Malaucène

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Malaucène
Wappen von Malaucène
Malaucène (Frankreich)
Malaucène
Region Provence-Alpes-Côte d’Azur
Département Vaucluse
Arrondissement Carpentras
Kanton Vaison-la-Romaine
Gemeindeverband Ventoux-Comtat-Venaissin
Koordinaten 44° 10′ N, 5° 8′ OKoordinaten: 44° 10′ N, 5° 8′ O
Höhe 238–1.132 m
Fläche 45,33 km2
Einwohner 2.849 (1. Januar 2015)
Bevölkerungsdichte 63 Einw./km2
Postleitzahl 84340
INSEE-Code
Website http://www.malaucene.fr

Malaucène, im Vordergrund das Wahrzeichen, der Belfried unterhalb des Kalvarienberges

Malaucène ist eine französische Gemeinde mit 2849 Einwohnern (Stand 1. Januar 2015) im Département Vaucluse in der Region Provence-Alpes-Côte d’Azur.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das typisch provenzalische Städtchen liegt an den westlichen Ausläufern der Seealpen und dort am westlichen Fuß des Mont Ventoux, neun Kilometer südlich von Vaison-la-Romaine, 18 Kilometer nördlich von Carpentras und etwa 40 Kilometer nordöstlich der an der Rhone gelegenen Stadt Avignon. Von Malaucène aus führt eine 21 km lange Straße hoch auf den Gipfel des Mont Ventoux.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachbargemeinden von Malaucène sind Entrechaux im Norden, Beaumont-du-Ventoux im Osten und Le Barroux. Weitere Nachbargemeinden sind im Arrondissement Carpentras Suzette, Caromb, Bédoin und Crestet sowie im Département Drôme die Gemeinde Mollans-sur-Ouvèze.

siehe auch: Liste der Gemeinden im Département Vaucluse

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
(Quelle: INSEE[1])
1962196819751982199019992008
1.7801.9401.9552.0962.1722.5372.652

Gemeindepartnerschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt pflegt eine Partnerschaft mit der deutschen Kleinstadt Mahlberg in Baden-Württemberg.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Kirche Saint-Michel aus dem 14. Jahrhundert, die von Papst Clemens V. als Wehrkirche ausgebaut wurde. Das zeigt sich an den hoch sitzenden Rundbogenfenstern des Langhauses, den mit Schießscharten ausgestatteten Wänden im Geschoss darüber sowie am Gusserker über dem Westportal. Im Innern wird die Längstonne durch die rippengewölbten Quertonnen der Seitenkapellen unterbrochen. Die Kirche beherbergt eine im 18. Jahrhundert gebaute Orgel und eine mit den Gestalten der Kirchenväter geschmückte Kanzel aus Eichenholz von 1885.
  • Der Belfried mit seinem schmiedeeisernen Glockenstuhl stammt aus dem 16. Jahrhundert.
  • Stadttore, Waschhäuser und Brunnen aus dem 14. bis 19. Jahrhundert.
  • Auf einem Hügel stehen die Überreste eines Schlosses, wahrscheinlich des 12. Jahrhunderts. Es wurde im 16. Jahrhundert von den Calvinisten erobert, später geschleift und zu einem Kalvarienberg umgewandelt.
  • Umgebung

Knapp zwei Kilometer südöstlich von Malaucène, an der Straße zum Mont Ventoux, entspringt unter einer hundert Meter hohen Felswand der Bach „Groseau“, dessen Wasser die Römer nach Vaison-la-Romaine leiteten. Vom Aquädukt aus der zweiten Hälfte des ersten Jahrhunderts sind nur noch spärliche Reste erhalten. Im Quellgebiet, das schon in der Antike eine heilige Stätte war, gründete Petronius, Bischof von Vaison-la-Romaine, im Jahre 684 eine Abtei. Sie wurde 739 zerstört, aber zwischen 1079 und 1114 wieder aufgebaut. Clemens V., der erste Papst von Avignon, erweiterte das Kloster im 14. Jahrhundert zu einem päpstlichen Palais. Heute sind Palais, Klosterkirche und Wirtschaftsgebäude verschwunden, nur die romanische Chapelle Notre-Dame du Groseau steht noch.
Der Hauptraum der Kapelle hat einen fast quadratischen Grundriss, im Westen öffnet sich die tonnengewölbte Vorhalle, die Apsis mit Halbrund-Kuppel schließt den Bau im Osten ab. Im Süden wurde im 12. Jahrhundert, eine Seitenkapelle mit Quertonne angebaut. Im Inneren sind Teile von Fresken erhalten. In den Trompen der achtseitigen Kuppel sind die Evangelistensymbole als Hochreliefs dargestellt. Im Chor steht ein römischer Votivstein mit einer Inschrift in gallischer Sprache und griechischen Buchstaben, die einem Gott namens „Graselos“ gewidmet ist.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Papst Clemens V., der Avignon als Sitz der Päpste bestimmt hatte, verbrachte in den Jahren 1310–1313 jeweils mehrere Monate in Malaucène.
  • Petrarca übernachtete im April 1336 vor seiner literarisch festgehaltenen Besteigung des Mont Ventoux in Malaucène.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Malaucène – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung auf der Site von INSEE