracht 51.882 t[1] (2017)
Flug-
bewegungen
111.689[1] (2017)
Beschäftigte 7.688[2] (2013)
Start- und Landebahnen
10/28 3080 m × 46 m Beton
01/19 2134 m × 46 m Beton
06/24 1088 m × 46 m Asphalt



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i11 i13

Der Louis Armstrong New Orleans International Airport (IATA: MSY, ICAO: KMSY) ist der Flughafen der Stadt New Orleans im US-amerikanischen Bundesstaat Louisiana. Er liegt 19 km westlich von New Orleans in der Stadt Kenner im Jefferson Parish. Der Flughafen befindet sich in Besitz der Stadt New Orleans. Armstrong International ist der wichtigste Zivilflughafen der New Orleans metropolitan area und des südöstlichen Louisiana. Der Flughafen, der früher Moisant Field genannt wurde ist auch unter den Bezeichnungen Louis Armstrong International Airport und New Orleans International Airport bekannt.

Mit seiner durchschnittlichen Meeresspiegelhöhe von nur 1,2 m ist er nach dem Flughafen Schiphol in Amsterdam, der 3 m unter dem Meeresspiegel liegt, der am zweitniedrigsten gelegene.[3]

Louis Armstrong International wurde für Pünktlichkeit und Service im Februar 2008 vom Nachrichtenmagazin U.S. News & World Report auf Platz 4 in der Liste der 47 verkehrsreichsten Flughäfen der USA gesetzt.[4]

Einstmals war der Flughafen ein wichtiges Tor nach Lateinamerika. Diese Verbindungen sind aber inzwischen an die Drehkreuze der Internationalen Airlines gegangen.

Der heute noch für die Allgemeine Luftfahrt genutzte kleinere New Orleans Lakefront Airport war bis zum Zweiten Weltkrieg der Hauptflughafen von New Orleans.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Flughafen hieß ursprünglich Moisant Field und war nach dem Stunt-Piloten John Moisant benannt. Dieser stürzte 1910 auf dem damals noch landwirtschaftlich genutzten Feld ab, das danach Moisont Stock Yard genannt wurde. Die Anfangsbuchstaben bilden noch immer den IATA-Code des heutigen Flughafens.

Als der damalige Hauptflughafen, der New Orleans Lakefront Airport, nicht mehr ausreichte, begannen 1940 die Planungen für einen neuen Flughafen. 1944 wurde das Gebiet erstmals als Militärflugplatz genutzt. Ab 1946 wurde das Moisant Field als ziviler Flughafen genutzt.

Bis 1959 fand die Abfertigung der Passagiere in einer hangarähnlichen Behelfskonstruktion statt, bis ein neues Abfertigungsgebäude errichtet wurde, dessen Kern auch heute noch in Betrieb ist.

In den 1960er Jahren ließ die Stadtverwaltung prüfen, ob ein größerer neuer Flughafen gebaut werden könnte. Dieser sollte ähnlich erfolgreich arbeiten können, wie der George Bush Intercontinental Airport in Houston oder der Dallas-Fort Worth International Airport in Dallas. Der Flughafen sollte im Osten der Stadt auf einer künstlich erschaffenen Insel und mit Anschluss an die Interstate 10 und den U.S. Highway 90 in einer Bucht des Lake Pontchartrain entstehen. Zu Beginn der 1970er Jahre wurde aber beschlossen, lediglich den bestehenden Flughafen zu modernisieren und so wurden die derzeit bestehenden Terminals und Abflughallen errichtet. Nur wenige Monate vor dem Hurrikan Katrina stellte Bürgermeister Ray Nagin einen Plan vor, der einen neuen Flughafen im weiter westlich der Stadt gelegenen Montz vorsah. Diese Initiative erlitt dann aber das gleiche Schicksal, wie die früheren Pläne.

Früher betrieb Eastern Air Lines einen ausgedehnten Liniendienst von MSY. Mit Flugzeugen wie der Boeing 727 wurden Dallas, Tampa und Miami ebenso angeflogen wie New York und Atlanta. National Airlines flog Miami, Tampa, Houston, Las Vegas, Los Angeles, San Diego und San Francisco International Airport an. Bis 1979 flog Southern Airways MSY mit Flugzeugen des Typs Douglas DC-9 an. Delta Air Lines war eine weiter große Fluggesellschaft mit Verbindungen nach MSY. Heute ist Southwest Airlines die Gesellschaft mit dem höchsten Passagieraufkommen in New Orleans.

MSY war im Jahre 1985 Drehkreuz für die nur drei Monate bestehende Pride Air.

Anlässlich seines 100. Geburtstages wurde der Flughafen im Jahre 2001 nach dem berühmten aus New Orleans stammenden Jazz-Musiker Louis Armstrong benannt.[5]

Hurrikan Katrina[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beim Herannahen des Hurrikans Katrina wurde der Flughafen am 28. August 2005 für den öffentlichen Verkehr geschlossen. Anfang September erfolgte die Freigabe für Militärmaschinen, die Hilfsgüter einflogen und Menschen aus der überfluteten Stadt evakuierten. Am 13. September 2005 wurde der Flughafen wiedereröffnet.[6]

Armstrong Airport im Juni 2007

Begonnen hat Delta Air Lines mit vier Verbindungen nach Atlanta und einer von Northwest Airlines nach Memphis. Allmählich begannen auch andere Airlines wie American Airlines, Southwest Airlines und Continental Airlines mit anfangs noch eingeschränktem Service den Verkehr wieder aufzunehmen.

International[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Louis Armstrong New Orleans International Airport hat in der Abflughalle C einen Bereich für internationale Flüge. Dort sind Räume für die Sicherheitskontrollen, den Zoll und die Einwanderungsbehörde untergebracht. Die Gates ermöglichen einen direkten Zugang zu den Flugzeugen und sind in der Lage, Flugzeuge bis zur Größe einer Boeing 747-400 abzufertigen.

Seit September 2009 existiert eine internationale Nonstop-Verbindung. Aeroméxico Connect fliegt mit Flugzeugen des Herstellers Embraer nach Mexiko-Stadt.

Frühere internationale Verbindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vor dem Hurrikan Katrina gab es reguläre Verbindungen von Air Canada nach Toronto und der Grupo TACA nach San Pedro Sula in Honduras. In den 1980er Jahren diente New Orleans als Zwischenstopp für Flüge von London nach Mexiko-Stadt. National Airlines flog nonstop Amsterdam an, zeitweise bot Eastern Air Lines Verbindungen nach Flughafen Caracas (Venezuela) und nach Panama-Stadt in Panama an. Continental Airlines und Aeroméxico boten Flüge nach Mexiko-Stadt und Cancún an. in den 1990er Jahren flog Trans World Airlines mit McDonnell Douglas MD-80-Maschinen Mexiko-Stadt an. In den 1970er und 1980er Jahren flogen verschiedene Fluggesellschaften Mittelamerika an. Diese sind heute entweder Bestandteil der Grupo TACA oder in Insolvenz gegangen.

In den 1990er und den 2000er Jahren flogen in der Feriensaison Charter-Gesellschaften zweimal pro Woche mit Boeing 727 oder 737 Montego Bay in Jamaika und die Bahamas an.

Wiederaufnahme des internationalen Verkehrs[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alle internationalen Flüge von und nach MSY wurden nach dem Hurrikan Katrina eingestellt. Die ersten internationalen Flüge nach Katrina waren Charterflüge aus London, Manchester, Bournemouth und Nottingham in Großbritannien, die anlässlich des Mardi Gras anreisten.

Grupo TACA begann im Sommer 2008 saisonale Charterflüge von MSY nach San Pedro Sula und nach San Salvador auf.

Im Juli 2009 nahm Aeroméxico und ihre Tochtergesellschaft Aerotiteral den Verkehr von MSY nach Mexiko-Stadt auf.[7][8]

Ab Mai 2017 wird New Orleans non stop aus Frankfurt von Condor angeflogen.

Terminals und Abflughallen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Louis Armstrong International hat zwei Terminals (Ost und West), die mit der zentralen Schalterhalle verbunden sind. Daran angeschlossen sind vier Abflughallen (A, B, C und D).

Halle A[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Halle A wurde 1974 eröffnet und hat 6 Gates: A1, A3, A5, A6, A7, A8. Sie wurde jedoch bis auf weiteres geschlossen (Stand Mai 2017).

Halle B[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Halle B wurde 1974 eröffnet und hat 13 Gates: B1 – B13

Halle C (International)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Flüge in die Karibik und nach Kanada, Charterflüge und Reserve-Gates Die Halle C wurde 1991 eröffnet und hat 15 Gates: C1 – C12, C14 – C16

Halle D[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Halle D ist die neueste und beherbergt mit dem Delta Air Lines Sky Club den einzig noch verbliebenen Airline Club des Flughafens. Die Halle D hat 7 Gates: D1 – D6, D8

Fluggesellschaften und Ziele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Flugziele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einige wichtige nationale Flugziele aus New Orleans sind Atlanta, Boston, Chicago, Dallas/Fort Worth, Houston, Indianapolis, Las Vegas, Los Angeles, Memphis, Miami, Minneapolis/Saint Paul, New York-JFK, Newark, Orlando, Philadelphia, Phoenix, Salt Lake City, San Francisco, Seattle und Washington.

Als einziges Ziel im deutschsprachigen Raum wird Frankfurt am Main durch Condor bedient. Weitere internationale Ziele sind Cancún, London, Panama-Stadt, Punta Cana und Toronto.[9]

Fluggesellschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ab New Orleans fliegen Air Canada, Alaska Airlines, Allegiant Air, American Airlines, Branson Air Express, British Airways, Condor, Copa Airlines, Delta Air Lines, Frontier Airlines, GLO Airlines, Jetblue Airways, Southwest Airlines, Spirit Airlines, United Airlines und Vacation Express.[10]

Frachtgesellschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ameriflight – Houston
FedEx Express – Memphis, Orlando, Lafayette, Shreveport
UPS AirlinesLouisville

Verkehrszahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quelle: Louis Armstrong New Orleans International Airport[1]
Quelle: Louis Armstrong New Orleans International Airport[1]
Verkehrszahlen des Louis Armstrong New Orleans International Airport 2003–2017[1]
Jahr Fluggastaufkommen Luftfracht (Tonnen)
(mit Luftpost)
Flugbewegungen
(mit Militär)
National International Gesamt
2017 11.829.339 180.173 12.009.512 51.882 111.689
2016 11.042.945 96.476 11.139.421 48.829 111.173
2015 10.589.097 84.204 10.673.301 40.269 105.277
2014 9.738.768 46.626 9.785.394 40.112 100.474
2013 9.164.708 42.928 9.207.636 42.085 100.956
2012 8.560.694 40.295 8.600.989 46.784 90.672
2011 8.497.696 50.679 8.548.375 48.464 92.746
2010 8.183.172 20.133 8.203.305 52.738 89.003
2009 7.776.362 11.011 7.787.373 52.651 86.857
2008 7.956.344 11.653 7.967.997 45.238 92.989
2007 7.517.678 14.219 7.531.897 44.867 85.983
2006 6.202.247 16.172 6.218.419 46.014 72.338
2005 7.711.079 64.068 7.775.147 66.123 88.628
2004 9.628.563 104.616 9.733.179 80.914 120.283
2003 - - 9.285.957 - -

Verkehrsreichste Strecken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehrsreichste nationale Strecken ab New Orleans (2017)[11][9]
Rang Stadt Passagiere Fluggesellschaften
01 Atlanta, Georgia 0734.630 Delta, Southwest, Spirit
02 Houston–Bush, Texas 0372.110 Spirit, United
03 Houston–Hobby, Texas 0313.770 Southwest
04 Los Angeles, Kalifornien 0309.630 American, Delta, Southwest, Spirit, United
05 Dallas/Fort Worth, Texas 0306.190 American, Spirit
06 Chicago–O'Hare, Illinois 0254.710 American, Spirit, United
07 Dallas–Love, Texas 0248.510 Southwest
08 Charlotte, North Carolina 0232.760 American
09 Denver, Colorado 0232.300 Frontier, Southwest, United
10 Fort Lauderdale, Florida 0200.270 JetBlue, Southwest, Spirit

Zwischenfälle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Am 9. Juli 1982 startete eine Boeing 727 auf dem Pan-Am-Flug 759 nach einer Zwischenlandung aus Miami kommend mit dem Ziel Las Vegas. Die Maschine sollte von der ost-westlich verlaufenden Startbahn 10/28 starten, gewann aber beim Start nicht genügend Höhe. Das Flugzeug streifte einige Bäume und stürzte in ein Wohngebiet. 153 Menschen starben (alle 145 Flugzeuginsassen und 8 Menschen am Boden). Das Unglück war zum damaligen Zeitpunkt das zweitschwerste tödliche Flugzeugunglück in der Geschichte der USA. Die mit der Ursachenermittlung betraute NTSB fand heraus, dass Scherwinde während der Phase des Abhebens das Unglück verursachten. Scherwindmessgeräte an Bord der Maschinen und auf dem Flughafengelände (so auch in MSY) schützen heute moderne Flugzeuge besser vor solchen atmosphärischen Turbulenzen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Louis Armstrong New Orleans International Airport – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f Airport Data & Statistics. FlyMSY.com, abgerufen am 7. August 2018 (englisch).
  2. The Economic Impact of the Louis Armstrong New Orleans International Airport. FlyMSY.com, Mai 2014, abgerufen am 7. August 2018 (englisch).
  3. Algemeen Hoogtebestand Nederlands
  4. America's Most Miserable Airports. US News and World Report. 11. Februar 2008.
  5. iFly.com
  6. http://www.signonsandiego.com/news/nation/katrina/20050913-1203-katrina-neworleans.html
  7. http://www.nola.com/business/index.ssf/2009/04/aeromexico_will_begin_service.html
  8. http://www.nola.com/news/index.ssf/2009/04/new_orleans_louis_armstrong_ai.html
  9. a b Nonstop Destinations. FlyMSY.com, abgerufen am 7. August 2018 (englisch).
  10. "Fluggesellschaft-Informationen" Offizielle Webseite des Louis Armstrong New Orleans International Airport. Abgerufen am 22. März 2017.
  11. New Orleans, LA: Louis Armstrong New Orleans International (MSY). Transtats.BTS.gov, abgerufen am 7. August 2018 (englisch).
  12. ASN Aircraft accident Douglas DC-7B N4891C Gulf of Mexico. Aviation Safety Network. Abgerufen am 23. Dezember 2009.